Aktualisierung: Ich habe „Cars“ am 2. Oktober 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.
Bisher habe ich jeden Pixar-Film gesehen und für grandios befunden. Die meisten davon sogar im Kino. Selbst den Animationsklassiker „Toy Story“ durfte ich im Kino bewundern. Ein Film des californischen Studios ist jedoch an mit vorbeigezogen: „Cars“ – und das obwohl hier einmal wieder John Lasseter auf dem Regiestuhl („Toy Story“, „Toy Story 2“, „Das große Krabbeln“) saß.

Cars (2006) | © Walt Disney
Warum ich auf „Cars“ nicht sonderlich heiß war, möchte ich kurz erklären: Zunächst einmal bin ich kein sonderlicher Autofreak. Wenn Freunde oder Kollegen in Ausstattungsmerkmale aktueller PS-Boliden schwelgen, entlockt mir das nur ein müdes Gähnen. Das ist irgendwie nicht meine Welt. Für mich ist ein Auto ein Fortbewegungsmittel – nicht mehr und nicht weniger. Zudem hat sich der Film in eine gänzlich andere Richtung bewegt, als von mir erwartet. Nach der ersten Ankündigung hatte ich bereits ein festes Bild im Kopf: Eine Welt in denen Autos – von Menschen unbemerkt – ein eigenes Leben führen. Ähnlich wie „Toy Story“ nur eben mit lebenden Autos anstelle von Spielzeugen. Als dann eine reine Autowelt präsentiert wurde, war ich schwer enttäuscht.
Da Pixar eben Pixar ist und mich noch nie enttäuscht hat, habe ich dem Film – trotz eher verhaltener Kritiken und meiner eigenen Vorbehalte – eine Chance gegeben. Die ersten 15 Minuten dachte ich dann: ‚Okay, das wird der erste Pixar-Film, der mich kalt lässt.‘ PS-Boliden rennen um die Wette, überall nur Autos, eine laute und tösende Inszenierung. Keine Charaktere. Nur Action. Schnitte im MTV-Stil. Und all das in einem Pixar-Film. Unglaublich.
Doch schon bald war der Spuk vorbei und es wurde klar, dass die Darstellung der Rennwelt so extrem inszeniert war um einen Kontrast zu dem darzustellen, was noch folgen sollte: Die ruhige Abgeschiedenheit von Radiator Springs. Hier gibt es noch wirklich Automobile mit Charakter – und plötzlich hat auch die Welt der Autos angefangen für mich zu funktionieren. Liebevolle Details (VW-Käfer), liebenswürdige Charaktere, grandiose Bilder. Plötzlich war wieder alles da, was einen Pixar-Film ausmacht. Allein die Geschichte gewinnt hier keinen Blumentopf. Sie wurde schon dutzende Male (u.a. in „Doc Hollywood“ mit Michael J. Fox) erzählt und bietet wenig Neues. Allerdings kann „Cars“ mit anderen Stärken Punkte sammeln: Die Animation der an sich starren Blechkarossen ist grandios. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Auch Landschaften, Licht und Ausstattung. Ein Traum für jeden CGI-Freund.
Fazit
„Cars“ ist sicherlich nicht der stärkste Pixar-Film. Vermutlich sogar der schwächste. Doch was bedeutet das schon? Ich war auf jeden Fall mehr als positiv überrascht und werde bestimmt noch öfter in dem kleinen Städtchen an der Route 66 vorbeischauen: 9/10 Punkte.








