Watchmen (2009)

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Trotz fehlender Kenntnis der Vorlage stand Zack Snyders Verfilmung von „Watchmen“ seit dessen Kinoauswertung auf meiner Liste der zu sehenden Filme. Auch den Comic wollte ich stets lesen, jedoch bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, was vielleicht auch der Grund ist, warum mich der Film ziemlich ratlos zurück lässt.

Nach den ersten Minuten und der berauschend schönen Titelsequenz war ich davon überzeugt ein Meisterwerk zu sehen. Hyperreal gefilmt, mitreißend inszeniert und straff erzählt. Man könnte sich daraus wahrlich jedes Einzelbild an die Wand hängen. Snyder greift seinen Inszenierungsstil aus „300“ wieder auf, um einzelne Comicpanels in Zeitlupenästhetik auf die Leinwand zu bringen. Doch ist dieser äußerst artifizielle Stil auch das richtige Mittel um wirklich jede Geschichte zu erzählen?

Ich hatte teils so meine Probleme damit. Die eher ruhigen und charakterbildenden Szenen hielten mich durch die kühlen Bilder seltsam auf Distanz und die Actionszenen waren mir nach einer gewissen Zeit zu berechenbar. Noch eine Zeitlupe? Wirklich? Trotz allem möchte ich den visuellen Stil von „Watchmen“ als durchaus schön anzusehen bezeichnen, doch empfand ich ihn insgesamt als zu anstrengend und abgehoben, um mich wirklich eine Verbindung zu den Charakteren und der Geschichte aufbauen zu lassen.

Die Geschichte an sich ist wirklich sehr interessant. Ein paralleler Zeitstrang zu unseren 80er Jahren, in dem Superhelden zum Alltag gehören. Wirklich eine fantastische Idee, welche auch im Film schön umgesetzt wurde. Sei es nun durch den Soundtrack, Einbeziehung von popkulturellen Referenzen (Andy Warhol malt nicht Marylin Monroe, sondern eine Superheldin usw.) oder politischen Verwicklungen. Doch neben der Rahmenhandlung erscheint der Haupthandlungsstrang leider viel zu zerfahren.

Es wird wild durch verschiedenste Zeitebenen gesprungen, Superhelden tauchen ohne weitere Erklärung auf und die Motivation der Charaktere lässt sich oft einfach nicht greifen. Richtig problematisch wird es dann, wenn die ruhigen Szenen eher langweilig und unfreiwillig komisch wirken (z.B. die Sexszene zwischen Night Owl II und Silk Spectre II) und die Actionszenen beliebig eingestreut werden. Es mag sein, dass dieser äußerst sprunghafte Erzählstil im Comic funktioniert, der Film erscheint dadurch jedoch wie ein buntes Mosaik ohne stringenten Handlungsaufbau.

Trotz meiner Kritikpunkte muss ich sagen, dass mich „Watchmen“ durchaus fasziniert hat. Da ist etwas in der Geschichte, das wert ist erzählt zu werden. Zeit also, dass ich mich an die Vorlage heranwage. Bereits Alan Moores „From Hell“ bot ja ungeahnte Tiefen im Vergleich zur Verfilmung. Was Zack Snyders Adaption angeht, kann ich mir kein Urteil erlauben, jedoch erschien mir der Film bereits im Kinocut viel zu lang und doch lückenhaft. Interessant, aber leider nicht wirklich packend und somit letztendlich leider ziemlich enttäuschend: 6/10 Punkte.

The Strangers

Gestern Abend habe ich mir seit langer Zeit einmal wieder einen Horrorfilm angesehen. Bryan Bertinos „The Strangers“ versprach mir ein spannender und harter Thriller alter Schule zu werden. Zu gewissen Teilen konnt er sein Versprechen auch durchaus einlösen.

Die erste Hälfte des Films ist wirklich wunderbar. Es wird eine sehr realistische Atmosphäre kreiert, welche sich sowohl in den Charakteren, als auch dem Setting wiederfinden lässt. Die auftauchende Bedrohung wird schleichend, aber doch heftig eingeführt und man leidet als Zuschauer ohne Frage mit den zwei Hauptfiguren. Die Entscheidung die Fremden als gesichtsloses Grauen hinter Masken zu verbergen war äußerst effektiv.

Vom Aufbau der Geschichte und seiner Inszenierung lässt der Film Erinnerungen an Nimród Antals „Motel“ wach werden. Ein verstrittenes Paar, eine abgelegende Location, eine undefinierte Bedrohung. Alles schon einmal gehabt. Im Gegensatz zu Antals äußerst gelungenem Genrebeitrag bleibt das Grauen in „The Strangers“ jedoch bis zum Ende gesichtslos, was einerseits durchaus verstörend, andererseits aber auch feige und langweilig ist.

Man sieht die Handlung den ganzen Film über durch die Augen der Charaktere. Warum also bleibt einem gegen Ende der Blick auf ihre Peiniger erspart? Hier wäre es viel schockierender gewesen, hätte Bertino die Willkür des Angriffs – Kristen: ‚Why are you doing this to us?‘ Stranger: ‚Because you were home.‘ – unterstrichen, indem er z.B. ein paar gelangweilte Teenager unter den Masken hätte auftauchen lassen. Überhaupt versinkt die zweite Filmhälft wieder in Horrorklischees. Sehr schade.

Insgesamt ist „The Strangers“ ein äußerst atmosphärischer Horrorfilm, der Genrefreunden durchaus Spaß machen wird. Wenn man sich darauf einlässt, kann man sich auch ziemlich gruseln. Leider jedoch bleibt das vorhandene Potential besonders gegen Ende ungenutzt, weshalb ich letztendlich nicht mehr als 6/10 Punkte geben kann.

In meinem Himmel – OT: The Lovely Bones (2009)

Gestern war ich endlich einmal wieder im Kino und habe mir Peter Jacksons Verfilmung von „In meinem Himmel“ angesehen. Bereits seit seiner Ankündigung habe ich mich auf den Film gefreut, wenngleich mir die Vorlage auch unbekannt ist. Ich mag Jacksons Stil und spätestens seit „Heavenly Creatures“ traue ich ihm auch ernstes Drama zu.

Die Bewertung des Films bringt mich in eine Zwickmühle. Einerseits hatte er grandiose Szenen zu bieten, welche mir auch immer im Gedächtnis bleiben werden, andererseits habe ich mich aber auch selten so über gewisse Szenen geärgert. Zu Beginn der Vorstellung war ich mir noch sicher einen der besten Filme des Jahres zu sehen, nach der Vorstellung war ich dagegen bitter enttäuscht. Heute Nacht jedoch hat mich die Geschichte selbst bis in meine Träume verfolgt, was wiederum für die emotionale Kraft des Films spricht. Doch was hat Jacksons Werk nüchtern betrachtet zu bieten?

Der Anfang des Films hat mir ausgezeichnet gefallen. Toll inszeniert, geschrieben und gespielt. Der grausame Höhepunkt war schließlich die Szene in der Susie Salmon auf ihren Mörder trifft. Ich glaube solch einen Kloß hatte ich im Kino nur selten im Hals. Wirklisch erschreckend gut gemacht. Auch die weiteren Szenen in der realen Welt haben bei mir Eindruck hinterlassen. Besonders die Spannungsszenen sind Peter Jackson famos gelungen, was wohl auch Stanley Tuccis beängstigendem Portrait des Serienkillers George Harvey zu verdanken ist.

Neben den wirklich spannenden und emotional ergreifenden Szenen gibt es allerdings noch die Szenen in Susie Salmons persönlicher Zwischenwelt. Die Szenen, die den Film eigentlich hervorheben sollten. Szenen, wie man sie noch nie gesehen hat. Leider jedoch sind gerade diese überflüssig, kitschig und mehr als nur holprig in die Gesamthandlung eingebunden. Ab und zu gibt es ein paar schöne Bilder zu sehen, doch der Rest verkommt zu brachialem CGI-Kitsch. Wirklich enttäuschend. Da hätte ich lieber nur Susies Voice-over gelauscht. Eine Erzählform, die bereits in „American Beauty“ tadellos funktioniert hat.

Neben den enttäuschenden Zwischenwelt-Szenen hat sich die Handlung auch noch einige Ausreißer erlaubt, welche für mich einfach nur unpassend wirkten. Das beste Beispiel ist hier der Kuss. Ich habe ja nichts gegen Kitsch, doch muss dieser auch angemessen in eine Geschichte integriert werden. Überhaupt hatte der Film teils das Problem die Waage zwischen Drama, Humor und Thriller zu halten. Hier hätten Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Das Ende des Films war für mich schließlich auch unbefriedigend. Zwar weiß ich, dass es aus der Vorlage übernommen wurde, doch schien mir der CGI-lastige Absturz einfach nur platt und aufgesetzt. Wirklich schade.

Letztendlich hat mich „In meinem Himmel“ wirklich enttäuscht, besonders nach der wunderbar intensiven Eröffnung. Ich bereue die Sichtung jedoch nicht, denn in seinen besten Momenten liefert der Film famoses Drama sowie beklemmende Spannung. Dazwischen wirkt der Film jedoch wie eine billige Kopie von Vincent Wards „Hinter dem Horizont“, was leider nicht als Kompliment zu verstehen ist. Schade, dass man hier das Potential der Geschichte nur ansatzweise genutzt hat: 6/10 Punkte.

Terminator: Die Erlösung – Director’s Cut – OT: Terminator Salvation (2009)

Wie so oft in letzter Zeit gab es mit McGs „Terminator: Die Erlösung“ einmal wieder einen Nachklapp zu einer bekannten und beliebten Trilogie mit großer Fansbasis. Milking the Franchise. Dennoch hatte ich mich wirklich auf den Film gefreut und wurde auch entsprechend gut unterhalten.

Zunächst einmal war ich froh, dass man nicht wieder in der Vergangenheit ansetzt und das bekannte Fluchtszenario durchspielt. Seit den Flashforwards in „Der Terminator“ bin ich schon heiß auf die düstere Zukunft. Nun endlich war es soweit. In diesem aktuellen Film befindet sich Skynet allerdings noch im Aufbau, so dass die Welt eher an Endzeitfilme wie „Mad Max“ erinnert, als an die aus den „Terminator“-Filmen bekannten Bilder. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Leider ist die Geschichte – wie bereits schon in „Terminator 3: Rebellion der Maschinen“ – eher als Alibi für ausufernde Actionszenen zu sehen. Diese sind dafür wirklich sehenswert und machen enorm viel Spaß. Auch die Handlung birgt durchaus Potential, doch leider wurden die Schwerpunkte falsch gesetzt. Was will man als Fan sehen? Natürlich einen aufstrebenden John Connor, wie wir ihn uns seit „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ erhoffen. Leider ist Christian Bales John Conner ein derartiger Unsympath, dass selbst Nick Stahls blasse Interpretation im dritten Teil mehr Sympathien für sich verbuchen konnte.

Neben dem Erzählstrang um John Connor gibt es mit Marcus Wright eine neue Figur, die doch tatsächlich mehr her macht, als die vermeintliche Hauptfigur. Dadurch verschiebt sich die Gewichtung der Mythologie jedoch, was dem Film letztendlich schadet. Gegen Ende wirkt die Geschichte auch leider ziemlich konstruiert, was so manchen Effekt verpuffen lässt. Dafür gibt es noch einen herrlichen CG-Arnie zu sehen, der besonders Fans des ersten Teils Freudentränen in die Augen treiben wird.

Alles in allem ist „Terminator Salvation“ ein unterhaltsamer Actionfilm mit tollem Setting und vielversprechender Zukunft. Die Geschichte ist eher nebensächlich und wer den Film nicht beständig mit den zwei unantastbaren Klassikern vergleicht, kann auf jeden Fall seinen Spaß haben. Hat mir sogar einen Tick besser gefallen, als der zweite Aufguss: 6/10 Punkte.

Nachts im Museum – OT: Night at the Museum (2006)

Aktualisierung: Ich habe „Nachts im Museum“ am 19. November 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Als ich den Trailer zu Shawn Levys „Nachts im Museum“ damals im Kino sah, dachte ich nur: ‚So ein Schwachsinn!‘ In letzter Zeit las und hörte ich jedoch immer wieder überraschend gute Meinungen, woraufhin ich dem Film nun doch einmal eine Chance einräumen wollte.

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Die Geschichte lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Ausstellungsstücke des American Museum of Natural History erwachen nachts zum leben. So einfach ist das. Nicht mehr und nicht weniger. Doch ist das genug um einen gesamten Film zu tragen? Ja. Die einfachsten Ideen sind ja bekanntlich die besten und „Nachts im Museum“ schöpft seine wahrlich zu genüge aus.

Was das Genre angeht, darf man sich natürlich keinen Illusionen hingeben. „Nachts im Museum“ ist ein astreiner Familienfilm, der zwar Erwachsenen auch Spaß macht, doch eher auf die Kleinen abziehlt. Wer damit allerdings keine Probleme hat, wird über gut 90 Minuten aber tadellos unterhalten. Toll getrickst und mit einem sympathisch aufspielenden Ben Stiller vergeht die Zeit wie im Flug.

Der größte Kritikpunkt ist für mich wohl die Vorhersehbarkeit der Geschichte. Typisch Familienfilm eben. Tut nicht weh, besitzt aber eben auch nur wenig Nachhaltigkeit. Dafür hat der Film wunderbar meinen eigenen letztjährigen Besuch des American Museum of Natural History aufleben lassen. Hierfür muss ich glatt Bonuspunkte vergeben. Es ist doch immer wieder schön, wenn man selbst schon einmal am Ort des Geschehens war.

Mich hat „Nachts im Museum“ wirklich gut unterhalten. Ein schöner Film zum Abschalten und Berieseln lassen. Hat Spaß gemacht und sollte der zweite Teil einmal in ähnliche Preisregionen rutschen, werde ich garantiert auch wieder reinschauen: 6/10 Punkte.

X-Men Origins: Wolverine (2009)

Mit Gavin Hoods „X-Men Origins: Wolverine“ habe ich nun auch den aktuellsten Teil der Superheldensaga gesehen. Dank günstiger Blu-ray ein audiovisueller Hochgenuss, doch letztendlich ist es eben immer noch der Inhalt, der zählt.

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Mit Prequels ist das immer so eine Sache. Der Zuschauer hat sich wohl meist bereits eine eigene Version der bisher verschwiegenen Vorgeschichte ausgemalt und mit dieser muss die offizielle Nacherzählung nun stets konkurrieren. So war es  schon bei „Star Wars“, so wird es auch in Zukunft sein. Wolverines Vorgeschichte bildet da keine Ausnahme. Das Mysterium wird entmystifiziert.

Die erste halbe Stunde fand ich extrem schwachsinnig. Eine völlig mit viel zu vielen Charakteren überladene Spezialeinheit. Wow. Hat man ja auch noch nie gesehen. Die Action ist unterhaltsam, doch die Figuren bleiben auf der Strecke. Danach konzentriert sich die Handlung glücklicherweise tatsächlich auf unseren Helden und wir erleben seine zweite Geburt. Nett anzusehen, doch war das wirklich so mitreißend, erschütternd und aufreibend wie in der eigenen Vorstellung?

Das Finale ist schließlich eine Aneinanderreihung von wunderbar anzusehenden Actionszenen. Hier macht der Film auch wieder richtig Spaß. Es folgen noch einige Gastauftritte von anderen Charakteren aus „X-Men“, wodurch ein schöner Bogen zum ersten Teil der Trilogie geschlagen wird. Musik, Inszenierung, Effekte und Schauspiel sind dann auch so, wie man es sich von einem Blockbuster erwartet. Geht runter wie Öl, aber bleibt auch nicht hängen.

Für Freunde der Trilogie bietet „X-Men Origins: Wolverine“ gute Unterhaltung, wenngleich der Film für mich noch einmal ein Rückschritt vom ohnehin nicht mehr grandiosen „X-Men 3: The Last Stand“ darstellt. Erwartet man aber nicht mehr, als 100 Minuten bombastisches Actionkino, dann wird man auch nicht enttäuscht werden: 6/10 Punkte.

Dead Silence

Auf James Wans und Leigh Whannels „Dead Silence“ hatte ich mich schon seit längerer Zeit gefreut. Ihr Genrebeitrag „Saw“ – ich rede hier wohlgemerkt nur vom ersten Teil – ist für mich nach wie vor herausragendes Spannungskino. Dementsprechend neugierig war ich, wie sie an klassischen Gruselstoff herangehen. Ein weiterer Genrehit? Spoiler sind zu erwarten.

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„Dead Silence“ hat viele Stärken, aber leider auch ebenso viele Schwächen. Ich mochte die theatralische und herrlich altmodische Gruselatmosphäre. Die übertriebenen Handlungsorte und die legendengetränkte Kleinstadtkulisse. Man wird als Zuschauer wirklich in eine andere Welt transportiert. Nebel, alte Herrenhäuser und knarzige Dielen. Gruselherz, was willst du mehr?

Die Geschichte besteht mehr oder minder aus Genreversatzstücken, was aber durchaus zu verschmerzen ist. Mörderische Bauchrednerpuppen sind eben eine Sache für sich, doch wer sich hier nicht lachend abwendet, kann durchaus Spaß mit dem Film haben. Für mich hat er über weite Strecken ausgezeichnet funktioniert, doch hätte man – wie so oft – wahrlich mehr Zeit für die Figurenzeichnung aufwenden müssen.

Schauspielerisch geht der Film in Ordnung. So gibt es in der Hauptrolle Ryan Kwanten (Jason Stackhouse, „True Blood“) zu sehen, der einmal mehr den etwas naiven Helden geben darf. Erstaunlich gut hat mir der ansonsten stets recht blasse Donnie Wahlberg als Comic Relief gefallen. Er sollte mehr in diese Richtung gehen.

Auch die Inszenierung würde eigentlich keinen Grund zur Klage geben, hätte man es hierbei nicht verpasst dem Zuschauer etwas Intelligenz zuzutrauen. Der an sich recht brauchbare Twist hat sich förmlich aufgedrängt. Warum nur so auffällig? Hallo! „The Sixth Sense“ liegt 10 Jahre zurück. Da darf man den Zuschauer nicht mehr für dumm verkaufen. Wirklich schade, denn da hätte etwas draus werden können.

Für Genrefreunde bietet „Dead Silence“ teils wunderbar altmodischen, teils aber auch ziemlich dämlichen Grusel. Es sind starke Ansätze vorhanden, welche aber leider nicht konsequent genutzt wurden. Ein netter Film für einen ungemütlichen Herbstabend. Man sollte nur nicht zu viel erwarten: 6/10 Punkte.

Der Mann, der niemals lebte – OT: Body of Lies

Nach einem anstrengenden Tag, habe ich ich mich heute mit der Blu-ray von Ridley Scotts „Der Mann, der niemals lebte“ belohnt. So zumindest der ursprünglich gefasste Plan. Letztendlich konnte mich der Film jedoch nicht ausreichend begeistern.

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Für mich zählt Ridley Scott zu den wirklich großen Regisseuren. Keine Frage. Ob „Alien“ oder „Blade Runner“, „Gladiator“ oder „Königreich der Himmel“. Große Filme eines Kinovisionärs. Bilder, die ich wohl nie vergessen werde. Ganz einfach großes Kino. Sein 2008er Actionthriller „Body of Lies“ hat mich im Kino dagegen völlig kalt gelassen. Kein Interesse für einen weiteren Post-9/11-Film. Doch dank des günstigen Preises, hat der Film nun doch seinen Weg ins heimische Heimkino gefunden. Wohl nicht das beste Argument für eine Sichtung.

Zum Film selbst: Er ist toll inszeniert, gut gespielt und stellenweise wirklich atmosphärisch. Leider jedoch gelingt es der Geschichte – außer in Einzelszenen – überhaupt nicht mitzureißen. Die Figuren bleiben viel zu blass und der Kern des Konflikts wird nur leicht angekratzt. Dafür wird von einer Ecke der Welt in die nächste gesprungen, ohne jedoch wirklich nachvollziehbare Gründe dafür zu liefern. Showeffekte einer sprunghaften Handlung. Nett anzusehen, aber ohne jede Nachhaltigkeit.

Hat mich der Film unterhalten? Gewiss. Wird er mir länger im Gedächtnis bleiben? Mit Sicherheit nicht. Ridley Scott hat mit „Body of Lies“ einen relativ seichten Actionthriller abgeliefert, der an seinem eigenen Anspruch scheitert. Dann lieber noch einmal Stephen Gaghans „Syriana“ anschauen und mehr als nur eine x-beliebige Spionagegeschichte sehen. Leider nicht viel besser als erwartet: 6/10 Punkte.

10.000 B.C. – OT: 10,000 B.C.

Nachdem die DVD von Roland Emmerichs „10.000 B.C.“ bereits seit über einem halben Jahr ungesehen im Regal stand, ist mir der Film gestern spontan wieder eingefallen. Nach unzähligen vernichtenden Kritiken hatte ich nie wirklich Lust auf eine Sichtung, obwohl sich die Thematik für mich eigentlich vielversprechend anhörte. Somit konnte ich nun ohne jegliche Erwartungen an den Film herangehen.

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Um es kurz zu machen: Der Film hat mich gut unterhalten. Kein Meilenstein in irgendeiner Form, doch weit von einem Desaster entfernt. Die Geschichte – soweit vorhanden – deckt sich ziemlich genau mit Mel Gibsons genreverwandtem „Apocalypto“, welcher jedoch in jeder Hinsicht gelungener ist. Eine höhere Zivilisation entführt Mitglieder eines einfachen Stammes, woraufhin ein Rettungstrupp loszieht und in ein fremdes Reich voller Gefahren eindringt. Noch etwas Mystik und eine Liebesgeschichte. Fertig ist die episch angehauchte Fantasysaga.

Die meisten Kritiker kreiden dem Film historische Ungenauigkeiten an. Unpassende Flora und Fauna. Unpassende Sprache. Unpassende Kleidung und unpassende Fähigkeiten. Da muss man sich doch tatsächlich fragen, ob sie auch den mangelnden Realismus – sprich unpassende Geisterpiraten – in den „Fluch der Karibik“-Filmen beanstandet haben. Um Freude daran zu finden muss man „10.000 B.C.“ natürlich als das sehen, was es ist: Ein simples Fantasyabenteuer, welches mit der Idee einer verlorenen Zivilisation spielt. Nicht mehr und nicht weniger.

Besonders gut gefallen haben mir der Epilog und die anschließende Reise. Inhaltlich eher mau, doch gespickt mit tollen Landschaftsaufnahmen und unterhaltsamen Actionsequenzen. Die anschließende Zusammenkunft der verschiedenen Stämme sowie das Schmieden des ach so innovativen Plans zur Befreiung der Sklaven fand ich dagegen eher etwas zäh. Umso beeindruckter war ich jedoch von dem detailverliebten Modell der Pyramidenstadt. Wirklick ein audiovisueller Hochgenuss.

Für mich passt „10.000 B.C.“ astrein in Emmerichs Gesamtwerk. Hirnlose Unterhaltung mit übertriebener und wuchtiger Optik. Nicht wirklich schlechter als „Independance Day“, „Transformers“ oder andere Effektblockbuster. Wer intellektuell forderndes Kino sehen möchte, ist hier natürlich an der falschen Adresse. Überraschend unterhaltsam: 6/10 Punkte.

Flightplan: Ohne jede Spur (2005)

Nachdem mir der Film von einem Arbeitskollegen bereits seit Wochen ans Herz gelegt wird, habe ich die gestrige TV-Ausstrahlung genutzt, um mir Robert Schwentkes Thriller „Flightplan – Ohne jede Spur“ anzusehen. Bereits bei der Kinoverwertung fand ich die Thematik interessant, wurde jedoch von eher verhaltenen Kritiken von einer Sichtung abgehalten.

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Der Film beginnt emotional mitreißend. Die fast schon erhaben wirkenden Einstellungen reflektieren die seelischen Qualen Kyle Pratts (Jodie Foster) auf äußerst atmosphärische Art und Weise. Düster, kalt und unnahbar. Wie nahezu die gesamten ersten zwei Filmdrittel. Bis zum großen Wendepunkt in der Geschichte ist Robert Schwentkes Hollywood-Debüt ein mitreißender Psychothriller. Zwar nicht immer perfekt, doch zumindest spannend inszeniert und mysteriös erzählt. Ich war zudem mehr als nur einmal bereit das bereits Gesehene in Frage zu stellen und somit die Position eines weiteren unbeteiligten Passagiers einzunehmen. Mit dieser Möglichkeit hätte man noch mehr spielen müssen.

Ab dem Wendepunkt in der Handlung verkommt der Film leider zum völlig belanglosen 08/15-Thriller. Da gibt es Action, Verfolgungsjagden und Explosionen. Ansich nicht schlimm, doch leider wird die gesamte Geschichte (auch rückwirkend) in solch ein unwahrscheinliches Handlungskonstrukt gepresst, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Von dieser qualitativen Zweiteilung her gesehen erinnert der Film an Wes Cravens Flugzeugthriller „Red Eye“, der ein ähnlich ernüchterndes Finale bot.

Insgesamt ist „Flightplan“ ein netter Thrillersnack für Zwischendurch. Besonders die erste Filmhälfte bietet äußerst spannende Unterhaltung. Wenn das misslungene Finale nicht wäre, könnte man durchaus von einem Pflichtfilm für Freunde von Flugzeugthrillern reden. So jedoch schrammt der Film nur knapp an der Mittelmäßigkeit vorbei: 6/10 Punkte.