10.000 B.C. – OT: 10,000 B.C.

Nachdem die DVD von Roland Emmerichs „10.000 B.C.“ bereits seit über einem halben Jahr ungesehen im Regal stand, ist mir der Film gestern spontan wieder eingefallen. Nach unzähligen vernichtenden Kritiken hatte ich nie wirklich Lust auf eine Sichtung, obwohl sich die Thematik für mich eigentlich vielversprechend anhörte. Somit konnte ich nun ohne jegliche Erwartungen an den Film herangehen.

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Um es kurz zu machen: Der Film hat mich gut unterhalten. Kein Meilenstein in irgendeiner Form, doch weit von einem Desaster entfernt. Die Geschichte – soweit vorhanden – deckt sich ziemlich genau mit Mel Gibsons genreverwandtem „Apocalypto“, welcher jedoch in jeder Hinsicht gelungener ist. Eine höhere Zivilisation entführt Mitglieder eines einfachen Stammes, woraufhin ein Rettungstrupp loszieht und in ein fremdes Reich voller Gefahren eindringt. Noch etwas Mystik und eine Liebesgeschichte. Fertig ist die episch angehauchte Fantasysaga.

Die meisten Kritiker kreiden dem Film historische Ungenauigkeiten an. Unpassende Flora und Fauna. Unpassende Sprache. Unpassende Kleidung und unpassende Fähigkeiten. Da muss man sich doch tatsächlich fragen, ob sie auch den mangelnden Realismus – sprich unpassende Geisterpiraten – in den „Fluch der Karibik“-Filmen beanstandet haben. Um Freude daran zu finden muss man „10.000 B.C.“ natürlich als das sehen, was es ist: Ein simples Fantasyabenteuer, welches mit der Idee einer verlorenen Zivilisation spielt. Nicht mehr und nicht weniger.

Besonders gut gefallen haben mir der Epilog und die anschließende Reise. Inhaltlich eher mau, doch gespickt mit tollen Landschaftsaufnahmen und unterhaltsamen Actionsequenzen. Die anschließende Zusammenkunft der verschiedenen Stämme sowie das Schmieden des ach so innovativen Plans zur Befreiung der Sklaven fand ich dagegen eher etwas zäh. Umso beeindruckter war ich jedoch von dem detailverliebten Modell der Pyramidenstadt. Wirklick ein audiovisueller Hochgenuss.

Für mich passt „10.000 B.C.“ astrein in Emmerichs Gesamtwerk. Hirnlose Unterhaltung mit übertriebener und wuchtiger Optik. Nicht wirklich schlechter als „Independance Day“, „Transformers“ oder andere Effektblockbuster. Wer intellektuell forderndes Kino sehen möchte, ist hier natürlich an der falschen Adresse. Überraschend unterhaltsam: 6/10 Punkte.

Flightplan: Ohne jede Spur (2005)

Nachdem mir der Film von einem Arbeitskollegen bereits seit Wochen ans Herz gelegt wird, habe ich die gestrige TV-Ausstrahlung genutzt, um mir Robert Schwentkes Thriller „Flightplan – Ohne jede Spur“ anzusehen. Bereits bei der Kinoverwertung fand ich die Thematik interessant, wurde jedoch von eher verhaltenen Kritiken von einer Sichtung abgehalten.

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Der Film beginnt emotional mitreißend. Die fast schon erhaben wirkenden Einstellungen reflektieren die seelischen Qualen Kyle Pratts (Jodie Foster) auf äußerst atmosphärische Art und Weise. Düster, kalt und unnahbar. Wie nahezu die gesamten ersten zwei Filmdrittel. Bis zum großen Wendepunkt in der Geschichte ist Robert Schwentkes Hollywood-Debüt ein mitreißender Psychothriller. Zwar nicht immer perfekt, doch zumindest spannend inszeniert und mysteriös erzählt. Ich war zudem mehr als nur einmal bereit das bereits Gesehene in Frage zu stellen und somit die Position eines weiteren unbeteiligten Passagiers einzunehmen. Mit dieser Möglichkeit hätte man noch mehr spielen müssen.

Ab dem Wendepunkt in der Handlung verkommt der Film leider zum völlig belanglosen 08/15-Thriller. Da gibt es Action, Verfolgungsjagden und Explosionen. Ansich nicht schlimm, doch leider wird die gesamte Geschichte (auch rückwirkend) in solch ein unwahrscheinliches Handlungskonstrukt gepresst, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Von dieser qualitativen Zweiteilung her gesehen erinnert der Film an Wes Cravens Flugzeugthriller „Red Eye“, der ein ähnlich ernüchterndes Finale bot.

Insgesamt ist „Flightplan“ ein netter Thrillersnack für Zwischendurch. Besonders die erste Filmhälfte bietet äußerst spannende Unterhaltung. Wenn das misslungene Finale nicht wäre, könnte man durchaus von einem Pflichtfilm für Freunde von Flugzeugthrillern reden. So jedoch schrammt der Film nur knapp an der Mittelmäßigkeit vorbei: 6/10 Punkte.

Eragon (WS1)

Nachdem ich nun dank Hörbuch die gesamte Geschichte kenne, habe ich mir gestern noch einmal die Verfilmung von Christopher Paolinis „Eragon“ angesehen. Wirklich neue Erkenntnisse hatte ich mir nicht erhofft, dennoch war es interessant zu sehen, wie sich meine Wahrnehmung des Films gewandelt hat.

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Durch die Kenntnis der Vorlage habe ich mich – im Gegensatz zur ersten Sichtung – sofort in Alagaesia zurechtgefunden. Orte, Figuren und Zusammenhänge, welche im Film nur angerissen werden, besitzen für mich nun eine Bedeutung, was auch der Adaption zugute kommt. Umso stärker fallen demzufolge auch die Kürzungen ins Gewicht. Besonders das Training von Eragon und Saphira, ihre wachsende Vertrautheit und die epische Reise verkommen zu reinen Bruchstücken. Da hätte man dem Film ruhig eine halbe Stunde mehr gönnen dürfen.

Die Schauspieler (besonders Ted Speleers als Eragon) haben mich dieses Mal nicht mehr so sehr gestört. Sicher immer noch weit von einer Idealbesetzung entfernt, doch irgendwie hatte auch der Eragon der Vorlage diesen Hang zum naiven Heldentum. Dafür konnten mich die Szenen mit Saphira nicht mehr allzu sehr begeistern, da sie ihrem Romanpendant weit hinterherhinken und zu sehr auf effekthascherische Actionszenen gesetzt wird.

Richtig schlimm fand ich dieses Mal den finalen Endkampf. Warum man das Budget für den schwachsinnigen Schattendrachen nicht in die vollständige Reise zu den Varden gesteckt hat, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Man muss doch als Filmproduzent annehmen, dass Fans der Vorlage solch ein elementarer Inhalt wichtiger ist, als vorlagenfremde VFX-Schlachten. Ansonsten bin ich mit der Umsetzung immer noch recht zufrieden. Hätte zumindest schlimmer kommen können, zumal die Vorlage auch weit davon entfernt ist perfekt zu sein.

Ein netter Fantasyfilm, aus dem man bestimmt mehr hätte machen können. Nun bleibt er nur ein weiterer unter viel zu lieblos heruntergekurbelten und deshalb erfolglosen Romanverfilmungen. Ich hätte mir die weiteren Teile dennoch gerne angesehen: 6/10 Punkte.

Illuminati – OT: Angels & Demons (2009)

Als ich die Vorlage zu Ron Howards „Illuminati“ las, sprach noch niemand von Dan Brown. Das Buch war einfach ein weiteres unter dutzenden von Spannungsromanen. Umso größer war deshalb vermutlich die mitreißende Sogwirkung, die von der unerwarteten Vermengung aus religiös angehauchtem Verschwörungsthriller und High-Tech-Schnitzeljagd ausging. Beste Unterhaltung, die ich an einem einzigen langen Tag verschlungen hatte.

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Der Nachfolgeroman schwamm schließlich auf den Wellen des Hypes, welche auch den Vorgänger wieder an die Oberfläche spühlten. Die Verfilmung von „Sakrileg“ bzw. „The Da Vinci Code“ war für mich eine riesengroße Enttäuschung. Tom Hanks als Robert Langdon? Unfassbar. Zudem ließ Ron Howards Inszenierung jegliches Timing vermissen. Es wurde versucht den Roman 1:1 auf die Leinwand zu bringen, was in einem zähen und dennoch unvollständigen Stück Zelluloid endete. Dennoch wollte ich mir „Illuminati“ im Kino nicht entgehen lassen, zumal ich die Vorlage um ein ganzes Stück stärker fand und auf die Visualisierung von bestimmten Szenen gespannt war.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: „Illuminati“ ist stärker als sein filmischer Vorgänger. Nicht viel, aber immerhin. Tom Hanks hat zudem eine bessere Frisur bekommen. Die Schnitzeljagd wird temporeich inszeniert und für das Auge wird so einiges geboten. Besonders wenn man bedenkt, dass dem Filmteam ein Zugang zu Vatikanstadt verweigert wurde. Beachtlich. Dennoch beschleicht mich erneut das Gefühl, dass sich der Film viel zu ernst nimmt und mehr sein will, als er eigentlich ist. Das Buch war ein herrlich übertriebener Reißer (man denke allein an die Flugeinlagen Langdons), was in der Verfilmung nicht mehr allzu oft rüberkommt. Schade, aber immerhin unterhaltsam.

Was dem Film beinahe den Todesstoß versetzt ist jedoch die deutsche Synchronisation. Warum um alles in der Welt hat man trotz Erkrankung auf Arne Elsholtz zurückgegriffen? Tom Hanks bzw. Robert Langdon hört sich den gesamten Film über an wie Biene Majas Willi. Dabei hätte man mit Joachim Tennstedt doch eine passable Alternative zur Hand gehabt. Somit verkommt „Illuminati“ über große Strecken zur unfreiwilligen Komödie und ich kann jeden Kinobesucher nur vor der deutschen Fassung warnen. Lieber auf die DVD warten oder ein Fremdsprachenkino besuchen. Es lohnt sich!

Insgesamt bietet „Illuminati“ gute Kinounterhaltung, wenngleich man keine Wunder erwarten sollte. Man hätte mehr daraus machen können, doch so ist das wohl immer mit Adaptionen. Einen dicken Punkt Abzug gibt es jedoch für die Synchronfassung. Darüber kann man einfach nicht hinwegsehen. Wie heißt es so schön? Kann man sehen, muss man aber nicht: 6/10 Punkte.

Superbad (2007)

Gestern habe ich mit Greg Motollas „Superbad“ einmal wieder einen Film gesehen, der schon seit der Kinoauswertung auf meiner Liste steht. Die Erwartungen waren – auch dank diverser euphorischer Kritiken – entsprechend hoch und ich hoffte tatsächlich auf eine Ausnahmekomödie. Doch wir wissen ja alle, wie das so ist mit der Erwartungshaltung…

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Bei den Opening Titles war ich noch fest davon überzeugt etwas Großes zu sehen. Wirklich schön gemacht mit einer tollen Musikauswahl, was man so für den gesamten Film stehen lassen kann. Doch schon bald wurde der Audiokanal völlig von pubertären Ergüssen (mit exakt dieser Art von Wortspielen) beherrscht. Sicher ist „Superbad“ eine Teeniekomödie und vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt für den Scheiß, doch man kann es auch übertreiben. Nach ca. einer halben Stunde nimmt die Handlung dann endlich Fahrt auf und es kommt tatsächlich zu ersten Schmunzlern. Die erhofften großen Lacher ließen sich aber noch lange nicht blicken.

Was nun folgt ist eine Reise durch die Nacht. Unzählige Male erzählt. Immer wieder sehenswert. Der auslösende Alkoholkauf sprengt das Heldentrio, was anfangs für Unterhaltung sorgt, letztendlich jedoch eher einen zerfahrenen Eindruck hinterlässt. Dem Film mangelt es hier deutlich an gezielt gesetzten Höhepunkten, was der Dramaturgie schadet. So bleibt letztendlich eine Aneinanderreihung an gleich gewichteten Gags, von denen gerade einmal die Hälfte zündet. In meinen Augen zu wenig, um zu überzeugen.

Im letzten Drittel nimmt der Film dann noch einmal Fahrt auf, was auch den Charakteren zugute kommt. Der bis hier durchgeschleppte Konflikt bricht endlich auf und sorgt für das nötige Quentchen Drama, um die damit verbundene Komik endlich komisch werden zu lassen. Warum man nicht schon im Vorfeld mehr Zeit in die – an sich wirklich gelungene – Charakterisierung der Beziehungsebene der Figuren untereinander gesteckt hat, ist mir wirklich ein Rätsel. Vielleicht liegt das auch daran, dass der erste Drehbuchentwurf tatsächlich von Seth Rogen und Evan Goldberg im Teenageralter verfasst wurde.

Neben der wirklich gelungenen letzten halben Stunde und der schönen Inszenierung, überzeugen vor allem die Darsteller. Besonders Michael Cera („Arrested Development“) ist bei mir immer wieder gerne gesehen. Vielleicht auch weil er die Figur mit dem deutlich größten Identifikationspotential spielt. Doch auch Jonah Hill und Christopher Mintz-Plasse beweisen komödiantisches Talent, wobei man meiner Meinung nach deutlich mehr aus ihren Figuren hätte machen können.

Letztendlich ist „Superbad“ kein schlechter Film, doch eben auch kein wirklich guter. Vielleicht ist das eine Altersfrage. Inzwischen sind selbst seit „American Pie“ schon 10 Jahre ins Land gezogen und da sollte man doch eine gewisse Entwicklung erwarten, die sich bei Motollas Film jedoch erst in den letzten Minuten vollzieht. Ein weitaus gelungenerer Film mit ähnlicher Thematik ist Richard Linklaters „Dazed and Confused“, das nur als Tipp für all diejenigen, die „Superbad“ für die Offenbarung des Teenagerfilms halten. Leider viel zu viel verschenktes Potential: 6/10 Punkte.

Monsters vs. Aliens 3D

Gestern war ich seit langer Zeit einmal wieder in einem Kinofilm, der mich nicht wirklich interessiert hat. DreamWorks Animations „Monsters vs. Aliens 3D“ sah zwar in den Trailern recht unterhaltsam aus, doch weit davon entfernt einen der seltenen Kinobesuche zu rechtfertigen. Doch der Film läuft schließlich in 3D und da ich bisher jeden der neueren 3D-Filme (z.B. „Die Legende von Beowulf“) verpasst  hatte, gab ich schließlich den Monstern eine Chance.

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Nach dem Kinobesuch kann ich sagen: Ja, netter Film. So ziemlich wie erwartet. Ein paar nette 50er Jahre Sci-Fi-Reminiszenzen (z.B. „Die Fliege“ und „Der Blob“) und viel Action. Leider jedoch hat man die recht erwachsenen Anspielungen (Musik aus „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“) den meist zu kindgerechten Gags untergeordnet. Wäre ansich nicht so schlimm, denn schließlich darf man die Zielgruppe nicht vergessen. Wirklich schade fand ich dagegen die recht lineare und vorhersehbare Geschichte und die einfach gezeichneten Charaktere. Eben nicht Pixar. Für Animationsfreunde dennoch durchaus sehenswert.

Nun noch ein paar Worte zur 3D-Technik: Man merkt hier tatsächlich eine gewisse Verfeinerung in der Wirkung, wenn man den Film mit älteren 3D-Filmen vergleicht. Zwar immer noch anstrengend für die Augen, doch man gewöhnt sich schneller daran. Die Tiefenwirkung erschien mir besser und das Erlebnis ist in vielen Einstellungen gigantisch. Jedoch denke ich, dass man 3D – sollte man hier von der nächsten großen technischen Innovation im Kino ausgehen – auch mehr in den bildgestalterischen Prozess einbeziehen sollte, sprich Aufnahmen dediziert für 3D komponieren. Damit meine ich nicht die recht billig wirkenden Popup-Effekte, sondern den Bildern Tiefe geben. Auf zu schnelle Schnitte verzichten. Eben angemessene Bildkompositionen. Schließlich werden Bilder für das Normalformat (1,37:1) und Cinemascope (2,35:1) auch anders gestaltet. Ich hoffe hier sehr auf die Verantwortung der führenden Filmemacher, die diese Technik einsetzen (u.a. James Cameron). Bei manchen Einstellungen bzw. Kamerafahrten fand ich den 3D-Effekt eher störend und die eigentliche Geschichte verdrängend, bei anderen (z.B. Pärchen im Auto) grandios. Da gibt es noch einiges zu tun.

Als Resümee kann ich sagen, dass „Monsters vs. Aliens 3D“ besonders für Genrefreunde durchaus sehenswert ist. Lacher sind garantiert! Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Zudem bietet der Film eine gute Gelegenheit sich das Phänomen des neuen 3D-Films einmal anzusehen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich das Kino dadurch verändern wird. Als reine Filmwertung vergebe ich 6/10 Punkte. Mag sich in der Originalversion (u.a. Seth Rogen, Hugh Laurie, Kiefer Sutherland, Rainn Wilson, Stephen Colbert und Paul Rudd) noch steigern.

Terminator 3: Rebellion der Maschinen – OT: Terminator 3: Rise of the Machines (2003)

Sturmfrei. Ausgelaugt von der Arbeit. Zeit für einen anspruchslosen Actionfilm, bei dem man das Gehirn getrost auf Sparflamme laufen lassen kann. Zeit für „Terminator 3: Rebellion der Maschinen“ und den damit bislang jüngsten Teil dieser Filmreihe.

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Viel zu sagen gibt es zu Jonathan Mostows („Breakdown“) Werk leider nicht. Eine typische, nachgeschobene Fortsetzung, die sich nicht so recht in das Franchise eingliedern will. Doch wie könnte sie auch? James Camerons Vorgänger wiegen einfach zu stark. Mit „Der Terminator“ hatte er ein düsteres Low-Budget-Meisterwerk mit epischer Tiefe geschaffen und es mit „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ selbst nach allen Regeln der Kunst ins Mainstream-Kino transferiert. Dabei wurde jedes Überraschungsmoment genutzt, das die Geschichte hergibt. Nicht nur höher, schneller und weiter. Eine konsequente und absolut stimmige Fortsetzung.

Was bleibt also noch für den zweiten Aufguss nach über 10 Jahren? Leider nur noch höher, schneller und weiter. Die Actionszenen sind wirklich beeindruckend. Zwar nicht sonderlich inspiriert, doch immerhin kracht es an allen Ecken und Enden. Wenn die beiden Terminatoren aufeinander treffen bleibt wahrlich kein Auge trocken. Unterhaltsam ist der Film ohne jeden Zweifel. Es gibt auch einige nette selbstironische Momente von Herrn Schwarzenegger zu bewundern. Weder er, noch sein Terminator sind eben die jüngsten Modelle. Auch Kristanna Loken hat als Terminatrix so ihren Charme, wenngleich sie einer Summer Glau („Terminator: The Sarah Connor Chronicles“) nicht auch nur annähernd das Wasser reichen kann.

Die Geschichte selbst ist leider eher mau und kann erst gegen Ende Punkte gut machen. Vermutlich liegt das größtenteils an der absolut schwachen Figurenzeichnung. Auch wenn ich Nick Stahl seit der grandiosen TV-Serie „Carnivàle“ sehr gerne sehe, so bleibt er als John Connor doch eher blass. Da hat Claire Danes eine weitaus größere Leinwandpräsenz, wenngleich ihre Rolle großartige Leistungen verhindert. Somit kann keine wirkliche Bindung zu den Figuren entstehen, wodurch der Film seltsam distanziert wirkt.

Das alles liest sich nun viel schlechter, als ich den Film eigentlich aufgenommen habe. Vermutlich bin ich immer noch enttäuscht. Doch wie gesagt: Nach diesen Vorgängern war die Erwartungshaltung natürlich enorm. Somit ist „Terminator 3: Rebellion der Maschinen“ kein schlechter Film. Nur eben auch kein sonderlich guter. Für Freunde der Reihe immerhin überdurchschnittlich gute Unterhaltung: 6/10 Punkte.

Turistas

Manchmal muss es gar nicht das große Kino sein, um sich perfekt unterhalten zu lassen. John Stockwells „Turistas“ hatte nach Erscheinen unglaublich schlechte Kritiken eingefahren. Er schien nur ein weiterer Vertreter des zurzeit leider viel zu beliebten Folterfilms zu sein. Dennoch hat er mich von Anfang an gereizt und siehe da: Manchmal sollte man einfach auf sein Bauchgefühl hören, denn manche Filme sind weit besser als ihr Ruf.

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Hat John Stockwell bereits in „Blue Crush“ und „Into the Blue“ seine Vorliebe für lichtdurchflutete Urlaubsszenarien unter Beweis gestellt, so bricht auch „Turistas“ nicht aus diesem Schema aus. Die erste halbe Stunde lernt man die Postkartenidylle Brasiliens kennen. Weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, lockere Leute und Alkohol im Überfluss. Doch das Paradies bröckelt von Beginn an, startet die Odyssee unserer Backpacker doch mit einem fulminanten Busunfall. Die zweite halbe Stunde lebt vor allem vom düsteren Foreshadowing und in der letzten offenbart sich schließlich das wahre Grauen, das den Figuren – im wahrsten Sinne des Wortes – an die Nieren geht.

Der gesamte Film ist extrem schön fotografiert und packend inszeniert. Ein netter kleiner Horrorthriller, der jedoch mehr im Bereich Thriller als Horror anzusiedeln ist. Dabei halten sich die gefürchteten Folterszenen glücklicherweise in Grenzen und werden zudem geschickt und effizient in die Handlung eingebunden. Etwas mehr Probleme bereitet da schon die Thematik des Films: Böse Brasilianer vergehen sich an guten Amerikanern und Europäern. Es ist insofern durchaus nachvollziehbar, dass der Film einiges an Diskussionsstoff lieferte. Dennoch wird die ganze Sache weit nicht so platt dargestellt, wie ich befürchtet hatte. Man könnte hier durchaus auch Kritik am leichtsinnigen und naiven Backpacker-Tourismus sehen und wenn die Motivation des Arztes mit etwas mehr Feingefühl erklärt worden wäre, dann hätte man durchaus noch eine Spur Globalisierungskritik wahrnehmen können.

Glücklicherweise funktioniert „Turistas“ auch ohne erzwungenen Subtext sehr gut. Sicherlich sind manche Handlungen der Figuren mehr als nur leichtsinnig und die Bösewichte kommen über Klischees nicht weit hinaus. Dennoch war ich überrascht, wie verhältnismäßig gut die Hauptfiguren gezeichnet waren. Insgesamt bietet der Film wirklich gute – wenn auch nur seichte – Unterhaltung für den kleinen Thrillerhunger zwischendurch. Schon allein aufgrund der tollen Bilder sehenswert: 6/10 Punkte.

Wanted (2008)

Kaum ist das neue Jahr gestartet, habe ich mich wieder einmal zu einem Blindkauf hinreißen lassen. Dabei hat mich Timur Bekmambetovs „Wanted“ bei der Kinoauswertung nicht sonderlich interessiert. Hätte mir das eine Warnung sein sollen?

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In den letzten Jahren ist ein neues Subgenre des Actionfilms entstanden. Der abgedrehte Comicactioner. Filme wie „Crank“ oder „Shoot ‚Em Up“ machten keinen Hehl mehr daraus Actionszenen nur zum Selbstzweck zu zelebrieren. Die Geschichte war dabei stets nur nebensächlich. Angereichert mit zynischem Humor und coolen Hauptfiguren und fertig war der Actionkracher. Die geringen Laufzeiten von weit unter 90 Minuten ließen zudem keine Langeweile aufkommen.

Die Comicverfilmung „Wanted“ schickt sich nun an, die übertriebene Action auf den Höhepunkt zu treiben – und das gelingt ihr auch. Zeitlupenmontagen und berstende Schädel. Ein Ballett in blutroter Ästhetik. Wahrlich famos und auf bizarre Weise wunderschön anzusehen. Leider jedoch hat der Film nicht nur sinnbefreite Actionchoreographien zu bieten. Es ist die Handlung, die dem Machwerk zum Verhängnis wird.

Eine Bruderschaft von Killern. Der Webstuhl des Schicksals. Viel Gerede um Bestimmung und Vorhersehung. Morgan Freeman in seiner typischen Rolle. Der mysteriöse Laberer. Was ist nur aus ihm geworden? Angelina Jolie hat ihren Zenit als Sexsymbol auch schon längst überschritten. Die pseudoerotische Coolness wirkt über weite Strecken nur aufgesetzt. Alleine der sympathische James McAvoy (Mr. Tumnus, „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“) weiß zu überzeugen.

„Wanted“ hätte wirklich ein großer Actionspaß werden können. Eine halbe Stunde kürzer, weniger Gerede und mehr Mut sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Letztendlich bleibt nur ein moralisch zweifelhafter Mysteryactioner, der durchaus unterhaltsam ist, jedoch einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Nett anzusehen, aber eben nicht mehr: 6/10 Punkte.

The Good German

Bei manchen Filmen weiß man nicht so genau, was man erwarten kann. So hätte Steven Soderberghs „The Good German“ ein voller Erfolg oder ein kompletter Reinfall werden können – die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

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Zunächst einmal muss man natürlich auf den audiovisuellen Stil eingehen, prägt dieser den Film doch maßgeblich. Soderbergh hat es geschafft einen Film zu drehen, der aussieht als würde er direkt aus den 1940er Jahren stammen. Würden nicht aktuelle Schauspieler – wie George Clooney oder Cate Blanchett – die Straßen des zerstörten Berlin durchstreifen, könnte man tatsächlich meinen einen Film aus längst vergangenen Tagen zu sehen. Inklusive unruhigem Bildstand und herrlich altmodischem Score.

So beeindruckend und atmosphärisch die audiovisuelle Komponente auch ist, so enttäuschend ist leider die Handlung. Zu undramatisch um als Drama durchzugehen, zu wenig Spannung um als Thriller zu funktionieren. Weder Fisch noch Fleisch. Über weite Strecken plätschert die Geschichte vor sich hin, ohne auch nur annähernd mitzureißen. Ansätze sind zwar durchaus vorhanden, doch letztendlich versagt das Drehbuch über weite Strecken. Wirklich schade.

Vielleicht hätte Soderbergh versuchen sollen eine originellere Geschichte zu erzählen. Die Inszenierung geht für mich völlig in Ordnung, doch inhaltlich hätte es einfach mehr benötigt als die Vorbilder zu kopieren – besonders wenn so penetrant „Casablanca“ gerufen wird, wie in den letzten Szenen. Letztendlich bleibt ein formal gelungener Film mit einem fantastischen Score und einer leider ziemlich langweiligen Geschichte: 6/10 Punkte.