Constantine (2005)

Heute habe ich es tatsächlich einmal wieder geschafft bereits den zweiten Tag in Reihe einen Film zu schauen. Unfassbar. Die Wahl ist dieses Mal auf die Comic-Verfilmung „Constantine“ gefallen, welche mir besonders durch etliche Antworten im Media Monday aufgefallen ist. Die Vorlage „Hellblazer“ kenne ich nicht und somit konnte ich völlig unvorbelastet an den Film herangehen…

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Zwei Dinge haben mich während der Sichtung überrascht: zum einen die visuelle Kraft, mit der Regisseur Francis Lawrence („I Am Legend“) die Geschichte erzählt, und zum anderen wie erwachsen wir Zuschauer behandelt werden. Es gab keinen Prolog, der uns die Regeln der dargestellten Welt bis ins Detail erklärt, kein Voice-over und keine Erklärbär-Dialoge. Die Geschichte ergibt sich, bis auf wenige Ausnahmen, vollständig aus der Handlung und den Aktionen der Charaktere. Es ist schon beinahe traurig, dass man solch eine Erzählweise im heutigen Blockbusterkino hervorheben muss.

Ob die visuelle Stärke des Films der Comic-Vorlage entspringt, und wie z.B. in „Sin City“ ganze Panels nachgestellt wurden, oder ob sich allein der Regisseur bzw. Kameramann für die ungewöhnlichen Kameraeinstellungen verantwortlich zeichnet, eines ist sicher: „Constantine“ sieht unglaublich gut aus. Dabei lassen sich aufwendigere Actionszenen an einer Hand abzählen und es überwiegen ruhigere Passagen, die jedoch nicht weniger imposant in Szene gesetzt wurden. Hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich freue mich, dass Francis Lawrence bei den weiteren „The Hunger Games“-Verfilmungen Regie führen wird.

Inhaltlich erinnert mich „Constantine“ ein wenig an eine Filmfassung der TV-Serie „Supernatural“, wenngleich der Held hier noch deutlich mehr trinkt als Dean Winchester, Kette raucht und die Atmosphäre insgesamt deutlich düsterer ist. Freunde okkulter Themen dürften auf jeden Fall viel Spaß mit der „Hellblazer“-Verfilmung haben. Eine Fortsetzung des Films gab es leider nie, dafür ist für kommendes Jahr eine TV-Serie geplant. Ich bin auf jeden Fall froh, den Film nun auch für mich entdeckt zu haben. Sehr unterhaltsam und mit Keanu Reeves, Rachel Weisz, Tilda Swinton, Shia LeBoef, Djimon Hounsou und Peter Stormare wahrlich interessant besetzt: 8/10 Punkte.

37 Gedanken zu “Constantine (2005)

  1. Ich mochte den Film auch sehr… vor allem Tilda Swinton als Gabriel war schon große Klasse und hat verdammt gut gepasst. Eigentlich habe ich auch immer auf eine Fortsetzung gehofft, aber wenn sie es jetzt als Serie weitermachen, freue ich mich irgendwie umso mehr.

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    • Ja, Tilda Swinton war ein echtes Highlight. Die Serie wird vermutlich eher ein Reboot (einmal wieder) und ich hoffe, dass man nicht nur in die Monster-of-the-Week-Richtung geht, zumal mit „Supernatural“ da draußen bereits eine Show existiert, die sich dem Kampf zwischen Himmel und Hölle widmet.

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  2. Ich fand den Film enttäuschend, das Ende mit Stormare ist ganz nett und wie so einiges grob verschiedene Storylines der Comics entlehnt. Ein „Mash-up“-Film gewissermaßen.
    Fans okkulter Themen wenden sich aber lieber „Hellblazer“, denn dieser „Hellblazer“-Verfilmung zu 😀

    Aber immer schön, dass du zu Filmen – und zu Reviews ebendieser – kommst. Folgt hier auf dem Blog noch eine Besprechung von „Dexter“?

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    • Ich habe gestern noch deine Kritik bzw. den Vergleich mit dem Comic überflogen, insofern dachte ich mir schon fast, dass du dich diesbezüglich meldest. Im Making of hatten sich auch Themen, wie Nationalität von John Constantine usw. angesprochen, doch als Nichtkenner der Vorlage hat z.B. Keanu Reeves für mich ausgezeichnet funktioniert. Kann aber durchaus verstehen, dass es da große Diskrepanzen in der Wahrnehmung gibt.

      Eine Besprechung zu „Dexter“ folgt garantiert noch irgendwann, allerdings fehlen mir die letzten beiden Staffeln noch komplett. Wird also noch ein wenig dauern, da ich im Moment nicht sonderlich viel zum Schauen komme…

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  3. Der Film steht bei mir auf der „Second Date“ Liste, denn ich habe ihn damals auf grosser Leinwand gesehen und seit dem nicht mehr … Möchte es aber unbedingt bald machen, denn ich kann mich nur noch an Tilda als Gabriel erinnern und wie beeindruckt ich von ihrer Darstellung war! Und dank deiner tollen Beschreibung möchte ich ihn jetzt noch dringender wieder sehen. 🙂

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    • Da bin ich doch mal auf deinen zweiten Eindruck gespannt. Das mit der Second Date-Liste finde ich immer noch eine wahrlich exzellente Idee. Würde sich das bei mir nicht immer über Jahre hinziehen, könnte ich mir so etwas auch für mich vorstellen. Doch da Dates ungerne versetzt werden, mache ich da lieber nichts schriftlich… 😉

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      • Bei mir geht es sich hie und da tatsächlich aus, weil wir Sonntags öfter Filmabende mit Freunden veranstalten, und da jeder mitentscheiden darf was angescahut wird, fällt die Entscheidung oft eher auf gutes altbekanntes, als auf Neues …

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      • Filmabende sind in meinen Umfeld mit Zunahme der Kinderdichte leider rar geworden. Früher war es aber tatsächlich auch so, dass man eher zu einem Film gegriffen hat, den man eben seinen Freunden zeigen wollte. Irgendwann wieder. Ganz bestimmt…

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  4. Tilda als Gabriel war schon Weltklasse. Den besten Joke aber lieferte immer noch der Auftritt des Teufels. Da denkt man, „boah, was kommt da gleich um die Ecke“ und dann dieser schneeweise Anzug 🙂 Einfach cool.

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  5. @bullion: hhhhm, Constatine ist ein tatsächlich einer der wenigen Blockbuster der letzten Jahre meiner Meinung nach, bei denen es die Macher irgendwie noch verstanden, die entsprechenden Hebel richtig zu bedienen, um richtiges Popcorn-Entertainment zu gewährleisten. Constantine ist neben Maxtrix und Speed wohl der beste Film von Keanu Reeves…Nur an seiner limitierten Gesichtsmimik hätte Keanu Reeves auch in Constantine arbeiten können, letztendlich passte sie aber irgendwie zur Figur, die er verkörpert hatte.

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  6. Pingback: Media Monday #119 | Tonight is gonna be a large one.

  7. Der Film spielt, wie hier schon treffend angebracht, mit den Symbolen, die man bei so einem Religions-Okkult-Film erwartet. Der Teufel ist ganz in weiß und Gabriel eine Frau (obwohl Tilda Swinton schon immer etwas androgyn war), allein das gibt Punkte für Mut, solange es, wie hier, gut umgesetzt ist.

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  8. Pingback: Die Tribute von Panem: Catching Fire – OT: The Hunger Games: Catching Fire (2013) | Tonight is gonna be a large one.

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