Can a Song Save Your Life? – OT: Begin Again (2013)

Die letzte Urlaubswoche nähert sich erschreckend schnell ihrem Ende – und bisher hatte ich es nicht geschafft auch nur einen der noch geplanten Filme zu sehen. Heute jedoch gab es mit „Can a Song Save Your Life?“ tatsächlich großes Kino zu sehen, was zu Beginn nicht wirklich absehbar war. Umso glücklicher bin ich, diesem kleinen und doch großen Werk eine Chance gegeben zu haben – und ihr solltet das auch!

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Ich mag Musikfilme und -serien. Sehr sogar. Ebenso die kleinen, wunderbaren Feel-Good-Movies, die häufig unter dem Radar fliegen. Tatsächlich hat mich bei „Begin Again“ die Besetzung am meisten gestört – Keira Knightley und Mark Ruffalo sprechen nicht gerade für eine charmante Indie-Produktion. Dagegen steht die zauberhafte Geschichte sowie mit „Once“ ein Überraschungshit, den Regisseur John Carney zuvor inszenierte. Letztendlich sollten sich meine Sorgen als unbegründet herausstellen und „Can a Song Save Your Life?“ bewegt sich so zielsicher zwischen Indie und Blockbuster, wie auch die Geschichte zwischen Märchen und authentischem New-York-Portrait schwankt. Trotz Ecken und Kanten (und manchmal auch fehlenden Ecken und Kanten) ein absolut fantastisches Erlebnis.

Grundvoraussetzung für eine positiv wahrgenommene Sichtung sollte vermutlich Gefallen an Singer/Songwriter-Musik sein. Auch wenn das Ergebnis in diesem Film immer ein wenig zu glatt und überproduziert klingt, so sind die Wurzeln doch unverkennbar. Erstaunlicherweise wirkt „Begin Again“ gerade aufgrund seiner beiden Hauptdarsteller authentisch. Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass Knightley und Ruffalo so wunderbar harmonieren und ihre Rollen perfekt ausfüllen. Es funktioniert einfach – und das Beste: Der Film kommt ohne aufgesetzte Romanze aus, auch wenn es durchaus unverkennbare Spannungen zwischen Charakteren gibt. Danke dafür.

Neben all der wunderbar echt wirkenden New-York-Atmosphäre, ist der Film ganz klar ein großes Pop-Märchen. Am Ende sind alle glücklich und haben sich zum Positiven hin weiterentwickelt. Ein echtes Feel-Good-Movie eben, der es schafft nicht in Kitsch zu ertrinken. Die Musik ist zudem wirklich gelungen und unterstützt die Atmosphäre des gesamten Films. Einfach schön. Wer das erträgt, der kann mit „Can a Song Save Your Life?“ wunderbare 100 Minuten verbringen. Eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug – Extended Edition (2013) (WS2)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am 26. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Meine weihnachtlichen Filmwochen gehen in die nächste Runde: Auch wenn ich heute nach diversen Vorbereitungen eigentlich viel zu müde gewesen bin, habe ich doch meine inzwischen dritte Sichtung von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ angepackt. Glücklicherweise hat sich mein letztjähriger Eindruck bestätigt und der Film ist in der erweiterten Fassung mit 24 Bildern pro Sekunde deutlich besser als das katastrophale Kinoerlebnis mit HFR vermuten ließ…

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Nachdem mir „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ noch ganz frisch im Gedächtnis ist, komme ich nicht umhin gegenläufige Parallelen in der Struktur festzustellen: Hat Peter Jackson im ersten Teil seiner Trilogie den Aufbruch des unfreiwilligen Helden nahezu perfekt gestaltet, so überzeugt im Nachfolger eher das letzte Drittel. Bilbos erste Begegnung mit Smaug zählt für mich nach wie vor zu den Highlights der Filmreihe und ich könnte dem Spiel zwischen Martin Freeman und Benedict Cumberbatch wahrlich stundenlang zusehen: Die beiden harmonieren auch außerhalb von „Sherlock“ und selbst als Antagonisten gar wunderbar – von den imposanten CGIs einmal ganz zu schweigen. Man merkt hier deutlich, dass diese Szenen Peter Jackson sehr am Herzen lagen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Beorn funktioniert in der erweiterten Fassung erneut richtig gut. Die Abenteuer in Düsterwald und die Flucht aus dem Königreich der Waldelben dagegen mag mich immer noch nicht so wirklich überzeugen – zu actionreich, zu weit weg von der Buchvorlage und zu seicht in der erzählerischen Tiefe. Zwar gibt es auch in diesen Abschnitten immer wieder Szenen, die mir sehr gut gefallen (z.B. Bilbos Blick über das Blätterdach), doch insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre.

Den starken Fokus auf Seestadt kann ich nur teils nachvollziehen – und auch wenn ich Stephen Fry stets sehr gerne sehe, so wirken diese überdrehten Szenen oft eher der Scheibenwelt entsprungen als in Mittelerde verankert. Dennoch mag ich die Atmosphäre und das wunderbare Theme, das Howard Shore für Seestadt geschrieben hat. Die erweiterten Szenen rund um Dol Guldur bringen den Film noch einmal deutlich nach vorne, da viele Zusammenhänge eben erst durch diese klar werden. Speziell die Bedeutung des Einsamen Berges für den Feind erschließt sich erst jetzt, was speziell im Hinblick auf „Die Schlacht der Fünf Heere“ wichtig ist.

Alles in allem hatte ich wieder viel Spaß mit „The Hobbit: The Desolation of Smaug“, doch an den Vorgänger reicht der Film einfach nicht heran. Dafür wurden die verschiedenen Versatzstücke einfach zu beliebig in dem Film untergebracht. Trotz meiner Kritik hat Jackson hiermit einen gelungenen Mittelteil geschaffen, der gekonnt auf das große Finale hinleitet, doch dazu an anderer Stelle mehr: 8/10 Punkte.

The Big Bang Theory – Season 7

Seit dem Abbruch meines Hulu-Streaming-Experiments Ende 2013, muss ich wieder bis zur DVD-Veröffentlichung meiner damals verfolgten Serien warten. Mit der dritten Staffel von „New Girl“ hatte ich bereits den Anfang gemacht und nun konnte ich auch endlich „The Big Bang Theory – Season 7“ nachholen. Obwohl es sich um eine klassische Sitcom handelt, die sehr im Mainstream verankert ist, war die Vorfreude groß. Ob sie auch gerechtfertigt war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Schon nach nur wenigen Episoden war ich wieder voll in der Serie drin – und obwohl die Witze nicht sonderlich innovativ und selbst die popkulturellen Referenzen eher an der Oberfläche bleiben, so fühle ich mich in dieser stilisierten Nerd-Welt doch pudelwohl. In Zeiten, in denen die klassische Sitcom mit Laugh Track weitestgehend ausgestorben ist, ist „The Big Bang Theory“ fast schon ein Unikum. Durch die Art der Inszenierung wirkt die Serie fast schon ein wenig aus der Zeit gefallen und bietet Unterhaltung zum Wohlfühlen für jeden, der sich auch selbstironisch mit populären Nerd-Themen identifizieren kann. Ich mag das.

Auch wenn sich der Fokus der Serie immer öfter auf die Beziehungsebene verlagert, so funktioniert auch dieses veränderte Konzept erstaunlich gut. Sicher bietet die Comedy hier nur wenig Neues und gibt im Prinzip auch nur Beziehungsgeflechte wieder, die „Friends“ schon vor über 20 Jahren etabliert hat. In Kombination mit popkulturellen Ereignissen, wie der Comic-Con San Diego oder dem „Star Wars“ Day ist das Gebotene aber oft wahrlich pointiert geschriebene und mitreißend gespielte Unterhaltung – nicht mehr, aber auch sicher nicht weniger.

Die Pause von gut zwei Jahren hat anscheinend gut getan, denn in ihrem inzwischen siebten Jahr hat mich die Serie rund um Sheldon, Leonard, Penny und Co. abermals wunderbar unterhalten – und das Beste: die kommende Staffel werde ich wohl nun endlich, eine schnelle Internet-Verbindung sei Dank, wieder per Stream verfolgen können. Doch dazu folgt demnächst vermutlich ein eigener Eintrag. Hier kann man aber auf jeden Fall reinschauen – egal ob auf DVD oder per Stream: 9/10 (8.5) Punkte.

Shameless (US) – Season 3

Die Nachwehen des Umzugs haben dafür gesorgt, dass ich für die Sichtung von „Shameless – Season 3“ unglaubliche fünf Wochen benötigt habe. Für so eine starke Serie mit ohnehin nur 12 Episoden eine wirklich lange Zeit. Vielleicht war es aber auch genau die richtige Art und Weise diese Staffel zu verfolgen, denn an Verrücktheit und teils bitteren Momenten übertrifft sie die vorherigen zwei Jahre noch um Längen. Ob dies positiv zu bewerten ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Staffel beginnt – und man befindet sich als Zuschauer plötzlich in einem absurden, aber knallharten Gangsterfilm wieder. Gesät wurde dieser Handlungsstrang rund um Jimmy zwar bereits in der zweiten Staffel, doch dass die Ernte so bestimmend für dieses Jahr werden würde, hätte ich niemals erwartet. Die anderen Handlungsstränge beginnen etwas ruhiger, doch ehe man sich versieht, wird man als Zuschauer mit Situationen konfrontiert, die man selbst in zweiter Reihe nicht über sich ergehen lassen möchte. Einen Höhepunkt bildet in der ersten Hälfte der Staffel wohl Franks unglaublich perfider Plan seinen Sohn Carl glauben zu lassen er hätte Krebs, nur um ein paar schnelle Dollar zu machen.

Weiter geht es mit dem Jugendamt, das die Kinder – nach einem anonymen Tipp durch Frank – in Pflegefamilien unterbringt. Erstaunlicherweise gibt es hier ein glückliches Ende für alle Beteiligten, das jedoch auf der Beziehungsebene zwischen den Charakteren noch für einiges an Zündstoff sorgt. In der zweiten Hälfte der Staffel werden die einzelnen Geschichten immer absurder – und doch schaffen es die Autoren den emotionalen Kern, das Beziehungsgeflecht und die starken Familienbande, aufrecht zu erhalten. Unglaublich! Egal ob dem Begriff Leihmutter eine völlig neue Bedeutung gegeben wird, Frank als Galionsfigur für gleichgeschlechtliche Ehe in Erscheinung tritt oder die Dreiecksbeziehung zwischen Karen, Mandy und Lip völlig eskaliert – kaum eine Geschichte endet so, wie man es erwarten würde. Selbst Frank zeigt Anzeichen von Herz und Mitgefühl. Dennoch ist das Finale unerwartet düster und endgültig – und lässt uns nur in der letzten Montage ein wenig Hoffnung schöpfen.

Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten hätte, so hat „Shameless“ im dritten Jahr noch einmal an Qualität zugelegt. Der Schmerz der Figuren ist oft unwahrscheinlich unmittelbar und greifbar, was jedoch stets durch perfiden Humor gebrochen wird. Dabei ist die Serie nicht zynisch, sondern erlaubt sich einen oft zärtlichen Blick auf ihre Charaktere. Eine ungewohnte Mischung, die in dieser Form wohl einmalig ist. Ich freue mich jetzt schon auf die vierte Staffel: 9/10 (9.3) Punkte.

Hello Ladies – Season 1 & Hello Ladies: The Movie

In den letzten Monaten hatte ich einige Episoden von der „The Ricky Gervais Show“ verschlungen. Somit sind Ricky Gervais und Stephen Merchant neben Karl Pilkington (zusammen auch in „An Idiot Abroad“ zu sehen) wieder auf meinem Radar aufgetaucht. Merchants kurzlebige HBO-Show „Hello Ladies – Season 1“ war auch die letzte neue Serie, die ich in der alten Wohnung mitten in der heißen Umzugsphase angefangen hatte – und es ist die erste, die im neuen Haus mit „Hello Ladies: The Movie“ ihren Abschluss fand. Schade, dass dieser amüsante Besuch in Los Angeles damit schon wieder vorbei ist…

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Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Serie: Auf der einen Seite wirkt sie sehr wertig produziert, bietet tolle Einstellungen und Kamerafahrten – auf der anderen Seite wirkt der Plot eher wie eine Network-Sitcom als eine HBO-Comedy. Speziell die Konstellation mäßig erfolgreiche Schauspielerin lebt im Gästehaus eines nerdigen Web-Designers schien mir einfach zu abgedroschen. Merchants Figur Stuart Pritchard ist zu Beginn auch nicht wirklich greifbar, er ist zu gemein um wirklich liebenswert zu sein und der Fremdschämfaktor ist wirklich extrem hoch.

Nach den ersten 3-4 Episoden hatte mich die Serie gepackt und ich konnte mich auch an den Eigenheiten der Figuren erfreuen. Leider jedoch hat die Serie nur 8 Episoden, wurde jedoch immerhin mit einem 75-minütigen Film abgeschlossen. Durch diese komprimierte Art der Erzählung hatte ich am Ende eher das Gefühl eine etwas ausführlichere RomCom gesehen zu haben (ähnlich wie bei der kurzlebigen Serie „Bent“) als eine seriell erzählte TV-Serie.

Ihr volles Potential entwickelt „Hello Ladies“ leider erst in der zweiten Hälfte der Staffel. Auf diesem Niveau hätte ich mir gerne noch ein paar weitere Episoden angesehen. Der Film ist zwar ein gelungener Abschluss, doch merkt man, dass die Autoren zielgerichtet auf ein Finale zugesteuert sind und nur noch wenige absurde Situationen ihren Weg ins Drehbuch gefunden haben (die Sexszene ist dafür gar wunderbar witzig erzählt).

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß mit der Serie und mir sind die Figuren trotz des Fremdschämens schnell ans Herz gewachsen. Dennoch kann ich verstehen, dass HBO die Serie abgesetzt hat: Sie sitzt zu sehr in der Nische ohne darin wirklich herausragend zu sein. Speziell Fans von Stephen Merchant sollten sich die Show dennoch nicht entgehen lassen. Ich habe den kurzen Trip nach L.A. auf jeden Fall sehr genossen: 8/10 (7.9) Punkte.

New Girl – Season 3

Als Alternativprogramm bzw. für die Abende, wenn die Zeit einmal wieder knapp wird, habe ich über die letzten Wochen „New Girl – Season 3“ gesehen. Eine nette Abwechslung, wenn auch die Diskrepanz zwischen familienkompatibler Unterhaltung und Anarcho-Comedy à la „Shameless“ manchmal schon erschreckend groß war. Vielleicht liegt der Reiz aber auch gerade in der Abwechslung…

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Meine Sichtung der zweiten Staffel von „New Girl“ liegt inzwischen schon über zwei Jahre zurück, somit hat es ein wenig gedauert, bis ich mich wieder in die Handlung eingefunden hatte. Nach ein paar Episoden hat sich aber schon schnell wieder das gewohnte „New Girl“-Gefühl eingestellt, das sich wohl aus albernen Witzen, obskuren Charaktermomenten, ein wenig Drama und einer mehr als gesunden Prise Slapstick zusammensetzt.

„New Girl“ ist harmlos, aber stets sympathisch und eine gute Möglichkeit sich am Ende eines anstrengenden Tages auf andere Gedanken zu bringen. Zurzeit also genau das Richtige für mich. Mit dem größten Handlungsstrang, der Beziehung zwischen Jess und Nick, hatte ich ein wenig das Gefühl die Autoren wollten sich in Richtung „Friends“ bewegen, was den On- und Off-Status der Beziehung angeht. Speziell die Episode „Big News“ hat mich extrem an die beliebte 90er Jahre Sitcom erinnert, was sie – zusammen mit „Prince“ – auch zu meiner Lieblingsepisode der Staffel machte.

In der Mitte der Staffel bewegten sich die Episoden auch manchmal im qualitativen Mittelfeld, was dem positiven Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tat. Dennoch ist die dritte Staffel bisher das schwächste Jahr der Serie. Wer jedoch auf der Suche nach einer wirklich unterhaltsamen Comedy und bisher noch nicht über „New Girl“ gestolpert ist, der sollte auf jeden Fall einmal reinschauen bei Jess und ihrer seltsamen Chaos-WG: 8/10 (7.9) Punkte.

The Purge: Die Säuberung – OT: The Purge (2013)

Ein weiterer Samstag, den ich komplett auf der Baustelle verbracht habe. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann das einmal anders war. Aber es ist absehbar. Trotz spätem Feierabend und heranschleichender Müdigkeit habe ich mit „The Purge: Die Säuberung“ einen Film gesehen, der schon länger auf meiner Liste stand. Ähnlich wie bei „Surrogates“ vor zwei Tagen hat mich speziell die Grundidee gereizt. Ob der Film auch darüber hinaus überzeugen kann, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Auch wenn es der Prämisse an inhärenter Logik mangelt, so fand ich sie doch faszinierend genug, um mich gerne darauf einlassen zu wollen. „The Purge“ kam sowohl bei Kritikern als auch Genrefans nicht besonders gut an, was eigentlich kein gutes Zeichen ist. Dennoch hat mich die Idee so sehr gereizt, dass ich einen Blick gewagt habe – und was soll ich sagen? Mich überzeugt die Grundidee des Films immer noch. Leider jedoch hat Regisseur James DeMonaco das Geschehen als Home-Invasion-Horror verpackt, was zwar durchaus funktioniert, doch die eigentlich faszinierenden Aspekte der Säuberung außer acht lässt.

Mit Ethan Hawke (Jesse, „Before Midnight“) und Lena Headey (Cersei Lannister, „Game of Thrones“) ist „The Purge“ gut besetzt, was jedoch nur zu oft vom etwas konfusen Drehbuch zunichte gemacht wird. Am interessanten ist der Film immer dann, wenn er etwas von der Welt zeigt, Fragen aufwirft und man einen Blick hinter die Kulissen der Purge bekommt. Wenn dann die Bösewichte vor der Tür stehen und höflich um Einlass bitten, hat das auch durchaus noch perfiden Charme, doch kurz darauf wird ein Slasher-Klischee nach dem nächsten bedient und der Film stürzt ins Belanglose ab. Schade drum.

Die eigentliche Botschaft ist simpel (und wird mit dem Holzhammer präsentiert), die Inszenierung stimmungsvoll und das Potential, ja das wird weit nicht ausgeschöpft. Dennoch konnte mich „The Purge“ über 82 Minuten gut unterhalten und mich auch auf den Nachfolger „The Purge: Anarchy“ neugierig machen, der uns mehr von dieser Nacht zeigen soll. Spannende Idee, leidlich überzeugend umgesetzt: 6/10 Punkte.

Knights of Badassdom (2013)

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche mit viel Arbeit, schlaflosen Nächten und einer fiesen Erkältung, war der Freitagabend das erste große Ziel. Zum Abschalten habe ich mich für „Knights of Badassdom“ entschieden, der sich noch ganz frisch in meiner Sammlung befindet. Ob der LARP-Spaß auch nach der Sichtung dort verweilen darf, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Über „Knights of Badassdom“ hat man in den letzten Jahren viel gelesen. Zumindest in den einschlägigen Online-Medien. Der Film liest sich tatsächlich wie der wahr gewordene Traum eines jeden Fantasy-Nerds: eine Rollenspiel-/LARP-Komödie mit Horror-Einflüssen und beliebten Genre-Stars. Neben Peter Dinklage (Tyrion Lannister, „Game of Thrones“) erfreuen Summer Glau (River Tam, „Serenity“), Ryan Kwanton (Jason Stackhouse, „True Blood“), Danny Pudi (Abed, „Community“)  und viele andere bekannte Schauspieler das Herz der Fans. Wirklich ein Fest, aus dem man einen unglaublichen Film hätte zaubern können. Leider jedoch verrennt sich Regisseur Joe Lynch an der einen oder anderen Stelle.

Die erste Hälfte des Films fand ich wirklich sehr unterhaltsam. Zwar ein wenig unbeholfen inszeniert, doch mit dem Herz am richtigen Fleck und ein paar nette Rollenspiel-Klischees aufgreifend. Mit Auftauchen des übernatürlichen Elements beginnt Lynch jedoch ein wenig zu tief in den Bluteimer zu greifen und vernachlässigt Charaktere und Geschichte. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es nicht lustiger gewesen wäre, die LARPer hätten sich nur gegen die Paintballer zur Wehr setzen müssen. Jedoch auch der Kampf gegen die echten Monster besitzt einen gewissen Charme, den man doch viel, viel amüsanter hätte gestalten können.

Letztendlich ist „Knights of Badassdom“ rein objektiv betrachtet kein sonderlich guter Film, zu offensichtlich sind die Schwächen im Drehbuch und der Inszenierung. Dagegen steht ein unglaublich sympathischer Cast, der sichtlich Freude am Spiel hatte, und eine trashig-lockere Atmosphäre, die es schwer macht dem Film böse zu sein. Ich wurde somit auch bestens unterhalten und bin trotz extremer Müdigkeit nicht eingeschlafen. Da muss man auch einmal ein Auge zudrücken können: 6/10 Punkte.

The Moaning of Life – Season 1

Nachdem ich vor ein paar Wochen Karl Pilkington auf seiner mehr oder weniger freiwilligen Reise um die Welt begleitet habe, hatte ich – sehr zur Verwunderung meiner besseren Hälfte – noch nicht genug von ihm. Folglich habe ich mich dem alten Grantler auch bei seiner Suche nach „The Moaning of Life“ angeschlossen, was – inzwischen ohne Mitwirken von Ricky Gervais und Stephen Merchant – doch einen anderen Schwerpunkt setzte…

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Anders als in „An Idiot Abroad“ begibt sich Karl Pilkington hier freiwillig auf Reisen, um eben nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Die einzelnen Episoden behandeln somit Themen wie Ehe, Glück, Kinder, Berufung und Tod – sehr vielfältig also, doch Karl wäre nicht Karl, hätte er nicht seine ganz eigene Perspektive auf diese unsere schöne Welt. Man merkt der gesamten Serie an, dass Karl motivierter und interessierter an der Welt ist. Dies wirkt zu Beginn ein wenig befremdlich, doch den Unterhaltungswert schränkt dies keinesfalls ein, zumal es manchmal auch richtig philosophisch wird – nur eben auf Pilkington-Art.

Mein einziger Kritikpunkt wäre nur die kurze Laufzeit von gerade einmal fünf Episoden à 40 Minuten, was allerdings auch dem Konzept geschuldet ist – und eine zweite Staffel ist schon geplant. Ich freue mich darauf und werde mir die Zeit mit „The Ricky Gervais Show“ vertreiben, bei der Karl Pilkington auch eine größere Rolle spielt und die auch wahrlich wunderbar unterhaltsam ist: 8/10 Punkte.

Brooklyn Nine-Nine – Season 1

Meine letzte Sichtung einer neuen Comedy-Serie liegt inzwischen doch schon ein paar Monate zurück. Umso erfreuter war ich „Brooklyn Nine-Nine – Season 1“ für mich entdeckt zu haben – eine Serie, die mich so häufig zum Lachen brachte, wie es schon lange keine andere mehr geschafft hat. Warum die Cop-Comedy so ausgezeichnet funktioniert, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Zu Beginn war ich ein wenig skeptisch: Eine Cop-Serie als Comedy? Meine letzte Begegnung mit solch einem Genremix war „Inspektor Fowler: Härter als die Polizei erlaubt“ bzw. „The Thin Blue Line“ mit Rowan Atkinson in den 90ern. Wie zu erwarten, lebt auch „Brooklyn Nine-Nine“ eher von seinen Charakteren bzw. seinen Schauspielern als den präsentierten Fällen. Diese sind meist nur der Aufhänger für abstruse Situationen, in die sich unsere Charaktere manövrieren. Eben eine typische Workplace-Comedy, die aufgrund ihres Settings noch eine Spur abgefahrener sein kann als z.B. „The Office“ oder „Parks & Recreation“ (ebenfalls von Mike Schur geschrieben).

Mit Andre Braugher (Owen, „Men of a Certain Age“) hat die Serie einen Schauspieler zu bieten, den ich stets sehr gerne sehe – und dazu noch in einer ungewöhnlichen Rolle als schwuler Polizei-Captain. Mit Terry Crews gibt sogar einer der „The Expendables“ sein Stelldichein, macht hier aber eine deutlich bessere Figur. Hauptdarsteller Andy Samberg ist zudem unglaublich sympathisch, was auch auf die weitere Truppe zutrifft. Eine Ensemble-Comedy, die wahrlich erstaunlich gut funktioniert.

Wie bereits angedeutet, kann man die Handlung der einzelnen Fälle fast vernachlässigen, wenngleich diese auch nicht viel uninteressanter sind als in 08/15-Krimi-Procedurals. Die Serie lebt von ihrem Humor – und dieser ist wahrlich reichlich vorhanden. Ich hatte extrem viel Spaß mit „Brooklyn Nine-Nine“ und werde bestimmt auch im nächsten Jahr wieder reinschauen: 8/10 (8.3) Punkte.