Harry Potter und der Feuerkelch – OT: Harry Potter and the Goblet of Fire (2005)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Feuerkelch“ am 26. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Wieder einmal hinke ich dem derzeit herrschenden „Harry Potter“-Wahn etwas hinterher. So habe ich bis jetzt weder den finalen Roman gelesen, noch den aktuellen Kinofilm gesehen. Zur Einstimmung auf letzteren gönnte ich mir gestern Abend zumindest noch einmal die Verfilmung von „Harry Potter und der Feuerkelch“ – wieder einmal ein äußerst unterhaltsames und positives Filmerlebnis.

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Anfangs konnte ich mit „Harry Potter“ überhaupt nichts anfangen. Schon allein der Hype hat mich davon abgehalten die Bücher anzurühren. Nach der ersten großen Erfolgswelle – irgendwann zwischen Band 2 und 3 – habe ich mich dann doch einmal an den Erstling gewagt. Ich war überrascht vom mitreißenden Schreibstil J. K. Rowlings und wurde schneller in die fantastische Welt der Zauberei hineingezogen, als ich jemals vermutet hätte. Seitdem gehört „Harry Potter“ für mich zur Pflichtlektüre. Spätestens ab Band 3 kann sich die Reihe sowieso nicht mehr den Vorwurf machen lassen, weichgespülte Kinderfantasy zu sein. Ich war auf jeden Fall erstaunt und hocherfreut, wie erwachsen die Geschichte geworden ist. Das gleiche gilt uneingeschränkt für die Filmreihe.

Die ersten beiden Teile waren deutlich kindlicher und harmloser inszeniert als ihre Nachfolger, wenngleich – besonders in Teil 2 – auch kein Halt vor Grausamkeiten gemacht wurde. Beide Teile haben grandios die Atmosphäre der Bücher eingefangen und konnten mich ausgezeichnet unterhalten. Mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ wurde die Filmreihe schließlich erwachsen und Regisseur Alfonso Cuarón („Children of Men“) hat einen eigenen Stil eingeführt, der zwar etwas mehr von der Buchvorlage abgewichen ist, aber deutlich besser zum Medium Film gepasst hat. Mike Newells („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) vierter Teil erscheint stilistisch nun wie eine Mischung aus den beiden Vorgängern, ohne jedoch eine wirkliche Eigenständigkeit zu erreichen. So kannt sich „Harry Potter und der Feuerkelch“ zwar nicht den vordersten Platz unter den J. K. Rowling-Verfilmungen sichern – als Adaption des Romans funktioniert er dennoch tadellos.

Zur Geschichte kann ich nun gar nicht viel sagen, ohne zu weit ausholen zu müssen. Sie ist stimmig erzählt, deutlich kompakter als im Buch und – auch für nicht Eingeweihte – durchaus nachvollziehbar. Besonders das letzte Drittel ist unglaublich spannend und atmosphärisch dicht. Spätestens hier wäre es an der Zeit, den lieben Kleinen die Augen zuzuhalten, liebe Eltern, denn hier wird gemordet, es werden Körperteile abgetrennt usw. Die FSK12-Freigabe ist folglich durchaus ernst zu nehmen. So sehr die spannende und düstere Inszenierung auch das erwachsene Publikum erfreut, so geht ihr doch etwa die Magie ab, die in den ersten drei Teilen noch allgegewärtig war. Das liegt vermutlich auch am Weggang von John Williams, der für „Harry Potter“ wieder einmal einen magischen und unvergesslichen Score geschrieben hatte und hier durch Patrick Doyle ersetzt wurde. Wirklich sehr schade.

Fazit

Ich kann „Harry Potter und der Feuerkelch“ für alle Fantasyfreunde nur empfehlen. Der Film bietet eine grandiose Optik und eine – für Buchkenner fast schon zu – schlüssige Handlung in der Welt der Zauberei. Nun freue ich mich erst einmal auf „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ und das gedruckte letzte Kapitel in dieser epischen Geschichte: 8/10 Punkte.

Leroy räumt auf

Durch Paul bin auf den Kurzfilm „Leroy räumt auf“ gestoßen. Diesem folgt demnächst vermutlich sogar eine Kinoversion, deren Trailer ich vor dem letzten Sneak-Desaster bewundern durfte.

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Der Film handelt von Deutschland. Von Deutschen. Von Ausländern. Von deutschen Ausländern. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das kumpelhafte Verhältnis von Leroy zu ein paar Skinheads, deren Anführer der Bruder seiner Freundin ist. Durch die ironisch/humorvolle Sicht Leroys auf die Sache der Skinheads bekommt der Film eine ganz eigene Dynamik. Wirklich klasse!

Teils hatte ich das Gefühl, dass man sich nicht so recht zwischen reiner Komödie und gesellschaftkritischen Ansätzen entscheiden konnte. Diese Kombination wirkt teils etwas gezwungen, funktioniert im Großen und Ganzen aber doch ziemlich gut. Inszenatorisch ist der Film zudem über jeden Zweifel erhaben.

Ein wirklich starker Kurzfilm, dessen Kinoverwertung sich anstrengen darf, die pointierte Lockerheit dieser unterhaltsamen 18 Minuten zu erreichen: 8/10 Punkte.

Herunterladen kann man sich den Film hier: Leroy räumt auf (MP4, 66 MB)

Jurassic Park III (2001)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic Park III“ am 30. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Mit „Jurassic Park III“ habe ich einmal wieder die Sichtung der beliebten Dinosaurier-Trilogie vollendet. Der Film hat mir damals im Kino äußerst viel Spaß bereitet, was wohl hauptsächlich meiner niedrigen Erwartungshaltung zuzuschreiben war. Auch heute noch weiß mich Joe Johnstons Urzeitabenteuer zu unterhalten, wenngleich die Schwächen auch immer stärker in den Vordergrund treten.

Jurassic Park III (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park III (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine Geschichte ist eigentlich kaum vorhanden. Die Dinoaction steht klar im Vordergrund. „Jurassic Park III“ ist kein Wissenschaftsthriller. Er ist großes, buntes Popcornkino. Als solches funktioniert der Film auch tadellos, doch leider auch nur als solches. Mit dem Vorgänger und ganz besonders Teil 1 im Hinterkopf, will sich einfach kein „Jurassic Park“-Gefühl einstellen. Dies liegt leider nicht nur an der Handlung, sondern zu großen Teilen auch an den Dinosauriern selbst.

Diese haben einige Designänderungen durchlaufen, was sie mehr zu typischen Filmmonstern macht, als dies der eher realistische Ansatz der beiden Vorgänger zugelassen hätte. Hinzu kommen deutlich schwächere VFX. Ich weiß nicht, ob es an der erhöhten Anzahl der CGI-Shots liegt oder an mangelndem Budget. Viele Eintellungen der Monster sind einfach zu deutlich als Computergrafiken auszumachen. Schade, denn „Jurassic Park“ war für mich immer einer der der Filme mit den besten VFX. Hier wurde deutlich Masse über Klasse gestellt.

Das Ensemble hat außer Sam Neill und einem Kurzauftritt von Laura Dern leider nicht viel zu bieten. William H. Macy macht in seiner Rolle zwar eine gute Figur, dafür nervt Téa Leoni leider umso mehr. Dies ist aber zu großen Teilen wohl auch ihrer schwachen Figurenzeichnung zuzuschreiben. Der Rest ist hauptsächlich Dinofutter und ebenso schnell wieder vergessen, wie er gefressen wurde.

In den Actionszenen kann „Jurassic Park III“ punkten. Die erste Raptorenhatz macht viel Spaß, die Szenen in der Voillere fand ich grandios und selbst der letzte Auftritt des Spinosaurus ist durchaus unterhaltsam. Schön finde ich auch, dass man nebenbei viel von der Fauna der Insel sieht und nicht nur die handelnden Tiere gezeigt werden.

Fazit

Das Ende bietet dann schon einmal einen Ausblick auf einen möglichen vierten Teil: Die Dinos verlassen die Insel. In den richtigen Händen sehe ich hier durchaus Potential – im schlimmsten Fall wird es eben nur wieder ein unterhaltsamer Monsterfilm, wie auch „Jurassic Park III“ einer ist: 6/10 Punkte.

Video Kings

Sneak Preview. Seit langem einmal wieder. Überall wird zurzeit anscheinend Tarantinos „Death Proof“ gesneakt. Nur nicht in Nürnberg. Dafür gab es im Vorfeld der Sneak wieder einmal eine lustige Verlosung. Dieses Mal – dank „König der Wellen“-Promotion – mit Glücksfee im Pinguinkostüm. Bei dieser hat der Zukünftige meiner Schwester doch tatsächlich den „Death Proof“-Soundtrack abgegriffen. Das Highlight des Kinoabends. Dann wurde es dunkel und es erschien das Gesicht von Fabian Busch auf der Leinwand. Ein deutscher Film. Der Titel: „Video Kings“. Nicht „Death Proof“.

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Normalerweise bin ich deutschen Filmen gegenüber eher patriotisch eingestellt. So hätte ich z.B. supergerne „Beste Zeit“ – den neuen Film von Marcus H. Rosenmüller – gesehen. In der Sneak habe ich bis jetzt allerdings nur äußerst schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Film gemacht. Leider ist „Video Kings“ hier keine Ausnahme. Eher das Paradebeispiel. Ich nehme die Spannung gleich einmal vorweg und verkünde, dass sich „Video Kings“ als mein schlechtestes Sneakerlebnis – knapp hinter „Kevin und Perry tun es“ – einordnen lässt. Warum das so ist, versuche ich Folgenden zu erläutern.

Der Film ist auf DV gedreht. Mag ich im Kino schon einmal überhaupt nicht sehen. Es sei denn, es dient dem Film stilistisch. Oder es ist aufgrund von Budgetgründen nicht anders zu lösen. Hier ist beides nicht der Fall. Der Look wirkt billig und äußerst amateurhaft. Das Budget hat zudem anscheinend für große Namen gereicht. Anders kann ich mir das Mitwirken teils wirklich guter Schauspieler nicht erklären. Am grandiosen Drehbuch kann es nämlich nicht gelegen haben.

Gerne würde ich nun die Handlung von „Video Kings“ erzählen. Geht aber nicht. Irgendwie geht es um Flo. Der arbeitet mit Hotte in einer Videothek. Flo liebt eine Frau und hat Geldprobleme. Dann gibt es noch bescheuerte Traumsequenzen und Engel. Achja, Til Schweiger nicht zu vergessen. Die meiste Zeit hängen Flo und Hotte in der versifften Videothek rum. Das ganze ist dann auch genauso langweilig, wie es sich anhört.

Der Clou an dem Film sollen wohl die unzähligen Filmnennungen im Voice-over der Hauptfigur sein. Einem – welch Überraschung – Filmfreak. Diese sind aber so platt und aufdringlich eingebaut, dass es beinahe schon peinlich ist. Beispiel gefällig? ‚Vielleicht sollte ich die rote Pille schlucken… so wie in „Matrix“.‘ Maßlos übertriebene Betonung natürlich auf den Filmtitel. Gefehlt hätte nur noch: ‚Ja, dies ist eine Anspielung auf „Matrix“. Rote Pille und so, ihr wisst schon…‘ Wenn ich Filmreferenzen inflationär nutze, dann muss man seinem Zielpublikum doch wenigstens etwas den Spaß am Entdecken lassen – und dann noch bei solch einem Allerweltsfilm, wie „Matrix“. Die restlichen Anspielungen (Don Corleone aus „Der Pate“ etc.) sind nicht besser. Ich habe mich teils schon peinlich berührt im Kinosessel gewunden.

All diese Filmreferenzen wirken so, als hätte ein Schüler mit seinen Freunden einen Film gedreht, in dem er möglichst all seine Lieblingsfilme unterbringen wollte. Besonders amateurhaft wirkt das Herumreiten auf der Genialität von „Memento“. Wieder solch ein peinlicher Moment. Auf der gleichen Schiene fährt der Soundtrack. Stets ansprechende Mucke – SNUFF, NERF HERDER, BEATSTEAKS etc. – doch so eingesetzt, dass man genau gemerkt hat, hier wollte nur jemand seine Lieblingssongs unterbringen. Wieder peinlich und wieder wie in einem Amateurfilm.

Was ich wirklich nicht verstehe: Wie haben sich Til Schweiger, Bela B. Felsenheimer, Wotan Milke Möhring, Fabian Busch, Oliver Korittke und Peter Thorwarth nur zu einer Mitarbeit überreden lassen? Ist an dem Film etwas dran, das mir völlig entgangen ist? Wie kann es solch ein Film auf die Leinwand schaffen? Spätestens jetzt weiß ich zumindest, dass es die  Jungs von filmtrip.de mit ihrer „Mitfahrgelegenheit“ (AT) garantiert auf die große Leinwand schaffen werden, da sie den Mangel an Prominenz locker mit Talent wettmachen werden.

Wenn „Video Kings“ ein Film ohne Stars und sinnlos eingesetzte VFX gewesen wäre, den ein paar Freunde an ihren freien Wochenenden gedreht hätten, könnte ich über so manchen Mangel hinwegsehen. Mit dieser geballten Starpower und offensichtlichen Mitteln, bleibt allerdings nur Kopfschütteln: Nee, das war ja wohl einmal gar nichts.

„Video Kings“ will lustig, kultig und hip sein. Er wirkt dagegen einfach nur trashig – und das meist nicht einmal auf charmante Art und Weise. Der Soundtrack mach Spaß. Das Drehbuch ist dagegen für die Tonne. Fast schon an der Schmerzgrenze. Selbst für die Sneak: 2/10 Punkte (1 für Hottes Frisur, 1 für den peinlichen – aber doch irgendwie witzigen – Gastauftritt von Til Schweiger).

Studio 60 on the Sunset Strip – Season 1

Als das Fall Lineup für die TV Season 06/07 bekannt gegeben wurde, stach besonders eine Serie hervor: „Studio 60 on the Sunset Strip“. Überall wurde sie mit Vorschusslorbeeren überschüttet und als neuer Hit des Ausnahmeautoren Aaron Sorkin („The West Wing“) gefeiert. Mit Matthew Perry, Amanda Peet und Bradley Whitford waren zudem ausreichend bekannte und beliebte Schauspieler an Bord, um einen Erfolg beinahe schon zu garantieren. Was sollte da noch schief gehen?

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Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Nachdem das Kritikerlob über die ersten Folgen noch anhielt, sanken schon recht bald die Quoten und auch das Lob blieb aus. Als Konsequenz nahm NBC die Serie kurzfristig aus dem Programm, um Wochen später doch noch den zweiten Teil der Staffel nachzuschieben. Die Zuschauer blieben aus und die Serie konnte ihre Versprechen nie einlösen. Was also war passiert?

Ist die Serie schlechter geworden? Ich finde nicht. Sicher gab es im Mittelteil ein paar Längen, die vor allem der schwierigen Beziehung von Matt Albie (Matthew Perry) und Harriet Hayes (Sarah Paulson) zuzuschreiben sind. Ich kann verstehen, dass dieser Teil der Geschichte einige Zuschauer nicht angesprochen hat. Allerdings waren die restlichen Erzählstränge stets interessant und haben zum Weiterschauen eingeladen. Ich jedenfalls konnte keinen wirklichen Qualitätseinbruch feststellen.

Richtig grandios sind die Schauwerte von „Studio 60 on the Sunset Strip“. Das Set ist eines der besten, die ich je in einer Serie gesehen habe. Zum verlieben. Man kann sich wirklich vorstellen, wie stressig es teils hinter den Kulissen solch einer TV-Show sein muss. Dabei bleibt der Humor nicht auf der Strecke, wenngleich man die Serie nicht in der Comedy-Ecke – dort haben wir „30 Rock“ – sehen darf. „Studio 60 on the Sunset Strip“ ist eine glasklare Dramaserie und als diese funktioniert sie – meiner Meinung nach – grandios. Die fantastische Atmosphäre und die perfekt besetzten Schauspieler tragen ihren Teil dazu bei. Zudem gibt es allerlei Gastauftritte zu bewundern: Lauren Graham (Lorelay Gilmore, „Gilmore Girls“) und Masi Oka (Hiro Nakamura, „Heroes“) sind hier nur zwei Beispiele.

Mich hat „Studio 60 on the Sunset Strip“ – trotz kleinerer Schwächen – stets vorzüglich unterhalten und ich denke, dass die Serie auf DVD und über die Zeit noch wächst. Sowohl in der Gunst der Kritiker, als auch beim Publikum. Ich werde den bunten Haufen um Matt Albie und Danny Tripp auf jeden Fall vermissen: 9/10 Punkte.

Vergessene Welt: Jurassic Park – OT: The Lost World: Jurassic Park (1997)

Aktualisierung: Ich habe „Vergessene Welt: Jurassic Park“ am 29. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Im Gegensatz zu „Jurassic Park“ nimmt „Vergessene Welt: Jurassic Park“ in meiner persönlichen Filmwelt keinen besonders hohen Stellenwert ein. Dennoch bedeutet mir der Film etwas. Zumindest auf gewisse Art und Weise. Jedes Mal nach Sichtung des ultimtiven ersten Teils habe ich große Lust auf die Fortsetzung – und das obwohl ich genau weiß, dass diese es nicht auch nur annähernd mit ihrem Vorgänger aufnehmen kann. So werde ich schließlich jedes Mal aufs Neue enttäuscht.

Vergessene Welt: Jurassic Park (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Vergessene Welt: Jurassic Park (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Genau wie die Buchvorlage beginnt der Film vielversprechend. Die Rahmenbedingungen stimmen zu Beginn noch, doch schon bald vermehren sich die Faktoren, die den Qualitätsmangel offensichtlich machen: Die Charaktere sind teilweise schwach gezeichnet, statt Qualität gibt es Quantität, Actionszenen werden in die Länge gezogen und die Handlungen der Figuren sind teils nicht nachvollziehbar. Trotz dieser offensichtlichen Mängel macht der Film Spaß. Dies ist vor allem der grandiosen Atmosphäre der Insel, sowie deren Bewohner zuzuschreiben.

Auch wenn der Film – im Gegensatz zum ersten Teil – keine monumentalen Szenen für die Filmgeschichte bereithält, so gibt es doch genug zu bestaunen: Die Truckszene ist – zumindest in der ersten Hälfte – verdammt spannend, die Raptorenjagd im hohen Gras ist grandios inszeniert und der Angriff in der Versorgungsstation ist schweißtreibendes Kino – sieht man einmal von den Turnübungen des Mädchens ab. Dazwischen finden sich leider zu viele belanglose, sowie ungewollt komische Szenen. Zwar nicht dramatisch schlecht, aber doch unbefriedigend, wenn man bedenkt hier den Nachfolger des grandiosen Erstlings zu sehen. Der Schluss wirkt zudem leider recht aufgesetzt. Als hätte sich Spielberg einfach einmal austoben wollen. Der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Das Ganze ist zwar nett anzusehen und durchaus unterhaltsam, aber wirkt in Bezug auf „Jurassic Park“ eher fehl am Platz.

Bei den Schauspielern hat es mich gefreut Jeff Goldblum wieder an Bord zu haben und auch die kurzen Auftritte von Sir Richard Attenborough, sowie der beiden Kinder aus dem ersten Teil wissen zu gefallen. Julianne Moore und Vince Vaughn sind eine nette Ergänzung, wenngleich letzterer für mich auch nie so richtig ins „Jurassic Park“-Universum passen will.

Fazit

Letztendlich steht „The Lost World“ klar im Schatten seines Vorgängers. Es ist beileibe kein schlechter Film, doch fühle ich mich danach stets etwas unbefriedigt. Ich glaube, besser kann ich es nicht beschreiben. Unbefriedigt. Dennoch habe ich mich inzwischen daran gewöhnt und ich weiß schon jetzt, dass ich mich spätestens nach der nächsten Sichtung des ersten Teils auf das Sequel freuen werde – genauso, wie ich mich im Moment auf den dritten Teil freue: 7/10 Punkte.

Veronica Mars – Season 2

Nach Sichtung der ersten Staffel habe ich nun einen knappen Monat für „Veronica Mars – Season 2“ gebraucht. Wenn die äußeren Umstände nicht so ungünstig gewesen wären, hätte die Staffel vermutlich nicht einmal die Hälfte der Zeit überdauert. Die Serie macht wirklich süchtig.

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Die zweite Staffel scheint anfangs andere Grundregeln aufzustellen, wie die erste: Veronica Mars ist nicht mehr die große Außenseiterin, sie gehört wieder mehr dazu. Damit konnte ich mich nicht so wirklich anfreunden, doch glücklicherweise entwickelt die wortgewandte Privatdetektivin schnell wieder Eigenständigkeit – und gewinnt damit neue/alte Feinde. Die erste Episode, die das Beziehungsgeflecht um Logan und Duncan aufdröselt empfand ich als einen wunderbaren Einstieg in die zweite Season: Man wurde mit den Veränderungen in Neptune bekannt gemacht und musste letztendlich doch nicht lange auf die Hauptplots der zweiten Staffel warten.

Im Gegensatz zur ersten Season wirkt der Handlungsbogen dieses Mal viel komplexer und undurchschaubarer. Es gibt zwei Hauptfälle, die eventuell zusammenhängen, dutzende Verdächte und allerlei episodenübergreifende Nebenplots. Dieser Umstand gefällt mir an sich recht gut, da die Einzelepisoden stark reduziert wurden und die Geschichte beständig vorangetrieben wird. Leider verzetteln sich die Autoren in den letzten Episoden etwas und es kommt zu Twists, die meiner Meinung nach etwas weit hergeholt sind und denen es an einer glaubwürdigen Motivation der Figuren mangelt. Hier hatte ich eine schlüssigere Auflösung erwartet.

In der Inszenierung und den grandiosen Dialogen – man muss die Schlagfertigkeit der Familie Mars einfach lieben – bleibt alles beim Alten. So soll es auch sein. Bei den Gastauftritten zeigt sich zudem der Beliebtheitsgrad der Serie: So darf man u.a. Kevin Smith und Joss Whedon bewundern. Auch der restliche Cast kann wieder durch die Bank überzeugen.

„Veronica Mars“ ist nach wie vor eine fantastische Serie. Im Vergleich zur ersten Staffel wurden Stärken ausgebaut, doch leider auch Schwachpunkte eingebaut. Man hat teils das Gefühl, dass die Autoren selbst etwas den Überblick verloren haben. Dieser Umstand mindert den Unterhaltungswert der Show keineswegs und ich weiß jetzt schon, dass ich nach der dritten Staffel bestimmt unter Entzugserscheinungen leiden werde: 9/10 Punkte.

Jurassic Park (1993)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic Park“ am 16. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es kann auch Vorteile haben, wenn der Compuer den ganzen Abend mit Renderarbeiten beschäftigt ist. Man kommt einmal wieder dazu einen Film zu sehen. Da meine Zeit für solcherlei Späße im Moment sehr begrenzt ist, habe ich zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme gegriffen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“. Kaum ein anderes popkulturelles Werk hat mich jemals wieder so beeindruckt.

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Im Alter von 10 oder 11 Jahren blätterte ich eines Nachmittags den STERN meiner Eltern durch. Dort erblickte ich die Besprechung eines Romans, der ein Dinosaurierskelett auf dem Cover hatte: „Dino Park“. Nach dem Überfliegen der Rezension gab es dann kein Halten mehr: Das Buch musste ich haben! Die Geschichte schien der wahrgewordene Traum eines jeden dinosaurierverrückten Jungen zu sein – und sie war es auch. Ich habe die Seiten förmlich verschlungen. Da waren all meine Freunde – vom Tyrannosaurus rex über den Brachiosaurus bis hin zum Triceratops – versammelt. In der spannendsten Geschichte, die ich bis dahin gelesen/gesehen/gehört hatte. Bis heute ist „Jurassic Park“ – bzw. damals eben „Dino Park“ – eines der wenigen Bücher, die ich schon mehrfach gelesen habe – und es ist immer noch verdammt gut!

Kurze Zeit nach dem Roman erfuhr ich von der Verfilmung. Ich kaufte mir nun jede Filmzeitschrift, sammelte jedes Fitzelchen Information und steigerte meine Erwartungen somit ins Unermessliche. Im Jahre 1993 – ich war bereits 12 – war es dann endlich soweit. Ich fuhr mit meiner Mutter nach Nürnberg ins Kino. Noch nie war ich in so einem großen Kino, wie dem Atlantik, das es inzwischen schon lange nicht mehr gibt. Die Reihen füllten sich. Eltern wurden des Kinos verwiesen, da ihre Kinder noch keine 12 waren. Ich jedoch war es. Der Raum wurde dunkel. „Jurassic Park“ erschien auf der Leinwand. Ich hatte zuvor noch nie so eine Gänsehaut, wie bei der Anflugsszene auf die Insel. Nachdem das Licht wieder anging hatte ich für alle Ewigkeiten einen neuen Freund gewonnen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“.

Nach unzähligen Sichtungen hat sich gestern wieder die gleiche Magie eingestellt. Ich kann die Dialoge inzwischen mitsprechen, doch sie haben sich noch nicht abgenutzt. Der Spannungsaufbau sucht immer noch seinesgleichen. Der Score ist für mich immer noch einer der besten, die je geschrieben wurden. Gänsehaut. Wirklich. Und das schöne: Man kann ihn auch losgelöst vom Film wunderbar hören. Wie so viele Scores von John Williams. Dann natürlich die Dinosauerier. Für mich die beste Nutzung von Effekten, die ich jemals in einem Film gesehen habe. Durch die Kombination von CGI und Animatronics wird ein Realitätsgrad erreicht, den man vorher noch nicht kannte und der auch danach nur selten erreicht wurde. Einfach perfekt.

Auch als Romanumsetzung funktioniert der Film tadellos: Sicher wurde viel weggelassen, aber der Geist der Geschichte wurde eingefangen. Die Charaktere sind auf der Leinwand lebendig geworden und die Spannung ist ebenso nervenzerfetzend, wie in der Vorlage.

Fazit

„Jurassic Park“ ist für mich der perfekte Unterhaltungsfilm. Steven Spielbergs Meisterstück. Für mich stimmt hier einfach alles. Sicherlich kann ich den Film nicht objektiv betrachten, aber das will ich auch gar nicht. Er ist – und das mag sich nun komisch anhören – wie ein guter, alter Freund: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Eureka – Season 1

Das Sommerloch der Midseason ist stets ein guter Zeitpunkt, verpasste Serien nachzuholen. So geschehen mit „Eureka – Season 1“. Im Vorfeld wusste ich nur wenig über die Show und konnte mich demnach überraschen lassen.

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Eureka ist eine Stadt in den USA, in der die genialsten Wissenschaftler der Welt wohnen. Genau genommen wohnen dort nur hochintelligente Leute. Ausgenommen Sheriff Carter und Tochter Zoe. Im Grunde genommen ist „Eureka“ eine Serie nach dem Strickmuster Case of the Week. Das allein wäre wohl recht langweilig, doch in dieser Stadt gibt es keine gewöhnlichen Fälle. Dank der hohen Geek-Dichte – und das ist in keinster Weise abfällig gemeint – sind Probleme à la misslungene Zeitreisen und Dimensionssprünge, ausgebüchste Nanoroboter, verrücktgewordene KIs etc. an der Tagesordnung.

Durch die normale – sprich nicht hyperintelligente – Herangehensweise von Sheriff Carter ergeben sich zudem immer wieder interessante Spannungen mit der Denkerelite. Die Stimmung der Serie ist dabei eher komödiantisch ausgerichtet. In Eureka herrscht eine heimelige Kleinstadtatmosphäre – nur eben mit dem gewissen Etwas.

„Eureka“ macht Spaß. Keine Frage. Dennoch ist es keine Serie, bei der man am liebsten sofort die nächste Folge sehen würde. Es fehlt der übergeordnete Handlungsbogen. Zwar gibt es einen solchen, doch fällt dieser eher aus dem Rahmen und wirkt etwas aufgesetzt. Die einzelnen Fälle sind dagegen sehr unterhaltsam, wenngleich sie sich in ihrer Struktur auch zu sehr ähneln.

Schauspielerisch und Inszenatorisch ist alles im grünen Bereich. Insgesamt ist „Eureka“ eine durchaus unterhaltsame Serie, die sich zwar nie zu sonderlichen Höhenflügen aufschwingt, aber auf ihre schrullige Art zu Punkten weiß: 7/10 Punkte.

Shrek der Dritte – OT: Shrek the Third (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Shrek der Dritte“ am 17. Februar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem spontanen Einkaufsbummel habe ich mir gestern Abend noch „Shrek der Dritte“ angesehen. Dank eher verhaltener Kritiken die ideale Wahl für den verbilligten Kinotag, denn dann muss man sich hinterher nicht so ärgern, wenn tatsächlich nur Mist über die Leinwand geflimmert ist. Glücklicherweise habe ich mich – wohl aufgrund der niedrigen Erwartungen – dennoch gut unterhalten gefühlt.

Shrek der Dritte (2007) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek der Dritte (2007) | © Universal Pictures Germany GmbH

2001 war „Shrek“ eindeutig der Überraschungshit des Jahres, was den Animationsfilm angeht. Teils wurde mit Genrekonventionen gebrochen, es gab außergewöhnliche Charaktere und etliche Filmanspielungen, was auch das Herz des Cineasten erfreut hat. 2004 kam mit „Shrek 2“ eine – meiner Meinung nach – würdige Fortsetzung in die Kinos, die das Märchenuniversum mit neuen Figuren bereichert hat und eine komplexere Handlung zu erzählen wusste. Was bringt uns nun „Shrek der Dritte“ im Jahre 2007?

Leider einen großen Rückschritt. Die Figuren sind die gleichen, auch die märchenhafte Atmosphäre ist wieder einmal sehr gelungen und doch fehlt etwas: Eine interessante Geschichte. Die Reise von A nach B und wieder zurück hatten wir schon im ersten Teil. Sicher passieren allerlei lustige Dinge, doch was die Rahmenhandlung angeht ist der dritte Aufguss des grünen Ogers wirklich schwach. Zudem gibt es zwei neue Charaktere: Merlin und Artie. Kann erster noch mit schrulligem Auftreten und grandios amüsantem Design (man beachte die Socken in den Biosandalen) überzeugen, ist Artie leider die nervige Kinderfigur, wie man sie bereits aus unzähligen Realfilmen kennt. Unnötig moralisch belehrend und überhaupt nicht komisch.

Nach viel Kritik nun ein paar positive Dinge: Der Humor kann immer noch überzeugen. Ich mag diese Märchenwelt. Wirklich. Ich mag auch den Soundtrack und die dazugehörigen Montagen. Das passt einfach. Am meisten jedoch mag ich das tolle Design, die Lichtgebung und die grandiose Animation. Ich kann mich hier häufig – wie bei den meisten Animationsfilmen – nicht satt sehen. Technisch ist der Film wirklich rundum gelungen.

Fazit

„Shrek der Dritte“ ist deutlich schlechter als seine Vorgänger. Ich habe mich dennoch über die gesamte Laufzeit gut unterhalten gefühlt, wenngleich ich mir der Schwächen durchaus bewusst bin. Vergeben werde ich deshalb 7/10 Punkte. Filmliebhaber, die nicht so vernarrt in Animationsfilme sind, dürfen gerne noch ein bis zwei Punkte abziehen.