An manchen Filmen sieht man wie alt man geworden ist. Als ich Wolfgang Petersens „Air Force One“ damals im Kino sah war ich gerade einmal 17 Jahre alt. Danach habe ich noch ein paar TV-Ausstrahlungen mitgenommen, doch wirklich begleitet hat mich der Film beim Erwachsenwerden nicht. Vielleicht hatte ich ihn deshalb auch noch als recht modern in Erinnerung – und vielleicht hat mich sein Alter deshalb auch fast schon etwas erschrocken…

Man sieht es vor allem an Frisuren, Kleidung und Technik. Früher hatte man dieses Gefühl bei Filmen aus den 70er und 80er Jahren, doch mit der Zeit wirken auch die modernen Kinostarts der eigenen Jugend angestaubt. Es ist immer wieder faszinierend, wie die eigene Wahrnehmung hier funktioniert. Diese Anmerkungen sollen jedoch nicht die Qualität des Films in Frage stellen, denn er wirkt nach wie vor flott inszeniert und kommt mir heute mehr denn je wie „Stirb langsam“ über den Wolken vor. Aus heutiger Sicht sind John McClane und Präsident James Marshall also näher zusammengerückt, als ich mir dies vor 15 Jahren jemals hätte träumen lassen.
Bereits damals – wohlgemerkt vor den Terroranschlägen vom 11. September – wurde der Hurra-Patriotismus des Films gescholten. Heute wirkt „Air Force One“ durch die folgenden realen Ereignisse oft noch absurder, aber teils auch erschreckend nah dran an der amerikanischen Politik der Bush-Ära. Wobei der von Harrison Ford dargestellte Präsident mit George W. Bush natürlich nicht zu vergleichen ist. Mir ist es nicht schwer gefallen die politischen Untertöne auszublenden und mich auf den reinen Spaßfaktor zu konzentrieren, was den Film erneut zu einem rundum gelungenen Erlebnis machte.
Wer sich gerne in der fiktiven US-Politik tummelt, handgemachte 80er/90er Action mag und fragwürdige Handlungselemente nicht bis ins Detail analysiert, der dürfte auch heute noch viel Spaß mit Wolfgang Petersens Ausflug über die Wolken haben. Zwar schafft es der Film nicht ganz unter die Genreklassiker, doch wer nach der hundertsten Sichtung der „Stirb langsam“-Reihe etwas Abwechslung braucht, der ist mit „Air Force One“ gut beraten: 7/10 Punkte.
Ich finde den auch heute noch klasse. Damals war ich mit 12 Jahren im Kino und hab den total abgefeiert, trotz der „FSK: 12“ Kürzungen ;-). Der Hype hält bei mir wohl bis heute an.
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Puh, ich weiß gar nicht mehr, ab wann der damals bei uns im Kino lief. Mag schon sein, dass er gekürzt war. Kann man sich auf jeden Fall heute noch gut anschauen. Ein schöner Old-School-Actioner.
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Hatte da vor Jahren mal in der OFDB geschaut, da ist er für Deutschland gekürzt angegeben.
Nachgeschaut hatte ich das, weil ich mich gewundert habe wie ich damals wohl ins Kino gekommen bin, da die DVD ja FSK: 16 ist.
Zwar gibt es Fälle wo ein Film im Kino ab 12 und auf DVD ab 16 ist, aber Air Force One war scheinbar dafür gekürzt worden.
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Mag schon sein, dass der damals gekürzt lief. Ist aber auch schon wieder so lange her, dass ich mich wahrlich nicht mehr daran erinnern, kann ob es im Kino genauso viele blutige Einschüsse gab, wie gestern auf der Blu-ray… 😉
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Harrison Ford ist eifnach der coolste Präsident dens je gab 😉
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Da hat wohl jemand „The West Wing“ noch nicht gesehen, denn es ist ohne Zweifel, dass Martin Sheens Jed Bartlet der coolste Präsident ever ist! 😀
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Der coolste Präsident ist ohne Frage Bill Pullman in ID4 😀
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Nun wird es aber immer absurder! 😉
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Ihr habt wohl „Dave“ vergessen… Und natürlich, für mich eigentlich die beste Nennung hier, Jack Nicholson in „Mars Attacks“. (Könnte aber noch so Beispiele wie Lloyd Bridges in „Hot Shots 2“ bringen… 😉 )
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Jetzt aber nicht einfach anfangen alle fiktiven US-Präsidente zu nennen! Das muss man schon differenzierter betrachten… obwohl Jack Nicholson in „Mars Attacks!“ schon auch recht witzig war.
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Die find ich aber alle klasse 😀
Aber ok, dann nenne ich Abraham Lincoln. In diversen Filmen. Vor allem in „Abraham Lincoln, Vampire Hunter“, auch wenn er da noch kein Präsident ist, und ich den Film noch nicht gesehen habe 😉
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Stimmt, der kommt ja auch noch demnächst. Ich bleibe bei Jed Bartlet. Der einzig wahre fiktive US-Präsident. Einen gewissen Unterhaltungswert möchte ich den von dir genannten jedoch nicht absprechen… 😉
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Pingback: In the Line of Fire: Die zweite Chance (1993) | Tonight is gonna be a large one.
Pingback: Air Force One (1997) | Film-Blogosphäre
Bei dir war es im Kino, bei mir im TV. Und trotzdem behält man ihn bzgl. der eigenen Jugend gerne in Erinnerung. Vermutlich ginge es mir ganz genauso wie dir, wenn der in naher Zukunft wieder laufen sollte.
Der Zahn der Zeit nagt einfach an allem, was nicht in den Jungbrunnen gefallen ist… manches macht es immerhin noch nostalgischer und Air Force One ist ein angenehmes Beispiel dessen.
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Ja, stimmt schon. Das macht aus heutiger Sicht auch viel vom Charme des Films aus. Ich war nur so schockiert, da es in meiner Wahrnehmung immer noch ein eher moderner Film ist, den ich ja erst kürzlich, ähm, im Kino gesehen hatte… 😉
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Jepp, solche Erlebnisse sind ziemlich fies. Gerade die 90er Filme bekommen diesen vermeintlich modernen Schlag nicht so gut hin. Manche sind top, manche wiederum schon so antiquiert, da müssen sich Filme aus den 80ern gar nicht mal gege verstecken.
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So richtig zeitlos sind wirklich die wenigsten Filme. Die 80er Jahre sind mit ihrem ganz besonderen Stil aber oft wirklich das extremste Jahrzehnt. Gibt aber auch da Ausnahmen. Bei den 90ern ist eben das Ding: Mir kommt dieses Jahrzehnt noch gar nicht so lange her vor! Ich werde eben alt… 😉
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Stimmt auch wieder. Vermutlich dachte ich gerade durch die rosarote Nostalgiebrille, die den Staub etwas abmildert.
Ja, das wirst du… (um nicht ganz so fies zu klingen: Das werden wir wohl oder übel alle)… 😉
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Ach, keine Sorge! Die rosarote Nostalgiebrille habe ich bei Filmen dieser Art auch beständig auf – und dadurch bleibt der Spaß an ihnen auf jeden Fall erhalten… 🙂
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Dann ist gut. Muss ja auch so sein, wo bliebe denn sonst der Spaß (und die schöne Erinnerung)? 😉
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Ganz genau! Und in ein paar Jahrzehnten werden die Kids über „Avengers“ und Co. lästern, wie altmodisch das doch aussieht… 😉 😀 😉
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Ach Gott, hör bloß auf damit. 😀
Frage mich sowieso, was uns in ein paar Jahrzehnten für Filmerlebnisse erwarten…
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Wenn es dann überhaupt noch Kinos gibt und nicht jeder mit VR-Brille zu Hause sitzt. So spannend ich diese Technologie finde, so erschreckend ist der Gedanke auch…
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Daran musste ich auch gerade denken. Dann gibt es bestimmt schon schicke VR-Brillen mit integriertem Soundsystem für ein vollständiges Heimkinoerlebnis. Es fröstelt mich bei dem Gedanken, wenn man sich vorstellt wie der Gemeinschaftssinn dadurch verloren geht/gehen könnte. Na wer weiß was tatsächlich kommt…
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Na, dann gibt es bestimmt VR Social Media Viewing und man kann zusammen mit seinen virtuellen Freunden den Film genießen. Oder so. Man kann die Zukunft einfach nicht mehr vorhersagen! 😉
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Aber bitte stilecht mit Hologramm und so!
Eigentlich ist ja gerade das das beängstigende daran. Heute schmunzeln wir noch drüber und in ein paar Jahren. Ja, wer weiß. ;D
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…in ein paar Jahren sitzen wir unseren virtuellen Avataren beim Filmschauen gegenüber. Das ist dann ein ganz neue Art der Vernetzung! 😀
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Na super. 😀
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Wie soll ich jetzt das verstehen?!? 😀
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Ich will mir das nicht vorstellen. Denn DAS ist wirklich gruselig. Denn in wer weiß wievielen Jahren SIND WIR die Avatare. Wart nur ab. 😀
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Ohje, dann sollte ich mir wohl noch schleunigst einen ansprechenderen Avatar aussuchen… 😉 😀
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*lach* Ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit, oder wie war das? 😀
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Na, hoffentlich nicht! 😀
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😛
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