Wo die Liebe hinfällt… OT: Rumor Has It…

Ab und zu muss es auch ein Liebesfilm sein. Romantic Comedy nennt sich das dann. Leider sind die meisten Filme dieses Genres dann nicht halb so lustig, wie man es bei der Bezeichnung Comedy erwarten würde. Auch Rob Reiners „Wo die Liebe hinfällt…“ reiht sich leider nahtlos in die Riege dieser oft ganz netten, aber meist doch belanglosen Werke ein.

Um es kurz zu machen: Man bekommt genau das, was man erwartet. Eine nette Geschichte, Herzschmerz, ein paar Lacher und brauchbare Darsteller, die jedoch nur einen Bruchteil ihres Talents zeigen dürfen. In diesem speziellen Fall wissen besonders Shirley MacLaine und Kevin Costner zu überzeugen. Jennifer Aniston ist von mir als alten „Friends“-Fan auch immer gerne gesehen, wenngleich diese Rolle wohl jede RomCom taugliche Darstellerin hätte spielen können. Soweit, so durchschnittlich.

Der besondere Kick an „Rumor Has It…“ ist die Prämisse: Der Film erzählt die wahre Geschichte des Klassikers „Die Reifeprüfung“ – das ist doch einmal eine nette Idee für solch ein ausgelutschtes Genre! Die Anspielungen sitzen und – ich erwähne sie gerne noch einmal – Shirley MacLaine und Kevin Costner wissen als echte Mrs. Robinson sowie Benjamin Braddock zu überzeugen.

Rob Reiners Film ist neben der Grundidee leider alles andere als originell. Zwar für knapp 90 Minuten durchaus unterhaltsam, aber in ebenso kurzer Zeit wieder vergessen. Absolute Durchschnittsware: 5/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (2007)

Da wir heute sowieso in der Stadt unterwegs waren, habe ich mit meinem Vorsatz gebrochen und David Schwimmers „Run, Fatboy, Run“ – meine große Inspiration – doch in der deutschen Synchronisation gesehen. Das war für mich als Pegg-Jünger zwar weniger schön, letztendlich hat es dem Filmerlebnis aber weniger geschadet, als ich befürchtet hatte.

Die Geschichte ist letztendlich nichts besonderes und ihre Versatzstücke sind aus diversen Romantic Comedies hinlänglich bekannt. Sei es der große Fehler aus der Vergangenheit, der neue Freund der Angebeteten oder der verschrobene Freundeskreis des Protagonisten. Was „Run, Fatboy, Run“ so sehenswert macht sind letztendlich die Darsteller – allen voran natürlich Simon Pegg. Seine Darstellung des geborenen Losers ist überzeugend und sympathisch. Eine Rolle wie für ihn gemacht. Doch auch Hank Azaria (u.a. bekannt aus „Friends“) weiß als schleimiger Kontrahent zu überzeugen.

Überraschungen gibt es eigentlich keine. Die Handlung verläuft ziemlich genau so, wie man sich das als Zuschauer nach Sichtung des Trailers – oder nach Lesen der Inhaltsangabe – zusammenreimen würde. Insofern typisch RomCom. David Schwimmer (Ross, „Friends“) inszenierte die Geschichte mit leichter Hand und hat die Erfahrung, die er mit der Regie diverser Sitcom-Episoden gesammelt hat, gekonnt umgesetzt.

Letztendlich ist „Run, Fatboy, Run“ auch nur eine weitere romantische Komödie. Aber eine wirklich sympathische – tolle Darsteller und eine nette Prämisse inklusive. Sehenswert: 7/10 Punkte.

30 über Nacht – OT: 13 Going on 30 (2004)

Ostermontag habe ich seit Urzeiten einmal wieder einen Film aus dem regulären TV-Programm gesehen: „30 über Nacht“. Anfangs nur nebenbei, doch mit dem Erscheinen von Jennifer Garner (Sydney Bristow, „Alias“) hatte der Film meine Aufmerksamkeit auf seiner Seite.

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Die Geschichte ist wirklich nicht neu. Bereit Tom Hans hatte 1988 in „Big“ mit dem spontanen Erwachsensein zu kämpfen – wenngleich die Prämisse auch nicht 100%ig identisch ist. Jenna unternimmt in „30 über Nacht“ eher eine Zeitreise in die Zukunft ihres Lebens und altert nicht einfach an Ort und Stelle. Probleme und skurrile Situationen finden sich jedoch auch in dieser Variante en masse.

Gary Winicks Film bietet lockerleichte Unterhaltung und läuft damit nicht Gefahr im Langzeitgedächtnis hängen zu bleiben. Der große Pluspunkt des Films ist auf jeden Fall seine Hauptdarstellerin. Jennifer Garner spielt so naiv und losgelöst, dass es eine wahre Freude ist. Ohne sie hätte der Film leicht zu einer simplen Lachnummer werden können.

Leider setzt das Ende des Films so sehr auf Kitsch und Schmalz, dass der positive Gesamteindrück etwas geschwächt wird. Warum hat man noch einmal in die Zukunft blicken müssen? Nein, das hätte wahrlich nicht sein müssen.

„30 über Nacht“ bleibt mir somit als nette Komödie mit toller Jennifer Garner und etwas dümmlichen Ende im Gedächtnis. Kann man sich durchaus anschauen: 6/10 Punkte.

Jennas Kuchen – OT: Waitress (2007)

Da unser lokales Fremdsprachenkino leider immer mehr dazu tendiert nur Blockbuster zu  (zeigen, mussten wir bis zur DVD-Veröffentlichung von „Jennas Kuchen“ (bzw. „Waitress“) warten, um in den Genuss des Films zu kommen. Beim Einstandspreis von nicht einmal zehn Euro soll mich das aber auch nicht weiter stören.

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„Waitress“ ist einmal wieder ein Film, der mir nur aufgrund der mitwirkenden Schauspieler aufgefallen ist. In der Hauptrolle ist die bezaubernde Keri Russell zu sehen, die mir bereits in der TV-Serie „Felicity“ ans Herz gewachsen ist. Auch hier kann sie wieder voll und ganz überzeugen, wenngleich es anfangs etwas ungewohnt ist sie mit südlichem Akzent zu erleben. Die männliche Hauptrolle wird von Nathan Fillion übernommen, der seit seiner Darstellung von Capt. Mel Reynolds in „Firefly“ zu meinen Lieblingsschauspielern zählt. In einer wichtigen Nebenrolle tritt zudem noch Cheryl Hines auf, die mir als geduldige Ehefrau von Larry David in „Curb Your Enthusiasm“ schon unzählige Lacher beschert hat.

An grandiosen Schauspielern mangelt es „Waitress“ schon einmal nicht. Doch was bietet der Rest des Films? Man sollte keine reine Komödie erwarten, auch kein reines Drama. Der Film von Adrienne Shelly reiht sich am ehesten in die leisen Töne von „Nobody’s Fool“ oder auch „Grüne Tomaten“ ein und besitzt doch einen ganz eigenen Charme. Die Geschichte ist dabei so einfach wie die Charaktere und überzeugt vor allem durch Situationen, Atmosphäre und die Schauspieler. Nicht unbedingt ein Feel-Good-Movie, aber auf jeden Fall ein Film mit optimistischer Grundhaltung – und gerade das macht ihn so sympathisch.

Tragisch ist wohl das Schicksal von Autorin, Regisseurin und Darstellerin Adrienne Shelly, die noch vor der Uraufführung ihres Films ermordet wurde. Sie hinterlässt einen Mann und eine Tochter, die in der letzten Einstellung auch als Jennas Tochter zu sehen ist. Mit „Waitress“ hat sie ihr filmisches Vermächtnis hinterlassen und wird nicht nur als Autorin und Regisseurin, sondern auch mit ihrer bezaubernden Darstellung der eigenwilligen Dawn in Erinnerung bleiben.

„Waitress“ ist einer jener besonderen kleinen Filme, die wohl an den meisten Leuten vorbeiziehen, aber doch mehr als einen Blick wert sind. Anrührend und bezaubernd. Die grandiosen Darsteller und die gekonnte Inszenierung lassen über leichte Drehbuchschwächen hinwegsehen: 9/10 Punkte.

Nobody ist der Größte – OT: Un genio, due compari, un pollo (1975)

Gestern Abend habe ich eine Reise zu den Wurzeln meiner Filmleidenschaft unternommen. Ich habe „Nobody ist der Größte“ gesehen. Zu diesem Film hege ich eine ganz besondere Beziehung: Es war der erste Film, den ich abends komplett ansehen durfte. Es war irgendwann während meiner Grundschulzeit und bis dahin war spätestens um 21:00 Uhr Zapfenstreich angesagt. Doch dann kam Nobody. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob damit das lange Aufbleiben eingeläutet wurde oder ob es ein Einzellfall war. An diesen einen Abend erinnere ich mich jedoch noch ganz genau.

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Mir fällt es aufgrund meiner besonderen Beziehung zu dem Film natürlich schwer, eine nachvollziehbare Bewertung abzugeben – somit wird diese Filmbesprechung noch weniger objektiv, als die restlichen. Bei den Kritikern hat „Nobody ist der Größte“ ja bekanntermaßen einen schweren Stand. Besonders im Vergleich zu seinem gelungenen Vorgänger „Mein Name ist Nobody“ kann man einen qualitativen Rückschritt kaum bestreiten. Dennoch muss man den Film meiner Meinung nach mit anderen Augen sehen: In der Fortsetzung – die eigentlich nichts mit dem ersten Teil zu tun hat – hat die Figur des Nobody den wilden Westen schon fest im Griff. Der Wandel ist bereits vollzogen. Somit sollte man „Nobody ist der Größte“ auch als reinen Spaßwestern im Geiste der Trinity-Filme sehen und nicht als Abgesang auf den klassischen Spaghettiwestern, wie ihn noch der Vorgänger zelibrierte.

Abgesehen von allen offensichtlichen Schwächen bietet der Film auch für das kritische Auge tolle Szenen. Das Duell mit Klaus Kinski ist wahrlich grandios und als Nobody Kinskis Charakter in einer der Folgeszenen einfach aus dem Fenster wirft, dann ist das schon nahe an großem Kino dran. Auch wenn die Geschichte des Films nur aus Versatzstücken besteht so ist sie doch äußerst unterhaltsam und kann mit tollen Figuren (z.B. der rotbärtige Captain samt Tochter) und nett anzusehenden Darstellern (Miou-Miou) aufwarten.

Für mich ist „Nobody ist der Größte“ ein echter Kindheitsklassiker. Auch heute noch freue ich mich über so manch bekannte Szene und den schelmischen Witz von Terence Hill. Damals wurde zudem eine Ära eingeläutet: Die Ära der Bud Spencer- und Terence Hill-Filme. Trotz Schwächen ganz klare 8/10 Punkte.

Cars (2006)

Aktualisierung: Ich habe „Cars“ am 2. Oktober 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Bisher habe ich jeden Pixar-Film gesehen und für grandios befunden. Die meisten davon sogar im Kino. Selbst den Animationsklassiker „Toy Story“ durfte ich im Kino bewundern. Ein Film des californischen Studios ist jedoch an mit vorbeigezogen: „Cars“ – und das obwohl hier einmal wieder John Lasseter auf dem Regiestuhl („Toy Story“, „Toy Story 2“, „Das große Krabbeln“) saß.

Cars (2006) | © Walt Disney

Cars (2006) | © Walt Disney

Warum ich auf „Cars“ nicht sonderlich heiß war, möchte ich kurz erklären: Zunächst einmal bin ich kein sonderlicher Autofreak. Wenn Freunde oder Kollegen in Ausstattungsmerkmale aktueller PS-Boliden schwelgen, entlockt mir das nur ein müdes Gähnen. Das ist irgendwie nicht meine Welt. Für mich ist ein Auto ein Fortbewegungsmittel – nicht mehr und nicht weniger. Zudem hat sich der Film in eine gänzlich andere Richtung bewegt, als von mir erwartet. Nach der ersten Ankündigung hatte ich bereits ein festes Bild im Kopf: Eine Welt in denen Autos – von Menschen unbemerkt – ein eigenes Leben führen. Ähnlich wie „Toy Story“ nur eben mit lebenden Autos anstelle von Spielzeugen. Als dann eine reine Autowelt präsentiert wurde, war ich schwer enttäuscht.

Da Pixar eben Pixar ist und mich noch nie enttäuscht hat, habe ich dem Film – trotz eher verhaltener Kritiken und meiner eigenen Vorbehalte – eine Chance gegeben. Die ersten 15 Minuten dachte ich dann: ‚Okay, das wird der erste Pixar-Film, der mich kalt lässt.‘ PS-Boliden rennen um die Wette, überall nur Autos, eine laute und tösende Inszenierung. Keine Charaktere. Nur Action. Schnitte im MTV-Stil. Und all das in einem Pixar-Film. Unglaublich.

Doch schon bald war der Spuk vorbei und es wurde klar, dass die Darstellung der Rennwelt so extrem inszeniert war um einen Kontrast zu dem darzustellen, was noch folgen sollte: Die ruhige Abgeschiedenheit von Radiator Springs. Hier gibt es noch wirklich Automobile mit Charakter – und plötzlich hat auch die Welt der Autos angefangen für mich zu funktionieren. Liebevolle Details (VW-Käfer), liebenswürdige Charaktere, grandiose Bilder. Plötzlich war wieder alles da, was einen Pixar-Film ausmacht. Allein die Geschichte gewinnt hier keinen Blumentopf. Sie wurde schon dutzende Male (u.a. in „Doc Hollywood“ mit Michael J. Fox) erzählt und bietet wenig Neues. Allerdings kann „Cars“ mit anderen Stärken Punkte sammeln: Die Animation der an sich starren Blechkarossen ist grandios. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Auch Landschaften, Licht und Ausstattung. Ein Traum für jeden CGI-Freund.

Fazit

„Cars“ ist sicherlich nicht der stärkste Pixar-Film. Vermutlich sogar der schwächste. Doch was bedeutet das schon? Ich war auf jeden Fall mehr als positiv überrascht und werde bestimmt noch öfter in dem kleinen Städtchen an der Route 66 vorbeischauen: 9/10 Punkte.

Barfuss

Nach der überaus positiven Sichtung von „Keinohrhasen“ habe ich mir gestern Abend nun Til Schweigers Vorgängerfilm „Barfuss“ angesehen. Ich finde man merkt deutlich, dass diese beinahe schon sanfte Liebeskomödie dem deutschen Kinohit von 2007 vorausging. Schweiger hat anscheinend seinen Inszenierungsstil – der ihm in „Der Eisbär“ noch abging – gefunden.

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Die Geschichte ähnelt zunächst der des Nachfolgers: Ein scheinbar egoistischer Typ. Ein ungewollter Job. Eine gegensätzliche Beziehung. Jedoch merkt man schon bald, dass die Stimmung eine gänzlich andere ist. Zwar durchaus humorvoll, doch schwerer und tragikomischer als im lockeren und ziemlich direkten Nachfolger. „Barfuss“ lebt hier auch sehr von der anrührenden Naivität mit der Johanna Wokalek ihren neurotischen Charakter portraitiert. Auch Til Schweiger kann in gefühlvollen Szenen überzeugen – wenngleich die Figur des Nick Keller in großen Teilen doch wieder sehr seinem filmischen Archetypen entspricht.

So sehr sich „Barfuss“ in Sachen Inhalt von seinem Nachfolger unterscheidet, so sehr ähneln sich die Filme in Sachen Inszenierung. Erdige Herbsttöne treffen auf stimmungsvolle Einstellungen und werden mit einem ausgewählten Soundtrack garniert. Trotz aller Übereinstimmungen merkt man dem Film auch deutlich an, dass Schweiger bzw. sein Team hier noch viel probiert hat. In manchen Einstellungen fand ich das color grading nicht sauber genug oder die Montage teils zu holprig. In meinen Augen wirkte „Keinohrhasen“ ist Sachen Inszenierung bereits gefestigter und reifer. Ein deutlicher Fortschritt.

Die schöne Geschichte und die gelungene Inszenierung machen „Barfuss“ zu einer sehenswerten romantischen Komödie, die – im Gegensatz zu „Keinohrhasen“ – etwas Abseits vom Mainstream läuft: Körperliche Liebe wird hier nicht einmal am Rande thematisiert. Auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

Black Sheep

Nachdem ich den ersten Trailer von „Black Sheep“ gesehen hatte, wusste ich: Diesen Film muss ich sehen. Manchmal ist es – besonders bei Genrefilmen – eben doch noch die Idee, die zu überzeugen weiß. Ein Zombiefilm mit Schafen. Das gab es zuvor wirklich noch nicht.

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Letztendlich ist Jonathan King jedoch nur eine nette Parodie auf das Genre gelungen. Kein Überflieger und bestimmt kein zweiter „Braindead“ – aber das ist auch völlig akzeptabel. Mich hat „Black Sheep“ von der Stimmung und Erzählweise etwas an „Slither“ erinnert. Kein übermäßig offensichtlicher Humor und durchaus mit ernsthaften Elemente versehen. Allerdings konnte James Gunns Film meiner Meinung nach mit den sympathischeren Figuren aufwarten.

Neben den zu überspitzten und nicht wirklich sympathischen Charakteren hat „Black Sheep“ etwas mit der Grundstruktur der Geschichte zu kämpfen. Der Streit der zwei ungleichen Brüder wirkte auf mich beinahe etwas zu dramatisch für diese Art von Film. Auch hat man es in meinen Augen etwas mit dem color grading übertrieben. Zu stilisierte Bilder sind das Ergebnis.

Neben den oben genannten Schwächen bietet „Black Sheep“ allerdings – besonders wenn es ans Eingemachte geht – wirklich äußerst vergnügliche Unterhaltung. Hier kommt die Idee der Zombieschafe voll zum Tragen und allein die teils bizarren Attacken der wandelnden Wollknäule sind eine Sichtung wert. Die Schaf/Mensch-Hybriden wären dagegen nicht zwangsweise nötig gewesen.

Alles in allem kann ich „Black Sheep“ Genrefreunden durchaus empfehlen. Allerdings sollten sich auch diese nicht zu viel erwarten. Mehr als nette Unterhaltung springt hier leider nicht raus – doch das reicht zumindest für einen vernüglichen Abend: 6/10 Punkte.

Die Simpsons: Der Film – OT: The Simpsons Movie (2007)

Lange hat es gedauert, doch dank vorbildlicher Geschenkauswahl bin ich heute endlich in den Genuss von „Die Simpsons: Der Film“ gekommen. Im Folgenden werde ich nun nicht ausschließlich über den Film schreiben, sondern auch über „Die Simpsons“ an sich. Wer weiß, ob ich im Laufe meines Bloggerdaseins sonst noch einmal dazu komme?

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Die gelbe Familie begleitet mich nun schon eine halbe Ewigkeit: Angefangen hat es irgendwann in der Schulzeit, dann erinnere ich mich gut an Sichtungen am Feierabend nach den ersten Ferienjobs, auch während meiner Zivizeit habe ich öfter Abstecher nach Springfield unternommen und selbst im Studium sind mir Homer und Co. öfter einmal über den Weg gelaufen. Allein die letzten paar Jahre habe ich die neuesten Abenteuer nicht mehr wirklich verfolgt. Teils aufgrund mangelnder Zeit während der Ausstrahlungstermine und teils wegen der abnehmenden Qualität der Serie.

Als jedoch die ersten Trailer zum Film auftauchten, war ich wieder Feuer und Flamme. Bereits dort wurde wieder altbekannter Simpsons-Humor versprochen und spätestens seit Spiderpig konnte ich eine Sichtung – trotz großer Meinungsverschiedenheiten unter den Kritikern – kaum abwarten. Was bietet der Leinwandauftritt der Fernsehfamilie nun wirklich? So ziemlich genau das was man als Fan erwarten kann: Eine überlange Episode von „Die Simpsons“ mit jeder Menge an Gastauftritten und einer etwas ausführlicheren Handlung.

Ein Grund zur Enttäuschung? Nicht wirklich. Ein besonderer Grund zur Freude? Auch nicht. Ich denke man nimmt den Film je nach Erwartungshaltung anders wahr. Sicherlich hätte ich auch mir eine etwas epischere Geschichte gewünscht. Besonders schmerzen die zu kurzen Auftritte so mancher Figuren. Hier merkt man dem Film die Serienherkunft deutlich an. Doch warum auch nicht? Man kann nicht alle Elemente, die die Serie so groß gemacht haben, in einen Film packen. So bleibt am Ende doch nur eine Serienepisode. Dafür aber eine visuell herausragende mit vielen guten Gags.

Ich bin nicht enttäuscht worden. „Die Simpsons“ funktionieren auch auf der großen Leinwand. Um die wahre Größe der Serie zu erkennen, muss man allerdings etwas tiefer graben. Dann gibt es aber wahre Schätze zu entdecken. So oder so: „Die Simpsons“ sind ein popkulturelles Phänomen und der Film ist nur ein weiteres Beispiel für ihre außergewöhnliche Ausdauer in dieser kurzlebigen Zeit. Unwahrscheinlich unterhaltsam: 8/10 Punkte.

Die Piratenbraut – OT: Cutthroat Island (1995)

Aktualisierung: Ich habe „Die Piratenbraut“ am 26. August 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Manchmal könnte man meinen es hätte zwischen der Ära des Errol Flynn und der „Fluch der Karibik“-Reihe keine Piratenfilme gegeben. Doch bereits 8 Jahre vor dem ausufernden Piratenmärchen um Cpt. Jack Sparrow inszenierte Renny Harlin („Cliffhanger“, „Deep Blue Sea“) mit „Die Piratenbraut“ einen der teuersten Filme der Kinogeschichte – und einen ihrer größten Flops. Warum es so kam? Meiner Meinung nach war Renny Harlin seiner Zeit einfach voraus. Den Rest hat schlechtes Marketing besorgt.

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

„Cutthroat Island“ handelt von einer Piratenfamilie, deren Mitglieder im Besitz jeweils eines Teils einer Schatzkarte sind. Wie Piraten nun einmal so sind, entbrennt schon bald ein Kampf um die Kartenteile. Zu unserer Piratenbraut Morgan Adams (Geena Davis) gesellt sich nach kurzer Zeit ein Taugenichts (Matthew Modine), der die Jagd nach dem Schatz mit dem nötigen Humor auflockert. Des Weiteren gibt es Schlägerein, Seegefechte, karibische Inseln, blaues Meer und einen wahren Schurken – also alles, was ein zünftiger Piratenfilm benötigt.

Besonders im Vergleich zu „Fluch der Karibik“ gibt es so einige Parallelen: Ausführliche Kameraflüge über detailliert nachgebaute Piratenschiffe und karibische Inseln. Dazu ein bombastischer Score, der zudem weit mehr Individualität besitzt als jener aus der Hans Zimmer’schen Schmiede. Die Geschichte ist simpel und bietet viel Action und Humor. Allein die Fantasyelemente fehlen – und natürlich Cpt. Jack Sparrow. Doch abgesehen davon ist „Die Piratenbraut“ in keinster Weise schwächer, als der Blockbuster aus dem Hause Disney.

Fazit

Im Mittelpunkt steht natürlich Geena Davis. Wenn man ihr nicht komplett abgeneigt ist und mit einer Figur die irgendwo zwischen Pippi Langstrumpf und Lara Croft angesiedelt ist leben kann, dann macht „Cutthroat Island“ so richtig viel Spaß. Ich kann dieses bombastisch inszenierte Piratenabenteuer jedem Freibeuter empfehlen. Besonders jenen, denen „Fluch der Karibik“ gegen Ende zu effektlastig und konstruiert war. Ihr werdet eure helle Freude haben: 8/10 Punkte.