Dein Ex – Mein Albtraum – OT: The Ex/Fast Track

Endlich Wochenende und somit Filmzeit. Als erstes gab es gestern Abend „Dein Ex – Mein Albtraum“ – ein wahrlich albtraumhafter Titel, wenngleich man im Hinterkopf behalten sollte, dass man sich nichtmal auf einen eindeutigen Originaltitel festlegen konnte. So ist der Film sowohl unter „The Ex“, als auch „Fast Track“ bekannt. Das sowie die Tatsache, dass dem Film hierzulande eine Kinoauswertung verwehrt geblieben ist, verheißt nichts Gutes.

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Mich dagegen hat der Film schon mit dem Trailer auf seiner Seite gehabt. Zack Braff („Garden State“, „The Last Kiss“) und Jason Bateman („Arrested Development“) in einem Film. Da kann doch gar nicht so viel schief gehen. Kann es auch nicht. Der Film lebt von seinen Darstellern und diese spielen ihre Rollen auch mit viel Freude und vollem Engagement. Die beiden männlichen Hauptdarsteller werden von Amanda Peet („Studio 60 on the Sunset Strip“) unterstützt, die wohl den undankbarsten – weil langweiligsten – Part hat.

Die Geschichte um den verrückten Ex, der dem jungen Paar – bzw. hauptsächlich dem Ehemann – das Leben zur Hölle macht ist sicherlich alles andere als originell. Trotz böser Spitzen bleibt der Witz meist recht brav und die Wendungen sind überschaubar. Ich als überzeugter Fan von Zack Braff, der zudem Jason Bateman sehr gerne sieht, kann dem bunten Treiben doch sehr viel mehr abgewinnen. Zwei grandios aufgelegte Schauspieler in einer netten Komödie, die sich ausnahmsweise einmal nicht in Fäkalhumor-Regionen begiebt. Mehr braucht es manchmal auch gar nicht. Gern gesehene Nebendarsteller wie Donal Logue („Grounded for Life“) oder Paul Rudd („Friends“) tun ihr übriges, um den Film bei mir nach vorne zu bringen.

„The Ex“ ist ein sehr netter Film, den ich allen Fans der Hauptdarsteller wirklich ans Herz legen kann. Wer nicht zuviel erwartet kann durchaus positiv überrascht werden. Macht Spaß: 7/10 Punkte.

Timeline (2003)

Da mir die momentane Arbeit als Freelancer einmal wieder einen spontanen freien Tag beschert hat, habe ich die Zeit genutzt und mir die Verfilmung von Michael Crichtons „Timeline“ angesehen. Es ist durchaus interessant so zeitnah zum Lesen des Romans dessen Leinwandadaption hinterher zuschieben. Bei aktuelleren Werken muss man zunächst auf die Produktion des Films warten und hat demnach bereits etwas Abstand zur Vorlage gewonnen. Hierbei konnte ich nun den direkten Vergleich anstellen.

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Die Geschichte wurde nahezu 1:1 übernommen. Weggefallen sind – wie zu erwarten – die pseudowissenschaftlichen Details, sowie etliche Szenen, die nicht zwangsweise dem Weiterkommen der Geschichte dienen. Die Figurenkonstellation wurde soweit beibehalten, doch wurden einige Nebenrollen erheblich verändert. Alles Punkte, die ich erwartet hatte, da man ein gut 600 Seiten starkes Buch anders nicht auf Spielfilmlänge reduzieren kann. Die Änderungen machen – in Bezug auf die Restriktionen einer Adaption – größtenteils auch Sinn, wenngleich sich häufig die Grenzen der Machbarkeit (in Bezug auf die Kompression der Geschichte) zeigen.

Die Mittelalterszenen funktionieren an sich tadellos. Hier war in der Vorlage sowieso viel Füllmaterial enthalten, wodurch sich die Kürzungen am wenigsten bemerkbar machen. Schade finde ich das Wegfallen einiger meiner Lieblingsszenen (Turnier, Flucht aus der Mühle etc.) sowie das Fehlen der eruptiven Gewalt. Crichtons Buch strotzte nur so vor der grausamen Realität dieser dunklen Zeit. In Richard Donners Version bleibt davon leider nicht viel übrig. PG-13 sein dank. Doch auch dies war bei solch einer großen Hollywood-Produktion nicht anders zu erwarten.

In der Gegenwart gibt es mehr narrative Mängel zu beobachten: Durch den Wegfall der pseudowissenschaftlichen Basis verkommen die Szenen rein zu schmückendem Beiwerk. Zwar müssen diese – aufgrund der Nähe zur Vorlage – irgendwie gezeigt werden, doch Sinn ist nicht mehr groß zu erkennen. Eigentlich schade, da mir dieser Teil der Geschichte im Roman recht gut gefallen hat.

Insgesamt kann man „Timeline“ als durchaus gelungene Adaption bezeichnen. Die grundlegende Atmosphäre bleibt erhalten, die Charaktere sind ähnlich gezeichnet wie in der Vorlage und die Inszenierung macht wirklich Spaß. Durch die Einschränkungen kommt der Film allerdings nicht wirklich an das gute Buch heran. Was unter dem Strich bleibt sind zwei unterhaltsame Stunden im 14. Jahrhundert. Wie die Vorlage kein Meisterwerk, aber auf jeden Fall gut konsumierbar: 7/10 Punkte.

Carnivàle – Season 1 & 2

Ungewöhnlich lange hat es gedauert, bis ich mich durch die Ausnahmeserie „Carnivàle – Season 1 & 2“ gekämpft hatte. Dies liegt einerseits bestimmt am momentanen Zeitmangel, andererseits allerdings auch an der Serie selbst. Diese nimmt teils lynchesque Formen an und ist somit nichts, was man mal eben zur lockeren Unterhaltung kurz vor dem Schlafengehen einschiebt. Man muss als Zuschauer am Ball bleiben, um die Serie voll und ganz genießen zu können. Tut man das wird man mit einem grandiosen TV-Ereignis belohnt.

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Der Inhalt lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: Es geht um den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse. Das Licht gegen die Dunkelheit. Die Rollenverteilung ist jedoch alles andere als klassisch. Die von der Gesellschaft Ausgestoßenen – die Zwielichtigen, die Freaks – sie sind die Helden dieser Geschichte. Unter den Dienern Gottes versteckt sich ihr Feind. All das ist zudem weit weniger eindeutig, als ich es hier beschreibe. Trotz des bekannten Themas gibt es kaum eindeutige Positionen. Die Figuren sind weit komplexer, als man das vermuten würde und die Handlung entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

„Carnivàle“ spielt zur Zeit der Depression. Eine dunkle Zeit. Eine Zeit, in der man eigentlich wohl kaum eine TV-Serie ansiedeln würde. Anfangs noch ungewohnt, zeigt sich hier die besondere Stärke der Geschichte: Sie wird durch Bilder unterstützt, wie man sie nur selten im Unterhaltungsfernsehen gesehen hat. Vor dem historischen Hintergrund wird zudem die Motivation der Figuren greifbar. Das Leben war verdammt hart. Besonders für das wandernde Volk. Teils wird man hier fast schon beiläufig mit Bildern konfrontiert (z.B. ein Vater bietet seine behinderte Tochter für Liebesdienste an), die einen so schnell nicht mehr loslassen.

In diesem historischen Setting wird eine Fantasygeschichte erzählt. Auch wieder nicht klassisch. Es gibt übernatürliche Elemente, die allerdings so eingebaut werden, dass sie nicht wie Fremdkörper wirken. In der leicht surrealen Welt des „Carnivàle“ scheint sowieso mehr möglich, als die Naturgesetze erlauben. Neben rein fantastischen Elementen nimmt die Geschichte großen Bezug auf die Bibel. Es gibt unzählige Anspielungen. Egal ob Namen oder Orte. Für bibelfeste Menschen ist die Serie dadurch vermutlich noch um einiges interessanter.

Ich bin wirklich schwer begeistert. Abzüge gibt es allein für das offene Ende. Eigentlich war die Serie auf 3 Kapitel à 2 Staffeln angelegt. Letztendlich hat HBO nur das erste Kapitel produzieren lassen. Das Serienende funktioniert auf gewissen Ebenen zwar recht gut, doch bei einer Serie die sich beinahe eine komplette Staffel für die Charaktereinführung zeitlässt, fällt das plötzliche Ende umso schwerer ins Gewicht. Dennoch unbedingt anschauen! Es lohnt sich: 9/10 Punkte.

Felicity – Season 1

Gestern Abend habe ich die letzte Episode von „Felicity – Season 1“ gesehen. Auslöser für die Sichtung war – neben dem lobenden Eintrag von thwidra – die Tatsache, dass die Serie das erste große Projekt von J.J. Abrams – Schöpfer der TV-Meilensteine „ALIAS“ und „Lost“ – gewesen ist. Da ich mit „Veronica Mars“ zuletzt eine sehr hochwertige Serie gesehen habe, hatte es „Felicity“ – im direkten Vergleich – nicht immer leicht. Dennoch konnte sich der krause Wirrkopf bereits einen Platz in meinem Serienherzen sichern.

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Anders als bei „ALIAS“ oder „Lost“ gibt es keine vordergründige Action- oder Mysteryhandlung. Allein die Menschen stehen im Mittelpunkt. Teils hatte ich etwas das Gefühl eine Mischung aus erwachsenem „Dawson’s Creek“ und einer ernsthafteren Version von „Ally McBeal“ zu sehen. Zudem überwiegen in der Serie herbstliche Farbtöne, was mich unweigerlich an die „Gilmore Girls“ denken lässt. Keiner dieser Vergleiche trifft es hunderprozentig – doch ist auch keiner völlig aus der Luft gegriffen. Welche Vergleiche man auch ziehen mag: J.J. Abrams ältestes Kind besitzt genügend Eigenständigkeit und Charme, um auch heute noch mitreißen zu können.

Die Erzählstruktur hat es mir besonders angetan: Wir erleben die Geschehnisse durch die Augen von Felicity. Wir hören ihre Gedanken. Nun bin ich jemand, der den Einsatz von Voice-over als Erzählstil in Film und Fernsehen durchaus legitim findet. Doch hier können sich selbst Gegner dieses narrativen Werkzeugs nicht beschweren: Felicity spricht nicht zum Zuschauer, sondern nimmt für eine Freundin Kassetten auf. Dadurch kommt es zu nachträglichen Beobachtungen diverser Lebenssituationen, womit unweigerlich eine charakterliche Weiterentwicklung und Selbstreflexion verbunden ist. Wirklich wunderbar gelöst.

Die Handlung selbst schwankt zwischen großem Gefühlsdrama und skurillen Alltagssituationen. Teils hatte ich noch den Eindruck, dass die Struktur etwas holprig wirkt. Dies hatte sich im Verlauf der Season aber gelegt. Der größte Vorteil – neben den guten Autoren – ist wohl Keri Russell, deren Felicity mir sofort ans Herz gewachsen ist. Auch die Nebencharaktere wissen zu überzeugen und es ist schön bekannte Gesichter (Greg Grunberg und Jennifer Garner, „ALIAS“) wiederzusehen.

Ich freue mich nun auf die kommenden Staffeln. Die NYU der Serie ist definitiv ein Platz, an dem man sich wohlfühlen kann und eignet sich somit fabelhaft für lockere und doch nicht anspruchslose Feierabendunterhaltung: 8/10 Punkte.

Timeline (Michael Crichton)

timline_buch.jpgDank eines freien Montags habe ich nun Michael Crichtons „Timeline“ endlich zuende gelesen. Begonnen hatte ich bereits im Urlaub, doch dann bin ich einmal wieder nur Abends zum Lesen gekommen, was stets viel von der Qualität des Lesevergnügens nimmt.

„Timeline“ ist ein Wissenschaftsthriller mit Anklängen an den Historienroman. Stets interessant und flott zu lesen. Besonders der Spannungsaufbau im ersten Teil weiß zu überzeugen. Man wird in die Welt eingeführt und betrachtet die Vergangenheit durch die Augen von Historikern. Im zweiten Teil geht es dann direkt ins 14. Jahrhundert und da sich der Handlungsort nicht ändert, kommt es zu einigen nett eingestreuten Déjà-vus. In der Vergangenheit ist die Geschichte dann nicht mehr sonderlich ausgereift und teils überschlagen sich die Handlungsstränge etwas. Unterhaltsam bleibt das Buch jedoch allemal.

Das Ende konnte mich dann wieder voll und ganz überzeugen. Sicher nicht sonderlich überraschend, aber absolut passend. „Timeline“ ist wahrlich nicht Crichtons bester Roman – weder vom Inhalt noch von der Sprache – doch er erlaubt sich keine wirklichen Schwächen. Ich bin nun schon einmal auf die Verfilmung gespannt und kann guten Gewissens 8/10 Punkte geben. Die 3,00 € für das Mängelexemplar haben sich auf jeden Fall voll und ganz bezahlt gemacht.

28 Weeks Later

Gestern Abend war ich einmal wieder im Kino und habe mir in illustrer Runde „28 Weeks Later“ angesehen, dessen Vorgänger von Danny Boyle mir ziemlich gut gefallen hat. So war „28 Days Later“ der Beitrag zum modernen Zombiefilm, der mir – neben „Shaun of the Dead“ – wohl am stärksten im Gedächtnis geblieben ist. Und nichts anderes ist auch der Nachfolger: Ein moderner Zombiefilm. Infizierte hin oder her.

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Der Einstieg in den Film – der auch die neuen Zuschauer auf die neue Weltordnung einstimmt – ist absolut wuchtig und brutal. Die Bedrohung bricht von einer Sekunde auf die nächste über ein paar Überlebende herein und ist nicht zu stoppen. Düster, beeindruckend und unmittelbar inszeniert. Dazu eine absolut passende musikalische Untermalung und großes Drama unter den Figuren. Wirklich sehr stark und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend.

Nach dem starken Anfang wirkt die Geschichte wie eine realistischere Variante von Romeros „Land of the Dead“. Der Alltag kehrt ein und ein Stadtteil wird wieder den Bewohnern zugänglich gemacht. Inklusive verbotener Zone und allem was dazu gehört. Der erneute Ausbruch der Seuche ist dann einigermaßen unglaubwürdig und von starken Zufällen abhängig. Aber nun gut. Ist ja schließlich auch ein Zombiefilm. Weiter geht es nun wie es kommen musste: Eine kleine Gruppe von Überlebenden kämpft sich durch Horden von Infizierten, um letztendlich mit einem Hubschrauber zu fliehen. Der Kreis zu Romero schließt sich wieder.

Die Flucht ist teils sehr bedrückend inszeniert. Die Szenen mit Nachtsichtgerät haben mich unweigerlich an Neil Marshalls grandiosen „The Descent“ denken lassen. Der Rest ist eher typische Zombiehatz mit einigen netten Effekten. War alles halt schon ein paarmal da. Den Rest füllt „28 Weeks Later“ mit Genreversatzstücken auf. Somit fehlt dem Film die Originalität seines Vorgängers und zurück bleibt ein wirklich unterhaltsamer und teils bedrückend inszenierter Reißer – und das ist für eine Fortsetzung im Horrorgenre schon einmal mehr, als man erwarten würde.

Für hartgesottene Zombiefans, die schon den Vorgänger mochten, kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Man darf nur nichts Neues erwarten und sollte über die mangelnde Logik hinwegsehen können: 7/10 Punkte.

Wo ist Fred? (WS1)

Gestern Abend waren wir bei Freunden mit einem brandneuen 37 Zoll LCD-TV. Da tun sich ganz neue Sichtungsmöglichkeiten auf und das Heimkino rückt wirklich in greifbare Nähe. Ich habe „Wo ist Fred?“ beigesteuert, der zu meiner Freude bei allen Teilnehmern des spontanen DVD-Abends wirklich gezündet hat – und auch mein äußerst positiver Eindruck von der letzten Sichtung wurde bestätigt.

Dieses Mal ist für mich noch deutlicher herausgekommen wie untypisch für deutsche Komödien der Film doch ist. Am ehesten lässt er sich wohl mit US-Komödien à la „Meine Braut, ihr Vater und ich“ (OT: „Meet the Parents“) vergleichen. Vermutlich gefällt mir der Film auch deshalb so gut. Screwball und Slapstick stehen im Vordergrund. Typische Elemente der deutschen Beziehungskomödie bleiben glücklicherweise außen vor – und das Beste: Der Film ist wirklich verdammt lustig!

Wenn man sich von Til Schweiger – der mir hier trotz allem sehr gut gefällt – nicht abschrecken lässt, wird man mit wunderbaren Darbietungen von hochklassigen Schauspielern, wie Jürgen Vogel oder Christoph Maria Herbst („Stromberg“), belohnt – die süße Alexandra Maria Lara gibt es zudem als Sahnehäubchen obendrauf. Ein rundum fantastisches Ensemble.

Wer sich einfach nur einmal gut unterhalten lassen will (ohne hintergründigen Witz, dafür mit ein paar politisch nicht ganz so korrekten Szenen), dem kann ich „Wo ist Fred?“ wirklich ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens – OT: Harry Potter and the Chamber of Secrets (2002)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ am 13. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach der kürzlichen Sichtung des ersten Teils, habe ich mich heute an „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ gemacht. Aufgrund der verstümmelten deutschen Schnittfassung habe ich – bis zum Erhalt der schweizer Version – weitgehend auf den Film verzichtet, was die Abnutzungserscheinungen um einiges geringer hält, als beim Vorgänger.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Chris Columbus zweiter – und letzter – Beitrag zur Reihe hat es meiner Meinung nach leichter, als die folgenden Verfilmungen: Die Vorlage ist relativ kompakt und bietet genug Stoff für eine gelungene filmische Umsetzung. Ganz im Stil des Vorgängers zaubert Columbus auch erneut eine recht werktreue Adaption auf die Leinwand. Durch die dichtere und erwachsenere Handlung hat der Film – trotz seiner Lauflänge – deutlich mehr Tempo, als der erste Teil, der mit Schwächen im Handlungsablauf zu kämpfen hatte.

Lange ist mir „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ als unbedeutendes Abenteuer im Gesamtwerk erschienen, doch seit dessen Abschluss weiß ich es besser: Es gibt unzählige Details zu entdecken und selbst Blicke und Gesten können anders interpretiert werden. Wirklich schön. Hier zahlt sich die strikte Werktreue aus, die die Nachfolger etwas vermissen lassen.

Fazit

Für mich ist Chris Columbus zweite Zauberei wohl die – bisher! – gelungenste Adaption der Romane. Sie liefert sich demnach ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Alfonso Cuaróns „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, der andere Stärken besitzt. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Columbus noch einmal auf den Regiestuhl im Potterschen Universum zurückkehren würde: 9/10 Punkte.

The New Adventures of Old Christine – Season 1

Endlich gibt es einmal wieder sehenswerten, klassischen SitCom-Nachschub: „The New Adventures of Old Christine – Season 1“. So sehr ich auch außergewöhnliche Produktionen – wie „Curb Your Enthusiasm“ oder „Arrested Development“ – liebe, so gerne kehre ich auch immer wieder zur klassischen SitCom zurück, die ihre bisherigen Höhepunkte in „Seinfeld“ und „How I Met Your Mother“ gefunden hat. Die neuen Abenteuer der alten Christine sind da keine ernsthafte Konkurrenz und doch macht die Serie wirklich sehr viel Spaß, was beinahe einzig und allein Julia Louis-Drefus (Elaine Benes, „Seinfeld“) zuzuschreiben ist.

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Die Prämisse ist – für SitCom-Verhältnisse – einigermaßen originell und bietet eine nette Ausgangssituation, wenngleich zu befürchten ist, dass sich die darauf bezogenen Gags irgendwann totlaufen. Christine und ihr Mann Richard leben in Scheidung. Dieser hat eine neue Freundin, die ebenso den Namen Christine trägt. New Christine eben. Über die 13 Folgen der ersten Staffel schien mir das Konzept noch relativ frisch zu sein, was – so bin ich der festen Überzeugung – aber auch nur am grandiosen Spiel von Julia Louis-Dreyfus liegt.

Seit „Stromberg“ war nicht mehr so ausgeprägtes Fremdschämen angesagt. Old Christine benimmt sich teils oberpeinlich, bleibt jedoch stets sympathisch, was – ich wiederhole mich – nur Julia Louis-Dreyfus zu verdanken ist. Man darf auch nicht den Fehler machen, den Charakter als reinen Elaine-Abklatsch zu sehen. Christine wirkt eher so wie Elaine als sie zu George wurde. „Seinfeld“-Kenner wissen nun hoffentlich, was ich meine.

Der restliche Cast kommt einfach nicht gegen Julia an. Doch auch hier gibt es teils nette Figuren zu sehen. Besonders Matthew hat meiner Meinung nach durchaus Potential. Von der Grundstimmung erinnert mich „The New Adventures of Old Christine“ irgendwie an eine gelungene Version von „According to Jim“ – warum auch immer. Ich werde auf jeden Fall dran bleiben – und sei es nur, um zu sehen wo die Autoren noch mehr Christines aus dem Hut zaubern: 8/10 Punkte (davon 7,5 für Julia Louis-Dreyfus).

Harry Potter und der Stein der Weisen – OT: Harry Potter and the Sorcerer’s Stone (2001)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Stein der Weisen“ am 29. Mai 2020 und am 6. Dezember 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach dem endgültigen Finale der Abenteuer des Jungmagiers hatte ich noch einmal Lust an den Anfang zurückzukehren. Somit gab es gestern Abend zum wiederholten Male die Verfilmung von „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Nach der ersten Kinosichtung war ich wirklich begeistert, wie werktreu Chris Columbus den Roman umgesetzt hatte. Nach ein paar weiteren Sichtungen wurde allerdings schnell klar, wie groß die Abnutzungserscheinungen dieses Prologs sind. Gestern jedoch wurde ich wieder wirklich gut unterhalten.

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Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Chris Columbus hat mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ das Buch nahezu 1:1 auf die Leinwand gebracht. Dies war auch noch leicht möglich, da der Inhalt sich nahezu auf die Exposition – d.h. Vorstellung der Charaktere und ihrer Welt – beschränkt und demnach einen relativ einfachen und – im Gegensatz zu den Nachfolgern – nur wenig komplexen Inhalt bietet. Diese Szenen, in denen Harry Potter seine Zauberwelt entdeckt, sind meiner Meinung nach auch ganz famos gelungen. Mit unglaublicher Liebe zum Detail ausgestattet und und mit viel Verspieltheit inszeniert.

Der zweite Teil – die Geschichte um den Stein der Weisen – wirkt dann etwas sehr konstruiert und gehetzt. Die Aufgaben gegen Ende sind zwar nett anzuschauen, doch ist die Struktur zu geradlinig um auch beim wiederholten Anschauen eine Faszination auf mich auszuüben. Allerdings wirkte dieser Teil auch in der Vorlage noch etwas unausgegoren. Den Vorwurf – wenn man es überhaupt so nennen mag – möchte ich hier auch nicht Chris Columbus machen, der meiner Meinung nach eine vorbildliche Adaption geschaffen hat, sondern eher dem nicht ganz ausgereiften Drehbuch.

Als Einstieg in die Welt des Harry Potter ist der erste Teil der Filmreihe auf jeden Fall gelungen. Die liebevolle Inszenierung zieht den geneigten Zuschauer in die Welt und bereitet ihn darauf vor, was noch kommen mag. Schwächen in der Struktur der Geschichte und teils unausgereifte VFX trüben den Spaß nur bedingt. Ein durchaus netter Anfang: 7/10 Punkte.