Stereo (2014)

Seit einer halben Ewigkeit habe ich einmal wieder einen deutschen Film gesehen. Eine komplett deutsche Produktion, d.h. nicht nur einen internationalen Film mit deutscher Beteiligung – und noch viel wichtiger: Es war ein Genrefilm! Deutsches Kino reizt mich immer speziell dann, wenn es sich abseits von Drama, Komödie oder Krimi bewegt. Maximilian Erlenweins „Stereo“ konnte somit schon einmal Punkte sammeln. Wie sich der Film sonst so schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… Leichte Spoiler sind zu erwarten.

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Was zeichnet einen guten Schauspieler aus? Vermutlich wenn er in einer TV-Show à la „Schillerstraße“ Abend für Abend auf Hampelmann macht und in ernsten Rollen dennoch sofort eine Präsenz aufbaut, der man sich nur schwer entziehen kann. Jürgen Vogel ist solch ein Schauspieler – und er kann auch in „Stereo“ absolut überzeugen. An seiner Seite spielt Moritz Bleibtreu, der in letzter Zeit häufig in winzigen Nebenrollen in internationalen Produktionen (z.B. „World War Z“) verheizt wurde, und ergänzt Vogels Charakter perfekt. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht mehr über die Beziehung der Figuren untereinander verraten, da jedes weitere Wort wohl das Vergnügen am Film schmälern würde.

Ich mochte den ruhigen Aufbau und die bedeutungsschwangere Atmosphäre. Wirklich sehr gelungen. Die Handlung des Films dagegen hätte von mir aus noch gerne ein paar mehr Kapriolen mehr drehen dürfen, denn gerade in den Gesprächen zwischen Erik (Jürgen Vogel) und Henry (Moritz Bleibtreu) bzw. dem Aufbrechen dieser Beziehung hätte es noch großes Potential gegeben. Letztendlich offenbart sich die eigentliche Geschichte viel zu schnell als deutsche Variante von „A History of Violence“. Durch die rasante Inszenierung und die launig gespielten Charaktere macht der Film aber bis zur letzten Minute enorm viel Spaß, zumal er auch mit einer für deutsche Filme ungewöhnlichen Härte voranprescht.

Nach Anno Sauls „Die Tür“ und Tim Fehlbaums „Hell“ hat Maximilian Erlenwein mit „Stereo“ einen weiteren deutschen Genrefilm geschaffen, der sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken braucht. Auch wenn ich die etwas zu geradlinige Handlung bemängle, so ist sie vielleicht auch die Stärke des Films – es muss ja schließlich nicht immer um die Rettung (oder Vernichtung) der Welt gehen. Ein fieser, kleiner Genrereißer, der sich hinter Cronenbergs Variante einer ähnlichen Geschichte, wenn man diesen Vergleich überhaupt ziehen will, nicht zu verstecken braucht: 7/10 Punkte.

Liebster Award #2: KNARZwerk

…und schon geht es mit dem „Liebster Award“ in die zweite Runde. Ihr wisst nicht was das ist? Hier eine kurze Erklärung: Dieser Award treibt in der Blogosphäre schon länger sein Unwesen. Auch mich hat es erwischt. Mehrfach. Das soll nicht undankbar klingen, obwohl ich zunächst wirklich starke Vorbehalte hatte hier mitzumachen. Dann habe ich jedoch festgestellt, dass man die/den jeweiligen BloggerIn durch ihre/seine Antworten auf die meist spannenden Fragen tatsächlich besser kennenlernt. Folglich werde ich in den kommenden Wochen versuchen, die aufgelaufenen Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten…

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In diesem Sinne, viel Spaß mit meinen Antworten auf die Fragen von Alex vom „KNARZwerk“-Blog im Rahmen des Liebster Award #2:

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
Ich hatte keine Lust mehr, mein Filmtagebuch nur in einem Forum zu führen und wollte etwas Eigenes: deshalb bei WordPress.com angemeldet (war damals Zufall, aus heutiger Sicht aber eine wirklich gute Entscheidung) und mit „11:14 – elevenfourteen“ am 06.06.06 (wieder so ein Zufall) meine erste Filmkritik veröffentlicht.

2. Worüber würdest du nie auf deinem Blog schreiben?
Ich würde kein Thema ausschließen, allerdings achte ich sehr darauf, dass es nie zu persönlich wird bzw. dass Texte oder Bilder nicht zu sehr in die Privatsphäre meiner Familie eindringen.

3. Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären?
Dieses Blog hat mir geholfen meinen aktuellen, ziemlich großartigen Job zu bekommen. Zumindest hatte ich den Link im Anschreiben angegeben und durfte im Bewerbungsgespräch auch darüber reden, was zugegebenermaßen eine ziemlich surreale Erfahrung war.

4. Für wen bloggst du?
Für meine Leser. Okay, natürlich auch für mich. Doch ohne eure Kommentare könnte ich das Blog auch einstampfen, insofern danke für den beständigen Austausch!

5. Was hat dich 2014 am meisten bewegt?
Darunter fällt wohl alles aus der „Abenteuer Kind“-Kategorie sowie der Kauf des Grundstücks und der beginnende Hausbau.

6. Die obligatorische Inselfrage: Wenn du genau fünf Dinge auf eine einsame, aber mit Strom und Multimedia-Abspielgeräten ausgestattete Insel mitnehmen dürftest, was würdest du einpacken?
Das will wohl überlegt sein. Auf jeden Fall meine Gitarre, dann vermutlich die „Der Herr der Ringe“-Trilogie, die „Seinfeld“-Komplettbox, das „Live at the Burton Cummings Theatre“-Album von The Weakerthans und mein Nexus 7 mit diversen Filmen, Serienepisoden, Fotos, Apps, Büchern usw.

7. Wenn du entscheiden dürftest, welches Buch, Spiel oder anderes Medium verfilmt werden soll, welches würdest du wählen und wer sollte die Hauptrollen spielen?
Die Wahl würde auf Ken Grimwoods „Replay – Das zweite Spiel“ fallen. Die Besetzung des Hauptdarstellers ist dagegen nicht so einfach, da sich die Geschichte über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Immer wieder. Vielleicht müsste man den Roman in der Art und Weise verfilmen, wie es Richard Linklater mit „Boyhood“ gemacht hat?

8. Wie muss ein Tag für dich beginnen, damit du ihn genießen kannst?
Eine gute Voraussetzung ist schon einmal, dass ich mindestens 6 Stunden Schlaf bekomme. Wenn diese noch relativ ununterbrochen sind, dann ist der Start in den Tag schon einmal gelungen. Das kommt allerdings nicht allzu häufig vor…

9. Wenn du mit einer fiktiven oder realen, lebenden oder toten Person ein Bier/Kaffee/Tee/sonstwas trinken und gemütlich quatschen könntest, wen würdest du wählen?
Meine Oma, meinen Opa (zum Kaffee) und meinen Papa (auf ein Bier).

10. Was darf in deinem Kühlschrank nicht fehlen?
Käse.

11. Digital oder analog? Sprich: Hast du deine Filme, Musik, Bücher lieber in physischer Form zum Anfassen oder reicht digital auf der Festplatte?
Digital reicht mir in den meisten Fällen nicht. Da ich Filme ohnehin nicht unterwegs, sondern in Ruhe zu Hause schaue, bevorzuge ich es, sie ganz klassisch im Regal stehen zu haben. Hierzu habe ich mich bereits in einem gesonderten Artikel ausgelassen. Bei Musik bin ich flexibler, doch meine Lieblingsalben besitze ich auch alle auf CD. Und digitale Bücher? Nein, danke.

Fragen oder Nominierungen wird es von mir nicht geben. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die Antworten beschränken. Es dürfen sich jedoch alle BloggerInnen in meiner Blogroll ausgezeichnet fühlen, denn ihr seid mir – auch ohne Liebster Award – allesamt am allerliebsten! 🙂

Mehr „Liebster Award“-Antworten…

The Wire – Season 1

Es wird Zeit den am längsten laufenden Running Gag dieses Blogs zu beenden: Ich habe endlich „The Wire – Season 1“ gesehen! Nach unzähligen Aufforderungen und Empfehlungen kann ich nun endlich auch mitreden, was den von vielen als beste Serie angesehenen TV-Meilenstein betrifft. Wird David Simons Show ihren zahlreichen Vorschusslorbeeren gerecht?

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Ich bin zutiefst enttäuscht. Überall habe ich gelesen „The Wire“ wäre unglaublich anstrengend, es gäbe keine zentralen Charaktere und den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen wäre schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Von der Sprache einmal ganz zu schweigen. Da saß ich nun also nach drei doppelten Espresso mit meinem Notizbuch auf dem Schoß und machte mich bereit für ein hartes Stück Arbeit – die Erweiterung des Serien-Horizonts will schließlich verdient werden! Und was bekam ich zu sehen? Ein unglaublich unterhaltsames Crime-Drama! Kein Stück Arbeit, sondern allerbeste Unterhaltung. Puh, die folgenden Abende waren somit glücklicherweise gerettet…

Nach der Sichtung kann ich gut verstehen, warum „The Wire“ als qualitativ so hochwertige Serie wahrgenommen wird. Sie ist fantastisch geschrieben, kunstvoll inszeniert und gut gespielt. Warum man sie allerdings oft als anstrengend oder extrem kompliziert beschreibt, mag sich mir nicht erschließen. Natürlich bin ich inzwischen ein geübter Zuschauer, was serielle Erzählformen angeht, doch empfand die Serie als sehr zugänglich und die Charaktere wunderbar ausgearbeitet. Jeder Zuschauer, der Gefallen an den anderen großen HBO-Serien, wie z.B. „The Sopranos“, „Six Feet Under“ oder „Boardwalk Empire“ gefunden hat, wird absolut keine Probleme mit „The Wire“ haben – behaupte ich zumindest.

David Simons Serie lebt von den ausgefeilten Charakteren, die – jeder Charakter auf seine Weise – allesamt faszinierend sind. Der Wechsel zwischen Polizeiarbeit und Gangstermilieu bringt dabei die nötige Würze und man bekommt ein wahres Kaleidoskop an Aspekten zu sehen, welche Baltimore nicht gerade in ein gutes Licht rücken. Neben der eigentlichen Ermittlungstätigkeit und dem Gangsteralltag werden auch politische Verstrickungen angeschnitten, welche schlussendlich auch den Ermittlungen in die Quere kommen. Sehr deprimierend, speziell wenn man bedenkt welche Opfer der Fall gefordert hat.

Ich könnte nun noch über viele Aspekte schreiben, z.B. den wunderbaren Charakter Omar oder die Chancenlosigkeit der Jugend, die in solch einem Umfeld aufwächst. Die großartige Leistung von „The Wire“ ist es jedoch sich nicht zu sehr im Leid zu wälzen, sondern eben gerade menschliche Geschichten zu erzählen, die uns an dieser Welt teilhaben lassen. Dazu gehört neben all der kaltblütigen Grausamkeit eben auch Humor und Mitgefühl. Ich bin nun gespannt, welche Facetten der Stadt David Simon in den folgenden Staffeln noch abdecken wird. Meine Empfehlung: Schaut diese außergewöhnlichen Serie und lasst euch nicht, wie ich, davon abschrecken, dass sie zu kompliziert wäre: 9/10 (9.4) Punkte.

Media Monday #188

Nachdem es letzte Woche unsere Kids dahingerafft hat, sind die fiesen Erreger nun auch auf uns Eltern übergesprungen. Entsprechend anstrengend gestaltete sich heute auch der Arbeitstag und mir graust es jetzt schon vor der kommenden Woche mit vier kranken Familienmitgliedern. Aber erst einmal sehen, ob meine Konzentration noch für die aktuellen Fragen des Medienjournals ausreicht…

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  1. Was war der größte Fehlgriff, die größte Enttäuschung in punkto Film/Serie/Buch, an die du dich erinnern kannst?
    Auch wenn ich es schon ein paar Mal erwähnt habe: Meine bisher größte Enttäuschung war „Schattenmond“, die Roman-Fortsetzung des wunderbaren Fantasy-Klassikers „Willow“ – einfach nur schrecklich…
  2. Lange habe ich mir gewünscht, so zu sein wie Terence Hill aus jedem seiner Filme, denn schlagkräftig und immer mit einem coolen Spruch auf den Lippen? Das wäre damals großartig gewesen – vielleicht auch, weil die Realität weit davon entfernt war… 😉
  3. „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ war so lange gut, bis die Szene mit dem Asphalt-Surfen durch New York City kam, denn in diesem Moment hatte mich der Film auf emotionaler Ebene komplett verloren.
  4. Wenn ich mich so auf manchen Film-Blogs umschaue, denke ich so bei mir dass ich mit meinen ca. 60 gesehenen Filmen pro Jahr nicht mit meinen KollegInnen mithalten kann, denn bei diesen sind eher 200 oder 300 Filme die Regel.
  5. Selbst wenn ich im Vorfeld weiß, dass der Film nur mittelmäßig sein dürfte, wenn John Cusack oder Morgan Freeman mitspielt kann man inzwischen auch davon ausgehen, dass der Film tatsächlich nur mittelmäßig ist – wirklich schade diese Entwicklung der beiden Schauspieler...
  6. Es gibt Serien, die spielen im wilden Westen, im Mittelalter, im Weltraum, aber der Knaller wäre es doch, wenn eine Serie überall und zu jeder Zeit spielen würde – eben eine Art „Zurück in die Zukunft“ in Serienform.
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Die fantastische Welt von Oz“ und das war einerseits nett, andererseits aber auch enttäuschend, weil Sam Raimis Film nach einer wirklich schönen ersten Hälfte ziemlich nachlässt und in Belanglosigkeit versinkt.

Die fantastische Welt von Oz – OT: Oz the Great and Powerful (2013)

Mit Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ habe ich mir heute einen Film angeschaut, der zuvor eine halbe Ewigkeit ungesehen im Regal stand. Aufgrund teils vernichtender Kritiken war ich stets ein wenig vorsichtig, da ich das 1939er Musical „Der Zauberer von Oz“ einfach großartig finde. Wie sich Oz in den Händen von Disney letztendlich schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Der Film beginnt, wie bereits die 1939er Fassung, im schwarzweiß gehaltenen Kansas. Dieser Kniff war vor über 75 Jahren genial, lockt heute jedoch niemandem mehr hinter dem Ofen hervor – zumal man die ganze Zeit wartet, wann denn nun endlich Farbe (und in diesem Fall auch eine Öffnung des Bildformats sowie 3D) ins Spiel kommt. Dennoch fand ich diesen nostalgisch geprägten Einstieg nett anzusehen und eine schöne Vorstellung des titelgebenden Zauberers. Bereits in diesen ersten Szenen zeigt sich, dass James Franco die ideale Besetzung von Oscar Zoroaster Phadrig Isaac Norman Henkle Emmannuel Ambroise Diggs bzw. kurz Oz ist und diesen mit bewusstem Overacting zu einer sympathischen, aber auch moralisch zweifelhaften Figur werden lässt.

Im zauberhaften Land angekommen, werden wir Zuschauer zusammen mit Oz erst einmal von Form und Farbe erschlagen. Viel zu bunt, viel zu übertrieben, viel zu kulissenhaft – könnte man zumindest meinen, doch lässt dieser Farbrausch tatsächlich Erinnerungen an an den originalen Kinofilm wach werden. Auch inhaltlich hatte ich während der ersten Filmhälfte wirklich meinen Spaß und ich war mir sicher, dass sich „Oz the Great and Powerful“ bei sehr guten 8 Punkten einpendeln wird – trotz fehlender Musical-Nummern.

Im letzten Drittel wandelt sich die ohnehin schon äußerst vorhersehbare Geschichte dann leider jedoch zu einem reinen Malen nach Zahlen: Es gibt keinerlei Überraschungen mehr, Charakterzeichnung verschwindet beinahe komplett und wird durch aufmarschierende Armeen ersetzt. Von Abenteuer ist leider nicht mehr viel zu spüren und es stellt sich Belanglosigkeit ein. Leider habe ich gegen Ende tatsächlich ein wenig das Interesse daran verloren, was sich denn so in Oz abspielt. Wirklich schade, denn das völlig übertriebene Setdesign und die Art der Inszenierung haben mir weiterhin viel Vergnügen bereitet.

Letztendlich hat Disney mit „Die fantastische Welt von Oz“ zu sehr auf Nummer sicher gespielt. Vielleicht hätte man sich mehr an der Handlung des Musical-Hits „Wicked: Die Hexen von Oz“ orientieren sollen, in dem eine deutlich spannendere Geschichte erzählt wird. Auch wenn ich tatsächlich ein wenig enttäuscht bin, so bereue ich den erneuten filmische Ausflug ins zauberhafte Land nicht. Man sollte sich nur wahrlich nicht zu viel erwarten: 6/10 Punkte.

Die Mächte des Wahnsinns – OT: In the Mouth of Madness (1994)

Nachdem wir heute viel zu spät auf die entspannende Couch gekommen sind, musste ich den Freitagsfilm nach seiner Laufzeit auswählen. Nach einer Woche mit maximal fünf Stunden Schlaf pro Nacht ist die Aufmerksamkeit eben ein wenig eingeschränkt. Somit fiel die Wahl auf John Carpenters „Die Mächte des Wahnsinns“, der mit 95 Minuten erfreulich knackig erzählt ist und aufgrund seiner Thematik zudem nicht zum vorzeitigen Einschlafen verleitet. Zumindest auf einen Teil der Zuschauer traf dies auch zu…

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Meine letzte Sichtung von „In the Mouth of Madness“ liegt bestimmt 10 Jahre zurück. Damals hatte ich ein paar TV-Ausstrahlungen mitgenommen und konnte mich somit noch recht gut an die surreale Atmosphäre erinnern. Da Carpenters Filme nicht alle wirklich gut gealtert sind, war ich gespannt welche Wirkung dieser kleine Horrorstreifen mit H. P. Lovecraft-Anleihen wohl heute auf mich haben würde. Auch wenn der Film deutlich angestaubter wirkt, als in meiner Erinnerung, so wird man doch recht schnell in die Geschichte hineingezogen. Man darf auch nicht vergessen, dass inzwischen bereits über 20 Jahre vergangen sind – und dafür schlägt sich das Werk aus Carpenters späterer Schaffensphase erstaunlich gut.

Der titelgebende Wahnsinn hält sanft Einzug in das Bewusstsein des von Sam Neill mitreißend gespielten John Trent. Die Reise nach Hobb’s End hat mich tatsächlich ein wenig an „Silent Hill“ erinnert, der bzw. dessen Videospielvorlage durchaus Anleihen an Carpenters Art der Inszenierung genommen haben könnte. Auch wenn viele Schockeffekte ein wenig plump daherkommen, so lebt „Die Mächte des Wahnsinns“ doch hauptsächlich von seiner traumhaften Atmosphäre, die mir teils wirklich einen Schauer über den Rücken laufen ließ.

Insgesamt lieferte John Carpenter mit „In the Mouth of Madness“ einen sehr atmosphärischen Horrorfilm ab, den man sich auch heute noch gut ansehen kann. Die Geschichte ist dann am besten, wenn man durch die Augen der Hauptfigur versucht sich in dieser unwirklichen Welt zurechtzufinden. Im letzten Drittel schwächelt der Film ein wenig, doch nimmt das nur wenig von seiner Sogwirkung. Wohl der letzte wirklich sehenswerte Film John Carpenters – sieht man einmal vom 1998er „Vampire“ ab, dem ich wohl als einziger etwas abgewinnen kann: 7/10 Punkte.

Liebster Award #1: The World in a Box

Schon seit Monaten treibt der sogenannte „Liebster Award“ in der Blogosphäre sein Unwesen. Auch mich hat es erwischt. Mehrfach. Das soll nicht undankbar klingen, obwohl ich zunächst wirklich starke Vorbehalte hatte hier mitzumachen. Dann habe ich jedoch festgestellt, dass man die/den jeweiligen BloggerIn durch ihre/seine Antworten auf die meist spannenden Fragen tatsächlich besser kennenlernt. Folglich werde ich in den kommenden Wochen versuchen, die aufgelaufenen Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten…

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In diesem Sinne, viel Spaß mit meinen Antworten auf die Fragen von pfefferkuchen vom „The World in a Box“-Blog im Rahmen des Liebster Award #1:

1. Welcher Film ist dir der allerliebste auf der Welt? Und warum?
Es ist mir unmöglich hier nur einen Film zu nennen. Mit Mühe und Not könnte ich mich auf 15 Filme beschränken, die mir aus diversen Gründen die allerliebsten auf der Welt sind. Wenn ihr es genauer wissen möchtet, werft bitte einen Blick in meine Filme für die Insel.

2. Was war dein erster Berufswunsch? Und welchen Beruf hast du letzten Endes ergriffen?
Zunächst Filmregie (inklusive gescheiterter Bewerbung an einer Filmhochschule), dann 3D-Animation/Postproduktion (immerhin das Studium mit diesem Schwerpunkt abgeschlossen und ein paar Jahre als Werkstudent gearbeitet), erste Festanstellung im Bereich Konzeption/Text, dann etliche Jahre Projektmanagement und schließlich Online Marketing mit Schwerpunkt Social Media/Blogging in einem IT-Unternehmen.

3. Hast du einen grünen Daumen?
Nein.

4. Welche Person willst du unbedingt mal treffen?
Meine Kinder, wenn sie so alt sind wie ich heute. Und in diesem Zuge natürlich auch meine Enkelkinder.

5. Ist dieser Blog dein erster oder gab es schon frühere Blog-Versuche?
Es ist mein erster Blog, den ich inzwischen schon seit immerhin über 8 Jahren mit Inhalten füttere. Davor hatte ich allerdings schon ein paar Jahre ein Filmtagebuch in einem Filmforum geführt.

6. Welches Buch hat dein Leben am stärksten beeinflusst?
Ganz schwierig. Langfristig gesehen wohl „Per Anhalter durch die Galaxis“ oder etwas von Terry Pratchett.

7. Hast du ein besonderes Talent?
Ich schreibe anscheinend ziemlich gut, speziell englische Texte mit technischem Schwerpunkt, die dennoch unterhaltsam zu lesen sind. Zumindest bezahlt man mich dafür.

8. Welche Blogs liest du regelmäßig?
Unglaublich viele, genauer gesagt befinden sich 321 Blogs in meinem Feedreader. Die wichtigsten Blogs könnt ihr euch natürlich auch in meiner Blogroll anschauen.

9. Wärst du ein Zeitreisender, wo würdest du leben – Zukunft oder Vergangenheit?
Ich lebe jetzt schon gedanklich zu viel in der Zukunft und in der Vergangenheit, insofern wäre die Gegenwart zur Abwechslung einmal ganz nett.

10. Zu welchem Lied musst du einfach tanzen?
„Man Must Dance“ von Johnossi.

11. Bist du gerade glücklich?
…sagen wir zufrieden.

Fragen oder Nominierungen wird es von mir nicht geben. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die Antworten beschränken. Es dürfen sich jedoch alle BloggerInnen in meiner Blogroll ausgezeichnet fühlen, denn ihr seid mir – auch ohne Liebster Award – allesamt am allerliebsten! 🙂

Mehr “Liebster Award”-Antworten…

Blogroll Reloaded #13

Unglaublich! Nun liegt das letzte Blogroll-Update auch schon wieder vier Monate zurück. Seitdem hat sich einiges getan und ich habe etliche neue Blogs kennen und schätzen gelernt. Zwischen den Jahren seid auch ihr Leser auf meinem Blog sehr aktiv gewesen, doch im neuen Jahr sind die Besucherzahlen leider ziemlich eingebrochen. Neujahrsmüdigkeit, oder wie? Zeit also euch mit der neuesten Ausgabe von Blogroll Reloaded wieder an die Tasten zu holen!

Die Blogroll-Veteranen:

Über ein Vierteljahr Funkstille bzw. stillgelegt:

Neu und lesenswert:

Die erfolgreichen Rückkehrer:

Die Podcast-Veteranen:

Neu im Ohr:

Gab es dieses Mal leider nicht.

Kommentare in Form von Anmerkungen, Richtigstellungen und Empfehlungen sind natürlich stets willkommen – und bitte auch dieses Mal nicht vergessen: Jeder hier aufgeführte Blogger und Podcaster freut sich bestimmt über neue Leser bzw. Hörer und eure Kommentare!

Blogparade Serien: Friday Night Lights

Schon lange habe ich mich nicht mehr dazu hinreißen lassen bei einer Blogparade mitzumachen. Doch nun hat Petra dazu aufgerufen etwas über die persönliche Lieblingsserie zu schreiben. Da kann ich doch nicht außen vor bleiben – zumal in meinem kleinen Teil der Blogosphäre bereits kielerkrimskrams und Wortman vorgelegt haben. Dann also mal ran… nur welche Serie wählen?

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Auch wenn ich über die letzten Jahre sehr viele Serien geschaut habe, so haben es doch nur die wenigsten unter meine tatsächlichen Lieblingsserien geschafft. Zuletzt ist dies „Friday Night Lights“ gelungen, einer Serie die mich thematisch zunächst überhaupt nicht angesprochen hat: Eine Serie mit American Football als dem zentralen Thema? Nicht nur, dass ich mich nicht für American Football interessiere – nein, jeglicher im TV übertragener Massensport (allen voran Fußball) ist mir völlig fremd und lässt mich dementsprechend kalt. In der Serie ist American Football jedoch nur das Setting für allzu menschliche Dramen. Es werden große Themenkomplexe, wie körperliche Behinderung, Sex unter Teenagern, die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, Drogenmissbrauch, Alkoholismus usw. angesprochen, ohne dass sich diese in den Vordergrund spielen oder die Charaktere der Lächerlichkeit preisgegeben werden.

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Am meisten begeistert haben mich jedoch die Charaktere, die wunderbar gezeichnet sind und von denen jeder einzelne wichtig für die Serie ist. Im Zentrum stehen Coach Eric Taylor (Kyle Chandler) und seine Frau Tami (Connie Britton), die unzweifelhaft das glaubwürdigste und sympathischste Serienpaar aller Zeiten sein dürften. Einfach nur großartig geschrieben. Doch auch die anderen Hauptfiguren besitzen Tiefe und Charakter, was den Abschied am Ende der Serie wirklich schwer macht. Wer nun neugierig geworden ist und mehr über „Friday Night Lights“ erfahren möchte, findet hier detaillierte Besprechungen der einzelnen Staffeln:

  1. „Friday Night Lights – Season 1“ (9.0 Punkte)
  2. „Friday Night Lights – Season 2“ (8.4 Punkte)
  3. „Friday Night Lights – Season 3“ (9.4 Punkte)
  4. „Friday Night Lights – Season 4“ (9.2 Punkte)
  5. „Friday Night Lights – Season 5“ (9.6 Punkte)

Nicht vergessen darf man als Musikfreund natürlich auch nicht den fantastischen Soundtrack der Post-Rock-Band Explosions in the Sky, welcher der Serie seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Sehr atmosphärisch und emotional immer treffend. Oft Gänsehaut pur.

Zum Abschluss noch einmal das Wichtigste in Kürze:

  • Titel: „Friday Night Lights“
  • Genre: Drama, Familie, Sport
  • 76 Episoden in 5 Staffeln (2006-2011)
  • Alle Staffeln sind in UK bereits auf DVD erschienen

Nun seid ihr dran:

Dieser Beitrag ist Teil einer Blogparade Serien. Ihr wollt auch mitmachen? Dann stellt bis zum 15.02. auch eure Lieblingsserie vor!

Weitere Blogparaden:

Media Monday #187

Nach einem Wochenende, an dem wir mehr Zeit beim Kindernotdienst und im Krankenhaus verbracht haben als zu Hause, fühlt sich die Rückkehr in den Alltag seltsam unwirklich an. Zwar konnte ich Mittelohrentzündung, Bronchitis und Co. heute kurzzeitig ins Büro entfliehen, doch hat das die Sache für meine Familie leider nicht leichter gemacht. Inzwischen schlafen fast alle (mal sehen wie lange das anhält) und ich nutze die Zeit, um mich den Fragen des Medienjournals zu widmen…

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  1. Spannend wird es doch eigentlich immer erst dann wenn ein Film oder eine Serie mit den Erwartungen bricht bzw. die eigene Fantasie ankurbelt.
  2. Entgegen vorherrschender Meinung finde ich ja, dass die neue HFR-Technik (High Frame Rate) richtig mies ist, denn sie lässt Film (siehe HFR-Erfahrungsbericht zu „Der Hobbit: Smaugs Einöde“) aussehen wie billigstes Video.
  3. SuBs oder Stapel ungelesener Bücher sind ja bei Literaturbloggern weit verbreitet. Wie sieht es bei euch aus, ggf. auch mit einem SuF – Stapel ungesehener Filme?
    Der SuF wird bei mir nur durch den SuS (Stapel ungesehener Serien) und tatsächlich auch den SuB übertroffen.
  4. Wenn Andy Serkis zu Höchstform aufläuft dann gibt es meist ein wahres Schauspielfest zu bewundern, allerdings sind viele seiner Rollen durch Motion bzw. Performance Capture entstanden, was man allerdings nicht als Minderung seiner Schauspielkunst bewerten sollte.
  5. Ob Flash, Arrow oder Constantine, plötzlich bekommen altbekannte Helden allesamt eine Serie spendiert, wohingegen die Größen des Superhelden-Genres ja auch weiterhin im Kino für Recht und Gesetz kämpfen. Ein begrüßenswerter Trend oder reicht es langsam mit der Verwertung altbekannter Comicstoffe?
    Mir reicht es tatsächlich mit den Superhelden. Zwar sehe ich die Filme immer noch ganz gerne, doch was Serien angeht, so kann ich auf Arrow, Flash und Co. ganz gut verzichten.
  6. Und anschließend an die vorherige Frage: welcher (Super)Held eurer Kindheit wurde bisher schmählich vernachlässigt und könnte eine Frischzellenkur vertragen?
    Da fällt mir tatsächlich nur der einzigartige Phantomias ein, was auch eine Neuauflage des gesamten Entenhausen-Universums nach sich ziehen müsste. Wäre toll, wenn man es richtig anpackt!
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Saving Mr. Banks“ und das war für mich als großer Freund von Walt Disneys „Mary Poppins“ ein exquisites Vergnügen, weil die Entstehungsgeschichte der Adaption sehr emotional und unterhaltsam erzählt wird.