Primeval – Season 2

Da britische Serien bei mir zurzeit hoch im Trend stehen, habe ich mich gleich einmal an „Primeval – Season 2“ heran gemacht. Dank nur sieben Episoden ein relativ kurzes Vergnügen.

primeval_s2

Im Vergleich zur ersten Staffel ist ein deutlicher Fortschritt festzustellen, der vor allem der Episoden übergreifenden Handlung zu verdanken ist. Zwar ist diese nicht sonderlich innovativ – wieder einmal gibt es eine Verschwörung innerhalb einer Geheimorganisation – doch kommt es dadurch zu neuen Spannungen zwischen den Figuren. Die Kreaturen stehen somit nicht mehr so aufdringlich im Vordergrund, wie noch in den ersten sechs Episoden.

Das Spiel mit der Veränderbarkeit der Zukunft hat zudem Potential, wenngleich der Cliffhanger im Vergleich zur ersten Staffel eher plump ausfällt. Insgesamt darf man sich aber nicht beschweren, da die Serie sowieso eher von ihren Schauwerten lebt und diese sind nach wie vor grandios. Erneut meine dicke Empfehlung für Monsterfreunde.

Nach inzwischen 13 Episoden hat sich die Serie ganz gut entwickelt, ob ich nun allerdings – nachdem die DVDs durchgeschaut sind – bei der dritten Staffel wieder zugreife steht dagegen noch in den Sternen. Unterhaltsame Monsteraction mit britischem Flair für Zwischendurch: 7/10 Punkte.

Peep Show

Die Entdeckung der hierzulande leider eher unbekannten Britcom „Peep Show“ – aktuell kurz vor Beginn der sechsten Staffel – habe ich HARVEY DANGER zu verdanken, deren Überhit FLAGPOLE SITTA als Titelsong fungiert. Das allein wäre ja schon Grund genug einzuschalten, doch die Show von und mit David Mitchell und Robert Webb hat so viel mehr zu bieten!

Das offensichtlichste Merkmal der Serie ist wohl ihr Inszenierungsstil: Es werden nur subjektive Kameraeinstellungen verwendet. Man erlebt das Geschehen folglich komplett durch die Augen der Protagonisten – und befindet sich damit meist in den Köpfen des ungleichen Duos Mark Corrigan (David Mitchell) und Jeremy Osborne (Robert Webb). Wie es sich für eine Peep Show gehört, gibt es hier auch keine Geheimnisse und man bekommt alle – oft wirklich schmutzigen – Gedanken der Hauptpersonen ungefiltert mit. Herrlich, so müssen Voice-over eingesetzt werden!

Das Konzept der Serie ist wirklich einfach und lässt sich a) durch die Inszenierung und b) durch die Charakterisierung der beiden Hauptfiguren beschreiben: Mark Corrigan ist ein Spießer wie er im Buche steht. Zumindest oberflächlich betrachtet. Am liebsten beschäftigt er sich mit Geschichte (Krieg und so) und versucht verzweifelt die Oberhand in seinem Leben zu gewinnen, was nicht einfach ist hat er mit Jeremy Osborne doch den perfekten Chaoten an seiner Seite. Auf der Suche nach dem großen musikalischen Durchbruch mit seinem Kumpel Super Hans (ja, wirklich!) hängt Jeremy den ganzen Tag in der gemeinsamen Wohnung herum und macht – wenn man es genau betrachtet – nichts. Gar nichts. Einzig die Suche nach der perfekten Frau – wenngleich die Ansichten nicht unterschiedlicher sein könnten – scheint die beiden Freunde zu vereinen.

Der Humor der Serie ist oft wirklich bitterböse und alle US-Comedy-Grenzen sprengend. Auch wenn sich die Handlung teils an der Grenze des guten Geschmacks bewegt, so ist es doch erstaunlich wie sympathisch die Charaktere gezeichnet sind. Man hat zudem immer noch die Gewissheit einen Fernseher zwischen sich und den  El Dude Brothers zu haben. Doch selbst mit physikalischer Grenze werden neue Rekorde im Fremdschämen aufgestellt. „Peep Show“ läuft in dieser Disziplin wirklich nahezu konkurrenzlos und könnte selbst Larry David noch zum Staunen bringen.

Durch die für UK-Serien typische Aufteilung von sechs Episoden pro Staffel sieht man sich als Zuschauer auch nie wirklich satt an dem Geschehen. Es gibt stets einen Haupthandlungsstrang und unzählige absurde Nebenschauplätze. Die fünf Staffeln waren auf jeden Fall erschreckend schnell durchgeschaut. Nicht verstehen kann ich die hierzulande – im Vergleich zu z.B. „The IT Crowd“ – geringe Popularität der Show. Deshalb lautet mein Rat: Anschauen! Und das am besten bevor das US-Remake kommt. Wirklich unglaublich komisch: 10/10 Punkte.

The King of Queens – Season 1 to 9 (WS1)

Ein knappes Jahr nach dem Kauf der IPS Superbox bin ich einmal wieder durch mit „The King of Queens“ – zum ersten Mal in komplett chronologischer Reihenfolge und in der Originalsprache. Letzteres war anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig, hat den Spaß an der Serie aber bereits nach kurzer Zeit noch einmal enorm gesteigert.

koq_ws1

Wie sehr mir „The King of Queens“ über die Jahre ans Herz gewachsen ist, kann man in meinem Eintrag zur ersten Sichtung der Serie nachlesen. Dieses Mal habe ich mich auf die Bewertung der einzelnen Staffeln konzentriert, die qualitativ leider größeren Schwankungen unterlegen sind. Besonders gegen Ende fehlen neue Ideen und die Handlung hat sich zu oft in Gefilden festgefahren, denen ich nicht mehr sonderlich viel abgewinnen konnte. Doch nun genug des Vorgeplänkels und viel Spaß mit der Kritik zu neun Staffeln rund um Doug, Carry, Arthur und Co.

Weiterlesen

Primeval – Season 1

Während der Abarbeitung ungesehener TV-Serien bin ich auch über „Primeval – Season 1“ gestolpert, deren sechs Episoden nun schon seit über einem halben Jahr im DVD-Regal versauern. Dank der kurzen Laufzeit war ich auch relativ schnell damit durch, was die Serie für den kleinen Monsterhunger zwischendurch prädestiniert.

primeval_s1

Die kurzweilige birtische Drama-Serie ist wie gemacht für Fans von Monsterfilmen. So überrascht es auch wenig, dass stets ein Monster-of-the-Week im Mittelpunkt der Handlung steht. Aufgrund der begrenzten Episodenzahl fallen die Abnutzungserscheinungen noch nicht allzu sehr ins Gewicht, zumal die Handlung gegen Ende noch einmal kräftig anzieht. Insgesamt ist das Konzept aber noch sehr ausbaufähig und es wird sich zu sehr auf die – zugegebenermaßen äußerst sehenswerten – Kreaturen-Effekte verlassen.

Neben der visuell beeindruckenden Monsterhatz ist mir die Vielzahl der unterschiedlichen Charaktere positiv aufgefallen. Sicherlich vorwiegend Stereotypen, doch immerhin von der sympathischen Sorte. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, was die doch recht formelhaften Geschichten zumindest zeitweise auflockert. Von der Inszenierung und dem Aufbau der Episoden braucht man den Vergleich zu amerikanischen Serien nicht scheuen. Der britische Charme wirkt meist sogar eher erfrischend.

Die erste Staffel von „Primeval“ ist bestimmt keine Pflichtserie, doch Monsterfreunde sollten sie durchaus im Auge behalten. Wenn sich die zweite Staffel nun so entwickelt, wie es die letzte Episode vorgegeben hat, dann werde ich wohl dran bleiben: 7/10 Punkte – inklusive einem Punkt für die CGIs der Kreaturen.

Angel – Season 4

Die letzten Urlaubstage habe ich noch einmal zur exzessiven Seriensichtung genutzt und damit „Angel – Season 4“ abgeschlossen. Damit nähert sich erneut eine Show viel zu schnell ihrem Finale, doch gerade bei solch großartiger Unterhaltung fällt Abwarten eben schwer.

angel_s4

Die Staffel beginnt relativ unspektakulär mit der Auflösung des Cliffhangers aus Season 3. Daraufhin folgt die Suche nach Cordelia, welche ebenso undramatisch beendet wird. Mit ihrer Rückkehr zieht auch das Unbehagen ein: Seltsame Charaktereigenschaften und fast schon nervige Handlungsstränge beginnen sich zu entwickeln. Als zur Staffelmitte die Geschichte kippt, macht plötzlich alles auf grausame Weise Sinn. Bis es dann richtig in die Vollen geht gibt es noch ein Wiedersehen mit Angelus, Faith und Willow – alles Zusammentreffen, die einen Whedonite wirklich glücklich machen!

Das über beinahe ein Viertel der Staffel gestreckte Finale rund um Jasmine bildet letztendlich den krönenden Abschluss. Gina Torres (Zoe, „Firefly“„Serenity“) überzeugt hier als hinterhältiges gottähnliche Wesen, welches die gesamte Menschheit zu manipulieren versucht. Schön ist hier besonders der Alleingang von Fred zu beobachten. Auch der finale Twist der Staffel ist gar wunderbar und zeigt einmal wieder, dass es im Buffyverse keine klaren Grenzen gibt, sondern sich alle Figuren in einer Grauzone bewegen.

Die letzte Episode lässt große Veränderungen erahnen und ich bin wirklich mehr als nur gespannt, wie diese umgesetzt werden. Sorgen mache ich mir jedoch keine, da vertraue ich einfach Joss Whedon, der jede Veränderung als Weiterentwicklung sieht und die Serie somit nicht Gefahr läuft der Stagnation zu erliegen. Ganz großes Kino: 9/10 Punkte.

The IT Crowd

Lange Zeit ist die Serie an mir vorbeigegangen – und das obwohl ich die DVD der ersten Staffel schon vor über einem Jahr gekauft habe. Nun bin ich süchtig nach „The IT Crowd“ und fast entsetzt, wie schnell ich mit den Folgen durch war. Bloody brilliant!

it_crowd_2

Diese britische Comedy unterscheidet sich doch gewaltig von ihren amerikanischen Zeitgenossen. Anfangs dachte ich noch mich erwartet ein zweites „The Big Bang Theory“, doch weit gefehlt: Gegen die Nerds von der Insel erscheinen selbst Sheldon und Co. noch relativ normal. Man muss sich als Zuschauer erst einmal an den abgedrehten Humor gewöhnen, der oft wirklich jeder Beschreibung spottet. Ist man dem wilden Treiben jedoch erst einmal in die Falle gegangen gibt es kein zurück mehr. Ich kann mich wahrlich nicht daran erinnern, das letzte Mal bei einer Show so laut gelacht zu haben!

Die erste Staffel ist wie gesagt noch etwas gewöhnungsbedürftig in Sachen Humor. Ebenso bremst die Begrenzung der Location auf das IT Büro das Geschehen etwas aus, dennoch zeigt sich schon früh das große Potential der Serie. Mit Beginn von Staffel zwei gibt es einen enormen Qualitätsschub, was besonders der Erweiterung von Roy und Moss‘ Lebensraum zu verdanken ist. Erlebnisse in der normalen Welt sind für die beiden sympathischen Nerds doch stets ein großes Abenteuer – und für den Zuschauer ein Pool nie enden wollenden Humors.

Die dritte Staffel kann die an sie gestellten Erwartungen voll und ganz erfüllen und überzeugt mit einer guten Mischung aus abgedrehten Geschichten (besonders um Douglas Renholm) und nerdigen Gags (Jen und das Internet). Dank der geringen Anzahl von sechs Episoden pro Staffel machen sich absolut keine Längen bemerkbar und ich fange schon jetzt an die IT Abteilung von Renholm Industries zu vermissen. Simply marvelous: 9/10 Punkte.

Angel – Season 3

Nachdem mir Joss Whedons Spin-off während seiner zweiten Staffel wirklich ans Herz gewachsen ist, macht „Angel – Season 3“ alles richtig damit es auch so bleibt. Es ist schön, wenn Serien es schaffen die an sie gekoppelte Erwartungshaltung zu übertreffen.

angel_s3

Nach der Rückkehr aus Lornes Heimatwelt geht das Leben für Angel und seine Crew auch in Los Angeles turbulent weiter, denn nicht nur Fred bringt neues Leben in die Bude. Als Darla mit Angels Nachwuchs auftaucht und aus unserem Lieblingsvampir einen Vater macht, überschlagen sich die Ereignisse. Die Staffel endet in einem fiesen Cliffhanger, welcher nicht nur den weiteren Weg der Charaktere in Frage stellt, sondern besonders ihre Beziehungen zueinander.

Um Beziehungen geht es in der gesamten Staffel. Fred entscheidet sich zwischen Wesley und Gunn. Wesley zwischen Connor und Angel. Cordelia zwischen ihrer Vergangenheit – in Form des Groosalugg – und Angel. Die Beziehungen sind stets im Umbruch. Selbst die schwangere Darla erfährt noch eine wichtige Wandlung und selbst der Bösewicht der Staffel ist nicht so leicht zu durchschauen, wie anfangs gedacht. Am schwersten trifft es aber wohl Wesley und ich bin sehr gespannt, wie sich dieser Handlungsstrang weiter entwickeln wird.

Von der Stimmung her gesehen schließt die dritte Staffel direkt an die vorhergehende an. Angel wird immer menschlicher, wenngleich gegen Ende seine düsterste Seite zum Vorschein kommt. Cordelia dagegen wandelt sich zum beinahe schon engelsgleichen Wesen, was für die weitere Beziehung der beiden Figuren eine interessante Ausgangslage ist. Allein Wesley wandelt  einsam in der Finsternis.

Die dritte Staffel der Vampirsaga führt den eingeschlagenen Weg beinahe bis zur Perfektion fort. Ich kann wirklich kaum mehr Kritikpunkte finden und muss zugeben, dass „Angel“ seine Mutterserie in großen Teilen schon übertrumpft. Famos. So kann es von mir aus gerne weitergehen: 9/10 Punkte.

Californication – Season 2

Aktualisierung: Ich habe „Californication“ erneut gesehen und am 28. Januar 2025 komplett besprochen (hier geht es zur aktuellen Besprechung). Nachdem ich letzte TV-Saison sehr angetan von Showtimes neuestem Seriencoup war, konnte ich eine Rückkehr zu Hank Moody und Co. in „Californication – Season 2“ kaum ewarten. Glücklicherweise geht es kaum verändert und doch ganz anders weiter, als ich nach der ersten Staffel erwartet hätte.
Californication | © Showtime

Californication | © Showtime

Das scheinbar sorglose Glück im Leben des kalifornischen Autors ist – wie zu erwarten – nur von kurzer Dauer. Insofern geht seine turbulente Beziehung zu Karen wie gewohnt in die nächste Runde. Man liebt sich, man streitet sich. Man findet trotz allem doch immer wieder zueinander. Hanks Tochter Becca beginnt eine Beziehung, was den Vater auf eine harte Probe stellt und für so allerlei komische Szenen sorgt. Soweit so unspektakulär unterhaltsam. Wirklich klasse wird die Staffel, nachdem Lew Ashby ins Spiel kommt. Dieser mit Hank seelenverwandte Musikproduzent mag anfangs etwas redundant zur Hauptfigur erscheinen, gibt aber gerade dadurch ein herrliches Spiegelbild ab. Ashby wird zudem grandios von Callum Keith Rennie verkörpert, der einigen als Leoben aus „Battlestar: Galactica“ bekannt sein dürfte. Eine tolle Figur mit einem tollen Handlungsbogen innerhalb dieser Staffel.

Fazit

„Californicationen“ ist immer noch exzellente Unterhaltung, wobei mich die Sexkapaden der Runkles dieses Mal mehr genervt haben als in der Vorgängerstaffel. Die Prämisse für Staffel drei verspricht übrigens Veränderungen in Hanks Leben. Wie auch immer diese aussehen werden, ich bin dabei: 9/10 Punkte.

Dexter – Season 3

Wenn das Finale einer gelungenen Serienstaffel über den Bildschirm flimmert, dann fällt es oft schwer bis zum nächsten Jahr zu warten. So geschehen bei „Dexter – Season 3“ und das wohlgemerkt schon zum dritten Mal in Folge. Genau so müssen TV-Serien funktionieren.

dexter_s3_2

Jedes Jahr frage ich mich aufs neue, was den Autoren denn noch einfällt um unseren unheimlich sympathischen Serienkiller in Bedrängnis zu bringen. War es im ersten Jahr noch ein gefährlicher Bruder im Geiste, hat man Dexter in der zweiten Staffel einen misstrauischen Kollegen und eine psychopatische Stalkerin in den Weg gestellt. Was bleiben noch für Optionen? Ein Freund. Ein bester Freund. Jemand mit dem Dexter seine dunklen Gelüste teilen kann. Eine wunderbare Idee. Was mag den Autoren wohl für kommendes Jahr einfallen?

Qualitativ befindet sich die Serie noch immer auf unglaublich hohem Niveau. Der Schwerpunkt wurde dagegen etwas verlagert, hat Dexter mit Miguel Prado doch zum ersten Mal einen ebenbürtigen Gegenspieler – und das nicht nur in den finalen Episoden. Die aus dieser Prämisse resultierende Spannung hat die Serie verändert. Sie ist persönlicher geworden, was sich auch in Dexters Beziehung zu Rita wiederspiegelt. Auch hier geht es um Vertrauen und Freund- bzw. Partnerschaft.

Kritikpunkte habe ich dennoch: Die beständige Visualisierung von Dexters Zwiegesprächen mit seinem Vater fand ich teils etwas ermüdend. Da haben mir die Rückblenden in den vorherigen Staffeln besser gefallen. Zudem ging es mir in der letzten Episode etwas schnell. Dexter hat schon immer wirklich enorm viel Glück. Aber vielleicht muss das auch so sein, darf man schließlich nicht vergessen dass man hier keinen 08/15-Krimi sieht, sondern eher eine rabenschwarze Thrillergroteske.

Auch in seinem dritten Jahr bietet „Dexter“ famose Unterhaltung. Natürlich sollte man das Selbstjustizthema nicht all zu ernst nehmen, was durch den beständigen schwarzen Humor auch nicht wirklich schwer fällt. Nun heißt es warten auf Dear Daddy Dexter: 9/10 Punkte.

Angel – Season 2

Wieder einmal ist die letzte Episode einer Serienstaffel bei mir über den Bildschirm geflimmert. Joss Whedons „Angel – Season 2“ hat wirklich enorm viel Spaß gemacht und ist seinem Spin-off-Status längst entwachsen. Da erwartet mich in Zukunft noch ganz großes Serienkino!

angel_s2

Die Staffel beginnt mit ein paar brauchbaren Einzelepisoden, nur um schon bald den Handlungsbogen um Angels Schöpferin Darla immer enger zu schnüren. Durch die eingestreuten Rückblenden bekommen die Figuren – allen voran natürlich Angel – enorm viel Tiefe. Einige Jahre später wurde dieses Erzählprinzip von niemandem geringeren als J. J. Abrams in seiner Erfolgsserie „Lost“ wieder aufgegriffen. Neben der persönlichen Beziehung Angels zu Darla steht vor allem der Rachefeldzug gegen Wolfram & Heart – insbesondere gegen Lindsay McDonald – im Vordergrund, welcher in einer 180 Grad-Wendung gipfelt.

Diese erste Hälfte der Staffel ist oft sehr düster und wird nur teils durch Nebencharaktere aufgelockert. Besonders Lorne erweist sich hier als grandiose Figur, deren volles Potential in der zweiten Staffelhälfte glücklicherweise voll und ganz ausgeschöpft wird. In dieser zweiten Hälfte macht Angel wie gesagt eine Wandlung durch. Sein Charakter wird humorvoller, menschlicher und verliert dennoch nicht den düsteren Biss. Doch auch Cordelia, Wesley und Gunn wird viel Screentime und Charakterentwicklung geschenkt, was der Serie wirklich zugute kommt.

Der Minihandlungsbogen in Lornes Heimatwelt am Ende der Staffel ist letztendlich nur noch grandios absurdes Fantasykino, welches gekonnt mit Klischees spielt und die typisch whedonesquen Dialoge nur so sprudeln lässt. Herrlich! Der Cliffhanger der Staffel führt die Serie mit dem Finale von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 5“ zusammen, was in Zukunft wieder eine Rückkehr zur düsteren Seite Angels vermuten lässt. So oder so freue ich mich nun auf die dritte Staffel, welche sich anstrengen muss um der zweiten das Wasser zu reichen: 9/10 Punkte.