A History of Violence

David Cronenbergs aktuellster Kinofilm „A History of Violence“ ist mir bereits durch den Trailer aufgefallen. Dieser Film schien so ganz anders zu sein, als seine vorangegangenen Werken, wie „eXistenZ“ oder „Naked Lunch“ – und so ist es tatsächlich: Das heißt in dieser Graphic Novel-Verfilmung gibt es keine Insektenmonster oder organische Implantate, keine Parallelwelten. Nur die brutale Realität.

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Ganz anders als bei den Vorgängern kommt „A History of Violence“ also ohne fantastisch anmutende Geschöpfe und diesbezügliche Effekte aus. Auch die Inszenierung erlaubt sich keinerlei Experimente und bleibt dem Realismus treu. Durch die langsamen Kamerafahrten und die langen Einstellungen verbreitet der Film Ruhe. Die Ruhe vor dem Sturm. Wenn es dann zur – bereits im Titel angekündigten – Gewalt kommt, bricht diese nicht nur auf den Zuschauer herein, sondern auch auf die Figuren im Film.

Mir hat in „A History of Violence“ besonders der ruhige Spannungsaufbau imponiert. Die geschaffene Atmosphäre ist unheilsschwanger und man weiß, das die Idylle jeden Moment in sich zusammenbrechen kann. Teils sind sogar Erinnerungen an David Lynchs „Blue Velvet“ wach geworden. Auch nach den ersten Gewaltakten bleibt der Film seiner Linie treu und verhältnismäßig realistisch. Leider hat mir die aktive Vergangenheitsbewältigung von Tom/Joey nicht sonderlich gefallen. Hier wirkt alles viel zu comichaft überzogen. Ich hätte mir eine wendungsreicheres oder auch offeneres Finale gewünscht.

Insgesamt ist „A History of Violence“ ein – aufgrund seiner ruhigen Inszenierung und seiner dichten Atmosphäre – toller Film. Die Geschichte ist einfach und realistisch. Leider fast schon zu einfach – und dem Realismus wird gegen Ende zudem etwas die Luft aus den Segeln genommen. Viggo Mortensen und Maria Bello können voll und ganz überzeugen. Ed Harris‘ und William Hurts Charaktere waren mir dagegen zu comichaft angelegt. Vermutlich funktioniert die Vorlage hier besser. Trotzdem sehr sehenswert: 7/10 Punkte.

5 Gedanken zu “A History of Violence

  1. Ich fand „A History of Violence“ fantastisch. Auch die von Ed Harris und William Hurt gespielten Charaktere empfand ich als nicht so ueberzeichnet wie Du.

    Kaum ein anderer Film setzt sich mit dem Kreislauf von Gewalt (Wut, Verzweiflung, Ohnmacht, Reue) so packend auseinander wie dieser. „Eastern Promises“ schafft eine aehnliche Atmosphaere wie dieser Film, verfehlt aber knapp das Erreichen der gleichen Klasse.

    Von mir also 9/10.

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  2. Bei mir ist die Sichtung jetzt ja schon einige Zeit her, dennoch bleibt mir der Film aufgrund des Finales als eher unbefriedigend in Erinnerung – und das gerade weil die ersten zwei Drittel ziemlich grandios waren. „Eastern Promises“ muss ich mir bei Gelegenheit auch einmal ansehen.

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  3. „Eastern Promises“ ist ebenfalls ein klasse Film, wobei mich dort das Ende etwas enttaeuscht hat. Deswegen ist fuer mich „A History of Violence“ der rundere Film. Aber vielleicht siehst Du das ja genau andersrum. Ich bin gespannt…

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  4. Ich auch! Doch habe ich im Moment noch so viele ungesehene DVDs daheim (zu denen „Eastern Promises“ noch nicht zählt), dass eine Sichtung in nächster Zeit nicht wahrscheinlich ist.

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  5. Pingback: Stereo (2014) | Tonight is gonna be a large one.

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