Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Orden des Phönix“ am 27. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Bevor es heute Abend in den aktuell im Kino laufenden sechsten Teil geht, habe ich mein Gedächtnis mit „Harry Potter und der Orden des Phönix“ noch einmal aufgefrischt. Neue Erkenntnisse gibt es kaum, die Vorfreude ist aber auf jeden Fall gewachsen.

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Im Vergleich zu den Vorgängern konzentriert sich Regisseur David Yates eher auf die Essenz der Geschichte, als auf die magische Atmosphäre von Hogwarts und der Zauberwelt im Allgemeinen. Das ist einerseits positiv zu sehen, da die Handlung verdichtet und ohne langatmiges Abschweifen erzählt wird, andererseits aber auch negativ, da viele Details auf der Strecke bleiben und es dem Film somit an Tiefe mangelt. Da ich Joanne K. Rowlings Vorlage über weite Strecken zu redundant und unfokussiert empfand, überwiegt bei mir die positive Einstellung in Bezug auf die filmische Adaption.

Wenn ich versuche „Harry Potter und der Orden des Phönix“ in die Gesamtgeschichte einzuordnen, dann fällt mir das nicht leicht. Es fehlt hier der Abenteueraspekt, der noch in den ersten beiden Teilen sowie dem vierten Teil vorherrschte, ebenso wie die vorantreibende Handlung eines „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Auch ist dieser fünfte Teil keine Exposition für das große Finale, wie sein direkter Nachfolger. Er befindet sich irgendwo zwischen den Welten. Für mich neben dem ersten Teil wohl der schwächste Abschnitt dieser epischen Geschichte.

Fazit

Wie bereits nach der letzten Sichtung bin ich durchaus positiv angetan von dieser Adaption und deshalb auch äußerst erfreut, dass David Yates auch in den letzten zwei bzw. drei Teilen auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Ich hoffe nur, dass die Hauptdarsteller nicht noch älter wirken, als bereits in diesem Film. Die Frisuren (kein militärischer Kurzhaarschnitt mehr für Harry) versprechen zumindest schon einmal Besserung. Mehr zum aktuellen Teil dann morgen. Hierfür gibt es zunächst erneut verdiente – und so wie ich meine Leser kenne durchaus anfechtbare – 8/10 Punkte.

Eragon (WS1)

Nachdem ich nun dank Hörbuch die gesamte Geschichte kenne, habe ich mir gestern noch einmal die Verfilmung von Christopher Paolinis „Eragon“ angesehen. Wirklich neue Erkenntnisse hatte ich mir nicht erhofft, dennoch war es interessant zu sehen, wie sich meine Wahrnehmung des Films gewandelt hat.

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Durch die Kenntnis der Vorlage habe ich mich – im Gegensatz zur ersten Sichtung – sofort in Alagaesia zurechtgefunden. Orte, Figuren und Zusammenhänge, welche im Film nur angerissen werden, besitzen für mich nun eine Bedeutung, was auch der Adaption zugute kommt. Umso stärker fallen demzufolge auch die Kürzungen ins Gewicht. Besonders das Training von Eragon und Saphira, ihre wachsende Vertrautheit und die epische Reise verkommen zu reinen Bruchstücken. Da hätte man dem Film ruhig eine halbe Stunde mehr gönnen dürfen.

Die Schauspieler (besonders Ted Speleers als Eragon) haben mich dieses Mal nicht mehr so sehr gestört. Sicher immer noch weit von einer Idealbesetzung entfernt, doch irgendwie hatte auch der Eragon der Vorlage diesen Hang zum naiven Heldentum. Dafür konnten mich die Szenen mit Saphira nicht mehr allzu sehr begeistern, da sie ihrem Romanpendant weit hinterherhinken und zu sehr auf effekthascherische Actionszenen gesetzt wird.

Richtig schlimm fand ich dieses Mal den finalen Endkampf. Warum man das Budget für den schwachsinnigen Schattendrachen nicht in die vollständige Reise zu den Varden gesteckt hat, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Man muss doch als Filmproduzent annehmen, dass Fans der Vorlage solch ein elementarer Inhalt wichtiger ist, als vorlagenfremde VFX-Schlachten. Ansonsten bin ich mit der Umsetzung immer noch recht zufrieden. Hätte zumindest schlimmer kommen können, zumal die Vorlage auch weit davon entfernt ist perfekt zu sein.

Ein netter Fantasyfilm, aus dem man bestimmt mehr hätte machen können. Nun bleibt er nur ein weiterer unter viel zu lieblos heruntergekurbelten und deshalb erfolglosen Romanverfilmungen. Ich hätte mir die weiteren Teile dennoch gerne angesehen: 6/10 Punkte.

Verwünscht – OT: Enchanted

Ein Film, der schon seit langem auf meiner Liste der zu sehenden Filme steht ist „Verwünscht“ aus dem Hause Disney. Der Trailer versprach einen erfrischend neuen Ansatz und als alter Disney-Fan war es sowieso nur eine Frage der Zeit, bis die DVD ihren Weg in den heimischen Player findet.

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Die ersten zehn Minuten stimmen wunderbar auf die kitschige Zeichentrickwelt ein. Völlig übertrieben und klischeehaft, doch gerade so selbstständig, dass man sich nicht völlig in einer Parodie wähnt. Erst ab dem Übergang in die Realwelt kommt dann der erwartete Humor vollständig zum Tragen. Jedoch sollte man wahrlich keinen zweiten „Shrek“ erwarten, denn davon ist Disneys „Enchanted“ meilenweit entfernt. Diesen Umstand sollte man allerdings nicht zwangsweise negativ auslegen.

Anders als – zumindest von mir – erwartet ist „Verwünscht“ keine reine Culture-Clash-Komödie, sondern überträgt die Regeln der Zeichentrickwelt nahezu 1:1 in die Realität. Dies birgt ansich zwar weniger Humorpotential, doch bietet es mehr Spielraum für die Charaktere und macht Kevin Limas („Tarzan“) Film zu einem echten Disney-Werk. Samt übertriebenem Kitsch, Gesang und zuckersüßem Happy End. Dieser Umstand mag einige Zuschauer verschrecken, jene die jedoch mit den Klassikern – „Cindarella“, „Arielle, die Meerjungfrau“, „Dornrößchen“, „Susi und Strolch“ usw. – aufgewachsen sind, werden unzählige Déjà vus erleben.

Sicherlich hätte man mehr aus der Idee machen können, doch dann hätte man sich vermutlich mehr auf eine Zielgruppe einschießen und den klassischen Disney-Pfad verlasen müssen. Mutiger sein. Dann wäre vermutlich eine ganz andere Art von Film dabei herausgekommen. Besser? Schwer zu sagen. John McTiernans „Last Action Hero“ hatte bereits 1993 übrigens eine ähnliche Prämisse.

Disneys „Verwünscht“ ist eine humorvolle Kitschbombe, die allen Genrefans ein Lächeln auf das Gesicht zaubern wird. Und sei es allein aufgrund der bezaubernden Amy Adams. Kein neuer Klassiker aus der altehrwürdigen Animationsschmiede, doch eine wundervolle Hommage an eben solche. Wirklich schön: 8/10 Punkte. Doch Vorsicht: Kann Karies verursachen!

Horton hört ein Hu! – OT: Horton Hears a Who!

Nach einem recht straffen Tag ging es mit der Dr. Seuss-Adaption „Horton hört ein Hu!“ endlich in den wohlverdienten Feierabend. Die Vorlage ist mir übrigens vollkommen unbekannt, weshalb ich in dieser Richtung keinerlei Vergleich anstellen kann.

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Der Film besticht zunächst einmal mit seiner herrlichen Optik. Die Flora und Fauna von Nool bzw. Whoville ist quietschbunt und alles andere als realistisch. Herrlich! Da konnten sich die Animatoren von Blue Sky Studios („Ice Age“ & „Ice Age 2: Jetzt taut’s“) einmal so richtig austoben. Besonders für Kinder müssen die verrückten Lebewesen eine wahre Freude sein. Überhaupt ist „Horton hört ein Hu!“ wohl in erster Linie ein Kinderfilm und als solcher funktioniert er auch tadellos. Eine schöne Botschaft wird formal absolut überzeugend transportiert. Äußerst gelungen!

Für Erwachsene bietet die Geschichte nur wenig Neues. Der Welt-in-der-Welt-in-der-Welt-Aspekt ist schön herausgearbeitet und die Zwiegespräche zwischen Horton und dem Bürgermeister von Whoville bergen so einige Schmunzler. Alles andere ist vermutlich zu kindgerecht, was ich dem Film aber nicht ankreiden möchte. Etwas sauer aufgestoßen ist mir nur die Anime-Sequenz, welche sich einer etwas älteren Zielgruppe anzubiedern scheint. Das hätte man knapper fassen können.

Für mich ist „Horton hört ein Hu!“ zwar kein neuer Animationshit, doch bleibt der Film vor allem durch seine überzeugende visuelle Gestaltung sowie die famosen Sprecher (u.a. Steve Carell und Jim Carrey) im Gedächtnis. Würde ich definitiv mit meinen Kindern anschauen: 7/10 Punkte.

Hellboy 2: Die Goldene Armee – OT: Hellboy II: The Golden Army (2008)

Nach einer mehr als nur turbulenten Woche, habe ich mir gestern Abend Guillermo del Toros „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ angesehen. Nach der kürzlichen Sichtung des wunderbaren Vorgängers war ich wirklich heiß auf den Film und meine Erwartungshaltung war entsprechend aufgeheizt. Konnte das Sequel sein Versprechen einlösen?

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Diese Frage kann ich nach der Erstsichtung wohl noch nicht beantworten, was auch zu großen Teilen mit den äußeren Umständen zusammenhängt. So musste ich mich wirklich zusammenreißen nicht einzuschlafen, was ich allerdings weniger dem Film ankreiden möchte, als den energieraubenden letzten Tagen. Inszenatorisch ist die Rückkehr des roten Affen nämlich eine Wucht! Del Toros Handschrift ist deutlich zu erkennen und es wird auf die Leinwand geschleudert, was die Effektetüte so hergibt. Langweile ist insofern etwas, das man dem Film wirklich nicht vorwerfen kann.

Ich hatte teils fast schon damit zu kämpfen eine Verschnaufpause zwischen den Actionszenen zu finden. Besonders die erste Filmhälfte jagt von einem actionbetonten Schauplatz zum nächsten. Hier hätte ich mir sogar etwas mehr Zurückhaltung gewünscht oder besser gesagt mehr Charaktermomente, welche leider oft etwas auf der Strecke bleiben. Im Mittelteil des Films rücken diese glücklicherweise wieder etwas mehr in den Vordergrund und ich hatte eine Gänsehaut, als die grandiosen EELS mit BEAUTIFUL FREAK gespielt wurden – ein Song, den ich wohl seit meiner Jugend nicht mehr gehört habe. Fantastisch!

Die eigentliche Geschichte ist wohl der größte Schwachpunkt des Sequels. Zwar fand ich die Darstellung der Prämisse durch die Erzählung von Professor Broom sehr gelungen und auch die ersten Auftritte von Prinz Nuada konnten wirklich überzeugen, doch so richtig wollte sich der epische und bedrohliche Effekt nicht einstellen. Besonders das Finale fand ich eher schwach. Vielleicht war mir die Goldene Armee auch einfach zu mechanisch und plump dargestellt. Nein, das konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Eine kleine Anmerkung noch für Monsterfreunde: „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ setzt hier wohl neue Maßstäbe. Selbst wenn der Trollmarkt etwas wie eine Mischung aus der Winkelgasse und der Cantina aus „Star Wars“ wirkt, so gibt es hier doch selbst für eingefleischte Kreaturenfreunde einiges zu bestaunen. So viel sogar, dass eine Zweitsichtung wirklich nötig ist!

Für mich kann diese Fortsetzung leider nicht mit dem gelungenen Erstling mithalten. Diesen fand ich eine ganze Spur ausgewogener und auch unterhaltsamer. Dabei ist „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ alles andere als schlecht, ich hatte mir nur einfach mehr erwartet. Potential nach oben ist aber auf jeden Fall vorhanden: 7/10 Punkte.

Der seltsame Fall des Benjamin Button – OT: The Curious Case of Benjamin Button (2008)

Als ich das erste Mal von David Finchers „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ hörte, war mein Interesse sofort geweckt. Bisher hatte mich noch kein Film des Regisseurs enttäuscht und die Geschichte versprach zudem seine Fähigkeiten in einem ganz neuem Genre zu fordern. Dann kam die Zeit vor den Academy Awards und der Film war plötzlich in aller Munde. Größtenteils war der Tenor eher negativ und mit dem aufkommenden Hype ist mein Interesse beinahe völlig verschwunden.

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Die gestrige Sichtung war auch nur eine Notlösung, da wir ins Kino eingeladen wurden und uns die restlichen Filme noch weniger interessierten. Die Erwartungshaltung hätte folglich geringer nicht ausfallen können. Ich erwartete einen typischen Oscar-Film: Ohne Herz und mit viel Kalkül inszeniert (spontan fällt mir hier z.B. „A Beautiful Mind“ ein). Was ich jedoch zu sehen bekam war Kino in seiner reinsten Form. Bildgewordene Nostalgie, eine epische Liebesgeschichte und technische Perfektion, die in ihrer subtilen Erhabenheit noch unzählige Filme nach „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ prägen wird.

Ich mag Filme, in denen man Charaktere aufwachsen sieht. Ihr Leben verfogt. Eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Filme die Nostalgie unvermittelt an ihre Betrachter weitergeben können. Wenn Benjamin seinen Vater zum Sterben an den Lieblingsort seiner Kindheit bringt, dann berührt mich das. Ebenso wie dutzende andere Szenen, die vielleicht nebensächlich erscheinen mögen, für das emotionale Wachstum der Figuren aber unerlässlich sind. Überhaupt handelt der Film weniger davon, dass Benjamin immer jünger wird, sondern wie die Menschen in seiner Umwelt auf ihn reagieren und von ihm beeinflusst werden. Ihr Bewusstsein in Bezug auf das Leben, das Altern und das Sterben wird geweckt. Sehr schön in diesem Zusammenhang fand ich die Episode in der Benjamin auf Elizabeth Abbott (Tilda Swinton) trifft und die unvermittelte spätere Auflösung.

Benjamins Lebensgeschichte wird in die Rahmenhandlung seiner sterbenden großen Liebe eingebettet. Hier sehe ich auch die einzigen Kritikpunkte, da mir die Übergänge teils etwas holprig und zu forciert (z.B. Hurrikan Katrina) erschienen. Ein ähnliches emotionales Gerüst, wie es bereits Tim Burton in „Big Fish“ verwendet hatte. Durch die immer wieder unterbrochene Handlung konnten zumindest Zeitsprünge relativ flüssig eingebaut werden und es war jedes Mal ein Ereignis Benjamin Button (bzw. Brad Pitt) in weiter verjüngter Form zu sehen.

Hier komme ich nun auch auf die Technik zu sprechen, die einen neuen Meilenstein für die Branche darstellt dürfte. Es ist wirklich unglaublich, was die VFX-Magier hier geschaffen haben. Selten habe ich so perfekte und absolut subtile Effektarbeit gesehen. Der Film wirkt in jedem Einzelbild wie aus einem Guss und wüsste man es nicht besser, man würde annehmen Brad Pitt und Cate Blanchett seien während der Dreharbeiten stark gealtert, nur um kurze Zeit später den Jungbrunnen gefunden zu haben. Einfach unglaublich und schon jetzt ein Grund mich auf die hoffentlich erscheindende Special Edition der DVD mit vielen Hintergrundberichten zu den Effekten zu freuen.

Was David Finchers jüngstes Werk abgesehen von seiner technischen Perfektion für mich wirklich zu einem besonderen Film macht, ist seine emotionale Wirkung. Die meiste Zeit war ich tatsächlich mit einem Lächeln auf den Lippen im Kino gesessen. Ich konnte den Film miterleben, was leider viel zu selten vorkommt. Zudem musste ich mehr als nur einmal eine Träne verdrücken und das nicht etwa, weil Fincher inszenatorisch besonders auf die Tränendrüse gedrückt hätte, sondern weil man mit den Charakteren mitgeliebt, mitgelebt und mitgelitten hatte. Es ist eine echte Bindung entstanden und das ist für mich großes Kino.

Für mich ist „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ schon jetzt eine der positivsten Überraschungen des noch jungen Kinojahres. Allen nostalgischen Träumern da draußen kann ich nur empfehlen sich nicht aufgrund der unzähligen schlechten Kritiken von einer Sichtung abhalten zu lassen. Der Film ist großes Kino. Kino fürs Herz: 9/10 Punkte.

Hellboy – Director’s Cut (2004)

Als ich Guillermo del Toros Comicverfilmung „Hellboy“ – bereits damals im Director’s Cut – zum ersten Mal sah, wusste ich nicht so recht was ich zu erwarten hatte. Die Vorlage war mir fremd und ich konnte den Film anfangs nur schwer einordnen. Eines stand jedoch ohne Zweifel fest: Ich hatte verdammt viel Spaß mit dem roten Affen!

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Aus der Vielzahl an Comicverfilmungen ist mir „Hellboy“ eindeutig als die sympatischste in Erinnerung geblieben. Auch wenn die Hauptfigur wohl – oberflächlich betrachtet – weit weniger menschlich erscheinen mag als die „X-MEN“ oder „The Hulk“, so steckt hinter der harten roten Schale doch der menschlichste aller Superhelden. Dieser Eindruck ist wohl vor allem auch Ron Perlmans grandiosem Spiel zu verdanken, der unter der Maske zur Höchstform aufläuft. Als hätte Mike Mignola die Vorlage nur für ihn geschrieben.

Stilistisch erinnert „Hellboy“ eher noch an „Blade II“, als an „Pans Labyrinth“ und ist somit seinen Comicwurzeln absolut treu geblieben. Für mich als Monsterfreund ist der Film sowieso eine kleine Offenbarung: Sammael gibt einen wunderbaren Höllenhund ab und Karl Ruprecht Kroenen ist ein absolut faszinierender Bösewicht. Selbst das riesige Schleimmonster – das sowohl H. P. Lovecrafts Phantasie, als auch Katsuhiro Otomos „Akira“ entsprungen sein könnte – passt perfekt in diese Welt. Comicfantasy at its best!

Nun bin ich mehr als gespannt auf „Hellboy II: The Golden Army“, welcher sich – wenn man nach dem Trailer urteilt – vom Kreaturendesign her gesehen stark bei „Pans Labyrinth“ bedient. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass „Der Hobbit“ bei Guillermo del Toro in guten Händen ist. Ein beruhigendes Gefühl. Dieser höllisch unterhaltsame Ausflug in die bunte Comicwelt ist mir auf jeden Fall 8/10 Punkte wert.

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia – OT: The Chronicles of Narnia: Prince Caspian (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ am 16. Dezember 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend haben wir in gemütlicher Runde den zweiten Teil der C. S. Lewis-Saga „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ gesehen. Nach der verpassten Kinosichtung war ich wirklich sehr gespannt auf den Film zumal man überall lesen konnte, dass die Fortführung der Geschichte dem Vorgänger doch deutlich überlegen sein soll.

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia (2008) | © Walt Disney

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia (2008) | © Walt Disney

Mit der Verfilmung des ersten Buches „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ verbinde ich stets eine heimelige Winteratmosphäre und das magische Gefühl des Aufbruchs in eine neue Welt. Ansonsten war mir der Film über weite Strecken zu unausgewogen und teils auch zu absurd – ich denke hier z.B. an den Weihnachtsmann mit seinen Waffen. Dennoch hatte mich der Film sehr gut unterhalten und die Vorfreude auf eine Rückkehr nach Narnia ist in der Zwischenzeit enorm gewachsen. Konnte die Fortsetzung nun die an sie gestellten Erwartungen erfüllen?

Eindeutig ja. Die Geschichte wirkt knackiger, die Figuren fühlen sich ausgearbeiteter an – was wohl auch daran liegt, dass man als Zuschauer nun ihren Hintergrund kennt – und die Inszenierung ist um einiges handfester. Ich war wirklich hocherfreut, wie gut der Film von Beginn an für mich funktioniert hat. Bereits die Einführung ins neue Herrschaftssystem von Narnia hat mir sehr gut gefallen. Düstere Bilder. Eine mitreißende Flucht. Zwerge. Was will man mehr?

Die Rückkehr der Geschwister wird anschließend ebenso wunderbar visualisiert und man bekommt mit der Ankunft in Narnia noch so einige optische Leckerbissen serviert. Natürlich dürfen auch die sprechenden Tiere wieder nicht fehlen, die den Niedlichkeitsfaktor doch extrem auf ihrer Seite haben – und diesen auch gekonnt ausreizen. Macht Spaß und passt zu dieser Welt.

Im weiteren Verlauf kann auch die Handlung überzeugen. Mein persönliches Highlight war die kurzzeitig drohende Auferstehung der Weißen Hexe. Sehr atmosphärisch und eine schöne Brücke zum ersten Teil. Leider jedoch versinkt der Film gegen Ende etwas im eigenen Schlachtengetümmel. Die Kämpfe dauern einfach zu lang und wirken im Vergleich zu „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ einfach schwach und zu sehr auf ein junges Publikum zugeschnitten. Als dann noch die Bäume aufwachen und der reißende Fluss die feindlichen Reiter verschlingt, musste ich öfter an eine dreiste Kopie denken, was man dem Film natürlich aufgrund der Vorlage nicht anlasten sollte. Dennoch hat es mich doch sehr gestört. Ebenso wie Aslans Auftauchen in letzter Sekunde. So bleibt am Ende leider ein etwas schaler Beigeschmack.

Fazit

„Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ ist über weite Strecken ein famoses Fantasyspektakel, welches seinen Vorgänger in beinahe allen Belangen zu übertrumpfen vermag. Leider bricht die Handlung gegen Ende enorm ein und weist in Bezug auf das Genre vermehrt störende Redundanzen auf. Insgesamt eine Steigerung, aber kein wirklich großer Schritt nach vorne. Auf einen dritten Teil freue ich mich nun dennoch: 7/10 Punkte.

Tintenherz – OT: Inkheart (2008)

Als großer Freund von Cornelia Funkes Fantasytrilogie – die Romane „Tintenherz“, „Tintenblut“ und „Tintentod“ umspannend – war ich hocherfreut, als ich von einer Verfilmung las. Iain Softley sollte sich der Geschichte annehmen, welcher sein Können bereits mit dem wunderbaren Sci-Fi-Drama „K-PAX“ unter Beweis stellen konnte. Als ich dann noch las, dass sich Frau Funke ein Mitspracherecht bei der Adaption ihres „Tintenherz“ gesichert hat, dachte ich es könne nichts mehr schief gehen. Dann wurde der Kinostart in den letzten zwei Jahren immer wieder verschoben – was nie ein gutes Zeichen ist – und der finale Trailer sah mir zu sehr nach Effektspektakel aus. Konnte die Verfilmung die Magie der Vorlage nun in irgendeiner Form auf die Leinwand bannen?

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Jein. Mit Tendenz zum Nein. Leider. Bereits in den ersten Minuten dachte ich einem schlechten Scherz beizuwohnen. Da wird doch tatsächlich das große Geheimnis, diese magische Eigenschaft des Vorlesens in einem billigen Epilog völlig entzaubert. Zack. Es gibt Zauberzungen, die Figuren aus Büchern herauslesen können. Zack. Hier bitte. Friss oder stirb. Im nächsten Moment befinden wir uns mit Mo und Meggie – den beiden Hauptfiguren – auf einem schön gestalteten Buchmarkt und prompt stolpert ihnen Staubfinger vor die Füße. Zack. Damit wurde eine meiner Lieblingsszenen der Vorlage entzaubert. Wie Staubfinger als düstere Gestalt im Regen vor dem Haus der Folcharts steht. Einfach in eine plumpe Begegnung gewandelt. Hier hatte ich bereits alle Hoffnung aufgegeben.

Glücklicherweise sind die Figuren recht gut getroffen. Besonders die Besetzung kann überzeugen. Brendan Fraser gibt einen wunderbaren Mo, der tatsächlich dem Buch entsprungen sein könnte. Auch Paul Bettany als Staubfinger gefällt, ebenso Hellen Mirren als Tante Elinor und Jim Broadbents Fenoglio ist herrlich kauzig. Selbst Andy Serkis hat als Capricorn seine Momente, wenngleich ich bei seiner Performance öfter mal an Gollum denken musste. Einzig Meggie und Farid fand ich zu alt gewählt. So hätte ich mir beide Figuren vielleicht am Ende von „Tintentod“ vorgestellt. Aber nun gut, das mag Interpretationssache sein.

Neben den Figuren können auch die Locations überzeugen. Capricorns Dorf ist sehr atmosphärisch und auch Elinors Anwesen atmet den Staub ihrer Bücher. Nach dem unverzeihlichen Einstieg in die Geschichte konnte ich teils sogar die Vorlage vergessen und mich völlig auf den Film einlassen. Der Mittelteil ist auch der brauchbarste der Umsetzung, wenngleich ich die Flucht unserer Helden durch die italienische Berglandschaft schwerlich vermisst hatte. Hier fehlen viele charakterbildende Momente und wenn ich denke, dass diese nur schnöden Actionszenen gewichen sind frage ich mich tatsächlich, wo denn Frau Funke bei solchen Entscheidungen war.

Das Finale ist zwar optisch imposant, jedoch gibt es auch hier unzählige grobschlächtige Änderungen, die es nicht benötigt hätte. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass man dem Film einen anständigen Abschluss spendieren wollte, doch muss dieser so aufgesetzt und der Vorlage völlig entrückt wirken? Wirklich schade, dass besonders die wichtigen ersten und letzten Eindrücke so vermasselt wurden.

Für neue, unbefangene Besucher der Tintenwelt bietet „Tintenherz“ wohl einen gelungenen Ausflug in die Welt der Bücher und Zauberzungen. Es sind auch alle wichtigen Eckpfeiler der Geschichte vorhanden. Doch das, was die Magie ausmachte – die Charaktere und ihre vielschichtigen Beziehungen zueinander – bleibt auf der Strecke. So hatte ich bei der gestrigen Sichtung zwar durchaus meinen Spaß, doch musste ich zu oft an die verschenkten Chancen denken. Letztendlich bleibt ein durchschnittlicher Fantasyfilm, den ich stets mit Wehmut betrachten werde: 5/10 Punkte.

Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs – Special Extended Edition – OT: The Lord of the Rings: The Return of the King (2003)

Aktualisierung: Ich habe „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ am 28. Dezember 2016 und am 4. Januar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Jedes Mal wenn sich mein Besuch in Mittelerde mit „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ dem Ende neigt, werde ich ein wenig wehmütig. In den letzten Minuten denke ich als Zuschauer an das Miterlebte zurück, als wären es meine eigenen Abenteuer gewesen. Gibt es ein schöneres Kompliment für einen Film?

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Der finale Teil der Trilogie gewinnt wohl am meisten von den erweiterten Szenen der Special Extended Edition. Damals im Kino war ich zwar auch überwältigt, doch konnte sich die gesamte emotionale Kraft dieses Meisterwerks erst bei den späteren Sichtungen der Langfassung entfalten. Tolkiens Welt lässt mich auch nach deren Verlassen nur ungern wieder ziehen. Lange klammern sich meine Gedanken noch an Frodo und Sam, Merry und Pippin, Gandalf und die weiteren Gefährten dieser epischen Reise. Es entsteht ein Gefühl der  Verbundenheit mit den Figuren, welches wahrlich nur bei ganz besonderen Filmen – oder Geschichten im Allgemeinen – aufkeimt.

Die in „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“ begonnenen Handlungsstränge verdichten sich in diesem letzten Kapitel der Geschichte. Es ergeben sich neue Figurenkonstellationen, bei denen besonders die Trennung von Merry und Pippin das Potential der beiden Hobbits völlig neu zu definieren weiß. Im weiteren Verlauf der Handlung wandelt sich insbesondere Aragorn, der den Waldläufer immer mehr hinter sich lässt und zum König der Menschen aufsteigt.

Neben der grandios inszenierten Schlacht um Minas Tirith – bei der wirklich alle Register gezogen werden – sticht natürlich besonders der letzte Abschnitt von Frodos persönlichem Leidensweg hervor. Absolut fantastisch. Frodo und Sam gegen den Rest der Welt – und vor allem gegen die Versuchung des Rings. Die letzten Sekunden mit dem Ring werden schließlich Gollum geschenkt, was der Kreatur eine seltsame Poesie verleiht und ihr absolut gerecht wird.

Die viel bescholtene letzte halbe Stunde ist für mich schließlich das Highlight der Trilogie. Besonders die Szenen an den Grauen Anfurten berühren mich doch jedes Mal aufs neue. Ich kann gar nicht verstehen, was man an diesem Epilog zu langatmig finden mag. Man kann eine solch epische Geschichte – immerhin über zehn Stunden Laufzeit – doch nicht mit einem fünfminütigem Ende abspeisen. Für mich der perfekte Abschluss eines nahezu perfekten Films.

„Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ schließt meine Lieblingstrilogie auf wunderbare Weise ab. Episches, bildgewaltiges Kino. Hier wird wahrlich der perfekte Eskapismus geboten und ich freue mich jetzt schon wieder auf meine Rückkehr nach Mittelerde – sei durch die Verfilmung von „Der Hobbit“, durch eine weitere Sichtung der Trilogie oder durch das Anpacken von J. R. R. Toliens Romanvorlage. Mittelerde wird stets zu meinen bevorzugten Reisezielen gehören: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Pippin: ‚I didn’t think it would end this way.‘
Gandalf: ‚End? No, the journey doesn’t end here. Death is just another path… One that we all must take. The grey rain-curtain of this world rolls back, and all turns to silver glass… And then you see it.‘
Pippin: ‚What? Gandalf?… See what?‘
Gandalf: ‚White shores… and beyond, a far green country under a swift sunrise.‘
Pippin: ‚Well, that isn’t so bad.‘
Gandalf: ‚No… No it isn’t.‘