Run, Fatboy, Run (167)

Zweiter Lauf in den neuen Schuhen und schon wieder eine Blase gelaufen. Mist. So langsam glaube ich einen ziemlich teuren Fehlkauf getätigt zu haben. Mal abwarten. Auch ansonsten war der Lauf recht hart. Kaum ist man wieder in der Arbeit, sind die Kräfte auch schon aufgezehrt. Wenn sich der Erholungswert im Urlaub nur auch immer so schnell einstellen würde, wie er danach wieder verschwindet – das wäre wahrlich fabelhaft!

Distance: 8.07 km
Duration: 00:45:48
Avg Speed: 10.6 km/h
Avg Pace: 5:40 min/km
Energy: 578 kcal

Meine Runde habe ich – Blase am Fuß sei Dank – verfrüht abgekürzt, was mich etwas unbefriedigt zurücklässt. Viel Energie hätte ich sowieso nicht mehr gehabt. Schade irgendwie. Nun werde ich in den kurzen Feierabend gehen. Ausstehenden Blogeinträge (u.a. diverse Foto-Reihen, Bericht aus dem Hochseilgarten und Serienkritiken) werde ich wohl leider erst im nächsten Urlaub nachreichen können…

Im Ohr: Sneakpod #197 – Hell

Cougar Town – Season 2

Die Serie war einer der letzten Neuzugänge in meinem Comedy-Programm und ich bin hoch erfreut, dass sich „Cougar Town – Season 2“ im Vergleich zum Vorjahr noch einmal steigern konnte. Glücklicherweise wurde das ursprünglich geplante Konzept wieder fallen gelassen und statt Courteney Cox auf Männerfang, darf man nun eine wunderbar funktionierende Ensemble-Comedy genießen – man achte hierzu auch stets auf die Titeleinblendung.

Letztendlich setzt die zweite Staffel genau an dem Punkt an, an dem man die erste vor einem halben Jahr verlassen hat. Trevor geht nun aufs College, doch sonst ändert sich eigentlich nichts. Sehr erfrischend fand ich, dass die Beziehung zwischen Jules und Greyson aufrecht erhalten wird und man nicht krampfhaft versucht eine neue ‚Ross und Rachel‘-Geschichte zu etablieren. Normalerweise leben Liebesgeschichten in Serien und Filmen ja auch von der stetigen Spannung, die meist genau dann verpufft, wenn die Charaktere zueinanderfinden. Hier jedoch entspinnt sich eine wahrlich herrliche Dynamik, von der sich andere RomComs ein paar Scheiben abschneiden könnten.

Die einzelnen Geschichten drehen sich, wie bereits in der ersten Staffel, um die kleinen und doch großen Nichtigkeiten des Lebens. Schön fand ich, dass die Serie nun immer häufiger aus der Popkultur zitiert (z.B. „Die üblichen Verdächtigen“) und auch die Dialoge einfach herrlich pointiert sind. Für Freunde von Wort- und Dialogwitz gibt es hier wahrlich einiges zu entdecken. Besonders sympathisch fand ich auch die stete Weiterentwicklung der eingebauten Running Gags – man fühlt sich tatsächlich als Teil der Gang.

Für mich hat sich „Cougar Town“ als erstaunlich sichere Bank in meinem Comedy-Programm erwiesen. Die Episoden bewegen sich alle auf hohem Niveau und Durchhänger sind kaum auszumachen. Ich freue mich jetzt schon auf das dritte Jahr mit der Gang und hoffe sehr, dass die Autoren über den Sommer noch reichlich frisches Material gesammelt haben: 8/10 (8.2) Punkte.

Run, Fatboy, Run (166)

Da habe ich heute extra einen äußerst seltsamen Streckenverlauf gewählt, um einmal wieder auf meine angestrebten 10 km zu kommen – und dann verklicke ich mich im Menü meiner Laufsoftware nachdem ich kurz vor dem letzten Kilometer im Wald Bekannten über den Weg gelaufen bin. Somit ist diese Statistik leider nicht wirklich aussagekräftig.

Distance: 9.48 km
Duration: 00:55:07
Avg Speed: 10.3 km/h
Avg Pace: 5:48 min/km
Energy: 757 kcal

Übrigens habe ich mir gestern neue Laufschuhe – völlig überteuert im örtlichen Sporthandel – zugelegt und bin diese zum ersten Mal gelaufen. Das Ergebnis ist etwas ernüchternd, da ich mir prompt eine Blase gelaufen habe und das Laufgefühl auch nicht viel besser war, als bei meinen völlig ausgelatschten, alten Schuhen. Vermutlich muss ich die Schuhe aber erst einlaufen.

Im Ohr: Celluleute Folge #8: More Pains of Growing Up – Coming of Age pt2

Rapunzel: Neu verföhnt – OT: Tangled

Disney’s back! Wie schön. Ich liebe ja die klassischen Disney-Filme. Doch irgendwann haben sie begonnen an Qualität zu verlieren und Pixar hat dem ehrwürdigen Animationsstudio – trotz offizieller Zusammenarbeit – den Rang abgelaufen. Ich weiß gar nicht mehr genau, was mein letzter Disney-Film war, doch nachdem ich eine Menge ausgelassen hatte, schien „Rapunzel: Neu verföhnt“ trotz des unschönen deutschen Titels sehr sehenswert geworden zu sein. Insofern war meine Vorfreude groß und ich sollte nicht enttäuscht werden…

„Tangled“ – so der um einiges gelungenere Originaltitel – ist ein klassischer Disney-Film, wie er im Buche steht. Es wird eine bekannte Märchenhandlung nacherzählt, es wird getanzt und gesungen, es gibt lustige Sidekicks, eine zarte Liebesgeschichte und einen eindeutigen Bösewicht. Dennoch wirkt der Film viel morderner als z.B. „Cindarella“ oder auch „Die Schöne und das Biest“, was aber weniger an der verwendeten Animationstechnik (ja, auch Disney ist schon seit Längerem im 3D-Zeitalter angekommen), als an der spritzigen Erzählweise der Geschichte. Das Tempo ist höher, die Dialoge gewitzter und dennoch fügt sich alles zu einem einheitlichen Bild zusammen. Wirklich sehr gelungen!

Auch wenn die Geschichte nicht mit großen Überraschungen auftrumpft, so sind es jedoch die Details, die überzeugen. Jeder Nebencharakter wirkt bewusst platziert und jeder auch noch so kleine visuelle Gag sitzt. Dabei sollte man aber nicht den Fehler machen eine Art „Shrek“ zu erwarten, denn „Tangled“ nimmt sich als klassischer Märchenfilm durchaus ernst, was zu einigen herrlich kitschig-schönen Einstellungen führt, die wir an Disney-Filmen eben so lieben. Davon gerne bitte wieder mehr.

Ebenso kann die Besetzung voll und ganz überzeugen. Mandy Moore klingt genauso süß und naiv, wie man sich Rapunzel eben vorstellt. Donna Murphy (Denise Goodman, „Trust Me“) weiß als böse Mutter Gothel zu brillieren und Zackary Levi (Chuck Bartowski, „Chuck“) gibt einen herrlich charmanten Tagedieb. Wahrlich famos! Mit Ron Perlman, Jeffrey Tambor und Brad Garrett seien dann nur einige der Nebendarsteller genannt. Ein wahres Fest also für Film- und Serienfreunde.

Zwar reicht „Tangled“ in meinen Augen noch nicht an die ganz großen Disney-Klassiker heran, doch der erste Schritt in die richtige Richtung ist getan. Der Film ist eigenständig und versucht weder Pixar zu kopieren, noch auf Teufel komm raus irgendwie anders modern zu sein. Er weiß seine Stärken geschickt auszuspielen und überzeugt somit auf ganzer Linie. Wie gesagt, äußerst gerne mehr davon: 8/10 Punkte.

Two and a Half Men – Season 7

Eigentlich wollte ich die Serie ja nicht mehr weiterschauen, doch der Eklat rund um Charlie Sheens Ausstieg Rausschmiss hat mich dann doch neugierig gemacht. Bis jedoch die neuen Episoden mit Ashton Kutcher ausgestrahlt werden, gilt es für mich noch zwei Staffeln nachzuholen. Wie zu erwarten setzt auch „Two and a Half Men – Season 7“ den eingeschlagenen Weg gnadenlos fort und verliert sich immer mehr in plattesten Humorregionen. Mal sehen, ob ich tatsächlich bis zur Neuausrichtung der Serie dranbleiben werde.

War bereits die sechste Staffel nicht mehr so untehaltsam, wie die ersten Jahre mit den zweieinhalb Männern, so waren in dieser Staffel zum ersten Mal Episoden dabei, bei denen ich am liebsten abgeschaltet hätte. Fäkalhumor auf unterstem Niveau, Schauspiel zum Fremdschämen und eine Handlung, die als solche nicht zu bezeichnen ist. Glücklicherweise haben sich solche Totalausfälle auf ein paar wenige Episoden beschränkt, wohingegen der Rest der Staffel durchaus unterhaltsam war – trotz der seltsamen Prämisse Charlie eine längerfristige Beziehung andichten zu wollen.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Der Reboot kann der Serie qualitativ nur gut tun. Bis dahin heißt es noch eine verkürzte Staffel mit Charlie Sheen zu überstehen, die sich hoffentlich wieder mehr auf die durchaus funktionierende Gruppendynamik und weniger auf Furzwitze konzentriert. Sehr knappe 6/10 (5.5) Punkte.

127 Hours (2010)

Danny Boyle ist zurzeit wohl einer der wandlungsfähigsten Filmemacher. Egal ob stilbildender Drogenfilm, Zombie-Schocker oder Science-Fiction. Der Mann fühlt sich in jedem Genre zu Hause. Mit „Slumdog Millionär“ schuf er vor zwei Jahren sogar den großen Abräumer bei den Acadamy Awards. Auch sein jüngstes Werk „127 Hours“ ist bei der Kritik größtenteils gut angekommen und Danny Boyle erschließt für sich damit abermals ein neues Genre. Man darf gespannt sein, was uns der Mann in Zukunft noch bescheren wird.

Nun aber zum Film, der hier besprochen werden soll: Die Geschichte von „127 Hours“ hat mich schon gereizt als ich das erste Mal davon hörte. Zum einen das Abenteuer und die wahre Begebenheit als Grundlage, die mich augenblicklich an den grandiosen „Into the Wild“ denken ließ. Zum anderen das begrenzte Setting und ein Schauspieler, der den gesamten Film tragen muss. Nicht zuletzt hat für mich auch die Regie einen großen Teil des Interesses ausgemacht. Was wird Danny Boyle wohl aus diesem Einpersonenstück zaubern? Ein intimes Rührstück? Wird die Prämisse nur Grundlage für eine größere Geschichte werden? Welchen Filmstil wird er wählen? Letztendlich hat „127 Hours“ dann ziemlich genau das geliefert, was man sich erhoffen durfte.

James Franco spielt den unbedachten Abenteurer Aaron Ralston wirklich äußerst überzeugend. Man kann mit ihm mitfühlen. In manchen Szenen sogar viel zu gut. Die digitale Handkamera bleibt stets sehr nah an der Hauptfigur. Normalerweise mag ich den überaus digitalen Look nicht, doch hier wird die – im wahrsten Sinne des Wortes – festgefahrene Situation durch die dynamische Kameraarbeit sehr effektiv aufgelockert. Auch der kunterbunte Prolog hat mir ausgezeichnet gefallen. Man lernt Aaron Ralston somit in seiner natürlichen Umgebung kennen und weiß, dass er trotz seines Übermuts ein erfahrener Kletterer ist.

Die Szenen im Canyon werden schließlich durch kurze Erinnerungsfragmente aufgebrochen, was oft etwas plakativ wirkt, doch ebenso ziemlich realistisch. Wer kennt diese kurzen Gedankenfetzen in Extremsituationen oder kurz vor dem Einschlafen nicht? Rein inszenatorisch gesehen nutzt Danny Boyle diese Szenen natürlich auch, um  das recht begrenzte Szenario aufzufrischen. Ich möchte ihnen jedoch keinesfalls ihren dramaturgischen Wert absprechen.

„127 Hours“ ist nach dem beinahe schon epischen „Slumdog Millionär“ ein eher kleiner und persönlicher Film, der jedoch so packend und mitreißend inszeniert wurde, dass er Boyles Oscar-Gewinner in nahezu nichts nachsteht. Die berüchtigte Amputationsszene empfand ich auch als sehr schwer anzusehen, doch war diese drastische Darstellung meiner Meinung nach nötig für den Film. In oberflächlichem Gore badet Boyle glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt und der beinahe schon übermenschliche Eingriff wird auch nicht verharmlost.

In meinen Augen ist es Danny Bolye und James Franco gelungen aus einer kammerspielartigen Ausgangssituation ein mitreißendes und vor allem lebendiges sowie hoffnungsvolles Abenteuerdrama zu schaffen. Teils anstrengend, teils befremdlich, doch stets sehenswert. Sicher nicht Boyles bester Film, doch mit Sicherheit das Beste, was man aus der begrenzten Prämisse herausholen kann: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (165)

Nachdem gestern im Zuge der Feierlichkeiten doch etwas mehr gegessen und getrunken wurde, war meine Motvation heute morgen einmal wieder im Keller. Schon seltsam, dass ich diese Woche trotz Urlaub immer nur abends zum Laufen komme. Aber egal, immerhin habe ich mich aufgerafft, wenngleich ich – aufgrund meiner spontanen Streckenwahl – dieses Mal nicht ganz auf meine angepeilten 10 km gekommen bin.

Distance: 8.81 km
Duration: 00:49:05
Avg Speed: 10.8 km/h
Avg Pace: 5:34 min/km
Energy: 702 kcal

Der Lauf war auf jeden Fall sehr gelungen: Sonnenschein, angenehme Temperaturen und exzellente Unterhaltung im Ohr. Morgen werde ich mir aufgrund diverser Freizeitaktivitäten mit dem Töchterchen eine Auszeit nehmen, doch bevor sich auch diese Urlaubswoche viel zu früh ihrem Ende neigt, werde ich mich noch einmal in die Laufschuhe schwingen.

Im Ohr: Sneakpod #196 – Roller Girl / Lorscher Triathlon

Das Wörterbuch des Viktor Vau (Gerd Ruebenstrunk)

Bisher habe ich meine Urlaube auch immer stets dazu genutzt viel zu lesen. Seit dem Eintritt ins Berufsleben bleibt dafür im Alltag nämlich nicht mehr allzu viel Zeit übrig. In meinem letzten Urlaub jedoch habe ich nicht einmal ein einziges Buch komplett gelesen. An der Qualität von Gerd Ruebenstrunks „Das Wörterbuch des Viktor Vau“ liegt dies glücklicherweise nicht, denn wenn es danach ginge, hätte ich das Buch wohl schon am ersten Tag verschlungen. Doch da hat Herr Ruebenstrunk wohl nicht mit meiner Tochter gerechnet, die mich während des Urlaubs keine Sekunde aus den Augen lassen wollte. Mit Rückkehr in die heimischen vier Wände konnte ich die Geschichte um Viktor Vau nun endlich zuende verfolgen.

Zunächst dachte ich ja, dass es sich bei „Das Wörterbuch des Viktor Vau“ um einen leichten Jugendroman mit Fantasyanleihen handelt. Weit gefehlt. Gerd Ruebenstrunk erzählt die Geschichte einer Gesellschaft, die deutliche Parallelen zu George Orwells „1984“ aufweist. Anfangs fällt es noch schwer den diversen Handlunsebenen zu folgen bzw. diese korrekt in Bezug auf die Gesamtgeschichte einzuordnen. Manche Beschreibungen (z.B. die des fiktiven afrikanischen Staates Dagombé) sind beinahe schon so detailliert, dass man vermutet Ruebenstrunk habe die eigentliche Geschichte aus den Augen verloren. Dann jedoch laufen die Erzählfäden wieder zusammen und es wird ein umfassendes Bild geschaffen, dessen theoretische Grundlage sowohl faszinierend, als auch erschreckend ist.

Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht mehr über den Inhalt verraten, denn jedes Wort zuviel würde nur die Gefahr bergen einige der diversen Wendungen vorwegzunehmen. Dennoch möchte ich den Roman jedem Leser ans Herz legen, der andersartige und intelligente Unterhaltung zu schätzen weiß. Wenn man erst einmal in die Geschichte eingetaucht ist, dann bietet sie einen wahren Fundus an Ideen und Konzepten, über die man selbst noch lange nachdenken kann. Ein äußerst gelungenes Lesevergnügen: 9/10 Punkte.

29 + 2 oder Zeitmaschine gewünscht

Schon wieder? Tatsächlich? Irgendetwas muss da mit meiner Zeitwahrnehmung falsch laufen. Einerseits kommt es mir so vor, als hätte mich die dritte Null erst vorgestern eingeholt, andererseits hätte man aus dem letzten Jahr – sowohl beruflich, als auch insbesondere privat – locker drei Jahre machen können.

Auch wenn ich dieses Jahr – wie man hier sehr schön erkennen kann – erneut äußerst großzügig beschenkt wurde, so sollte ich für das kommende Jahr wohl eine Zeitmaschine bzw. eher einen Zeitdehner auf den Wunschzettel setzen. Zum einen hätte ich dann die Zeit, um all die wunderbaren Filme zu sichten, zum anderen könnte ich meine aus dem Ruder gelaufene Zeitwahrnehmung wieder einpegeln und – nicht zu vergessen – mehr Zeit für Famile und Freunde herausschlagen, die meines Empfindens nach stets zu kurz kommen.

Ich bin nun äußerst gespannt, was das eben gestartete 32. Lebensjahr so für mich bereit halten wird. Spannend wird es so oder so. Es wird kaum Zeit zum Luft holen bleiben und ehe ich mich versehe, werde ich den Eintrag für den kommenden Geburtstag schreiben. Dann hoffentlich mit einem großen Bild der gewünschten Zeitmaschine.