Mad Men – Season 2

Nach längerer Babypause geht es endlich weiter mit meiner aktuellen Lieblingsserie. Umso mehr freue ich mich natürlich, dass Matthew Weiner „Mad Men – Season 2“ im Vergleich zur Prämierenstaffel tatsächlich noch einmal einen Qualitätsschub geben konnte. Absolut grandios. Ich bin immer noch völlig verzaubert von der liebevollen Perfektion, mit der die Macher ihre Serie auf den Bildschirm zaubern.

Auf die Handlung möchte ich zunächst nicht eingehen, sondern lieber die wunderbaren Details herausarbeiten, die diese Serie so sehenswert machen. In letzter Zeit halten viele Serien den Banner des Charakterdramas hoch. Selten jedoch wurden die Charaktere so perfekt ausgearbeitet, wie hier von Matthew Weiner und seinem Team. Wie in vielen anderen Serien gibt es auch in „Mad Men“ ein recht großes Ensemble. Wie soll man da jedem Charakter gerecht werden? In den meisten anderen Serien – wie z.B. „Lost“ – wird deshalb jede Episode ein Charakter besonders herausgestellt. Dies hat dann meist den Nebeneffekt, dass die anderen Charaktere ins Hintertreffen geraten und somit nur alle paar Episoden eine Weiterentwicklung erfahren. In „Mad Men“ hat man jedoch stets das Gefühl, dass jeder einzelne Charakter essentiell für die Serie ist. Wenngleich es auch hier durchaus episodenabhängige Gewichtungen einzelner Handlungsstränge gibt, werden den anderen Charaktere dennoch einzigartige Szenen geschenkt, die ihren Charakter bilden und auch ihren Handlungsstrang vorantreiben.

Überhaupt lebt die Serie von der großen Sorgfalt mit der die Autoren die Welt ihrer Serie gestalten. Jede Szene hat eine Bedeutung, welche sich oft jedoch erst später offenbart. Dabei trauen die Macher ihren Zuschauern sogar eine gewisse Grundintelligenz zu und lassen den Holzhammer öfter einmal im Schrank. So gibt es zum Beispiel eine Szene, in der Don Draper eine seiner Affären verlässt, weil diese nicht aufhören mag während des Vorspiels mit ihm zu reden. In der letzten Einstellung dieser Episode wird diese Szene auf wunderbare Weise gespiegelt, als Don seine Tochter – während er sich rasiert – darauf hinweist, dass sie doch bitte aufhören möge mit ihm zu reden, da er sich sonst schneiden werde. Nachdem seine Tochter das Badezimmer verlassen hat, bemerkt auch Don die Dualität seiner Worte, was uns als Zuschauer einzig und allein durch einen wissenden Blick gezeigt wird. Dann fährt die Kamera langsam zurück und lässt Don mit seiner Erkenntnis alleine zurück.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Wie bereits in der grandiosen ersten Staffel zeigt „Mad Men“ erneut einen beißenden Blick hinter die Kulissen der Werbewelt und hält unserer modernen Konsumgesellschaft damit einen Spiegel vor, der oft ein hässliches Bild zeichnet. Weiterhin kann ich wieder nur den fantastischen Look der Serie loben. Selten sah eine Fernsehproduktion so unglaublich gut aus.

Für mich hat „Mad Men“ den Serienolymp schon längst erklommen und ich kann es kaum abwarten die dritte Staffel zu sichten. Da die Serie aber so gut aussieht, werde ich wohl oder übel auf die Blu-ray warten müssen, was mir wirklich nicht leicht fallen wird. Sollte mich jemand nach der perfekten Serie fragen, so würde ich ohne mit der Wimper zu zucken „Mad Men“ nennen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

7 Gedanken zu “Mad Men – Season 2

  1. Ich empfand die zweite Staffel auch besser als die erste, irgendwie bin ich erst hier richtig in die Serie eingestiegen, weil in dieser Staffel – finde ich – wirklich mehr über die Charaktere gezeigt wird. Aber ich kann nicht wirlklich jede Figur nachvollziehen, so stört es mich die ganze Serie über, dass jeder jeden betrügt, das kann ich in keinster Weise verstehen…besonders wenn die perfekten Frauen zu Hause auf sie warten…

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  2. Ich finde ja gerade weil die Charaktere eigentlich ein perfektes Leben haben wirken ihre Fehltritte umso verstörender. Besonders Don Draper und Pete Campbell sind da natürlich ganz vorne dabei, wenngleich ihre Motivation auch grundverschieden ist. Peggy Olson wirkt da beinahe schon wie ein Fremdkörper in dieser Welt. Es ist für mich ein absolut faszinierender Blick auf diese angebliche Zeit der Unschuld. Die Kunst besteht für mich auch besonders darin die Charaktere trotz ihrer offensichtlichen Fehler interessant und auf seltsame Art und Weise sympathisch wirken zu lassen. Das macht „Mad Men“ für mich zu einer wirklich großen Serie.

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