Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 6

Weihnachten vergangenen Jahres befand sich die DVD-Komplettbox von „Die wilden Siebziger!“ unter dem Baum. Ziemlich genau 12 Monate später habe ich „That ’70s Show – Season 6“ beendet, was im Umkehrschluss bedeutet, dass ich für eine Staffel ungefähr zwei Monate gebraucht habe und somit Ende April mit der Serie durch sein müsste. Wird der Abschied schwer fallen, obwohl die Qualität der Serie doch langsam aber sicher abnimmt?

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Hatte es sich in der fünften Staffel bereits angedeutet, so hält die Soap Opera endgültig Einzug in Point Place, Wisconsin. Eric und Donna befinden sich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, Kelso wird Vater und Bob geht eine Beziehung mit Jackies Mutter ein. So interessant es auch sein mag, in einer Sitcom mehrere episodenübergreifende Handlungsstränge präsentiert zu bekommen, so verliert die Serie dadurch doch an Witz und Glaubwürdigkeit. Weniger wäre hier mehr gewesen – und dennoch: Die Charaktere sind einem über die Jahre bereits so ans Herz gewachsen, dass man auch in dieser Phase bei ihnen bleibt.

Wie es ab und zu bei länger laufenden Sitcoms vorkommt, gab es in dieser Staffel auch bei „Die wilden Siebziger!“ einen Wechsel in der Besetzung: Die im vergangenen Jahr verstorbene Lisa Robin Kelly (Erics Schwester Laurie Forman) wurde durch Christina Moore ersetzt. Für mich unverständlich, da Laurie bereits in den letzten Staffeln kaum noch auftauchte und ihr Handlungsstrang als Fez‘ Greencard-Ehefrau sowieso zu den schwächeren zählt.

Viel Spaß hatte ich dagegen mit Hyde und Jackie, die als ungewöhnliches Paar umso unterhaltsamer sind. Auch Kelsos Ausflug in die Polizeischule weiß zu gefallen, bekommt er doch mit Alyson Hannigan (u.a. Willow in „Buffy: The Vampire Slayer“ oder Lilly Aldrin in „How I Met Your Mother“) eine großartige Partnerin zur Seite, wenn auch leider nur für wenige Episoden. Weitere Gaststars, wie Brooke Shields oder Seth Green, sorgen ebenso für Abwechslung.

Fazit

Auch wenn „That ’70s Show“ im inzwischen sechsten Jahr nicht mehr so frisch und frech wirkt, wie in den ersten Staffeln, so hatte ich doch immer noch viel Spaß mit der Serie und – um die eingehende Frage zu beantworten – ja, der Abschied wird in ein paar Monaten sicher schwer fallen: 8/10 (8.0) Punkte.

The Walking Dead – Season 3

Wie im vergangenen Jahr die zweite Staffel, hat mich auch „The Walking Dead – Season 3“ stark in ihren Bann gezogen. Dabei ist es mir anfangs schwer gefallen, mich nach dem ruhigen Aufbau des Vorjahres an das neue Tempo zu gewöhnen – auch wenn dies viele Zuschauer anders sahen und die vorübergehende Ausrichtung auf Action und Splatter willkommen hießen. Bietet das dritte Jahr also ein grundlegend anderes Serienerlebnis?

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Im Gegensatz zu vielen anderen Zuschauern mochte ich das in der zweiten Staffel präsentiere Setting „Unsere kleine Farm“ während der Zombie-Apcalypse sehr gerne. Man vergaß mitunter die stets vorhandene Bedrohung, weshalb die Angriffe der wandelnden Toten meist noch viel drastischer wirkten. Ganz anders der Beginn der dritten Staffel: Unsere Helden wirken abgeklärt und eine knallharte Zombie-Metzelei folgt auf die Nächste. Das war mir schon fast zuviel des Guten, machte im Gesamtzusammenhang der Staffel aber Sinn, denn spätestens mit Auftreten des Governors entsteht ein ganz neues Spannungsfeld – und die Zombie-Apocalypse verkommt abermals zum reinen Setting für menschliche Dramen.

Den Mittelteil der Staffel (ca. Episode 4 bis Episode 10) fand ich am stärksten: Es kommt zu interessanten Konstellationen, Beziehungen werden auf die Probe gestellt und die Spannungsschraube wird beständig angezogen. Leider verpufft der aufgestaute Druck im weiteren Verlauf ein wenig, doch mit den letzten beiden Episoden gibt es noch einmal Drama par excellence zu sehen. Das Warten auf die kommende Staffel wird folglich nicht einfach werden, doch hat es sich dieses Jahr auf jeden Fall gelohnt. Mal sehen, welchen Weg die Showrunner nun einschlagen und ob ich es bis dahin schaffe, doch einmal in die Vorlage reinzulesen.

Auch wenn die dritte Staffel von „The Walking Dead“ aufgrund so mancher dramaturgischer Entscheidung nicht perfekt ist, so wurde ich doch bestens unterhalten. Und wer weiß schon, ob man in solch einer Zombie-Apokalypse selbst stets einen kühlen Kopf bewaren und sinnvolle Entscheidungen treffen würde? Hat definitiv Spaß gemacht und ich bin immer noch erstaunt, wie sich solch eine Genrenische im Mainstream-TV etablieren konnte – und dazu noch so erfolgreich. Gerne mehr davon: 9/10 (8.5) Punkte.

Game of Thrones – Season 1 (WS1)

Nachdem ich bei der Vorlage inzwischen bis zum fünften Band vorgedrungen bin, war es Zeit auch der Serie wieder einmal einen Besuch abzustatten. Obwohl die zweite Staffel bereits im Regal wartet, wollte ich mir mit „Game of Thrones – Season 1“ noch einmal die Ereignisse des ersten Teils dieser epischen Geschichte ins Gedächtnis rufen. Mit Kenntnis der Vorlage nun ein ganz neues Erlebnis, das jeder Freund der Serie einmal gemacht haben sollte…

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Es ist wahrlich eine Freude die Geschehnisse in Westeros nun wissenden Blickes verfolgen zu können: Mance Rayder wird in einem Nebensatz erwähnt? Kein Problem, ist mir ja bestens aus „A Storm of Swords“ bekannt. Die politischen Verwicklungen in Dorne werden kurz angerissen? Sehr schön, diese wurden ja in „A Feast for Crows“ ausführlichst erläutert. Die Welt der Serie hat durch die Kenntnis der Vorlage enorm gewonnen. Sie ist reicher geworden und stellt für mich nun mehr als eine kompakte Bebilderung der Handlung dar. Enorm unterhaltsam und mitreißend inszeniert.

Da ich die Serie das erste Mal vor dem Lesen der Bücher gesehen habe, wurde meine Vorstellung der Charaktere natürlich auch entsprechend durch sie geprägt. Dies werte ich allerdings positiv, da HBO wirklich großartige Schauspieler gefunden hat, um Eddard Stark (Sean Bean), Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Jon Snow (Kit Harington), Arya Stark (Maisie Williams), Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) usw. Leben einzuhauchen. Folglich also kaum verwunderlich, dass auch die neuen Charaktere der Romanreihe dieser Serienwelt entsprungen scheinen. Ich möchte gar nicht wissen, wie die Adaption als Filmreihe ausgesehen hätte. Bereits jetzt lassen sich kaum alle Handlungsstränge in je 10 Episoden pro Staffel unterbringen – und doch ist es (mit teils berechtigten Kürzungen) auf fantastische Art und Weise gelungen.

Zugegebenermaßen sieht so manches Set zu eindeutig nach Studio aus, doch wird dies durch die famosen Charaktere wieder wett gemacht, welche die Geschichte stets vorantreiben. Bei der Wahl zwischen Budget und Zeit für Charakterentwicklung wurde folglich die einzig richtige Entscheidung getroffen. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie „A Clash of Kings“ umgesetzt wurde, bietet die Vorlage doch ein noch komplexeres Beziehungsgeflecht und epischere Momente. Kein Wunder, dass die Serie solch einen Anklang findet – und ich hoffe sie hat das Tor für hochwertig produzierte Buchverfilmungen in Serienform noch ein wenig weiter aufgestoßen. Bei dieser Qualität darf der Winter gerne kommen: 10/10 (9.5) Punkte.

The Middle – Season 1

Normalerweise entscheide ich bereits nach ein paar Episoden, ob ich eine Serie weiter verfolge oder nicht. Mehr Geduld habe ich selten. Auch bei „The Middle – Season 1“ hätte ich beinahe verfrüht aufgegeben, da es mir zu Beginn ziemlich schwer gefallen ist, Anschluss an die Charaktere zu finden. Rückblickend bin ich jedoch froh die kunterbunte Familie Heck nicht zu früh verlassen zu haben…

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Müsste ich die Serie in einem Satz erklären, dann würde ich sie mit 60% „Malcolm mittendrin“, 30% „Roseanne“ und 10% „Alle lieben Raymond“ beschreiben. Ich war zu Beginn wirklich sehr erstaunt, wie sehr „The Middle“ an die sogar titelverwandten Serie „Malcolm in the Middle“ erinnert. Fast schon unheimlich. Im Gegensatz zum Comedy-Hit der frühen 2000er Jahre, setzt „The Middle“ jedoch auf die Perspektive der Eltern, genauer gesagt der Mutter (sehr überzeugend gespielt von Patricia Heaton). Als Mann an ihrer Seite gibt es mit Neil Flynn (der Hausmeister aus „Scrubs“) einen weiteren bekannten Seriendarsteller zu sehen.

Auch die drei Kinder sind nett besetzt und jedes einzelne besitzt seine Eigenheiten: sei es der stark pubertierende Axl, die leicht dusselige Sue oder der eigenbrötlerische Brick – die Eltern haben alle Hände voll zu tun. Sympathisch an der Serie ist, dass eine absolute Durchschnittsfamilie im Mittelpunkt steht. Keine aufstrebenden Twentysomethings mit Penthouse in Manhatten, keine überbezahlten Jobs, kein Wer-mit-wem. Von der Stimmung erinnert die Serie auch stark an „Roseanne“ und die letzte Einstellung der Staffel dürfte sogar als direktes Zitat gewertet werden: Die Kamera umkreist den Tisch der essenden Familie, wie damals im Intro der beliebten 90er Jahre-Sitcom. Toll!

Was die Tonalität der Serie angeht, so schwankt diese zwischen realistisch und gnadenlos überzeichnet. Damit hatte ich zu Beginn zu meine Schwierigkeiten, doch mit der Zeit sind mir die Charaktere durchaus ans Herz gewachsen. Auch wenn weit nicht alle Geschichten zünden, so hatte ich doch meinen Spaß mit den Hecks aus Indiana und werde zumindest noch die zweite Staffel verfolgen, die bereits im Regal wartet: 7/10 (7.4) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 5

Neben dem Konsum eher harter Serienstoffe, wie „Breaking Bad“ oder „The Shield“, habe ich über die letzten Wochen auch Point Place stets gerne einen Besuch abgestattet. Dies bedeutet, dass ich mit „That ’70s Show – Season 5“ bereits fünf Jahre mit der Gang rund um Eric Forman verbracht habe. Auch wenn sich so langsam erste Abnutzungserscheinungen zeigen, hatte ich wieder enorm viel Spaß in diesen wilden 70ern…

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Am Ende der vierten Staffel hatte ich noch vermutet, die fünfte Staffel nicht mehr von früheren TV-Ausstrahlungen zu kennen. An die ersten Episoden konnte ich mich jedoch noch ziemlich gut erinnern. Was die übergreifenden Handlungsstränge angeht, so treten diese mehr und mehr in den Vordergrund und spielen sich nahezu komplett auf der Beziehungsebene ab. Die Verlobung von Eric und Donna ist der rote Faden, an den sich auch die Geschichten rund um Red und Kitty anhängen. Dieser Konflikt wird für meinen Geschmack ein wenig zu sehr breitgetreten, bis Red am Ende endlich Einsehen hat, dennoch bleibt er stets unterhaltsam.

Der Kampf von Hyde und Kelso um Jackie gestaltet sich beinahe noch amüsanter. Die beiden Konkurrenten besitzen eine herrliche Dynamik, besonders wenn Kelso sich einmal wieder darüber beschwert, dass Hyde sein Auge verletzt hat. Fez dagegen sucht erneut das Mädchen seiner Träume und findet es vorübergehend in Nina, was auch ein durchaus netter Handlungsstrang ist. Erics Eltern kämpfen – neben der Verhinderung der Hochzeitspläne ihres Sohnes – mit Kittys Wechseljahren und ihren Eltern, was für etliche unterhaltsame Szenen sorgt.

Fazit

Insgesamt hatte ich auch mit dem fünften Jahr von „Die wilden Siebziger!“ wieder viel Spaß, doch so langsam treten bekannte Muster immer wieder in den Vordergrund und lassen ein wenig die Frische der ersten Staffeln vermissen. Dennoch nach wie vor exzellente Sitcom-Unterhaltung, auf deren nächste Staffel ich mich bereits jetzt freue: 8/10 (8.4) Punkte.

The Shield – Season 7

Mit diesem Eintrag heißt es einmal wieder von einer Serie Abschied nehmen. Knapp 9 Monate hat es somit gedauert, bis ich mit „The Shield – Season 7“ das Epos rund um die Polizeidienststelle The Barn abgeschlossen hatte. Eine aufregende Zeit mit stets neuen Wendungen und Charakterentwicklungen. Insbesondere das Finale setzt noch einmal neue Maßstäbe und wird mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben… Spoiler sind zu erwarten.

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Die letzte Staffel von „The Shield“ führt konsequent weiter, was in den vorhergehenden Staffeln begonnen wurde: den endgültigen Untergang des Strike Teams. Am Ende ist die Rechnung für Vic Mackey aufgegangen, doch für welchen Preis? Ein komplexer Plan wurde auf Kosten aller auch nur am Rande beteiligten Personen – sei es seine Familie, Kollegen oder sogar Freunde – in die Tat umgesetzt. Nicht nur aufgrund diese Kompromisslosigkeitdeshalb erinnerte mich das Finale stark an eine andere Serie, deren letzte Episode ich vor nur wenigen Tagen sah, nämlich „Breaking Bad“ – insbesondere die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Hauptfiguren.

Die Parallelen zwischen Vic Mackey und Walter White sind enorm: Beide sind skrupellose Soziopathen, wenn es darum geht ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Beide genießen den Kick ihres illegalen Handelns, geben jedoch vor es nur für ihre Familie zu tun. Beide wenden sich offen und versteckt gegen Freunde und Verbündete. Beide Charaktere schaffen es, dass man trotz ihrer unglaublichen Taten – was besonders in der vorletzten Episode „Possible Kill Screen“ wunderbar auf den Punkt gebracht wird – weiterhin mit ihnen mitfiebert. Und trotz aller Qualitäten, die „Breaking Bad“ ausmachen, hat mich das Finale von „The Shield“ weit mehr schockiert, überrascht und mitgenommen.

Generell ist der Konsens, dass die Qualität von „The Shield“ in den späteren Staffeln steigt. Auch für mich waren die letzten drei Staffeln am stärksten, da sich in diesen die Schlinge rund um das Strike Team immer enger zieht, was dazu führt dass sich dessen Mitglieder gegeneinander stellen. Ein wahrer Quell für unfassbar mitreißende Charaktermomente. Auch wenn es eine knappe Entscheidung war, so empfand ich die letzte Staffel tatsächlich als den Höhepunkt der Serie:

  1. „The Shield – Season 7“ (9.4 Punkte)
  2. „The Shield – Season 5“ (9.4 Punkte)
  3. „The Shield – Season 6“ (8.9 Punkte)
  4. „The Shield – Season 3“ (8.9 Punkte)
  5. „The Shield – Season 1“ (8.9 Punkte)
  6. „The Shield – Season 4“ (8.8 Punkte)
  7. „The Shield – Season 2“ (8.8 Punkte)

Neben Vics Handlungsstrang fand ich auch alle anderen Charaktere schön zu Ende erzählt. Besonders Claudette und Dutch wurde noch ein sehr emotionaler Moment spendiert, der ihre Beziehung wunderbar zusammenfasst. Letztendlich sind es aber die letzten Minuten mit Vic, die am stärksten in Erinnerung bleiben: Wie er in seinem Anzug ungelenk vor seinem Schreibtisch sitzt, die Sirenen wahrnimmt und machtlos aus dem Fenster sieht. Am Ende ein kurzes Glitzern in seinen Augen, als er in die Nacht zieht. Was er wohl für neue Pläne verfolgt?

Nach knapp 9 Monaten heißt es für mich nun Abschied nehmen von „The Shield“ – und ich kann sagen: Es war eine tolle Zeit. Die Serie ist roh, unangenehm, spannend und mitreißend. Oft haben mich diverse Wendungen überrascht und Entscheidungen schockiert. Dennoch hatte ich stets perfiden Spaß daran Vic Mackey und Co. auf ihren Streifzügen durch Farmington zu begleiten. Nicht nur für Fans von Cop-Shows eine äußerst empfehlenswerte Serie: 9/10 (9.4) Punkte.

Breaking Bad – Season 5

Vermutlich bin ich der letzte Film- bzw. Serien-Blogger, der über „Breaking Bad – Season 5“ berichtet. Als ich die Serie vor zwei Jahren für mich entdeckte, war ich sehr angetan, konnte jedoch nicht verstehen, warum gerade diese Show – im Vergleich zu anderen, ebenso hochwertigen Serien – solch einen durchschlagenden Erfolg hat. Im letzten Jahr hat sich der Hype um die Serie noch vervielfacht – alles nur geschicktes Marketing, oder völlig zu Recht?

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Ein paar Minuten nach Sichtung des Finales kann ich nur sagen: Ja, „Breaking Bad“ wird seinem Ruf mehr als nur gerecht. Wie bereits in den letzten Jahren feuert die Serie in ihren letzten vier Episoden ein wahres Feuerwerk an Superlativen ab. Seien es die Schauspieler, sorgfältig aufgebaute Wendungen oder perfekt inszenierte Schläge in die Magengrube – Showrunner Vince Gilligan hat für seine Serie ein perfektes Ende gefunden. Der Kreis schließt sich an Walter Whites Geburtstag und nicht nur uns Zuschauern wird ein Moment der stillen Erinnerung gegeben. An die Anfänge eine der spannendsten Charakterentwicklungen der Seriengeschichte.

An dieser Stelle ist es Zeit Bryan Cranston zu loben. Der Schauspieler, der bisher nur durch seine Rolle als Familienvater in „Malcolm mittendrin“ und Nebenfigur in einigen Sitcoms (z.B. „The King of Queens“) auf sich aufmerksam gemacht hat. Vergleicht man den Walter der ersten Staffel mit Heisenberg auf dem Höhepunkt seines Schaffens, dann ist dies ein Unterschied wie Tag und Nacht – und das obwohl sich die Motivation der Figur kaum verändert, was besonders in den letzten Episoden noch einmal deutlich herauskommt und durch das grandiose Schauspiel Cranstons unterstrichen wird.

Betrachtet man die Handlung an sich, so ist es faszinierend zu sehen, was die Autoren nach dem großen Knall am Ende der vierten Staffel noch aus der Serie und ihren Figuren herausgeholt haben. Die Einführung eines Global Players im Drogengeschäft war zu Beginn ungewöhnlich, doch hat dies die Situation noch einmal verschärft. Der eigentliche Höhepunkt war für mich aber die längst überfällige Konfrontation zwischen Walter und Hank, die ich mir gerne noch ein wenig ausführlicher gewünscht hätte.

Wie man an der folgenden, qualitativen Einordnung der einzelnen Staffeln erkennen kann, ist „Breaking Bad“ eine der wenigen Serien, die sich seit ihrem ersten Jahr konsequent steigern konnten. Mit der fünften Staffel schaffen es die Showrunner rund um Vince Gilligan dann tatsächlich – trotz des unfassbaren Erfolgs – auf einem Höhepunkt auszusteigen, was sowohl ihnen als auch ihrem Sender AMC hoch anzurechnen ist. Doch seht selbst:

  1. „Breaking Bad – Season 5“ (9.1 Punkte)
  2. „Breaking Bad – Season 4“ (8.9 Punkte)
  3. „Breaking Bad – Season 3“ (8.7 Punkte)
  4. „Breaking Bad – Season 2“ (8.5 Punkte)
  5. „Breaking Bad – Season 1“ (8.3 Punkte)

Warum schafft es die Serie bei mir nicht die Höchstpunkzahl einzufahren? Es waren für mich immer wieder Episoden dabei, die eben nicht die vollen 10 Punkte wert waren. Daneben haben mich die Charaktere emotional nicht so packen können, wie dies anderen Serienfiguren gelingt. Auch eine Wiederholungssichtung von „Breaking Bad“ stelle ich mir schwierig vor, da doch die meisten Szenen von der aus ihren ungewissen Ausgang resultierenden Spannung leben.

Auch wenn es für mich nicht ganz zur Lieblingsserie reicht, so kann ich „Breaking Bad“ nur jedem empfehlen, der sich auch nur annährend für episches Erzählen in Serienform interessiert. Für AMC freut mich der Erfolg besonders, da es sich um eine der ersten großen Eigenproduktionen handelte, die erst weitere Serien dieses Formats ermöglichten. Düstere, lustige, spannende und beklemmende Unterhaltung in Bestform: 9/10 (9.1) Punkte.

Brothers & Sisters – Season 4

Über zwei Monate sind ins Land gegangen seit ich mit der Sichtung von „Brothers & Sisters – Season 4“ begonnen habe. Eine vergleichsweise lange Zeit, was glücklicherweise jedoch nicht der Qualität der Serie anzulasten ist. Auch im vierten Jahr hatte ich viel Spaß mit den Walkers, auch wenn es nicht immer einfach war… Spoiler sind zu erwarten.

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Die Staffel beginnt mit einem Schicksalsschlag, der auch als solcher inszeniert ist. Man weiß als Zuschauer nicht, wie sich die Episode entwickeln wird. Werden Justin und Rebecca am Tag ihrer Verlobungsfeier einen Autounfall haben? Alles sieht danach aus, doch am Ende entkommen sie der Gefahrensituation. Noras dunkle Vorahnung hatte Kitty gegolten, die sich mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sieht. Dieser Handlungsstrang dominiert die erste Staffelhälfte und erinnert frappierend an die vierte Staffel von „Parenthood“, die zeitlich jedoch erst nach „Brothers & Sisters“ entstanden ist.

Neben diesen schweren Themen, gibt es auch ein paar rein unterhaltsame Elemente, wie z.B. Sarahs Liebelei mit dem Franzosen Luc oder die Versuche von Kevin und Scotty schwanger zu werden. Die Balance zwischen Drama und Komödie fand ich erneut wirklich gelungen. In der zweiten Staffelhälfte zaubert die Serie dagegen noch ein paar Wendungen aus dem Hut, die meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wären. Aber was wäre „Brothers & Sisters“ auch ohne Ojai-Drama? Immerhin waren die Rückblenden in die Jugend der Walker-Kinder nett inszeniert und überraschend gut besetzt.

Im direkten Vergleich zur dritten Staffel ging es in der Wertung leicht nacht unten, wenngleich ich aber eher erstaunt war, wie stabil die Serie in ihrer Qualität geblieben ist. Das Finale mischt die Karten dann noch einmal komplett neu und wirkte auf mich ein wenig zu forciert als Cliffhanger inszeniert – auch wenn ich nun natürlich gespannt bin, wie sich die Serie in Zukunft (jetzt ja mit vermutlich dezimiertem Ensemble) so entwickelt. Ich freue mich jedenfalls auf die abschließende fünfte Staffel: 8/10 (8.3) Punkte.

The Mentalist – Season 3

Es gibt einige Serien, die schleppt man so mit sich rum. Weil man Gutes darüber gehört hat. Weil man sie eben irgendwann einmal angefangen hat. Weil es sie günstig zu erwerben gab. Auch „The Mentalist – Season 3“ gehört zu diesen Serien und somit habe ich mich über ein dreiviertel Jahr durch die Staffel gekämpft. Wobei gekämpft vermutlich der falsche Ausdruck ist, denn alle paar Wochen habe ich Patrick Jane ganz gerne beim Ermitteln zugesehen…

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Eigentlich kann ich nicht viel mehr zur Serie sagen, als ich es bereits bei der ersten und zweiten Staffel getan habe. Simon Baker als titelgebender Mentalist macht immer noch Spaß, das restliche Team bleibt blass und die einzelnen Fälle weisen teils große qualitative Unterschiede auf. Sehr gut fand ich stets die fortlaufende Handlung rund um Red John, welche jedoch nur mittels einer Handvoll Episoden erzählt wird. Die Einzelfälle dümpeln dagegen eher vor sich hin und sind oft weder sonderlich spannend oder unterhaltsam geschrieben, noch aufregend inszeniert.

Auch wenn die vierte Staffel inzwischen in recht attraktive Preisregionen gerutscht ist, so werde ich es bei drei Staffeln „The Mentalist“ belassen. Ich hatte durchaus Spaß mit den Ermittlungen, doch sind mir die Charaktere weder sonderlich ans Herz gewachsen, noch wollte der Funke letztendlich überspringen – und für eine nur ganz nette Krimiserie ist die Zeit dann doch zu kostbar und sind die Alternativen zu herausragend: 7/10 (6.6) Punkte.

Californication – Season 5

Aktualisierung: Ich habe „Californication“ erneut gesehen und am 28. Januar 2025 komplett besprochen (hier geht es zur aktuellen Besprechung). Die meisten Serien werden über die Dauer ihrer Laufzeit leider nicht besser. Umso erfreulicher also, wenn man ab und zu doch einmal positiv überrascht wird. Im aktuellen Fall ist dies „Californication – Season 5“ gelungen. Nach zwei starken ersten Staffeln, ging es im dritten Jahr leider ziemlich bergab und auch die vierte Staffel konnte nicht an die alten Stärken anknüpfen. Umso erfreulicher also, dass es wieder aufwärts geht mit Hank Moody und seiner ewig währenden Sinnkrise…
Californication | © Showtime

Californication | © Showtime

Zunächst einmal war ich ja eher skeptisch, was die Fortführung der Serie angeht. Aufgrund der letzten beiden Staffeln waren meine Erwartungen gedämpft und auch der Zeitsprung zu Beginn der ersten Episode ließ zunächst Böses erahnen. Letztendlich war es jedoch eine gute Entscheidung der Autoren einen Schlussstrich unter die Ereignisse der letzten Jahre zu ziehen und den Figuren eine gewisse Weiterentwicklung angedeihen zu lassen: Hank tritt tatsächlich verantwortungsbewusster auf, Karen ist mit Bates verheiratet, Becca hat sich eine junge Version ihres Vaters angelacht und Charlie Runkle? Nun ja, dieser mäandert weiterhin zwischen übersteigerter Libido, beruflichem Wahnsinn und neuerdings seiner Rolle als Vater. Vom Aufbau her erinnert die Handlung wohl am meisten an die zweite Staffel, da mit Samurai Apocalypse (gespielt von Rapper RZA) eine Person in Hanks Leben tritt, die – zumindest was die Verquickung von beruflicher und privater Beziehung angeht – an Lew Ashby erinnert. Auch wenn es wieder viel Unfug und teils unnötige Szenen gibt, so hatte ich in diesem Jahr von „Californication“ doch bedeutend mehr Spaß, als mit den beiden vorangegangenen Staffeln.

Fazit

Da sich die Sichtung über einen relativ langen Zeitraum hingezogen hat (besonders das Finale war zeitlich weit abgeschlagen), fällt es mir etwas schwer die Staffel in ihrer Gesamtheit zu bewerten. „Californication“ hat seine Hochzeiten definitiv hinter sich, dennoch hat der Zeitsprung der Serie meiner Meinung nach gut getan. Leider verfallen die Autoren dennoch weiterhin in alte Muster, was den Spaß an Hanks Sprüchen und den teils äußerst absurden Situationen jedoch kaum mindert: 8/10 (7.8) Punkte.