30 Rock – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

Kaum zu glauben, dass meine erste Begegnung mit „30 Rock“ inzwischen schon sieben Jahre zurückliegen soll. Damit heißt es Abschied nehmen von einer der intelligentesten und stets aktuellsten Comedys, die je über meinen Bildschirm geflimmert ist. Was werde ich die Wortgefechte zwischen Liz Lemon und Jack Donaghy vermissen. Keine tagesaktuellen Witze oder Anspielungen auf den Heimsender NBC mehr. Kein Tracey, keine Jenna, kein Kenneth. Schade, doch es war eine verdammt gute Zeit!

30 Rock | © NBC

30 Rock | © NBC

„30 Rock“ lief damals in direkter Konkurrenz zu Aaron Sorkins „Studio 60 on the Sunset Strip“ und es sollte sich schon bald abzeichnen, dass nur eine Serie, die hinter die Kulissen einer großen Unterhaltungssendung blickt, überleben sollte. Auch wenn die Genres grundsätzlich verschieden sind, so konnte in der Wahrnehmung der Zuschauer – und wohl auch der Networks – anscheinend nur eine Sendung überleben. Ich für meinen Teil habe beide Serien sehr gerne gesehen und hätte damals wohl sogar Aaron Sorkins Drama bevorzugt – letztendlich bin ich doch wirklich sehr froh, dass die Serie rund um die fiktive Sketch Comedy „TGS with Tracy Jordan“ überlebt hat.

Auch nach sieben Jahren war kaum ein Qualitätseinbruch zu erkennen, was eine Seltenheit bei solch langlebigen Serien darstellt. Sicher war die erfrischende und selbstironische Art politische, popkulturelle und zeitgeschichtliche Ereignisse zu verarbeiten gegen Ende nicht mehr neu, doch hatte ich nie das Gefühl die Serie hätte sich selbst überlebt. Auch das Finale hat mir ausgezeichnet gefallen, da z.B. selbst die Doppelfolge als Event zum Serienende selbstreflektierend in die Handlung eingearbeitet wurde. Die letzte Szene nach den Credits hat mich zudem mit einem großen Grinsen zurückgelassen. Auf welchem anderen Weg hätte die Serie auch enden sollen?

Natürlich war „30 Rock“ stehts überdreht, hat auf mehr Metaebenen gespielt, als alle Serien die ich kenne („Community“ vielleicht ausgenommen) und konnte dennoch eine glaubhafte eigene Welt aufbauen. Ebenso waren die Charaktere allesamt vollkommen überzeichnet, doch blieben sie dabei sympathisch und innerhalb ihrer Welt glaubhaft. Loben muss ich auch die Schauspieler, die allesamt fantastisch gespielt haben – allen voran Tina Fey, die für mich wohl die lustigste Frau auf Erden ist, und Alec Baldwin, der den republikanischen Großkapitalisten mit Herz besser gibt, als man sich das in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können.

Erwähnenswert finde ich noch die beiden Live Shows, die sowohl für die Ost- als auch Westküste jeweils live ausgestrahlt wurden, was die Kreativität aller Beteiligten noch einmal zusätzlich forderte und für etliche Gaststars sorgte. Wirklich sehr gelungen. Wenn ich an „30 Rock“ denke, dann muss ich übrigens auch immer an meinen eigenen Besuch von 30 Rockefeller Plaza denken. Schade nur, dass nicht Kenneth Parcell die Führung geleitet hat.

Fazit

Wir ihr merkt bin ich selbst nach sieben Jahren immer noch begeistert von dieser Serie und auch wirklich traurig, dass ich in ein paar Monaten nicht mehr in die fiktive Version des NBC-Studios im Rockefeller Center zurückkehren werde. Wer die Serie noch nicht kennt, dem kann ich sie nur ans Herz legen. Alle anderen dürften ohnehin bereits entschieden haben, ob sie mit dieser Art von Humor klar kommen. Ich für meinen Teil werde Liz, Jack und Co. vermissen. Ihr gehört zu den Guten: 9/10 Punkte.

Rock of Ages – Extended Cut

Heute hätte ich schwören können, dass ich vor dem Fernseher einschlafe. Zu lange Arbeitstage, zu zermürbende Aufgaben und eine geballte Ladung Kinder am Feierabend. Vielleicht habe ich mich deshalb für die Musical-Verfilmung „Rock of Ages“ (gesehen im Extended Cut) entschieden. Obwohl mich der Film interessierte, waren meine Erwartungen aufgrund ziemlich mieser Kritiken nicht sonderlich hoch – doch was soll ich sagen? Ich bin noch wach und wurde bestens unterhalten…

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Zunächst einmal sollte man sich klar machen, dass man mit „Rock of Ages“ ein Musical sieht. Ein verfilmtes Musical und keine Dokumentation über die Rockmusik der 80er Jahre. Wie bei nahezu jedem Musical-Film sollte man deshalb – besonders wenn etliche Rollen von bekannten Filmstars besetzt sind – über eine gewisse Fremdschäm-Toleranz verfügen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Musicals nimmt sich der Film zu keiner Zeit ernst. Die dargestellten 80er Jahre sind eine überstilisierte Version dieses Zeit. Künstlich, cheesy und larger than life. Eine glorifizierte Erinnerung inklusive aller Klischees, die die 80er Jahre so mit sich bringen.

Was die Musik angeht, kann ich mich auch nicht beschweren. Selbst wenn Gitarrenmusik im weitesten Sinne zu meinen bevorzugten Genres zählt, so bin ich nicht der größte Fan von 80er Jahr Stadionrock. Dennoch kenne ich natürlich all die gespielten Songs und bin größtenteils mit ihnen aufgewachsen. Ja, sie sind überproduziert und natürlich klingen sie im Original besser, doch macht es unglaublich viel Spaß Tom Cruise, Alex Baldwin, Russell Brand, Catherine Zeta-Jones, Paul Giamatti usw. all die großen Hits performen zu sehen. Mit DON’T STOP BELIEVIN‘ endet der Film zudem mit einem meiner absoluten Lieblingssongs der Ära, was den Film noch einmal in ein positiveres Licht rückt.

Kritikpunkte gibt es – ganz objektiv gesehen – natürlich zuhauf. So ist das Drehbuch platter als eine Vinylscheibe und der Ausgang der Geschichte ist bereits ab der ersten Szene klar. Die beiden Hauptfiguren sind zudem nicht sonderlich charismatisch, aber weit nicht so schrecklich, wie ich das nach den teils bitterbösen Kritiken befürchtet hatte. Ebenso hat der Film im Mittelteil einige Längen, welche jedoch stets durch eine wunderbar inszenierte Musicalnummer unterbochen werden. Der Film ist somit alles andere als perfekt, doch hat er teils herrliche Dialoge, fantastische Songeinlagen – u.a. zwischen Alec Baldwin und Russell Brand das beste Liebesduett überhaupt – und großartige Darsteller, die sich zu keinem Zeitpunkt ernst nehmen.

Auch wenn ich mit dieser Kritik vermutlich wieder Kopfschütteln in der filmischen Blogosphäre hervorrufe, so kann ich den Film doch nur wärmstens empfehlen. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Wenn also auch ihr nur annähernd etwas mit der Rockmusik der späten 80er Jahre, Musicals an sich und sowohl kitschigem als auch selbstironischem Pathos anfangen könnt, dann solltet ihr eure Luftgitarren auspacken und „Rock of Ages“ eine Chance geben – das hat der Film mehr als verdient: 8/10 Punkte.

Der Gott des Gemetzels – OT: Carnage (2011)

Gestern noch im Theater gewesen und ein beeindruckende und famos gespielte Aufführung von John Donnellys „The Knowledge“ gesehen und heute Abend tatsächlich ein ähnliches Erlebnis gehabt: Roman Polanskis Verfilmung von Yasmina Rezas Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ war für mich beinahe ebenso intensiv und in der Kombination aus Komik und Gesellschaftskritik auch inhaltlich verwandt. Ob die filmische Umsetzung dem Stück gerecht wurde?

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Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich begeistert bin, endlich einmal wieder einen aktuellen Film mit einer Laufzeit unter 90 Minuten gesehen zu haben. Was vor 10 Jahren noch völlig normal war, ist heute schon eine Seltenheit – laufen doch selbst ganz simple Komödien meist nicht unter 120 Minuten. Davon einmal abgesehen wirkt das Kammerspiel alles andere als klein und man muss neidlos zugeben, dass Polanski jeden nur erdenklichen Kniff versucht hat, das Stück besonders filmisch umzusetzen. Somit fühlt man sich stets, als wäre man selbst in der Wohnung der Longstreets am Brooklyn Bridge Park gefangen und könnte der peinlichen Zusammenkunft ebensowenig entkommen, wie die Charaktere.

Ob es für die Umsetzung vier so bekannte Schauspieler und etliche Kameraspielereien gebraucht hätte? Ich vermute nicht. Doch hätte „Der Gott des Gemetzels“ dann wahrscheinlich nicht die Presse bekommen, die ihn letztendlich auch erst in mein Bewusstsein rückte – und zugegeben: Es ist schon famos mit anzusehen, wie sich Jodie Foster, John C. Reilly, Kate Winslet und Christoph Waltz aufstacheln, anzicken und letztendlich ganz offen bekriegen. Ein Schauspielerfilm, der durch diese eben auch ganz besondere Schauwerte bietet.

Inhaltlich ist der Film sehr gelungen, wenngleich es auch keine großen Überraschungen gibt. Von Anfang an ist klar, dass sich die Kinder der beiden ach so zivilisierten Elternpaare – und der Epilog sollte diese Annahme bestätigen – wahrscheinlich schon längst wieder vertragen haben, während im Wohnzimmer der Longstreets die Fetzen fliegen. Doch es geht eher um die Details der Eskalation und in diesen werden schmerzlich komische Wahrheiten seziert, die – natürlich maßlos übersteigert – dann auch ins Schwarze treffen.

Mich hat „Der Gott des Gemetzels“ ziemlich gut unterhalten, wenngleich ich das Apartment auch ganz gerne verlassen hätte. Doch genau darum geht es wohl in dem Film. Wer unsere Stars einmal in einer etwas anderen Rolle sehen möchte und Kammerspielen nicht abgeneigt ist, der sollte sich diesen Film auf jeden Fall anschauen. Nach den 80 Minuten wird man auf jeden Fall froh sein, nicht Teil dieses Gesprächs gewesen zu sein – zumindest vorerst, denn wer weiß in welche Situationen man durch die eigenen Kinder einmal kommt? Ein herrlich unangenehmes Vergnügen: 8/10 Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 1 (WS1)

Nach knapp zwei Wochen kann ich nun guten Gewissens behaupten, dass die Komplettbox von „Die wilden Siebziger!“ das perfekte Weihnachtsgeschenk ist – obwohl man den Scotch auch nicht verachten sollte. In nur zehn Tagen habe ich „That ’70s Show – Season 1“ komplett gesehen, was durchschnittlich ca. zwei bis drei Episoden pro Abend bedeutet. Und das Wunderbare ist, dass ich im Gegensatz zum letzten Durchgang nun direkt mit der zweiten Staffel weitermachen kann…

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Auch bei dieser aktuellen Sichtung hat mich erstaunt, wie modern die Serie selbst nach inzwischen 15 Jahren seit ihrer Erstausstrahlung wirkt – und das Wichtigste: Sie ist immer noch unglaublich lustig! Die Gruppendynamik zwischen Eric, Hyde, Donna, Jackie, Kelso und Fez funktioniert einfach. Jeder Charakter ist auf seine Art wichtig und trägt etwas zur Gruppe bei. Hinzu kommt die Art der Inszenierung, die oft eher an moderne Single-Camera-Comedys, wie z.B. „Scrubs“, erinnert und nicht an angestaubte Sitcoms vor der Jahrtausendwende.

Füher konnte ich mich natürlich am ehesten mit Eric und Co. identifizieren, da ich altersmäßig ziemlich nah dran an den Problemen und Hoffnungen der dargestellten Jugend war. Die Erzählstränge rund um die Eltern waren für mich eher Füllwerk. Heute jedoch befinde ich mich als Vater zweier – zugegebenermaßen noch recht junger – Kinder irgendwo dazwischen, was den Spaß noch einmal verdreifacht, da ich inzwischen manchmal sogar eher die Ansichten Reds und Kittys teile. Überhaupt gehören Erics Eltern zu meinen absoluten Lieblingscharakteren. Exzellent gespielt und geschrieben.

Wie bereits beim letzten Durchgang ist mir auch der Coming-of-Age-Aspekt wieder positiv aufgefallen. Die Serie ist zwar eindeutig eine Sitcom, doch werden auch ernste Aspekte (Arbeitslosigkeit des Vaters, Tod der Großmutter usw.) angesprochen und durchaus subtil in die Handlung eingewoben, ohne dabei wie Fremdkörper zu wirken.

Diese erste Staffel ist auch ziemlich stark, was ihre einzelnen Episoden und die darin erzählten Geschichten angeht. Ausfälle sind absolut keine auszumachen. Zu meinen Lieblingsepisoden gehört z.B. „A New Hope“, in der das Phänomen „Star Wars“ einfach nur herrlich in die Handlung eingewoben wird. Gaststars, wie Joseph Gordon-Levitt oder Dwayne ‚The Rock‘ Johnson, sorgen zudem für Abwechslung.

Fazit

Ich liebe diese Serie und für mich ist wahrlich unverständlich, warum sie hierzulande nur wenige Anhänger hat. Ich freue mich nun bereits enorm auf die verbleibenden sieben Staffeln, von denen ich damals bestimmt auch noch nicht alle gesehen habe. Wer Sitcom-Freund ist und denkt bereits alles in dem Genre gesehen zu haben, der sollte hier unbedingt einmal reinschauen: 9/10 (9.1) Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS3)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Nachdem ich vergangenes Jahr nicht dazu gekommen bin, „Schöne Bescherung“ zu sehen, war es in diesem Jahr – immerhin ist in drei Tagen schon Weihnachten – höchste Zeit sich wieder mit den Griswolds auf die Feiertage einzustimmen. Somit katapultiert sich der Film auch unangefochten auf den ersten Platz, der in diesem Blog am häufigsten besprochenen Filme. Und auch diese Sichtung war bestimmt nicht die letzte…

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Nachdem ich „Christmas Vacation“ das letzte Mal in der, was der größeren Runde an Zuschauern geschuldet war, synchronisierten Fassung gesehen habe, stand in diesem Jahr natürlich wieder die Originalfassung auf dem Programm. Wie bei jeder Sichtung hatte ich im Vorfeld wieder ein wenig Sorge, dass mich die nur allzu bekannte Geschichte ein wenig langweilen könnte, doch weit gefehlt: Der dritte Film der Griswold-Saga hat mich erneut wunderbar unterhalten. Nahezu jede seiner beinahe schon episodisch angelegten Szenen ist beste Comedy. Ob nun Slapstick oder Wortwitz, der Film treibt den vorweihnachtlichen Wahnsinn stets gekonnt auf die Spitze.

Neben seinen komischen Qualitäten, war ich auch wieder beeindruckt, wie gut es „Schöne Bescherung“ gelingt bei mir Weihnachtsgefühle aufkommen zu lassen. Dies ist bestimmt größtenteils meiner persönlichen Vergangenheit mit dem Film – immerhin begleitet er seit inzwischen schon 20 Jahren – geschuldet, doch eben auch der Tatsache, dass Clark Griswold einmal wieder nur das Beste für seine Familie will. In diesem Fall steht das perfekte Weihnachtsfest auf dem Programm.

Ich muss gar nicht mehr schreiben, da der Film seine Fans ja ohnehin schon längst gefunden hat. Wer dagegen bisher nichts mit ihm anfangen konnte, wird sich sowieso lieber an anderen Weihnachtsklassikern erfreuen. Für mich gehört „Christmas Vacation“ jedoch zur Vorweihnachtszeit, wie kein zweiter Film: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Kevin: Allein in New York – OT: Home Alone 2: Lost in New York (1992)

Aktualisierung: Ich habe „Kevin: Allein in New York“ am 18. Dezember 2020 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich gestern mit „Kevin: Allein zu Haus“ nach langer Abstinenz wieder einmal einen Film gesehen hatte, war ich natürlich erneut auf den Geschmack gekommen. Somit stand heute die Fortsetzung „Kevin: Allein in New York“ auf dem Programm, an den ich mich allerdings kaum noch erinnern konnte. Sollte dies ein schlechtes Zeichen gewesen sein?

Kevin: Allein in New York (1992) | © 20th Century Fox

Kevin: Allein in New York (1992) | © 20th Century Fox

Bereits die ersten Bilder und Klänge lassen vergessen, dass zwischen beiden Produktionen zwei Jahre liegen: Man fühlt sich sofort wieder heimisch bei den McCallisters und der Film startet tatsächlich nahezu unverändert zum Vorgänger. Es gibt ein paar Anspielungen und augenzwinkernde Referenzen, doch letztendlich wird der dramaturgische Aufbau 1:1 übernommen. Dies fand ich zu Beginn noch recht angenehm und aufgrund einiger Abweichungen (z.B. Hotelaufenthalt samt neuer Charaktere) auch ziemlich unterhaltsam. Im weiteren Verlauf jedoch hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht, zumal die Kopien (z.B. die Vogelfrau) nicht gegen das Original (in diesem Fall Marley) ankommen.

Die direkte Konfrontation zwischen Kevin und seinen beiden Widersachern ist erneut ein großer Spaß. Schadenfreude wird hier groß geschrieben und die auf die Spitze getriebene comichafte Gewalt ist mindestens ebenso unterhaltsam wie im Vorgänger. Harry und Marv können einem auch wirklich leid tun, doch es ist ja nicht so, als wären sie nicht gewarnt worden: ‚You can mess with a lot of things, but you can’t mess with kids on Christmas.‘

Letztendlich ist „Home Alone 2: Lost in New York“ ein typisches Sequel, das sich vielleicht etwas zu starr an seinem Vorgänger entlang hangelt, doch schon alleine aufgrund des veränderten Schauplatzes sehenswert ist. Ein wenig mehr Abstand zwischen den Sichtungen mag die Seherfahrung zudem noch positiver ausfallen lassen. Auch wenn der Film für mich nicht den Klassikerstatus des Originals erreicht, so hatte ich dennoch großen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Kevin: Allein zu Haus – OT: Home Alone (1990)

Aktualisierung: Ich habe „Kevin: Allein zu Haus“ am 11. Dezember 2020 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Während die gesamte filmische Blogosphäre Kritiken zu Peter Jackson jüngstem Ausflug nach Mittelerde verfasst, schreibe ich heute meine erste Filmkritik nach knapp sieben Wochen unfreiwilliger Pause. Die Wahl fiel mit „Kevin: Allein zu Haus“ auf einen der Jahreszeit angemessenen und wohlbekannten Klassiker meiner Jugend. Ob die erste Sichtung seit bestimmt 12-15 Jahren an den Erfolg von damals anschließen konnte?

Kevin: Allein zu Haus (1990) | © 20th Century Fox

Kevin: Allein zu Haus (1990) | © 20th Century Fox

Früher war „Home Alone“ einer dieser Filme, bei denen man eben eingeschaltet hat bzw. die Eltern überredete einzuschalten. Zwar war ich bei den ersten TV-Ausstrahlungen schon etwas älter, als der im Deutschen titelgebende Kevin, doch hatte der Film bei mir ganz klar einen Nerv getroffen. Als Teenager habe ich ihn dann jedoch aus den Augen verloren und so war ich heute umso erfreuter, zu erkennen, was John Hughes und Chris Columbus damals tatsächlich geschaffen haben: einen der zurecht großen Weihnachtsklassiker meiner Generation.

John Hughes hatte schon immer ein Händchen dafür die Gefühle von Kindern bzw. meist Jugendlichen auf die Leindwand zu bannen und ihnen somit eine Stimme zu geben. Auch wenn „Kevin: Allein zu Haus“ anders ist, als die meisten seiner Filme, so lassen sich gewisse Themen doch auch darin wiederfinden. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern wird in der Eingangsszene herrlich auf die Spitze getrieben und der wohl nur allzu bekannte Wunsch endlich einmal alleine sein zu wollen, bildet die Grundlage eines Feuerwerks aus Slapstick auf der einen und berührenden Weihnachtsszenen auf der anderen Seite.

Es ist schon erstaunlich, wie einen die Erinnerung trügen kann. Die eigentliche Konfrontation Kevins mit den beiden tölpelhaften Einbrechern (grandios gespielt von Joe Pesci und Daniel Stern) dauert tatsächlich nicht einmal 20 Minuten, doch hätte ich schwören können, dass diese Szenen einen Großteil des immerhin 100-minütigen Films ausmachen. Dennoch sind es gerade der Spannungsaufbau sowie Kevins Auskosten des Alleineseins, die den Ton setzen und „Home Alone“ wohl für nahezu alle Zielgruppen zu solch einem durchschlagenden Erfolg werden ließen.

Obwohl Chris Columbus‘ Weihnachtskomödie heute bereits über 20 Jahre alt ist, so wirkt sie immer noch erstaunlich frisch und ich musste bei den Slapstickeinlagen erneut herzlich lachen. Man mag von Macaulay Culkin – der mir mit „My Girl“ eines der traumatischsten Filmerlebnisse meiner Jugend bescherte – halten, was man will, doch damals war er wahrlich die perfekte Wahl für Kevin McCallister. Die Bewertung mag nostalgisch gefärbt sein, doch ist „Kevin: Allein zu Haus“ auch heute noch einer der am besten durchkomponierten – und das nicht nur aufgrund John Williams‘ famosen Scores – Feiertagsfilme: 9/10 Punkte.

The Guild – Season 1 to 5

Bei meiner Suche nach leichter Serienkost im Bereich Comedy, bin ich auf die Web-Serie „The Guild – Season 1 to 5“ gestoßen. Ich hatte mich bereits früher an ein paar Shows versucht, die im Internet veröffentlicht werden, doch außer Joss Whedons „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ konnte mich in diesem Bereich bisher nichts wirklich überzeugen. Hat „The Guild“ meine meine Wahrnehmung von Web-Serien ändern können?

Felicia Days herrlich selbstironische Comedy über die bunt zusammengewürfelte Guilde eines fiktiven Online-Rollenspiels macht unglaublich viel Spaß. Die Schauspielerin/Autorin/Nerd-Ikone überzeugte mich bisher in diversen Serien (u.a. eine Hauptrolle in Joss Whedons bereits erwähntem Web-Musical sowie Nebenrollen in „Dollhouse“, „Eureka“ oder „Supernatural“), doch erst mit der ihr verständlicherweise auf den Leib geschriebenen Online-Heldin Codex scheint sie die Rolle ihres Lebens gefunden zu haben.

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Whitney – Season 1

Eigentlich wollte ich in die Serie nicht reinschauen, doch da mir noch eine Sitcom im Programm fehlte und die erste Staffel komplett auf Hulu verfügbar ist, habe ich „Whitney – Season 1“ doch noch eine Chance gegeben. Ob sich das Reinschauen gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zu Beginn der Staffel dachte ich wirklich nicht, dass ich durchhalten würde. Eine typische Pärchen-Comedy mit nur allzu bekannten Charakteren und Situationen. Doch nach ein paar Episoden stellte sich der übliche Gewöhnungseffekt ein und die Figuren samt ihrer Eigenheiten sind mir ans Herz gewachsen. Besonders die offen zelebrierte Selbstironie von Autorin und Hauptdarstellerin Whitney Cummings macht die Serie sympathisch. Auch Gaststars, wie z.B. John Cleese, dürfen bewundert werden. Überhaupt hat sich die Serie in der zweiten Hälfte ziemlich gesteigert und so haben die Autoren u.a. auch aktuellere popkulturelle Anspielungen, wie z.B. auf „Drive“, in die Dialoge eingebaut.

Man darf sich natürlich nichts vormachen: Die einzelnen Handlungselemente entspringen allesamt dem Sitcom-Baukasten, doch Wortwitz ist durchaus vorhanden und die größtenteils sympathischen Charaktere laden zum Mitlachen ein. Wer also den neuen Stern am Comedy-Himmel sehen möchte, der sollte um „Whitney“ lieber einen großen Bogen machen. Wer allerdings eine nette Sitcom für Zwischendurch sucht, der darf ruhig einmal reinschauen: 7/10 (6.9) Punkte.

Coupling – Season 1 to 4

An meine erste Begegnung mit Steve Moffats bahnbrechender Comedy-Serie kann ich mich noch erinnern als wäre es erst gestern gewesen. Bei der deutschen Erstausstrahlung wirkte „Coupling – Season 1 to 4“ unglaublich frisch, frech und provokant – besonders im Vergleich zu anderen damals laufenden Sitcoms. Insofern war ich neugierig, wie sich die Serie heute – immerhin 10 Jahre nach der ersten Sichtung – so schlägt…

Mir war die Serie besonders durch ihre anzüglichen Witze in Erinnerung, die damals ein absolutes Novum darstellten. Heute dagegen ist man durch Serien wie „Californication“ o.ä. ganz andere Kaliber gewöhnt, doch überzeugt „Coupling“ auch heute noch durch den besonderen Wortwitz und die innovative Erzählstruktur. Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass es Serien wie „How I Met Your Mother“ ohne die BBC-Produktion nicht in der Form gegeben hätte, wie wir sie heute kennen: Splitscreen, unzuverlässige Erzähler, unterschiedliche Erzählperspektiven usw. All dies kombiniert Moffat leichter Hand mit wunderbar geschriebener Beziehungs-Comedy und grandiosen Figuren. So dürften Jeff und Patrick wohl auch einen Serienfreunden nicht unbekannten Barney Stinson inspiriert haben…

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