Men at Work – Season 1

Nach über 15 Monaten in Point Place war es nach dem Finale von „That ’70s Show“ nicht einfach den Übergang in eine andere Sitcom-Welt zu finden. Somit habe ich mit „Men at Work – Season 1“ nur einen kurzen Ausflug nach New York unternommen und war dabei immerhin in Begleitung von Danny Masterson – Mr. Steven Hyde aus „Die wilden Siebziger!“ höchst persönlich. Eine gute Wahl?

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Der Einstieg in die Serie ist mir nicht leicht gefallen. Während der ersten vier Episoden konnte ich mich nur schwer mit Mastersons neuer Rolle anfreunden, die so gar nichts von dem Charme seines bekanntesten Charakters zu haben schien. Auch das Setting wirkte extrem gewollt: wie eine 90er Jahre Sitcom, die auf Biegen und Brechen versucht modern zu sein. Die nur allzu bekannte Prämisse von Männern, die sich in der heutigen Welt zurechtfinden müssen, hatte man in den letzten Jahren zudem einfach schon zu oft gesehen – und das teils auch gelungener, wie z.B. in der von mir gerne gesehenen Serie „Man Up!“, die leider äußerst kurzlebig war.

Wenn ich die DVDs nicht schon zu Hause gehabt hätte und die Staffel länger als 10 Episoden laufen würde, hätte ich vermutlich nicht weitergeschaut. Dann jedoch hatte ich einen Abend eine gute Stunde Zeit und blieb gleich drei Episoden am Stück dran – und was soll ich sagen? Die Serie konnte mich für sich gewinnen. Einige Witze sind schon etwas platt, die Handlung ist meist auch vorhersehbar, doch werden die Charaktere – insbesondere Mastersons Milo – immer sympathischer. Mit den Gastauftritten von Laura Prepon (Donna) und Wilmer Valderrama (Fez) aus „That ’70s Show“ konnte die Serie bei mir zudem noch einige Punkte gut machen. Und dann noch eine „The Goonies“-Referenz – Sitcom-Herz, was willst du mehr?

Man darf sich nichts vormachen: „Man at Work“ ist keine sonderlich innovative Serie, doch wer gerne Sitcoms schaut, der dürfte recht gut unterhalten werden. Ich hatte nach einer gewissen Anlaufphase zumindest meinen Spaß und hätte durchaus mehr als 10 Episoden vertragen können – gerade wenn man sich als Zuschauer warm gesehen hat: 7/10 (7.4) Punkte.

Friday Night Lights – Season 4

Mit knapp zwei Wochen Sichtungszeit hat mich „Friday Night Lights – Season 4“ noch intensiver am Leben in Dillon teilhaben lassen, als die vorhergehenden Staffeln. Ich finde es nach wie vor unglaublich, wie stark die Sogwirkung ist, die von dieser TV-Serie über High School-Football in Texas ausgeht. Das  hätte ich zuvor niemals gedacht. Doch auch die vorletzte Staffel hat bewiesen, dass man ohne Vorurteile an solch eine Serie herangehen sollte… Spoiler sind zu erwarten.

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Das vierte Jahr in Dillon, doch auch das vierte Jahr mit den Dillon Panthers? Es hatte sich ja bereits im Finale der dritten Staffel abgezeichnet, dass große Veränderungen anstehen – und das sollte sich auch bewahrheiten. Die Änderungen sind teils sogar so gravierend, dass man als Kenner der ersten drei Staffeln beinahe das Gefühl hat, in einem Reboot gelandet zu sein. Es gibt viele neue Charaktere und mit der Verlagerung des Handlungsschwerpunkts an die East Dillon High fühlt sich auch die texanische Kleinstadt anders an, als in den Staffeln zuvor. Überhaupt wird die Serie düsterer und dramatischer, bleibt dabei aber realistisch und glaubwürdig – und bindet uns Zuschauer somit noch enger an ihre Charaktere.

Trotz der Veränderungen besteht zu keiner Sekunde ein Zweifel, dass man man weiterhin „Friday Night Lights“ vor sich hat. Dies liegt vor allem natürlich an den Taylors, die weiterhin das Zentrum nahezu aller Handlungsstränge bilden. Mit Tim Riggins entwickelt sich zudem ein Charakter beständig weiter, den man bereits seit der ersten Staffel verfolgt. Weiterhin gelingt es den Autoren auch in diesem Jahr liebgewonnenen Figuren einen emotional packenden und inhaltlich zufriedenstellenden Abschluss zu gewähren. Das habe ich besser wohl noch in keiner anderen Serie erlebt, zumal die meisten Figuren auch nicht einfach weg sind, sondern weiterhin Gastauftritte haben und ihre Bedeutung für die Zurückgelassenen stets greifbar bleibt.

Mit Vince Howard und Luke Cafferty gibt es zwei neue Hauptfiguren, die sich wunderbar in die Serie einfügen und dabei doch komplett neue Wege beschreiten. Ich kannte die beiden Schauspieler zudem bereits aus Jason Katims aktuell laufender Serie „Parenthood“, in der Michael B. Jordan und Matt Lauria ebenfalls fantastisch spielen. Überhaupt sind die Schauspieler allesamt großartig und es ist für mich abermals unvorstellbar, wie Taylor Kitschs Kinokarriere mit u.a. „Battleship“ so gnadenlos floppen konnte. Sein Handlungsstrang ist einer der bewegendsten der gesamten Staffel.

Auch wenn ich das vierte Jahr in Dillon erneut großartig fand, so waren die Änderungen zu Beginn doch so einschneidend, dass ich eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt habe. Dennoch kann ich den Autoren nur meinen Respekt zollen, dass sie sich für solch einen mutigen Schritt entschieden haben. Für das fünfte Jahr erhoffe ich mir noch Großes und sehe dem Ende der Serie bereits jetzt mit dickem Kloß im Hals entgegen: 9/10 (9.2) Punkte.

Friday Night Lights – Season 3

Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich bereits dass die letzten zwei Staffeln dieser fantastischen Serie viel zu schnell an mir vorbeiziehen werden. Auch „Friday Night Lights – Season 3“ habe ich in knapp zweieinhalb Wochen verschlungen, was aufgrund der verringerten Zahl von nur 13 Episoden auch kein Wunder ist. Vielleicht gelingt es der Serie aber gerade deshalb ihre Stärken weiter auszubauen und ohne Längen eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Spoiler sind zu erwarten.

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Im Vergleich zu den teils ein wenig absonderlich wirkenden Handlungssträngen der zweiten Staffel, fokussieren sich die Autoren im dritten Jahr wieder mehr auf die Charaktere und deren Entwicklung. Am meisten hat es mich wohl beeindruckt, wie konsequent die Geschichten einzelner Figuren zu Ende erzählt werden: die letzten Auftritte von Smash Williams und Jason Street haben bei mir einen dicken Kloß im Hals hinterlassen. Toll geschrieben, ergreifend und fantastisch gespielt – und das ohne jeglichen Anflug von Kitsch oder falscher Sentimentalität. Auch im kommenden Jahr gibt es einige Senior-Spieler, was erneut sehr emotional werden dürfte.

Auch wenn es zu Beginn ein wenig plötzlich erschien, Tami Taylor als Rektorin der Dillon High zu sehen, so war dieser Schritt in Bezug auf das Spannungsfeld zwischen Bildung und Football sowie zwischen ihr und Coach Taylor doch absolut richtig. Die Figuren entwickeln sich weiter ohne dabei ihre markanten Charakterzüge zu verlieren. Genau so müssen TV-Serien geschrieben sein und ich kann immer noch kaum glauben, dass sich solch herausragende Qualitäten gerade in einer scheinbar schnöden Football-Serie finden lassen. Hier spielen einige Faktoren zusammen, die für mich einfach funktionieren: Drehbuch, Schauspiel und Inszenierung. So will ich das sehen!

Aufgrund der nur 13 Episoden vergeht die Staffel wie im Flug. Auch das Football-Jahr ist schneller vorbei, als man glauben mag. Mit J.D. McCoy gibt es einen einen neuen Spieler, der in jeder Hinsicht für Spannungen sorgt, besonders was die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sowie gegenseitigen Erwartungen angeht. In diesem Spannungsfeld stecken auch Lyla und Buddy Garrity, was anderen Figuren (in diesem Fall Tim Riggins) neue Möglichkeiten eröffnet. Ihr seht schon: Das Beziehungsgeflecht ist hochgradig komplex, was die Serie so spannend macht.

Für mich stellt die dritte Staffel bisher das Highlight dar. Auch wenn ich gerne wieder volle 22 Episoden gesehen hätte, so glaube ich dass die Staffel gerade durch die komprimierte Erzählweise an Qualität gewonnen hat. Das großartige Finale stellt zudem die Weichen neu und ich kann mir jetzt schon vorstellen, dass sich mit dem vierten Jahr so einiges ändern wird in Dillon. Solange die Qualität so hoch bleibt, soll es mir recht sein: 9/10 (9.4) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 8

Ungefähr 15 Monate sind vergangen, seit die Serie Weihnachten 2012 unter dem Weihnachtsbaum lag. Das heißt 15 Monate in Point Place, Wisconsin. Im Schnitt 13 Episoden pro Monat. Eine ständige Begleitung, die nun mit „That ’70s Show – Season 8“ ihr mehr oder weniger rumreiches Ende findet. Es war eine wirklich schöne Zeit, wenngleich sich die Serie mit ihrem letzten Jahr auch ein wenig selbst überlebt hat… Spoiler sind zu erwarten.

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Ich wusste ja schon länger, dass Topher Grace im achten Jahr ausgestiegen ist. Dass allerdings auch Ashton Kutcher nach nur vier Episoden der Serie den Rücken kehrt, war mir nicht bewusst. Deutliche Lücken, die leider nicht gefüllt werden konnten. Hatte man in der siebten Staffel behutsam versucht mit Charlie einen neuen Charakter einzuführen, wurde dieser – aufgrund eines wichtigeren Engagement seines Darstellers – bereits in der ersten Episode wieder herausgeschrieben. Dafür kam Randy, mit dem ich mich jedoch nicht anfreunden konnte.

Am meisten gestört hat mich wohl die veränderte Dynamik in der Gruppe. Der Humor wurde fieser, selbst Red und Kitty verkamen immer mehr zu Klischees und auch im Kreis der Freunde wurden Charakterentwicklungen dem billigen Lacher geopfert. Immer noch nett anzusehen, doch weit entfernt von der herzlichen Coming-of-Age-Comedy der ersten Jahre. Kein Wunder also, dass diese letzte Staffel auch im Ranking den letzten Platz besetzt:

  1. „That ’70s Show – Season 1“ (9.1 Punkte)
  2. „That ’70s Show – Season 3“ (9.0 Punkte)
  3. „That ’70s Show – Season 2“ (8.8 Punkte)
  4. „That ’70s Show – Season 4“ (8.6 Punkte)
  5. „That ’70s Show – Season 5“ (8.4 Punkte)
  6. „That ’70s Show – Season 6“ (8.0 Punkte)
  7. „That ’70s Show – Season 7“ (7.9 Punkte)
  8. „That ’70s Show – Season 8“ (6.9 Punkte)

Aufgrund von Michael Kelso hatte ich mit den ersten vier Episoden noch am meisten Spaß, bis zum Finale war es dann sehr durchwachsen, doch die letzte Episode hat wieder einiges gut gemacht: Kelso ist zurück und selbst Eric lässt sich einen letzten Auftritt nicht nehmen. Diese letzten 22 Minuten haben sich tatsächlich wie eine Rückkehr in die goldene Zeit der Serie angefühlt, die mir über die letzten 15 Monate doch sehr ans Herz gewachsen ist.

Fazit

Ich bin wirklich froh, dass die Autoren nach einer solch durchwachsenen Staffel noch ein wirklich versöhnliches und auf der perfekten Note endendes Finale hingezaubert haben – selbst wenn das den Abschied nicht leichter macht. Definitiv eine meiner liebsten Sitcoms, die ich allen Freunden des Genres nur ans Herz legen kann. Leider konnte der Abschluss nicht auf ganzer Linie überzeugen – insgesamt dennoch eine großartige Serie mit unerwartet starkem Finale: 7/10 (6.9) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Friday Night Lights – Season 2

Wieder ist es einer Serie gelungen, beinahe meine komplette Feierabendaufmerksamkeit™ auf sich zu ziehen. Die Rede ist von „Friday Night Lights – Season 2“, die ich innerhalb von nur zwei Wochen verschlungen habe. Interessanterweise war besonders die erste Staffelhälfte bedeutend schwächer als das großartige erste Jahr der Serie, was die Sogwirkung jedoch kaum beeinträchtigen konnte. Umso bedauerlicher, dass aufgrund des 2007/2008er Autorenstreiks nur 15 Episoden produziert wurden, worunter gerade die starke zweite Hälfte zu leiden hatte. Spoiler sind zu erwarten.

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Was nun folgt ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, dennoch fand ich es schade, dass eine Serie, die sich bisher durch feine Charakterzeichnung auszeichnete, nun auf eher grobschlächtigen Pfaden wandelte – doch von Anfang an: Coach Taylor hat tatsächlich den University Football Coaching Job angenommen, was ich für eine mutige Entscheidung hielt. Das Grundgefüge der Serie wird zunächst aufgebrochen und es entwickeln sich neue Spannungen mit einer interessanten Dynamik zwischen den Figuren. Leider jedoch übertreiben es die Autoren hier teils, was dazu führte, dass ich manchmal das Gefühl hatte in einer komplett anderen Serie zu sein.

Die größten WTF-Momente hatte für mich eindeutig der Handlungsstrang rund um Landry und Tyra. Während der ersten Staffel fand ich Landrys Bemühungen um Tyra wirklich unterhaltsam. Der typisch nette Typ eben, der versucht beim heißesten Mädchen der Schule zu landen, das zudem nicht allen Highschool-Klischees entspricht. Eine nette kleine Nebenhandlung. Zu Beginn der zweiten Staffel verändert sich die Dynamik jedoch schlagartig als Landry einen Vergewaltiger erschlägt und zusammen mit Tyra dessen Leiche entsorgt. Irgendwie mochte sich dieser Handlungsstrang für mich nicht harmonisch in die Serie einfügen. Auch so manche daraus resultierenden Entscheidungen (z.B. von Landrys Vater) wirkten seltsam – besonders da nach Auflösung des Konflikts alles wieder auf den Status quo zurückkehrt.

Auch andere Handlungselemente waren teils nicht mehr so durchdacht wie im ersten Jahr, doch gab es – besonders in der zweiten Staffelhälfte – einige großartige Szenen. Besonders mochte ich wieder alle Handlungsstränge rund um Coach Taylor sowie den Charakterbogen von Smash Williams. Selbst die schwächer geschriebenen Figuren haben aufgrund großartiger Schauspieler und der unmittelbaren Inszenierung Spaß gemacht. Mit „Leave No One Behind“ gab es gegen Ende sogar noch einen waschechten 10 Punkte-Kracher, was die Tatsache des fehlenden Staffelfinales umso tragischer wirken ließ. Immer noch sehr gut, doch nach dem herausragenden ersten Jahr hätte ich mir (noch) mehr erwartet: 8/10 (8.4) Punkte.

Friday Night Lights – Season 1

Seit ich vor ein wenig über zwei Jahren erfuhr, dass sich Jason Katims (der Showrunner hinter „Parenthood“) auch für „Friday Night Lights – Season 1“ verantwortlich zeichnet, habe ich versucht an die Serie heranzukommen. Vor ein paar Monaten war es endlich soweit und in UK erschien eine preiswerte Komplettbox mit allen fünf Staffeln der Serie. Nach dem Ende von „Brothers & Sisters“ war mein nächstes Großprojekt also gesichtert…

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Auch wenn ich mich sehr auf die Serie gefreut habe, so war ich aufgrund der Thematik doch eher skeptisch. Eine Serie mit American Football als dem zentralen Thema? Nicht nur, dass ich mich nicht für American Football interessiere – nein, jeglicher im TV übertragener Massensport (allen voran Fußball) ist mir völlig fremd und lässt mich dementsprechend kalt. Kein Wunder also, dass mich die erste Episode ein wenig überforderte. In dieser stand der Sport zentral im Mittelpunkt – so kam es mir bei der Sichtung zumindest vor, wenngleich mich Julies wunderbarer Vergleich bereits hätte aufhorchen lassen müssen: ‚Moby Dick is actually the perfect metaphor for this town. The cold black sea representing the season in all its uncertainties. The magical white whale is the Holy Grail.‘

Ein paar Episoden später hatten mich die Charaktere gefesselt und spätestens nach der Hälfte der Staffel gab es kein Halten mehr. Ich war ein waschechter Fan der Dillon Pathers: Clear eyes, full hearts, can’t loose! Wer nun meint, ich hätte plötzlich meine Begeisterung für American Football entdeckt, der irrt. Das Spiel ist mir weiterhin fremd, ich verstehe die Spielzüge nicht – und doch schafft es die Serie diesen großen, aberwitzigen Zirkus auch für mich mitreißend und spannend zu inszenieren. Wie Julie in der ersten Episode korrekt festgestellt hatte, ist das Spiel für die Stadt Dillon ein völlig verklärtes und überstilisiertes Ziel. Eskapismus für die Massen. Absurd und doch auf seltsame Weise einnehmend.

In der Serie ist American Football jedoch nur das Setting für allzu menschliche Dramen. Es werden große Themenkomplexe, wie körperliche Behinderung, Sex unter Teenagern, die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, Drogenmissbrauch, Alkoholimus usw. angesprochen, ohne dass sich diese in den Vordergrund spielen oder die Charaktere der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Wie auch „Parenthood“ ist „Friday Night Lights“ sehr dokumentarisch inszeniert: Die Kamera ist in ständiger Bewegung, Dialoge überschneiden sich und man hat als Zuschauer das Gefühl stets live dabei zu sein. Sozusagen das „The Shield“ unter den Familienserien.

Am meisten begeistert haben mich jedoch die Charaktere, die wunderbar gezeichnet sind und von denen jeder einzelne wichtig für die Serie ist. Im Zentrum stehen natürlich Coach Eric Taylor (Kyle Chandler) und seine Frau Tami (Connie Britton), die unzweifelhaft das glaubwürdigste und sympathischste Serienpaar aller Zeiten sein dürften. Einfach nur großartig geschrieben. Doch auch die anderen Hauptfiguren besitzen Tiefe und Charakter. Was die Schauspieler angeht, so hat mich wohl Taylor Kitsch am positivsten überrascht, über den in „Battleship“ und „John Carter“ ja nur geschimpft wurde. Manchmal sind Serien für Schauspieler eben das bessere Kino.

Kritikpunkte konnte ich keine finden. Inzwischen sehe ich selbst die Football-Szenen recht gerne und würde mir sogar manchmal wünschen ein wenig mehr zu verstehen. Aber vermutlich ist das auch das größte Lob, das man der Serie machen kann: mich trotz einer Thematik, für die ich mich kein bißchen interessiere, bei der Stange zu halten, ist schließlich auch eine Kunst! Ohne die Anlaufschwierigkeiten während der ersten Episoden, wäre eine 10er Wertung durchaus denkbar gewesen – aber es ist auch schön noch Steigerungspotential zu haben: 9/10 (9.0) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 7

So langsam aber sicher geht es straff auf das Ende zu: Nachdem ich „That ’70s Show – Season 7“ innerhalb nur eines Monats verschlungen habe, bleibt nur noch die finale Staffel, welche leider ohne zwei der Hauptcharaktere auskommen muss. Somit stellt sich jetzt schon ein wenig Wehmut ein – auch wenn die Qualität der Serie inzwischen nicht mehr mit ihren Anfangsjahren mithalten kann… Spoiler sind zu erwarten.

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Im Vergleich zur sechsten Staffel gab es im siebten Jahr einige Versuche neuen Schwung in die Serie zu bringen: Red kauft einen Auspuff-Laden (was es nicht alles gibt!) und Hyde lernt endlich seinen richtigen Vater kennen, der ihn sogleich zum Leiter eines Plattenladens befördert. Neue Schauplätze, neue Charakter – altbekannte Geschichten. Obwohl die Neuerungen für Abwechslung sorgen, so empfand ich sie teils als Fremdkörper in der Serie. Hinzu kommt, dass die restlichen Geschichten rund um Erics Auszeit äußerst konstruiert wirken und man merkt, dass den Autoren so langsam die Gründe ausgehen, die gesamte Clique in Point Place zu halten.

Auch was die Charakterzeichnung angeht werden die Brüche stärker. Während der ersten Staffeln war „Die wilden Siebziger!“ gerade deshalb so großartig, weil man die Figuren ernst genommen hat und die Comedy dennoch funktionierte. Inzwischen wird so manche liebgewonnene Eigenschaft dem schnellen Lacher geopfert. Ich denke hier besonders an Kitty und Red, die immer mehr zu – um es beinahe schon zu hart auszudrücken – Witzfiguren verkommen. Der Weggang von Eric und Kelso in der kommenden Staffel wird die Situation bestimmt nicht einfacher machen.

Fazit

Trotz abnehmender Qualität hatte ich auch im siebten Jahr wieder viel Spaß mit der Gang rund um Eric Forman. Es gab ein paar fantastische Episoden und ein paar schwächere – wirklich schlecht war allerdings keine. Die letzten vier Folgen, die den Abschied von Eric vorbereitet haben, fand ich zudem wirklich fantastisch und beinahe auf dem Niveau vorangegangener Staffeln. Dem Abschluss der Serie sehe ich nun mit gemischten Gefühlen entgegen und hoffe, dass die Autoren es irgendwie schaffen einen Totalschaden zu vermeiden: 8/10 (7.9) Punkte.

Bones – Season 7

Da ich es zurzeit nur mit Mühe und Not auf 6 Stunden Schlaf (am Wochenende oft noch weniger) bringe und meine Tage extrem vollgepackt sind, bin ich ab und zu ganz froh um halb zehn noch einmal schnell eine anspruchslose Serie einlegen zu können. Somit war „Bones – Season 7“ zwar alles andere als perfekte Serienunterhaltung, doch für den gewünschten Einsatzzweck genau die richtige Wahl. Spoiler sind zu erwarten.

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Nachdem sich unser Ermittlertraumpaar im Finale der sechsten Staffel endlich näher gekommen ist, was man als Zuschauer allerdings nicht mitbekommt, dreht sich im siebten Jahr alles um das Kind. Ich frage mich wirklich, wie man die über sieben Staffeln entwickelte Spannung zwischen zweit Charaktern so dermaßen unspektakulär verpuffen lassen kann. Unglaublich. Da hätten sich die Autoren lieber einmal Richard Castle und Kate Beckett zum Vorbild nehmen sollen. Die gleichen Voraussetzungen, aber ungleich mitreißender, emotionaler und unterhaltamer inszeniert.

Was den restlichen Soap-Anteil der Serie angeht, so plätschert dieser teils ganz nett vor sich hin, teils ist er aber auch ein wenig anstrengend. Den absolut unsäglichen Höhepunkt gab es zudem mit der Geburt des Bones/Booth-Babys in einem Stall zwischen Pferd und Esel. Genau. Immerhin gab es ein paar nette Fälle zu sehen, die sich teils über mehrere Episoden erstrecken. Auch eine Hollywood-Parodie wurde eingebaut, die ich durchaus unterhaltsam fand.

Alles in allem muss man das siebte Jahr von „Bones“ keinesfalls mehr gesehen haben. Die Charaktere sehe ich dennoch irgendwie noch gerne und somit hatte ich größtenteils auch meinen Spaß mit der Serie. Trotz der kurzen Staffel mit nur 13 Episoden habe ich es auf nur maximal zwei Episoden pro Woche gebracht, was – trotz offensichtlicher Schwächen – stets ein angenehmer Ausklang des Tages war. Harmlose Krimiunterhaltung eben: 7/10 (6.8) Punkte.

Brothers & Sisters – Season 5

Bei charaktergetriebenen Familienserien fällt mir der Abschied meist noch etwas schwerer, als bei handlungsgetriebenen Shows. Auch wenn „Brothers & Sisters – Season 5“ kein perfekter Abschluss der Serie war, so werde ich die Großfamilie Walker doch sehr bei meinem abendlichen Programm vermissen. Insofern an dieser Stelle noch einmal mein Dank an Inishmore für diese Serienempfehlung! Spoiler sind zu erwarten.

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Anfangs hatte ich so meine Probleme mit dieser Staffel. Irgendwie fühlte sich die Serie nach dem Verkauf von Ojai Foods nicht mehr 100%-ig nach „Brothers & Sisters“ an. Hinzu kommt, dass etliche Charaktere (z.B. Robert und Holly) aus der Serie geschrieben wurden, was ich auch schade fand. Über den Verlauf der Staffel verkommt neben Tommy auch noch Kitty zur Nebenfigur, was die gesamte Handlung auf nur wenige Schultern verteilt – und dies kommt so manchem Handlungsstrang leider nicht immer zugute.

Kevin und Scotty adoptieren eine Tochter und bekommen unter abstrusesten Umständen in den letzten Episoden noch einen Sohn zugespielt. Das Liebesleben von Nora wird durcheinander gewirbelt – und am Ende ist ihre Jugendliebe tatsächlich der Vater von Sarah gewesen, die folglich gar keine gebürtige Walker war. Von Saul, Kitty und Tommy fange ich gar nicht erst an. Dennoch funktionieren diese Handlungsstränge irgendwie. Man kennt die Charaktere inzwischen zu gut und das ganze Drama wird einfach unglaublich unterhaltsam erzählt. Und die Schaupieler! Ich liebe Sally Field. Was werde ich diese Bande vermissen.

Wäre dies die erste Staffel gewesen, hätte ich sie wohl nicht so wohlwollend bewertet. In ihrem fünften Jahr reiht sie sich allerdings knapp über meiner ersten Begegnung mit den Walkers ein:

  1. „Brothers & Sisters – Season 3“ (8.4 Punkte)
  2. „Brothers & Sisters – Season 2“ (8.4 Punkte)
  3. „Brothers & Sisters – Season 4“ (8.3 Punkte)
  4. „Brothers & Sisters – Season 5“ (7.9 Punkte)
  5. „Brothers & Sisters – Season 1“ (7.7 Punkte)

Das Finale war leider eindeutig nicht als solches konzipiert und man kann erkennen, das einige neue Handlungsstränge aufgemacht wurden. Dennoch hat man mit Noras Monolog eine schöne Klammer geschaffen – und was gibt es Passenderes für die Walkers, als mit einer großen Familienhochzeit von der Serienwelt Abschied zu nehmen? Sie sind ja noch irgendwo da draußen, mit all ihren kleinen und großen Problemen: 8/10 (7.9) Punkte.

Game of Thrones – Season 2

So schnell wie „Game of Thrones – Season 2“ habe ich in letzter Zeit wohl keine Serie gesehen. Bei nur 10 Episoden ist dies allerdings auch kein Wunder. Für mich war es abermals ein tolles Erlebnis in die Welt von Westeros einzutauchen, doch am meisten freue ich mich wohl darüber, dass sich auch meine treue Mitguckerin nun endlich in dieser düsteren Fantasywelt heimisch fühlt. Nach nicht einmal zwei Wochen war das Vergnügen allerdings auch schon wieder vorbei und die Zeit des Wartens auf Staffel 3 beginnt…

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Die zweite Staffel der epischen Romanadaption schließt nahtlos an das erste Jahr an: König Joffrey herrscht grausam in King’s Landing, während sich die rechtmäßigen Thronfolger (Renly und Stannis Baratheon) bekriegen und der König des Nordens (Robb Stark) versucht in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. „Game of Thrones“ – der Titel ist Programm. Von den Eregnissen hinter der Mauer oder in Quarth einmal ganz zu schweigen. Überall selbsternannte Könige, Anwärter und Emporkömmlinge. Wahrlich eine Freude! Doch auch die scheinbar kleineren Geschichten rund um Arya Stark oder Theon Greyjoy wissen zu gefallen und sind untrennbar mit dem größeren Ganzen verbunden – auch wenn das zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar ist…

Wer die Vorlage „A Clash of Kings“ kennt, dem wird die große Anzahl an Änderungen auffallen. Meist handelt es sich dabei um Straffungen, die größtenteils gelungen sind. So wurden ganze Handlungsorte (z.B. Storm’s End) gestrichen und Elemente aus diesen Erzählsträngen mit anderen Begebenheiten (z.B. Schattengeburt) verknüpft. Auch wenn ich es um so manchen ausführlicheren Handlungsabschnitt (z.B. Aryas Zeit in Harrenhal oder Daenerys im House of the Undying) schade fand, muss ich doch zugeben, dass die Autoren der Serie größtenteils mit Bedacht und durchaus sinnvoll gestrafft haben. Auch dies ist eine Kunst. An anderer Stelle gab es sogar Erweiterungen, wie z.B. die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Robb und Lady Talisa (im Buch ein ganz anderer Charakter), die ich wirklich sehr gelungen fand – besonders da dieser nebensächlich abgehandelte Handlungsstrang noch enorm an Bedeutung gewinnen wird.

Die aufwendige Schlachtenepisode „Blackwater“ mag für TV-Verhältnisse durchaus imposant sein, dennoch ist sie wohl der Teil der Serie, der am meisten gegen das Buch verliert. Darin hatte die Schlacht wahrlich epische Ausmaße und trotz gelungener Inszenierung durch Neil Marshall (u.a. Regisseur von „The Descent: Abgrund des Grauens“), bleibt letztendlich nur wenig davon übrig. Die Ereignisse hinter der Mauer fand ich dagegen großartig dargestellt, auch wenn die Fist of the First Men in meiner Vorstellung eher in einem dichten Waldgebiet lag. Die Chemie zwischen Ygritte und Jon stimmt auf jeden Fall und ich hoffe, dass es in der dritten Staffel auch ein paar Riesen zu sehen geben wird.

Nun ist erst einmal wieder Schluss mit den Abenteuern in und um Westeros – zumindest was die Serienadaption angeht. Ich bin hellauf begeistert und würde am liebsten sofort weiterschauen. Bis es soweit ist, begnüge ich mich noch mit den letzten 350 Seiten von „A Dance With Dragons“ und hoffe, dass George R. R. Martin zügig mit dem sechsten Band vorankommt. Wahrlich ein fantastisches Serienerlebnis, das ich jedem Freund epischen Erzählens nur empfehlen kann: 10/10 (9.6) Punkte.