Media Monday #234

Inzwischen weihnachtet es schon sehr: Am Samstag haben die Kinder und ich endlich den ersten Weihnachtsbaum für unser Haus gekauft. Dieser wartet nun noch darauf aufgestellt zu werden, was ich auch angehen werde, sobald ich den morgigen 12-Stunden-Tag hinter mir habe. Danach beginnt auch offiziell mein Weihnachtsurlaub, worauf ich mich auch schon unglaublich freue. Doch zuvor gilt es noch die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten. In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen und hoffentlich stressfreien vorweihnachtlichen Endspurt… 🙂

media-monday-234

  1. Sofern gesehen Da noch nicht gesehen: Das Beste an Star Wars Episode VII ist die Vorfreude.
  2. Das beste Weihnachtsgeschenk sind fast drei Wochen Urlaub mit der Familie im neuen Haus.
  3. Für die zahlreichen freien Tage nächste Woche habe ich mir fest vorgenommen ein wenig zur Ruhe zu kommen, die Zeit mit der Familie zu genießen, viele Filme zu schauen und wieder mehr zu bloggen.
  4. Weihnachtsspecials zu Serien finde ich schön, wenn die Sichtung gerade in die Weihnachtszeit fällt – so unter dem Jahr wirken solche Episoden immer ein wenig aus der Zeit gefallen.
  5. Bevor das Jahr endet möchte ich, wie bereits 2014, mein Filmjahr rekapitulieren und die Ergebnisse in einem Blogeintrag festhalten.
  6. 2015 habe ich ja Streaming voll für mich entdeckt, denn diese Art des Medienkonsums hat durchaus etwas – auch wenn ich mir folgende Frage gestellt habe: Wie beeinflusst Streaming unser Sehverhalten?
  7. Zuletzt habe ich bereits zum vierten Mal „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ gesehen und das war ein tolles Filmerlebnis, weil ich diesen ersten Teil der Trilogie über weite Strecken wirklich großartig finde.

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – OT: The Hobbit: An Unexpected Journey – Extended Edition (2012) (WS3)

Während alle Welt – und damit meine ich alle Welt – zurzeit völlig im „Star Wars“-Fieber zergeht, habe ich mich erneut einer anderen populären Saga angenommen. Meine inzwischen vierte Sichtung von „Der Hobbit: Eine unterwartete Reise“ markiert für mich auch dieses Jahr den Beginn der Weihnachtszeit und ich bin hoffnungsvoll die Trilogie noch 2015 zu beenden. Der Einstieg in diese mir inzwischen nur allzu bekannte Reise, war für mich schon einmal ein wunderbares Erlebnis…

hobbit-unexpected-ws3

„The Hobbit: An Unexpected Journey“ war für mich bereits letztes Jahr zweifellos der stärkste Teil der Prequel-Trilogie. Dennoch hatte ich noch etliche Kritikpunkte, die auch dieses Mal nicht komplett verschwunden sind, doch inzwischen immer stärker in den Hintergrund treten. Negativ formuliert, gewöhne ich mich stetig an den Film und seine Schwächen. Positiv gesehen, konnten mich seine Stärken überzeugen, was wohl auch daran liegt, dass ich mich zum letzten Weihnachtsfest ausführlich mit der Entstehungsgeschichte des Films beschäftigt habe und somit nun tatsächlich alle Zwerge zweifelsfrei unterscheiden kann, in vielen Szenen besondere Details wahrnehme und so manche Design-Entscheidung besser verstehe.

Die erste Stunde des Films – und damit genau die oft verhasste Zeit in Beutelsend bis zum Aufbruch der Gefährten – finde ich immer noch perfekt. Hier hat Peter Jackson wirklich alles richtig gemacht und ich fühle mich so stark in Mittelerde zu Hause, wie bei „Der Herr der Ringe“ selbst. Auch hat sich abermals gezeigt, wie gut Jackson hier den Ton der eher kindgerechten Vorlage und die Bezüge zu seiner vorangegangenen Filmtrilogie verknüpft. In diesem ersten Teil funktioniert das für mich tatsächlich erstaunlich gut. Was die bestehenden Kritikpunkte (Radagast der Braune, Videospiel-Kamera in der Goblin-Höhle, Azog der Schänder usw.) angeht, so sind sie mir dieses Mal tatsächlich deutlich weniger negativ aufgefallen. In Erinnerung bleiben für mich ohnehin eher die wirklich starken Szenen, wie z.B. das Rätselraten zwischen Bilbo und Gollum. Einfach nur toll.

Bestimmt ist es keine objektive Wertung, doch ich liebe Peter Jacksons Mittelerde und während der vier Sichtungen von „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ hat sich der Film nun endgültig in mein Herz gespielt. Selbst wenn ich kommendes Jahr eher wieder zu „Der Herr der Ringe“ greifen werde, so werde ich dazwischen immer wieder gerne zu diesem chronologischen Anfang der Geschichte zurückkehren: 9/10 Punkte.

Wie beeinflusst Streaming unser Sehverhalten?

Seit dem Umzug vor gut einem Monat, hat sich auch unsere Internet-Situation drastisch verbessert. Waren schon kleinere Downloads mit DSL 3000 und ständigen Verbindungsabbrüchen eine Herausforderung, erfreue ich mich neuerdings an VDSL und einer stabilen Verbindung. Dies habe ich zum Anlass genommen, mich wieder einmal mit dem Thema Streaming zu befassen – auch diese Welt hat sich seit meinen ersten Experimenten vor ein paar Jahren doch ziemlich weiterentwickelt.

streaming-filme-1

Einige von euch werden sich vielleicht an meinen Artikel „Filmsammler: Eine aussterbende Spezies?“ erinnern, in dem ich die schöne neue Streaming-Welt in Frage stelle. Hat sich meine Meinung zu diesem Thema in den letzten zwei Jahren geändert?

Weiterlesen

The Big Bang Theory – Season 7

Seit dem Abbruch meines Hulu-Streaming-Experiments Ende 2013, muss ich wieder bis zur DVD-Veröffentlichung meiner damals verfolgten Serien warten. Mit der dritten Staffel von „New Girl“ hatte ich bereits den Anfang gemacht und nun konnte ich auch endlich „The Big Bang Theory – Season 7“ nachholen. Obwohl es sich um eine klassische Sitcom handelt, die sehr im Mainstream verankert ist, war die Vorfreude groß. Ob sie auch gerechtfertigt war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

tbbt-s7

Schon nach nur wenigen Episoden war ich wieder voll in der Serie drin – und obwohl die Witze nicht sonderlich innovativ und selbst die popkulturellen Referenzen eher an der Oberfläche bleiben, so fühle ich mich in dieser stilisierten Nerd-Welt doch pudelwohl. In Zeiten, in denen die klassische Sitcom mit Laugh Track weitestgehend ausgestorben ist, ist „The Big Bang Theory“ fast schon ein Unikum. Durch die Art der Inszenierung wirkt die Serie fast schon ein wenig aus der Zeit gefallen und bietet Unterhaltung zum Wohlfühlen für jeden, der sich auch selbstironisch mit populären Nerd-Themen identifizieren kann. Ich mag das.

Auch wenn sich der Fokus der Serie immer öfter auf die Beziehungsebene verlagert, so funktioniert auch dieses veränderte Konzept erstaunlich gut. Sicher bietet die Comedy hier nur wenig Neues und gibt im Prinzip auch nur Beziehungsgeflechte wieder, die „Friends“ schon vor über 20 Jahren etabliert hat. In Kombination mit popkulturellen Ereignissen, wie der Comic-Con San Diego oder dem „Star Wars“ Day ist das Gebotene aber oft wahrlich pointiert geschriebene und mitreißend gespielte Unterhaltung – nicht mehr, aber auch sicher nicht weniger.

Die Pause von gut zwei Jahren hat anscheinend gut getan, denn in ihrem inzwischen siebten Jahr hat mich die Serie rund um Sheldon, Leonard, Penny und Co. abermals wunderbar unterhalten – und das Beste: die kommende Staffel werde ich wohl nun endlich, eine schnelle Internet-Verbindung sei Dank, wieder per Stream verfolgen können. Doch dazu folgt demnächst vermutlich ein eigener Eintrag. Hier kann man aber auf jeden Fall reinschauen – egal ob auf DVD oder per Stream: 9/10 (8.5) Punkte.

Media Monday #233

Ein weiteres Wochenende aus der Hölle: Nachdem es das Zappelinchen bereits Ende letzter Woche erwischt hat, ging es am Wochenende mit dem Zwergofanten weiter – und auch Mama und Papa sind kurz davor. Von was schreibe ich? Dem Fluch der Eltern und Kindergärten, der Magen-Darm-Grippe. Aber so richtig. Schlaflose Nächte und zermürbende Tage sind die Folge. Die aktuellen Fragen des Medienjournals werden da nur kurz für Ablenkung sorgen, die Details erspare ich euch lieber…

media-monday-233

  1. Mit eines der schönsten Dinge, das mir durch mein Blog widerfahren ist, stellt der Austausch mit anderen Bloggern dar – so durfte ich letzte Woche auf dem Babykeks-Blog über das Weihnachtsfest und einen ganz bestimmten Film schreiben.
  2. So authentisch, wie Barkhad Abdi in „Captain Phillips“ einen somalischen Piraten dargestellt hat, sucht das an Intensität wahrlich seinesgleichen.
  3. Während man sich die Fortsetzungen zu „Saw“ getrost hätte schenken können, hätte ich viel lieber mal einen Nachfolger zu „Tucker & Dale vs. Evil“ gesehen, schließlich gibt es noch unzählige andere Horror-Subgenres, die man wunderbar auf die Schippe hätte nehmen können.
  4. Ja, irgendwie weihnachtet es ja doch so langsam. Wenn ich mir dann doch mal einen Weihnachtsfilm anschauen würde/müsste/wollte, fiele meine Wahl wohl auf „Schöne Bescherung“ – wer hätte es gedacht? 😀
  5. Bewusst vor dem Kinostart von Star Wars VII gestellt: Mein persönliches Kino-/Film-Highlight 2015 ist „Mad Max: Fury Road“.
  6. Bei der Kürze der Tage und der ständigen Dunkelheit könnte man ja beinahe missmutig werden. Meine Kinder heitern mich aber zuverlässig jedes Mal auf, denn selbst wenn es ihnen wirklich dreckig geht, sind sie von Grund auf positiv eingestellt.
  7. Zuletzt habe ich das Finale der dritten Staffel von „Shameless“ (US) gesehen und das war famose Unterhaltung, weil es die Staffel auf einer gekonnt bittersüßen Note ausklingen ließ.

Shameless (US) – Season 3

Die Nachwehen des Umzugs haben dafür gesorgt, dass ich für die Sichtung von „Shameless – Season 3“ unglaubliche fünf Wochen benötigt habe. Für so eine starke Serie mit ohnehin nur 12 Episoden eine wirklich lange Zeit. Vielleicht war es aber auch genau die richtige Art und Weise diese Staffel zu verfolgen, denn an Verrücktheit und teils bitteren Momenten übertrifft sie die vorherigen zwei Jahre noch um Längen. Ob dies positiv zu bewerten ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

shameless-s3

Die Staffel beginnt – und man befindet sich als Zuschauer plötzlich in einem absurden, aber knallharten Gangsterfilm wieder. Gesät wurde dieser Handlungsstrang rund um Jimmy zwar bereits in der zweiten Staffel, doch dass die Ernte so bestimmend für dieses Jahr werden würde, hätte ich niemals erwartet. Die anderen Handlungsstränge beginnen etwas ruhiger, doch ehe man sich versieht, wird man als Zuschauer mit Situationen konfrontiert, die man selbst in zweiter Reihe nicht über sich ergehen lassen möchte. Einen Höhepunkt bildet in der ersten Hälfte der Staffel wohl Franks unglaublich perfider Plan seinen Sohn Carl glauben zu lassen er hätte Krebs, nur um ein paar schnelle Dollar zu machen.

Weiter geht es mit dem Jugendamt, das die Kinder – nach einem anonymen Tipp durch Frank – in Pflegefamilien unterbringt. Erstaunlicherweise gibt es hier ein glückliches Ende für alle Beteiligten, das jedoch auf der Beziehungsebene zwischen den Charakteren noch für einiges an Zündstoff sorgt. In der zweiten Hälfte der Staffel werden die einzelnen Geschichten immer absurder – und doch schaffen es die Autoren den emotionalen Kern, das Beziehungsgeflecht und die starken Familienbande, aufrecht zu erhalten. Unglaublich! Egal ob dem Begriff Leihmutter eine völlig neue Bedeutung gegeben wird, Frank als Galionsfigur für gleichgeschlechtliche Ehe in Erscheinung tritt oder die Dreiecksbeziehung zwischen Karen, Mandy und Lip völlig eskaliert – kaum eine Geschichte endet so, wie man es erwarten würde. Selbst Frank zeigt Anzeichen von Herz und Mitgefühl. Dennoch ist das Finale unerwartet düster und endgültig – und lässt uns nur in der letzten Montage ein wenig Hoffnung schöpfen.

Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten hätte, so hat „Shameless“ im dritten Jahr noch einmal an Qualität zugelegt. Der Schmerz der Figuren ist oft unwahrscheinlich unmittelbar und greifbar, was jedoch stets durch perfiden Humor gebrochen wird. Dabei ist die Serie nicht zynisch, sondern erlaubt sich einen oft zärtlichen Blick auf ihre Charaktere. Eine ungewohnte Mischung, die in dieser Form wohl einmalig ist. Ich freue mich jetzt schon auf die vierte Staffel: 9/10 (9.3) Punkte.

Hello Ladies – Season 1 & Hello Ladies: The Movie

In den letzten Monaten hatte ich einige Episoden von der „The Ricky Gervais Show“ verschlungen. Somit sind Ricky Gervais und Stephen Merchant neben Karl Pilkington (zusammen auch in „An Idiot Abroad“ zu sehen) wieder auf meinem Radar aufgetaucht. Merchants kurzlebige HBO-Show „Hello Ladies – Season 1“ war auch die letzte neue Serie, die ich in der alten Wohnung mitten in der heißen Umzugsphase angefangen hatte – und es ist die erste, die im neuen Haus mit „Hello Ladies: The Movie“ ihren Abschluss fand. Schade, dass dieser amüsante Besuch in Los Angeles damit schon wieder vorbei ist…

hello-ladies-s1

Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Serie: Auf der einen Seite wirkt sie sehr wertig produziert, bietet tolle Einstellungen und Kamerafahrten – auf der anderen Seite wirkt der Plot eher wie eine Network-Sitcom als eine HBO-Comedy. Speziell die Konstellation mäßig erfolgreiche Schauspielerin lebt im Gästehaus eines nerdigen Web-Designers schien mir einfach zu abgedroschen. Merchants Figur Stuart Pritchard ist zu Beginn auch nicht wirklich greifbar, er ist zu gemein um wirklich liebenswert zu sein und der Fremdschämfaktor ist wirklich extrem hoch.

Nach den ersten 3-4 Episoden hatte mich die Serie gepackt und ich konnte mich auch an den Eigenheiten der Figuren erfreuen. Leider jedoch hat die Serie nur 8 Episoden, wurde jedoch immerhin mit einem 75-minütigen Film abgeschlossen. Durch diese komprimierte Art der Erzählung hatte ich am Ende eher das Gefühl eine etwas ausführlichere RomCom gesehen zu haben (ähnlich wie bei der kurzlebigen Serie „Bent“) als eine seriell erzählte TV-Serie.

Ihr volles Potential entwickelt „Hello Ladies“ leider erst in der zweiten Hälfte der Staffel. Auf diesem Niveau hätte ich mir gerne noch ein paar weitere Episoden angesehen. Der Film ist zwar ein gelungener Abschluss, doch merkt man, dass die Autoren zielgerichtet auf ein Finale zugesteuert sind und nur noch wenige absurde Situationen ihren Weg ins Drehbuch gefunden haben (die Sexszene ist dafür gar wunderbar witzig erzählt).

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß mit der Serie und mir sind die Figuren trotz des Fremdschämens schnell ans Herz gewachsen. Dennoch kann ich verstehen, dass HBO die Serie abgesetzt hat: Sie sitzt zu sehr in der Nische ohne darin wirklich herausragend zu sein. Speziell Fans von Stephen Merchant sollten sich die Show dennoch nicht entgehen lassen. Ich habe den kurzen Trip nach L.A. auf jeden Fall sehr genossen: 8/10 (7.9) Punkte.

Media Monday #232

Das zweite Adventswochenende liegt hinter uns. Es war arbeitsreich, aufregend und insgesamt nur wenig erholsam. Trotzdem blicke ich auf ein paar Highlights zurück: Ich durfte meine frisch geborene Nichte kennenlernen, war mit dem Zapplinchen in strahlendem Sonnenschein spazieren und sitze nun in Ruhe am Rechner, um die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten. Ein runder Abschluss des Wochenendes, der euch am Montag hoffentlich gut zu unterhalten weiß… 🙂

media-monday-232

  1. Mein Wochenende war definitiv zu kurz: Den Samstag habe ich größtenteils im Möbelhaus und mit dem Anschließen von Lampen verbracht, womit es am Sonntag noch weiterging – davor gab es jedoch ein ausgiebiges und leckeres Adventsfrühstück.
  2. Obwohl „The Purge: Anarchy“ ja noch relativ neu ist, habe ich ihn im besten Sinne als altmodisch empfunden, denn er hätte auch perfekt in die 80er Jahre gepasst.
  3. Stephen Merchant ist auch einer dieser Schauspieler, wo ich mir jedes Mal denke: Ich habe das Gefühl dich schon viel zu gut zu kennen, um dir diese Rolle vollends abzunehmen.
  4. Weihnachten rückt langsam näher, am Sonntag war Nikolaus. Ich persönlich habe zwei Kinder, die bei jedem Klopfen bzw. Türklingeln zusammengezuckt sind, weil sie dachten es wäre der Herr im roten Mantel… 😀
  5. Sollte es jemals ein Remake zu „Schöne Bescherung“ geben, werde ich mir den Film bestimmt mit sehr gemischten Gefühlen anschauen – das Remake von „Vacation“ soll ja schon eher durchwachsen gewesen sein.
  6. Aus dem Stegreif drei Filme empfehlen, ob ungewöhnlich oder Mainstream, alt oder neu? Nun, da fielen mir spontan „Galaxy Quest“ (herrliche Sci-Fi-Satire), „Almost Famous“ (der Musikfilm schlechthin) und „Nobody’s Fool“ (einer der schönsten Winterfilme) ein.
  7. Zuletzt habe ich „Baymax: Riesiges Robowabohu“ und den zugehörigen Vorfilm „Liebe geht durch den Magen“ gesehen und das war ein gar wundervolles Erlebnis, weil ich Animationsfilme liebe und in dieser Kombination viele verschiedene Spielarten erleben durfte.

Liebe geht durch den Magen – OT: Feast (2014)

Nach der Sichtung von „Baymax: Riesiges Robowabohu“ habe ich mir noch den zugehörigen Kurzfilm „Liebe geht durch den Magen“ angesehen. Normalerweise weiß ich meist schon ungefähr was mich erwartet, doch diese knuffige und kulinarische Reise hat mich völlig überrascht…

feast-baymax-short

Man erlebt den gesamten Film durch die Augen eines kleinen Hundes. Und natürlich dreht sich bei ihm alles nur ums Essen: Der Titel „Feast“ ist somit Programm. Die Perspektive wechselt auch nie, so dass man am Leben des Herrchens auch nur über die dargebotenen Mahlzeiten teilnimmt – bis es eben zu einer Veränderung kommt, doch ich möchte an dieser Stelle nichts verraten. Schaut euch den Film selbst an!

Neben einer inhaltlich wirklich schönen Geschichte, die neben dem Logikloch, dass der Hund bereits nach ein paar Szenen kugelrund sein müsste, wirklich herzergreifend ist (dabei mag ich Hunde nicht einmal sonderlich), überzeugt „Liebe geht durch den Magen“ vor allem durch seine famose Cell-Shading-Technik. Somit ist der Kurzfilm auch ein Augenschmaus und sollte als Vor- oder Nachspeise auf jeden Fall mit auf dem Menü stehen: 9/10 Punkte.

Baymax: Riesiges Robowabohu – OT: Big Hero 6 (2014)

Auch wenn es bis 21 Uhr nicht so ausgesehen hat, habe ich doch noch einen Film angepackt. Zählt man den zugehörigen Kurzfilm dazu, dann sogar zwei. Wow. Eigentlich wollte ich mit meinem diesjährigen Besuch in Mittelerde beginnen, doch dann würde ich jetzt noch sitzen – und nach einem weiteren Tag im Möbelhaus und werkelnd im Haus, habe ich mich dann doch lieber für den deutlich kürzeren „Baymax: Riesiges Robowabohu“ entschieden. Eine sehr gute Wahl…

baymax-2014-1

Tatsächlich stellt der Animationsfilm aus dem Hause Disney eine weitere Marvel-Verfilmung dar. Das zugehörige Comic „Big Hero 6“ zählt wohl nicht zu den bekanntesten, doch war es vielleicht deshalb eine so gute Wahl, um die Kombination aus Animation und Superhelden-Action zu testen. Die kreativen Köpfe hinter dem Film standen übrigens bereits bei dem famosen „Bolt: Ein Hund für alle Fälle“ hinter der virtuellen Kamera. Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden, speziell was die teils völlig überdrehte Action angeht.

Die Handlung des Films gliedert sich in zwei Teile: einen Coming-of-Age-Block rund um den jungen Erfinder Hiro und seinen Bruder sowie die Origin-Geschichte des im Original titelgebenden Superhelden-Sextetts. Den ersten Teil der Geschichte mochte ich um einiges lieber, was jedoch nicht bedeutet, dass der zweite Teil schlecht wäre. Speziell die charakterbildenden Momente zwischen Hiro und dem fantastisch gestalteten Gesundheitsroboter Baymax haben mich auch im weiteren Verlauf immer wieder begeistert.

In den Kampfszenen erinnerte mich „Baymax“ ein wenig an Pixars „Die Unglaublichen“ oder eben andere Marvel-Verfilmungen. Ab und zu habe ich mir vorgestellt, wie „Big Hero 6“ wohl als Realfilm gewirkt hätte – ein interessanter Gedanke, speziell da die Umgebung von San Fransokyo tatsächlich unglaublich realistisch wird. Doch auch das Charakterdesign ist ausgesprochen ansprechend und die menschlichen Charaktere wirken zu keinem Zeitpunkt wie Fremdkörper in der Kulisse. Aus technischer Sicht ein wahrer Genuss!

Insgesamt gesehen mochte ich „Baymax: Riesiges Robowabohu“ wirklich sehr gerne. Ich habe mit Hiro und seinem Gesundheitsbegleiter mitgefiebert und wurde manchmal nur aufgrund der nicht enden wollenden Action aus dem Film gerissen. Ein Problem, an dem leider viele Marvel-Filme kranken. Dieser hier ist auf jeden Fall einer der besten und sei somit sowohl Animationsfilm- als auch Comicfilmfreunden ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.