Rizzoli & Isles – Season 1

Meist informiere ich mich selbst, was es denn Sehenswertes im Bereich Film oder Serien gibt. Auf „Rizzoli & Isles – Season 1“ wäre ich jedoch nie ohne meine Frau gestoßen. Diese liest nämlich mit Begeisterung die literarische Vorlage der amerikanischen Autorin Tess Gerritsen, was die Serie automatisch in unser Pflichtprorgramm katapultiert hat.

Da auch ich mit Teilen der Vorlage vertraut bin, waren wir beide folglich sehr neugierig, was man aus dem uns bekannten Stoff gemacht hat. Die Pilotepisode basiert auf dem Roman „Der Meister“ und man darf sich als Kenner der Bücher auf einige vertraute Szenen freuen. Nach der ersten Episode waren wir – trotz offensichtlichen Unterschieden zur Vorlage – also recht angetan, wenngleich ich auch nicht verstehen kann, warum man mit „Die Chirurgin“ den äußerst spannenden Beginn der Krimireihe außen vor gelassen hat.

Neben ein paar wenigen handlungsübergreifenden Episoden rund um den Serienmörder Charles Hoyt (in den Büchern Warren Hoyt), gibt es hauptsächlich Einzelepisoden zu bewundern, die von der Handlung an Serien wie „Bones“ oder „Castle“ erinnern. Nette und fast immer recht spannende Krimigeschichten, die von ihren Charakteren leben. Das titelgebende Gespann funktioniert gut als weibliche Variation der typischen Buddy-Movie-Konstellation und Jane Rizzolis Familie bildet einen ausreichend farbenfrohen Hintergrund für die Krimifälle.

Krimifreunde werden auf jeden Fall ihren Spaß mit der Serie haben, die den üblichen Verdächtigen des Genres in nahezu nichts nachsteht. Teils hatte ich den Eindruck, die Autoren müssten erst den richtigen Ton finden, denn oft ist die Serie realistisch und brutal, dann wiederum soapig und eher humorvoll. Doch insgesamt kann ich keine gröberen Schnitzer erkennen. Nicht wirklich mein Genre, doch für den Krimisnack zwischendurch allemal besser als „CSI“ und Konsorten: 7/10 Punkte.

True Blood – Season 3

Wo ist der aktuell angesagteste Treffpunkt für übernatürliches Getier? Natürlich in Bon Temps. Mit Alan Balls „True Blood – Season 3“ geht die schwüle Südstaatensaga rund um Sookie Stackhouse in die nächste Runde und findet zu alter Stärke zurück. Vampire, Werwölfe, Gestaltenwandler und Co. Hier wird dem Zuschauer wirklich alles geboten.

Im direkten Vergleich zur zweiten Staffel macht „True Blood“ im dritten Jahr wieder einiges besser. Hatte mich der Handlungsstrang rund um Maryann doch eher genervt, konzentriert sich die Geschichte nun wieder mehr auf seine Hauptfiguren. Es gibt weitere Einblicke in die Gesellschaftsstruktur der Vampire und das Geheimnis um Sookies Fähigkeiten wird weitgehend aufgedeckt. Hinzu kommen schöne charakterbildende Szenen, welche uns z.B. an der Vampirwerdung Eric Northmans teilhaben lassen.

Die neu eingeführten Figuren machen Spaß und ergänzen „True Blood“ um frische Aspekte. Besonders Russell Edgington hätte manchmal Szenenapplaus verdient, da er gezielt den oftmal trashigen Charme der Serie unterstreicht. Sein TV-Auftritt wird wohl unvergessen bleiben. Ansonsten öffnen die Charaktere einmal mehr die übernatürliche Büchse der Pandora, was natürlich allerlei Komplikationen nach sich zieht – besonders für Jason Stackhouse (was für ein Trottel), aber das ist ja nichts Neues.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Staffeln ist das diesjährige Finale eher schwach ausgefallen und endet ohne den beinahe schon obligatorischen bombastischen Cliffhanger. Zwar würde ich ohne Frage direkt weiterschauen, doch hat man schon spannendere Staffelfinale erlebt. Wenigstens war der letzte Auftritt von Eric Northman schon wirklich lässig. Freunde der Serie werden so oder so auch im dritten Jahr wieder viel Spaß mit den schrulligen Bewohnern der übernatürlichen Südstaaten haben: 8/10 Punkte.

Better Off Ted – Season 2

Nach 13 Episoden ist auch mit „Better Off Ted – Season 2“ unweigerlich Schluss. Nachdem der Erfolg bereits letztes Jahr auf sich warten ließ, war es sowieso schon ein kleines Wunder, dass der Serie eine zweite Staffel vergönnt war. Somit bleibt mir die Serie als äußerst kurzweiliger Ausflug in die Welt der Großkonzerne in Erinnerung.

Wie bereits im Vorjahr stehen absurde Geschäftsideen und beinahe schon an Hysterie grenzende Forschungsprojekte im Mittelpunkt. Die titelgebende Figur Ted muss sich mit einer durchgeknallten Entwicklungsabteilung, einer egomanischen Chefin und weiteren überzeichneten Archetypen aus der Geschäftswelt herumschlagen. Der Humor der Serie ist dabei weiterhin ziemlich comichaft und präsentiert den Großkonzern Veridian Dynamics als Sammelbecken für Verrückte.

Die gesamte Staffel ist wirklich sehr unterhaltsam. Sie hat mir über weite Strecken sogar besser gefallen, als die erste Staffel der Serie. Dennoch erschienen mir die Charaktere wieder seltsam distanziert und ich hatte stets das Gefühl nur Karikaturen zu sehen. Dadurch fehlt das letzte Quentchen Bindung, das die Serie auch bei mir zu einem größeren Erfolg hätte werden lassen können. Ein positives Beispiel aus letzter Zeit ist übrigens die Serie „Community“, bei der die Charaktere trotz ihrer Überzeichnung irgendwie näher am Zuschauer sind.

Wenn man einmal von der seltsamen Distanz absieht, bietet „Better Off Ted“ wieder einen fast schon schmerzhaft treffenden Blick hinter die Kulissen eines Großkonzerns. In dieser seltsamen Welt ist es teils wirklich so und somit kann ich die Darstellung der Figuren als Karikaturen ihrer selbst durchaus akzeptieren. Vermutlich vermisse ich einfach die soapigen Elemente anderer Serien und kann deshalb die wunderbare Satire nicht so schätzen, wie sie es verdient hätte.

Auch wenn „Better Off Ted“ nie in meinen Serienolymp aufgestiegen ist, so tut es mir doch leid um die Serie. Eine teils urkomische Show, die den Finger oft genug in die Wunde legt und mich dabei an meine eigenen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Großkonzernen denken lässt. Für mich schon alleine deshalb sehr sehenswert: 8/10 Punkte.

Surface – Season 1

Es ist sehr selten, dass ich mir TV-Serien mehrmals ansehe. Besonders bei einstündigen Drama-Serien bleibt es meist bei der einmaligen Sichtung. Egal wie gut die Serie ist. Warum? Ganz einfach aufgrund von Zeitmangel. Das schon vorzeitig abgesetzte Mysterydrama „Surface – Season 1“ dagegen habe ich nun schon zum zweiten Mal gesehen. Dies mag an der knappen Episodenzahl liegen, hat aber durchaus auch andere Gründe.

Für mich ist „Surface“ die perfekte Unterhaltungsserie. Zwar ist sie nicht besonders tiefgründig, dafür aber einfach zu verstehen und inhaltlich exakt auf mein Interessenradar eingestellt. Naturwissenschaften, riesige Monster und das Meer als Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Hinzu kommt ein Spannungsaufbau, der an die großen Unterhaltungsfilme Spielbergs erinnert und ebenso seine Familienthematik aufgreift. Oft wähnt man sich folglich tatsächlich in einer Serie des Regisseurs und zumindest sein Einfluss ist allgegenwärtig.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden schön verknüpft und jeder einzelne ist auf seine Weise interessant. Hinzu kommt, dass der Handlungsstrang meist im spannendsten Moment gewechselt wird und es somit unzählige, kleine Cliffhanger gibt. Eine Technik, die man bisher besonders aus der populären Unterhaltungsliteratur kennt. Nicht umsonst erinnert die Handlung über weite Strecken an Frank Schätzings Roman „Der Schwarm“, welcher ähnlich erzählt ist.

Kritisieren kann man die teils wirklich billig wirkenden Effekte, welche jedoch nur in seltensten Fällen von der eigentlichen Handlung ablenken. Das größte Budget dürfte wohl ins Kreaturendesign geflossen sein, was man auch sieht. Nimrod ist – für eine TV-Serie – wirklich toll animiert und auch seine großen Brüder und Schwestern weisen enorme Schauwerte auf. Alles in allem durchaus sehenswert.

Enttäuschend ist – wie nicht anders zu erwarten – das offene Ende, welches die Serie im Moment der größten Umwälzung ereilt. Das wäre ein perfekter Cliffhanger gewesen. Wirklich schade, zumal die Serie bisher ein schönes Gleichgewicht aus neuen Rätseln und Lösungen alter Fragen gefunden hat. Da wäre wirklich noch Potential für weitere Staffeln vorhanden gewesen, doch es ist eben, wie es ist und wäre „Surface“ über fünf Staffeln gelaufen, hätte ich die Serie bestimmt kein zweites Mal gesichtet.

Für Spielberg-, Verschwörungsthriller- und Abenteuerfreunde ist „Surface“ ein absolut lohnenswerter Ausflug in die Unterwasserwelt. Wer mit Geschichten dieser Art nicht viel anfangen kann, ist woanders vielleicht besser aufgehoben. Bei mir hat die Serie jedoch einen Nerv getroffen und ich werde sie stets in sehr guter Erinnerung behalten: 8/10 Punkte.

Burn Notice – Season 1

Vor geraumer Zeit las ich von einer Serie, in der Bruce Campbell eine der Hauptrollen spielen sollte. Danach verschwand die Show jedoch von meinem Radar und tauchte erst kürzlich wieder darauf auf. Dank günstigem DVD-Preis habe ich mir also „Burn Notice – Season 1“ zugelegt und hoffte auf eine unterhaltsame Geheimdienstserie à la „ALIAS“ oder „Chuck“. Leider jedoch kommt die Show in keinster Weise an ihre Vorbilder heran.

Die Prämisse der Serie ist simpel: Ein Agent wurde unehrenhaft entlassen – ihm wurde eine Burn Notice zugestellt – und seitdem muss er sich in Miami mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, bis er die große Verschwörung hinter seiner Entlassung aufdecken kann. Diese Ausgangslage dient der Serie, um sonnendurchflutete Bilder samt Urlaubsflair mit relativ unspektakulären Detektivgeschichten zu verbinden. Hinzu kommen leidlich interessante Figuren aus dem Geheimdienstumfeld und fertig ist der Sommerserienhit nach nur allzu bekannter Formel.

Vielleicht liegt es an der parallel geschauten und sehr stilvoll inszenierten Serie „Mad Men“, dass mich die Montage von „Burn Notice“ so unglaublich nervt. Unzählige Schnittspielerein werden unterlegt mit treibenden Beats. Aufdringlichste Videoclipästhetik, welche teils einfach nur irritierend wirkt. Nein, das ist wahrlich nicht schön anzuschauen und erinnert in seiner Einfallslosigkeit an „CSI: Miami“ und Konsorten. Vielleicht bin ich inzwischen aber auch nur zu alt für diesen Look.

Vom Unterhaltungswert her gesehen macht die Serie teils jedoch richtig Spaß. Bruce Campbell gibt den abgehalfteter Ex-Agenten Sam Axe so lässig, dass es eine wahre Freude ist. Leider jedoch ist sein Charakter nicht die Hauptfigur und so müssen wir uns mit Michael Westen abfinden, der weder die spannendste Figur der Serie ist, noch sonderlich gut gespielt wird. Jeffrey Donovan agiert leider viel zu hölzern, als dass man seinen Charakter wirklich ins Herz schließen könnte. Wirklich schade.

Letztendlich kann man sich „Burn Notice“ als Genrefreund durchaus einmal ansehen. Die Serie läuft ja auch erfolgreich genug, doch ist sie durch ihr starres Fall-der-Woche-Konzept und die aufgesetzte Montage wohl sowieso eher für Gelegenheitszuschauer gedacht. Auch wenn das Staffelfinale qualitativ wirklich noch einmal einen großen Sprung nach vorne macht, so werde ich Miami wohl erst wieder mit der nächsten Staffel von „Dexter“ besuchen: 6/10 Punkte.

Mad Men – Season 2

Nach längerer Babypause geht es endlich weiter mit meiner aktuellen Lieblingsserie. Umso mehr freue ich mich natürlich, dass Matthew Weiner „Mad Men – Season 2“ im Vergleich zur Prämierenstaffel tatsächlich noch einmal einen Qualitätsschub geben konnte. Absolut grandios. Ich bin immer noch völlig verzaubert von der liebevollen Perfektion, mit der die Macher ihre Serie auf den Bildschirm zaubern.

Auf die Handlung möchte ich zunächst nicht eingehen, sondern lieber die wunderbaren Details herausarbeiten, die diese Serie so sehenswert machen. In letzter Zeit halten viele Serien den Banner des Charakterdramas hoch. Selten jedoch wurden die Charaktere so perfekt ausgearbeitet, wie hier von Matthew Weiner und seinem Team. Wie in vielen anderen Serien gibt es auch in „Mad Men“ ein recht großes Ensemble. Wie soll man da jedem Charakter gerecht werden? In den meisten anderen Serien – wie z.B. „Lost“ – wird deshalb jede Episode ein Charakter besonders herausgestellt. Dies hat dann meist den Nebeneffekt, dass die anderen Charaktere ins Hintertreffen geraten und somit nur alle paar Episoden eine Weiterentwicklung erfahren. In „Mad Men“ hat man jedoch stets das Gefühl, dass jeder einzelne Charakter essentiell für die Serie ist. Wenngleich es auch hier durchaus episodenabhängige Gewichtungen einzelner Handlungsstränge gibt, werden den anderen Charaktere dennoch einzigartige Szenen geschenkt, die ihren Charakter bilden und auch ihren Handlungsstrang vorantreiben.

Überhaupt lebt die Serie von der großen Sorgfalt mit der die Autoren die Welt ihrer Serie gestalten. Jede Szene hat eine Bedeutung, welche sich oft jedoch erst später offenbart. Dabei trauen die Macher ihren Zuschauern sogar eine gewisse Grundintelligenz zu und lassen den Holzhammer öfter einmal im Schrank. So gibt es zum Beispiel eine Szene, in der Don Draper eine seiner Affären verlässt, weil diese nicht aufhören mag während des Vorspiels mit ihm zu reden. In der letzten Einstellung dieser Episode wird diese Szene auf wunderbare Weise gespiegelt, als Don seine Tochter – während er sich rasiert – darauf hinweist, dass sie doch bitte aufhören möge mit ihm zu reden, da er sich sonst schneiden werde. Nachdem seine Tochter das Badezimmer verlassen hat, bemerkt auch Don die Dualität seiner Worte, was uns als Zuschauer einzig und allein durch einen wissenden Blick gezeigt wird. Dann fährt die Kamera langsam zurück und lässt Don mit seiner Erkenntnis alleine zurück.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Wie bereits in der grandiosen ersten Staffel zeigt „Mad Men“ erneut einen beißenden Blick hinter die Kulissen der Werbewelt und hält unserer modernen Konsumgesellschaft damit einen Spiegel vor, der oft ein hässliches Bild zeichnet. Weiterhin kann ich wieder nur den fantastischen Look der Serie loben. Selten sah eine Fernsehproduktion so unglaublich gut aus.

Für mich hat „Mad Men“ den Serienolymp schon längst erklommen und ich kann es kaum abwarten die dritte Staffel zu sichten. Da die Serie aber so gut aussieht, werde ich wohl oder übel auf die Blu-ray warten müssen, was mir wirklich nicht leicht fallen wird. Sollte mich jemand nach der perfekten Serie fragen, so würde ich ohne mit der Wimper zu zucken „Mad Men“ nennen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Two and a Half Men – Season 5

Mit „Two and a Half Men – Season 5“ geht die Serie rund um die dysfunktionale Familie Harper inzwischen schon ins fünfte Jahr. So langsam fällt es es wirklich schwer neue Aspekte zu finden, unter denen ich die Serie betrachten kann. Zu sehr gleichen sich die Inhalte der bisherigen fünf Staffeln. Dem Unterhaltungswert schadet das bisher glücklicherweise kaum.

Was gibt es an Neuerungen? Jake wird älter und bietet dadurch ein ganz neues Humorpotential. Zweideutige Anspielungen werden von ihm nun wenigstens ansatzweise verstanden, wodurch sich die Serie langsam aber sicher in Richtung „Three Men“ entwickelt. Ansonsten bleibt nahezu alles beim Alten. Die Gags erschienen mir noch etwas zotiger, als noch in der vorhergehenden Staffel und auch Redundanzen in der Handlung fallen inzwischen immer stärker auf.

Das groß angekündigte Crossover mit „CSI“ bildet eine nette Abwechslung, reiht sich jedoch sowohl qualitativ als auch inhaltlich relativ nahtlos in die restliche Staffel ein – und ist damit durchaus nett anzusehen. Doch so langsam wäre es an der Zeit für ein paar wirklich neue Ideen.

Da ich mich in letzter Zeit sowieso nicht allzu gut auf komplexere Geschichten konzentrieren kann bzw. nur noch sehr sporadisch vor den Bildschirm komme, haben mich die Wiederholungen in der Erzählstruktur und der Charakterzeichnung nicht sonderlich gestört. Dennoch sind diese selbst mir verstärkt aufgefallen, weshalb die fünfte Staffel um eine Abwertung auch nicht herumkommt: 7/10 Punkte.

Party Down – Season 2

Die Party geht weiter! Wie bereits im Vorjahr bringt Rob Thomas auch in „Party Down – Season 2“ die Ausgestoßenen der Traumfabrik auf den Bildschirm zurück. Noch absurdere Parties, noch mehr Gaststars und vor allem noch mehr Fremdschämen. Ein abermals äußerst humorvoller Blick auf die weniger schönen Seiten Hollywoods.

Die Vielfalt der gezeigten Parties ist wieder einmal famos. Sogar noch etwas gelungener, als in der ersten Staffel. Ob es im Backstagebereich eines Rock-Konzerts zur Sache geht, eine Sexorgie nicht so richtig in Fahrt kommen will, Steve Guttenberg für die Party Down-Crew einen Schauspielworkshop veranstaltet oder es auf dem Firmenfest von Party Down zu bizzaren Wettkämpfen kommt, die Serie lebt von ihren Charakteren. Besonders Ken Marinos Ron Donald bietet eine teils fast schon schmerzhafte Fremdschämparade und wird nur noch durch die abdurden Handlungen der verhinderten Schauspieler und Drehbuchautoren überboten.

Den Ausstieg von Jayne Lynch (für ihre Rolle in „Glee“) fand ich recht gut zu verschmerzen, da mit Megan Mullally ein recht brauchbarer Ersatz gefunden wurde. Zudem hat Lynch zumindest einen fabelhaften Gastauftritt in der letzten Episode. Lizzy Caplan ist von ihrem Ausflug nach Bon Temps zurückgekehrt, während Hauptdarsteller Adam Scott gerade noch in Pawnee weilt. Da die Serie nun bereits offiziell abgesetzt ist, muss man zumindest keine Angst mehr haben, dass weitere Schauspieler abspringen. Doch das ist leider kein wirklicher Trost. Extrem schade.

Für mich hat sich „Party Down“ (leider nur kurzzeitig) zu einer festen Größe im Genre der etwas anderen Comedyserien mausern können. Durch die recht knapp bemessene Episodenzahl von gerade einmal 10 Folgen kommt absolut keine Langeweile auf und man ist so schnell aus dem Leben dieses verlorenen Häufchens verschwunden, dass man das Gefühl hat die Figuren nur zu einem Bruchteil zu kennen. Vermutlich ist dies auch mein einziger Kritikpunkt. Aber nur ein kleiner. Insofern absolut sehenswert: 8/10 Punkte.

Mad Men – Season 1

Die Suche nach neuen, sehenswerten TV-Serien ist oft ein Glücksspiel. Selbst wenn man sich vorab informiert, so sind die ganz großen Highlight doch eher selten. Vielleicht habe ich auch schon alle grandiosen Serien gesehen? Vielleicht kommt da nichts mehr nach? Doch dann stolpert man über eine Serie, wie „Mad Men – Season 1“ und darf endlich wieder an die großen Momente der TV-Geschichte glauben. Fantastisch!

Man sieht der Serie auf den ersten Blick an, dass Showrunner Matthew Weiner stark bei „The Sopranos“ involviert war. Diese langen Einstellungen, die ruhigen Bilder. Der beinahe schon zähe Erzählfluss. All diese Merkmale lassen sich auch in „Mad Men“ wiederfinden. Natürlich gibt es weniger Sex und Gewalt, denn schließlich befinden wir uns in den frühen 1960er Jahren (und darüber hinaus auch nicht mehr auf HBO). Auch wenn sich die Inhalte beider Serien stark voneinander unterscheiden, so vermute ich jedoch stark, dass beide Serien ein ähnliches Publikum anziehen – und sei es alleine aufgrund der formalen Aspekte.

Doch auch inhaltlich gibt es durchaus Parallelen: Sowohl Tony Soprano, als auch Don Draper sind zerissene Figuren, die an der Kluft zwischen ihrem übermächtigem Job und ihrem Familienleben scheitern. Beide Charaktere sind egomanisch veranlagt und besitzen in den seltsamsten Situationen dennoch ein irgendwie eine gute Seite. Letztendlich führen beide Wege in die Finsternis, nur „Mad Men“ versucht dem Zuschauer das viel besser zu verkaufen. Die magische Welt der Werbung, anstelle der dreckigen Straßen New Jerseys.

Was mich neben der wunderbar detaillierten Figurenzeichnung, der einfach nur klassisch schönen Inszenierung und den packenden Geschichten am meisten begeistert, ist eindeutig der genaue Blick auf die vergangene Wunderwelt der Werbung. Als jemand aus der Branche kann ich nur staunen, wie damals mit Budgets um sich geworfen wurde, wie die Agenturen gegenüber Kunden auftraten und welchen Stellenwert Werbeschaffende hatte. Wirklich faszinierend. So glamourös dieser Job auch dargestellt wird, so klar wird auch gezeigt, dass dies nur in der portraitierten Zeit funktionieren konnte. Die Dekadenz der Mad Men hat ihre eigene Branche zerstört. Heute ist Werbung profan. Der Zauber ist weitgehend verflogen.

„Mad Men“ ist ein grandioses, oft sperriges und doch stets sehenswertes Drama. Man sollte als Zuschauer Geduld mitbringen und sich im Idealfall für die zeitliche Periode sowie die portraitierte Werbewelt interessieren. Doch auch der Rest der Zuschauer kann sich an der perfekten Inszenierung, dem grandiosen Szenenbild und dem wunderbaren Schauspiel ergötzen. Für mich die beste Serie seit meinem „The Sopranos“-Marathon. Interessierte Leser sollten sich übrigens unbedingt die fantastische Blu-ray zulegen. Diese wird der Serie in absolut jeder Hinsicht gerecht: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Legend of the Seeker – Season 2

Mit dem Staffelfinale von „Legend of the Seeker – Season 2“ geht wieder einmal eine von mir geschätzte Serie zu Ende. Im Gegensatz zum letzten Jahr wusste ich dieses Mal, was ich zu erwarten hatte und bekam genau das – und noch viel mehr – zu sehen. Nun ist es leider vorbei und wieder einmal klafft eine Genreloch im TV-Einerlei.

Während der Sichtung der ersten Staffel war ich öfter einmal enttäuscht von der Handlung und Inszenierung dieses Fantasyepos. Dennoch konnte mich die Serie – schon alleine aufgrund ihres Genres – bei der Stange halten. Auf die zweite Staffel hatte ich mich demnach zwar gefreut, hielt meine Erwartungen aber bewusst niedriger – und was soll ich sagen? Mir ist die Serie in ihrem zweiten (und leider letztem) Jahr ziemlich ans Herz gewachsen, was vor allem an ihrem ungestümen Charme liegt.

Die Geschichte um Richard Cypher, der mit seiner magischen Entourage gegen den Herren der Unterwelt kämpft, ist altbekannt aber durchaus mitreißend erzählt. Dies liegt vor allem am Einfallsreichtum der Autoren, die das relativ geradlinige Abenteuer unserer Helden mit stets neuen Absurditäten torpedieren. In ihren besten Momenten erinnert mich die Serie hier sogar an Joss Whedons Werke (insbesondere „Buffy: The Vampire Slayer“), in denen die bekannte Situation auch öfter einmal durch Kniffe, wie alternative Realitäten, Körpertausch oder Doppelgänger, auf den Kopf gestellt wurde.

Wenn man sich erst einmal an den leicht trashigen Charme der Serie gewöhnt hat, dann macht sie unglaublich viel Spaß. Umso enttäuschter bin ich nun auch darüber, dass man das Projekt schon wieder eingestampft hat. Mystery und Comedy sind ja schön und gut, doch wo bleibt die nächste Fantasyserie? Ich hoffe sehr, dass die HBO-Verfilmung von „A Song of Ice and Fire“ da einiges wett machen kann und eventuell sogar den Boden für weiter Projekte dieser Art ebnet.

Zu behaupten, dass „Legend of the Seeker“ für Genrefreunde nur aufgrund mangelnder Alternativen zum Pflichtprogramm gehören sollte, würde der Serie jedoch nicht gerecht werden. Selten hat mich eine Geschichte mit teils recht holpriger Handlung und oft trashiger Inszenierung so für sich eingenommen. Das nennt man dann wohl Charme und davon besitzt dieses ungeschliffene Fantasyjuwel eine ganze Menge: 8/10 Punkte.