Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS7)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Dieses Jahr habe ich mir mit meiner Sichtung von „Schöne Bescherung“ Zeit gelassen. Ich hatte sogar schon Sorge, dass ich überhaupt nicht mehr dazu komme. Woran das lag? Es gab eine Prämiere und ich habe erstmals meine Kinder in die wundersame Welt der Griswolds eingeführt. Und wie das in der Vorweihnachtszeit so ist, sind diese schwer beschäftigt: Weihnachtsfeiern von Kindergarten und Schule, Proben zum Krippenspiel und vieles mehr. Aber heute war es endlich soweit…

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Wie jedes Jahr überlege ich, was ich meiner inzwischen schon achten Besprechung  des Klassikers noch hinzufügen kann. Durch die äußeren Umstände ist das dieses Mal allerdings recht einfach: Meine Frau meinte irgendwann, dass es ziemlich eindeutig sei woher das Zappelinchen seinen Humor hat. Sie hat sich bei den Slapstick-Szenen ebenso weggeschmissen, wie es mir selbst nach all den Jahren noch gelingt. Wahrlich ein großer Spaß und ich bin mir sicher, mit der heutigen Sichtung die Tradition, in der Vorweihnachtszeit „Schöne Bescherung“ zu schauen, erfolgreich an die nächste Generation weitergegeben zu haben.

Der Zwergofant dagegen konnte mit dem bunten Geschehen noch nicht so viel anfangen und hat eher die Weihnachtslieder und das gezeichnete Intro genossen. Aufgrund der Kinder habe ich dieses Jahr einmal wieder die deutsche Synchronisation des Films geschaut und musste dabei feststellen, dass diese wahrlich ausgezeichnet funktioniert. Normalerweise kann ich Synchros nicht mehr schauen, doch hier hat es mich überhaupt nicht gestört. Ob das daran liegt, dass ich diese Fassung aus meiner Kindheit kenne oder ob in den 80ern noch mehr Liebe in die Synchronisation gesteckt wurde? Ich vermute es ist eine Mischung aus beiden Faktoren.

Nachdem ich nun endlich bei den Griswolds vorbeigeschaut habe, kommt auch bei mir so langsam die weihnachtliche Stimmung an. Ich bin froh, dass das Zappelinchen begeistert war und habe nun noch einen Grund mehr, mich jedes Jahr auf diese unsinnige aber doch irgendwie schöne Tradition zu freuen. Das Zappelinchen würde die folgende Wertung bestimmt unterschreiben: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Alien vs. Predator – Extended Cut (2004) (WS1)

Während sich meine Familie heute auf der Weihnachtsfeier der Klasse meiner Frau tummelt, hatte ich ganz unverhofft einen freien Nachmittag. Was also fange ich mit meiner Zeit an? Richtig, ich wasche etliche Ladungen Wäsche (das Wochenende ist schließlich mit Weihnachten verplant) und habe die Chance nachmittags einen Film zu sehen. Um mit meiner Sichtung der „Predator“-Reihe weiterzukommen, habe ich „Alien vs. Predator“ in den Player geschoben. An meine erste Sichtung vor inzwischen über 10 Jahren konnte ich mich nur noch schemenhaft erinnern. Ob dies ein gutes Zeichen war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Wenn ich mir meine damalige Besprechung des Films so durchlese, dann kann ich diese auch heute noch 1:1 unterschreiben: Ich mochte nach wie vor die Exposition mit den klischeehaften Charakteren sowie dem langsamen Spannungsaufbau. Auch wenn die Effekte inzwischen in die Jahre gekommen und recht eindeutig als CGI identifizierbar sind, so sorgen sie immer noch für so manch beeindruckendes Bild. Ich mag die Atmosphäre und kann selbst mit der simplen Prämisse des Films leben. Wenn dann jedoch die blauen Blitze über das Bild zucken wird klar, dass hier Paul W. S. Anderson am Werk ist und Erinnerungen an seinen B-Prügler „Mortal Kombat“ werden wach.

Natürlich ist „Alien vs. Predator“ für beide Franchises viel zu geleckt und lässt selbst in der erweiterten Fassung die nötigen Gewaltspitzen vermissen. Dennoch funktioniert der Film und der ausführlich visualisierte Kampf eines Predators gegen ein Alien im Mittelteil ist zweifellos famos anzusehen. Die menschlichen Figuren verkommen dabei zur Staffage und tatsächlich hatte ich das Gefühl sogar zu viel von den beiden nun nicht mehr ganz so mysteriösen außerirdischen Rassen zu sehen. Das Finale passt wiederum zum Franchise und erinnert sehr an „Predator 2“, jedoch auf einem völlig übertriebenen Level.

Insgesamt hat mich dieses Crossover mit den beiden Titanen unter den Filmmonstern erneut ausgezeichnet unterhalten. Es ist – auch wenn viele Kritiker das anders sehen – qualitativ gar nicht so weit weg von „Predators“ entfernt und eben für die Action-Liebhaber unter den Fans. Für mich tatsächlich weit besser als sein Ruf, was ich vom direkten Nachfolger leider nicht behaupten kann. Wie sich dieser wohl in einer Zweitsichtung schlägt? Hierfür gibt es völlig berechtigte: 6/10 Punkte.

Mad Men – Season 7

Einmal mehr geht eine große Serie zu Ende, die mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist. Ich würde sogar soweit gehen das wunderbare Zeitportrait als eine meiner absoluten Lieblingsserien zu bezeichnen. Obwohl das Finale von „Mad Men – Season 7“  bereits 2015 ausgestrahlt wurde, so wirkt es auch noch ein Jahr später nach und ich habe noch keine aktuelle Serie auf dem Radar, die diese Lücke zu schließen vermag. Auch wenn alle Welt von „Breaking Bad“ und „The Walking Dead“ schwärmt, so wird für mich immer „Mad Men“ das Kleinod unter den Eigenproduktionen des Kabelsenders AMC bleiben. In mehrerer Hinsicht das Ende einer Ära.

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Die ursprünglich in zwei Teilen ausgestrahlte finale Staffel setzt nahtlos an die vorangegangenen Ereignisse an. Don und Megan führen eine Fernbeziehung, was genauso wenig funktioniert, wie man das erwarten würde. Peggy ist trotz ihres beruflichen Erfolges frustriert und auch die anderen Charaktere befinden sich in einer Art Schwebezustand. Dons Karriere ist zerstört und er muss wieder von vorne anfangen. Die Rollen zwischen ihm und Peggy vertauschen sich, was eine wirklich interessante Dynamik mit sich bringt, besonders da sich Don in dieser Beziehung nicht wie ein egoistisches Arschloch verhält, sondern tatsächlich wie ein Mentor. Zumindest meistens und immer dann, wenn man es am wenigsten erwarten würde. Die Beziehung zwischen den beiden ist wohl eine der wenigen ehrlichen in dieser Serie, was sich auch im letzten Telefonat zwischen Don und Peggy zeigt.

Kurz vor dem Abgrund jedoch wendet sich das Blatt. Sterling Cooper & Partners wird von McCann Erickson gekauft und unsere Hauptfiguren scheinen den großen Preis gewonnen zu haben. Doch wie es in der Werbung eben so ist, bleibt am Ende nichts zurück. Nur Schein, keine Substanz. Das große Finale wirkt seltsam aus der Serienwelt entrückt, passt aber doch zu den vorhergehenden Staffeln, ihn denen Don bereits öfter aus seinem Alltag ausgebrochen ist. Am Ende ist er ganz unten und doch glücklich. Hat er die Werbewelt tatsächlich hinter sich gelassen? Oder am Ende doch wieder nur Inspiration aus seinen neuen Erfahrungen gezogen? Das Ende ist offen und das ist gut so. Denn das Leben geht auch für die Charaktere von „Mad Men“ weiter, selbst wenn wir den wichtigsten noch kurz für eine letzte Szene begegnen dürfen. Wie Werbung selbst zeigt uns die Serie hier nur das, was wir sehen wollen. Und Don? Don bleibt ein Mysterium. Ob er als Relikt der alten Werbewelt in die neue Ära starten wird, bleibt der Vorstellung des Zuschauers überlassen. Ich persönlich glaube, er kehrt zurück.

Was die qualitative Einordnung der einzelnen Staffeln angeht, so fällt mir das bei dieser durchgehend herausragenden Serie sehr schwer. Ich habe alle Staffeln als exzellent in Erinnerung. Dennoch habe ich es versucht und bin gespannt, wie eure Reihenfolge (gerne mit Begründung in den Kommentaren) aussieht:

  1. „Mad Men – Season 4“ (9.7 Punkte)
  2. „Mad Men – Season 3“ (9.7 Punkte)
  3. „Mad Men – Season 2“ (10 Punkte)
  4. „Mad Men – Season 5“ (9.5 Punkte)
  5. „Mad Men – Season 7“ (9.5 Punkte)
  6. „Mad Men – Season 1“ (10 Punkte)
  7. „Mad Men – Season 6“ (9.2 Punkte)

Mir ist der Abschied von „Mad Men“ so schwer gefallen, wie schon lange bei keiner Serie mehr. Ich würde gerne noch weiterverfolgen, wie sich die Charaktere in den 70er Jahren entwickeln. Da gäbe es bestimmt noch viele spannende Geschichten zu sehen. Man soll jedoch aufhören, wenn es am schönsten ist – und das hat Matthew Weiner auf jeden Fall geschafft. Er lässt und Zuschauer hungrig nach mehr zurück. Eben wie eine gute Werbung: 10/10 (9.5) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Der Herr der Ringe: Die Gefährten – OT: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring – Extended Edition (2001) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ am 29. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich in den letzten Jahren in der Weihnachtszeit Mittelerde stets via „Der Hobbit“ einen Besuch abgestattet habe, war dieses Jahr endlich einmal wieder „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ an der Reihe. Meine letzte Sichtung des Films liegt beinahe auf den Tag genau acht Jahre zurück, weshalb ich sehr gespannt war, ob mich Peter Jacksons Adaption des Fantasy-Klassikers auch heute noch zu begeistern wissen würde. Etwaige Zweifel sollten sich schnell in Luft auflösen…

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Wenn ich daran denke, dass dieser erste Teil der Trilogie bereits 15 Jahre auf dem Buckel hat, dann kann ich dies kaum glauben. Ich weiß heute noch, wie mitgerissen ich nach dem ersten Kinobesuch war und dass ich ihn unbedingt noch einmal im Kino sehen wollte. Danach hatte sich schnell das jährliche Ritual eingebürgert, die Reihe zu Weihnachten zu sehen, da kurz zuvor stets die neueste Extended Edition auf DVD erschienen ist. Somit zählt gerade „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ zu meinen meistgesehenen Filmen. Von den Stunden an zusätzlicher Beschäftigung in Form der fantastischen Making-of-Dokumentationen einmal ganz zu schweigen. Kein Wunder also, dass mir die Filmreihe auch heute noch sehr am Herzen liegt und stets ganz besondere Emotionen bei mir hervorruft.

Am augenscheinlichsten sind mir heute die unzähligen ikonischen Bilder aufgefallen, die Peter Jackson geschaffen hat. Man kennt sie aus Memes, Parodien und vor allem aus der Erinnerung. Die Bilder haben sich eingebrannt und es ist immer wieder wie nach Hause kommen: ins Auenland, nach Hobbingen, Bruchtal oder Lothlorien. Fantastische Welten, die Teil der Filmgeschichte geworden sind. Am meisten Sorge hatte ich wohl, ob die Effekte heute noch tragen und ja, sie funktionieren nach wie vor tadellos. Dies liegt wohl vor allem an der geschickten Kombination aus praktischen Effekten, Miniaturen und CGI. Die größte emotionale Wirkung entfaltet bei mir aber immer noch Howard Shores wunderbarer Score, der mich in den letzten 15 Jahren beinahe wöchentlich begleitet. So häufig wie „The Breaking of the Fellowship“ habe ich wohl selten den Track einer CD gehört. Immer wieder wunderschön.

Auch wenn der Film mit knapp vier Stunden Laufzeit alles andere als kurz ist, so herrscht ein durchaus hohes Tempo. Die handelnden Figuren sind beständig in Bewegung und selbst die kurzen Verschnaufpausen wirken nie hinderlich oder verzögernd. Eine weitere Erkenntnis, die ich bei der heutigen Sichtung gewinnen konnte, ist die Bestätigung, dass es durchaus angenehm ist die visualisierte Vorgeschichte in Form von „Der Hobbit“ so gut im Gedächtnis zu haben. Dadurch wurde für mich die Bindung noch verstärkt, wobei dies bestimmt nicht bei allen Zuschauern der Fall sein wird.

Ich bin sehr froh, mich einmal wieder zur Sichtung von „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ aufgerafft zu haben. Die lange Laufzeit mag abschreckend wirken, doch das Erlebnis ist immer noch genauso mitreißend wie vor 15 Jahren. Ich freue mich jetzt schon auf die Sichtung der beiden verbleibenden Teile. Peter Jacksons Mittelerde ist einfach immer einen Besuch wert: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Mad Men – Season 6

Wie in meiner Besprechung zur fünften Staffel bereits angekündigt, werde ich mich dieser Serie nun bis zu ihrem Ende widmen. Somit war es auch kein Wunder, dass ich „Mad Men – Season 6“ in knapp zwei Wochen verschlungen habe. Die Faszination, die Matthew Weiner rund um die Werbebranche und das Lebensgefühl der 60er Jahre aufgebaut hat, ist bei mir nach wie vor ungebrochen. Ich liebe die Ausstattung, die Charaktere und diese Zeit des Umbruchs. Wie nun konkret die sechste Staffel der Ausnahmeserie bei mir abschneidet, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Staffel erzählt ein paar Haupthandlungsstränge, die wirklich interessant sind: Was die Agentur Sterling Cooper Draper Pryce angeht, so steht natürlich die Fusion mit Cutler Gleason and Chaough im Zentrum der Entwicklungen. Dadurch ergeben sich auch ganz neue Spannungen zwischen den Figuren, denn plötzlich ist auch Peggy wieder zurück und muss ihren Platz zwischen Ted Chaough und Don Draper finden. In der neuen Agentur wird es schnell eng und niemand scheint sich mehr so richtig zu Hause zu fühlen, was wohl auch an den fordernden Kunden liegt. Mit Chevrolet hat man endlich das lang ersehnte Automobilunternehmen in den Kundenkreis aufgenommen, doch schon bald zeigt sich die Schattenseite der ungleichen Geschäftsbeziehung. Etwas, das bis heute im Agenturgeschäft vorherrscht.

Auch privat gibt es für unsere Charaktere einige Wirren zu durchleben. Don zeigt in mehrerer Hinsicht Schwäche und alles, was noch im Vorjahr aufgebaut wurde, droht zu zerfallen. Zum ersten Mal wird ganz konkret eine Erklärung für seine ungesunde Beziehung zu Frauen aus dem Hut gezaubert. Zwar mochte ich es mehr über die Figur zu erfahren, doch letztendlich entzaubert es den Charakter auch, zumal die die Geschehnisse in den Rückblenden nicht sonderlich subtil als Grund für seine Entwicklung eingearbeitet wurden. Dies ist zwar kein wirklicher Schwachpunkt und ich mochte die Verletzlichkeit, die Don Draper dadurch anhaftet – hundertprozentig zufrieden war ich damit jedoch nicht. Auf jeden Fall war es ein brauchbares Element, um die Abwärtsspirale, in der sich Don während der sechsten Staffel befindet, noch weiter nach unten zu treiben.

Es gibt wieder etliche herzzerreißende und auch ganz große Momente. Speziell die Beziehung zwischen Don, Betty und ihren Kinder mitzuerleben ist manchmal wirklich schmerzhaft. Am Ende der Staffel steht für Don Draper ein unfreiwilliger Neuanfang an und ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich die Serie in ihrer finalen Staffel entwickeln wird. Doch auch was Pete Campbell, Peggy Olson und all die anderen Figuren angeht, gibt es noch viel Potenzial für Weiterentwicklung. Auch wenn diese sechste Staffel nicht ganz an das brillante fünfte oder auch vierte Jahr anschließen kann, so ist das doch Kritik auf extrem hohem Niveau und ich hatte insgesamt wieder unglaublich viel Vergnügen mit den „Mad Men“: 9/10 (9.2) Punkte.

Predators (2010) (WS1)

Nach einer unfassbar anstrengenden Woche liegt ein vollgestopftes Wochenende vor mir, bevor es kommende Woche auch wieder so richtig rund geht. Puh. Da ich heute Abend Strohwitwer bin, habe ich mit „Predators“ sogleich für die richtige Art von Entspannung gesorgt. Charaktere und Action wie aus den 80er Jahren, ein völlig sinnbefreites Drehbuch und eines meiner Lieblingsmonster. Ob das reicht, um komplett abzuschalten und den Alltag hinter sich zu lassen?

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Zugegebenermaßen wusste ich bereits von meiner Sichtung vor gut fünf Jahren was mich erwartet. Keine Überraschungen also, doch war ich gespannt wie Nimród Antals späte Fortsetzung wirkt, nachdem ich mit „Predator“ und „Predator 2“ die beiden ikonischen Vorgänger nach ganz frisch im Kopf habe. Der Film funktioniert. Sei es John Debneys Score, der es perfekt schafft Alan Silvestris Original fortzuführen oder das Dschungel-Setting, das natürlich sofort an den ersten Teil des Franchises erinnert. Diese Robert-Rodriguez-Produktion atmet den Geist der Vorgänger.

Meine Erinnerungen an den Film waren, was Details angeht, schon ziemlich verblasst und somit war ich überrascht neben Adrien Brody noch Walton Goggins („The Hateful Eight“), Topher Grace („That ’70s Show“) und Laurence Fishburne zu entdecken. Ein wirklich illustrer Cast, der sich durchaus spielfreudig den titelgebenden Predatoren gegenüberstellt. Diese sind natürlich die heimlichen Stars des Films und man bekommt ein paar neue Facetten zu sehen, wenngleich in dieser Hinsicht auch noch einiges mehr möglich gewesen wäre. Neben derber Action und schönen Landschaftsaufnahmen hat der Film dann leider doch nicht mehr so viel zu bieten.

Insgesamt hatte ich erneut sehr viel Spaß mit „Predators“, der eine wirklich gelungene Ergänzung des Franchises darstellt. Da ich mit der Reihe nun durch bin, werde ich mich demnächst wohl noch einmal an die beiden Crossover-Filme „Alien vs. Predator“ und „Aliens vs. Predator: Requiem“ heranwagen. Der Vollständigkeit halber. Wie ich mich kenne, dauert das ohnehin ein paar Jahre und ich kann zuvor hoffentlich Shane Blacks geplanten Reboot „The Predator“ im Kino bestaunen. Lust darauf hätte ich im Moment auf jeden Fall enorm: 7/10 Punkte.

Life in Pieces – Season 1

Mit diesem Blogeintrag kann ich endlich einmal wieder über meine Erfahrungen mit einer relativ neuen Serie berichten. Die Comedy „Life in Pieces – Season 1“ war – wie so viele Serien vor ihr – eine Empfehlung des werten Herrn Inishmore, weshalb ich höchst erfreut war, dass die Serie bei Amazon Prime in das Programm aufgenommen wurde. Ob meine hohen Erwartungen erfüllt werden konnten?

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Von den ersten Episoden war ich tatsächlich ziemlich begeistert. Endlich einmal wieder eine nette Familien-Comedy im Stil von „Modern Family“. Der Kniff bei „Life in Pieces“ ist, dass die Serie tatsächlich in Pieces erzählt wird: Jede Episode besteht aus vier Kurzgeschichten, die jeweils den Fokus auf einen Teil der Familie Short-Hughes setzt. Dazwischen gibt es meist keine übergreifende Handlung, so dass die Geschichten für sich alleine stehen. Dies ist unter anderem auch mein größer Kritikpunkt und die Serie würde für mich deutlich besser funktionieren, wenn sie klassisch erzählt würde, d.h. verschiedene Handlungsstränge, die parallel erzählt werden, und die sich an bestimmten Stellen überschneiden. Das Konzept der Kurzgeschichten ist auf Dauer leider ziemlich repetitiv.

Neben diesem formalen Aspekt hatte ich viel Spaß mit der bunten Familie. Es gibt sympathische Charaktere, die allesamt von sehenswerten Schauspielern verkörpert werden: Unter anderem gibt es Colin Hanks (Preston, „King Kong“), Betsy Brandt (Marie Schrader, „Breaking Bad“) und Thomas Sadoski (Don Keefer, „The Newsroom“) in den Hauptrollen zu sehen. Das Zusammenspiel ist launig, doch irgendwann war bei mir der Punkt erreicht, dass mir viele Geschichten zu platt wurden. Ich wurde zwar unterhalten, doch wirklich viel gelacht habe ich im letzten Drittel der Serie nicht mehr.

Insgesamt ist „Life in Pieces“ ein netter Neuzugang unter den Comedy-Serien, jedoch hatte ich mir tatsächlich mehr erhofft. Inzwischen ist auch die zweite Staffel angelaufen und ich werde bestimmt auch hier reinschauen, da mir die Charaktere ans Herz gewachsen und einige Episoden wirklich lustig sind. Ich hoffe nur die Autoren werden in Zukunft ein wenig einfallsreicher und brechen die strikte Segmentierung der Serie auf – das Finale macht Lust auf mehr: 7/10 (7.4) Punkte.

Mad Men – Season 5

Auch wenn es inzwischen viele hochwertige Serien gibt, die einem den Feierabend versüßen, so finden sich unter diesen doch ein paar ganz besondere Exemplare. Dazu gehört zweifellos auch Matthew Weiners Serie über die Werbetreibenden der Madison Avenue in den 1960er Jahren. Nachdem ich 2011 ganz begeistert über die vierte Staffel berichtete, sollte es fünf Jahre dauern bis es „Mad Men – Season 5“ auf meinen Programmplan geschafft hat. Inzwischen sind glücklicherweise auch alle restlichen Staffeln auf Blu-ray erschienen, so dass einer Komplettsichtung bis zum großen Finale nun nichts mehr im Wege steht…

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Durch die lange Zeit seit Sichtung der vierten Staffel ist mir der Einstieg nicht leicht gefallen, weshalb ich zunächst noch einmal die Ereignisse des Vorjahres wiederholte. Und was soll ich sagen? Ich war erneut entzückt von der Qualität, mit der Matthew Weiner und Co. die 13 Episoden geschrieben und inszeniert haben. Ganz großes Kino. Danach war ich gewappnet für das fünfte Jahr mit den „Mad Men“ und voller Vorfreude. Die Handlung setzt, mit ein wenig zeitlichem Abstand, direkt nach den bekannten Ereignissen ein. Wir befinden uns mit Megan und Don Draper in der neuen Wohnung (wir haben somit ihre Hochzeit verpasst) und wohnen sogleich der Feier zu Dons 40. Geburtstag bei. Alleine diese eröffnende Doppelfolge ist pures Vergnügen, was Austattung, Inszenierung und Spannungen zwischen den Charakteren angeht.

Danach geht die Staffel sehenswert weiter, wobei ich das Gefühl nicht losgeworden bin, dass die Qualität des vierten Jahres nicht ganz erreicht wurde. Spätestens ab Mitte der Staffel nimmt die Handlung in vielen Belangen jedoch enorm an Fahrt auf, was zu schockierenden Wendungen führt, dich ich so von der Serie nicht erwartet hätte – oder eben doch, was man klar als Qualitätsmerkmal sehen sollte. Ich denke hier speziell an die Handlungsstränge rund um Joan und Jaguar sowie natürlich Lane Pryce, welche in ihrer Bitterkeit kaum zu überbieten sind. Davon abgesehen fand ich die berufliche Beziehung zwischen Peggy und Don abermals am stärksten, speziell die Kündigung Peggys hat mich wirklich mitgenommen, hat sie mich doch stark an meinen eigenen Abschied aus der Agenturwelt erinnert.

Ich könnte nun noch viel schreiben, über den Werdegang von Pete Campbell oder andere Nebenfiguren. Dies würde ihnen aber nicht gerecht werden, da es sich nie so anfühlt, als wären sie in dieser großartigen Serie nur Nebenfiguren. Selbst wenn Don der Star ist und es ein paar Charaktere gibt, auf denen ein größerer Fokus liegt, so zaubern die Autoren immer wieder beeindruckende kleine und große Geschichten aus dem Hut, die sich den anderen Figuren widmen – und die dadurch eben nicht weniger bedeutend sind. „Mad Men“ ist eine Ensemble-Serie und funktioniert als solche auch beeindruckend gut.

In meinen Augen ist die fünfte Staffel tatsächlich minimal schwächer als die Staffel des Vorjahres, doch das ist wahrlich Kritik auf sehr hohem Niveau. Ich bin nun wieder so richtig drin in der schillernden Werbewelt der 60er Jahre und freue mich extrem, dass ich sogleich mit der sechsten und siebten Staffel weitermachen kann. Eine Empfehlung brauche ich wohl kaum noch aussprechen, denn wer erst einmal Gefallen an diesem faszinierenden Zeitportrait gefunden hat, der kommt davon so schnell nicht mehr los: 10/10 (9.5) Punkte.

The Path – Season 1

Nachdem ich mit „The Newsroom“ eine neue und leider nur kurzlebige Lieblingsserie für mich entdeckt hatte und mit dem fünften Jahr von „Shameless“ zu einem alten Bekannten zurückgekehrt bin, hatte es die nächste Serie bei mir nicht leicht. Schon die Wahl fiel mir schwer, weshalb ich umso glücklicher war bei der Singenden Lehrerin und Wulf vom Medienjournal von „The Path – Season 1“ zu lesen. Die Sichtung der Staffel liegt inzwischen schon ein paar Wochen zurück, doch war ich bisher nicht dazu gekommen, meine Eindrücke festzuhalten…

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„The Path“ ist die erste Eigenproduktion des US-amerikanischen Streaming-Dienstes Hulu, die ich bespreche. Mit Hulu verbinde ich erste Erfahrungen im Bereich Streaming (damals noch über VPN) und war sehr gespannt, ob der Dienst in Sachen Qualität mit Netflix oder Amazon mithalten können würde. Bereits die erste Episode hat mich sehr beeindruckt – nicht nur was die mitwirkenden Schauspieler angeht (u.a. Aaron Paul, Michelle Monaghan und Hugh Dancy), sondern speziell auch in Bezug auf den Look und die Erzählung. Jason Katims, der Showrunner von „Friday Night Lights“ und „Parenthood“, ist auch einer der Produzenten dieser Serie, wenngleich sich seine typische Handschrift hier leider nicht wiederfinden lässt.

Die Serie rund um eine im Bundestaat New York angesiedelte Sekte ist eine dieser langsam erzählten Geschichten, wie wir sie in den letzten Jahren immer häufiger zu sehen bekommen. Die Autoren nehmen sich viel Zeit für die Entwicklung ihrer Figuren und auch der Handlung. Ich mag das. Sehr sogar. Vielleicht hatte ich deshalb auch so meine Probleme damit, dass die Serie teils in eine überaus dramatische Richtung abgedriftet ist. Hier hätte ich es spannender gefunden, wenn man den Glaubensweg einzelner Charaktere näher beleuchtet bzw. Argumente in der Handlung für die unterschiedlichen Einstellungen gefunden hätte. Das war mir häufig zu plötzlich und übertrieben sprunghaft erzählt.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich „The Path“ stets sehr gerne gesehen. Unsere drei Hauptdarsteller spielen famos und man kauft ihnen ihre Rollen wirklich ab. Hier ist für eine zweite Staffel noch viel Potenzial vorhanden, auch wenn ich nach dem Finale befürchte, dass sie sich in eine übernatürliche Richtung bewegen wird. Auf jeden Fall ein spannender Neuzugang in der Serienwelt, der Hoffnung macht, dass sich Hulu als Player unter den Streaming-Diensten mit qualitativ hochwertigen Eigenproduktionen platzieren wird: 8/10 (7.9) Punkte.

Meru (2015)

Ich bin komplett im Bergfieber. Seit ich vor ein paar Tagen den Spielfilm „Everest“ geschaut habe, hat mich diese Welt für sich vereinnahmt. Gleich nach der Sichtung habe ich begonnen Jon Krakauers Buch „In eisige Höhen“ zu lesen und bin schon zur Hälfte durch. Nach ein wenig Recherche habe ich den Dokumentarfilm „Meru“ auf Amazon Prime entdeckt und war sofort Feuer und Flamme mit ihm eine neue Herausforderung (bequem vom Sofa aus) verfolgen zu können – und dabei ein paar bekannte Gesichter aus Krakauers Buch kennenzulernen…

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Zunächst einmal muss ich festhalten, dass ich selbst verwundert bin, wie sehr mich das Thema Extrembergsteigen doch beschäftigt. Ich bin zwar gern in den Bergen wandern, doch habe ich keinerlei Klettererfahrung – vom Hochseilgarten einmal abgesehen. Allerdings erinnere ich mich noch gut daran, dass der Vater eines Grundschulfreundes beim Klettern abgestürzt und tödlich verunglückt ist. Das hatte mich damals stark beschäftigt. Meine heutige Faszination für das Thema ergibt sich wohl aus der Frage, was der Reiz dieser extremen Form des Kletterns ist sowie aus den Personen, die sich in diesem Umfeld bewegen. Jon Krakauer, der auch in „Meru“ zu Wort kommt, kannte ich bereits von seinem Buch „In die Wildnis“ und Conrad Anker, der die Expedition hier leitet, findet auch in „In eisige Höhen“ Erwähnung. Es sind spannende Schicksale, die sich in diesem feinen Grat zwischen Extremleistung und Risiko bewegen.

„Meru“ beginnt mit beeindruckenden Kletteraufnahmen, die uns direkt an den Berg bringen. Doch schon bald verlässt der Dokumentarfilm dieses bekannte Setting und stellt uns seine drei Protagonisten näher vor. Es kommt zu einem Unglück und die gesamte Expedition steht plötzlich auf dem Spiel. Der Umgang damit und was für alle drei Beteiligten (und ihre Familien und Angehörigen) auf dem Spiel steht, wird im weiteren Verlauf ziemlich genau analysiert. Das ist spannend und gibt ein wenig mehr Aufschluss darüber, was so faszinierend an diesem Sport bzw. der damit verbundenen ganz besonderen Lebenseinstellung ist.

Ich bin wirklich froh „Meru“ entdeckt zu haben. Der Dokumentarfilm kam für mich genau zur richtigen Zeit und ich hätte gerne noch mehr davon gesehen. Teils hatte ich das Gefühl der eigentliche Aufstieg kam am Ende ein wenig zu kurz. Da alle Szenen davor jedoch auch wichtig sind, hätte ich mir einfach noch eine halbe Stunde mehr Film gewünscht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich momentan mit „In eisige Höhe“ viel detailliertere Informationen gewöhnt bin. Für jeden Freund von dieser Art von Dokumentarfilm, oder einer Faszination für das Bergsteigen, kann ich jedoch meine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen: 8/10 Punkte.