The Good German

Bei manchen Filmen weiß man nicht so genau, was man erwarten kann. So hätte Steven Soderberghs „The Good German“ ein voller Erfolg oder ein kompletter Reinfall werden können – die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

goodgerman

Zunächst einmal muss man natürlich auf den audiovisuellen Stil eingehen, prägt dieser den Film doch maßgeblich. Soderbergh hat es geschafft einen Film zu drehen, der aussieht als würde er direkt aus den 1940er Jahren stammen. Würden nicht aktuelle Schauspieler – wie George Clooney oder Cate Blanchett – die Straßen des zerstörten Berlin durchstreifen, könnte man tatsächlich meinen einen Film aus längst vergangenen Tagen zu sehen. Inklusive unruhigem Bildstand und herrlich altmodischem Score.

So beeindruckend und atmosphärisch die audiovisuelle Komponente auch ist, so enttäuschend ist leider die Handlung. Zu undramatisch um als Drama durchzugehen, zu wenig Spannung um als Thriller zu funktionieren. Weder Fisch noch Fleisch. Über weite Strecken plätschert die Geschichte vor sich hin, ohne auch nur annähernd mitzureißen. Ansätze sind zwar durchaus vorhanden, doch letztendlich versagt das Drehbuch über weite Strecken. Wirklich schade.

Vielleicht hätte Soderbergh versuchen sollen eine originellere Geschichte zu erzählen. Die Inszenierung geht für mich völlig in Ordnung, doch inhaltlich hätte es einfach mehr benötigt als die Vorbilder zu kopieren – besonders wenn so penetrant „Casablanca“ gerufen wird, wie in den letzten Szenen. Letztendlich bleibt ein formal gelungener Film mit einem fantastischen Score und einer leider ziemlich langweiligen Geschichte: 6/10 Punkte.

11 Gedanken zu “The Good German

  1. Mensch, wie oft habe ich den Film schon in der Hand gehalten und nie gewusst ob kaufen oder doch nicht. Dein Text hat mich in meiner Zurückhaltung bestätigt. Hmm, lohnt es sich dennoch 6-7 Euro für die DVD auszugeben, oder rätst du mir davon eher ab?

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  2. Hmm, schwierig. Ich hatte damals 2,99 € gelöhnt und muss sagen, dass ich wohl selbst zu dem Preis nicht mehr zuschlagen würde. Zwar war die Sichtung keine verschwendete Zeit, doch ob ich mir den Film jemals wieder ansehe wage ich zu bezweifeln. Insofern würde ich eher davon abraten. Vielleicht leihen.

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  3. Hab den Film auch als einmal Angucken und dann weiter Verhökern eingestuft. Audiovisuell wirklich gut, zwischendruch fand ich auch die Story nicht so schlecht. Aber insgesamt war’s dann doch nicht so überzeugend. Casablanca hat mir besser gefallen.

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  4. Bei diesem Film scheinen sich bisher ja alle Meinungen zu decken. Ich habe die DVD auch schon verkaufsfertig gemacht – man muss seine Sammlung ja nicht unnötig mit Filmen belasten, die man sowieso nie wieder schaut.

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  5. Jo, gehe ich auch soweit d’accord. Aber immerhin sind die Deutschkenntnisse von Frau Blancehtt noch erwähnenswert. Hat man aber nur was von, wenn man den Film OV sieht. 😉

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  6. Ja, Blanchetts Deutschkenntnisse sind wirklich erwähnenswert. Ich finde es stets erschreckend, wenn englischsprachige Schauspieler versuchen Deutsch zu sprechen. Warum man für solche Rollen keine deutschen Schauspieler wählt?

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