Coupling – Season 1 to 4

An meine erste Begegnung mit Steve Moffats bahnbrechender Comedy-Serie kann ich mich noch erinnern als wäre es erst gestern gewesen. Bei der deutschen Erstausstrahlung wirkte „Coupling – Season 1 to 4“ unglaublich frisch, frech und provokant – besonders im Vergleich zu anderen damals laufenden Sitcoms. Insofern war ich neugierig, wie sich die Serie heute – immerhin 10 Jahre nach der ersten Sichtung – so schlägt…

Mir war die Serie besonders durch ihre anzüglichen Witze in Erinnerung, die damals ein absolutes Novum darstellten. Heute dagegen ist man durch Serien wie „Californication“ o.ä. ganz andere Kaliber gewöhnt, doch überzeugt „Coupling“ auch heute noch durch den besonderen Wortwitz und die innovative Erzählstruktur. Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass es Serien wie „How I Met Your Mother“ ohne die BBC-Produktion nicht in der Form gegeben hätte, wie wir sie heute kennen: Splitscreen, unzuverlässige Erzähler, unterschiedliche Erzählperspektiven usw. All dies kombiniert Moffat leichter Hand mit wunderbar geschriebener Beziehungs-Comedy und grandiosen Figuren. So dürften Jeff und Patrick wohl auch einen Serienfreunden nicht unbekannten Barney Stinson inspiriert haben…

Season 1
Mit der ersten Staffel feuert „Coupling“ bereits aus allen Rohren und jede einzelne der sechs Episoden darf guten Gewissens als Klassiker bezeichnet werden. Es werden Jeffisms wie Giggle Loop geprägt und in „The Girl with Two Breasts“ darf man Sitcom-Erzählkunst par excellence genießen. Insgesamt eine der stärksten Pilotstaffeln, die ich kenne: 10/10 (9.5) Punkte.

Season 2
Die zweite Staffel beglückt uns Zuschauer sogar mit neun Episoden, die denen der ersten Staffel beinahe ebenbürtig sind. Es beehrt und der Melty Man und das Staffelfinale „The End of the Line“ zeugt von der unglaublichen Kreativität der Macher. Diese Episode sollte man als Pflichtprogramm für angehende Autoren einführen. Einzig die zunehmenden Beziehungswirren sind nur nett anzusehen und nicht sonderlich innovativ. Weiterhin großartig: 9/10 (9.1) Punkte.

Season 3
So famos wie die vorhergehende Staffel beendet wurde, so gut startet die dritte. Die Episode „Split“ wird – wie der Titel vermuten lässt – nicht nur komplett via Splitscreen erzählt, es wird auch noch ein Zeitversatz zwischen den Erzählebenen eingeführt. Einfach nur großartig! Weiterhin gibt es eine Episode, die uns durch mehrere unzuverlässige Erzähler einen Blick in die Vergangenheit der Figuren werfen lässt. Sieben durchgehend fantastische Episoden: 9/10 (9.3) Punkte.

Season 4
Die vierte Staffel habe ich bei der aktuellen Sichtung zum ersten Mal komplett gesehen. Der Grund: Damals konnte ich mich nicht damit abfinden, dass Richard Coyle die Serie verlassen hat und Jeff durch einen anderen Charakter ersetzt wurde. Auch heute ist dieser Verlust nicht zu wegzureden und teils wirkt die Serie wie eine andere Show. Der Qualitätseinbruch ist deutlich spürbar und es war gut sie nach dem vierten Jahr enden zu lassen: 7/10 (7.2) Punkte.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass ich bei kaum einer anderen Comedy in letzter Zeit so viel und so laut gelacht habe, wie bei der erneuten Sichtung dieses Klassikers. Jeder Serienfreund, an dem „Coupling“ bisher vorbeigegangen ist, sollte schleunigst einmal reinschauen – zumindest in die ersten drei Staffeln. Wahrlich beste Sitcom-Unterhaltung: 9/10 (8.8) Punkte.

17 Gedanken zu “Coupling – Season 1 to 4

  1. Hab die damals glaube ich auf deutsch im TV gesehen, und da wollte die (wohl verständlicherweise) nicht wirklich zünden. Sollte ich mal die Gelegenheit kriegen, kriegt die Serie dann aber noch mal ne Chance.

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    • Ich fand die Serie selbst damals auf deutsch ziemlich grandios. Aber vor 10 Jahren hatte man eben auch noch nicht die Möglichkeiten, die man heute hat, um in den Genuss des O-Tons zu kommen. Spätestens damit offenbart sich dann aber die Genialität der Drehbücher.

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    • Glücklicherweise ist die Serie recht zeitlos und dürfte somit auch heute noch Spaß machen. Zudem sind es, wie für UK-Serien üblich, ja nur ein paar Episoden und da lohnt sich das Reinschauen auf jeden Fall!

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    • Das ging mir auch so. Obwohl ich die meisten Geschichten bereits kannte, konnte ich so viel lachen, wie bei kaum einer zweiten Sitcom. Man merkt eben auch, dass die Autoren in den kurzen UK-Staffeln viel fokussierter arbeiten, als wenn Handlungsstränge über 22 Episoden ausgewälzt werden.

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    • Das stimmt. Die optimale Staffel besteht für mich aus 10-13 Episoden, wie es HBO, AMC oder auch Showtime handhabt. Somit gibt es genügend Zeit für Charakterentwicklung, doch keine Einbrüche in der Handlung.

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  2. Wird absolut unterschrieben, fand ich ebenfalls sogar auf Deutsch genial, die vierte mit Abstrichen, wobei die mit „Night Lines“ neben „End of the Line“ und „Split“ zu meinen Lieblingsepisoden gehört. Aber an großartigen Episoden herrscht hier ja kein Mangel.

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    • „Night Lines“ fand ich zwar nett, doch insgesamt noch weiter unter dem Niveau der ersten drei Staffeln. Zwar nicht schlecht, doch das klassische „Coupling“-Gefühl hat mir in der Finalstaffel einfach gefehlt. Dennoch eine grandiose Serie, keine Frage!

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