Cowboys & Aliens – Extended Director’s Cut (2011)

Manche Filme können mit den an sie gerichteten Erwartungen einfach nicht mithalten. Als die ersten Informationen zu  „Cowboys & Aliens“ die filmliebende Öffentlichkeit erreichten, schien der nächste Genreklassiker vor der Tür zu stehen. Schon der Titel schrie nach Selbstironie und Genrepersiflage. Als letztendlich jedoch der große Spaß ausblieb, hagelte es Verrisse und so war ich – trotz grundlegendem Interesse – erst einmal zurückhaltend, was die Sichtung des Films betraf…

cowboys_aliens_1

Zunächst einmal war ich erfreut über die gelungene Westernatmosphäre. Man hat das Genre erst genommen und somit eine glaubwürdige Bühne für dieses seltsame Zusammentreffen geschaffen. Während der ersten 45 Minuten schien sich der Film genau nach meinem Geschmack zu entwickeln. Etwas ernsthafter als vermutet, doch warum nicht? Aufgesetzte Selbstironie ist ja auch nicht zwangsweise ein Qualitätsmerkmal. Dann jedoch beginnt der zweite Akt, während dessen etliche Zusammenhänge an diversen Lagerfeuern erkärt werden, ewig durch die Pampa geritten wird und teils hanebüchene charakterliche und dramaturgische Vorbereitungen für das Finale getroffen werden. Zäh wie Kaugummi.

Nach ca. einer Stunde mit viel zu viel Gerede, langweiliger Action und nur allzu vorhersehbaren Charakterentwicklungen, wurde endlich das Finale angegangen. Dies war zwar auch nicht sonderlich innovativ – weder inszenatorisch, noch inhaltlich – doch flogen hier endlich einmal die Fetzen und die titelgebenden Aliens durften unsere gesichtslosen Reiter blutig und mit Schmackes dezimieren. Wieder eine Viertelstunde, die recht unterhaltsam war.

Interessanterweise hat man für „Cowboy & Aliens“ tatsächlich einige hochklassike Darsteller gewonnen. Allen voran Daniel Craig, der den schweigsamen Fremden durchaus gekonnt verkörpert. Auch Harrison Ford kann als fieser Großgrundbesitzer überzeugen, wobei die Rolle selbst nicht sonderlich viel hergibt. Was wohl Sam Rockwell geritten hat den langweiligen Barkeeper/Arzt zu geben? Olivia Wilde wirkte auf mich übrigens nur wie eine billige Kopie von Summer Glau. Sorry, Fanboys…

Letztendlich ist die Sache mit „Cowboys & Aliens“ ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet er ein gelungenes Westernsetting und nette Effekte, andererseits sind die meisten Charaktere stinklangweilig und die Handlung hätte sich wohl jeder 10-jährige aufregender beim Lego-Spielen ausdenken können. Auch wenn ich doch größtenteils recht gut unterhalten wurde, kommt der Film über Mittelmaß einfach nicht hinaus: 5/10 Punkte.

17 Gedanken zu “Cowboys & Aliens – Extended Director’s Cut (2011)

  1. Pingback: Cowboys & Aliens (Film)

  2. Dann bin ich ja zurecht bisher noch skeptisch gewesen, was den Film angeht. Habe ihn mir auch schonmal ausgeliehen, ihn aber nie geguckt, was wohl weniger an der Story sondern an der Besetzung liegt. Ich meine, Daniel Craig und Mr. Ford geben sich für so einen Schwachsinn her? Bitte…

    Gefällt mir

    • Schwachsinn ist vielleicht ein wenig hart, besonders da Craig und Ford noch die Glanzpunkte in dieser Produktion sind. Kann man sich als Genrefreund durchaus mal geben, doch verpasst hat man definitiv nichts, wenn der Film an einem vorbeigeht.

      Gefällt mir

  3. Da gebe ich dir absolut Recht. Man hätte viel mehr aus dem Film machen können. Ursprünglich wollte Favreau ja Robert Downey Jr. für die Hauptrolle, dann wäre das Ding vielleicht nicht ganz so bierernst gewesen.

    Gefällt mir

    • Hmm, ja das hätte dem Film wohl einen anderen Ton gegeben. Doch eigentlich mochte ich Craig als schweigsamen Helden auch ganz gerne. Am schlimmsten fand ich ohnehin die im zweiten Drittel nur dahinplätschernde Handlung und die teils aufgesetzt wirkende Charakterisierung einzelner Personen.

      Gefällt mir

  4. Meine Großcousine liegt mir schon ewig in den Ohren, dass ich den mal schauen sollte, weil der nach ihrer Meinung richtig toll ist. Ich werde sie schweigend und unter Bezugnahme auf deine unbestrittene Expertise auf dieses Review hinweisen 😉

    Gefällt mir

    • Finde ich gut. Dann darf ich deine Großcousine also unter meinen Lesern willkommen heißen? 😉

      Reinschauen schadet ja nichts, am besten die ersten 45 und die letzten 15 Minuten, dann hast du inhaltlich nichts verpasst und bekommst einen netten Sci-Fi-Western zu sehen. Dazwischen einfach was anderes machen. Mein Blog lesen oder so…

      Gefällt mir

    • Ist leider so, doch sollte man sein Publikum eben auch nicht als dumm verkaufen. Wie gesagt nicht schlimm, aber für den Durchbruch fehlt es eben hinten und vorne – und die Action wiegt das in diesem Fall leider auch nicht auf.

      Gefällt mir

  5. Pingback: Cowboys & Aliens (2011) | Film-Blogosphäre

  6. Pingback: Media Monday #145 | Tonight is gonna be a large one.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s