Transformers (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers“ am 14. November 2010 und am 5. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der  Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe nun auch ich endlich den potentiellen Sommerblockbuster des Jahres gesehen: Michael Bays „Transformers“. Als Kind habe ich das Spielzeug geliebt. Man konnte die Figuren verwandeln! Damit konnten sich die futuristischen Roboter – dank ihrer Vielseitigkeit – bei mir direkt hinter LEGO platzieren. Ich hatte damals sogar den großen, verwandelbaren Optimus Prime auf den ich monatelang gespart hatte. Auch die Comics, die Zeichentrickserie sowie Hörspielkassetten haben mir viel Freude bereitet. Folglicherweise waren meine Erwartungen nicht gerade niedrig.

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ich schicke gleich einmal vorweg, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Die Roboteraction war grandios, die Effekte herausragend. Auch Schauspieler und Inszenierung gingen voll in Ordnung. Doch leider gibt es da auch noch das Drehbuch. Nun hatte ich hier auch wirklich nicht viel erwartet. Schließlich handelt es sich hierbei um die Verfilmung einer Spielzeugreihe. Die laue Geschichte geht demnach auch noch irgendwie in Ordnung. Auch mit den Teenagern als Identifikationsfiguren konnte ich mich anfreunden. Doch leider, leider hat man die eigentlich Hauptfiguren – die Transformers – nicht ansatzweise ernst genommen. Die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass ich angenommen hatte, man hat einfach ein paar spielende Kinder als Vorbild genommen: ‚Ich bin Optimus Prime, ich komme um euch zu retten!‘ oder ‚Ich bin Megatron, ich komme um euch zu zerstören!‘ sind da noch die Highlights. Wirklich schade.

Die – bei einem Film von Michael Bay – zu erwartende Militärhandlung hat mich auch extrem genervt. Diese ganze Verschwörungs- und Signalgeschichte war einfach nur überflüssig, da man als Zuschauer ja bereits genau wusste, was es mit dem Signal auf sich hat. Zudem wurde diese Storyline mit nichtssagenden Charaktern unnötig aufgeblasen: Was sollte die blonde Analytikerin? Was der Rapper-Hacker? Nervig und ablenkend. Das hätte es nicht gebraucht. Hinzu kommt noch, dass der Film ohnehin mindestens eine halbe Stunde zu lang ist – und damit meine ich nicht die noch ganz nette Charaktereinführung zu Beginn, bei der teils deutlich der Einfluss Spielbergs durchblitzt.

Doch es gibt auch positives zu berichten: Die Actionszenen sind – trotz absolutem Übermaß – einfach beeindruckend. Die Effekte sind grandios. In hellstem Sonnenlicht tanzen hier die Roboter teils in Zeitlupe und interagieren mit realen Figuren und Sets. Unglaublich, was ILM hier geleistet hat. In solchen Szenen kann der Film dann auch wieder voll und ganz überzeugen – wenngleich ich auch denke, dass etwas weniger hier manchmal mehr gewesen wäre. Die für Bay typische Inszenierung (Hubschrauber vor Sonnenuntergang, extreme Zeitlupen und Farbfilter etc.) weiß auch zu gefallen. Man kann über den Regisseur sagen, was man will. Seinen visuellen Stil hat er gefunden. Auch die Schauspieler haben mich teils positiv überrascht. Allen voran Shia LaBeouf, der tatsächlich eine ganz gute Figur macht, was mich in Bezug auf „Indiana Jones IV“ hoffen lässt. Megan Fox geht als Eyecandy auch in Ordnung und Schauspieler wie Jon Voight oder John Turturro sehe ich sowieso immer gerne – wenngleich ihre Leistungen hier eher zu vernachlässigen sind.

Fazit

„Transformers“ lässt mich nun sehr zwiespältig zurück. Einerseits wurde ich schon recht gut unterhalten, andererseits habe ich mich auch oft unglaublich geärgert. Vielleicht geht es mir wie Sergeant Murtaugh und ich bin einfach zu alt für den Scheiß. Nicht der erwartete Kracher, aber auch kein totaler Reinfall. Nur nette Unterhaltung: 6/10 Punkte.

Harry Potter and the Deathly Hallows (J. K. Rowling)

deathlyhollows.jpgDank urlaubsbedingter Freizeit habe ich nun endlich J. K. Rowlings langerwarteten „Harry Potter and the Deathly Hallows“ gelesen. Mein Verhältnis zu den Büchern der britischen Schriftstellerin habe ich hier ja schon einmal dargelegt. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass ich auch den finalen Teil ihres Fantasyepos mit großer Hoffnung erwartet hatte. Im Folgenden sind Spoiler zu finden. Weiterlesen sollte folglich nur, wer bereits in alle Geheimnisse des Potterschen Universums eingeweiht ist.

Wie erwartet ist das Buch teils sehr düster. Es fehlt die heimelige Atmosphäre von Hogwarts, es fehlen bekannterweise diverse Bezugspersonen und bereits auf den ersten Seiten wird die Truppe um Harry und Co. weiter dezimiert. Trotz aller Probleme und Widrigkeiten, mit denen die Charaktere in ihrer finalen Schlacht zu kämpfen haben, schafft es J. K. Rowling dennoch ihrem Stil treu zu bleiben und die Geschichte auf bekannte Art und Weise mit unzähligen, liebevollen Details zu erzählen. Es gibt sicherlich ab und an etwas Leerlauf, die diversen Rückblenden kennt der Leser inzwischen schon zu gut und auch wirkt die Geschichte über große Teile sehr konstruiert. Aber in welchem Teil der erfolgreichen Fantasyreihe war das nicht so? Insofern wurde ich in keinster Weise enttäuscht.

Das vielberedete Ende finde ich nun sehr gelungen. So irgendwie. Nach der letzten Wendung hatte ich einen Kloß im Hals. Der Ende des jugendlichen Helden schien besiegelt. Unausweichlich. So kam es dann auch. Der Endkampf war schnell und ohne großes Bramborium vorbei. Hier hat sich die Geschichte fast ausschließlich auf das Innenleben ihrer titelgebenden Figur konzentriert, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Ich war wirklich begeistert und beeindruckt von Rowlings Konsequenz. Doch wie so oft im Potterschen Universum ist nichts so wie es scheint. Das wirkliche Ende wirkt etwas weichgespült. Leider. Hier hätte ich die drastischere Variante bevorzugt – das denkt zumindest ein Teil von mir. Der andere freut sich über das Happy End. Der Epilog hat mich zudem fast schon etwas wehmütig gemacht. Es waren schon tolle 7 Jahre.

Letztendlich ist „Harry Potter and the Deathly Hallows“ für mich ein sehr gelungener Abschluss der Reihe. Es werden alle Fragen beantwortet und das Ende lässt mich nicht unbefriedigt zurück, wenngleich es in seiner letzten Konsequenz auch etwas enttäuscht – zumindest mein erwachsenes Ich. Als Gesamtwerk – und als dieses sehe ich die Geschichte um den jungen Zauberer – ist J. K. Rowling Fantastisches gelungen. Das sage ich als Freund der Magie. Als Freund der Bücher. Als Junggebliebener. Als solcher kann ich „Harry Potter“ wirklich jedem Fantasyfreund empfehlen: 10/10 Punkte. Danke für 7 äußerst kurzweilige Jahre.

Veronica Mars – Season 3

Wie heißt es? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Aufhören, bevor eine Serie ihren Zenit überschritten hat. Es gibt auch unzählige Beispiele, bei denen man auf diese Binsenweiheit hätte hören sollen. Doch ebenso gibt es immer wieder Serien, die vor ihrer Zeit gehen müssen. Zu diesen gehört nun auch „Veronica Mars – Season 3“. Was werde ich sie vermissen.

vm_s03.jpg

Die letzte Staffel verlagert die Handlung von der Highschool ins College. Anfangs ungewohnt und doch vertraut. Der Ortswechsel bringt frischen Wind in die Serie und ergänzt sie um neue Charaktere, wobei auch liebgewonnene alte nicht fallengelassen werden. Ein schöner Neuanfang, der das Potential für mindestens eine weitere Staffel in sich getragen hätte.

Neben dem Ortswechsel gab es auch Änderungen in der Struktur der Serie: Der große, staffelübergreifende Fall ist mehreren kleineren gewichen. Anfangs konnte ich mir das nicht so richtig vorstellen, doch die kleineren Fälle haben für mich – insbesondere im Hinblick auf das recht konstruierte Ende der zweiten Staffel – ziemlich gut funktioniert. Die letzten Folgen der Staffel haben dann leider auf eine episodenübergreifende Handlung verzichtet und es gab nur noch Einzelfälle, die zwar durchaus unterhaltsam waren, aber nicht annähernd so mitreißend wie ihre Vorgänger.

Das Ende der Serie lässt mich nun wahrlich enttäuscht zurück. Nicht weil es schlecht gewesen wäre, sondern weil ich Neptune und Mars verlassen musste, bevor die Geschichte ein Ende gefunden hat. Die letzte Episode hat wieder stark an die erste Staffel erinnert: Es gab alte Feinde, alte Fehden und Potential für einen neuen großen Fall. Leider hat man der Episode in jeder Einstellung angemerkt, dass die Staffel verkürzt war. Die Handlung wurde durchgehechelt und man konnte nur erahnen, wie sie ursprünglich geplant gewesen war. Hier musste ich unweigerlich an die Stimmung des „ALIAS“-Finales denken. Am Ende saß ich da: Nur noch 5 Minuten Laufzeit und noch so viele unbeantwortete Fragen. Nur noch 4 Minuten. Nur noch 3. 2. 1. Das Ende. Veronica Mars wird nun ohne mich weiterermitteln. Keith Mars wird die Wahl verlieren und nun ohne mich spaßige Kämpfe mit Vinnie Van Lowe als Sheriff austragen. Was wird Weevil machen? Kehrt er auf die Straße zurück? Was wird aus Logan? Man wird es vermutlich nie erfahren.

„Veronica Mars“ konnte mich auch in der dritten Staffel voll und ganz überzeugen. Wohl seit „ALIAS“ die Drama-Serie, deren Charaktere ich am meisten vermissen werde. Einen kleinen Lichtblick gibt es für Serienfans dennoch, so soll Kristen Bell eine Hauptrolle in der vierten „Lost“-Staffel bekommen. Ein schwacher Trost, aber immerhin: 9/10 Punkte.

A Scanner Darkly (2006)

Mit „A Scanner Darkly“ habe ich gestern einen der beeindruckendsten Filme meines bisherigen, persönlichen Filmjahres gesehen. Richard Linklater ist ja bekannt dafür nicht auf ein Genre festgelegt zu sein – wie er mit „Dazed and Confused“, „Before Sunrise“ oder „School of Rock“ bewiesen hat. Seine Philip K. Dick-Adaption fällt dennoch aus der Reihe – und das nicht nur durch den außergewöhnlichen visuellen Ansatz.

scannerdarkly.jpg

Dennoch ist es – auf den ersten Blick – vor allem der Look des Films, der ihn von der Masse abhebt. Die Technik nennt sich Rotoscoping und wird bereits seit Jahren genutzt. Ralph Bakshis Version von Tolkiens „Der Herr der Ringe“ ist wohl einer der bekanntesten Vertreter dieses Subgenres des Animationsfilms. „A Scanner Darkly“ treibt diese Technik jedoch auf die Spitze: Klar definierte Linien. Harte Farbübergänge. Reduzierte Details. Und dennoch: Die zugrunde liegenden Darsteller sind stets eindeutig zu erkennen. Die Performance bleibt erhalten. Die Realität weicht allerdings den Zeichnungen. Das Ergebnis ist eine faszinierende Mischung, die künstlerisch absolut zu überzeugen weiß. Grandios. Besonders wenn man den Arbeitsaufwand bedenkt: Jeder Frame musste per Hand nachgezeichnet werden. Jeder. Wenn man bedenkt, wieviel Aufwand es alleine ist, eine exakte Maske über ein paar Frames hinweg zu zeichnen, bleibt mir nur den Künstlern meine Hochachtung auszusprechen: Das Ergebnis ist wahrlich famos!

Nun zum Inhalt: Philip K. Dick-Adaptionen gibt es wie Sand am Meer. Wenige können die Atmosphäre ihrer Vorlage einfangen (bestes Beispiel: „Blade Runner“) und noch wenigeren gelingt eine werkgetreue Umsetzung der Geschichte. „A Scanner Darkly“ funktioniert erstaunlich gut. Anfangs hatte ich etwas befürchtet, der Film würde sich (so wie teils „Fear and Loathing in Las Vegas“) in reinen Drogenepisoden verlieren. Doch es steckt mehr dahinter. Das Ende ist zudem erschreckend schlüssig. Typisch Philip K. Dick. Überhaupt kommt die düstere Atmosphäre Dicks recht gut rüber, was sich weniger in der Inszenierung und Farbgebung äußerst, sondern hauptsächlich durch Schauspiel, Dialoge und Stimmung transportiert wird – umso beeindruckender bei einem Film, der oberflächlich betrachtet besonders durch seine Optik hervorsticht.

Ich bin schwer begeistert von „A Scanner Darkly“. Ich hätte mir einzig einen etwas größeren Schwerpunkt auf den titelgebenden Scannern gewünscht und dafür ein paar weniger Drogenszenen. Trotz dieser kleinen Einschränkung, kann ich den Film dennoch jedem empfehlen, der sich auch einmal auf außergewöhnliche Seherfahrungen einlässt – auch inhaltlich, denn auch dort ist „A Scanner Darkly“ alles andere als Mainstream: 9/10 Punkte.

Fred: ‚What does a scanner see? Into the head? Into the heart? Does it see into me? Clearly? Or darkly?‘

Flags of Our Fathers

Gestern Abend habe ich endlich den ersten Teil des Filmprojekts von Clint Eastwood gesehen, das die Schlacht um Iwo Jima thematisiert und mir der vielversprechendste aktuelle Beitrag zum Kriegs- bzw. Antikriegsfilm (die Grenze ist teils schwer zu ziehen) zu sein scheint: „Flags of Our Fathers“. Nach der Sichtung bin ich nun etwas ernüchtert und setze meine ganze Hoffnung auf „Letters from Iwo Jima“, in dem die Schlacht aus japanischer Sicht erzählt wird.

flagsof.jpg

Generell finde ich Krieg doof. Ich könnte mir – als überzeugter Zivi – auch nie den Dienst an der Waffe vorstellen. Dennoch hat die Geschichte gezeigt, dass es anscheinend nicht ohne globale Auseinandersetzungen geht. Insofern braucht das Land natürlich Soldaten. Leider kann ich die Militärmentalität überhaupt nicht nachvollziehen: Strikte Befehlsketten, Aufopferung für das Land etc. All das erscheint mir supekt. Vielleicht übt der Kriegsfilm deshalb eine teils doch recht starke Faszination auf mich aus. Weil ich mir Antworten erhoffe. Antworten, die ich jedoch nie bekomme.

Auch „Flags of Our Fathers“ erfüllt nahezu jedes Klischee des Genres. Die Kameradschaft wird glorifiziert, blauäugige Jungs sterben für ihr Vaterland und trotz der klaren Verneinung des Heldentums schafft der Film selbst ebensolche: Die Helden von Iwo Jima. Schade, hier hätte ich mir – trotz gelungener Ansätze – wirklich mehr erhofft. Sowieso verstehe ich nicht, warum man immer wieder irgendwelche Schlachten nacherzählen muss. Wäre es nicht einmal viel interessanter die Auswirkungen des Kriegs auf die Bevölkerung zu zeigen? Wenn ich allein daran denke, was meine Großmutter aus der Zeit zu erzählen weiß, als sie und ihre Familie vertrieben wurde. In der europäischen Bevölkerung muss es tausende höchstinteressante Schicksale geben, doch landet das Genre immer wieder beim Soldaten. Dem Kriegshelden. Vielleicht liegt das auch daran, dass 99% aller Kriegsfilme aus Amerika kommen, einem Land das eben nur diese heldenhafte Seite kennt oder das – wie in Vietnam oder aktuell im Irak – eben aus der Ferne protestiert.

Da ich nun ziemlich vom Thema abgweichen bin, muss ich doch ein paar lobende Worte über Eastwoods Film verlieren: Er ist grandios inszeniert. Die Schlacht steht der aus „Der Soldat James Ryan“ um fast nichts nach. Das Foto als Aufhänger fand ich auch sehr gelungen. Zudem scheint man wirklich sehr an der historisch korrekten Rekonstruktion der Ereignisse interessiert gewesen zu sein. Als gespieltes Zeitdokument funktioniert der Film demnach sehr gut. Die Frage ist allerdings, ob ein Dokumentarfilm hier nicht sinnvoller gewesen wäre. Die eingestreuten Interviews wirken nämlich eher fehl am Platz.

Insgesamt hat mir „Flags of Our Fathers“ gut gefallen, aber ich hätte mehr erwartet. So reiht sich der Film etwas hinter Spielbergs „Saving Private Ryan“ und sehr viel weiter hinter „Band of Brothers“ ein. Die emotionale Kraft eines „Der Pianist“ wird in keiner Sekunde erreicht, dafür ist Eastwoods Werk zu sehr Kriegs- und zu wenig Antikriegsfilm. Als Einblick in die Geschichte hinter dem berühmten Foto jedoch sehr gelungen: 7/10 Punkte.

Snakes on a Plane (2006)

Einer der am meisten gehypten Filme des letzten Jahres dürfte wohl David R. Ellis „Snakes on a Plane“ gewesen sein. Alleine das Bekanntwerden des Titels und des Hauptdarstellers (Samuel L. Jackson) haben eine Lawine ins Rollen gebracht, die sich New Line auf äußerst intelligente Weise zu nutze gemacht hat. Virales Marketing als Phänomen, das in dieser Form noch nie dagewesen war. Der Höhepunkt dürften wohl Nachdrehs gewesen sein, die New Line aufgrund der starken Fan-Reaktion veranlasst hat. Wahrlich nicht alltäglich.

snakesonaplane.jpg

Ohne den Hype wäre der Film wohl auch komplett an mir vorbeigegangen, hat doch allein die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte mein Interesse geweckt. Einmal abgesehen davon bekommt man im Film genau das zu sehen, was der Titel verspricht: „Snakes on a Plane“. Die Rahmenhandlung ist äußerst dünn, jedoch kann sie mit einer erstaunlich ausführlichen Einführung der Charaktere überraschen. Hätte ich in dieser Form nicht erwartet – und einmal ehrlich: Das wäre bei dieser schwachen Figurenzeichnung auch nicht wirklich nötig gewesen.

Auf dem Flug selbst gibt es dann allerlei schlangenbezogene Actionszenen, gewürzt mit Sex- und Ekelszenen – genau so, wie von den Fans gewünscht. Ab und an blitzt zudem schwarzer Humor auf, der allerdings nie sonderlich bissig ist, sondern höchstens einmal zum Schmunzeln anregt. Leider nimmt sich der Film oft viel zu ernst, was bei dieser absurden Handlung und den Klischeefiguren einfach nicht funktioniert. Solche Szenen sind anscheinend Überbleibsel aus einer Drehbuchfassung, während der das Studio den Film noch als ernsthaften Thriller konzipiert hatte. Glücklicherweise sind wir davon verschont geblieben – eifrigen Bloggern sei Dank!

Letztendlich bietet „Snakes on a Plane“ eine etwas halbgare Mischung aus verschiedensten Genres. Wirklich gruselig ist der Film nicht (dafür hätten es bei mir „Spiders on a Plane“ sein müssen), spannend ist er nur bedingt (wenngleich einige Angriffe schon recht überraschend kamen) und der Humor ist mal mehr (Freundin des Flugbegleiters) und mal weniger (Rapperhandlung) gelungen. Was bleibt ist anspruchslose Unterhaltung, die stets sympathisch bleibt. Macht – wohl hauptsächlich dank seiner Enstehungsgeschichte – größtenteils wirklich Spaß: 6/10 Punkte.

Creature (Dave Freedman)

creature.jpg

Da ich heute ca. 30 DVDs zu brennen hatte, habe ich endlich Zeit gefunden Dave Freedmans Debütroman „Creature“ zu Ende zu lesen. Angesprochen hat mich einmal wieder das maritime Thema: Eine neue Rochenart verlässt ihren ursprünglichen Lebensraum, um sich an Land auf die Suche nach einer neuen Nahrungsquelle zu machen. Ein typischer Naturwissenschaftsthriller eben.

Bis ca. zur Hälfte war die Geschichte auch äußerst vielversprechend. Sicher muss man sich erst einmal an den Gedanken der fliegenden Mantas gewöhnen, doch dank Freedmans überzeugendem Stil hatte ich diese Prämisse schnell gekauft. Das Forscherteam konnte zudem einige nette Figuren aufweisen und die Handlung auf See hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Wenngleich auch Sprache und Dramaturgie nicht immer perfekt waren, so war ich doch überzeugt ein recht gelungenes Erstlingswerk vor mir zu haben.

Ab der Hälfte verwandelt sich „Creature“ leider in eine 08/15-Monstergeschichte. In einem Naturpark jagt unser Forscherteam nun eines der Monster. Schon tausendmal dagewesen und auch nicht wirklich aufregend präsentiert. Gegen Ende bekommt die Geschichte zwar wieder etwas Fahrt und die globale Bedrohung der neuen Art wird erkennbar, doch zuvor wurden mindestens 200 Seiten verschenkt. Wirklich schade, besonders da Anfang und Ende so gelungen sind, dass ich beinahe auf eine Fortsetzung hoffe, die sich der umfassenderen Thematik annimmt.

„Creature“ ist ein typischer Fast-Food-Thriller, der leider nicht über die gesamte Seitenzahl zu überzeugen weiß. Für Liebhaber maritimer Monster ist der Roman dennoch zu empfehlen: 7/10 Punkte. Jetzt freue ich mich erst einmal auf „Harry Potter and the Deathly Hallows“.

Der verbotene Schlüssel – OT: The Skeleton Key (2005)

Gestern Abend habe ich mich endlich einmal wieder gegruselt – und das glücklicherweise nicht weil der Film so schlecht gewesen wäre. Ich glaube, das letzte Mal ist das Alejandro Amenábar mit „The Others“ gelungen. Nun hat es Iain Softleys „Der verbotene Schlüssel“ erneut geschafft, dass ich gestern mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Bett gegangen bin. So muss das bei dieser Art von Film sein.

verboteneschl.jpg

Von der Atmosphäre erinnert „Der verbotene Schlüssel“ tatsächlich etwas an Amenábars Gruselfilm. Besonders das große, geheimnisvolle Haus und die schummrige Beleuchtung wecken Erinnerungen an „The Others“. Daneben steht – aufgrund der Thematik – wohl vor allem Alan Parkers grandioser Voodoo- bzw. Hoodoo-Schocker „Angel Heart“ Pate. Bis heute einer meiner Lieblingsfilme und Iain Softley schafft es tatsächlich seinen Vorbildern atmospärisch nahe zu kommen.

Zur Geschichte möchte ich nicht viel sagen. Geht auch nicht, ohne zu viel zu verraten. Nur so viel: Die Handlung ist absolut schlüssig und stimmig erzählt. Die Charaktere sind sehr glaubhaft geschrieben und man fühlt sich ihnen – ganz besonders Caroline – von Anfang an verbunden. Das Beeindruckende: Jede Wendung ist absolut nachvollziehbar und logisch. Nie wirkt etwas aufgesetzt (wie das häufig bei überraschenden Wendungen der Fall ist) oder gezwungen. Ebenso wie bei den beiden – von mir ernannten – Vorbildern.

Natürlich gibt es auch einige Schwächen. So kommt auch „Der verbotene Schlüssel“ nicht ohne klischeehafte Schockeffekte aus, die allerdings nie so ausgewalzt werden, als dass sie mich genervt hätten. Viel mehr Netagivpunkte fallen mir nun gar nicht mehr ein. Das wunderbare Drehbuch und die einfühlsame Inszenierung gleichen sowieso die meisten Schwächen spielend aus.

Ich hatte eigentlich nicht mehr erwartet, als einen 08/15-Grusler. Dank Ehren Kruger (Autor von „Arlington Road“) und Iain Softley (Regisseur von „K-PAX“) – und natürlich den wunderbaren Darstellern (u.a. Kate Hudson, Gena Rowlands und John Hurt) – ist aus „Der verbotene Schlüssel“ allerdings ein kleines Highlight für Genrefreunde geworden. Zumindest für solche, die sich gerne einmal ruhig und stimmungsvoll gruseln lassen wollen. Auch wenn die zweite Sichtung nicht so effizient sein wird, so weiß ich nun zumindest die Verfilmung von „Tintenherz“ bei Iain Softley in den besten Händen: 8/10 Punkte.

Superman Returns (2006)

Superman. Der Mann aus Stahl. Als Kind fand ich Richard Donners Version grandios. Später habe ich ganz gern in die Soap-Version „Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark“ reingeschaut, um dann erst wieder durch Jerry Seinfeld auf den Helden meiner Kindheit zu treffen. Gestern habe ich nun endlich Bryan Singers „Superman Returns“ gesehen, dessen zwei „X-MEN“-Teile mir als sehr gelungene Superheldenfilme in guter Erinnerung sind.

supermanreturns2.jpg

Die Opening-Titles erscheinen, unterlegt mit John Williams genialem Original-Score der 1978er Version. Ein audiovisueller Rausch, der den Zuschauer von Supermans zerstörter Heimatwelt Krypton direkt zur Erde befördert. Wahrlich famos! Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings noch nicht bewusst, dass ich mit diesem äußerst gelungenen Einstieg bereits den besten Teil des Films hinter mir hatte.

„Superman Returns“ setzt mit seiner Geschichte nach dem zweiten Teil aus dem Jahre 1980 an. Es liegen folglich 26 Jahre zwischen beiden Filmen und der Zuschauer wird ziemlich unvorbereitet in die Geschichte geworfen. Ich hasse es ja schon bei Serien, wenn keine Zusammenfassung der vorhergehenden Folgen vorangestellt wird – und da liegt dann meist nur eine Woche zwischen den Geschehnissen. Ich hatte folglich erst einmal mit der Orientierung zu kämpfen. Glücklicherweise bzw. leider war die Geschichte im weiteren Verlauf dann so einfach gehalten, dass man nach der anfänglichen Verwirrung der Handlung im Schlaf hätte folgen können.

Ein weiteres Problem hat Bryan Singer mit der Stimmung des Films. Einerseits hat er aus Lois Lane eine sehr moderne Frau gemacht und Superman fast schon zur tragischen Figur aufgebaut. Philosophisch angehauchte Fragestellungen à la ‚Warum benötigt die Welt Superman?‘ täuschen zudem Tiefe in der episch angelegten Geschichte vor. Auf der anderen Seite haben wir mit Lex Luthor und Co. typische Klischeebösewichte, die den 80er Jahre Filmen entsprungen scheinen. Schablonenhaft. Überzogen. Theatralisch. Genauso wie die seltsam platten Weltherrschaftspläne. Da gibt es keine Kniffe, das ist flacheste Erzählkunst – und das mag so überhaupt nicht zu den auf modern getrimmten Figuren passen.

Neben der seltsam zerfahren wirkenden Grundstimmung kann der Film auch dramaturgisch nicht überzeugen. Es gibt einige schöne Momente, doch der Spannungsaufbau mag nicht so richtig funktionieren. Letztendlich hat mich das Geschehen seltsam kalt gelassen. Es hat einfach der Charme der früheren Filme gefehlt. Ich denke eine wirkliche Modernisierung, wie sie Christopher Nolan mit „Batman Begins“ erfolgreich durchgeführt hat, wäre ein weitaus gelungenerer Ansatz gewesen.

Überzeugen kann der Film dagegen mit seiner Optik. Es sieht schon unglaublich gut aus, wenn Superman durch die Wolken bricht oder ein Flugzeug vor dem Absturz rettet. In solchen Szenen funktionert der Film auch wirklich gut. Es schimmert eine gewisse Selbstironie durch und der Score von John Williams bläst einfach alle Zweifel hinfort: Dort fliegt Superman. Doch sobald sich die Geschichte wieder auf die Dreiecksbeziehung oder Lex Luthor und seinen tollen Plan konzentriert, bricht der Film unweigerlich ein. Schade.

Bryan Singer ist ein fähiger Regisseur, der meiner Meinung nach den falschen Ansatz zur Wiederbelebung von Superman gewählt hat. Das Resultat ist nun leider sehr durchwachsen und auch der großartige audiovisuelle Eindruck kann nicht über die offensichtlichen Schwächen in Handlung und Atmosphäre hinwegtäuschen: 6/10 Punkte.

Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Orden des Phönix“ am 18. Juli 2007 und am 27. Dezember 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich es auch endlich ins Kino geschafft, um die – zumindest unter Fans – kontrovers diskutierte Verfilmung von „Harry Potter und der Orden des Phönix“ zu sehen. Nach der Sichtung kann ich den hohen Diskussionsbedarf nun zumindest teilweise verstehen, wenngleich ich mich doch etwas wundern muss, warum die vorhergehenden Filme meist anstandslos akzeptiert wurden.

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Für mich ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ – neben dem ersten Teil, der allerdings auch nur eine Einführung in diese Welt war – der bisher schwächste Roman der Reihe. Zu viele Subplots, die auch um einiges knackiger erzählt hätten werden können, zu viel bedeutungsschwangeres Gerede und erst gegen Ende wurde wieder Fahrt aufgenommen. Wahrlich kein schlechtes Buch, aber meiner Meinung nach verbesserungswürdig. Insofern war ich ganz guter Dinge in Bezug auf die Verfilmung, da das Potential für sinnvolle Kürzungen durchaus vorhanden war.

Nach dem Film kann ich nun sagen: Sehr gelungen. Atmosphärisch dicht, toll inszeniert und visuell einfach atemberaubend. Zudem wurde die Balance zwischen heimeligen Hogwarts-Szenen und epischen Actionszenen ziemlich gut gehalten. Meiner Meinung nach wurde – wie bereits bei „Harry Potter und der Feuerkelch“ – die Essenz der Geschichte auf die Leinwand gebannt und diese funktioniert auch im neuen Medium tadellos.

Ich bin nun ein Film- und Buchliebhaber. Zudem weiß ich, dass beide Medien nicht auf die gleiche Art und Weise Geschichten erzählen können. Dennoch gibt es selbstverständlich gute und schlechte Adaptionen. Viele „Harry Potter“-Fans beklagen sich nun darüber, dass so viel fehlt. Ist auch so. Keine Frage. Doch wie sonst soll man einen ca. 1000-seitigen Roman in knapp zweieinhalb Stunden Film pressen? Kein Studio der Welt würde einen vierstündigen „Harry Potter“ ins Kino bringen – man bedenke alleine die Zielgruppe. Man muss kürzen – und das ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ nicht schlechter oder unbedachter gemacht worden, als in den Vorgängern.

Fazit

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden. Ich wurde grandios unterhalten und mein Gedächtnis wurde wieder etwas aufgefrischt. Wenn ich in die komplexe Geschichte der Vorlage in allen Facetten eintauchen will, lese ich eben das Buch. Wenn ich einen Film sehen will, sehe ich einen Film. Zwei Medien, unterschiedliche Regeln. Eigentlich ganz einfach. Nun vergeht leider wieder erst einmal enorm viel Zeit, bis „Harry Potter und der Halbblutprinz“ auf der Leindwand zu bewundern sein wird. Zeit, die ich mir mit dem aktuellen Roman vertreiben werde: 8/10 Punkte.