Die Anstalt (John Katzenbach)

anstalt.jpg

Nach über vier Monaten habe ich nun endlich meinen aktuellen Lesestoff – John Katzenbachs „Die Anstalt“ – beendet. Ich glaube damit habe ich einen neuen Nekativrekord erreicht. Aber was soll man auch machen, wenn man nur abends zum Lesen kommt und das Spannendste am Buch das Cover ist?

Die Geschichte um den Geisteskranken Francis „C-Bird“ Petrel, der in einen Mordfall verstrickt wird, ist interessant und stimmig erzählt. Leider verliert sich der Autor in unzähligen Einzelheiten und Beschreibungen, die die Geschichte um keinen Deut voranbringen. Somit wird die Handlung auf 750 Seiten gestreckt, was sich oftmals leider in ziemlicher Langeweile äußert. Auf 400 Seiten – und das ist für die Geschichte noch hoch gegriffen – komprimiert, wäre bestimmt eine spannende Sache daraus geworden. So habe ich mich leider über viele Seiten weiterquälen müssen.

Hervorheben muss man klar den Schreibstil. Dieser ist ungewöhnlich gut. Die Sätze ziehen sich teils über eine halbe Seite und entsprechen irgendwie dem verworrenen Klinikleben, das die Hauptfiguren durchleben müssen. Auch die Struktur des Romans (Francis erzählt die Geschichte und wird in der Gegenwart von den Geistern seiner Vergangenheit gequält) kann man durchaus als gelungen bezeichnen.

Gegen Ende habe ich einen großen Knall erwartet. Es wird soviel mit Geisteskrankheit und Wahrnehmung gespielt, zudem heißt das erste Kapitel „Der unzuverlässige Erzähler“ – ich hätte schwören können, dass letztendlich die Hauptperson selbst – oder zumindest ein Teil seiner schizophrenen Persönlichkeit – der Killer ist. Die eigentliche Auflösung ist dagegen unendlich schwach und langweilig. Schade, denn hier wurde wirklich Potential verschenkt.

Insgesamt ist „Die Anstalt“ ein gut geschriebener Roman, dessen Inhalt es leider nicht mit der Form aufnehmen kann. Mit viel gutem Willen vergebe ich 6/10 Punkte. Ob ich noch einmal etwas von John Katzenbach lesen werde: Ich wage es zu bezweifeln.

Mission: Impossible 3 (2006)

Nachdem ich vom direkten Vorgänger unendlich enttäuscht war, habe ich mich heute dennoch an J.J. Abrams „Mission: Impossible 3“ gewagt, den – zumindest bisher – finalen Teil der Filmreihe um Agent Ethan Hunt. Bereits nach den ersten Minuten war Aufatmen angesagt: Zwar ist auch der Abschluss der Trilogie ganz anders ausgefallen, als Brian De Palmas Erstling, doch darf man das – im Gegensatz zu Teil 2 – durchaus positiv werten.

mi3.jpg

Ich weiß nicht, ob ich mir das nur eingebildet habe, oder ob ich aufgrund meiner Serien-Sichtungen vorbelastet bin, doch hatte ich teils wirklich das Gefühl einen „ALIAS“-Kinofilm vor mir zu haben. Schon allein die Geschichte – inklusive Handlungsklammer und Twist – scheint der Serie um Sydney Bristow entsprungen zu sein. Das IMF-Hauptquartier ähnelt vom Look zudem deutlich den Geheimdienstzentralen der Show. Die Einbindung von Ethan Hunts Privatleben – inklusive dem Aufrechterhalten seiner Geheimidentität – habe ich auch schon einmal gesehen und Simon Peggs Charakter entspricht 1:1 dem Computergenie Marshall. Zufall? Ich glaube nicht. Ebensowenig wie die Gastauftritte einiger „ALIAS“-Darsteller (inklusive Greg Grunberg).

J.J. Abrams hat das getan, was er am besten kann: Eine stimmige Geschichte packend inszenieren, sowie Handlung und Charaktere stets interessant gestalten. Also all das, was John Woo im zweiten Teil vergeigt hat. Zwar gewinnt auch hier der Plot um die Hasenpfote – dieses Mal übrigens ein echter MacGuffin – keinen Innovationspreis, doch bleiben die Aktionen des IMF-Teams stets interessant genug, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Überhaupt liegt der Schwerpunkt wieder mehr auf Teamarbeit, obwohl Tom Cruise natürlich immer noch im Vordergrund steht.

Im Gegensatz zum zweiten Teil gibt es unter J.J. Abrams Regie gute bis sehr gute Leistungen der Schauspieler zu beobachten. Philip Seymour Hoffman spielt ohne Zweifel alle an die Wand, doch auch Tom Cruise darf wieder mehr zeigen, als sein breites Grinsen. Dies kommt klar auch dem emotionalen Grundgerüst der Geschichte zugute und man ist als Zuschauer wieder wirklich an den Figuren und ihrem Schicksal interessiert.

J.J. Abrams hat mit „Mission: Impossible 3“ einen spannenden und äußerst unterhaltsamen Beitrag zur Agententrilogie geschaffen – wenn nicht sogar den unterhaltsamsten. Bei der nächsten Sichtung werde ich mich wohl auf die ungeraden Teile beschränken: 8/10 Punkte.

2001 Maniacs

Es ist angerichtet! Wieder einmal hat es mich zu einem Genrefilm hingezogen, dessen mangelnde Qualität mir schon bereits vor der Sichtung klar war: „2001 Maniacs“ – Tim Sullivans Remake des Hershell Gordon Lewis-Klassikers „Two Thousand Maniacs!“. Was reizt mich nur immer wieder an solchen Filmen?

2001_maniacs.jpg

Die Handlung ist völlig nichtig und dient nur als Aufhänger möglichst viele pubertäre Fantasien à la „American Pie“ und teils deftige Goreszenen unter einen Hut zu bringen. Spaßig ist das ganze trotzdem. Die Atmosphäre in der Kleinstadt stimmt und mit Robert Englund („A Nightmare on Elmstreet“) wurde die perfekte Besetzung für den Bürgermeister gefunden. Diverse Spitzen gegen sowohl Süd- als auch Nordstaaten würzen die bunte Schlachtplatte zudem mit – flachen, aber dennoch – satirischen Spitzen.

An Schauspielern gibt es zudem noch Lin Shayne („Dead End“), Giuseppe Andrews (Germ aus „Two Guys and a Girl“), sowie Peter Stormare („Fargo“, „Prison Break“) zu entdecken. Überhaupt ist der Supportcast recht gut gewählt. Auf jeden Fall besser als die 08/15-Darsteller der Hauptfiguren. Aber das war hier auch nicht anders zu erwarten. Freunden des Genres dürfte zudem Eli Roths Auftritt als Justin gefallen. Eine Rolle, die er bereits in seinem – eher schwachen – Kinodebut „Cabin Fever“ gespielt hat.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Das Ende ist ganz nett, die Effekte auch. Insgesamt war mir der Film aber zu sehr auf Teenies ausgelegt. Schade. Dennoch hatte ich meinen Spaß. Der Film kommt sympathisch rüber und man merkt – wie auch bei den Werken von Eli Roth – dass die Macher mit Spaß und Liebe für das Genre bei der Sache waren. Kein wirklich guter Film, aber durchaus unterhaltsam: 5/10 Punkte.

Children of Men (2006)

Gestern Abend habe ich mir endlich Alfonso Cuaróns „Children of Men“ angesehen. Wieder ein Film, bei dem ich mich ärgere, ihn nicht auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Doch hätte auch dieses Erlebnis kaum die Intensität der gestrigen Sichtung übertreffen können.

childrenofmen.jpg

Alfonso Cuarón hat mit „Children of Men“ eine düstere Zukunftsvision erschaffen. Eine Art von Film, wie sie seit den 70ern nicht mehr gemacht werden. Die Adaption von P.D. James‘ Roman erinnernt am ehesten an verstörende Utopien, wie „Soylent Green“ oder „Fahrenheit 451“. Der Film ist dreckig, es liegt eine beständige Hoffnungslosigkeit in der Luft und es gibt keine Helden. Damit erhebt sich „Children of Men“ über den Status eines reinen Unterhaltungsfilms. Er hat eine Aussage. Mag man ihn nun als Kommentar zur Globalisierung, als Warnung vor dem Klimawandel oder als Analogie zu heutigen Krisengebieten sehen. Der Film funktioniert. Er funktioniert auf all diesen Leveln.

Die Geschichte an sich ist eher einfach. Eine Rettungsmission. Von A nach B. Doch den Film darauf zu reduzieren wäre nicht nur oberflächlich, es wäre schlicht falsch. Man sieht die Welt durch die Augen von Theo Faron. Einem Mann ohne Zukunft. Ohne Hoffnung. Auf seiner Reise erhascht man unzählige Eindrücke einer kranken Welt. Einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Die im Jahre 2027 – in dem der Film angesiedelt ist – bereits seit langer Zeit aus den Fugen geraten ist. Durch das Aufkeimen von Hoffnung wird Theo wieder ein Sinn in seinem Leben gegeben. Er wandelt nicht mehr wie tot durch diese kranke Welt. Er hat ein Ziel und muss sich deshalb mit dieser Welt auseinander setzen.

Was mich bei „Children of Men“ wirklich umgehauen hat, ist die Inszenierung. Alfonso Cuarón erschafft eine Welt, wie sie glaubhafter und beängstigender nicht sein könnte. Man fühlt sich nicht wie 20 Jahre in der Zukunft. Das ist jetzt. Heute. Der Zuschauer ist live dabei. Wenn Bomben explodieren, wenn Immigranten über den Haufen geschossen werden, wenn es keine Hoffnung mehr gibt. Unglaublich. Unglaublich intensiv. Ich war selten so beeindruckt von der Art der Inszenierung. Ganz groß. Ich möchte nicht wissen, wie der Kameramann bei der finalen Häuserschlacht geschwitzt hat, die – mindestens 5 Minuten lang – ohne einen einzigen Schnitt auskommt. Ich kann es nur noch einmal sagen: Unglaublich!

Trotz seiner grandiosen Wirkung ist der Film nicht fehlerfrei. The Human Project als MacGuffin erschien mir etwas plump. Ebenso die Ehrfurcht der militärischen Einheit vor dem Baby. Auch das Ende hat mich letztendlich nicht 100%ig überzeugt. Doch das sind alles nur Nebensächlichkeiten in einem wirklich herausragenden Film.

Bei den Schauspielern überzeugt allen voran einmal wieder Clive Owen, dem man den gebrochenen Helden voll und ganz abnimmt. Auch Michael Caine als Althippie hat seine Momente und auch der Rest des Casts fügt sich grandios in diese düstere Zukunft ein. Erwähnen muss ich auch noch die grandiosen VFX. So ist z.B. in der Geburtsszene das Baby vollständig computeranimiert. Wirklich grandios gemacht und nicht – zumindest auf den ersten Blick – zu erkennen.

„Children of Men“ sollte man wirklich gesehen haben. Hinter der oberflächlichen Haupthandlung steckt so viel mehr. Alfonso Cuarón hat sich meiner Meinung nach selbst übertroffen. Ich hoffe der Film wirkt bei der nächsten Sichtung noch genauso intensiv: 9/10 Punkte.

The Soundtrack of My Life

Gefunden und geklaut bei konna. Davor bei Leonope und – in abgewandelter Form – bei Paul gesehen. Ich habe das Stöckchen aufgesammelt, da ich viel weniger über Musik schreibe, als diese eigentlich eine Rolle in meinem Leben spielt – und weil ich anscheinend zuviel Zeit habe. Sollte ich nicht arbeiten? Wie auch immer: Verlinkungen führen zu YouTube. Allerdings gibt es dort nicht alle Songs und diese teils auch nur in seltsamen Versionen. Also nicht zu sehr wundern! 😉

Gesucht ist ein Song …

 

… der dich traurig macht:

Jimmy Eat World – Hear You Me
Der Song packt mich jedes Mal aufs Neue. So schön kann Abschied sein. Hoffnungsvoll und doch traurig. Würde ich mir ein Lied für meine eigene Trauerfeier wünschen, dann dieses.

… bei dem Du weinen musst:

Pearl Jam – Man of the Hour
Was musste ich mit den Tränen kämpfen, als ich den Song das erste Mal gehört habe. Nicht ganz unschuldig daran war Tim Burtons „Big Fish“. Doch auch für sich genommen ein wunderbar trauriger Song.

… der Dich glücklich macht:

The Weakerthans – Aside
Soviel Power, so melodiös und so poetisch. Ich liebe diesen Song und ja, er macht mich glücklich.

… bei dem Du sofort gute Laune kriegst:

Johnossi – Man Must Dance
Schwer zu beschreiben. Einmal auf einem Konzert gehört und sofort liebgewonnen. Perfekt!

… bei dem Du nicht still sitzen kannst:

Feeder – Just a Day
So mitreißend, dass man einfach nicht anders kann, als gut gelaunt durchs Zimmer zu hüpfen. Es geht schon wieder los…

… der Deiner Meinung nach zu kurz ist:

Cat Stevens – Tea for the Tillerman
Vielleicht aber auch so gelungen, weil der Song so kurz ist.

… der Dir etwas bedeutet:

Sportfreunde Stiller – Wunderbaren Jahren
Hier könnte ich unzählige Songs nennen. Wohl auch die meisten der anderen Kategorien. Doch dieser fasst das alles recht schön zusammen – auch inhaltlich.

… den Du ununterbrochen hören kannst:

Mando Diao – If I Leave You
Ich glaube diesen Song habe ich noch nie weggedrückt. Überhaupt kann man MANDO DIAO fast immer hören.

… den Du liebst:

The Postal Service – Such Great Heights
Einfach anders, einfach schön. Fast hypnotisch. Das muss Liebe sein.

… den Du besitzt, aber nicht magst:

Bloodhound Gang – Kiss Me Where It Smells Funny
Klarer Fall von jugendlicher Geschmacksverirrung.

… dessen Text auf Dich zutrifft:

Jimmy Eat World – A Praise Chorus
Früher umso mehr, doch auch heute noch fühle ich eine besondere Beziehung zu dem Song. Einfach geschubst werden, etwas wagen, nicht nur dastehen und zusehen. Egal in welcher Beziehung.

… von einem Soundtrack:

Imogen Heap – Hide and Seek
Seltsam. Anders. Emotional. Spannend.

… den du schon live gehört hast:

Die Ärzte – Hurra
Wieder einer aus vielen. Doch DIE ÄRZTE habe ich einfach schon öfter besucht, als andere Bands… 😉

… der nicht auf deutsch/englisch ist:

Persiana Jones – Tremarella
Fröhlicher Ska/Pop/Punk aus Italien.

… der von einer Frau gesungen wird:

Belle & Sebastian – Family Tree
Ein sehr zurückhaltender, ruhiger Song mit tollem Text und einer sympathischen Stimme.

… eines Solokünstlers:

Aimee Mann – Momentum
Damit die Frauenquote hier doch etwas gewahrt wird. Klasse Song von einer klasse Songwriterin.

… Deiner Lieblingsband:

Jimmy Eat World – Lucky Denver Mint
Ich könnte hier wohl jedes Lied von JIMMY EAT WORLD nennen. Sie machen einfach fantastische Musik.

… aus Deiner frühesten Kindheit:

Andrew Lloyd Webber – Starlight Express
Ich musste durfte den Song im Musikunterricht spielen, habe vor dem Musicalbesuch die MCs rauf und runter gehört und schließlich die Show gesehen. Höre ich demnach auch heute noch recht gerne.

… mit dem Du Dich identifizierst:

Millencolin – Bullion
Zwar fast schon verjährt, aber dennoch…

… den Du Deinem Schwarm vorsingen würdest:

John Denver – Leaving on a Jet Plane
Würde? Habe! Einer der wenigen Songs, die ich je auf der Gitarre zusammenbekommen habe. Dabei ist gar niemand weggeflogen…

… zum Küssen:

Violent Femmes – Good Feeling
Wunderschöner Song der FEMMES. Zudem das Lieblingslied von Lilly und Marshall.

… zum Kuscheln:

Badly Drawn Boy – The Shining
Der Song lullt einen beim Hören richtig schön ein. Allein das Gefühl kommt dem des Kuschelns schon recht nahe.

… der Dich an Deinen letzten Liebeskummer erinnert:

Blink 182 – Untitled
Der Text sagt alles, was einem bei Liebeskummer so durch den Kopf gehen könnte. Auch schon verjährt.

… der von Sex handelt:

Add N to (X) –  Plug me in
Der Titel sagt alles. Das unzensierte Video auch, das ich leider nicht aufgetrieben habe.

… der Dich an einen Urlaub erinnert:

Red Hot Chili Peppers – Especially In Michigan
Abschlussfahrt letzten Sommer. Den Song habe ich rauf und runter gehört.

… der Dir peinlich ist, dass Du ihn gut findest:

Elton John – Can You Feel the Love Tonight
Eigentlich ist mir kein Song peinlich den ich gut finde, aber sowas habt ihr euch doch vorgestellt, oder? 😉

… den Du gerne beim Aufstehen hörst:

Faith No More – Easy
Welcher Song wäre passender?

… zum Einschlafen:

Howard Shore – The Breaking of the Fellowship
Dabei kann ich supergut einschlafen. Meist höre ich dann allerdings doch bis zum bitteren Ende.

… den Du gerne beim Autofahren hörst:

Jane’s Addiction – Superhero
Dabei fühle ich mich dann immer wie in Hollywood.

… der Dir schon mal in einer Situation geholfen hat:

Foo Fighters – Monkey Wrench
Dieser Song hat mir in einer Situation geholfen, die ausschlaggebend für die Entwicklung meines Musikgeschmacks sein sollte. Danke FOO FIGHTERS!

… dessen Video Du als letztes im Fernsehen gesehen und sehr gut gefunden hast:

Death Cab for Cutie – I Will Follow You into the Dark
Zwar nicht im TV gesehen, aber sofort ins Herz geschlossen. So schön, so traurig, so packend.

… den Du immer wieder hören musst (kannst):

The Shins – Phantom Limb
Unaufdringlich, ruhig, mitreißend. Das sind THE SHINS. PHANTOM LIMB ist zudem mein Liebling der neuen Platte. Kann man immer wieder hören.

… der Dich nervt:

Texas Lightning – No No Never
Glücklicherweise höre ich kaum Radio.

… der dich rasend macht:

Ronan Keating – Iris
Warum das schöne GOO GOO DOLLS-Original so verschlimmbessern ohne etwas wirklich neues beizutragen?

… den Du von einer/m Freund/in lieben gelernt hast:

Franz Ferdinand – Jacqueline
Super Band, super Song. Nun will ich die Jungs endlich einmal live sehen.

… den du magst, aber die Band nicht:

Creed – My Sacrifice
Der Song gefällt mir. Warum auch immer.

… den du gerade hörst:

Weezer – The World Has Turned and Left Me Here
Jetzt konnte ich WEEZER doch noch unterbringen. Wunderbar.

… einer Band, die es (so) nicht mehr gibt:

…But Alive – Beste Waffe
Intelligenter deutscher Punk Pop, den es so leider nicht mehr gibt. Schade.

Was für ein Mammut-Stöckchen. Das war ja schon ein richtiger Baumstamm. Damit will ich natürlich niemanden erschlagen, wenngleich es natürlich genügend geeignete Kandidaten gäbe. Wer will, kann sich auch einen Teil des Baumstamms zu einem Stöckchen zurecht sägen. 😉

The King of Queens

Zurzeit kommt es förmlich zu einer Schwemme von finalen Serienepisoden. Nun hat es auch den lustigen Dicken erwischt. Das Ende war in diesem Fall allerdings schon länger bekannt, was das Finale von „The King of Queens“ erträglicher macht, als so manch andere spontane Entscheidung. Für mich geht nun nach neun Jahren eine große Serienliebe zu Ende, die sich leider immer mehr – analog zur Serienhandlung – zu einer Hassliebe entwickelt hat.

koq.jpg

Das erste Mal habe ich die Heffernans bei einer der ersten Ausstrahlungen auf RTLII wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war „The King of Queens“ hierzulande so unbekannt, wie es heute immer noch Larry David ist. Durch die interessante Ausstrahlungstaktik von RTLII, habe ich die ersten vier Staffeln des Kings bestimmt beinahe ein dutzend Mal gesehen – so oft, wie noch keine andere Serie zuvor. Zu dieser Zeit – zwischen Zivildienst und Studium – bin ich einer anspruchsvollen Tätigkeit in einer Kartonfabrik nachgegangen und habe die am Tag zuvor gesehenen Folgen teils im Geiste wieder 1:1 abrufen können. 10 Stunden können unglaublich lang sein. Die ersten vier bis fünf Staffeln von „The King of Queens“ werden bei mir immer einen ganz besonderen Stellenwert haben und ich sehe mir die Folgen auch heute noch sehr gerne an.

Ab der sechsten Staffel hat die Qualität – meiner Meinung nach – rapide abgebaut. Die Serie wurde unrealistischer und das gesunde Gleichgewicht aus abgedrehter Story und einer gewissen Nachvollziehbarkeit der Handlungen der Charaktere ist ins Wanken geraten. Doug und Carry haben sich plötzlich nur noch gestritten und das teils auf so bösartige Weise, dass ein weiteres Zusammenleben teils unglaubwürdig wurde. Die Serie war zwar immer noch unterhaltsam – besonders durch das verstärkte Auftreten von Nebenfiguren, wie z.B. Spence Olchin – doch hat das besondere Etwas gefehlt, das die ersten Staffeln so nachvollziehbar und liebenswert gemacht hat.

Gegen Ende wurde die Serie nun leider immer schlechter und ich denke, es war die richtige Entscheidung hier einen Schlussstrich zu ziehen. Im Gegensatz zu Serien wie „Friends“ gab es bei den Heffernans leider so gut wie keine Charakterentwicklung. Zudem haben die Geschichten angefangen sich zu wiederholen (z.B. Doug und Carrie suchen neue Freunde, Arthur wird abgeschoben). Man hat sich einfach zu sehr auf eingefahrenen Bahnen bewegt und den Zuschauern kein Interesse an einer sich weiterentwickelnden Geschichte zugetraut. Auf Nummer sicher gehen zahlt sich – zumindest qualitativ – nicht immer aus.

„The King of Queens“ ist eine grundsympathische Sitcom mit tollen Figuren und grandiosen Schauspielern (allen voran  Jerry Stiller und Kevin James). Leider wurde viel inhaltliches Potential verschenkt. Unterhaltsam ist die Serie aber zu jedem Zeitpunkt. Die ersten vier Staffeln würden ganz klar die Höchtwertung erhalten. Aufgrund der teils schwachen und uninspirierten nachfolgenden Episoden (inklusive dem durchwachsenen Serienfinale) springen am Ende leider nur 8/10 Punkte heraus. Mal sehen ob eine eventuelle Wiederholungssichtung der späteren Staffeln da noch mehr herausholen kann.

Essen am laufenden Band

Nach einer krankheitsbedingten Verschiebung haben wir gestern endlich den Running Sushi-Abend nachgeholt. Ein – besonders für mich als Sushi-Jungfrau – interessantes Erlebnis. Sushi schmeckt doch um einiges angenehmer, als ich mir das jemals vorgestellt hätte. Zudem gab es gebratene Nudeln, Frühlingsrollen, Salate, Nachspeisen und vieles, vieles mehr. Zu viert haben wir gestern bestimmt 40 Teller(chen) vertilgt. Danach konnte ich mich zwar kaum mehr bewegen, aber man gönnt sich ja sonst nichts – hatte ich erwähnt, dass der nächste gastronomische Ausflug bereits für heute Abend anberaumt ist? 😉

Running Sushi ist auf jeden Fall eine lustige Angelegenheit. Man isst ja auch nicht nur, sondern kommt mehr ins Gespräch und nimmt sich einfach mehr Zeit für alles. Ein Event-Essen. Schöne Sache das! Wird definitiv wiederholt.

Gilmore Girls – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

Vor einigen Jahren hat meine – damals noch – Freundin nachmittags stets eine Serie namens „Gilmore Girls“ verfolgt. Irgendwann hatten sich ihre Vorlesungszeiten insofern geändert, als sie die Serie aufnehmen und abends ansehen musste. So bin ich dann ab und zu auch in den Genuss der Girls gekommen. Zunächst noch widerwillig, da ich anfangs eine ähnlich simpel gestrickte Serie, wie die vor falscher Moral triefende „Eine himmlische Familie“ befürchtet hatte. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein. Spoiler zur 7. Staffel und zum Serienfinale habe ich im Folgenden größtenteils vermieden.

gilmoregirls4.jpg

Nun hat die Serie – nach 7 Jahren und Staffeln – ihr Ende gefunden. Auf dem Höhepunkt ihrer Popularität. Zumindest in Deutschland. Als wir damals mit der Sichtung begonnen hatten, kannte die Serie noch niemand. Man wurde – besonders als Mann – eher belächelt, wenn man von einer lustigen, gut geschriebenen, mit unzähligen Popkulturzitaten gespickten und mit tollen Figuren bevölkerten Serie namens „Gilmore Girls“ erzählt hatte. Aber so ging es mir schon damals bei „Ally McBeal“ – insofern hat das der Begeisterung keinen Abbruch getan.

„Gilmore Girls“ lebt von seinen skurrilen Charakteren und den unglaublich pointierten Drehbüchern. Die Dialoge sind schnell. Unglaublich schnell. In ein paar wenigen Sätzen sind da schon einmal locker ein dutzend popkulturelle Anspielungen versteckt. Man muss wirklich aufmerksam sein, um nichts zu verpassen – besonders im O-Ton. Neben den Figuren nimmt ganz klar die Location – die Kleinstadt Stars Hollow – einen besonderen Platz in der Serie ein. Man fühlt sich sofort wohl und irgendwie zuhause. Die Stadt umweht eine leicht traumartige Atmosphäre, was wirklich gut zum Stil der Serie passt. Trotz verschiedener Jahreszeiten, scheint es in Stars Hollow immer Herbst zu sein – ich glaube, das beschreibt es ganz gut.

Die Geschichten um die „Gilmore Girls“ drehen sich – neben den Nebensächlichkeiten des Lebens – hauptsächlich um Familie, Liebe und Beruf. Das hört sich wieder nach einer typischen Frauenserie – ein Begriff, den ich nicht gerne benutze – an, jedoch schafft es die Serie meist nicht im Kitsch zu versinken und den beschwingten Humor aufrecht zu erhalten. Besonders die ersten vier Staffeln meistern diese Gradwanderung perfekt. In der fünften hatten sich erste Abnutzungserscheinungen gezeigt und die sechste war teilweise alles andere als gelungen – jedoch nie so schlecht, dass man nicht weiterschauen wollte. Nach einem schwachen Start in die siebte Staffel, hat sich die Serie gegen Ende wieder zu alter Form aufgeschwungen – und wie das so ist, wenn eine Serie richtig viel Spaß macht, wurde sie abgesetzt.

Nach wochenlangen Gerüchten, kam die Absetzung ziemlich plötzlich. Kurz vor Ausstrahlung der letzten Episode, was mich nicht gerade auf ein gelungenes Serienfinale hoffen ließ. Glücklicherweise hatten die Autoren anscheinend alle Eventualitäten bedacht, so dass man jede Richtung hätte einschlagen können: Eine Fortführung mit beiden Girls, eine ohne Rory und eben das Ende. Man merkt trotzdem in jeder Minute, dass die Folge eher als Staffelfinale konzipiert war. Es ist nicht das Ende, das man sich nach 7 Jahren erhofft hatte. Die Folge wirkt zu vollgestopft und es fehlt doch so viel. Die letzte Szene in Lukes Diner war dann auch garantiert ein Nachdreh, der – als das Ende beschlossen war – angefügt wurde. Dennoch ist die finale Episode kein Desaster, da sie thematisch perfekt passt. Sie wirkt nur nicht rund und der Serie nicht wirklich würdig. Eine verkürzte 8. Staffel wäre meiner Meinung nach perfekt gewesen.

„Gilmore Girls“ ist eine wirklich besondere Serie. Sie kann ihre hohe Qualität fast durchgängig halten. Ebenso sind ihr ein paar tolle Schauspieler entsprungen. Allen voran natürlich Alexis Bledel und Lauren Graham. Doch auch Milo Ventimiglia (Peter Petrelli, „Heroes“) oder Jared Padalecki (Sam Winchester, „Supernatural“) wären ohne „Gilmore Girls“ garantiert nicht da, wo sie heute sind. Das Ende der Serie stimmt mich fast etwas wehmütig. Aber so ist das immer, wenn liebgewonnene Serien zu Ende gehen. Allen, die bis jetzt noch keinen Kontakt mit den Girls hatten, kann ich nur empfehlen doch einmal einen Abstecher nach Stars Hollow zu machen. Es lohnt sich: 9/10 Punkte.

Spider-Man 3 (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Spider-Man 3“ am 27. Mai 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem sich in den letzten zwei Wochen kein Termin finden ließ, habe ich den gestrigen Kinotag endlich für einen Besuch von „Spider-Man 3“ genutzt. Aufgrund der kürzlichen Sichtung des Vorgängers, sowie diverser größtenteils doch recht positiver Berichte, war die Vorfreude mehr als groß. Da der Film noch aktuell in den Kinos läuft, werde ich einmal wieder eine Spoilerwarnung aussprechen: Weiterlesen demzufolge auf eigene Gefahr.

Spider-Man 3 (2007) | © Sony Pictures Entertainment

Spider-Man 3 (2007) | © Sony Pictures Entertainment

Peter Parker ist zurück – und mit ihm Spider-Man. Zu Beginn des Films befindet sich die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft – sowohl privat, als auch beruflich – auf einem Hoch. Wurde ja auch einmal Zeit, zudem die ganze Sache nicht allzu lange anhält. Neben privaten Problemen tauchen neue Bösewichte auf, die Spidey das Leben schwer machen. Doch damit nicht genug. Unser Held sieht sich plötzlich mit seiner dunklen Seite konfrontiert, was nicht nur sein Superheldensasein auf den Kopf stellt, sondern auch – bzw. besonders – Einfluss auf sein Privatleben hat.

Wie man sieht gibt es auch in „Spider-Man 3“ die bekannten Zutaten: Der allzu menschliche Held kämpft nicht nur gegen neue Feinde, sondern hat mit Alltagsproblemen, seiner Vergangenheit und sich selbst zu kämpfen. All das wirkt – besonders in Bezug auf die Vorgänger – nicht mehr sonderlich neu und innovativ. Glücklicherweise lebt der Film – meiner Meinung nach – eher von den kleinen, charakterbezogenen Szenen, die mir immer noch ein Lächeln auf das Gesicht zaubern können. Peter Parkers Wechsel zur dunklen Seite ist wirklich urkomisch und herrlich übertrieben inszeniert. Der Auftritt von Bruce Campbell ist göttlich und viele andere Details (z.B. Marschkapelle spielt Theme der TV-Serie) machen den Film wieder einmal wirklich sehenswert.

Die Haupthandlung hat dieses Mal mit drei Bösewichtern zu kämpfen. Meiner Meinung nach wäre hier weniger mehr gewesen. Zwar gibt es einige spektakuläre Kampfszenen zu bewundern, doch fühlt sich der Film hier zu vollgestopft an. Die Vorgänger wirken in der Haupthandlung somit um einiges harmonischer. Ein weiterer Kritikpunkt ist die übertriebene Rührseligkeit, welche mir zumindest zuvor nicht so negativ aufgefallen ist. Allerdings habe ich hier etwas die Synchro im Verdacht, die – besonders in gefühlvollen Szenen – öfters einmal zu versagen scheint.

Fazit

Alles in Allem ist „Spider-Man 3“ ein wirklich gelungener Abschluss. Tolles Popcornkino, das sich – und seinen Helden – selbst nicht zu ernst nimmt. Die Geschichte wirkt nun abgeschlossen und ich weiß nicht, inwiefern ein vierter Teil neue Aspekte zum Spinnendasein beitragen könnte. Sam Raimi hat mit den drei Teilen – meiner Meinung nach – die bisher unterhaltsamste Superheldentrilogie der Filmgeschichte geschaffen. Allen Freunden von Spidey sei der dritte Teil hiermit noch einmal ausdrücklich ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.

Wunder der Technik

In der letzten Woche war ich dreimal zwecks Bring- bzw. Abholservice am Flughafen. Neben Fahrt- und Wartezeiten, sowie horrenden Parkgebühren, erfreuen dort besonders die harmonischen Abflugs- bzw. Ankunftszeiten das Herz der Daheimgebliebenen. Auch die variable Pünktlichkeit trägt viel zur Stimmung bei. Doch ich bin ja nicht dumm. Schließlich gibt es eine automatische SMS-Benachrichtugung für die jeweiligen Flüge. Gesagt, getan.

Nachdem die Ankunft des gestrigen Fluges bereits im Vorfeld um eine Stunde nach hinten (auf 00:30 Uhr) verschoben wurde, war ich natürlich schon wieder bestens gelaunt. Im Laufe des Abends kam dann noch eine SMS: Ankunftszeit doch eine halbe Stunde früher. Folglich bin ich zeitiger gestartet, als ursprünglich geplant. Eine halbe Stunde später (Flughafen bereits in Sicht) kommt eine neue SMS: Neue Ankunftszeit 01:15 Uhr. Wie gut, dass ich nun schon um 23:45 Uhr am Flughafen war. Was also tun? Lesestoff hatte ich in weiser Voraussicht natürlich nicht dabei. Zudem wollte ich die Parkzeit nicht unnötig in die Höhe treiben. Da ich ein leichtes Hungergefühl verspührte, habe ich mich auf den Weg zu einem nahegelegenen Fast Food-Restaurant gemacht. Dort komme ich kurz vor Ladenschluss an, bestelle und will mich gerade ans Essen machen: Neue Ankunftszeit doch wieder eine halbe Stunde früher. Schnell den Burger verdrückt, ins Auto, Parkplatz gesucht, drei Euro für eine Stunde gelöhnt und letztendlich doch noch eine halbe Stunde in der Ankunftshalle gewartet. Ich liebe es.

Die Wunder der Technik sind manchmal eben doch eher wundersam. Trotzdem: Manche Erfahrungen muss man einfach einmal gemacht haben.