Rush Hour 2 (2001)

Nach einem Tag bei den Schwiegereltern samt Lauf zurück nach Hause, haben wir uns abends noch um die Kaninchen der urlaubenden Nachbarn gekümmert und sind danach platt aufs Sofa gefallen. Mit „Rush Hour 2“ haben wir uns direkt die Fortsetzung des Films angeschaut, der erst am Vorabend über unseren Fernseher geflimmert ist. Ob uns das Sequel überzeugen konnte? 🎰

Rush Hour 2 (2001) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Rush Hour 2 (2001) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Eine völlig erwartbare Fortsetzung des 90er Hits

Im Gegensatz zu „Rush Hour“ hatte ich die Fortsetzung nie gesehen. Ich weiß gar nicht wieso, doch es hat sich einfach nicht ergeben. Letztendlich ist der Film auch genau so, wie man ihn sich vorstellt. Ein etwas anderes Setting, ein wenig mehr Action und eine inzwischen eingespielte Dynamik zwischen Jackie Chan und Chris Tucker. All das wirkt leicht angestaubt, gerade so manche Gags, doch funktioniert der Film immer noch erstaunlich gut. Auch die kurze Laufzeit von 90 Minuten, und damit noch einmal acht Minuten weniger als der ohnehin schon knackige Vorgänger, kommt dem positiven Eindruck zugute. Kurzweilige Buddy-Cop-Unterhaltung.

Was funktioniert am besten? Weiterhin die Dynamik zwischen Chris Tucker und Jackie Chan. Das muss sie aber auch, denn ohne diese wäre es sicher beim ersten Film geblieben. Auch die Action ist erneut famos und macht Lust darauf, sich wieder mehr mit Jackie Chans Kampfkunst auseinanderzusetzen. Nicht umsonst ist er ein Meister seines Fachs. Die Handlung selbst bleibt wenig komplex und ist nur der Aufhänger für die wilde Jagd durch Hongkong und später Las Vegas.

Fazit

Ich hatte wieder erstaunlich viel Spaß mit dem ungleichen Duo. Auch die Kinder waren begeistert und haben fast noch mehr gelacht als beim ersten Teil. Insgesamt einfach more of the same, aber das muss in diesem Fall ja nichts Schlechtes sein. Nun freue ich mich noch auf den dritten Teil und dann ist auch diese Trilogie schon wieder vorbei: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Rush Hour (1998)

Gestern Abend sind wir eher spät vor den Fernseher gekommen, so dass ich einen kürzeren Film aus dem Regal gezogen habe: Die Wahl ist auf „Rush Hour“ gefallen, mit dem ich einen entspannten Kinoabend als Teenager verbinde. Obwohl ich den Film über die Jahre immer mal wieder gesehen habe, sind mir die Fortsetzungen bis heute unbekannt. Wie gut er gealtert ist und wie er den Kindern gefallen hat?

Rush Hour (1998) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Rush Hour (1998) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Eine nach wie vor unterhaltsamer Buddy-Cop-Film

Wie bin ich ausgerechnet auf „Rush Hour“ gekommen? Die Kinder waren von Jackie Chan in „Karate Kid: Legends“ ziemlich begeistert. Darauf hin habe ich ihnen natürlich von Jackie Chan als Kampfkunststar erzählt. Da seine Filme schlecht greifbar sind und größtenteils auch erst ab 16, habe ich kurzerhand die „Rush Hour“-Trilogie für einen schmalen Taler bestellt. Das war letztendlich wohl auch der perfekte Einstiegt, denn die beiden hatten wirklich viel Spaß mit dem Film und oft lauf gelacht. Zu Beginn hatte ich ein wenig Sorge, dass „Rush Hour“ für die beiden zu altmodisch wirken könnte. Mode, Technik, Sprüche usw. All das ist schon ziemlich in die Jahre gekommen und auch die Prämisse des ungleichen Duos, dessen Komik sich viel durch Vorurteile speist, würde man heute vermutlich weniger offensiv inszenieren.

Was zweifellos weiterhin wunderbar funktioniert, ist die Dynamik zwischen Chris Tucker und Jackie Chan. Man merkt, dass zwischen den beiden eine wunderbare Chemie herrscht und da ist es auch nicht weiter schlimm, dass die restliche Handlung gerade so den Mindestanforderungen entspricht. In den Actionszenen kann Jackie Chan natürlich auftrumpfen, wenngleich man hier auch nur eine abgeschwächte Form seiner Kunst zu sehen bekommt. Für mich hat das alles doch immer noch recht gut funktioniert und ich war erstaunt, wie kurz und knackig der Film mit seinen gut 90 Minuten doch geworden ist. Viel Fett ist hier wirklich nicht dran. Genau richtig für solch einen Buddy-Cop-Film mit Culture-Clash-Fokus.

Fazit

Ich hatte wieder eine gute Zeit mit „Rush Hour“, auch weil der Film eine wunderbare Spät-90er-Jahre-Atmosphäre besitzt. Die Kinder waren ziemlich begeistert und der Zwergofant hat sich sogar überlegt, direkt 9 Punkte zu vergeben. Die nächsten Filmabende sind auf jeden Fall gesichert, wenn die Zeit einmal wieder knapp ist. Hat Spaß gemacht: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Planet der Affen: Survival – OT: War for the Planet of the Apes (2017) (WS1)

Heute war endlich einmal wieder Zeit für einen Filmabend auf dem heimischen Sofa. Ich hatte mich schon sehr auf „Planet der Affen: Survival“ und damit den Abschluss der Reboot-Trilogie gefreut. Bei meiner ersten Sichtung vor 7 Jahren war ich wirklich begeistert und das sollte sich auch heute nicht ändern. Spoiler sind zu erwarten. 🦧

Planet der Affen: Survival (2017) | © Walt Disney / LEONINE

Planet der Affen: Survival (2017) | © Walt Disney / LEONINE

Das starke Finale einer der besten Filmtrilogien

Nach „Planet der Affen: Revolution“ hat sich der Konflikt zwischen Affe und Mensch immer weiter zugespitzt. Bereits zu Beginn des Films kommt es zum emotionalen Schlag in die Magengrube, als der von Woody Harrelson gespielte Colonel beinahe die gesamte Familie Caesars auslöscht. Was folgt ist eine bittere Rachegeschichte, die von sowohl von den Protagonist:innen als auch dem Publikum einiges fordert. Der Film ist sehr düster und bietet dennoch eine packende Abenteuergeschichte, die im weiteren Verlauf in ein knallhartes Gefängnisdrama kippt. Matt Reeves packt viel Inhalt in die knapp zweieinhalb Stunden von „Planet der Affen: Survival“ und weiß die Zeit perfekt zu nutzen. Ich saß über weite Strecken voller Anspannung auf dem Sofa.

Trotz aller Errungenschaften für die Affen und den neuen Entwicklungen für die Menschheit, ist „Planet der Affen: Survival“ letztendlich der Abschluss von Caesars ganz persönlicher Geschichte. Obwohl es keine Rückblenden oder gezielte Referenzen auf den ersten Teil „Planet der Affen: Prevolution“ gibt, so musste ich in den letzten Szenen des Films doch daran denken, wie Caesars Reise angefangen hat. Natürlich saß ich am Ende auch wieder schluchzend auf dem Sofa, was für mich beweist, dass Caesars Entwicklung eine der gelungensten des modernen Blockbuster-Kinos ist. Neben den inhaltlichen Stärken, muss ich erneut die Technik loben: Ich kenne kaum einen zweiten Film, dessen CGI so gut gealtert ist. In den Affen steckt so viel Charakter und Leben, dass ich beinahe nicht glauben kann, dass sie aus dem Computer stammen. Immer wieder beeindruckend und extrem sehenswert.

Fazit

Mir ist der Abschied von Caesar heute wieder sehr schwer gefallen. Die Kinder waren etwas verstört, dass die Hauptfigur am Ende stirbt, was vielleicht auch ein Grund ist, warum sie das Finale der Trilogie nicht so stark wie die beiden Vorgänger eingestuft haben. Ich bin nun gespannt auf den vierten Teil, auch wenn ich befürchte, dass dieser der ursprünglichen Reboot-Trilogie nicht das Wasser reichen können wird: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Adolescence – Die komplette Miniserie (2025)

Warum habe ich mir diese Serie nur angeschaut? Auslöser war bestimmt der mittelgroße Hype darum. „Adolescence“ ist eine Miniserie auf Netflix, die schwere Themen behandelt. Dabei ist sie sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch brillant erzählt. Ganz grob geht es um einen Kriminalfall, in dem ein Jugendlicher verdächtigt wird, eine Mitschülerin umgebracht zu haben. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, auch wenn Spoiler den Eindruck kaum schmälern. Spoiler sind zu erwarten.

Adolescence (2025) | © Netflix

Adolescence (2025) | © Netflix

Vier gezielte Schläge in die Magengrube

Zunächst zur Einordnung: Ich wurde gespoilert und wusste, worum es in der Serie geht und wie sie sich grob entwickelt. Auch der inszenatorische Kniff, jede Episode als lange Plansequenz zu erzählen, war mir bekannt. Obwohl ich auch erwartet hatte, dass „Adolescence“ keine leichte Kost werden würde, so war ich auf die emotionale Wucht doch nicht gefasst. Speziell in der ersten Episode hatte ich, obwohl mir bewusst war, dass er den Mord begangen hat, instinktiv Mitleid mit dem dreizehnjährigen Jamie. Die Vorstellung, dass der Zwergofant, der sich nahezu im gleichen Alter befindet, plötzlich aus dem elterlichen Haus gerissen wird und er vorerst keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern haben darf, war fast unerträglich. Auch die völlige Überforderung des Vaters hat mich mitgenommen. Das Versprechen Jamies unschuldig zu sein, dann der Schlag in die Magengrube als die Wahrheit ans Licht kommt. Vater und Sohn alleine im Verhörraum. Beide brechen in den letzten Minuten der ersten Episode in sich zusammen. Dieser Schmerz hat sich auf mich übertragen und ich war extrem froh, als endlich der Abspann über den Fernseher gelaufen ist.

Auch die zweite Episode hat es in sich und ich fand sie sowohl erzählerisch als auch inszenatorisch beeindruckend. Das ermittelnde Team (u.a. Faye Marsay, die man aus „Andor“ als Vel Sartha kennt) kommt an Jamies Schule, um mit Mitschüler:innen zu sprechen und Apelle an die Klasse zu richten. Detective Bascombe trifft dabei auch auf seinen Sohn, der ebenfalls diese Schule besucht. In jeder Hinsicht auch eine eher unangenehme Episode, die klar zeigt, wie wenig Erwachsene die von Instagram und Co. geprägte Welt der Jugendlichen verstehen. Dennoch gibt es auch zarte Annäherungen zwischen Detective Bascombe und seinem Sohn, die Hoffnung geben. Zu einer solchen kommt es auch in der dritten Episode, die sich komplett auf ein Gespräch zwischen Jamie und seiner zugewiesenen Psychologin konzentriert. Inszenatorisch nicht ganz so beeindruckend, doch unfassbar gespielt. Besonders der beim Dreh 15-jährige Owen Cooper, der Jamie verkörpert, ist fantastisch. Der Erkenntnisgewinn dieser Episode ist gering und vielleicht ist sie deshalb umso schmerzhafter anzuschauen.

Keine Lösungen, doch Diskussionsimpulse

Das Finale spielt ein Jahr nach dem Mord an Katie und zugleich am 50. Geburtstag von Jamies Vater. Der Alltag trifft auf die nicht verheilten Wunden der Vergangenheit. Eine teils anstrengende und auch herzzerreißende Episode. Die Familie versucht einerseits nicht an die Tat ihres Sohnes bzw. Bruders zu denken, andererseits werden sie von ihr eingeholt. Immer wieder. Spätestens wenn Jamie aus dem Gefängnis anruft, um seinem Vater zu gratulieren. Das erlösende Element kommt erst, indem sich die Eltern auch ihre Versäumnisse eingestehen. Der Zusammenbruch des Vaters im Zimmer seines Sohnes hat mich am Ende komplett zerstört. Der vierte Schlag in die Magengrube.

Was der Serie fehlt, ist die Perspektive des Opfers. Dieser Umstand wird zwar an einer Stelle thematisiert, doch letztendlich steht auch bei diesem Femizid nur der Täter im Mittelpunkt. Die Macher der Serie haben sich bewusst für diese Perspektive entschieden und diese funktioniert auch. Man kann innerhalb von vier Episoden auch nicht alle Aspekte abdecken. Was gezeigt wird, ist relevant, wichtig und exzellent umgesetzt. Dennoch ging mir dieser Gedanke im Kopf herum, wenngleich ich auch keine Lösung dafür habe, wie man noch mehr Perspektiven hätte aufzeigen können, ohne diesen schmerzhaften, messerscharfen Fokus zu verlieren. Ohne Lösungen zu bieten, regt die Serie zur Diskussion an und das ist auf jeden Fall positiv zu bewerten.

Fazit

Ja, „Adolescence“ ist so gut, wichtig und aktuell, wie man überall lesen kann. Die Serie bietet dabei keine einfachen Lösungen und selbst das Problem wird nicht bis ins Detail aufgedröselt. Die Serie regt zum Nachdenken, Reflektieren und Diskutieren an. Ob sie an Schulen Pflichtprogramm werden sollte? Ich bin skeptisch. Eltern sollten sie sich auf jeden Fall anschauen. Um vielleicht einmal häufiger mit ihren Kindern zu reden und in Lebensbereiche vorzudringen, die recht unsichtbar vorbeiziehen. Eine herausragende Miniserie, die ich jedoch so schnell nicht mehr sehen möchte: 10/10 (9.8) Punkte.

Karate Kid: Legends (2025)

Normalerweise bin ich Freitagabend mit dem Zwergofanten beim Karate-Training. Da er Dienstag bis Donnerstag jedoch krank war, haben wir uns mit einem Kinobesuch von „Karate Kid: Legends“ jedoch für eine ruhigere Art des Trainings entschieden. Davor waren wir noch etwas essen und die ganze Familie war heiß auf den Film. Auch ich habe mich sehr auf den gemeinsamen Kinobesuch gefreut. 🥋

Karate Kid: Legends (2025) | © Sony Pictures Entertainment

Karate Kid: Legends (2025) | © Sony Pictures Entertainment

Noch viel gelungener als ich gehofft hatte

Nach dem Trailer hatte ich erwartet, dass sich die Geschichte voll uns ganz auf die beiden Sensei und ihren Schüler konzentrieren würde. Doch dem war nicht so: Wir begleiten über zwei Drittel der Laufzeit erst einmal Li Fong, der mit seiner Mutter von Peking nach New York City zieht. Das hatten wir schon etliche Male in diesem Franchise und ich habe befürchtet, dass die Geschichte sich wie ein weiteres Remake anfühlen würde. Die Verbindung zwischen Mr. Han und Daniel LaRusso schien mir zudem ein wenig weit hergeholt. Doch dann konzentriert sich der Film komplett auf Li und den von Joshua Jackson (bekannt aus u.a. „Dawson’s Creek“, „Fringe“ oder „The Affair“) gespielten Vater seiner Freundin. Li nimmt für ihn die Rolle des Trainers ein, was ich einen schönen Twist fand. Zudem mochte ich den Schauplatz des kleinen Pizza-Ladens wirklich gerne.

Im letzten Drittel geht es dann natürlich viel um das Training und ein großes Turnier. Die typischen „Karate Kid“-Versatzstücke eben. Das alles ist jedoch so temporeich (innerhalb von nur 94 Minuten!) erzählt, dass absolut keine Langeweile aufkommt. Das komplette Gegenstück zum 2010er Remake mit Jaden Smith. Ben Wang ist zudem wirklich charismatisch und trägt den Film spielend. Daniel LaRusso hätte es gar nicht unbedingt gebraucht, auch wenn die Dynamik in den Trainingssequenzen wirklich witzig ist. Die Kinder haben viel und laut gelacht. „Karate Kid: Legends“ biedert sich glücklicherweise nicht an „Cobra Kai“ an, sondern lässt den neuen Figuren Raum zum Atmen. Einzig die finale Szene vor dem Abspann ist typischer Fan-Service, dafür aber kurz und knapp und wirklich sehr witzig. Im Folgenden nun mein Ranking über alle Filme und Serien des Franchises. Rückblickend betrachtet habe ich die drei ersten „Karate Kid“-Filme zu niedrig bewertet, insofern mag sich die Reihenfolge bei den kommenden Sichtungen leicht verschieben:

  1. „Cobra Kai“ (9/10 Punkte)
  2. „Karate Kid“ (8/10 Punkte)
  3. „Karate Kid: Legends“ (8/10 Punkte)
  4. „Karate Kid II: Entscheidung in Okinawa“ (7/10 Punkte)
  5. „Karate Kid III: Die letzte Entscheidung“ (6/10 Punkte)
  6. „Karate Kid IV: Die nächste Generation“ (6/10 Punkte)
  7. „Karate Kid“ (6/10 Punkte)

Natürlich war ich stilecht im „Cobra Kai“-Shirt im leider nur mäßig besuchten Kino:

Fazit

Ich hatte nicht vermutet, dass mir „Karate Kid: Legends“ so gut gefallen würde. Die Kinder waren noch begeisterter als ich und haben auch den modernen Soundtrack gelobt. Ich konnte mich nicht so recht zwischen 7 und 8 Punkten entscheiden, habe dann aber auf mein Bauchgefühl gehört. Es waren einfach unfassbar sympathische und unterhaltsame 94 Minuten im Kino. Das soll doch belohnt werden: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Andor – Staffel 2 (2025)

Nach drei Jahren war es endlich soweit und wir durften die Fortsetzung der besten „Star Wars“-Serie bisher erleben. Die Rede ist natürlich von „Andor – Staffel 2“ und damit der Serie, die momentan einen ziemlichen Hype erfährt. Was war nicht alles zu lesen? Die Staffel mit den am besten bewerteten Episoden jemals usw. Im Gegensatz zur ersten Staffel, die noch ein Überraschungserfolg war, stiegen die Erwartungen natürlich an. Ob die Serie diese erfüllen konnte? 🚀

Andor – Staffel 2 | © Walt Disney

Andor – Staffel 2 | © Walt Disney

Expliziter Faschismus im „Star Wars“-Universum

Vermutlich auch aufgrund der großen Vorschusslorbeeren war ich von den drei ersten Episoden der zweiten Staffeln ein wenig enttäuscht. Es hat sich angefühlt als würde Cassian für drei Episoden nur auf einem scheinbar unwichtigen Planeten abhängen. Spannender war dann schon die wachsende Bedrohung durch das Imperium und die Entwicklungen rund um die arrangierte Hochzeit von Mon Mothmas Tochter. So richtig wollte die Begeisterung aber noch nicht überspringen. Es folgt der erste Zeitsprung von einem Jahr und der Handlungsstrang rund um Ghorman, zentral für die gesamte Geschichte, kommt so richtig ins Rollen. Ab hier hatte mich die Staffel deutlich mehr gepackt, doch fand ich sie immer noch nicht so gelungen wie die erste Staffel, die für mich allerdings auch erst in der zweiten Hälfte so richtig gezündet hat.

Mit einem weiteren Zeitsprung von einem Jahr geht es in die zweite Staffelhälfte und ab da war mir klar, dass dieser Rhythmus wohl beibehalten wird. „Andor“ hat ab diesem Zeitpunkt noch einmal deutlich angezogen. Gerade die Eskalation auf Ghorman fand ich extrem packend inszeniert. Auch die politische Gegenwehr durch Mon Mothmas Rede im Senat fand ich fantastisch, gerade weil das Thema leider aktueller denn je ist und sich „Star Wars“ hier erstaunlich politisch gibt. Thematisch war Antifasischmus schon immer das Thema der Rebellion, doch so explizit und ernsthaft hat man es noch nie in den Vordergrund gerückt. Es folgt der letzte Zeitsprung und wir erleben Luthen Raels letzte Stunden und damit auch einen Rückblick auf sein bisheriges Leben. All das ist ebenfalls ganz famos, doch konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als würden hier nur einige Stationen abgehakt. Auch wenn die Serie langsam erzählt ist, so hetzt sie meiner Meinung nach doch durch viele Entwicklungen, was ich schade fand. Der ursprüngliche Plan von fünf Staffeln „Andor“ scheint hier strukturell immer noch im Hintergrund zu lungern. Zumindest eine weitere Staffel hätte der Serie meiner Meinung nach gut getan. Dennoch mag ich mich nicht beschweren und bin extrem froh, dass wir hier ein „Star Wars“ bekommen, das sich selbst ernst nimmt und und auch visuell nahtlos an die Originaltrilogie anschließt.

Fazit

Insgesamt ist „Andor“ auch im zweiten Jahr beste „Star Wars“-Unterhaltung und ich bin jetzt schon heiß darauf, mir „Rogue One: A Star Wars Story“ zum dritten Mal anzuschauen. Leider hat sich die zweite Staffel teils recht gehetzt angefühlt und ich hätte sehr gerne mehr von den Figuren und dieser Welt im Umbruch gesehen. Somit bin ich nicht ganz so euphorisch, wie viele Fans, aber doch rundum zufrieden mit dieser zweiten Staffel: 9/10 (8.5) Punkte.

Toy Story 2 (1999) (WS1)

Nach dem heutigen Halbmarathon war ich abends recht platt und doch ist es mir sehr leicht gefallen, beim Filmabend wach zu bleib. Da das Zappelinchen heute mit der Schulplatzmiete im Opernhaus war und sich ein Ballett angeschaut hat, haben wir direkt „Toy Story 2“ eingelegt. Der Zwergofant war vom ersten Teil richtig begeistert und hat sich enorm auf den zweiten gefreut. Ich übrigens auch. 🤠

Toy Story 2 (1999) | © Walt Disney

Toy Story 2 (1999) | © Walt Disney

Vielleicht die beste Pixar-Fortsetzung überhaupt

Damals war es sehr ungewöhnlich, dass Fortsetzungen zu Animationsfilmen ins Kino kommen. Das war eher so ein Direct-to-Video-Ding. Heute kaum vorstellbar. „Toy Story 2“ hat es zurecht auf die große Leinwand geschafft. Bis heute ist es vielleicht die beste Fortsetzung eines Pixar-Films überhaupt. „Alles steht Kopf 2“ würde ich noch gelten lassen und „Toy Story 3“ eventuell auch, doch dazu ein anderes Mal mehr. Obwohl nur vier Jahre seit dem ersten Teil vergangen sind, merkt man dem Film den technischen Fortschritt enorm an. Das hatte ich gar nicht mehr so im Kopf. Jedoch sind die Charaktermodelle noch detaillierter, was ebenso auf die Welt zutrifft. Besonders wenn man die beiden Hunde in den Filmen vergleicht, wirkt das wie ein Sprung in die Zukunft. Wahnsinn! Was war das für eine spannende Zeit für den Animationsfilm.

Neben den technischen Errungenschaften des 26(!) Jahre alten Films, den ich zuletzt 2006 gesehen habe, überzeugt vor allem der Inhalt. Die Welt rund um Woody wird so viel größer. Um ihn bildet sich eine komplett neue Gruppe an Figuren, welche perfekt in die Geschichte passt. So manch ein Gag des ersten Teils wird wieder aufgegriffen und bis zur urkomischen Perfektion getrieben. Der Film ist wirklich unfassbar lustig und der Zwergofant ist aus dem Lachen teils gar nicht mehr rausgekommen. Dabei erzählt er eine herzergreifende Geschichte, die wohl alle nachvollziehen können, deren Kindheit ähnlich durch Spielzeug geprägt war. Inzwischen weiß ich, dass sich dieser Aspekt im dritten Teil noch einmal verstärkt, doch die Grundlagen wurden bereits hier gelegt. Die animierten Outtakes im Abspann runden den perfekten Eindruck des Films gekonnt ab.

Fazit

Ich liebe „Toy Story 2“ mindestens genauso sehr wie seinen Vorgänger. Ich könnte gar nicht sagen, welchen Film ich gelungener finde. Beide Geschichten greifen perfekt ineinander und die etablierte Welt wird wunderbar erweitert. Die Figuren wachsen und entwickeln sich weiter. Auch über den Animationsfilm hinaus eine der besten Fortsetzungen, die jemals produziert wurden: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: war ein Ballett anschauen; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Toy Story (1995) (WS2)

Nach einem wirklich anstrengenden Freitag war auch der Abend turbulent: Das Zappelinchen war auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und Frau bullion mit Kolleginnen strawanzen. Also brachte ich den Zwergofanten einmal wieder zum Karate-Training und danach habe ich für uns Pizza gemacht. Eigentlich hatte ich aufgrund der fortgeschrittenen Stunde keinen Filmabend mehr geplant, doch der Zwergofant wünschte sich „Toy Story“ und da dieser knackig kurz ist, sind wir einmal wieder in die Welt der Spielzeuge zurückgekehrt… 🤠🚀

Toy Story (1995) | © Walt Disney

Toy Story (1995) | © Walt Disney

Auch nach 30(!) Jahren mitreißend und modern

Ich habe bereits in meiner ersten Besprechung im Jahr 2006 darüber geschrieben: Mit „Toy Story“ verbinde ich besondere Erinnerungen, da ich die ersten beiden Filme während meiner Zivi-Nachtwachen in einem Wohnheim für Jugendliche mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen häufiger geschaut habe. Seitdem sind mir die Filme unfassbar ans Herz gewachsen. Meine letzte Sichtung liegt nun auch schon wieder acht Jahre zurück und der Zwergofant konnte sich kaum noch an etwas erinnern. Vermutlich auch, weil er beim letzten Mal (mit viereinhalb Jahren) nach der Hälfte ausgestiegen ist. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass er sich heute diesen Film gewünscht hat. Vielleicht schaffen wir es dieses Mal ja, die komplette Reihe zu schauen? Den vierten Teil kenne ich nämlich selbst noch nicht. Es wird Zeit.

Auch wenn „Toy Story“ in den ersten Minuten durchaus etwas angestaubt aussieht, so verfliegt dieser Eindruck doch rasend schnell. Spätestens im actionreichen Finale wirkt der Film immer noch unfassbar mitreißend und modern. Es war wirklich ein Geniestreich von Pixar, die Limitationen der Technik dadurch auszuhebeln, indem einfach Spielzeuge die Protagonist:innen stellen. Oberflächen, die wie Kunststoff aussehen? Kein Problem, Spielzeuge sind ja aus Kunststoff. Stilistisch auffällig ist zum Beispiel auch, dass es keine Tiefenunschärfe gibt. Auch bei nahen Einstellungen ist der Hintergrund komplett scharfgezeichnet. Doch selbst das fällt nur auf, wenn man darauf achtet. Die Geschichte und Figuren sind einfach zu mitreißend. Die Inszenierung ist temporeich, die Songs schmissig und die Zeit verfliegt gerade nur so. Ich kann es einfach nicht fassen, dass es nun schon dreißig Jahre her ist, dass ich diesen ersten abendfüllenden 3D-Animationsfilm im Kino gesehen habe. Wie kann das sein?

Fazit

Man könnte annehmen, dass „Toy Story“ nach unzähligen Sichtungen langweilig geworden ist. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein. Ich entdecke immer wieder neue Details und erfreue mich an den Figuren. Es fühlt sich tatsächlich an, wie nach Hause kommen. Auch aufgrund des Themas, denn viele Spielzeuge erkenne ich tatsächlich wieder. Der Zwergofant war auch begeistert und nun freuen wir uns beide auf die Fortsetzungen: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Jurassic World: The Ultimate Visual History (James Mottram)

Jurassic World: The Ultimate Visual History (James Mottram)Nachdem ich viel Spaß mit „Jurassic Park: The Ultimate Visual History“ hatte und ich „Jurassic World: The Ultimate Visual History“ zu Weihnachten unter dem Baum vorfand, habe ich mich direkt an den Nachfolger herangemacht. Das Buch hat das bekannte Format der Reihe, ist mit mehren Extras bestückt und bietet Informationen und viele Produktionsbilder zur „Jurassic World“-Reihe. Ob mich das Buch genauso zu begeistern wusste, wie noch der Vorgänger? 🦕

Überraschend spannende Hintergründe

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich insgesamt wieder viel Spaß mit dem Buch hatte. Dennoch ist es natürlich weit nicht so spannend, wie die Entstehungsgeschichte von „Jurassic Park“. Man hat es hier mit einer inzwischen etablierten Marke zu tun und die Filme werden produziert, weil man weiß, dass sie Unmengen an Geld abwerfen. Somit ist die Vorproduktion von „Jurassic Word“ wohl auch der spannendste Aspekt des Buches: Ein „Jurassic Park 4“ war immer mal wieder geplant. Auch angeregt durch Steven Spielberg. Er war es auch, der die Idee stets forciert hat, Dinosaurier für militärische Zwecke einzusetzen. Also nicht unbedingt ein Handlungsstrang, dem man Colin Trevorrow anlasten kann. Hier fand ich es tatsächlich sehr spannend, wie es dazu kam, dass sich das Team rund um Colin Trevorrow gefunden hat, wie das Drehbuch entwickelt wurde und wie groß Spielbergs Einfluss immer noch war.

Die Beschreibung der beiden Fortsetzungen fand ich leidlich spannend, denn im Gegensatz zur ersten Trilogie gab es keine großen technischen Innovationen oder komplett neue Wege, die Filme zu drehen. Spannender fand ich wie bewusst das Franchise weiterentwickelt wurde: Spielzeug, Videospiele, Live-Events und Spin-offs wurden auf elf gedreht. Die Marke sollte immer im Bewusstsein bleiben und auch neue Zielgruppen erreichen. Wie gut das funktioniert, sieht man auch an uns, denn das Serien-Spin-off für Kinder, „Jurassic World: Neue Abenteuer“, hat komplett eingeschlagen und auch das Zappelinchen und den Zwergofanten an die Reihe herangeführt. Dieses Vorgehen kann man inzwischen wohl über alle großen Franchises legen. Am Ende zeigt sich, dass auch in dieser Kommerzialisierung durchaus Herzblut der kreativen Köpfe steckt. Darüber hinaus ist der Erkenntnisgewinn jedoch eher gering. Gut geschrieben und unterhaltsam ist das Buch allemal.

Fazit

Auch „Jurassic World: The Ultimate Visual History“ ist ein wirklich gelungenes Filmbuch für alle, die auch mit der zweiten Trilogie ihren Spaß hatten. Dazu zähle ich mich nach der letzten Sichtung auf jeden Fall. Man kann auch viel über modernes Franchise-Marketing lernen und das Buch ist erneut wunderschön gestaltet. Deshalb auch hierfür meine Empfehlung: 8/10 Punkte.

Planet der Affen: Revolution – OT: Dawn of the Planet of the Apes (2014) (WS1)

Endlich wieder ein Filmabend! Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut. Natürlich stand heute „Planet der Affen: Revolution“ auf dem Programm, nachdem uns der Vorgänger vor zwei Wochen schon wirklich gut gefallen hat. Ich wusste  bereits, was auf mich zukommt. Meine Vorfreude war entsprechend hoch… 🦧

Planet der Affen: Revolution (2014) | © Walt Disney / LEONINE

Planet der Affen: Revolution (2014) | © Walt Disney / LEONINE

Eine unfassbar packende Fortsetzung des Reboots

Schon bei ersten Mal war ich enorm begeistert von „Planet der Affen: Revolution“. Auch heute sollte es mir nicht anders gehen und ich habe versucht, den Grund dafür zu identifizieren. Das war gar nicht so schwer, denn ich hatte häufiger Tränen in den Augen. Ich kenne wohl kaum eine zweite moderne Blockbuster-Reihe, die mich emotional so packt wie diese. Caesar ist eine unfassbar charismatische Figur. Die Dynamik zwischen ihm und seiner Familie, den Menschen, Gegenspieler Koba und seiner Gefolgschaft ist komplex und nachvollziehbar. Caesar hadert mit seiner Führungsrolle, hinterfragt sich und zeigt dennoch Stärke. Damit ist er komplexer gezeichnet, als die meisten filmischen Held:innen. Seine Figur hat mich auch heute wieder enorm beeindruckt.

Weiterhin ist „Planet der Affen: Revolution“ ein technisches Meisterwerk. War der Vorgänger „Planet der Affen: Prevolution“ zwar durchaus beeindruckend, so war das CGI an manchen Stellen inzwischen durchaus auffallend. Diese nur drei Jahre später und inzwischen vor elf Jahren entstandene Fortsetzung ist nahezu makellos. Die Affen sind echte Charaktere, die Witterung überträgt sich in ihr Fell und ihre Interaktion mit den Menschen ist komplett glaubhaft. Einfach fantastisch. Somit gelingt Matt Reeves das Meisterstück, nicht nur formal sondern auch inhaltlich einen Film inszeniert zu haben, der ganz oben mitspielt und zudem eine Botschaft erzählt, die heute leider relevanter denn je ist.

Fazit

Auch heute hat mich „Planet der Affen: Revolution“ einfach nur begeistert. Ich habe das Gefühl, dass die Filmreihe in der allgemeinen Rezeption ein wenig abgestraft wird, weil sie nur ein Reboot ist. Für mich zementiert sie jedoch gerade meinen Ersteindruck, dass es sich hier um eine der besten Trilogien der jüngeren Kinogeschichte handelt. Große Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)