Es gibt unzählige Sitcoms da draußen. Ein paar ziemlich gelungene, wenige wirklich außergewöhnliche und recht viele belanglose. „Ein Trio zum Anbeißen“ (OT: „Two Guys and a Girl“) gehört zu den ziemlich gelungenen. Der Aufstieg in die nächst höhere Liga wurde – wie so oft – durch eine frühe Absetzung verhindert. Dennoch konnte sich „Two Guys, a Girl and a Pizza Place“ – der Titel wurde nach den ersten beiden Staffeln geändert – einen festen Platz in meinem Programm sichern.

Zum ersten Mal habe ich die Serie wahrgenommen, als sie irgendwann im Mittagsprogramm auf SAT.1 lief. Das muss Ende der Schulzeit/Anfang der Zivizeit gewesen sein. Aufgrund des ungünstigen Termins habe ich die Show jedoch nicht regelmäßig verfolgt. Später folgten weitere Eindrücke bei der VOX-Ausstrahlung. Doch erst bei der aktuellen Ausstrahlung auf Comedy Central bin ich regelmäßig hängengeblieben.
Die Geschichten um Pete, Berg und Sharon erinnern mich etwas an „FRIENDS“. Die Stimmung ist ähnlich – und doch anders. Teils kam mir „Two Guys and a Girl“ wie eine Vorstufe zu „How I Met Your Mother“ vor. Auch hier ist die Stimmung ähnlich, wenngleich das Trio doch auf deutlich ausgetreteneren Sitcompfaden wandelt. Diese Vergleiche mögen für einige Leute hinken, aber wenn ich „Ein Trio zum Anbeißen“ einordnen müsste, würde ich es irgendwo zwischen „FRIENDS“ und „How I Met Your Mother“ platzieren – ohne dass die Show jedoch an die Qualitäten einer der beiden anderen Serien heranreicht.
Die Charaktere machen großen Spaß und werden – besonders im O-Ton – genial von ihren Schauspielern verkörpert. Ab Staffel 2 stößt zudem Nathan Fillion zum Ensemble, welcher die Serie in meiner Gunst noch einmal kräftig nach vorne bringt. Doch auch die restlichen Schauspieler wissen zu überzeugen: Richard Ruccolo – bekannt aus der ersten Staffel von „Joey“ – verkörpert Pete, der sich im Laufe der Serie zu einem wirklich interessanten Charakter wandelt. Mit Ryan Reynolds – u.a. „Blade: Trinity“ – hatte ich anfangs so meine Schwierigkeiten, doch sein Berg ist herrlich selbstironisch angelegt und er bietet den perfekten Gegenpol zu Pete. Traylor Howard – u.a. „Monk“ – spielt Sharon, den weibliche Teil des Trios. Alle drei Schauspieler harmonieren perfekt und machen damit den größten Teil der positiven Eigenschaften der Serie aus.
Nach der zweiten Staffel gab es viele Änderungen – nicht nur im Titel. Die wichtigste Location (Pizza Place) ist weggefallen und auch die Charaktere haben einige Änderungen durchgemacht. Wenn man so will, wurde die Serie erwachsener. Auch gegen Ende der vierten Staffel haben sich Neuerungen angebahnt. Diese wurden jedoch nie ausgeführt, da es zu einem abrupten Ende der Serie kam: Sie wurde eingestellt.
Was bleibt, sind vier äußerst unterhaltsame Staffeln mit einem sehr spielfreudigen Cast. Kein Sitcom-Highlight, doch wirklich gute Unterhaltung – und das hat in der Welt der unzähligen Sitcoms schon etwas zu bedeuten. Aufgrund des äußerst unwürdigen Abschlusses kann ich jedoch nicht mehr als 8/10 Punkte vergeben. Diese hat sich „Two Guys and a Girl“ aber redlich verdient.








