Eureka – Season 4

Wie jedes Jahr habe ich die Sichtung von „Eureka – Season 4“ nicht sonderlich herbeigesehnt, wurde jedoch von der herrlich skurrilen Kleinstadtatmosphäre sofort wieder in den Bann gezogen. Inzwischen steht auch fest, dass die kommende Staffel die letzte sein wird, was ich im Moment als ziemlich schweren Verlust für mein persönliches TV-Programm empfinde. Ob sich SyFy das auch wirklich gut überlegt hat? Ich weiß ja nicht…

In ihrem vierten Jahr erlebte die Serie einen kleinen Reboot. Wie? Durch eine Zeitreise und den daraus resultierenden alternativen Zeitstrang. Was kann es für eine dedizierte Nerd-Serie Besseres geben? Das haben sich wohl auch die Autoren gedacht und einen – zumindest in meinen Augen – herrlich unterhaltsamen Handlungsbogen geschaffen. In der zweiten Staffelhälfte wird zudem noch eine epische Weltraumreise vorbereitet, was mir ebenso durchaus zugesagt hat. Auch wenn ich bei „Eureka“ immer noch Einzelepisoden bevorzuge, so konnten mich die großen Handlungsstränge dieses Mal wirklich begeistern.

Neben den bekannten und lieb gewonnenen Charakteren, gibt es auch Frischfleisch zu begrüßen: So bewerben sich u.a. Felicia Day und Will Wheaton, bzw. ihre herrlich nerdigen Figuren, um mit auf die Astreus-Mission zu gehen. Humor wird auch in diesem Jahr wieder groß geschrieben, was die Autoren jedoch nicht davon abhält die Staffel besonders mitreißend und aufwühlend zum Finale zu führen. Da kann ich zum ersten Mal die kommenden Abenteuer der Eurekaner kaum erwarten.

Ich bin gespannt, wie SyFy die Lücke füllen will, die „Eureka“ ohne Zweifel in ihrem Programm hinterlassen wird. Das im gleichen Universum spielende „Warehouse 13“ hat es meiner Meinung nach schon einmal nicht geschafft. Doch bevor es Abschied nehmen heißt, freue ich mich erst einmal auf das große Finale. Es war mir erneut ein großes Vergnügen: 8/10 (7.7) Punkte.

Breaking Bad – Season 3

Da ich aufgrund der aufwühlenden letzten Tage nur schwer Schlaf gefunden habe, war Ablenkung gefragt. So stellte die Sichtung von „Breaking Bad – Season 3“ meist den Abschluss meiner Abende dar. Ein wirklicher guter Weg um auf andere Gedanken zu kommen. Egal wie schlecht man sich gerade fühlt, mit Walter und Jesse will man nicht tauschen. Auf gar keinen Fall.

Die Eröffnungsszene der Staffel ist wahrlich äußerst verstörend. Jedoch wird dieses seltsame Bild der kriechenden Killer schon bald aufgelöst. Was bleibt ist nicht weniger erschreckend. An plötzlichen Gewaltexzessen und überraschenden Wendungen mangelt es der dritten Staffel wahrlich nicht und dennoch sind es eher die charakterlichen Schwächen bzw. Entwicklungen, die mich teils sprachlos zurückließen. Zwischen dem Walter der ersten Staffel und dem skrupellosen Soziopathen, den man im dritten Jahr zu sehen bekommt, liegen wahrlich Welten – und eine grandiose Schauspielleistung von Bryan Cranston.

Im direkten Vergleich zur zweiten Staffel stagniert die Charakterentwicklung jedoch etwas. Besonders Jesse fällt wieder in alte Verhaltensmuster zurück, was die Handlung zwar auf beängstigende Art und Weise vorantreibt, den Charakter jedoch klischeehafter erscheinen lässt, als ich mir das noch zu Beginn der Serie erhofft hatte. Besonders in den finalen Episoden der Staffel eröffnet sich dadurch eine völlig neue Dimension der Ausweglosigkeit und ich bin wirklich froh nun nicht noch ein Jahr auf die kommende Staffel warten zu müssen.

Insgesamt hat mich auch die dritte Staffel der Serie ausgezeichnet unterhalten. Ob sie nun besser als die vorangegangene ist? Vielleicht etwas. Der Schwerpunkt liegt anders. Ich bin nun auf jeden Fall schon sehr gespannt auf das vierte Jahr, das nahezu einstimmig als der bisherige Höhepunkt der Serie gesehen wird. Nur hoffe ich, dass man den Charakteren in Zukunft nicht alle sympathischen Züge streicht. Auf jeden Fall äußerst spannend und wirklich sehr sehenswert: 9/10 (8.7) Punkte.

Two and a Half Men – Season 8

Nach 8 Jahren bester Sitcom-Unterhaltung hieß es nun Abschied nehmen von Onkel Charlie. Kein wirklich schwerer Abschied, hat die Serie doch noch nie zu meinen Lieblingen gezählt und besonders in den letzten Jahren deutlich nachgelassen. Dennoch stellt „Two and a Half Men – Season 8“ unzweifelhaft einen Wendepunkt in der Geschichte der Serie dar, ist es doch die letzte Staffel mit Charlie Sheen. Ein Grund um traurig zu sein?

Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass man die Sitcom nun gezwungenermaßen auf neue Pfade lenken muss. Teils musste ich mich schon recht durch die immer gleichen Handlungsstränge quälen. Zwar gab es meist ein paar Schmunzler pro Episode, doch würden nun keine Veränderungen anstehen, hätte ich die Sichtung wohl tatsächlich abgebrochen. Im Grunde setzt sich der bereits vor zwei Staffeln begonnene Trend fort und man bekommt als Zuschauer vermehrt Furz- und Fäkalhumor präsentiert. Ich hoffe sehr, dass man auch in dieser Hinsicht einen Neuanfang wagt.

Ist das achte Jahr ein kompletter Reinfall? Glücklicherweise nicht. Es gibt durchaus einige amüsante Episoden und Handlungsstränge. Im Großen und Ganzen aber nichts, was man aufgrund der starken Konkurrenz in dem Genre wirklich sehen müsste. Dem Reboot werde ich zwar noch eine faire Chance geben, doch kann es gut sein, dass dies der letzte Eintrag zu „Two and a Half Men“ gewesen ist: 5/10 (5.4) Punkte.

Falling Skies – Season 1

Letztes Jahr wurden zwei von Steven Spielberg produzierte Serien angekündigt, die beide auf großes Interesse bei mir stießen. Mit dem Finale von „Falling Skies – Season 1“ hat sich die erste der beiden Serien auch schon wieder vom Bildschirm verabschiedet – zumindest für dieses Jahr. Eine zweite Staffel wurde trotz mäßiger Kritiken auch schon bestellt. Eine lohnenswerte Investition?

Zunächst einmal muss ich festhalten, dass auch ich von der Serie enttäuscht war. Dabei dachte ich: Spielberg, Aliens und Endzeit. Was kann da noch schief gehen? Das schreibe ich wohlgemerkt als großer Freund von Spielbergs Schaffen. Ich mag das starke Familienmotiv, das sich in all seinen Filmen findet, seine Art der Inszenierung und natürlich seine beinahe schon kindliche Vorliebe für Aliengeschichten. All dies findet sich auch in „Falling Skies“ wieder und nachdem die erste Ernüchterung verflogen war, hatte ich auch durchaus meinen Spaß mit der Serie.

Am meisten Probleme hatte ich wohl mit der recht trägen Erzählweise. Mit dem Aufschlagen des Hauptquartiers in einer verlassenen Schule stagnierte nicht nur das Voranschreiten unserer Truppe, sondern auch die Handlung. Die Serie erinnerte mich hier oft an TV-Serien aus den 90er Jahren. Etwas Lagerleben, alle paar Episoden ein paar Erkundungen in die nähere Umgebung und persönliche Konflikte. Also nichts, das an die großen Serienerfolge der letzten Jahre erinnern würde.

Die Hauptcharaktere sind leidlich interessant und zumindest sympathisch gezeichnet. Selbst beim grimmigen Militärchef scheint das Herz am rechten Fleck sitzen. Wie schön. Die Aliens selbst sind als Gegenspieler zumindest brauchbar und gegen Ende der Staffel zeichnet sich ab, dass unsere Helden im kommenden Jahr gegen einen deutlich unberechenbareren Gegner zu kämpfen haben, als zunächst angenommen.

Eine unbedingte Sehempfehlung kann ich für die erste Staffel von „Falling Skies“ leider nicht aussprechen. Spielberg- und Genrefans dürfen aber durchaus einen Blick riskieren und sollten sich von den teils sehr harrschen Kritiken nicht abschrecken lassen. Die letztjährige Invasionsserie „V“ übertrumpft die Spielberg-Variante auf jeden Fall: 7/10 (6.6) Punkte.

Sherlock – Season 1

Nachdem der Hype um die deutsche TV-Ausstrahlung schon wieder verflogen ist, möchte auch ich meinen Senf zu „Sherlock – Season 1“ abgeben. Eigentlich bin ich ja kein großer Krimifreund und auch Sir Arthur Conan Doyles Held hat nie eine sonderlich große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Hat sich der Kauf der englischen Blu-ray dennoch gelohnt?

Oh ja. Auch ich bin begeistert. Nachdem mich die 2009er Kinoverfilmung mit Robert Downey Jr. zwar gut unterhalten, aber sonst keinerlei Eindruck hinterlassen hat, wirkt die modernisierte Serienversion äußerst erfrischend und dabei doch herrlich altmodisch. Die ins heutige London verlegte Handlung ist spritzig erzählt und lädt zum Mitraten ein. Interessanter als die drei Fälle ist jedoch die Beziehung zwischen Sherlock Holmes und Dr. John Watson, welche von Benedict Cumberbatch und Martin Freeman auch äußerst spielfreudig und sehr treffend portraitiert werden.

Das größte Manko der Serie ist wohl ihre kurze Dauer. Man hat nur drei Episoden Zeit sich an der fantastisch inszenierten Ermittlungsarbeit Sherlock Holmes zu erfreuen. Aber von englischen Serien ist man ja nichts anderes gewohnt. Glücklicherweise hat man sich entschieden die einzenen Episoden in Spielfilmlänge – d.h. als 90-Minüter – zu inszenieren, was sowohl der Lösung der Fälle, als auch der Charakterentwicklung den nötigen Freiraum gibt. Als Zuschauer darf man sich somit über drei größtenteils kinowürdige Detektivfilme freuen.

Der einzige Kritikpunkt, den ich nennen kann, ist, dass zumindest die ersten beiden Fälle gegen Ende etwas zu konstruiert auf Professor bzw. Jim Moriarty verweisen. Das hätte man durchaus subtiler lösen können. Das Finale der dritten Episode ist dagegen wirklich enorm mitreißend und hätte nicht zwangsweise mit einem Cliffhanger enden müssen – als würde ich mich nicht schon ohne diesen genug auf die zweite Staffel freuen. Ich kann diese Serie jedem auch nur annähernd interessierten Serienfreund wirklich nur ans Herz legen: 9/10 (8.7) Punkte.

Breaking Bad – Season 2

Es ist wirklich erstaunlich, wie lange sich die Sichtung von „Breaking Bad – Season 2“ hingezogen hat. Verantwortlich dafür ist einerseits akuter Zeitmangel, andererseits die sich aktuell häufenden Serien- und Staffelstarts. So sind Walter und Jesse leider etwas vernachlässigt worden, was vielleicht auch ein Grund dafür ist, dass ich die Staffel nicht ganz so euphorisch wahrgenommen habe, wie die meisten anderen Zuschauer.

Inhaltlich schließt Walters zweites Jahr als vielversprechendes Talent im Drogengeschäft absolut nahtlos an die erste Staffel an. Sogar so nahtlos, dass es eine gewisse Überlappung mit dem Finale der vorhergehenden Staffel gibt. Ein netter Kniff, der uns Zuschauer sofort in diese seltsame Welt zwischen Familie, Freundschaft Drogenkriminalität und Gewalt zurückwirft. Der Verfall der bürgerlichen Existenz setzt sich in der zweiten Staffel gnadenlos fort. Die Trennlinie zwischen gut und böse verschwimmt immer mehr. In diesem Zwielicht haben Walter und Jesse ihren Platz gefunden.

Am faszinierendsten war für mich wohl die konsequente Weiterentwicklung der Charaktere. Hat Walter bereits in der ersten Staffel Anzeichen von großer krimineller Energie und Machtmissbrauch gezeigt, so steigern sich diese Charaktereigenschaften bis ins – zumindest vorerst – letzte Extrem. Jesse dagegen wandelt sich vom stereotypen Loser hin zur beinahe schon tragischen Heldenfigur. Auch wenn beide Hauptfiguren jenseits der üblichen Rollenklischees wandeln, so hat Jesse die Sympathien der Zuschauer doch erstaunlicherweise öfter auf seiner Seite, als Walter.

Von den Gefühlen her gesehen, welche die Serie bei mir als Zuschauer auslöst, erinnert mich „Breaking Bad“ öfter an „The Sopranos“, ohne jedoch in letzter Konsequenz deren Klasse zu erreichen. Auch dort war man hin und hergerissen zwischen Sympathie und Abscheu – dennoch wirkten die meisten Handlungsstränge nicht so konstruiert, wie mir dies hier öfter der Fall zu sein scheint. So oder so entwickelt sich die Serie konsequent weiter und könnte in der dritten Staffel zu ihrer neuen Höchstform auflaufen.

Alles in allem hat mich auch das zweite Jahr „Breaking Bad“ ausgezeichnet unterhalten und vermutlich hätte die Serie gewonnen, wenn ich sie nur in drei oder vier Blöcke unterteilt gesehen hätte. So kann ich den Hype um diesen – zugegebenermaßen – äußerst spannenden bis absurden Drogenthriller noch nicht 100%-ig nachvollziehen. Gesehen haben sollte man die Show als Serienfreund aber auf alle Fälle: 9/10 (8.5) Punkte.

Trust Me – Season 1

Diese Serie über das bunte Leben in einer Chicagoer Werbeagentur wurde mir von einem Arbeitskollegen empfohlen. Da die andere Serie über meine verhasste geliebte Branche zurzeit keine neuen Geschichten bietet, kam „Trust Me – Season 1“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Leider ist nach den 13 Episoden dieser ersten und einzigen Staffel auch schon wieder Schluss, da die Serie vorzeitig abgesetzt wurde. Äußerst schade.

Natürlich kann man „Trust Me“ überhaupt nicht mit „Mad Men“ vergleichen – und dennoch gibt es Parallelen. Konzentriert sich „Mad Men“ eher darauf seine Charaktere und die Zeit, in der die Serie spielt, zu portraitieren, so steht bei „Trust Me“ eindeutig die Arbeit im Vordergrund. Hier schwankt die Handlung zwischen übertriebener Branchensatire und dem Versuch die Arbeit der Werbenden möglichst hip und cool erscheinen zu lassen. Besonders Branchenkenner sollten somit auf jeden Fall ihren Spaß mit der Serie haben.

Die Charaktere sind allesamt recht sympathisch gezeichnet, was sie für den Zuschauer zugänglicher macht, als dies normalerweise in dieser von Ego getriebenen Branche möglich wäre. Enthusiasmus wird groß geschrieben und auch wenn larger than life durchaus als Motto für die Figuren und viele Handlungsstränge gilt, so beschreibt die Serie doch wunderschön die Verlockungen und Fallen der Werbebranche.

Mir hat die Serie enorm viel Spaß bereitet, was einerseits natürlich an etlichen bekannten Arbeitsabläufen, andererseits aber auch an dem flotten Drehbuch und den starken Darstellern – wie z.b. Eric McCormack (Will Truman, „Will & Grace“) und Monica Potter (Kristina Braverman, „Parenthood“) – liegt. Ich nehme nun schweren Herzens Abschied von der Serie und frage mich, warum es dutzende Anwalts-, Ärzte- und Krimiserien gibt, sich jedoch solch unterhaltsame Einblicke in die bunte Welt der Werbung nicht länger halten können: 8/10 (8.1) Punkte.

True Blood – Season 4

Kaum ist ein Jahr vergangen, steht auch schon wieder ein Besuch in Bon Temps an – und wie jedes Jahr musste mich auch „True Blood – Season 4“ wieder aufs Neue von sich überzeugen. Es hat jedoch nicht lange gedauert, bis ich dem übernatürlichen Südstaaten-Charme wieder vollends verfallen war. Exakt die richtige Prise Trash für den müden Feierabend.

Der episodenübergreifende Handlungsstrang hat mir dieses Mal sehr gut gefallen. Vielleicht auch weil er nicht so dominant war und Raum für kleinere Geschichten gelassen hat, wodurch besonders den Nebenfiguren mehr Raum zugestanden wurde. Hinzu kommt, dass das Sammelsurium an übernatürlichen Wesen abermals Zuwachs bekommt bzw. Andeutungen der dritten Staffel ausgebaut werden. Besonders Jasons Werepanther-Erlebnis ist an Absurdität beinahe nicht zu überbieten.

Die Dreiecksbeziehung zwischen Sookie, Bill und Eric wird ebenfalls auf die Spitze getrieben. Was es hier teils an Edeltrash zu sehen gibt, ist schon fast nicht mehr feierlich. Seltsamerweise fällt es mir sehr leicht „True Blood“ solche Szenen zu verzeihen. Vermutlich würde ich sie sogar vermissen, da die Serie eben genau von dieser Mischung aus Horror, Trash und Humor lebt. Hinzu kommt eine wunderbar selbstironische Inszenierung, welche die Geschichte mit irritierend unterhaltsamen Wendungen vorantreibt.

Das Staffelfinale war mir dieses Jahr etwas überstürzt erzählt und mit zu vielen plötzlichen Todesfällen angereichert. Aber nun gut, irgendwie muss man ja auch die Handlung der kommenden Staffel etablieren – und wie so oft bei „True Blood“ geschieht dies eben mit dem Holzhammer. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Rückkehr von Russell Edgington. Somit dürfte auch der Untehaltungswert der kommenden Staffel gesichert sein: 8/10 (7.9) Punkte.

Mad Men – Season 4

Wenn mich eine Serie stets aufs Neue überrascht, dann wohl dieses fantastische Sittengemälde der USA der 1960er Jahre. Auch wenn ich es anfangs nicht für möglich hielt, so steht auch „Mad Men – Season 4“ seinen Vorgängerstaffeln in nichts nach und schafft es selbst im vierten Jahr neue Akzente zu setzen. Ich mag noch gar nicht daran denken, wie lange ich nun auf Staffel 5 warten muss…

Nach Sichtung der dritten Staffel dachte ich ja, dass eine Steigerung nun nicht mehr möglich wäre. Dann jedoch wurde allen Hauptfiguren ein völlig neuer Lebensmittelpunkt gegeben und mit den bisherigen Strukturen gebrochen. Höchst interessant und spannend in absolut jeder Hinsicht – sowohl beruflich, als auch insbesondere privat. Zudem beinhaltet die vierte Staffel den meiner Meinung nach bisherigen Höhepunkt der Serie: „The Suitcase“ ist wahrlich Unterhaltung in Perfektion. John Hamm und Elisabeth Moss sind großartig. Die perfekte Serienepisode.

Der Handlungsstrang rund um die neu eröffnete Agentur Sterling Cooper Draper Pryce ist für Branchenkenner wahrlich spannend zu beobachten. Besonders das Wegbrechen großer Hauptkunden (oder Marketingsprech: Key Accounts) bringt alle Charaktere in interessante Situationen, die teils noch überraschender aufgelöst werden. Herrlich! Jede einzelne Figur entwickelt sich konsequent und doch so sprunghaft, wie es das Leben eben manchmal erfordert, weiter. Nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch sämtliche Nebenfiguren. Ganz groß.

Einen einzigen Kritikpunkt möchte ich dieses Mal jedoch äußern: Don Drapers alternde Sekretärin war mir über weite Strecken zu übertrieben offensichtlich als Comic Relief angelegt. Das Ende ihrer Arbeitsbeziehung war dagegen wirklich eine unerwartet humorvolle Wendung in der Staffel.

Für mich beweist auch die vierte Staffel, dass es sich bei „Mad Men“ um eine Ausnahmeserie handelt. Hochwertigste Unterhaltung, die dabei jedoch nie den Fehler macht zu Arthouse seien zu wollen. Die kommende Staffel wird erst 2012 ausgestrahlt, was die Heimkinoveröffentlichung auf 2013 schiebt. Das wird eine harte Zeit – und das ist wohl das größte Kompliment, das man einer Serie machen kann: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Entourage – Season 8

Wieder einmal geht eine Serie zu Ende. Eine Reise durch die Glitzerwelt Hollywoods, die für mich vor viereinhalb Jahren begann und nun mit „Entourage – Season 8“ ihr mehr oder weniger gelungenes Ende findet. Auch wenn die Serie in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, so fällt der Abschied doch schwer. Aber als Seriennarr ist einem dieses Gefühl ja nur allzu vertraut.

Nach der völlig misslungenen siebten Staffel hatte ich ja keine großen Hoffnungen mehr für den Abschluss der Serie. Glücklicherweise hat man jedoch einen einigermaßen versöhnlichen gefunden. Zwar ist nicht mehr viel von der bunten und zitatenreichen Vielfalt der ersten drei bis vier Staffeln zu spüren, doch gibt es für alle Charaktere zumindest ein übertrieben hollywoodmäßiges Happy End. Viel zu kitschig, viel zu konstruiert und vermutlich deshalb doch in den Rahmen der Serie passend.

Die Handlung der Staffel versucht – besonders auf Beziehungsebene – alle losen Enden befriedigend zusammenzuführen. Dies funktioniert in meinen Augen nur leidlich gut, doch immerhin darf man sich noch einmal mit den liebgewonnene Charakteren freuen. Wenigstens etwas. Daneben überzeugt in meinen Augen besonders der Handlungsstrang um Dramas Cartoon „Johnny’s Bananas“, der mit Andrew Dice Clay zudem einen äußerst unterhaltsamen 80er Jahre Gaststar aufzufahren weiß.

Da die Staffel nur 8 Episoden beinhaltet wirken sämtliche Handlungselemente sehr gehetzt und überstürzt eingeführt. Ich musste oftmals schon mehr als nur ein Auge zudrücken, um meinen Spaß mit der Show zu haben. Dennoch hatte ich diesen und auch wenn ich fast schon wehmütig an die Hochphase der dritten Staffel zurückdenke, so bin ich doch froh bis zum Ende dabeigeblieben zu sein. Einmal Hollywoodluft schnuppern. Dafür danke „Entourage“ – und natürlich danke für Ari Gold: 7/10 (7.0) Punkte.