Die Legende von Beowulf – Director’s Cut

Als ich von Robert Zemeckis Verfilmung von „Die Legende von Beowulf“ hörte, war ich einerseits angetan und andererseits abgeschreckt. Nach „Der Polarexpress“ also erneut ein Film, der komplett auf die Performance-Capture-Technik setzt. Dennoch hatte ich mir vorgenommen den Film im Kino (IMAX 3D) zu sehen, was mir leider durch akuten Zeitmangel jedoch nicht gelang.

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Nun habe ich nach langem Zögern doch noch zur DVD gegriffen, die – nach dem Wegfallen des 3D-Erlebnisses – wenigstens den Director’s Cut enthält. Von der Handlung her hatte mich der Film noch nie so richtig interessiert und nach dem eher flachen „Der Polarexpress“ hatte ich in dieser Hinsicht auch nicht sonderlich viel erwartet. Umso überraschter war ich folglich, dass es neben den auf 3D getrimmten Actionsequenzen auch einige ruhige Szenen gab und der Geschichte doch eine tragische Düsternis innewohnte. Insofern konnte mich der Film inhaltlich schon einmal überzeugen.

Die technische Seite ist natürlich wieder ein ganz anderes Kapitel. Seit der 2004er Weihnachtsgeschichte hat sich die Technik noch einmal extrem weiterentwickelt. In manchen Szenen kann man wirklich nicht mehr sagen, ob man eine Animation oder reale Aufnahmen vor sich hat. Unglaublich beeindruckend. Dennoch ist die Gradwanderung zwischen Realismus und Animation immer noch nicht wirklich so perfekt, als dass man von ihr nicht abgelenkt würde. Besonders Handbewegungen und die Ganzkörperanimation in den Totalen wecken Erinnerungen an die Cartooncharaktere aus „Shrek“ und nehmen demnach einen großen Teil der wirklich gelungenen Atmosphäre.

Doch trotz technischer Mängel ist der Film weit mehr als eine beeindruckende Technikdemo: Die Figuren besitzen wirklich Leben und besonders die Actionszenen sind unglaublich beeindruckend! Der erste Angriff von Grendel muss in der IMAX 3D-Version wirklich atemberaubend gewesen sein. Man sieht hier auf jeden Fall gut, in welche Richtung sich das digitale Kino mit großen Schritten bewegt. Faszinierend und erschreckend zugleich.

Ich kann den Film jedem Technikfreak, der etwas für blutrünstiges Fantasykino übrig hat nur empfehlen. Man darf kein Meisterwerk erwarten, doch der Film ist weit besser als sein Ruf: 7/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Die Legende von Beowulf – Director’s Cut

  1. Den fand ich damals mal abgesehen von der wirklich feinen Computertechnik nicht gerade berauschend. Der Anfang ist grandios, doch nach Grendels Zerstörungsorgie kommt fast nix mehr, was einen wirklich beeindrucken kann. Zemeckis verpulvert da alles schon viel zu früh…ich bin mittendrinn sogar eingeschlafen 😀 .

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  2. Echt? Ich fand gerade die Szenen in der Höhle äußerst beeindruckend und auch der Kampf gegen den Drachen hatte so einige Schauwerte zu bieten. Die ruhigen Szenen dazwischen haben für mich auch recht gut funktioniert – sicher nicht überragend, aber dennoch beeindruckend!

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  3. Wenn man mit gedämpften Erwartungen an den Film herangeht, ist er wirklich nicht schlecht. Was den große Wirbel um die nackige Angelina Jolie anbelangte, konnte ich bei der Sichtung nur den Kopf schütteln. Ein bisserl Zeit braucht es doch noch, ehe Schauspieler ersetzt werden können.

    In jedem Fall ist Beowulf aber besser als Polarexpress, allein schon wegen der schönen Blutrünstigkeit.

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  4. Die nackte Angelina Jolie war ja auch nie wirklich nackt. Ich finde da hat man sich nicht wirklich getraut, ebenso wie beim stets verdeckten Schwengel des Helden was mich eher an einen „Austin Powers“-Film erinnert hat – aber nun gut, wenigstens wurde nicht an grimmiger Gewalt gespart.

    Mir hat „Beowulf“ auch besser gefallen, als „Der Polarexpress“ – doch diesem muss ich seine Pionierrolle in der Performance-Capture-Technik zugute halten.

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