Rio (2011)

Zum Abschluss dieser durchaus aufreibenden Arbeitswoche habe ich mir mit Blue Skys „Rio“ einen entspannten Start ins Wochenende gegönnt. Die „Ice Age“-Reihe des Animationsstudios hat mich bisher stets recht gut unterhalten, insofern war ich gespannt, wie sich der – im Gegensatz zur Eiswüste – kunterbunte Handlungsort auf die Geschichte auswirkt.

Zunächst einmal kann festgehalten werden, dass die Karnevalstadt am Zuckerhut einfach nur atemberaubend umgesetzt wurde. Der Film lebt wahrlich von seiner titelgebenden Location, die sich natürlich nur von ihrer besten Seite zeigt. Wirklich sehr gelungen. Auch die Charaktere sind schön gestaltet und werden liebevoll animiert und in Szene gesetzt. Technisch kann man dem Film nahezu keine Vorwürfe machen. Er sieht einfach nur gut aus.

Mit der Handlung kann „Rio“ dagegen keine Preise gewinnen. Eine klassische Liebesgeschichte, ein wenig „Flucht in Ketten“ und stereotype Bösewichte. Wendungen gibt es kaum und bis zum unausweichlichen Happy End entwickelt sich der Film ziemlich genau so, wie man es sich erwartet. Glücklicherweise sind die beiden Hauptfiguren (gesprochen von Jesse Eisenberg und Anne Hathaway) sehr sympathisch gezeichnet und geben über weite Strecken ein herrlich zankhaftes Odd Couple ab.

Leider jedoch konzentriert sich der Film zu wenig auf seine Hauptfiguren und führt – im wahrsten Sinne des Wortes – zu viele schräge Vögel ein, die als ach so lustige Sidekicks fungieren sollen. Hier merkt man, dass der Film hauptsächlich auf eine sehr junge Zielgruppe zugeschnitten wurde. Auch die viel zu ausführlichen Gesangs- und Tanzeinlagen hätte man sich meiner Ansicht nach sparen können. Aber nun gut, gerade diese werden beim Zielpublikum eben besonders gut ankommen.

Für Animationsfilmfreunde bietet „Rio“ durchaus vergnügliche 90 Minuten. Man sollte sich natürlich keine Pixar- oder Disney-Qualitäten erhoffen, doch darf man sich über ein tolles Setting, sympathische Charaktere und eine actionreiche Geschichte freuen. Harmloser Spaß, der Urlaubsgefühle ins herbstliche Deutschland zaubert: 7/10 Punkte.

Mad Men – Season 4

Wenn mich eine Serie stets aufs Neue überrascht, dann wohl dieses fantastische Sittengemälde der USA der 1960er Jahre. Auch wenn ich es anfangs nicht für möglich hielt, so steht auch „Mad Men – Season 4“ seinen Vorgängerstaffeln in nichts nach und schafft es selbst im vierten Jahr neue Akzente zu setzen. Ich mag noch gar nicht daran denken, wie lange ich nun auf Staffel 5 warten muss…

Nach Sichtung der dritten Staffel dachte ich ja, dass eine Steigerung nun nicht mehr möglich wäre. Dann jedoch wurde allen Hauptfiguren ein völlig neuer Lebensmittelpunkt gegeben und mit den bisherigen Strukturen gebrochen. Höchst interessant und spannend in absolut jeder Hinsicht – sowohl beruflich, als auch insbesondere privat. Zudem beinhaltet die vierte Staffel den meiner Meinung nach bisherigen Höhepunkt der Serie: „The Suitcase“ ist wahrlich Unterhaltung in Perfektion. John Hamm und Elisabeth Moss sind großartig. Die perfekte Serienepisode.

Der Handlungsstrang rund um die neu eröffnete Agentur Sterling Cooper Draper Pryce ist für Branchenkenner wahrlich spannend zu beobachten. Besonders das Wegbrechen großer Hauptkunden (oder Marketingsprech: Key Accounts) bringt alle Charaktere in interessante Situationen, die teils noch überraschender aufgelöst werden. Herrlich! Jede einzelne Figur entwickelt sich konsequent und doch so sprunghaft, wie es das Leben eben manchmal erfordert, weiter. Nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch sämtliche Nebenfiguren. Ganz groß.

Einen einzigen Kritikpunkt möchte ich dieses Mal jedoch äußern: Don Drapers alternde Sekretärin war mir über weite Strecken zu übertrieben offensichtlich als Comic Relief angelegt. Das Ende ihrer Arbeitsbeziehung war dagegen wirklich eine unerwartet humorvolle Wendung in der Staffel.

Für mich beweist auch die vierte Staffel, dass es sich bei „Mad Men“ um eine Ausnahmeserie handelt. Hochwertigste Unterhaltung, die dabei jedoch nie den Fehler macht zu Arthouse seien zu wollen. Die kommende Staffel wird erst 2012 ausgestrahlt, was die Heimkinoveröffentlichung auf 2013 schiebt. Das wird eine harte Zeit – und das ist wohl das größte Kompliment, das man einer Serie machen kann: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Run, Fatboy, Run (170)

Das Kind ist krank, die Nächte kurz, die Arbeitstage lang. Eigentlich keine guten Voraussetzungen für einen Lauf. Dennoch habe ich mich heute aufgrund eines schon recht vollen Terminplans in den nächsten Tagen zum Laufen aufgerafft. Auch wollte ich mich einmal wieder an einer neuen Strecke versuchen, die sich jedoch als kürzer herausgestellt hat, als eigentlich geplant.

Distance: 7.91 km
Duration: 00:43:54
Avg Speed: 10.8 km/h
Avg Pace: 5:33 min/km
Energy: 639 kcal

Die Zeit ist recht gut. Hätte ich diese auf 10 km geschafft, wäre ich zufrieden. So bleibt mir der Lauf als nicht sonderlich spektakulär in Erinnerung und ich werde sie wohl auch nicht in mein Repertoire aufnehmen.

Im Ohr: Celluleute Folge #10: „Karl, schieß dem Fenster!“ – Actionfilme

Run, Fatboy, Run (169)

Nachdem ich meine Chance zu Laufen am Samstag vertan hatte, präsentierte sich der Sonntag mit Dauerregen, weshalb der Wochenendlauf im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist. Also Montagslauf. Auch nicht schlecht.

Distance: 10.00 km
Duration: 00:56:26
Avg Speed: 10.7 km/h
Avg Pace: 5:37 min/km
Energy: 810 kcal

Im Vergleich zum letzten Lauf vor 5 Tagen ist die Temperatur um gut die Hälfte gefallen. Folglich bin ich das erste Mal in meinen dicken Klamotten an den Start gegangen. Gegen Ende ließ sich sogar für ein paar Minuten die Sonne blicken. Genau pünktlich zur goldenen Stunde, was mich zu einem spontanen Stop veranlasste. Schade, dass es keine DSLR im Handyformat gibt.

Mit der Zeit bin ich letztendlich durchaus zufrieden. Besonders da mir noch das Mittagessen viel zu schwer im Magen lag. Nun sind es nur noch zwei Wochen bis zum Stadtlauf. Mal sehen, ob ich bis dahin noch irgend etwas an der Durchschnittszeit drehen kann… 😉

Im Ohr: Der GameOne-Plauschangriff: 15 Jahre N64 ~ Teil 1

Entourage – Season 8

Wieder einmal geht eine Serie zu Ende. Eine Reise durch die Glitzerwelt Hollywoods, die für mich vor viereinhalb Jahren begann und nun mit „Entourage – Season 8“ ihr mehr oder weniger gelungenes Ende findet. Auch wenn die Serie in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, so fällt der Abschied doch schwer. Aber als Seriennarr ist einem dieses Gefühl ja nur allzu vertraut.

Nach der völlig misslungenen siebten Staffel hatte ich ja keine großen Hoffnungen mehr für den Abschluss der Serie. Glücklicherweise hat man jedoch einen einigermaßen versöhnlichen gefunden. Zwar ist nicht mehr viel von der bunten und zitatenreichen Vielfalt der ersten drei bis vier Staffeln zu spüren, doch gibt es für alle Charaktere zumindest ein übertrieben hollywoodmäßiges Happy End. Viel zu kitschig, viel zu konstruiert und vermutlich deshalb doch in den Rahmen der Serie passend.

Die Handlung der Staffel versucht – besonders auf Beziehungsebene – alle losen Enden befriedigend zusammenzuführen. Dies funktioniert in meinen Augen nur leidlich gut, doch immerhin darf man sich noch einmal mit den liebgewonnene Charakteren freuen. Wenigstens etwas. Daneben überzeugt in meinen Augen besonders der Handlungsstrang um Dramas Cartoon „Johnny’s Bananas“, der mit Andrew Dice Clay zudem einen äußerst unterhaltsamen 80er Jahre Gaststar aufzufahren weiß.

Da die Staffel nur 8 Episoden beinhaltet wirken sämtliche Handlungselemente sehr gehetzt und überstürzt eingeführt. Ich musste oftmals schon mehr als nur ein Auge zudrücken, um meinen Spaß mit der Show zu haben. Dennoch hatte ich diesen und auch wenn ich fast schon wehmütig an die Hochphase der dritten Staffel zurückdenke, so bin ich doch froh bis zum Ende dabeigeblieben zu sein. Einmal Hollywoodluft schnuppern. Dafür danke „Entourage“ – und natürlich danke für Ari Gold: 7/10 (7.0) Punkte.

Moon (2009)

Freitagabend. Filmzeit. Nachdem der Film schon unendlich lange auf meiner Liste der noch zu sehenden Filme stand, habe ich heute endlich „Moon“ eingelegt. Der Film von David Bowies Sohn Duncan Jones wurde besonders von Genrefans in den höchsten Tönen gelobt. Selbst Vergleiche zu Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Blade Runner“ wurden gezogen. Doch was hat der 2009er Überraschungshit tatsächlich zu bieten? Spoiler sind zu erwarten.

Der Film hat eine Menge zu bieten. Besonders eine Menge Sam Rockwell. Der Film ist eine One-Man-Show im besten Sinne. Glücklicherweise hatte Duncan Jones ein glückliches Händchen bei der Besetzung – wenn man dem Making of glauben mag, hatte er „Moon“ sogar einzig und allein für Sam Rockwell geschrieben. Eine klassische Win-Win-Situation. Auch für den Zuschauer. Ebenso wichtig, wie der Hauptdarsteller ist jedoch das futuristische Setdesign, das tatsächlich an die Sets der großen Sci-Fi-Klassiker, wie z.B. die Nostromo aus „Alien“, erinnert. Äußerst gelungen.

Die Geschichte an sich hatte ich mir deutlich mysteriöser vorgestellt. Diverse Film-Podcasts schlichen verdächtig um etwaige Spoiler herum und man hätte den Eindruck gewinnen können, dass „Moon“ auf eine große Auflösung abzielt. Jedoch weit gefehlt. Die Handlung ist von Anfang an recht klar und versucht nicht den Zuschauer unnötig auf falsche Fährten zu locken. Es geht nicht darum, dass Sam Bell herausfindet ein Klon zu sein (was ohnehin bereits in den ersten 30 Minuten geschieht), sondern was er mit dieser Information anstellt. Was ist der Sinn des Lebens? Was macht ein Individuum aus? Existenzielles Drama par excellence.

Auch wenn ich „Moon“ nicht als so einflussreich und beeindruckend wahrgenommen habe, wie wohl die meisten Genrefans, so hat mich der Kern der Geschichte doch wirklich berührt. Ich mochte die Interaktion der beiden Sams, den zur Abwechslung netten Roboter und die audiovisuelle Präsentation des Films. Ein kleiner und doch großer Genrefilm, wie es sie viel zu selten gibt. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben: 8/10 Punkte.

Rizzoli & Isles – Season 2

Wie bereits im letzten Jahr, hätte ich ohne meine Frau wohl nicht in „Rizzoli & Isles – Season 2“ reingeschaut. Eine weitere Krimiserie, in der pro Episode einen Fall abgearbeitet wird und die hauptsächlich von ihren Charakteren lebt. Trotz meiner Abneigung gegen das Genre, habe ich die Sichtung nicht bereut und wurde über die 10 Episoden gut unterhalten.

Neben einigen durchschnittlichen Episoden, gab es in dieser Staffel wieder größtenteils relativ fesselnde Krimikost mit sympathischen – wenn auch ziemlich überzeichneten – Charakteren. Im Gegensatz zu „Castle“ schwankt mir der Ton immer noch etwas zu sehr zwischen ernsthaftem Drama und leichter Komödie, wobei die Serie immer öfter in seichtere Regionen abgleitet. Allerdings gibt es auch packende Fälle, wie z.B. die wirklich spannende Episode „Brown Eyed Girl“, in der ein Fall von Kindesentführung im Mittelpunkt steht – wie gemacht für junge Eltern.

Wie bereits die erste Staffel bietet auch das zweite Jahr mit Rizzoli und Isles gute Unterhaltung. Den Nebencharakteren wird mehr Raum gegeben und auch wenn die Fälle oft ziemlich konstruiert wirken, so kann man nicht nur als Krimifreund durchaus Spaß mit der Serie haben: 7/10 (6.7) Punkte.

Edit: Wir mir Nachtfalke berichtete, befindet sich die Serie nur in der Sommerpause. Sobald die restlichen Episoden ausgestrahlt worden sind, werde ich den Eintrag entsprechend anpassen.

Edit 2: Inzwischen habe ich auch die verbleibenden fünf Episoden gesichtet. An der Bewertung der Staffel ändern diese jedoch nichts.

Run, Fatboy, Run (168)

Nach meinem ‚traumatischen Lauf‘ vom letzten Wochenende, habe ich es heute erneut gewagt. Die Wunde schmerzt kaum noch und schließlich darf man sich nicht demotivieren lassen. Interessanterweise begegnete ich an exakt der gleichen Stelle wieder einem Hund. Nicht angeleint und Stöckchen fangend. Natürlich ist nichts passiert, dennoch kann ich nicht behaupten, dass ich mit der größten Gleichgültigkeit an Hund und Herrchen vorbeigelaufen bin.

Distance: 10.10 km
Duration: 00:58:38
Avg Speed: 10.4 km/h
Avg Pace: 5:47 min/km
Energy: 725 kcal

Ansonsten war der Lauf recht unspektakulär. Man merkt, dass es deutlich frischer wird und auch die Sonne wieder früher untergeht. Ich mag noch gar nicht daran denken schon bald wieder mit Stirnlampe laufen zu müssen. Nun steht in ein paar Wochen aber erst einmal der Stadtlauf an und bis dahin muss ich meine großen Runden beibehalten. Ganz untrainiert möchte man schließlich auch nicht antreten…

Im ersten Ohr: Sneakpod #198 – Colombiana
Im zweiten Ohr: Celluleute Folge #9: Nix mit Umblättern – Comicverfilmungen!

Liebe Hundefreunde

Ich habe auf meinen Jogging-Runden ja schon häufiger Begegnungen mit Hunden gehabt. Bisher ist außer etwas Gekläffe jedoch nie etwas passiert. Vermutlich auch, weil ich stets so gut es geht ausweiche, was meist mit einem ‚Vor dem brauchen Sie keine Angst haben, das ist doch ein ganz ein Braver.‘ quittiert wird. Man kennt das ja.

Auch heute bin ich fast in den Graben gelaufen, weil ein Hundebesitzer es nicht für nötig erachtete seinen Hund enger an die Leine zu nehmen. Trotz Ausweichen hat der Hund nach mir geschnappt, was natürlich nicht in einem Eingeständnis des persönlichen Fehlers resultierte, sondern nur in der plattesten aller Entschuldigungen: ‚Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte, das hat der noch nie gemacht!‘

Natürlich habe ich meine Laufrunde abgebrochen und wurde erst einmal in die Notaufnahme des nächstgrößeren Krankenhauses geschickt, denn mit Hundebissen ist – wie man mir versicherte – nicht zu spaßen. Drei Stunden und diverse Säuberungen/Desinfektionen später sitze ich mit einem Feuchtverband wieder zu Hause und bin verärgert. Über die Zeitverschwendung, den Aufwand (morgen muss ich noch einmal zum Arzt, wieder 10 EUR Praxisgebühr) und die Einstellung dieses und vieler anderer Hundebesitzer. Dabei ist die Sache ja noch gimpflich ausgegangen.

Wenn ich einmal wieder mit meiner Tochter unterwegs bin und von weiten ‚Der will doch nur spielen!‘ oder ‚Der tut doch nichts!‘ höre, dann dürfen sich sowohl Hundehalter als auch Hund aber warm anziehen…