Indiana Jones und der letzte Kreuzzug – OT: Indiana Jones and the Last Crusade (1989)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ am 5. April 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach der Jagd auf die Bundeslade und dem Zerschlagen eines indischen Kults, habe ich mich gestern mit Indy auf die Suche nach dem heiligen Gral gemacht. Steven Spielbergs „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ markiert für viele den Höhepunkt der klassischen Trilogie – und auch für mich war die gestrige Sichtung wieder einmal ein großartiges Erlebnis.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Am Anfang des Films steht ein Rückblick auf ein einschneidendes Erlebnis in Indys jungem Leben. Man erfährt die Hintergründe seiner Leidenschaft für Abenteuerarchäologie, lernt – wenn zunächst auch nur im Off – seinen Vater kennen, wohnt dem Auslöser für Indys Schlangenphobie bei und erfährt wie er zu seinem Hut sowie zu seiner (eigentlich Harrison Fords) markanten Narbe kommt. All das ist unglaublich unterhaltsam anzuschauen und erfreut den Indy-Fan. Alle anderen dürften nur halb so viel Spaß an diesem Prolog haben.

Beim Sprung in die filmische Gegenwart ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie alt Ford im Vergleich zu den beiden Vorgängern auf der Leinwand – bzw. dem Bildschirm – wirkt. Wir sehen hier nicht mehr den jugendlichen Draufgänger, sondern eher den etablierten Actionhelden. Der Film bekommt für mich dadurch eine andere Grundstimmung als „Raiders of the Lost Ark“ und „Temple of Doom“. Es wird eher auf ausgetretenen Pfaden gewandelt, wenngleich auch blind und absolut zielsicher.

Der große Pluspunkt von „The Last Crusade“ ist eindeutig Sean Connery. Dieser mimt Indys Vater auf wahrlich grandiose Art und Weise. Besonders im Zusammenspiel mit Ford ergeben sich hier Szenen für die Ewigkeit. Durch die Vater-Sohn-Beziehung wird der Film zudem weicher und gefühlsbetonter. Der Familienfilm hält Einzug in die Reihe und unterstützt damit den – beinahe schon zu – perfekten Eindruck, den der Film vermittelt.

Wie bei den beiden Vorgängern kann ich die Dialoge beinahe komplett mitsprechen. „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ habe ich aus der Reihe bisher wohl am häufigsten gesehen. Abnutzungserscheinungen traten jedoch so gut wie überhaupt nicht auf. Heute muss ich jedoch gestehen, dass „Raiders of the Lost Ark“ wohl der beste Film der Trilogie ist. Wenngleich die Qualitätsunterschiede fast schon marginal sind.

Fazit

„Indiana Jones and the Last Crusade“ ist der fantastische Abschluss einer meiner Lieblingsfilmreihen. Nun freue ich mich schon sehr, das neueste Abenteuer von Indiana Jones auf der großen Leinwand bewundern zu dürfen – allen Kritiken zum Trotz. Es dürfte ihm jedoch schwer fallen, sich ebenso in mein filmisches Herz zu schwingen, wie der letzte Teil der klassischen Trilogie: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Indiana Jones und der Tempel des Todes – OT: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ am 29. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach dem grandiosen ersten Teil, habe ich noch die bei Fans und Kritikern eher unbeliebte Fortsetzung „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gesehen. Für mich ist auch das Prequel der Reihe untrennbar mit wunderbaren Erinnerungen verbunden und punktet daher hauptsächlich auf der persönlichen Ebene – doch auch abgesehen davon hat Indys zweites Abenteuer einiges zu bieten.

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ beginnt wie ein „James Bond“-Film und scheint damit seinem britischen Konkurrenten augenzwinkernd sagen zu wollen: Achtung, hier komme ich! Im Vergleich zu „Raiders of the Lost Ark“ wirkt diese Szene etwas zu übertrieben, zu bunt und zu bombastisch. Ein Beschreibung, die auf so einige Szenen des Prequels zutrifft. Doch möchte ich das nicht zwangsweise als Kritik sehen. Man sieht ein Abenteuer Indys, wie man es sich aus Erzählungen vielleicht selbst zusammengereimt hätte – und schließlich ist Dr. Jones ja eine Figur, die bewusst larger than life angelegt ist.

Ein großer Unterschied zum Vorgänger sind die Begleiter, mit denen sich Indy herumschlagen muss: Ein nerviges Kind und eine kreischende Diva. Mich persönlich haben diese Figuren nie so sehr gestört, wie anscheinend den Rest der Welt. Vermutlich habe ich mich als Kind bereits zu sehr an sie gewöhnt, als dass sie mir heute negativ auffallen könnten. So geht es mir auch bei einigen anderen Szenen aus „Temple of Doom“: Das Festmahl zum Bespiel war als Kind eine meiner Lieblingsszenen. Eigentlich albern und übertrieben, doch einfach unterhaltsam. Ebenso der Einstieg zum Tempel, die Zeremonie, die Lorenfahrt usw.

Neben all den Albernheiten überrascht „Temple of Doom“ mit bisher ungekannter Härte und einer erstaunlich düsteren Grundstimmung. Vermutlich war es auch diese ungewohnte Kombination, die viele Zuschauer verschreckt hat. Vielleicht wäre es auch mir so ergangen, doch kann ich aufgrund der unzähligen Sichtung keine objektive Bewertung mehr abgeben.

Fazit

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ ist für mich immer noch erstklassiges Abenteuerkino mit einem grandiosen Harrison Ford und einigen Szenen für die Ewigkeit. Für mich ein integraler Teil der klassischen Trilogie: 9/10 Punkte. Nun fehlt nur noch der fantastische – und zumindest vorübergehende – Abschluss der Saga.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes – OT: Indiana Jones: Raiders of the Lost Ark (1981)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ am 21. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem die letzte Sichtung dank defekter DVD verfrüht abgebrochen werden musste, habe ich gestern endlich einmal wieder – dem wirklich vorbildlichem Kundenservice von Paramount sei Dank – Steven Spielbergs Abenteuerfilmklassiker „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ gesehen. Wenn man bedenkt, dass der vierte Teil der Saga nun schon seit einer Woche im Kino läuft, war es auch wirklich höchste Zeit sich einmal wieder mit dem Schlapphut tragenden Archäologen zu beschäftigen.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die „Indiana Jones“-Filme bedeuten für mich Kindheit. Ich habe sie geliebt. Keine TV-Ausstrahlung bei der ich nicht mit Indy mitgefiebert hätte. Zugleich habe ich irgendwann begonnen die popkulturelle Bedeutung der Filme zu erkennen. Besonders „Raiders of the Lost Ark“ ist voll von Szenen, die nicht mehr aus der Filmgeschichte wegzudenken sind. Allein die Einführung der titelgebenden Hauptfigur ist in dieser Hinsicht unglaublich prägend gewesen. Insofern ist der erste Teil der Trilogie wirklich etwas Besonderes – und das sowohl für mich persönlich, als auch für die Filmgeschichte.

Was kann ich nun zu einem Film schreiben, den ich beinahe vollständig mitsprechen kann? Wie kann ich diesem monumentalen Werk des Unterhaltungskinos gerecht werden? Vielleicht indem ich kurz meine Lieblingsszenen anspreche: Bereits die Eröffnung ist absolut grandios. Der Dschungel, die Höhle, das Abwägen des Sandbeutels, die goldene Statue, die Steinkugel, der Hinterhalt und die nun folgende Flucht vor den Eingeborenen. Dann das Einsetzen des fantastischen Themas. John Williams hat sich hier wieder einmal selbst übertroffen. Eine audiovisuelle und dramaturgische Meisterleistung. Einfach perfekt. Doch auch das was nun folgt lässt mein Herz immer noch höher schlagen: Die Universität, Nepal, die Entführung Marion Ravenwoods, die Ausgrabungen, Schlangen, der Kampf auf dem Flugzeug, die Flucht auf dem Schiff, die Zeremonie und das bedeutungsschwangere Ende. Eigentlich alles Lieblingsszenen.

Wie man sieht kann ich keinen Kritikpunkt an „Raiders of the Lost Ark“ finden. Harrison Ford ist die perfekte Besetzung und gibt Indy bereits in den ersten Szenen so lässig, dass es eine wahre Freude ist. Da kann kaum ein anderer Leinwandheld mithalten. Die Geschichte enthält genau die richtige Mischung aus Mysterien, Action und Historie – einfach perfekt für dieses Genre. George Lucas und Steven Spielberg haben hier wahrlich Großes geschaffen.

Fazit

Für mich gibt es nur eine Wertung für diesen Ausnahmefilm: 10/10 Punkte. Da gibt es für mich keinen Diskussionsspielraum – und das ist das Schöne bei persönlichen Klassikern. Man kann sie uneingeschränkt lieben. Nun freue ich mich ersteinmal auf die Fortsetzungen, bevor es dann irgendwann ins Kino geht. Ich bin wirklich gespannt!

Prädikat: Lieblingsfilm

Der Terminator – OT: The Terminator (1984)

Gestern Abend bin ich wieder einmal vor dem DVD-Regal gestanden und habe mir überlegt welchen Film ich denn gerne sehen würde. Fast schon hätte ich zu einem mir unbekannten Werk gegriffen, obwohl ich darauf nicht wirklich Lust hatte – doch dann fiel mein Blick auf James Camerons „Der Terminator“ und ich war wieder Feuer und Flamme für den Film.

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Meine wieder erwachte Begeisterung für den Film hängt bestimmt mit der kürzlichen Sichtung von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ zusammen. Der erste Teil der futuristischen Trilogie war mir noch in relativ guter Erinnerung – und das obwohl ich ihn noch nicht so stark verinnerlicht habe, wie andere Filmklassiker meiner Jugend (z.B. „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Zurück in die Zukunft“). In der vollständigen Version – d.h. auf DVD – habe ich den Film auch erst zum zweiten Mal gesehen, davor gab es nur gekürzte TV-Ausstrahlungen und fragwürdige VHS-Versionen. Doch wenn man „The Terminator“ nur auf harte Action reduziert, wird man sowieso nicht viel Freude an dem Film haben.

Ich finde es unglaublich bemerkenswert welch grandioses popkulturelles Phänomen James Cameron mit seinem ersten unabhängigen Film geschaffen hat. Die Geschichte ist weit komplexer, als man es erwarten würde – und das Wichtigste: Sie ist absolut stimmig. Hinzu kommt, dass die Hintergrundinformationen nicht in einem platten Prolog vermittelt werden – sie sind direkt in die Handlung eingeflochten. Dadurch entsteht ein Sog, dem man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Die stets bedrohliche Atmosphäre und die – trotz allem – spektakulären Actionszenen runden den Film perfekt ab.

Die ersten zehn Minuten der gestrigen Sichtung waren für mich dann doch etwas ungewohnt: Zum einen wirken die Effekte inzwischen schon etwas angestaubt (besondes im direkten Vergleich zur aktuellen TV-Serie) und zum anderen habe ich den Film das erste Mal im englischen Originalton gesehen. Der Akzent von Arnold Schwarzenegger ist wirklich mehr als gewöhnungsbedürftig und ich war ein paarmal kurz davor wieder auf die bekannte – und geliebte – deutsche Tonspur zu wechseln. Aber nach einer gewissen Zeit hat sich das Ohr daran gewöhnt und somit durfte ich den Film noch einmal neu kennenlernen.

Viel mehr mag ich nun gar nicht schreiben. Der Film spricht für sich. Gedreht mit dem Budget und – oberflächlich betrachtet – der Handlung eines B-Movies, überzeugt „The Terminator“ auch heute noch in allen Belangen und zeigt bereits das große Talent eines – zumindest für mich – wichtigen Regisseurs. Zurecht ein Klassiker der Actionkinos: 10/10 Punkte.

Die Insel – OT: The Island

Gestern Abend war einmal wieder Action angesagt. Action von Michael Bay. Dabei beginnt „Die Insel“ so vielversprechend. Wie schon damals bei der Sichtung im Kino war ich gestern einerseits positiv überrascht und gleichzeitig ziemlich enttäuscht – somit hat sich meine damalige Einschätzung voll und ganz bestätigt.

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In der ersten Stunde erinnert der Film äußerst positiv an die Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre. Der Geist von „THX 1138“ und „Logan’s Run“ schwingt sowohl in der Handlung, als auch in der Ausstattung eindeutig mit. Hier hat mich Michael Bay – obwohl ich seine Filme generell recht unterhaltsam finde – doch äußerst positiv überrascht. Die Geschichte ist relativ düster und es wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut. So hätte es von mir aus bis zum Ende weitergehen können.

Leider kommt mit Beginn der Flucht die Wende zum 08/15-Actionkracher à la Michael Bay. Die Geschichte wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, es fliegen wieder etliche Helikopter gen Sonnenuntergang und unzählige Fahrzeuge werden demoliert. All dies ist zwar recht spektakulär in Szene gesetzt, doch irgendwie hat man das schon zu oft gesehen und aufgrund der Anhäufung der Action bleiben Ermüdungserscheinungen nicht aus. Schade. Gegen Ende wird der Film zwar wieder etwas vielschichtiger, doch wird das hohe Niveau des ersten Drittels leider nicht mehr erreicht.

Positiv möchte ich auf jeden Fall noch Ewan McGregor und Scarlett Johansson hervorheben, die ein wirklich nettes Pärchen bilden und das beste aus ihrem eingeschränkten Handlungsspielraum machen. Auch Steve Buscemi überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie. Auch inszenatorisch kann der Film voll und ganz überzeugen. Das muss man Michael Bay sowieso lassen: Er drückt jedem Film seinen Stempel auf. Er sollte nur etwas mehr auf Ausgewogenheit achten.

„Die Insel“ ist ein wahrlich netter Sci-Fi-Actioner, der mir besser gefällt als z.B. Bays „Transformers“ – allerdings wurde auch viel Potential verschenkt. Für den kleinen Actionhunger zwischendurch ist der Film auf jeden Fall eine Sichtung wert: 7/10 Punkte.

Starship Troopers (1997)

Es muss irgendwann 1996/97 gewesen sein, da sah ich im Kino einen Teaser in dem hunderte von riesigen Insekten über einen Wüstenplaneten rannten. Diese Szene allein hat war für mich ausreichend genug, um zu wissen: ‚Das muss ich sehen!‘ Der Titel des vorgestellten Films: „Starship Troopers“. Ein gutes Jahr später war es dann soweit und Paul Verhoevens Sci-Fi-Satire lief in den Kinos an. Das Problem: Frei ab 18 – glücklicherweise wurde im alten Admiral Kinopalast damals nicht wirklich streng kontrolliert, so dass einer ungetrübten Sichtung nichts im Wege stand. Bis heute einer meiner eindruckvollsten Kinobesuche.

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Bis heute folgten etliche Sichtungen. Anfangs noch auf Videotheken-VHS, inzwischen auf DVD – und immer noch kann mich der Film bestens unterhalten. Ich glaube es gibt nicht viele andere Werke, die so viele Genres beinhalten: Teenie-Romanze, Militärklamotte, astreine Sci-Fi-Action und bitterböse Satire. All das und noch viel mehr ist „Starship Troopers“. Am stärksten wiegen wohl die satirischen Elemente, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Umso unverständlicher, warum der Film bei uns auf dem Index steht. Es gibt wohl nicht viele Filme, die Krieg und Militarismus so kritisch gegenüberstehen. Schon sehr merkwürdig, meine Damen und Herren von der BPjS.

Neben den satirischen Spitzen funktioniert der Film auch perfekt als Sci-Fi-Abenteuer. Dank der starken Soap Opera-Anteile wird man sehr schnell in die Geschichte hineingesogen und mit den Figuren vertraut. Ein Klischee jagt hier das nächste – und ehe man sich versieht, erwischt einen der nächste satirische Hieb wieder völlig unvorbereitet. Ein ziemlich geniales Konzept, das Verhoeven hier noch konsequenter umsetzt, als im thematisch verwandten „RoboCop“.

Neben den rein inhaltlichen Werten liefert „Starship Troopers“ auch so einiges für das Auge. Mir als VFX-Freak ist besonders die grandiose Kombination aus CGIs und practical effects aufgefallen. Wirklich famos. Ich möchte gar nicht überlegen, was hier alles an Planung nötig gewesen ist. Der Schnitt trägt sein übriges dazu bei, den Film in jeder Szene glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Eine besondere Erwähnung ist mir noch Neil Patrick Harris (Barney, „How I Met Your Mother“) wert, der hier in einer wirklich gänzlich anderen Rolle zu sehen ist. Für mich das Tüpfelchen auf dem i in einem nahezu perfekten Film. Unbedingt sehenswert: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Cars (2006)

Aktualisierung: Ich habe „Cars“ am 2. Oktober 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Bisher habe ich jeden Pixar-Film gesehen und für grandios befunden. Die meisten davon sogar im Kino. Selbst den Animationsklassiker „Toy Story“ durfte ich im Kino bewundern. Ein Film des californischen Studios ist jedoch an mit vorbeigezogen: „Cars“ – und das obwohl hier einmal wieder John Lasseter auf dem Regiestuhl („Toy Story“, „Toy Story 2“, „Das große Krabbeln“) saß.

Cars (2006) | © Walt Disney

Cars (2006) | © Walt Disney

Warum ich auf „Cars“ nicht sonderlich heiß war, möchte ich kurz erklären: Zunächst einmal bin ich kein sonderlicher Autofreak. Wenn Freunde oder Kollegen in Ausstattungsmerkmale aktueller PS-Boliden schwelgen, entlockt mir das nur ein müdes Gähnen. Das ist irgendwie nicht meine Welt. Für mich ist ein Auto ein Fortbewegungsmittel – nicht mehr und nicht weniger. Zudem hat sich der Film in eine gänzlich andere Richtung bewegt, als von mir erwartet. Nach der ersten Ankündigung hatte ich bereits ein festes Bild im Kopf: Eine Welt in denen Autos – von Menschen unbemerkt – ein eigenes Leben führen. Ähnlich wie „Toy Story“ nur eben mit lebenden Autos anstelle von Spielzeugen. Als dann eine reine Autowelt präsentiert wurde, war ich schwer enttäuscht.

Da Pixar eben Pixar ist und mich noch nie enttäuscht hat, habe ich dem Film – trotz eher verhaltener Kritiken und meiner eigenen Vorbehalte – eine Chance gegeben. Die ersten 15 Minuten dachte ich dann: ‚Okay, das wird der erste Pixar-Film, der mich kalt lässt.‘ PS-Boliden rennen um die Wette, überall nur Autos, eine laute und tösende Inszenierung. Keine Charaktere. Nur Action. Schnitte im MTV-Stil. Und all das in einem Pixar-Film. Unglaublich.

Doch schon bald war der Spuk vorbei und es wurde klar, dass die Darstellung der Rennwelt so extrem inszeniert war um einen Kontrast zu dem darzustellen, was noch folgen sollte: Die ruhige Abgeschiedenheit von Radiator Springs. Hier gibt es noch wirklich Automobile mit Charakter – und plötzlich hat auch die Welt der Autos angefangen für mich zu funktionieren. Liebevolle Details (VW-Käfer), liebenswürdige Charaktere, grandiose Bilder. Plötzlich war wieder alles da, was einen Pixar-Film ausmacht. Allein die Geschichte gewinnt hier keinen Blumentopf. Sie wurde schon dutzende Male (u.a. in „Doc Hollywood“ mit Michael J. Fox) erzählt und bietet wenig Neues. Allerdings kann „Cars“ mit anderen Stärken Punkte sammeln: Die Animation der an sich starren Blechkarossen ist grandios. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Auch Landschaften, Licht und Ausstattung. Ein Traum für jeden CGI-Freund.

Fazit

„Cars“ ist sicherlich nicht der stärkste Pixar-Film. Vermutlich sogar der schwächste. Doch was bedeutet das schon? Ich war auf jeden Fall mehr als positiv überrascht und werde bestimmt noch öfter in dem kleinen Städtchen an der Route 66 vorbeischauen: 9/10 Punkte.

Die Piratenbraut – OT: Cutthroat Island (1995)

Aktualisierung: Ich habe „Die Piratenbraut“ am 26. August 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Manchmal könnte man meinen es hätte zwischen der Ära des Errol Flynn und der „Fluch der Karibik“-Reihe keine Piratenfilme gegeben. Doch bereits 8 Jahre vor dem ausufernden Piratenmärchen um Cpt. Jack Sparrow inszenierte Renny Harlin („Cliffhanger“, „Deep Blue Sea“) mit „Die Piratenbraut“ einen der teuersten Filme der Kinogeschichte – und einen ihrer größten Flops. Warum es so kam? Meiner Meinung nach war Renny Harlin seiner Zeit einfach voraus. Den Rest hat schlechtes Marketing besorgt.

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

„Cutthroat Island“ handelt von einer Piratenfamilie, deren Mitglieder im Besitz jeweils eines Teils einer Schatzkarte sind. Wie Piraten nun einmal so sind, entbrennt schon bald ein Kampf um die Kartenteile. Zu unserer Piratenbraut Morgan Adams (Geena Davis) gesellt sich nach kurzer Zeit ein Taugenichts (Matthew Modine), der die Jagd nach dem Schatz mit dem nötigen Humor auflockert. Des Weiteren gibt es Schlägerein, Seegefechte, karibische Inseln, blaues Meer und einen wahren Schurken – also alles, was ein zünftiger Piratenfilm benötigt.

Besonders im Vergleich zu „Fluch der Karibik“ gibt es so einige Parallelen: Ausführliche Kameraflüge über detailliert nachgebaute Piratenschiffe und karibische Inseln. Dazu ein bombastischer Score, der zudem weit mehr Individualität besitzt als jener aus der Hans Zimmer’schen Schmiede. Die Geschichte ist simpel und bietet viel Action und Humor. Allein die Fantasyelemente fehlen – und natürlich Cpt. Jack Sparrow. Doch abgesehen davon ist „Die Piratenbraut“ in keinster Weise schwächer, als der Blockbuster aus dem Hause Disney.

Fazit

Im Mittelpunkt steht natürlich Geena Davis. Wenn man ihr nicht komplett abgeneigt ist und mit einer Figur die irgendwo zwischen Pippi Langstrumpf und Lara Croft angesiedelt ist leben kann, dann macht „Cutthroat Island“ so richtig viel Spaß. Ich kann dieses bombastisch inszenierte Piratenabenteuer jedem Freibeuter empfehlen. Besonders jenen, denen „Fluch der Karibik“ gegen Ende zu effektlastig und konstruiert war. Ihr werdet eure helle Freude haben: 8/10 Punkte.

Hot Fuzz (2007)

Gestern Abend ist die Filmwahl eigentlich auf Christpher Nolans „Prestige“ gefallen. Nach ca. 30 Sekunden hat mein DVD-Player unter undefinierbaren Geräuschen jedoch das Abspielen verweigert. Nach weiteren erfolglosen Versuchen habe ich sofort zu Simon Peggs und Edgar Wrights „Hot Fuzz“ gegriffen. Somit habe ich nach diversen Ankündigungen auch endlich den neuesten Film der „Spaced“-Crew gesehen.

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Die Erwartungen waren hoch – unendlich hoch, was immer gefährlich ist. Ich bin zwar nicht direkt enttäuscht vom Film, hätte mir aber nach dem grandiosen „Shaun of the Dead“ doch etwas mehr erwartet. Aber so eng will ich das einmal nicht sehen, schließlich ist der inoffizielle Vorgänger auch mit jeder Sichtung gewachsen. Bevor ich nun die Lobeshymnen starte, will ich auch gleich erklären, was mir nicht so gut gefallen hat: Der etwas gewollt wirkende Aufbau der Geschichte.

Bei „Shaun of the Dead“ wurde die Handlung straight forward erzählt. Zwar konnte man die auftauchenden Zombies als Allegorie auf Shauns Leben sehen, doch hat dies nie den Fluss der Geschichte gestört. „Hot Fuzz“ wirkt hier holpriger. Der Aufbau als Whodunnit ist grundsätzlich eine nette Idee, doch nimmt sich die Geschichte hier etwas zu ernst und ist dafür viel zu leicht zu durschauen. Bereits nach Vorstellung der NWA, der Erwähung des Wettbewerbs und nach dem ersten Unfall, wusste ich was hier gespielt wird. Insofern waren all die Szenen, die in die Irre führen sollten bzw. die eigentliche Lösung des Falls gezeigt haben, zu langatmig. Mir hat hier das hohe Tempo der romantischen Komödie mit Zombies gefehlt.

Wenn man von den Schwächen in der Handlung absieht, bleibt jedoch ein unglaublich unterhaltsamer Film übrig. Simon Pegg und Nick Frost harmonieren einmal wieder tadellos zusammen. Die Gags sind – für Freunde des kreativen Trios – einfach himmlisch. Es gibt dutzende Anspielungen auf Actionfilme – wenngleich ich mir hier ein paar mehr Klassiker des Genres (z.B. „Die Hard“ oder „Lethal Weapon“) gewünscht hätte. Vielleicht ein rechtliches Problem. Fantastisch war auch wieder einmal die Besetzung der Nebendarsteller. Besonders Ex-James Bond Timothy Dalton weiß als schmieriger Supermarktbesitzer zu gefallen. Auch beim Rest des Casts haben Pegg und Wright erneut grandiose britische Schauspieler aus dem Ärmel gezaubert.

Insgesamt hat mir „Hot Fuzz“ sehr gut gefallen. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass er in den nächsten Sichtungen noch wächst. Dann steht nicht mehr die etwas zu konstruierte Geschichte im Vordergrund und ich kann mich vollkommen auf die versteckten Gags und Anspielungen konzentrieren. Für Pegg/Wright/Frost-Fans unbedingt empfehlenswert: 8/10 Punkte. Was kommt eigentlich als nächstes?

Auf die harte Tour – OT: The Hard Way

Gestern Abend habe ich die seltsamerweise recht unbekannte Actionkomödie „Auf die harte Tour“ von John Badham gesehen. Wenn der Preis nicht so verlockend gewesen wäre und mich Michael J. Fox nicht vom Cover herab angegrinst hätte, dann wäre der Film wohl auch an mir vorbeigegangen. Nach der Sichtung kann ich mir den niedrigen Bekanntheitsgrad nun nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht kann ich ja hiermit etwas für mehr Popularität sorgen.

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„The Hard Way“ handelt von Nick Lang (Michael J. Fox), einem erfolgreichen Hollywoodstar, der für eine neue Rolle im Cop-Millieu recherchiert und dabei Detective Lt. John Moss (James Woods) zugewiesen wird. Dieser ist ein knallharter Cop, der gerade in einem verdrehten Serienkiller-Fall ermittelt. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein Buddy-Movie, wie er im Buche steht. Die ungleichen Partner müssen sich folglich erst einmal zusammen raufen. Dabei kommt es zu Reibereien, es fliegen die Fetzen und es hagelt schmissige Oneliner.

Michael J. Fox und James Woods harmonieren perfekt miteinander. Da stimmt die Chemie. Die Rahmenhandlung um den Partykiller ist dagegen etwas durchsichtig und ohne große Überraschungen. Sei es drum. Viel mehr Story ist hier auch nicht nötig. In seinen besten Momenten erinnert der Film an die „Lethal Weapon“-Reihe oder auch an Tony Scotts „Last Boy Scout“. Eine Actionkomödie, wie sie typisch für die späten 80er bzw. frühen 90er ist. Hart. Komisch. Reich an Action und angereicht mit Figuren, die larger than life sind.

Im Netz habe ich kaum Informationen zu dem Film gefunden und selbst auf der IMDB sieht es mau aus. So ganz kann ich es nicht verstehen, da der Film nicht viel schlechter ist, als die restlichen Actionkracher der 80er/90er Jahre. Ich habe mich auf jeden Fall wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.