Dank purzelnder Blu-ray-Preise komme ich in letzter Zeit doch recht häufig in den Genuss aktuellerer Filme, auch wenn ich es kaum noch ins Kino schaffe. Hinzu kommt Originalton und ein zu 100% sympathisches Publikum. Die besten Voraussetzungen also? Natürlich muss auch noch der Film stimmen und Neil Burgers „Ohne Limit“ war eine exzellente Wahl, die sich auch auf der großen Leinwand gut gemacht hätte. Aber man kann schließlich nicht alles haben, oder etwa doch?

Eddie Morra, der Held des Films, hat alles und noch viel mehr. Wie er dies erreicht hat und warum sein Leben am Abgrund steht erzählt er uns selbst: Rückblende. Voice-over. Alles auf Anfang. Eine klassische Rise-and-Fall-Geschichte also? Was die Struktur des Films angeht bestimmt. Jedoch gibt sich „Limitless“ damit nicht zufrieden. Neil Burger erzählt zudem einen Drogen-Thriller mit Science-Fiction-Anleihen, macht einen kurzen Ausflug in den Wirtschaftskrimi und inszeniert gleichzeitig mit den Mitteln des Effektekinos. Ein bunter Genremix, dem es auch noch gelingt emotional mitzureißen.
Die Prämisse ist ansich recht simpel: Eine Droge, die es uns ermöglicht die gesamte Kapazität unseres Gehirns zu nutzen. Eine wahrlich wunderbare Idee! Kritiker, die sich über die wissenschaftliche Unmöglichkeit eines solchen Präparats aufregen, haben damals wahrscheinlich auch gegen die Bernstein-Dinos aus Spielbergs „Jurassic Park“ gewettert. Für alle anderen Zuschauer bietet die Adaption von Alan Glynns „The Dark Fields“ mitreißende Unterhaltung auf audiovisuell höchstem Niveau.
Normalerweise bin ich schnell genervt von inszenatorische Spielereien. Neil Burger gelingt es jedoch Morras Drogenerfahrung in Bilder zu verpacken, die man so schnell nicht mehr vergisst und dabei die Handlung perfekt unterstützen. Auch wenn die Inszenierung und das packende Spiel Bradley Coopers (Phil, „The Hangover“) nicht über die nur zu klassische Dramaturgie und das beinahe schon antiklimaktische Ende hinwegtäuschen können, so ist die Symbiose aus Inhalt und Form doch als absolut gelungen zu bezeichnen.
„Ohne Limit“ mag kein Meisterwerk sein, doch habe ich schon lange keinen relativ klassischen Thriller mehr gesehen, dessen Grundidee und Inszenierung mich so mitreißen konnten. Besitzern der Blu-ray sei übrigens der Unrated Extended Cut ans Herz gelegt, welcher der Geschichte die nötigen Ecken und Kanten verleiht. So oder so ein äußerst sehenswerter Film – auch oder gerade im Heimkino: 8/10 Punkte.








