Community – Season 2

Oh nein! Wie kann es schon wieder vorbei sein? Die letzten beiden Episoden von „Community – Season 2“ waren – wie bereits eine gewisse letztjährige Episode – erneut ganz großes Kino. Doch auch schon davor gab es unzählige Highlights zu bestaunen. Ich kenne kein anderes Autorenteam, das so inflationär mit Ideen umgeht. Für jeden auch nur annähernd popkulturell interessierten Menschen eine wahre Fundgrube an Anspielungen. Großartig!

In vielen Kritiken habe ich gelesen, dass die Serie qualitativ stark abgebaut hätte – eine Einschätzung, der ich so nicht zustimmen kann. Ich vermute eher, dass die Serie stets ein Grundwissen über Filme, Serien und andere popkulturelle Ereignisse erfordert, um den maximalen Unterhaltungswert zu liefern – und dieses bringt eben nicht jeder Zuschauer mit. Wenn man die Serie unter diesen Gesichtspunkten betrachtet und zudem die Charaktere sowie die Art des Humors mag, dann macht die zweite Staffel ebenso viel Spaß, wie auch schon die erste. Bevor ich weiter schwärme, möchte ich jedoch etwas konkreter auf die einzelnen Episoden dieser zweiten Staffel eingehen.

Neben ein paar nur unterhaltsamen Episoden, gab es dieses Jahr etliche Highlights zu bewundern: In „Basic Rocket Science“ wird ein Raumflug so herrlich absurd dargestellt, dass es eine wahre Freude ist. Ganz groß. Mit „Epidemiology“ gab es dann die fast schon obligatorische Zombie-Episode, aber eben mit dem speziellen Greendale-Twist. Die wunderbare Stop-Motion-Episode „Abed’s Uncontrollable Christmas“ entließ die Serie dann schließlich in die verdiente Winterpause, bevor uns „Advanced Dungeons & Dragons“ in die Welt der Rollenspiele entführte. Kurz vor dem großen Finale hat man mit „Paradigms of Human Memory“ dann noch eine Variante der Clip Show geschaffen, von der sich andere Shows durchaus mehr als nur eine Scheibe abschneiden dürfen.

Zum Finale möchte ich noch ein paar gesonderte Worte verlieren: Letztes Jahr hat mich „Modern Warfare“ wirklich umgehauen. Eine grandiose Idee, perfekt inszeniert. Wohl die unterhaltsamsten 20 Minuten des US-Serienfernsehens. Umso gespannter war ich natürlich, was sich Dan Harmon und Co. dieses Jahr haben einfallen lassen. Anfangs war ich etwas enttäuscht, dass man wieder nur auf das bekannte Paintball-Element zurückgegriffen hat. Dann aber eroberte das Finaldoppel „A Fistful of Paintballs“ und „For a Few Paintballs More“ mein Herz im Sturm. Einfach unglaublich, wie konsequent die Charaktere immer wieder in abstruse Situationen geworfen werden und die Serie (zumindest innerhalb ihrer Regeln) dabei absolut glaubwürdig bleibt.

Auch dieses Jahr hatte ich – wie man merkt – wieder enorm viel Spaß am Greendale Community College. Wer von euch da draußen noch nicht auf den Geschmack gekommen ist, der sollte unbedingt einmal reinschauen – dann aber am besten mit der ersten Staffel beginnen, um die komplette Erfahrung zu bekommen. Ich kann das dritte Jahr nun kaum noch abwarten und hoffe auf viele weitere verrückte Ideen: 9/10 (9.1) Punkte.

V – Season 2

Wieder einmal heißt es von einer Serie Abschied nehmen. Die letztjährige Sci-Fi-Hoffnung findet mit „V – Season 2“ ihren endgültigen Abschluss. Traurig bin ich deswegen nicht sonderlich und wenn die Serie nicht in einer verkürzten Staffel mit nur 10 Episoden gelaufen wäre, hätte ich wohl auch nicht bis zum – wortwörtlich – bitteren Ende durchgehalten.

Die Handlung setzt ziemlich genau da an, wo wir die erste Staffel verlassen hatten. Somit geht es fröhlich weiter mit dem Widerstand gegen die Besucher. Qualitativ bewegen sich die meisten Episoden auf einem ähnlichen Niveau, wie die des letzten Jahres – zudem hatte ich anfangs wirklich noch die Hoffnung endlich etwas mehr von den Vs zu sehen. Leider jedoch tröpfelt die Handlung größtenteils vor sich hin und führt ein neues Element ein: Die Alien-Großmutter. Was sich die Autoren wohl dabei gedacht haben?

Mit dieser neuen Figurenkonstellation verkommt „V“ dann leider auch ziemlich schnell zur intergalaktischen Seifenoper. Jeder hintergeht jeden, mal wird dieser, mal jener Seite Allianz geschworen und so wirklich mitreißend ist keiner der Handlungsstränge. Umso trauriger, da wirklich Potential vorhanden gewesen wäre. Warum sehen z.B. alle Vs immer aus wie Menschen, selbst wenn sie unter sich sind? Was soll die Alien-Großmutter? Warum konnte man aus der spannenden Ausgangsidee keine packendere Serie machen? Fragen über Fragen.

Nun ist die Serie vorbei. Natürlich endet sie mit einem ordentlichen Knall – sprich es gibt etliche Cliffhanger – und lässt uns Zuschauer somit ziemlich unschlüssig zurück. Aber so wirklich interessiert es mich auch gar nicht, wie es nun weitergeht. Zu blass waren die Charaktere und zu unspektakulär die erzählte Geschichte. Somit versinkt die Serie im Durchschnitt und wird wohl schnell vergessen werden: 5/10 (5.3) Punkte.

Castle – Season 3

Eine Serie, auf die ich mich in diesem Serienjahr mit am meisten gefreut habe, dürfte wohl „Castle – Season 3“ gewesen sein. Schon seltsam, wie sich manche Serien entwickeln. Inzwischen gehört das Krimi-Procedural zu meinen persönlichen Lieblingen und ich freue mich jede Woche erneut auf die aktuelle Folge. Einfach nur verdammt gute Unterhaltung.

Worin liegt der Erfolg von „Castle“ begründet? Für mich wohl in erster Linie am Zusammenspiel zwischen Nathan Fillion und Stana Katic. Ist das Konzept Krimi und Romantik zu kombinieren auch nicht neu (siehe z.B. „Bones“), so sind die Dialoge woanders kaum so erfrischend, wie in der TV-Serie um Krimiautor Richard Castle und die New Yorker Ermittlerin Kate Beckett. Inzwischen wird auch den Nebencharakteren immer mehr Spielraum gegeben, was sich durchaus positiv auf die Entwicklung der Serie und ihrer Figuren ausübt.

Wie es bei einem Krimi-Procedural üblich ist, bekommen wir – wie bereits in den ersten beiden Staffeln – größtenteils komplett abgeschlossene Einzelfälle vorgesetzt. Dagegen beschränkt sich die episodenübergreifende Handlung auf die Weiterentwicklung der Charaktere sowie ihrer Beziehungen untereinander. Auch wenn mich diese repetitive Erzählform bei anderen Serien stört, so schafft es „Castle“ jedoch mich Woche für Woche aufs Neue zu begeistern. Dies liegt auch an den gelungenen Fällen, die oft eher humorvoll, als dramatisch – das mitreißende Staffelfinale einmal ausgenommen – angelegt sind und stets mit einer überraschenden Auflösung aufwarten können.

Es gibt wirklich nur wenige Serien, die sich selbst im dritten Jahr so beharrlich steigern. Besonders bei einer vergleichsweise simplen Krimiserie hätte ich dies nie für möglich gehalten. Ich für meinen Teil habe jede einzelne Episode genossen – und auch wenn ich nur unterhalten wurde, dann doch selten so gut wie hier. Richard Castle und Kate Beckett sind einfach das Dreamteam, wenn es um humorvolle Kriminalfälle geht: 9/10 (8.6) Punkte.

Parenthood – Season 2

Meine persönliche Serienentdeckung der letzten Saison, konnte mich glücklicherweise auch in diesem Jahr wieder voll und ganz überzeugen. Was hatte ich mich auf ein Wiedersehen mit „Parenthood – Season 2“ gefreut! Ein herrlich unaufgeregtes Drama, das mit Charakteren, Dialogen sowie einer intensiven Inszenierung zu überzeugen weiß und – für mich fast schon das Wichtigste – wirklich Herz besitzt. Nach wie vor großartig.

Auch wenn ich im Intro beinahe schon mein Fazit gezogen habe, so möchte ich es mir nicht nehmen lassen, noch etwas detaillierter auf die Vorzüge dieser Ausnahmeserie einzugehen. Wie bereits in der vorangegangenen Staffel wird ein sehr genaues Bild der Großfamilie Braverman gezeichnet. Die Serie lebt von ihren Charaktermomenten, von denen es in jeder Episode nur so wimmelt. Dennoch hätte ich mir von diesen tatsächlich noch mehr anschauen können, auch wenn es natürlich verständlich ist, dass man nicht in jeder Episode allen Familienmitgliedern gleich viel Aufmerksamkeit schenken kann. Für mich als Zuschauer auf jeden Fall ein deutliches Zeichen, wie sehr einem beinahe ausnahmslos alle Charaktere ans Herz wachsen.

Auch wenn jede Episode ein anderes Thema in den Vordergrund rückt, so sind es doch vor allem die episodenübergreifenden Handlungsstränge, welche die Serie auszeichnen. Sei es Adams neuer Boss, Crosbys Affäre oder Haddies erste Beziehung – jede Geschichte wird von dutzenden von Blickwinkeln aus betrachtet. Kein plumpes Schwarz-Weiß-Zeichnen, keine einfachen Lösungen. Auch wenn „Parenthood“ durchaus mit der emotionalen Klaviatur seiner Zuschauer zu spielen weiß, so wirkt die Serie stets echt und die Handlungen der Figuren bleiben nachvollziehbar, was unter anderem den herausragenden Leistungen der Schauspieler zu verdanken ist.

Ich weiß jetzt schon, dass ich die Bravermans in den kommenden Monaten vermissen werde. Noch ist es leider nicht einmal sicher, dass die Serie ins dritte Jahr gehen wird. Sollte sie abgesetzt werden, dann wäre dies für mich wohl der größte Verlust unter den aktuell laufenden Serien. Doch ich bin hoffnungsvoll, denn schließlich kann ich nicht der einzige Träumer unter den Familienmenschen da draußen sein, der die fantastische Qualität dieser Ausnahmeserie zu schätzen weiß. Großartiges Fernsehkino: 9/10 (9.4) Punkte.

Mr. Sunshine – Season 1

Nach den „Friends“-Stars Courteney Cox („Cougar Town“) und Matt LeBlanc („Episodes“) feiert dieses Jahr auch Matthew Perry seine Rückkehr auf den Fernsehbildschirm. Im Gegensatz zu seinen ehemaligen Schauspielkollegen hatte Perry jedoch auch schon vor „Mr. Sunshine – Season 1“ gewisse Serienerfolge zu verbuchen. Insofern war meine Erwartungshaltung ziemlich hoch und konnte glücklicherweise auch größtenteils erfüllt werden.

Neben Matthew Perry überzeugt in der Serie vor allem Allison Janney, welche mir bereits in „The West Wing“ ans Herz gewachsen ist. Der restliche Cast (u.a. Andrea Anders, „Better Off Ted“) ist nett, doch sind die Nebencharaktere bisher eher nur Beiwerk. Hier erhoffe ich mir deutlich mehr interessante Handlungsstränge in der eventuell kommenden zweiten Staffel. Bisher lebt die Serie hauptsächlich von absurden Situationen, die sich durch den unkonventionellen Führungsstil von Crystal Cohen (Allison Janney) ergeben.

Ich habe bisher viele Vergleiche zwischen den Serien „Mr. Sunshine“ und „30 Rock“ gelesen, welche für mich allerdings nicht sonderlich naheliegend sind. Weitaus treffender fand ich die Feststellung, dass Matthew Perrys Ben Donovan eher einem Chandler Bing entspricht, der Monica niemals kennengelernt hat. Im Gegensatz zu seiner letzten Serienrolle (Matt Albie in Aaron Sorkins „Studio 60 on the Sunset Strip“) erinnert Perrys Charakter hier wieder sehr stark an die Rolle, für die der Schauspieler weltbekannt wurde. Wer also gerne noch einmal Chandler Bing in Aktion sehen möchte, der sollte auf jeden Fall einschalten.

Während ihrer knappen Laufzeit von neun Episoden weiß die Serie stets zu unterhalten. Wirkliche Highlights sind jedoch leider eher selten dabei und ich hatte stets das Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre. Auf der anderen Seite gab es auch keine Ausfälle und so habe ich mich jede Woche erneut auf die bunte Truppe der Sunshine Arena gefreut. Da ist durchaus noch Luft nach oben: 7/10 (7.2) Punkte.

Californication – Season 4

Aktualisierung: Ich habe „Californication“ erneut gesehen und am 28. Januar 2025 komplett besprochen (hier geht es zur aktuellen Besprechung). In den ersten beiden Staffeln noch grandios, in der dritten eine Enttäuschung. Im Prinzip konnte es mit „Californication – Season 4“ nur aufwärts gehen. Zumindest habe ich das gehofft, denn ein weiterer qualitativer Abbau hätte die Serie schnell auf meine persönliche Absetzungsliste befördert. Im Folgenden werde ich berichten, wie sich Hank Moody im vierten Jahr so schlägt und ob sich das Dranbleiben lohnt.
Californication | © Showtime

Californication | © Showtime

Man kann festhalten: Es lohnt sich durchaus. Die Autoren haben sich die Kritik an der dritten Staffel anscheinend zu Herzen genommen und versucht die Stärken der ersten beiden Jahre wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. Dies gelingt auch größtenteils, doch hatte ich stets das Gefühl, dass man es dadurch oft nur noch mit einer schwächeren Kopie der ersten Staffel zu tun hat. Die Atmosphäre ist zu dieser recht ähnlich und auch inhaltlich werden enge Bezüge geknüpft, welche oft nicht nur den Charakteren ein nostalgisches Lächeln aufs Gesicht zaubern. Neben dem Erzählstrang rund um Hank Moodys Gerichtsverhandlung, gibt es zudem etliche Sexkapaden (speziell natürlich von Charlie Runkle) zu bewundern, die inzwischen jedoch nicht mehr so recht zünden mögen und somit deutlich weniger Spaß machen, als dies noch zu Beginn der Fall war. Wieder einmal ist die Serie am stärksten, wenn sie Hank als gebrochenen Charakter zeigt, der sich doch eigentlich nur nach seiner Familie sehnt. Leider liegt hier jedoch auch die größte Schwäche, denn so langsam wird es einfach unglaubwürdig, dass der Skandalautor sein Leben einfach nicht auf die Reihe bekommt.

Fazit

Insgesamt hat mir die aktuelle Staffel wieder recht gut gefallen. Es gab wieder mehr ernstzunehmende Handlung und Gaststars, wie z.B. Rob Lowe (Sam Seaborn, „The West Wing“) als komplett verrückten Method Actor, sorgten für die nötige Abwechslung. Leider jedoch haben sich in meinen Augen zu den Vorgängerstaffeln inzwischen zu viele Redundanzen eingeschlichen, als dass man noch von frischer Unterhaltung sprechen könnte. Da das Staffelfinale auch ein sehr gelungenes Serienende dargestellt hätte, bleibt wieder einmal die Frage: Was soll da noch kommen? 7/10 (7.2) Punkte.

The Deep

Es gibt einfach zu wenig gute Unterwasserfilme. Neben dem Genregiganten „The Abyss“ ist da draußen nicht mehr viel zu holen. So habe ich mich – trotz teils vernichtender Kritiken – auf die BBC-Miniserie „The Deep“ gestürzt, die jedoch außer dem Setting und dem ach so innovativem Titel leider kaum Ähnlichkeiten mit James Camerons famosem Unterwasserabenteuer aufweist. Spoiler sind zu erwarten.

Anfangs hatte ich ja durchaus noch Hoffnung. Eine relativ gemächliche und ausführliche Einführung der Charaktere, eine – im Vergleich zu US-Serien – relativ realistisch anmutende Grundstimmung und ein auf den ersten Blick nettes Ensemble. Doch spätestens mit Episode 2 fing die Serie an sich auch qualitativ in Untiefen zu begeben. Sowohl Handlung, als auch Inszenierung und Schauspiel wirken oft als hätte da jemand versucht mit seiner Laientheatergruppe einen Film bzw. eine Serie auf die Beine zu stellen.

Die Handlung hat durchaus ihre Momente und man hätte aus der Prämisse wirklich einiges rausholen können, denn schließlich besitzt die Geschichte ein riesiges, verlassenes U-Boot, mysteriöse Todesfälle und unbekannte Mikroorganismen. Man hätte die Charaktere langsam in den Wahnsinn abdriften lassen können, Realität und Wahnvorstellungen vermischen oder wenigstens die Stärken der unheimlichen Location ausspielen – aber nein! Da gibt es dann die bösen, schießwütigen Russen und eine Verschwörung, die sich um illegale Ölbohrungen dreht. Wie aufregend und innovativ!

Erschreckend fand ich, wie schlecht die Charaktere in der Serie teils gespielt waren. Selbst  bekannte Schauspieler, wie David Nesbitt oder Minnie Driver chargieren hier, als würden sie auf der Bühne eines Provinztheaters stehen. Kein Gefühl für das Gegenüber oder die Situation. Allerdings vermute ich, dass hier eher die Regie versagt hat. Ansonsten kann ich mir das Ergebnis wirklich nicht erklären.

Trotz meiner harschen Kritik hat mir der Ausflug in die Tiefen von „The Deep“ durchaus Spaß bereitet. Die erste Episode fand ich noch vielversprechend, den Mittelteil wenigstens noch leidlich spannend, doch das Finale hat dann leider jegliche Chance auf eine bessere Wertung verspielt. Fans von Unterwasserfilmen dürfen durchaus einen Blick riskieren, alle anderen sollten lieber einen weiten Bogen um die Miniserie machen: 4/10 (4.2) Punkte.

Episodes – Season 1

Eine Serie, auf die ich mich in der aktuellen TV-Saison sehr gefreut habe, ist „Episodes – Season 1“ mit Matt LeBlanc. Bereits nach der Pilotfolge hagelte es jedoch böse Kritiken, die ich bis heute nicht so recht nachvollziehen kann. Man muss die Serie eben als Satire auf das Seriengeschäft in Hollywood sehen und darf dabei kein zweites „Entourage“ erwarten. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß mit dem Culture Clash in Hollywood.

Da die gesamte Staffel nur aus 7 Episoden besteht, darf man sich als Zuschauer nicht allzu viel Zeit lassen, sich auf die Serie einzulassen. Ich für meinen Teil habe mich glücklicherweise relativ schnell in dieser überzeichneten Version der Traumfabrik heimisch gefühlt. Im Gegensatz zu thematisch ähnlich gelagerten Filmen, wird hier erstmals das Seriengeschäft unter die Lupe genommen. Genauer gesagt geht es um die Adaption einer britischen Serie für das amerikanische Publikum – inklusive aller klischeehafter Konsequenzen, die sich dadurch für den Stoff ergeben.

Neben rein beruflichen Problemen, hat unser britisches Autorenduo auch mit der kalifornischen Mentalität zu kämpfen. Hier wandelt die Serie zwar auf ausgetretenen Pfaden, doch weiß sie auch in solchen Momenten stets zu unterhalten. Dies liegt nicht zuletzt an den tollen Schauspielern. Matt LeBlanc spielt sich selbst und unterscheidet sich dabei gar nicht so sehr von seiner bekanntesten Serienfigur Joey Tribbiani („Friends“ und „Joey“), was die Serie um eine interessante Metaebene erweitert. Auch die restlichen Rollen sind allesamt gut besetzt und es gelingt den Schauspielern die Waage zwischen Satire, Drama und Komödie zu halten.

Auch wenn noch nicht alle Episoden vollends zu überzeugen wussten, so hatte ich doch stets Spaß mit der Serie. Besonders die letzte Episode war wirklich grandios und ich musste mehrmals laut auflachen. Wenn sich die Show in diese Richtung weiterentwickelt, dann kann sie noch ganz groß werden – gerne auch mit ein paar mehr Episoden pro Staffel. Sollte man sich als Serienfreund so oder so ansehen: 8/10 (7.7) Punkte.

Glee – Season 1

Was für ein unglaublicher Hype! Noch vor ein paar Wochen hätte ich schwören können, dass mich keine zehn Pferde dazu bringen, meine TV-Abende mit „Glee – Season 1“ zu verbringen. Doch dann habe ich aufgrund der teils schon euphorischen Kritiken tatsächlich einen Blick gewagt. Und was soll ich sagen? Es hat sich erstaunlicherweise wirklich gelohnt.

Zunächst einmal sollte ich vorausschicken, dass ich Musicals im Film generell recht zugeneigt bin. Egal ob Klassiker, wie „Der Zauberer von Oz“ oder Baz Luhrmanns modernes Meisterwerk „Moulin Rouge“ – ich bin stets begeistert und emotional eingebunden. Der aktuelle Hype um „Glee“ war mir jedoch stets unheimlich, beschwor er doch Assoziationen an „Highschool Musical“ und weitere auf die Zielgruppe Teenager zugeschnittene Werke. An die erste Episode wagte ich mich dann auch nur mit großen Vorbehalten heran.

Inzwischen ist mir „Glee“ jedoch schon so ans Herz gewachsen, dass ich mich abends öfter für die McKinley Highschool entscheide, als ich in bierseliger Runde zugeben würde. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die Musicaleinlagen oft nicht so gut gefallen, wie ich mir das ursprünglich erhofft hatte. Die Stimmen klingen zu glattpoliert und die Performances zu sehr auf perfekten Pop gebürstet. Dennoch macht es meist Spaß und oft kann die Serie mit wirklich netten Popmusikreferenzen aufwarten.

Erstaunt hat mich, wie sehr mich die eigentliche Handlung mit ihren, auf den ersten Blick doch recht stereotypen, Charakteren zu begeistern vermag. Hier wird wirklich kein Klischee ausgelassen und auch wenn das „Glee“-Universum nicht gerade vor Realismus strotzt, so muss man doch zugeben, dass die darin lebenden Figuren doch ziemlich gut ausgearbeitet und geschrieben sind. Oft wird die feine Linie zur Satire überschritten und in diesen Szenen läuft die Serie wirklich zur Höchstform auf, was durch die guten Schauspieler noch einmal unterstützt wird. Gaststars, wie z.B. Neil Patrick Harris (Barney, „How I Met Your Mother“) sorgen zudem für stets frischen Wind im Glee Club.

Was fehlt in dieser Besprechung noch? Korrekt, natürlich die Erwähnung von Sue Sylvester, mit der die famose Jane Lynch endlich einmal den nötigen Erfolg bekommt, der ihr mit kleineren Serien – wie „Party Down“ – leider verwehrt blieb. Coach Sylvesters Fehde mit Will Schuester ist somit auch das Highlight jedes Erzählstrangs. Wirklich sehr unterhaltsam – und auch wenn aufgrund so mancher Performance der Fremdschämfaktor doch ziemlich hoch ist, so gibt es in jeder Episode genau das: 40 äußerst unterhaltsame und oft überraschende Minuten. Für mich Grund genug auch in Season 2 wieder einzuschalten: 8/10 (7.9) Punkte.

Cougar Town – Season 1

Auf der Suche nach kurzweiligem Serienfutter im Bereich Comedy, bin ich über „Cougar Town – Season 1“ gestolpert. Neben den ziemlich guten Kritiken, lockte mich vor allem das Mitwirken von Courteney Cox, welche mit Monica Geller („Friends“) einen meiner liebsten, weiblichen Sitcom-Charaktere verkörperte. Doch was hat die Serie sonst noch zu bieten?

Glücklicherweise so allerhand. Anders als Titel und Prämisse zu Beginn vermuten lassen, beschränkt sich die Serie nämlich nicht darauf Jules (Courteney Cox) bei der Jagd nach jungen Lovern zu begleiten. Nach nur wenigen Episoden entwickelt sich die Serie zu einer Ensemblekomödie, in der auch die anfänglichen Nebencharaktere ihre eigenen Handlungsstränge bekommen und diese auch durchaus auszufüllen wissen. Die Showrunner haben anscheinend gemerkt, dass die größte Qualität der Serie die absolut großartige Chemie zwischen ihren Darstellern ist.

In Sachen Handlungsbogen ist „Cougar Town“ dann eher altmodisch, denn wirklich viel passiert nicht. Meist werden einzelne Geschichte innerhalb einer Episode abgearbeitet, wodurch der Status quo meist unangetastet bleibt. Die Serie funktioniert dennoch. Schon bald kann man sich mit nahezu allen Charakteren irgendwie identifizieren und es macht Spaß an ihrem, zwischen zusammen Wein trinken und mit der Lebensplanung hadern, pendelndem Dasein teilzuhaben. Der Humor wirkt frisch und angenehm, ohne dabei auf Slapstick und auch manchmal platte Witzchen zu verzichten.

Besonders in den ersten Episoden ist „Cougar Town“ eher eine Frauenserie (auch wenn ich dieses Label hasse), jedoch sollten sich auch Männer nicht von ihr abschrecken lassen. Ich wurde wirklich positiv überrascht, finde alle Charaktere ausnahmslos sympathisch und mag ihre Darsteller. Eine absolut gelungene Sommerserie für kalte Winterabende: 8/10 (8.1) Punkte.