Cypher

Gestern Abend habe ich nach langem Überlegen einmal wieder einen Film aus der Anfangszeit meiner DVD-Sammlung angesehen. Vincenzo Natalis „Cypher“ ist ein eher unbekannter Sci-Fi-Thriller, der Vergleiche zu Genrehits wie „Equilibrium“ jedoch nicht zu scheuen braucht.

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Beeindruckend ist vor allem die erste Stunde des Films. Eine sehr ruhige, ausdrucksstarke Inszenierung wird mit einer Handlung gepaart, die Philip K. Dicks Kurzgeschichten entsprungen scheint. Düster und faszinierend. Die dabei vorherrschende Kälte und Distanz findet ihren Ausdruck in faszinierenden Bildern. Bis hier wirklich großes Kino.

In der letzten halben Stunde kippt der Film leider etwas und Actionsequenzen halten Einzug in die zuvor so faszinierende Zukunftswelt. Plötzlich verliert die Inszenierung an Ausdruckskraft und obwohl die finale Wendung wirklich zu überraschen vermag – selbst bei der zweiten Sichtung – kann sie emotional nicht überzeugen. Die letzten Minuten wirken dann nur noch aufgesetzt und beinahe schon lächerlich. Schade.

Über weite Strecken ist „Cypher“ ein wahres Genrejuwel, welches ein größeres Publikum verdient gehabt hätte. Die gegen Ende zu konstruiert wirkende Geschichte und mangelndes Feingefühl bei der Inszenierung hinterlassen beim Film des „Cube“-Regisseurs leider einen schalen Beigeschmack. Dennoch wirklich sehenswert: 7/10 Punkte. Kennt jemand eigentlich Natalis „Nothing“ und kann eine kurze Einschätzung abgeben?

12 Gedanken zu “Cypher

  1. Finde deine Einschätzung zu Cypher richtig, dem kann ich so zustimmen. Vor allem die erste Stunde des Films ist, wie du schon sagst, wirklich beeindruckend.

    Zu Nothing kann ich dir leider keine eigene Einschätzung geben. Aber mein großer Bruder fand ihn, soweit ich mich erinnere, ganz gut, meine kleine Schwester hingegen fand ihn wohl sehr sehr schlecht.
    Ich kann mit dem Filmgeschmack beider in der Regel nicht wirklich was anfangen. 😉

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  2. Anscheinend kennt den Film doch jemand – freut mich! Ich glaube sowieso, dass es dort draußen viele kleine Filmperlen gibt, die völlig unbemerkt an einem vorbeiziehen. Man kann ja leider nicht alles schauen.

    „Nothing“ werde ich wohl so oder so eine Chance geben, da mir bisher alle Natali-Filme ganz gut gefallen haben und sich die Handlung schon einmal wirklich innovativ anhört.

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  3. Ja, das stimmt wohl mit den Filmperlen, Cypher ist definitiv so eine.

    Ach ja, falls du mal in die Sparte der Asiafilme vordingen willst, sag Bescheid, da ist mein Bruder Experte, der hat da eine riesige Sammlung an Filmen und kann da sicher die ein oder andere Empfehlung aussprechen. 😉

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  4. Mit asiatischen Filmen komme ich irgendwie auf keinen grünen Zweig. Zwar fand ich z.B. „Oldboy“ sehr gut oder auch den einen oder anderen Film von Takeshi Kitano, doch so wirklich kann ich die Lobeshymnen nicht nachvollziehen. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so, denn sonst hätte ich noch mehr Filme, die ich sehen wollte… 😉

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  5. Pingback: Kritik: NOTHING « at the movies - filme. tv. sowas.

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