Legende – Director’s Cut – OT: Legend (1985)

Ich mochte das Fantasykino schon immer. Bis jedoch Peter Jacksons Mammutwerk in die Kinos kam, musste man sich mit Filmen der 80er begnügen. Diese waren teils grandios (z.B. „Willow“), teils aber auch ziemlicher Unfug (z.B. „Krull“). Auch Ridley Scott hatte sich mit „Legende“ am Genre versucht und es fiel mir schon damals schwer den Film einzuordnen. Seit Beginn des DVD-Zeitalters habe ich den Film jedoch stets gemieden, da ich auf eine Veröffentlichung des Director’s Cuts wartete – gestern war es dann endlich soweit…

Wenn man den Film mit drei Wörtern beschreiben wollte, dann am besten mit diesen: Einhörner, Glitzerstaub und Seifenblasen. Der Film besitzt eine beinahe schon verstörend traumhafte Atmosphäre. Seien es nun die sonnendurchfluteten Wälder am Anfang oder die Festung der Dunkelheit am Ende des Films, Ridley Scott ist es abermals gelungen einem Genre durch einen eindeutigen visuellen Stil seinen Stempel aufzudrücken – und dieser beinhaltet in diesem Fall eben Einhörner, Glitzerstaub und Seifenblasen. Obwohl die Bilder nahezu komplett künstlich erschaffen wurden, wirken sie doch lebendig – nur eben anders als die uns bekannte Welt. Scott hat mit „Legende“ eine tatsächliche fantastische Welt geschaffen, die auch heute noch beeindrucken kann.

Neben der visuellen Präsentation gibt es natürlich noch die Handlung des Films und in dieser sind leider auch alle Schwachpunkte zu finden. Im Prinzip wird die älteste aller Geschichten erzählt: Gut gegen Böse, das Licht gegen die Dunkelheit. Mehr gibt es nicht. Natürlich bietet der Film Interpretationsebenen und man mag Lilis sexuelles Erwachen in ihrer Begegnung mit Darkness sehen, doch letztendlich begleitet man nur Tom Cruise als Waldjungen Jack, der sich auf macht um seine Prinzessin zu retten. Die Faszination ergibt sich einzig und allein durch die Bilder (z.B. die verstörende Gefägnisszene oder Lilis Tanz) und weder Handlung noch Charaktere können auch nur annähernd mit diesen mithalten.

Da meine Sichtung des europäischen Kinocuts bereits zu lange zurückliegt, konnte ich Handlungserweiterungen des Director’s Cuts nur bedingt ausmachen. Er wirkt auf mich noch etwas düsterer, aber da mag ich mich auch täuschen. Freunde des Fantasykinos sollten Ridley Scotts kitschig-düsteren Ausflug zu den Wurzeln des Genres auf jeden Fall gesehen haben. Der Film ist teils irritierend, größtenteils unterhaltsam und stets ein Augenschmaus: 7/10 Punkte. Die Einhörner haben mir jedoch in „Blade Runner“ besser gefallen…

Six Feet Under – Season 5

Gut zwei Monate nach meiner ersten Begegnung mit den Fishers, habe ich gestern die letzte Episode von „Six Feet Under – Season 5“ gesehen. Für diese letzte Staffel habe ich mir bewusst mehr Zeit gelassen, doch nach knapp drei Wochen hieß es endgültig Abschied nehmen. Ich kann jetzt schon vorausschicken, dass mich zuvor wohl kaum eine zweite Serie emotional so stark für sich beansprucht hat. Warum erfahrt ihr in der folgenden Besprechung, doch lest sie mit bedacht, denn Spoiler sind zu erwarten.

Am Ende der vierten Staffel sah es noch so aus, als wäre den Mitgliedern der Familie Fisher ein kurzer Moment der Erleichterung vergönnt. Doch auch im finalen Jahr prasseln die Schicksalsschläge nur so auf die Fishers ein: Brenda und Nate verlieren ihr ungeborenes Kind, was den Keil nur tiefer zwischen sie treibt. Ruth sieht sich dagegen mit einem Ehemann konfrontiert, der nach seiner Elektroschocktherapie nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Auch die anderen Charaktere straucheln, was in der grandiosen Episode „Time Flies“ rund um Nates 40. Geburtstag wunderbar auf die Spitze getrieben wird. Ein Pulverfass kurz vor dem explodieren und doch nur ein Schatten dessen, was sich bis zum Serienfinale noch alles entwickeln sollte…

Trotz der erneut sehr schwermütigen Elemente gibt es genug zu lachen, was größtenteils herrlich absurden Situationen geschuldet ist. Man erlebt Claire in einem typischen Bürojob, darf David und Keith bei der Kindererziehung bestaunen und sieht wie sich Rico durch den Single-Dschungel kämpft. Natürlich wäre es nicht „Six Feet Under“, wenn die Autoren nicht eine Vielzahl an Mehrdeutigkeiten und oft schmerzhaften Wahrheiten in diesen scheinbar leichten Erzählsträngen versteckt hätten. Das Lachen bleibt einem also nach wie vor oft genug im Halse stecken.

In den letzten vier Episoden vor dem Finale feuert Alan Ball noch einmal aus allen Rohren – auch wenn es wohl kein unpassenderes Bild gibt, um den letzten großen Handlungsbogen zu beschreiben. Ich war die gesamte letzte Woche wie gefangen in dieser Welt und die am Abend zuvor gesehene Episode ist mir noch den ganzen darauf folgenden Tag nachgehangen. Das ist mir seit dem Finale von „The Sopranos“ nicht mehr passiert und wurde nur noch durch die letzte Episode in Überlänge übertroffen. Zwar ist es mir gelungen Spoiler zu vermeiden, doch bereits seit den ersten Episoden der Serie war mir klar, wie ich als Showrunner diese Serie enden lassen würde – und so kam es dann auch: Ich muss allerdings zugeben, dass mir die Endmontage zu überstilisiert war. Weichzeichner und überstrahlte Bilder? Das hätte nicht sein müssen. Die Erwartungen waren aber auch verdammt hoch und letztendlich hat mich das Finale dann doch so mitgerissen, dass ich vergangene Nacht noch davon geträumt habe.

Normalerweise präsentiere ich in meiner letzten Besprechungen einer länger gelaufenen Serie noch einmal eine Rangliste der einzelnen Staffeln. Bei „Six Feet Under“ ist mir das jedoch nicht möglich, da der Qualitätsunterschied zu gering ist und es keiner Staffel gelingt sich von der restlichen Serie abzusetzen. Im Moment glaube ich mich zu erinnern, dass mir – neben dieser Staffel – das zweite Jahr mit den Fishers am besten gefallen hat, doch das kann sich im nächsten Augenblick wieder ändern. Einen besonderen Stellenwert nimmt auf jeden Fall das Staffelfinale ein, das die Serie wirklich wunderbar beendet. Besonders das letzte gemeinsame Abendessen fand ich einfach grandios umgesetzt. Ein kleiner finaler Glücksmoment inmitten dieser gebeutelten Schicksalsgemeinschaft.

Nach dem Ende der Serie fühle ich mich etwas leer, was stets ein absurder Zustand ist, da es sich ja nur um eine fiktive Welt mit fiktiven Charakteren handelte. Geübte Serienfreunde werden das Gefühl aber kennen. Neben „The West Wing“ und „The Sopranos“ zählt Alan Balls tragikomisches Familiendrama zu den beeindruckendsten Serien, die ich bisher erleben durfte. Ich bin relativ spät in den Genuss gekommen und kann allen, die die Serie bisher gemieden haben, nur raten den Sprung zu wagen. Es lohnt sich definitiv. Auch wenn die 10 Punkte offiziell nicht geknackt wurden, so hat sich die Serie tief in mein Herz gespielt: 9/10 (9.1) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Run, Fatboy, Run (212)

Nachdem ich meinen Feierabend heute größtenteils im Stau verbracht habe, ging es recht spät raus auf die Strecke. Dies hatte den Vorteil, dass es nicht mehr allzu heiß – immerhin nur noch um die 26 °C – war und das Laufen somit recht angenehm. Zudem hat die Lauf-App der Wahl (dieses Mal wieder Runtastic) keine Sperenzchen gemacht, außer dass ich am Ende 1-2 Minuten verloren habe, weil ich die Aufzeichnung nicht stoppen konnte. Sauerstoffmangel und so.

Distance: 7.13 km
Duration: 00:44:05
Avg Speed: 9.7 km/h
Avg Pace: 6:10 min/km
Energy: 583 kcal

Die Zeit ist eigentlich besser (dürften so um die 42-43 Minuten gewesen sein), doch das kann ich nicht mehr nachvollziehen. Das nächste Mal bin ich schlauer. Ich hoffe nun am Wochenende noch einmal rauszukommen – die 71 km des letztjährigen Augusts werde ich so oder so nicht auch nur annähernd erreichen…

Im ersten Ohr: Flimmerfreunde #36: Sons of Anarchy
Im zweiten Ohr: Celluleute Folge #50: Round Up

Media Monday #60

Manchmal kommt es mir vor, als lägen nur ein paar Tage zwischen zwei Montagen. Eine ganze Woche? Unmöglich! Dennoch ist es schon wieder soweit und es gilt die Fragen des Medienjournals zum Thema Film und Co. zu beantworten…

  1. Ben Stiller gefiel mir am besten in „Meet the Parents“.
  2. Susanne Bier hat mit einem ihrer Filme ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil ich das aufgrund der Unkenntnis ihrer Werke bisher nicht besser einschätzen kann.
  3. Ashley Johnson gefiel mir am besten in der US-Version der TV-Serie „The Killing“.
  4. Wenn ihr die Wahl habt: Lieber Vampire/Werwölfe/Zombies o. ä. oder Außerirdische?
    Immer abwechselnd, denn es soll ja keine Langeweile im Konsum des phantastischen Kinos aufkommen. Gibt es ja auch in Kombination (z.B. „Planet der Vampire“).
  5. Filme oder Bücher, die überwiegend in der Wildnis spielen finde ich immer wieder interessant. Im Film wird das Setting zudem meist durch wunderschöne Naturaufnahmen unterstützt. Empfehlenswert ist hier besonders „Into the Wild“ – sowohl der Film als auch die Vorlage.
  6. Mein liebster schwedischer Film ist – mangels bewusster Kenntnis anderer Werke – wohl „Verblendung“.
  7. Mein zuletzt gesehener Film ist „John Carter: Zwischen zwei Welten“ und der war beste Unterhaltung, weil Andrew Stanton damit trotz Effektgewitter herrlich altmodisches Fantasykino inszenierte.

John Carter: Zwischen zwei Welten – OT: John Carter (2012)

Es sollte einer der größten Flops der Filmgeschichte werden, dabei hatte Disney große Hoffnungen in „John Carter: Zwischen zwei Welten“ gesetzt. Nicht lange nach James Camerons Überhit „Avatar“ schien auch der richtige Zeitpunkt, um das Publikum auf eine weitere Reise zu fernen Planeten zu schicken. Doch weder das immense Budget noch die groß angelegte Marketing-Kampagne konnten die Zuschauer in die Kinos ziehen…

John Carter: Zwischen zwei Welten (2012) | © Walt Disney

John Carter: Zwischen zwei Welten (2012) | © Walt Disney

Der Einstieg in den Film wirkt umständlich und verwirrend erzählt, doch gefällt von Anfang an die opulente Inszenierung, welche wunderschön anzusehende Bilder hervorbringt. Nach 20 Minuten betreten wir zusammen mit dem titelgebenden Helden eine neue Welt, wie wir sie zuvor noch nicht erlebt haben. Zwar kennt man nahezu alle Versatzstücke aus Fantasy- bzw. Sci-Fi-Filmen, wie „Star Wars“ oder „Planet der Affen“, doch beschwört „John Carter“ durch seine Bilder wunderbar das Gefühl sich tatsächlich auf einem fremden Planeten zu befinden, auf dem hinter jeder Ecke neue Abenteuer warten.

Edgar Rice Burroughs hat mit den Mars-Abenteuern John Carters tatsächlich den Prototypen jener Art von Sci-Fi geschaffen, die ihren Schwerpunkt auf die Fantasyaspekte setzt und von exotischen Prinzessinnen, verfeindeten Häusern und wilden Kreaturen erzählt. Insofern bietet „John Carter“ für heutige Kinobesucher wahrlich nichts Neues. Die opulente und technisch sehenswerte Inszenierung wird zudem einer naiven und altmodischen Handlung entgegengesetzt, was ich durchaus charmant fand, vielen Kritikern aber sauer aufstößt. Durch die fähige Regie von Pixars Andrew Stanton (u.a. „Findet Nemo“, „WALL·E“) wirkt der Film auf mich zeitlos und fängt die altmodisch-naive Atmosphäre des interstellaren Abenteuers gekonnt ein.

Wohin das riesige Budget des Films geflossen ist, muss man sich nicht lange Fragen. Mars bzw. Barsoom sieht unglaublich gut aus. Die Landschaftsaufnahmen laden zum Träumen ein und auch die Kreaturen – allen voran die vierarmigen Tharks – wirken in ihrer Umgebung absolut realistisch, was sich vor allem im Zusammenspiel mit echten Schauspielern zeigt. Erschreckend schwach fand ich dagegen etliche Greenscreen-Einstellung, bei denen man das Licht einfach nicht richtig hinbekommen hat. Hier werden Erinnerungen an die 80er Jahre wach, wodurch der leicht trashige Aspekt der Handlung unterstrichen wird.

Im Gegensatz zu den meisten Kritikern fand ich Taylor Kitsch in der Rolle des John Carter perfekt besetzt. Sein ernsthaftes Spiel passt zu der Art und Weise, wie Stanton den Film inszeniert hat. Knackige Oneliner oder selbstreferentielles Augenzwinkern sucht man vergebens. Dafür gibt es sympathische Nebencharaktere, eine heiße Prinzessin (Lynn Collins) und einen außerirdischen Turbohund zu bewundern. Neben den durchwegs positiven Aspekten hätte ich allein auf die teils übertriebenen Actionsequenzen – z.B. die hektische und billig aussehende Flugjagd durch Zodanga – verzichten können.

Fazit

In meinen Augen ist der Film unberechtigterweise gefloppt und ich hätte gerne noch einen – nun leider unwahrscheinlichen – zweiten Teil der Mars-Abenteuer gesehen. Dabei ließe sich ein solcher bestimmt mit weit weniger Budget verwirklichen, da die meisten 3D-Modelle wohl gebaut sein dürften und man in einem solchen auf unsinnig teure und übertriebene Actionszenen verzichten könnte. So oder so kann ich allen Freunden von „Star Wars“ (besonders solchen, denen auch die neue Trilogie gefallen hat) und Co. durchaus empfehlen einmal die Wurzeln der modernen Sci-Fi-Fantasy zu besuchen. Es lohnt sich: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (211)

Heute habe ich mit RunKeeper die zweite Lauf-App auf meinem neuen Android-Handy getestet. Nachdem sie bereits Schwierigkeiten mit dem GPS-Signal hatte, ist sie nach exakt 1,96 km abgeschmiert. Hmpf. Also zügig auf Runtastic gewechselt und den Lauf zuende gebracht. Wirklich schade, denn das einfache User Interface ohne Werbung inklusive Landscape-Modus hätte mir bei RunKeeper schon sehr gut gefallen.

Distance: 6.02 km
Duration: 00:34:45
Avg Speed: 10.4 km/h
Avg Pace: 5:46 min/km
Energy: 497 kcal

Runtastic ist auch recht nett. Mich stört in der kostenlosen Version nur die Werbung und auch die Webpage scheint mir recht unübersichtlich. Kein Vergleich zu Sports Tracker oder auch Endomondo, welche sehr aufgeräumt und funktionell wirken. Letztendlich werde ich mich wohl zwischen Runtastic (bessere Lesbarkeit während des Laufs in der App) und Endomondo (schöneres Design und bessere Webpage) entscheiden. Noch eine Frage an meine Leser: Gibt es eine Möglichkeit die Displaysperre bei bestimmten Apps auszuschalten? Das nervt während des Laufens schon ziemlich…

Der Lauf an sich war recht okay, doch war ich wieder viel zu abgelenkt. Wird wirklich Zeit, dass ich mich für eine App entscheide und die ausklingenden Sommertage auf der Strecke genießen kann.

Im Ohr: Spieleveteranen #42: Nerd Attack!

Run, Fatboy, Run (210)

Nach einem faulen Wochenende war ich heute endlich einmal wieder laufen. Mit neuem Handy, neuer Lauf-App und neuen Problemen. Bisher habe ich den Sports Tracker genutzt, mit dem ich auch sehr zufrieden war, doch dank ungewöhnlicher Display-Auflösung war ich gezwungen zu wechseln und habe mich vorerst für Endomondo entschieden. Ganz nett, doch mich nervt das Abschalten des Displays, die Benutzeroberfläche usw. Vielleicht muss ich mich aber auch erst daran gewöhnen…

Distance: 6.82 km
Duration: 00:41:06
Avg Speed: 10.0 km/h
Avg Pace: 6:01 min/km
Energy: 576 kcal

Der Lauf an sich war ganz okay, wenngleich ich auch von meinem neuen Spielzeug abgelenkt war. Über die Zeit breite ich einmal lieber den Mantel des Schweigens. Doch das wird schon wieder. Immerhin war die Temperatur recht angenehm und ich hatte Spaß dabei mich einmal wieder ausgiebig zu bewegen. Wer übrigens eine gut begründete Empfehlung für eine Lauf-App (Android, 640×480) aussprechen kann, darf sich gerne melden!

Im ersten Ohr: Celluleute Folge #48: Round Up
Im zweiten Ohr: Nerdtalk Episode 266

Media Monday #59

Nach einem vollgestopften Wochende inklusive eines lang erwarteten Kinobesuchs, stehen heute auch schon wieder die aktuellen Fragen des Medienjournals zum Filmgeschehen an…

  1. Simon Pegg gefiel mir am besten in „Shaun of the Dead“ als Shaun und in der TV-Serie „Spaced“ als Tim Bisley.
  2. John Huston hat mit einem seiner Filme seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich das aufgrund der Unkenntnis seiner Werke bisher nicht besser einschätzen kann.
  3. Veronica Lake gefiel mir am besten in… Veronica Who?
  4. Colin Strause und Greg Strause haben als Regisseure versagt.
  5. Mein liebster spanischer Film ist Guillermo del Toros „Pans Labyrinth“.
  6. Filme mit mehreren Zeit- oder Handlungsebenen wecken häufiger mein Interesse, als solche mit einfacher Struktur.
  7. Meine zuletzt gesehener Film ist „Prometheus: Dunkle Zeichen“ und der war für mich endlich einmal wieder ein echtes Kinoereignis, weil es Ridley Scott gelungen ist die Atmosphäre seines 1979er Genreklassikers zu beschwören, ohne dabei nur eine inhaltliche oder formale Kopie abzuliefern.

Prometheus: Dunkle Zeichen – OT: Prometheus (2012)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 19. Mai 2017 veröffentlicht.

Als ich das erste Mal von Ridley Scotts Plan hörte das „Alien“-Franchise wiederzubeleben, war ich mehr als begeistert – schließlich gehört die Filmreihe zu meinen persönlichen Lieblingen. Die Informationen wandelten sich im Laufe der Zeit: von Sequel über Prequel bis hin zu Sci-Fi ohne „Alien“-Bezug. Dann jedoch kam der Trailer und meine Vorfreude auf „Prometheus: Dunkle Zeichen“ kannte keine Grenzen mehr. Eindeutige Referenzen auf Scotts 1979er Genreklassiker, die bei mir Gänsehaut auslösten. Dann die ersten in großen Teilen vernichtenden Kritiken. Höchste Zeit also mir eine eigene Meinung zu bilden…

Bekanntermaßen zähle ich „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ zu meinen Lieblingsfilmen: bereits unzählige Male gesehen und immer noch begeistert. Dabei mag ich nicht nur die Horroraspekte, sondern vor allem die durchgestaltete Welt, in der die Filme spielen. Angefangen bei den surrealistischen Designs H. R. Gigers oder den grandiosen Raumschiffwelten Jean ‚Moebius‘ Girauds bis hin zur fiktiven Weyland-Yutani Corporation – die Welt war mehr als nur Bühne für ein Horrormärchen; sie war realistisch, drecking und belebt. James Cameron entführte uns 1986 mit „Aliens: Die Rückkehr“ tiefer in diese Welt und ich erhoffte mir von „Prometheus“ endlich noch mehr von ihr zu sehen – die Hoffnung bzw. Befürchtung das damals titelgebende Monster tatsächlich wieder auf der Leinwand zu sehen, hatte ich bei der gestrigen Sichung schon abgelegt.

Da es sich um einen 3D-Film handelt, habe ich für die Kinokarte wieder einmal knapp 12 Euro hingelegt. Nicht nur deshalb hätte ich den Film am liebsten ganz klassisch in 2D gesehen. Umso überraschter war ich folglich, dass es Ridley Scott als ersten Regisseur seit James Cameron gelungen ist, mich von 3D zu überzeugen. Der Film hätte bestimmt auch ohne die zusätzliche Ebene funktioniert, doch empand ich die Tiefe in den Bildern dieses Mal als echten Mehrwert. Der Film sieht einfach nur unglaublich gut aus: seien es die minutenlange Flüge über karge Landschaften, sphärische Weltraumszenen oder klaustrophobische Höhlensysteme. Diesen Aufpreis habe ich wahrlich gerne gezahlt.

Auch wenn ich die bisherigen Kritiken aufgrund eventueller Spoiler nur überflogen hatte, so ließen sich doch immer wieder ähnliche Kritikpunkte finden: zu viel pseudoreligiöse Symbolik, zu langweilig, zu viele nicht zusammenpassende Elemente oder erzwungen wirkende Brücken zum Ur-Film – und was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Ridley Scott hat mir mit „Prometheus“ genau das geboten, was ich mir erhofft hatte: eine neue Geschichte im bekannten Universum, eine Quasi-Rückkehr nach LV-426 (bzw. LV-223), eine neue Crew und neue Monster. Auch wenn der Film mehr Genres mixt als noch „Alien“, so fühlt er sich doch zu jeder Sekunde so an, als hätte er tatsächlich 33 Jahre vor den grausigen Ereignissen auf der Nostromo spielen können.

Die Geschichte an sich hat mir wirklich gut gefallen. Zwar holpert die Dramaturgie und Charakterzeichnung an so mancher Stelle, doch hat dies der Rahmenhandlung keinen Abbruch getan. Hier hoffe ich tatsächlich auf die bereits angekündigte längere Schnittfassung – mehr Details zu den Konstrukteuren und ihren Intentionen benötige ich an dieser Stelle jedoch noch nicht. Die Vorfreude auf die Fortsetzung ist auf jeden Fall bereits entfacht. Die restlichen, oft nur angedeuteten Zusammenhänge sind bei genauerer Betrachtung eigentlich recht klar und ich empfand es eher angenehm, dass Scott uns Zuschauern nicht jedes Handlungselement bis ins Kleinste vorgekaut hat.

Die Bezüge zu „Alien“ hat Scott ebenso recht geschickt in den Film eingebaut. Für mich wirkte das wie echter Fanservice, ohne nur bekannte Elemente wieder aufzuwärmen. Bei der – natürlich zu erwartenden – Aktivierung des Space Jockeys hatte ich Gänsehaut, ebenso fand ich Elizabeth Shaws (Noomi Rapace) Entwicklung zur Heldin ziemlich famos. Über die Kaiserschnitt-Szene mag man sich streiten, doch fand ich sie sehr effektiv und eindeutig als Referenz zur Chestburster-Szene aus „Alien“ inszeniert. Ebenso haben mich die Zusammensetzung der Crew, der Androide (fantastisch dargestellt von Michael Fassbender), die Dramaturgie des Finales usw. stets an den Klassiker denken lassen. Einzig die Szene im Abspann wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen und auch im ansonsten sehr gelungenen Score hätte ich mir einen näheren Bezug zur Jerry Goldsmiths Musik gewünscht.

Nun ist die Besprechung doch länger geworden, als ich eigentlich geplant hatte. Ihr seht also, dass mich der Film nahezu vollends begeistert hat. Zwar sind mir seine Schwächen durchaus bewusst, doch alleine schon dieses „Alien“-Gefühl noch einmal im Kino erleben zu dürfen ist unbezahlbar. Wie gerne würde ich mehr hochbudgetierte Filme dieses Genres sehen! Umso dankbarer bin ich folglich Ridley Scott und hoffe sehr auf eine gelungene Fortsetzung. Wäre ich gestern nicht so müde gewesen, hätte ich am liebsten noch einmal „Alien“ eingelegt und auch heute hat mich der Film noch den ganzen Tag beschäftigt. Als Konsequenz daraus bekommt „Prometheus“ von mir auch einen Punkt mehr, als er es vermutlich objektiv verdient hätte: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (209)

Somit hätte ich meine bisher längste Laufpause in diesem Jahr auch hinter mir. Vor dreieinhalb Wochen war ich das letzte Mal unterwegs, bevor mich eine langwierige Erkältung aus dem Rennen boxte. Heute habe ich mich wieder aufgerafft und es war wirklich hart – zumal ich es mit nur ca. 5 km ja auch äußerst bedächtig habe angehen lassen…

Distance: 5.07 km
Duration: 00:28:41
Avg Speed: 10.6 km/h
Avg Pace: 5:39 min/km
Energy: 409 kcal

Die Zeit ist soweit in Ordnung, doch bei der Strecke wäre alles andere auch wirklich enttäuschend gewesen. Nun darf es keine Ausreden mehr geben, doch aufgrund von teils äußerst langen Arbeitstagen, enormer Hitze und wichtiger Familienzeit werde ich dieses Jahr wohl nicht annähernd auf die knapp 430 km des vergangenen Jahres kommen.

Im ersten Ohr: Nerdtalk Episode 265
Im zweiten Ohr: Sneakpod #244 – Starbuck