Run, Fatboy, Run (295)

Wer weiß, was dieser Tag noch bringen wird? Da ich durch die Kinder zudem sowieso schon wieder seit kurz vor 7:00 Uhr auf den Beinen bin, konnte ich auch gleich laufen gehen. Somit ist dieser Tagesordnungspunkt bereits abgehakt. Trotz frischer Morgenstunde hatte es bereits 18 °C und die Sonne stand am Himmel. Eigentlich ganz nett. Dennoch machte sich so langsam der Schlafmangel bemerkbar. Vielleicht sollte ich auch irgendwann mal ins Bett gehen und nicht mitten in der Nacht noch Blogartikel verfassen.

Distance: 9.90 km
Duration: 00:59:56
Avg Speed: 9.91 km/h
Avg Pace: 6:03 min/km
Energy: 795 kcal

Wie man an der Zeit sieht, ging es nicht ganz so schnell voran. Die 10 km/h hätte ich dennoch geknackt, wenn ich nicht auf dem letzten Kilometer eine unschöne Begegnung mit einer uneinsichtigen Hundehalterin gehabt hätte, deren Bulldogge natürlich nicht an der Leine war und sich schon zielstrebig in Richtung meiner Waden bewegt hat. Nach den typischen Ausflüchten à la „Der beißt aber doch nicht!“ – man kennt das ja – musste ich erst vehementer werden, damit der Hund an die Leine kam. Da fällt einem nichts mehr ein…

Im Ohr: Young in the 80s – Episode 3: Spielzeug

Savages – Extended Version (2012)

Wir befinden uns im Jahre 2014 n. Chr. Ganz Deutschland ist im WM-Fieber… Ganz Deutschland? Nein! Ein von einem unbeugsamen Filmfreund geführtes Blog hört nicht auf, dem Fußballwahn Widerstand zu leisten. Somit lief bei mir natürlich nicht das Deutschland-Spiel, sondern Oliver Stones „Savages“ in der erweiterten Fassung. Nach der euphorischen Besprechung des Medienjournals, war ich auf jeden Fall sehr gespannt – und zumindest mehr als ein Unentschieden ist bei der Sichtung herausgekommen… Spoiler sind zu erwarten.

savages_1

Auch wenn Oliver Stones Stern in den letzten Jahren am Sinken ist, so hat er meine filmische Laufbahn doch stark geprägt: Besonders „The Doors“, „JFK“, „Natural BornKillers“ und „U-Turn“ hatten mich in meiner Jugend ziemlich beeindruckt. Doch auch in den letzten Jahren habe ich mit „Platoon“ und „Wall Street“ seine Klassiker zu schätzen gelernt. Das George W. Bush-Biopic „W. – Ein missverstandenes Leben“ fand ich auch weit besser als seinen Ruf. Umso gespannter war ich nun, wie er sich in einem – wenn man dem Trailer glauben mag – hippen Gangsterfilm schlagen würde. Style over substance? Tarantino-Anbiederung? Eine sozialkritische Komponente? Auf was konnte diese an sich nur allzu bekannte Geschichte unter Stones Regie nur hinauslaufen?

Am stärksten hat mich der Film wohl an „True Romance“ erinnert, ohne auch wirklich mit ihm vergleichbar zu sein: Im Zentrum steht eine ungewöhnlich Liebesgeschichte, die durch brutale Gangster akut bedroht wird. Die Erzählperspektive liegt bei der weiblichen Hauptfigur und sie spielt bereits zu Beginn auf ein eventuell düsteres Ende an. Das tatsächliche Finale ist dann – wider Erwarten – positiv und es gibt sonnige Strandbilder, die unsere Charaktere glücklich und zufrieden zeigen. Na, wem kommt das bekannt vor? Die Themen sind unabstreitbar ähnlich, doch Inszenierung und Ton unterscheiden sich doch ziemlich von Tony Scotts Meisterwerk.

„Savages“ sieht aus wie ein Film von Oliver Stone: schnelle Schnitte, eingestreute Schwarz-Weiß-Szenen und grobkörnige Bilder. Zwar nicht annähernd in der Deutlichkeit und Frequenz von „Natural Born Killers“ oder selbst „U-Turn“, doch fällt Stones spezielle Ästhetik nach wie vor auf. So unstet dadurch oft die Bilder wirken, so uneben wirkt auch die Handlung. Lockerleichte Spaßszenen wechseln sich mit brutalsten Folterszenen ab. Zwischendurch geht es immer wieder um Geld und Verhandlungstaktiken. Vielleicht keine Satire auf den amerikanischen Traum, doch auf jeden Fall mehr als die offensichtliche Handlung vorzugeben scheint.

Erwähnenswert finde ich noch die Schauspieler, allen voran Aaron Taylor-Johnson, der in „Savages“ so unglaublich viel dynamischer spielt als in „Godzilla“, dass ich ihn beinahe nicht erkannt hätte. Unglaublich! Auch Taylor Kitsch hat mir recht gut gefallen, wenngleich ich nach wie vor der Meinung bin, seine besten Leistungen bereits als Tim Riggings in „Friday Night Lights“ gesehen zu haben. Richtig beeindruckt hat mich Benicio Del Toro, der mit Lado wohl den ekligsten Typen der letzten Kinojahre spielen durfte. Ansonsten geben noch John Travolta und Salma Hayek ihr Stelldichein – und Emile Hirsch wirkt abermals total verschenkt.

Insgesamt hat mich „Savages“ stets am Ball gehalten und teils auch verblüfft. Ich wurde auf oft seltsame Art und Weise gut unterhalten; dies unterstreicht auch das kontroverse Ende des Films. Vielleicht ist es ein wenig zuviel des Guten, aber das Traumende davor wäre auch nicht das Wahre gewesen. Somit funktioniert es für mich zumindest als „True Romance“-Referenz und bleibt in seiner Aussage wunderbar ungreifbar. Hat mir insgesamt doch recht gut gefallen – mit deutlicher Tendenz nach oben: 7/10 Punkte.

Blogparade: Jederzeit wieder oder Filme, die man nicht oft genug sehen kann

In dieser Blogparade fragt MissCharlesDexterWard nach den 5 bis 20 Filmen, die man locker schon 10 mal oder öfter gesehen hat. Ich für meinen Teil habe nicht viele Filme tatsächlich so oft gesehen, dennoch gibt es ein paar, bei denen zumindest die Chance besteht, an die 10 Sichtungen heranzukommen.

Hier also meine 20 Filme, die man nicht oft genug sehen kann, in alphabetischer und – wichtig! – nicht wertender Reihenfolge:

  1. „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979)
  2. „Beverly Hills Cop“ (1984)
  3. „Big“ (1988)
  4. „Das letzte Einhorn“ (1982)
  5. „Die Goonies“ (1985)
  6. „Die Reise ins Ich“ (1987)
  7. „Die unendliche Geschichte“ (1983)
  8. „DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe“ (1990)
  9. „From Dusk Till Dawn“ (1996)
  10. „Ghostbusters“ (1984)
  11. „Gremlins: Kleine Monster“ (1984)
  12. „Howard: Ein tierischer Held“ (1986)
  13. „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981)
  14. „In einem Land vor unserer Zeit“ (1988)
  15. „Léon: Der Profi“ (1994)
  16. „Nobody ist der Größte“ (1975)*
  17. „Pulp Fiction“ (1994)
  18. „Schöne Bescherung“ (1989)
  19. „Star Wars: Episode IV“ (1977)
  20. „Zurück in die Zukunft“ (1985)

* stellvertretend für alle Filme mit Bud Spencer und/oder Terence Hill

Nun seid ihr dran:

  • Liste die 5 bis 20 Filme auf, die ihr locker schon 10 mal oder öfter gesehen habt.
  • Erstelle einen Beitrag in deinem Blog und verlinke auf diesen und den Ursprungsartikel.
  • Ein Ende der Parade wurde nicht genannt, doch vielleicht möchte MissCharlesDexterWard irgendwann doch noch eine Liste mit den meistgenannten Filmen erstellen?

Weitere Blogparaden:

Der Schatzplanet – OT: Treasure Planet (2002)

Aktualisierung: Ich habe „Der Schatzplanet“ am 22. August 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Für den gestrigen Abend hatte ich mir einen persönlichen Klassiker ausgesucht, der leider viel zu wenig geschätzt wird. Die modernisierte Literaturverfilmung „Der Schatzplanet“ ist einer der letzten klassisch animierten Disney-Filme, die vor der Ausrichtung auf 3D – und mit „Küss den Frosch“ aus dem Jahr 2009 der Rückkehr zu 2D – produziert wurden. Leider wird der Film oft gerne vergessen, wenn es um die großen Disney-Filme geht. Für mich gehört er allerdings unzweifelhaft zu meinen Lieblings-Disney-Filmen…

treasure_planet

Mit „Atlantis: The Lost Empire“ und auch der „Der Schatzplanet“ versuchte Disney einen etwas erwachseneren Ansatz bzw. schielte auf die Zielgruppe der Teenager. Das bedeutet auch kein Gesang und gleich mehrere Todesfälle – und hätte leicht in die Hose gehen können, doch haben die Autoren mit „Die Schatzinsel“ eine klassische Vorlage des Autors Robert Louis Stevenson genommen und sie erstaunlich originalgetreu in ein futuristisches Setting übertragen. Der jugendliche Held Jim Hawkins (gesprochen von Joseph Gordon-Levitt) ist ein typischer Draufgänger mit Herz, doch verzichtet Disney dankenswerter Weise darauf, eine zusätzliche Liebesgeschichte einzubauen. Der Film konzentriert sich ganz auf seine Beziehung zur Vaterfigur John Silver, durch die beide Charaktere definiert werden.

Disney wäre jedoch nicht Disney, wenn es nicht eine Vielzahl an Nebencharakteren gäbe, die einen großen Unterhaltungswert besitzen: Aus dem Einsiedler Ben Gunn wurde z.B. der verrückte Roboter B.E.N. und John Silvers Papagei ist dem Formwandler Morph gewichen. Überhaupt strotzt das steampunkig angehauchte Sci-Fi-Setting nur so vor visuellen Ideen, dass es eine wahre Freude ist! Besonders die Kombination aus 3D-Hintergründen und 2D-Charakteren ist wirklich gelungen und lässt den Film sehr dynamisch wirken: eine audiovisuelle Pracht.

Meine Lieblingsszene ist wohl die Montage zu John Rzezniks I’M STILL HERE, die mich emotional jedes Mal aufs Neue mitreißt. Überhaupt schafft es der Film in kürzester Zeit uns seine Charaktere ans Herz wachsen zu lassen. Mein einziger Kritikpunkt ist wohl, dass die erste Hälfte von „Der Schatzplanet“ noch ein wenig stärker ist als die zweite, die zu sehr auf Effekte und eine Auflösung der Geschichte setzt. Da mochte ich die Charakterszenen auf dem Schiff doch lieber, wenngleich diese Struktur natürlich durch die Vorlage bedingt ist.

Wer Disney-Animationsfilme mag und aufgrund diverser Vorurteile bisher einen großen Bogen um „Treasure Planet“ gemacht hat, der sollte diese spätestens jetzt schleunigst über Bord werfen und auf der R.L.S. Legacy anheuern. Für mich 90 Minuten perfekte Unterhaltung – und neben „Titan A.E.“ der zweite große Sci-Fi-Animationsfilm, den ich immer wieder gerne sehe: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (294)

Das war heute wieder einer dieser Tage. Große Pläne für einen Feiertagsausflug, über 60 km zur nächsten Sommerrodelbahn gefahren, nur um festzustellen, dass diesen Gedanken natürlich auch alle anderen Bewohner der Region plus Feriengäste hatten. Also schnell Alternativprogramm gesucht und zu einem Kinderfreizeitpark gefahren. Dieser hatte natürlich geschlossen. Inzwischen war die Stimmung nach ca. 90 Minuten im Auto am Kippen – folglich noch schnell in der nächsten Stadt eine Eisdiele aufgesucht und danach frustriert nach Hause. Alles für die Katz. Der Frust musste raus, also habe ich mich trotz Hitze und Sonnenschein aufgemacht…

Distance: 8.30 km
Duration: 00:48:34
Avg Speed: 10.26 km/h
Avg Pace: 5:50 min/km
Energy: 659 kcal

Eigentlich wollte ich nur eine kleine, schnelle Rund zum Abreagieren laufen. Dann ging es – trotz vorangegangenem feuchtfröhlichen Männerabend und zu wenig Schlaf – eigentlich recht gut voran und so habe ich doch noch bei unserem Grundstück vorbeigeschaut. Alles unverändert. Der Frust ist nun etwas weniger und ich hoffe, dass wir den morgigen Brückentag sinnvoller zu nutzen wissen, als 2 Stunden sinnlos durch die Gegend zu fahren…

Im ersten Ohr: Sneakpod #342 – Sport tut weh (auch ohne Film)
Im zweiten Ohr: Jimmy Eat World, Death Cab for Cutie, Of Mountains and Seas

Amazon with Bruce Parry (2008)

Nachdem ich mich vor ca. einem halben Jahr noch recht regelmäßig mit Doku-Serien beschäftigt hatte, bin ich, was diese Art der Unterhaltung angeht, in letzter Zeit nicht wirklich weitergekommen. Zumindest habe ich mit „Amazon with Bruce Parry“ erneut auf eine Reise begeben, was ein 6-stündiges Vergnügen war. Ein Abenteuer, das ich nur empfehlen kann…

bruce_parry_amazon

Im Gegensatz zu den drei Staffeln der Vorgängerserie „Tribe“, bei der Bruce Parry in jeder Episode einen anderen Stamm – von Jägern und Sammlern im Regenwald bis hin zu Nomaden in der Tundra – besuchte, verfolgt der Dokumentarfilmer in dieser Serie ein spezielles Ziel: die Lebensbedingungen der Menschen am größten Fluss der Erde, dem Amazonas, aufzuzeigen. Erneut widmet sich Parry dabei wieder unterschiedlichsten Lebensmodellen, von naturverbundenen Waldvölkern, über Kokain-Bauern bis hin zu Goldgräbern: das Spektrum ist schier endlos. Im Mittelpunkt steht jedoch immer der Fluss und wie er das Leben der Menschen beeinflusst bzw. überhaupt erst ermöglicht. Ein wahrer Mikrokosmos des Lebens!

Erneut hat mich Bruce Parrys äußerst sympathische und vor allem empathische Art wirklich begeistert. Er begegnet allen Menschen mit unglaublich viel Respekt und versucht jeden Aspekt des Lebens nachzuvollziehen. Das macht die Dokuserie spannend, interessant und wirklich unterhaltsam. Die Laufzeit von sechs Stunden ist genau richtig, um einen ausreichend großen Einblick in diesen wunderbaren und bedeutenden Abschnitt unserer Welt zu präsentieren. Teils enorm bewegend, mitreißend und in tollen Bildern festgehalten: Der Amazonas mit Bruce Parry als Reiseführer ist wirklich einen Besuch wert. Ich kann diese Serie allen Dokufreunden nur ans Herz legen: 10/10 Punkte.

Raising Hope – Season 1

Mit „Raising Hope – Season 1“ habe ich einmal mehr eine Sitcom nachgeholt, die ich schon längere Zeit auf dem Schirm hatte. Okay, ich gebe zu, ausschlaggebend war hauptsächlich der Fokus der Handlung auf das Kind im Haushalt – und die Neugier, ob diese Prämisse besser genutzt wurde als in der Serie „Up All Night“, die ein Jahr später starten sollte…

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Schon in den ersten Minuten wird schnell klar, dass hinter der Serie die gleichen kreativen Köpfe stecken, die sich auch schon für „My Name is Earl“ verantwortlich zeigten. Ein ähnliches White-Trash-Setting, in dem die Figuren mit viel Herz und Sympathie gezeichnet werden. Die Handlung reicht von nett bis völlig abgefahren und der Humor ist doch eher speziell, was die Serie aber umso sehenswerter macht. Jeder, der die Geschichten um Earl Hickey mochte, wird wohl auch mit Familie Chance seinen Spaß haben.

Was die Handlung angeht, so zeichnet es sich schon bald ab, dass Baby Hope auch nur der Aufhänger ist und eher andere Charaktere und Gegebenheiten im Mittelpunkt stehen. Die Serie findet aber stets wieder zu ihrer Prämisse zurück, indem die Autoren Hope als moralische Instanz etablieren – für mich eine sehr gelungene Art, ein Baby als Handlungselement sinnvoll in eine Serie zu integrieren. Manchmal bringt ein Kind eben doch die positivsten Seiten der Menschen in seinem Umfeld hervor.

Auch wenn ich verhältnismäßig lange gebraucht habe, um mich in der Serie endgültig zu Hause zu fühlen, so hätte ich Familie Chance am Ende am liebsten gar nicht mehr verlassen wollen. Die Gastauftritte aller wichtigen „My Name is Earl“-Schauspieler haben zudem dazu beigetragen, dass ich mich in der Serie wirklich wohl gefühlt habe. Nach einem etwas holprigen Einstieg ein tolles, frisches Comedy-Erlebnis: 8/10 (7.7) Punkte.

Media Monday #155

Während die ganze Welt Fußball schaut, habe ich die letzten Details unserer Baufinanzierung geklärt und mache mich nun daran die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten – glücklicherweise ohne WM-Special, danke Wulf!

media_monday_155

  1. Der beste Beitrag oder die beste Kritik, die ich in der vergangenen Woche auf einem Blog gelesen habe, war „Denial of service attack [Neutralized]“ auf dem Blog von Feedly (Beitrag) sowie „Boyhood (Richard Linklater, USA 2014)“ von der Singenden Lehrerin (Kritik).
  2. Die achte und letzte Staffel von „Dexter“ hatte ein wirklich enttäuschendes Ende, denn die Autoren haben damit so ziemlich alles über Bord geworfen, was sie sich und ihren Figuren in den vorhergehenden sieben Jahren der Serie erarbeitet hatten.
  3. In der zweiten Jahreshälfte 2014 freue ich mich am meisten auf den tatsächlich beginnenden Hausbau, weil meine Familie Mitte 2015 dann hoffentlich endlich den Platz zur Verfügung hat, den wir dringend benötigen.
  4. Demnächst möchte ich „House of Cards“ sehen/lesen/o. ä., weil ich von der Serie bisher nur Gutes gehört habe – und ich Washington, D.C. als Schauplatz stets faszinierend finde.
  5. Zuletzt enttäuscht von einer Figur, die plötzlich völlig out-of-character agiert hat, war ich von – wer hätte es gedacht? – Dexter Morgan.
  6. Das größte Geschenk, das man mir in punkto Medien machen könnte, wäre die Veröffentlichung von „Wunderbare Jahre“ auf DVD, was ja tatsächlich passieren soll!
  7. Zuletzt gesehen habe ich eine Episode der TV-Serie „Girls“ und das war sehr unterhaltsam, weil Lena Dunham wirklich sehr frisch schreibt und inszeniert.

Run, Fatboy, Run (293)

Nachdem ich mir heute den ganzen Tag den Kopf über so schöne Themen wie Bereitstellungszinsen zerbrochen hatte, war ein Lauf dringend nötig. Somit habe ich mir meine lange 10 Kilometer-Strecke ausgesucht, bei der ich mir jedoch die ersten zwei Kilometer erschummelt hatte: Die Schwägerin war mit ihren Kids zu Besuch und so nahm ich gerne den Chauffeurservice die erste lange Steigung hinauf in Anspruch. Perfekt! Ich lief also viel mehr bergab, als bergauf – und das bei angenehmen 16 °C und leichtem Wind.

Distance: 8.07 km
Duration: 00:45:25
Avg Speed: 10.67 km/h
Avg Pace: 5:37 min/km
Energy: 636 kcal

Aufgrund der idealen Voraussetzungen ist die Zeit auch wirklich gut. Anfangs dachte ich noch, ich wüde einen 5:30er Pace nach Hause bringen, doch die letzte große Steigung hatte mir dann doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zufrieden bin ich dennoch. Und der Kopf ist zumindest ein klein wenig freier. Mal schauen wie lange das noch anhält…

Im ersten Ohr: Nerdtalk Episode 347
Im zweiten Ohr: Fortsetzung folgt S04E21 – Still Untitled

Dexter – Season 8

Mit dem Finale von „Dexter – Season 8“ verlässt mich eine Serie, um die ich anfangs einen weiten Bogen gemacht hatte. Doch zum Glück kannte ich bereits damals das wunderbare Blog Inishmores Blick auf die Welt, dessen Autor unablässig die Werbetrommel für die Serie rührte – und ich wurde zum Fan. Über die letzten Jahre hatte die Qualität jedoch abgenommen und besonders das Finale wurde stark kritisiert. Wie ich dazu stehe, lest ihr in der folgenden Besprechung… Spoiler sind zu erwarten.

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Der Einstieg ist mir in dieser Staffel tatsächlich nicht leicht gefallen, fand ich doch den Handlungsstrang rund um Dr. Evelyn Vogel ein wenig zu gewollt. Solch eine intensive Beziehung nach all den Jahren? Außerdem hatte ich den Eindruck, dass plötzlich jeder zweite Charakter von Dexters Doppelleben wusste, was die Spannung und Plausibilität in meinen Augen auf ein Minimum reduzierte. Auch wenn mich Debras Zusammenbruch nicht sonderlich begeistert hat, so machte er im Kontext der Handlung doch Sinn. Die Umsetzung dagegen hätte man durchaus stimmiger gestalten können – vor allem Dr. Vogels, ähm, interessante Ansätze für eine Familientherapie. Hatte ich schon erwähnt, dass Plausibilität nicht die Stärke dieser finalen Staffel ist?

Sehr gelungen fand ich dagegen den Handlungsstrang rund um Zack. Meiner Meinung nach hätten sich die Autoren in der finalen Staffel unter anderem auf diese Geschichte konzentrieren sollen. Mit Zack als Dexters Schüler gab es ein paar wirklich witzige und erfrischende Szenen, doch leider war nach ein paar Episoden schon wieder Schluss damit: Zack wurde dem Erzählstrang rund um Dr. Vogel geopfert. Schockierend und gewissermaßen überraschend – auch wenn mir schon zuvor klar war, dass der Brain Surgeon noch irgendwo da draußen sein musste. Die Verwendung von MAKE YOUR OWN KIND OF MUSIC als Erkennungsmelodie des Serienkillers zeugt zudem von akuter Ideenarmut, wurde der Song doch bereits prominent in „Lost“ eingesetzt – er hatte seinen Platz im kollektiven popkulturellen Gedächtnis somit schon sicher.

Bis zur letzten Episode war die 8. Staffel von „Dexter“ brauchbare bis gute Unterhaltung, die zwar qualitativ nicht mehr mit den ersten Jahren der Serie mithalten konnte, aber durchaus Spaß gemacht hat. Mit dem unerwarteten und – keine Überraschung an dieser Stelle – nicht sonderlich plausiblen Auftritt von Hannah McKay (Yvonne Strahovski) knüpfte die Serie direkt an das Vorjahr an, konnte jedoch nicht mit deren rundum positiven Eindruck mithalten. Somit reiht sich diese letzte Staffel noch deutlich hinter der 6. Staffel ein:

  1. „Dexter – Season 1“ (10 Punkte)
  2. „Dexter – Season 4“ (9 Punkte)
  3. „Dexter – Season 3“ (9 Punkte)
  4. „Dexter – Season 2“ (9 Punkte)
  5. „Dexter – Season 5“ (8.7 Punkte)
  6. „Dexter – Season 7“ (8.2 Punkte)
  7. „Dexter – Season 6“ (7.4 Punkte)
  8. „Dexter – Season 8“ (6.9 Punkte)

Nach dem endgültigen Finale, für das es von mir ganze 3/10 Punkte gab, scheint mir die Wertung der gesamten Staffel noch deutlich zu hoch, denn die Autoren haben in der letzten Episode so ziemlich alles falsch gemacht, was man auch nur hätte falsch machen können. Wirklich unglaublich. Meiner Meinung nach gibt es nur zwei Möglichkeiten, wie man die Serie zu einem zufriedenstellenden Ende hätte führen können:

  1. Das völlig übertriebene Happy End: Inhaltlich wäre dies wohl die schwächere Variante gewesen, die jedoch wunderbar emotional befriedigen bzw. verstören hätte können. Man stelle sich vor: Dexter sitzt mit Hannah, Harrison und Debra am Strand, Palmen wiegen im Wind, der Cocktail in der Hand strahlt in den buntesten Farben. Es ist die perfekte Idylle. Dazu noch ein spritziger Voice-over, der uns Zuschauer schlecht fühlen lässt, weil wir dem Serienmörder Dexter am Ende komplett verfallen sind – und der nächste Mord sich schon andeutet…
  2. Die Dekonstruktion des Dexter Morgan: Ich hätte schwören können, dass die Autoren diesen Weg einschlagen würden. Über den Verlauf der Staffel wäre die Schlinge rund um Dexter immer enger geworden – und am Ende hätten es alle gewusst: Batista, Masuka, Quinn, Matthews, Jamie, Harrison und seine Stiefkinder. Ich sehe die Zeitlupenfahrt über die entsetzten Gesichter quasi vor mir. Ganz am Ende dann natürlich Dexters Tod, sei es durch eine angedeutete Hinrichtung oder durch einen ehemaligen Vertrauten. Inhaltlich und emotional wäre diese Variante für mich wohl am bedriedigendsten gewesen…

Was haben wir dagegen bekommen? Ein völlig konfuses Finale mit etlichen hanebüchenen Handlungssträngen. Der Tod von Debra ist nicht nur völlig sinnlos, sondern auch emotional überhaupt nicht involvierend – immerhin war sie ein Charakter, den wir über acht Jahre lang begleitet hatten. Völlig vergeigt. Dann Harrison mit Hannah: wirklich? Was für ein Leben mit einer gesuchten Serienmörderin! Doch ganz besonders Dexter benimmt sich so, als hätte es die Staffeln davor nie gegeben. Der völlig nichtssagende Epilog lässt die vorangegangenen Minuten dann in völliger Bedeutungslosigkeit verpuffen. Weder emotional, noch schockierend – einfach nur doof.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass man mit dieser letzten Staffel von „Dexter“ durchaus seinen Spaß haben kann. Logik und glaubwürdige Charakterentwicklung wurden zwar weitestgehend über Bord geworfen, doch ist die Serie weiterhin spannend, wendungsreich und nett gespielt. Gegen Ende der Staffel baut die Geschichte jedoch immer mehr ab und besonders das Finale ist einfach nur ärgerlich. Ich mag Fans der Serie dennoch nicht davon abraten reinzuschauen – die Erwartungen für den endgültigen Abschluss solltet ihr jedoch stark drosseln: 7/10 (6.9) Punkte.