Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten – OT: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ am 17. September 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Dank rapide fallender Blu-ray Preise bin ich früher als gedacht in den Genuss des von mir im Kino verpassten „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ gekommen. Die allgemeinen Kritiken waren ja durchaus gemischt: So gab es einerseits Stimmen, die vom besten Teil seit dem Ursprung der Reihe redeten, andererseits wurde der Film als unnötiges Produkt eines geldgeilen Studios gesehen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen…

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Tatsächlich erinnert das vierte Abenteuer um Captain Jack Sparrow wieder eher an den famosen ersten Teil, als an den überladenen Abschluss der ursprünglichen Trilogie. Back to the roots sozusagen. Allerdings merkt man deutlich, dass Regisseur Rob Marshall die Popcornkino-Erfahrung eines Gore Verbinski fehlt. Die Inszenierung wirkt demnach weniger spritzig und um einiges angestaubter, als dies bei den Bombastwerken Verbinskis der Fall war. Hinzu kommt, dass das Drehbuch erzählerische Tiefe vermissen lässt und die Dialoge teils zu sehr nach einstudiertem Text klingen.

Ist „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“ dennoch eine würdige Fortsetzung der Piratenfilmreihe? Jein. Der Film wirkt weniger wie eine Fortsetzung, als wie ein Spin-off. Obwohl Johnny Depps Figur bereits die vorhergehenden Filme getragen hat, so fehlt doch die übergreifende Handlung, die stets mit imposanten Bösewichten und einer beinahe schon epischen Hintergrundgeschichte aufwarten konnte. Die in diesem Film thematisierte Suche nach der Quelle der ewigen Jugend wirkt wie eine beliebige Nebenhandlung, die genauso gut als Prequel funktioniert hätte.

Auch wenn dieser Teil der Reihe nicht wirklich zwingend nötig gewesen wäre, so macht es jedoch wieder enorm viel Spaß Captain Jack Sparrow bei seinen Abenteuern zu begleiten. Leider jedoch bleibt Blackbeard als Bösewicht erschreckend blass und kann weder Barbossa, geschweife denn Davy Jones das Wasser reichen. Penélope Cruz als Blackbeards Tochter ist dagegen wieder stets nett anzusehen und liefert sich unterhaltsame Plänkeleien mit unserem stets angetrunkenen Captain.

Erstaunlicherweise hat mir besonders der Beginn des Films in London recht gut gefallen, obwohl dieser Schauplatz etwas aus der Reihe fällt. Die Kutschenverfolgungsjagd wies zudem etliche Parallelen zu Renny Harlins „Cutthroat Island“ auf, ohne jedoch dessen Klasse zu erreichen. Was bleibt also am Ende? Unterhaltsame zwei Stunden, die ein weiteres Jack Sparrow-Abenteuer zeigen, über das man sich als Fan der Reihe durchaus freuen darf – alle anderen verpassen aber auch nichts, wenn sie es bei der usprünglichen Trilogie belassen. Knappe 7/10 Punkte.

Trust Me – Season 1

Diese Serie über das bunte Leben in einer Chicagoer Werbeagentur wurde mir von einem Arbeitskollegen empfohlen. Da die andere Serie über meine verhasste geliebte Branche zurzeit keine neuen Geschichten bietet, kam „Trust Me – Season 1“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Leider ist nach den 13 Episoden dieser ersten und einzigen Staffel auch schon wieder Schluss, da die Serie vorzeitig abgesetzt wurde. Äußerst schade.

Natürlich kann man „Trust Me“ überhaupt nicht mit „Mad Men“ vergleichen – und dennoch gibt es Parallelen. Konzentriert sich „Mad Men“ eher darauf seine Charaktere und die Zeit, in der die Serie spielt, zu portraitieren, so steht bei „Trust Me“ eindeutig die Arbeit im Vordergrund. Hier schwankt die Handlung zwischen übertriebener Branchensatire und dem Versuch die Arbeit der Werbenden möglichst hip und cool erscheinen zu lassen. Besonders Branchenkenner sollten somit auf jeden Fall ihren Spaß mit der Serie haben.

Die Charaktere sind allesamt recht sympathisch gezeichnet, was sie für den Zuschauer zugänglicher macht, als dies normalerweise in dieser von Ego getriebenen Branche möglich wäre. Enthusiasmus wird groß geschrieben und auch wenn larger than life durchaus als Motto für die Figuren und viele Handlungsstränge gilt, so beschreibt die Serie doch wunderschön die Verlockungen und Fallen der Werbebranche.

Mir hat die Serie enorm viel Spaß bereitet, was einerseits natürlich an etlichen bekannten Arbeitsabläufen, andererseits aber auch an dem flotten Drehbuch und den starken Darstellern – wie z.b. Eric McCormack (Will Truman, „Will & Grace“) und Monica Potter (Kristina Braverman, „Parenthood“) – liegt. Ich nehme nun schweren Herzens Abschied von der Serie und frage mich, warum es dutzende Anwalts-, Ärzte- und Krimiserien gibt, sich jedoch solch unterhaltsame Einblicke in die bunte Welt der Werbung nicht länger halten können: 8/10 (8.1) Punkte.

Paul (2011)

Manchmal ist es wahrscheinlich tatsächlich von Vorteil, wenn man einen Film nicht auf dem Höhepunkt seines Erfolgs sieht. Um Greg Mottolas „Paul“ entwickelte sich vor dem Kinostart ein gnadenloser Hype, dem man sich als nerdiger Filmfreund kaum entziehen konnte. Die meisten Kritiken waren jedoch ziemlich verhalten, was meine Erwartungshaltung auch deutlich dämpfte. Vermutlich konnte ich die Sci-Fi-Komödie deshalb umso mehr genießen…

Zunächst einmal sollte ich festhalten, dass ich Simon Pegg und Nick Frost bereits seit ihrer TV-Serie „Spaced“ vergöttere. Ihr erster gemeinsamer Film „Shaun of the Dead“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und auch „Hot Fuzz“ konnte mich ausgezeichnet unterhalten. Doch leider lässt „Paul“ ein nicht unwichtiges Element vermissen, nämlich den Regisseur und kreativen Kopf hinter den oben genannten Serien und Filmen: Edgar Wright, der lieber bei der letztjährigen Comic-Verfilmung „Scott Pilgrim vs. the World“ die Zügel in die Hand nahm und hier den Weg für Greg Motolla („Superbad“) freimachte.

„Paul“ ist weit davon entfernt die erzählerische Finesse eines „Shaun of the Dead“ zu erreichen, doch das stört in diesem Fall nicht sonderlich. Die Geschichte um das gestrandete und sehr menschliche Alien Paul ist äußerst bodenständig und wird dementsprechend geradlinig erzählt. Somit bekommen wir als Zuschauer einen relativ klassischen Roadmovie zu sehen, der in seinen besten Momenten an die Filme erinnert, die er zu parodieren versucht. Dabei nutzt sich der Gag, dass Paul recht gerne flucht und auch sonst kein Problem mit Obszönitäten hat, doch relativ schnell ab. Glücklicherweise ist die Geschichte mit mehr Herz ausgestattet, als man dies nach dem Trailer erwarten würde.

Auch wenn der Film nicht mit so vielen Gags aufwartet, wie sich viele Zuschauer gewünscht hatten, so muss ich doch sagen, dass mich das Gesamtpaket außerordentlich gut zu unterhalten wusste. Besonders die subtilen Anspielungen auf die großen Sci-Fi-Klassiker à la „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“ oder „Star Wars“ haben mir ausgezeichnet gefallen. Hinzu kommt das Nerd-Setting, welches wunderbar mit einem Besuch der Comic-Con eingefangen wurde und Gastauftritte von etlichen Schauspielern, die ich außerordentlich gerne sehe (u.a. Jane Lynch und Jeffrey Tambor). Insgesamt also ein wirklich unterhaltsamer Film, der mit der richtigen Erwartungshaltung unglaublich viel Spaß machen kann: 8/10 Punkte.

True Blood – Season 4

Kaum ist ein Jahr vergangen, steht auch schon wieder ein Besuch in Bon Temps an – und wie jedes Jahr musste mich auch „True Blood – Season 4“ wieder aufs Neue von sich überzeugen. Es hat jedoch nicht lange gedauert, bis ich dem übernatürlichen Südstaaten-Charme wieder vollends verfallen war. Exakt die richtige Prise Trash für den müden Feierabend.

Der episodenübergreifende Handlungsstrang hat mir dieses Mal sehr gut gefallen. Vielleicht auch weil er nicht so dominant war und Raum für kleinere Geschichten gelassen hat, wodurch besonders den Nebenfiguren mehr Raum zugestanden wurde. Hinzu kommt, dass das Sammelsurium an übernatürlichen Wesen abermals Zuwachs bekommt bzw. Andeutungen der dritten Staffel ausgebaut werden. Besonders Jasons Werepanther-Erlebnis ist an Absurdität beinahe nicht zu überbieten.

Die Dreiecksbeziehung zwischen Sookie, Bill und Eric wird ebenfalls auf die Spitze getrieben. Was es hier teils an Edeltrash zu sehen gibt, ist schon fast nicht mehr feierlich. Seltsamerweise fällt es mir sehr leicht „True Blood“ solche Szenen zu verzeihen. Vermutlich würde ich sie sogar vermissen, da die Serie eben genau von dieser Mischung aus Horror, Trash und Humor lebt. Hinzu kommt eine wunderbar selbstironische Inszenierung, welche die Geschichte mit irritierend unterhaltsamen Wendungen vorantreibt.

Das Staffelfinale war mir dieses Jahr etwas überstürzt erzählt und mit zu vielen plötzlichen Todesfällen angereichert. Aber nun gut, irgendwie muss man ja auch die Handlung der kommenden Staffel etablieren – und wie so oft bei „True Blood“ geschieht dies eben mit dem Holzhammer. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Rückkehr von Russell Edgington. Somit dürfte auch der Untehaltungswert der kommenden Staffel gesichert sein: 8/10 (7.9) Punkte.

Rio (2011)

Zum Abschluss dieser durchaus aufreibenden Arbeitswoche habe ich mir mit Blue Skys „Rio“ einen entspannten Start ins Wochenende gegönnt. Die „Ice Age“-Reihe des Animationsstudios hat mich bisher stets recht gut unterhalten, insofern war ich gespannt, wie sich der – im Gegensatz zur Eiswüste – kunterbunte Handlungsort auf die Geschichte auswirkt.

Zunächst einmal kann festgehalten werden, dass die Karnevalstadt am Zuckerhut einfach nur atemberaubend umgesetzt wurde. Der Film lebt wahrlich von seiner titelgebenden Location, die sich natürlich nur von ihrer besten Seite zeigt. Wirklich sehr gelungen. Auch die Charaktere sind schön gestaltet und werden liebevoll animiert und in Szene gesetzt. Technisch kann man dem Film nahezu keine Vorwürfe machen. Er sieht einfach nur gut aus.

Mit der Handlung kann „Rio“ dagegen keine Preise gewinnen. Eine klassische Liebesgeschichte, ein wenig „Flucht in Ketten“ und stereotype Bösewichte. Wendungen gibt es kaum und bis zum unausweichlichen Happy End entwickelt sich der Film ziemlich genau so, wie man es sich erwartet. Glücklicherweise sind die beiden Hauptfiguren (gesprochen von Jesse Eisenberg und Anne Hathaway) sehr sympathisch gezeichnet und geben über weite Strecken ein herrlich zankhaftes Odd Couple ab.

Leider jedoch konzentriert sich der Film zu wenig auf seine Hauptfiguren und führt – im wahrsten Sinne des Wortes – zu viele schräge Vögel ein, die als ach so lustige Sidekicks fungieren sollen. Hier merkt man, dass der Film hauptsächlich auf eine sehr junge Zielgruppe zugeschnitten wurde. Auch die viel zu ausführlichen Gesangs- und Tanzeinlagen hätte man sich meiner Ansicht nach sparen können. Aber nun gut, gerade diese werden beim Zielpublikum eben besonders gut ankommen.

Für Animationsfilmfreunde bietet „Rio“ durchaus vergnügliche 90 Minuten. Man sollte sich natürlich keine Pixar- oder Disney-Qualitäten erhoffen, doch darf man sich über ein tolles Setting, sympathische Charaktere und eine actionreiche Geschichte freuen. Harmloser Spaß, der Urlaubsgefühle ins herbstliche Deutschland zaubert: 7/10 Punkte.

Mad Men – Season 4

Wenn mich eine Serie stets aufs Neue überrascht, dann wohl dieses fantastische Sittengemälde der USA der 1960er Jahre. Auch wenn ich es anfangs nicht für möglich hielt, so steht auch „Mad Men – Season 4“ seinen Vorgängerstaffeln in nichts nach und schafft es selbst im vierten Jahr neue Akzente zu setzen. Ich mag noch gar nicht daran denken, wie lange ich nun auf Staffel 5 warten muss…

Nach Sichtung der dritten Staffel dachte ich ja, dass eine Steigerung nun nicht mehr möglich wäre. Dann jedoch wurde allen Hauptfiguren ein völlig neuer Lebensmittelpunkt gegeben und mit den bisherigen Strukturen gebrochen. Höchst interessant und spannend in absolut jeder Hinsicht – sowohl beruflich, als auch insbesondere privat. Zudem beinhaltet die vierte Staffel den meiner Meinung nach bisherigen Höhepunkt der Serie: „The Suitcase“ ist wahrlich Unterhaltung in Perfektion. John Hamm und Elisabeth Moss sind großartig. Die perfekte Serienepisode.

Der Handlungsstrang rund um die neu eröffnete Agentur Sterling Cooper Draper Pryce ist für Branchenkenner wahrlich spannend zu beobachten. Besonders das Wegbrechen großer Hauptkunden (oder Marketingsprech: Key Accounts) bringt alle Charaktere in interessante Situationen, die teils noch überraschender aufgelöst werden. Herrlich! Jede einzelne Figur entwickelt sich konsequent und doch so sprunghaft, wie es das Leben eben manchmal erfordert, weiter. Nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch sämtliche Nebenfiguren. Ganz groß.

Einen einzigen Kritikpunkt möchte ich dieses Mal jedoch äußern: Don Drapers alternde Sekretärin war mir über weite Strecken zu übertrieben offensichtlich als Comic Relief angelegt. Das Ende ihrer Arbeitsbeziehung war dagegen wirklich eine unerwartet humorvolle Wendung in der Staffel.

Für mich beweist auch die vierte Staffel, dass es sich bei „Mad Men“ um eine Ausnahmeserie handelt. Hochwertigste Unterhaltung, die dabei jedoch nie den Fehler macht zu Arthouse seien zu wollen. Die kommende Staffel wird erst 2012 ausgestrahlt, was die Heimkinoveröffentlichung auf 2013 schiebt. Das wird eine harte Zeit – und das ist wohl das größte Kompliment, das man einer Serie machen kann: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Entourage – Season 8

Wieder einmal geht eine Serie zu Ende. Eine Reise durch die Glitzerwelt Hollywoods, die für mich vor viereinhalb Jahren begann und nun mit „Entourage – Season 8“ ihr mehr oder weniger gelungenes Ende findet. Auch wenn die Serie in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, so fällt der Abschied doch schwer. Aber als Seriennarr ist einem dieses Gefühl ja nur allzu vertraut.

Nach der völlig misslungenen siebten Staffel hatte ich ja keine großen Hoffnungen mehr für den Abschluss der Serie. Glücklicherweise hat man jedoch einen einigermaßen versöhnlichen gefunden. Zwar ist nicht mehr viel von der bunten und zitatenreichen Vielfalt der ersten drei bis vier Staffeln zu spüren, doch gibt es für alle Charaktere zumindest ein übertrieben hollywoodmäßiges Happy End. Viel zu kitschig, viel zu konstruiert und vermutlich deshalb doch in den Rahmen der Serie passend.

Die Handlung der Staffel versucht – besonders auf Beziehungsebene – alle losen Enden befriedigend zusammenzuführen. Dies funktioniert in meinen Augen nur leidlich gut, doch immerhin darf man sich noch einmal mit den liebgewonnene Charakteren freuen. Wenigstens etwas. Daneben überzeugt in meinen Augen besonders der Handlungsstrang um Dramas Cartoon „Johnny’s Bananas“, der mit Andrew Dice Clay zudem einen äußerst unterhaltsamen 80er Jahre Gaststar aufzufahren weiß.

Da die Staffel nur 8 Episoden beinhaltet wirken sämtliche Handlungselemente sehr gehetzt und überstürzt eingeführt. Ich musste oftmals schon mehr als nur ein Auge zudrücken, um meinen Spaß mit der Show zu haben. Dennoch hatte ich diesen und auch wenn ich fast schon wehmütig an die Hochphase der dritten Staffel zurückdenke, so bin ich doch froh bis zum Ende dabeigeblieben zu sein. Einmal Hollywoodluft schnuppern. Dafür danke „Entourage“ – und natürlich danke für Ari Gold: 7/10 (7.0) Punkte.

Moon (2009)

Freitagabend. Filmzeit. Nachdem der Film schon unendlich lange auf meiner Liste der noch zu sehenden Filme stand, habe ich heute endlich „Moon“ eingelegt. Der Film von David Bowies Sohn Duncan Jones wurde besonders von Genrefans in den höchsten Tönen gelobt. Selbst Vergleiche zu Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Blade Runner“ wurden gezogen. Doch was hat der 2009er Überraschungshit tatsächlich zu bieten? Spoiler sind zu erwarten.

Der Film hat eine Menge zu bieten. Besonders eine Menge Sam Rockwell. Der Film ist eine One-Man-Show im besten Sinne. Glücklicherweise hatte Duncan Jones ein glückliches Händchen bei der Besetzung – wenn man dem Making of glauben mag, hatte er „Moon“ sogar einzig und allein für Sam Rockwell geschrieben. Eine klassische Win-Win-Situation. Auch für den Zuschauer. Ebenso wichtig, wie der Hauptdarsteller ist jedoch das futuristische Setdesign, das tatsächlich an die Sets der großen Sci-Fi-Klassiker, wie z.B. die Nostromo aus „Alien“, erinnert. Äußerst gelungen.

Die Geschichte an sich hatte ich mir deutlich mysteriöser vorgestellt. Diverse Film-Podcasts schlichen verdächtig um etwaige Spoiler herum und man hätte den Eindruck gewinnen können, dass „Moon“ auf eine große Auflösung abzielt. Jedoch weit gefehlt. Die Handlung ist von Anfang an recht klar und versucht nicht den Zuschauer unnötig auf falsche Fährten zu locken. Es geht nicht darum, dass Sam Bell herausfindet ein Klon zu sein (was ohnehin bereits in den ersten 30 Minuten geschieht), sondern was er mit dieser Information anstellt. Was ist der Sinn des Lebens? Was macht ein Individuum aus? Existenzielles Drama par excellence.

Auch wenn ich „Moon“ nicht als so einflussreich und beeindruckend wahrgenommen habe, wie wohl die meisten Genrefans, so hat mich der Kern der Geschichte doch wirklich berührt. Ich mochte die Interaktion der beiden Sams, den zur Abwechslung netten Roboter und die audiovisuelle Präsentation des Films. Ein kleiner und doch großer Genrefilm, wie es sie viel zu selten gibt. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben: 8/10 Punkte.

Rizzoli & Isles – Season 2

Wie bereits im letzten Jahr, hätte ich ohne meine Frau wohl nicht in „Rizzoli & Isles – Season 2“ reingeschaut. Eine weitere Krimiserie, in der pro Episode einen Fall abgearbeitet wird und die hauptsächlich von ihren Charakteren lebt. Trotz meiner Abneigung gegen das Genre, habe ich die Sichtung nicht bereut und wurde über die 10 Episoden gut unterhalten.

Neben einigen durchschnittlichen Episoden, gab es in dieser Staffel wieder größtenteils relativ fesselnde Krimikost mit sympathischen – wenn auch ziemlich überzeichneten – Charakteren. Im Gegensatz zu „Castle“ schwankt mir der Ton immer noch etwas zu sehr zwischen ernsthaftem Drama und leichter Komödie, wobei die Serie immer öfter in seichtere Regionen abgleitet. Allerdings gibt es auch packende Fälle, wie z.B. die wirklich spannende Episode „Brown Eyed Girl“, in der ein Fall von Kindesentführung im Mittelpunkt steht – wie gemacht für junge Eltern.

Wie bereits die erste Staffel bietet auch das zweite Jahr mit Rizzoli und Isles gute Unterhaltung. Den Nebencharakteren wird mehr Raum gegeben und auch wenn die Fälle oft ziemlich konstruiert wirken, so kann man nicht nur als Krimifreund durchaus Spaß mit der Serie haben: 7/10 (6.7) Punkte.

Edit: Wir mir Nachtfalke berichtete, befindet sich die Serie nur in der Sommerpause. Sobald die restlichen Episoden ausgestrahlt worden sind, werde ich den Eintrag entsprechend anpassen.

Edit 2: Inzwischen habe ich auch die verbleibenden fünf Episoden gesichtet. An der Bewertung der Staffel ändern diese jedoch nichts.

Cougar Town – Season 2

Die Serie war einer der letzten Neuzugänge in meinem Comedy-Programm und ich bin hoch erfreut, dass sich „Cougar Town – Season 2“ im Vergleich zum Vorjahr noch einmal steigern konnte. Glücklicherweise wurde das ursprünglich geplante Konzept wieder fallen gelassen und statt Courteney Cox auf Männerfang, darf man nun eine wunderbar funktionierende Ensemble-Comedy genießen – man achte hierzu auch stets auf die Titeleinblendung.

Letztendlich setzt die zweite Staffel genau an dem Punkt an, an dem man die erste vor einem halben Jahr verlassen hat. Trevor geht nun aufs College, doch sonst ändert sich eigentlich nichts. Sehr erfrischend fand ich, dass die Beziehung zwischen Jules und Greyson aufrecht erhalten wird und man nicht krampfhaft versucht eine neue ‚Ross und Rachel‘-Geschichte zu etablieren. Normalerweise leben Liebesgeschichten in Serien und Filmen ja auch von der stetigen Spannung, die meist genau dann verpufft, wenn die Charaktere zueinanderfinden. Hier jedoch entspinnt sich eine wahrlich herrliche Dynamik, von der sich andere RomComs ein paar Scheiben abschneiden könnten.

Die einzelnen Geschichten drehen sich, wie bereits in der ersten Staffel, um die kleinen und doch großen Nichtigkeiten des Lebens. Schön fand ich, dass die Serie nun immer häufiger aus der Popkultur zitiert (z.B. „Die üblichen Verdächtigen“) und auch die Dialoge einfach herrlich pointiert sind. Für Freunde von Wort- und Dialogwitz gibt es hier wahrlich einiges zu entdecken. Besonders sympathisch fand ich auch die stete Weiterentwicklung der eingebauten Running Gags – man fühlt sich tatsächlich als Teil der Gang.

Für mich hat sich „Cougar Town“ als erstaunlich sichere Bank in meinem Comedy-Programm erwiesen. Die Episoden bewegen sich alle auf hohem Niveau und Durchhänger sind kaum auszumachen. Ich freue mich jetzt schon auf das dritte Jahr mit der Gang und hoffe sehr, dass die Autoren über den Sommer noch reichlich frisches Material gesammelt haben: 8/10 (8.2) Punkte.