Nach zwei Serienmarathons bin ich, zumindest was einstündige Dramaserien angeht, wieder einmal bei einzelnen Staffeln angekommen. Den Anfang macht die ZDF-Event-Serie „Der Schwarm“ nach dem Bestseller von Frank Schätzing. Da ich auch diese aus der Konserve, sprich der ZDF-Mediathek, konsumiert habe, wusste ich im Vorfeld, dass sie bei den Kritiker*innen nicht sonderlich gut ankam. Das Buch fand ich damals jedoch extrem unterhaltsam und wollte mir deshalb selbst ein Bild machen. 🦀

Der Schwarm | © ZDF
Eine seltsam langatmige Hochglanzproduktion
Ich liebe Serien und Filme, die rund um das Meer spielen. Auch Wissenschaftsthriller treffen bei mir voll ins Schwarze. Ich erinnere hier z.B. an die kurzlebige Serie „Surface“ oder meinen Allzeitfavoriten „The Abyss“. Thematisch hätte mich „Der Schwarm“ also komplett abholen müssen. Doch das hat er nicht. Es ist auch gar nicht so einfach zu sagen, woran das liegt. Es ist eine internationale Produktion, in der offensichtlich viel Budget steckt. So habe ich die Serie auch im Originalton gesehen, sprich die Protagonist*innen sprechen sowohl Englisch als auch in ihren Muttersprachen. Leider jedoch wirkt das häufig sehr laientheaterhaft. Hinzu kommt, dass einzelne Bilder bzw. Einstellungen zwar sehr wertig aussehen, doch dramaturgisch will das Pacing einfach nicht funktionieren. Es kommt kein Rhythmus auf und Emotionen verpuffen genauso, wie die Dramatik von Action-Szenen. Es wirkt in vielen Einstellungen so, als würden sie immer ein paar Sekunden zu lange stehen bleiben. Ein seltsamer Effekt.
Dabei steckt im Kern immer noch eine faszinierende Geschichte und auch die Erzählung in Serienform macht Sinn. Doch auch inhaltlich leider kein Vergleich zum packenden Buch, auch wenn ich mich nur noch an wenige Details von vor 20 Jahren mehr erinnern kann. Dabei ist die Thematik relevanter denn je. Auch wenn viel am und im Wasser spielt, so bekommt man als Zuschauer*in kein gutes Gefühl dafür vermittelt. Zumindest mir ist es so gegangen. Viele Bilder wirken zu künstlich und die Dramaturgie ist holprig. Selbst als es dann im letzten Drittel handlungstechnisch schneller vorangeht, so bleibt das Gefühl des seltsamen Pacing und der Distanz zu Figuren und Handlung. Wirkt alles etwas wie gewollt und nicht gekonnt. Verstehe durchaus, warum sie Frank Schätzing, der Autor der Vorlage, von der Serie distanziert hat. Vielleicht wäre ein verdichteter Hollywood-Blockbuster doch das bessere Format für eine Adaption gewesen?
Fazit
Auch wenn ich mich auf die Sichtung der Romanadaption gefreut habe und sehr gerne positiv überrascht worden wäre, so hat mich die Serie letztendlich doch enttäuscht. Kein Totalausfall, doch ziemlich uninspiriert erzählt und teils erschreckend ungelenk inszeniert. Auch wenn theoretisch eine zweite Staffel im Raum steht, so vermute ich jedoch, dass es bei dieser einen Staffel bleiben wird und interpretiere die Adaption des Romanumfangs als Miniserie. Schade drum: 6/10 (5.8) Punkte.
Die war so etwas von sch****… die habe ich abgebrochen. Das hat ja gar nix getaugt.
Wie ich gehört habe, hat sich wohl auch Schätzing selber von der Miniserie distanziert.
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Ganz so katastrophal fand ich sie nicht, nur eben voller verschenkte Chancen. Wirklich schade drum. Das Buch möchte ich sehr.
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Ich schon. 🙂
Deswegen auch nicht zu Ende geschaut.
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Dann hast du auch nix mehr verpasst.
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Das war mir klar. 😉
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Ich hab mich noch nicht rangetraut. Nach all den miesen Kritiken.
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Wenn du nach der ersten Folge weiterschauen möchtest, hast es überlebt 😆
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Danke für den Tipp. 😄
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Bidde 😂
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Ich habe mich lange darauf gefreut. Leider war es insgesamt eher enttäuschend. Würde sagen: Lies oder hör lieber nochmal das Buch.
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Mmh, liegt auch schon hier. 🤔
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Das fand ich wirklich unterhaltsam.
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Ich hab das Buch damals bei Erscheinen schon mal gelesen. Ich weiß noch, dass ich fie Story gut fand, dass es für meinen Geschmack zu viel Wissenschaft gab.
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Das fand ich tatsächlich ganz angenehm, den starken Wissenschaftsfokus. Ist bei mir aber auch schon ewig her, dass ich es gelesen habe.
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Vielleicht ist das ja was, das man beim Hörbuch mithilfe von skippen überspringen kann. 😉
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Haha, das mag sein. 😅
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😄
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Hoppsa, ist damit offiziell von meiner Guckliste gerutscht. Nicht schlimm, da steht noch mehr als genug Zeugs drauf.
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Kein Verlust. Du wirst bestimmt etwas Besseres finden. 🙂
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Kann ich größtenteils auch so unterschreiben. Das Gefühl von einer globale Katastrophe kam irgendwie nie so richtig auf, auch wenn die Story ja über den ganzen Erdball verteilt spielte. Auch der Mix zwischen den beruflichen Entdeckungen der Forschendenen (die ja revolutionär waren) und ihren käsigen privaten Problemen fand ich wenig gelungen. Immerhin waren die letzten Folgen dann etwas knackiger inszeniert. Am Ende waren es bei mir allerdings auch nur die 6 Punkte. Schade drum, da war mehr möglich.
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Ja, das trifft auch mein Gefühl. Irgendwie waren die Bestandteile der Geschichte schon da, doch hat alles zusammen nicht wirklich funktioniert. Gegen Ende war das schon zackiger inszeniert, aber blieb dennoch komplett flach und ohne Wirkung. Wirklich schade drum.
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