The Big Bang Theory – Season 2

Mit dem Staffelfinale von „The Big Bang Theory – Season 2“ verlässt uns eine der wenigen wirklich sehenswerten klassischen Sitcoms für dieses Jahr. Einmal wieder grandiose Unterhaltung und – besonders in der zweiten Hälfte – noch einmal eine Steigerung zur ohnehin schon wunderbaren ersten Staffel.

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Inhaltlich gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Weiterhin dreht sich die Handlung der Einzelepisoden komplett um die nerdigen Eigenheiten der vier sympathischen Wissenschaftler und ihres weiblichen Gegenparts. Längere Erzählstränge – wie z.B. Leonards Freundin – fand ich zwar okay, aber nicht wirklich qualitätssteigernd. Dafür konnten diverse Gastauftritte – insbesondere natürlich Summer Glau („Terminator: The Sarah Connor Chronicles“) – wirklich Punkte sammeln. Stets gelungen und exakt so selbstzweckhaft, wie eben nötig für solch eine Rolle.

Am meisten Spaß macht die Serie, wenn man die Charaktere in ihrer natürlichen Umgebung – sprich: Leonards und Sheldons Apartment – beobachten kann. Ich denke hier z.B. an Rock, Paper, Scissors, Lizard, Spock. Simply hilarious! Besonders Sheldon trägt die Serie oft allein, was als Kompliment für die Autoren und den Darsteller (Jim Parsons) zu verstehen ist. Doch auch die anderen Charaktere lassen kein Auge trocken. Popkulturelle Zitate bilden zudem das  Salz in der äußerst schmackhaften Suppe.

Für alle Freunde von klassischen Sitcoms ist auch die zweite Staffel von „The Big Bang Theory“ absolutes Pflichtprogramm. Hohe Gagdichte, gut geschriebene Charaktere und wunderbare Darsteller. Gehört zu meinen aktuellen Sitcom-Favoriten: 9/10 Punkte.

Horton hört ein Hu! – OT: Horton Hears a Who!

Nach einem recht straffen Tag ging es mit der Dr. Seuss-Adaption „Horton hört ein Hu!“ endlich in den wohlverdienten Feierabend. Die Vorlage ist mir übrigens vollkommen unbekannt, weshalb ich in dieser Richtung keinerlei Vergleich anstellen kann.

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Der Film besticht zunächst einmal mit seiner herrlichen Optik. Die Flora und Fauna von Nool bzw. Whoville ist quietschbunt und alles andere als realistisch. Herrlich! Da konnten sich die Animatoren von Blue Sky Studios („Ice Age“ & „Ice Age 2: Jetzt taut’s“) einmal so richtig austoben. Besonders für Kinder müssen die verrückten Lebewesen eine wahre Freude sein. Überhaupt ist „Horton hört ein Hu!“ wohl in erster Linie ein Kinderfilm und als solcher funktioniert er auch tadellos. Eine schöne Botschaft wird formal absolut überzeugend transportiert. Äußerst gelungen!

Für Erwachsene bietet die Geschichte nur wenig Neues. Der Welt-in-der-Welt-in-der-Welt-Aspekt ist schön herausgearbeitet und die Zwiegespräche zwischen Horton und dem Bürgermeister von Whoville bergen so einige Schmunzler. Alles andere ist vermutlich zu kindgerecht, was ich dem Film aber nicht ankreiden möchte. Etwas sauer aufgestoßen ist mir nur die Anime-Sequenz, welche sich einer etwas älteren Zielgruppe anzubiedern scheint. Das hätte man knapper fassen können.

Für mich ist „Horton hört ein Hu!“ zwar kein neuer Animationshit, doch bleibt der Film vor allem durch seine überzeugende visuelle Gestaltung sowie die famosen Sprecher (u.a. Steve Carell und Jim Carrey) im Gedächtnis. Würde ich definitiv mit meinen Kindern anschauen: 7/10 Punkte.

The West Wing – Season 2

Einen guten Monat habe ich für die Sichtung von „The West Wing – Season 2“ benötigt. Relativ lange also für eine Staffel, was jedoch nicht der Qualität der Serie geschuldet ist, sondern eher den sommerlichen Temperaturen.

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Die zweite Staffel von Aaron Sorkins Politdrama setzt unmittelbar nach dem äußerst fiesen Cliffhanger der Vorgängerstaffel ein. In den ersten beiden Episoden erleben wir den Werdegang von Präsident Bartlet und seiner engsten Mitarbeiter. Dadurch erhalten die Figuren – man mag es kaum glauben – tatsächlich noch mehr Tiefe, als sie sowieso schon besitzen. Gekoppelt mit famosem Drama wird hier rückblickend die Grundlage für die gesamte Serienhandlung geschaffen.

Im weiteren Verlauf der Staffel werden einige neue Charaktere eingeführt, andere verschwinden zeitweise. Das Leben im Weißen Haus steht nie still. So gibt es erneut herausragende Einzelepisoden und ebenso starke mehrere Folgen umfassende Handlungsbögen zu genießen. Erst gegen Ende der Staffel konzentriert sich die Serie mit der Öffentlichmachung von Jed Bartlets Krankengeschichte wieder auf ein dediziertes Problem. Hier jagt wirklich ein emotionaler Höhepunkt den nächsten. Dichtes Drama in Bestform, welches in einem großartigen Staffelfinale mündet.

Qualitativ ist auch die zweite Staffel von „The West Wing“ unglaublich hochwertig. Dialoge, Schauspieler und Inszenierung. Da gibt es absolut nichts zu mäkeln. Ich freue mich nun schon auf die kommenden Geschichten rund um den Westflügel des Weißen Hauses. Großes Serienkino: 10/10 Punkte.

Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Christopher Paolini) / Hörbuch

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Nachdem ich den Roman vor einigen Jahren nach nur wenigen Seiten wieder aus der Hand gelegt hatte, habe ich nun über das letzte halbe Jahr verteilt Christopher Paolinis „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ als Hörbuch verfolgt. Eine durchaus angenehme Erfahrung, wenngleich ich es aufgrund des viel zu langen Zeitraums kaum wage eine fundierte Bewertung abzugeben.

Da ich den groben Ablauf der Handlung bereits aus der Verfilmung kannte, gab es in dieser Hinsicht keine Überraschungen. Natürlich wird die Geschichte in ihrer ursprünglichen Version viel ausführlicher erzählt und gewinnt dadurch bedeutend an Tiefe, was besonders den Charakteren zugute kommt. Somit stellt sich über den Verlauf der Handlung eine gelungene Fantasyatmosphäre ein. Besonders der Ausbildung Eragons wird ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt, was seine Beziehung zu Saphira glaubwürdiger erscheinen lässt. Insgesamt wirklich nett anzuhören.

Oft kann die wunderbare Erzählstimme von Andreas Fröhlich jedoch nicht über inhaltliche Mängel hinwegtäuschen. Es werden zu viele Fantasyversatzstücke verarbeitet und manchmal erscheinen die Aktionen der Figuren viel zu naiv. Dennoch kann man auch als – oder besonders als – Fantasyfreund durchaus gefallen an „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ finden. Ausgesprochene Hörbuchfans dürfen meine Wertung gerne noch um einen Punkt ergänzen: 7/10 Punkte. Ich jedoch komme mit diesem Medium nicht so gut klar, wie ich es mir wünschen würde.

Radio Rock Revolution – OT: The Boat That Rocked

Da uns das Wetter – ich weiß nicht zum bereits wievielten Mal – den Biergartenbesuch verhagelt hat, haben wir uns spontan für einen Kinobesuch entschieden. Zu sehen gab es Richard Curtis‘ „Radio Rock Revolution“ in der Originalfassung. Da ich zuvor nur sehr wenig von dem Film wusste, war die positive Überraschung letztendlich umso größer. Selten hatte ich soviel ausgelassenen Spaß im Kino.

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Eine stringente Geschichte sucht man in „The Boat That Rocked“ vergeblich. Ab und an blitzt so etwas wie eine Rahmenhandlung auf, doch das sind dann auch die schwächsten Momente des Films. Es geht hier auch gar nicht darum etwas zu erählen. Es geht um Musik und das damit verbundene Lebensgefühl in den späten 60er Jahren. Dabei legt Richard Curtis weniger Wert darauf ein stimmiges Zeitportrait zu schaffen, als die reinen Emotionen zu transportieren. Dies gelingt ihm hervorragend. Die Figuren sind allesamt einen Tick zu übertrieben gezeichnet, als dass man sie in der Realität verankert vermuten würde. Es sind überlebensgroße Klischees und dadurch funktioniert der Film. Es geht um Musik, Lebensfreude und ganz viel albernen Spaß. Herrlich!

Neben der gekonnten Regie überzeugen vor allem die Schauspieler. Curtis ist es wahrlich gelungen einen Traumensemble zu versammeln: Nick Frost („Spaced“) ist göttlich, wenn er versucht sein Wissen um die holde Weiblichkeit weiterzugeben. Bill Nighy („Shaun of the Dead“) spielt den Chef des schwimmenden Piratensenders dermaßen lässig, dass man am liebsten selbst anheuern würde. Chris O’Dowds („The IT Crowd“) Portrait eines gehörnten Jungvermählten ist so herzzerreißend, dass es einem vor Lachen die Tränen in die Augen treibt. Das Duell der zwei Radio-Ikonen spielenden Philip Seymour Hoffman und Rhys Ifans besitzt zudem mehr Coolness, als die gesamte „Matrix“-Trilogie.

Leider schwächelt der Film immer etwas, wenn versucht wird eine Handlung zu etablieren. So spielen Kenneth Branagh und Jack Davenport die piratenbekämpfenden Staatskörper zwar durchaus mit Humor, doch wirken diese Szenen stets etwas wie Fremdkörper. Auch das teils zu dramatisch inszenierte Ende lässt etwas die lockere Ausgelassenheit vermissen, wenngleich es glücklicherweise mit dem nötigen Humor aufgeheitert wird. Allein die FATHER AND SON-Szene ist ein Musterbeispiel an gekonnter Musikauswahl und herzerfrischendem Humor.

Für Freunde von rockiger Popmusik und britischen Filmen bzw. Serien ist „Radio Rock Revolution“ eine kleine Offenbarung. Der Film macht unglaublich viel Spaß. Zwar hätte ihm eine Straffung nicht geschadet, doch sind die Schwächen insgesamt vernachlässigbar. Wer sich einfach einmal wieder gut unterhalten lassen will, sollte sich auf jedem Fall auf dem rockenden Boot anheuern: 8/10 Punkte.

Dawn of the Dead – Director’s Cut (2004)

Bei einem spontanen DVD-Abend fiel die Wahl gestern auf Zack Snyders 2004er Remake von „Dawn of the Dead“ im Director’s Cut. Auch bei meiner inzwischen schon dritten Sichtung hatte ich erneut viel Spaß mit dieser sehenswerten Neuauflage des Romero-Klassikers.

Am besten gefallen mir nach wie vor die ersten zehn Minuten. Das Chaos bricht unvermittelt los. Man wird auch als Zuschauer einfach in das Geschehen hineingeworfen. Erschreckend unmittelbar und absolut mitreißend. Danach schlägt der Film ruhigere Pfade ein und es werden erst einmal die wichtigsten Charaktere genauer vorgestellt. Ziemlich ausführlich sogar für einen simplen Zombieschocker. Dadurch fühlt man tatsächlich mit den Figuren mit und sieht sich der Bedrohung unmittelbar ausgesetzt, die aufgrund der rennenden Zombies auch stets präsent ist.

Für Kenner des Originals birgt die Geschichte kaum Neuigkeiten. Insgesamt ist sie wohl sogar einen Tick schwächer. Kann man Romeros Film tatsächlich als sozialkritische Auseinandersetzung mit der amerikanischen Konsumgesellschaft interpretieren, bietet Snyders Werk einfach nur gute Unterhaltung – und das ist nicht einmal wirklich negativ gemeint. Das Ende des Films ist zudem erfrischend ausweglos, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. Würde sich das Drehbuch nicht solche Kapriolen wie das Zombie-Baby oder die Hunderettungsaktion leisten, wäre der relativ geradlinige Film für mich noch effektiver gewesen.

Man mag über rennende Zombies denken, was man will – ich selbst kann mich durchaus mit ihnen arrangieren, wenngleich auch nichts über die schlurfenden Toten geht – doch man kann dem Film nicht vorhalten, dass er Romeros Original nicht Tribut zollt. Seien Elemente im Score oder Gastauftritte von Ken Foree und Tom Savini. Da wird Zombieluft geatmet. Zudem geizt der Film nicht mit expliziter Gewaltdarstellung, die ich weitaus unbedenklicher finde, als die hundertste Großaufnahme von stilisierter Schusswaffenbenutzung. Damit hat es Snyder teils wirklich übertrieben.

Für alle Zombiefreunde gehört Zack Snyders „Dawn of the Dead“ wohl zum Pflichtprogramm. Einer der seltenen Fälle, in denen das Remake durchaus neben dem Original existieren kann und sogar Sinn macht. Nicht frei von Fehlern, aber wirklich sehenswerte Zombieaction: 8/10 Punkte.

Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden (Don Rosa)

dagobertWie bereits angekündigt habe ich mich seit langer Zeit einmal wieder nach Entenhausen begeben. Dafür wählte ich kein beliebiges Comic, sondern das Mammutwerk „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“ von Don Rosa. Eine detaillierte Biographie vom Aufstieg Dagobert Ducks zur reichsten Ente der Welt. Von seiner Kindheit in Schottland bis zur ersten Begegnung mit seinem Neffen Donald sowie Tick, Trick und Track. Ein episches Abenteuer.

Als Kind habe ich Disney-Comics geliebt. Am meisten wohl in Form von „Lustiges Taschenbuch“ und ganz besonders die Sonderhefte „Die tollsten Geschichten von Donald Duck“, in denen sich auch hochwertige Geschichten von Carl Barks finden ließen. Seit meinem Auszug befinden sich die gesammelten Comics nun in großen Kisten irgendwo im Keller der elterlichen vier Wände. In den letzten 7 Jahren habe ich zwar ab und an einen Blick in neuere Disney-Comics geworfen, wurde mit ihnen aber nie richtig warm. Nach dem Genuss von Don Rosas „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“ bin ich allerdings wieder richtig heiß auf die Familie Duck und würde mir am liebsten alle Carl Barks Geschichten zulegen. Leider ein recht kostspieliges Unterfangen.

Doch nun zum eigentlichen Comicband dieser Besprechung: Eine Offenbarung. Anders kann man es nicht sagen. Don Rosa hat hiermit wohl das Standardwerk der Post-Barks-Ära geschaffen. Seine Biographie Dagobert Ducks ist detailgetreu gezeichnet, herrlich geschrieben und steckt voller Anspielungen auf die Weltgeschichte. Die einzelnen Geschichten sind dabei weit davon entfernt in Albernheiten abzugleiten, wie man es teils aus neueren Disney-Comics kennt. Man nimmt die Figuren ernst. Fühlt mit ihnen. Die geschilderten Ereignisse sind deutlich erwachsener, als man dies erwarten würde. Dabei wird dennoch die Comichaftigkeit nicht aufgegeben. Eine erstaunlich gelungene Gradwanderung und ein wahrer Genuss für die Augen.

Neben den zwölf Hauptkapiteln enthält diese wunderschöne gebundene Ausgabe sieben Zusatzkapitel sowie zwei Bonusgeschichten. Qualitativ nehmen sich die einzelnen Kapitel nicht viel. Dennoch hatte ich einige Vorlieben: Die Abenteuer Dagoberts in Klondike sind mir – vielleicht auch aufgrund der Liebesgeschichte – besonders ans Herz gewachsen. Man sieht dort eben auch einmal die Weiche Seite der geizigen Ente. Zudem gibt es wunderschöne Zeichnungen zu bewundern, aber die lassen sich sowieso auf jeder einzelnen Seite finden. Weiterhin sind mir die Gegebenheiten in Schottland sowie die Reise nach Entenhausen speziell im Gedächtnis geblieben, wobei ich auch gerne noch an die restlichen Erlebnisse Dagoberts denke.

Zwischen den einzelnen Kapiteln finden sich jeweils Anmerkungen des Autors. In diesen weist Don Rosa auf Bezüge zu den Geschichten von Carl Barks hin, erklärt historische Zusammenhänge oder erzählt einfach nur nette Anekdoten. Wenn man hier liest mit wie viel Feingefühl Rosa das Bark’sche Erbe angetreten ist, kann man nur zum Fan werden. Ich bin es geworden. „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“ ist ein bedeutendes Werk für jeden Comicfreund. Meine dringlichste Empfehlung: 10/10 Punkte.

Das Waisenhaus – OT: El Orfanato (2007)

Bei einem spontanen DVD-Abend haben wir uns gestern Abend Juan Antonio Bayonas „Das Waisenhaus“ angesehen. Erhofft hatte ich mir angenehmen Grusel im Stil von Alejandro Amenábars „The Others“, den ich auch bekam. Die Spanier scheinen mir in diesem Genre einfach zu liegen.

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Viel möchte ich von der Handlung nun gar nicht verraten. Sie ist – innerhalb der Grenzen ihres Genres – zwar nicht sonderlich innovativ, weiß aber dennoch durch teils überraschende Wendungen zu überzeugen. Nüchtern betrachtet eine absolut stimmige Gruselgeschichte. Was Bayonas Film so mitreißend macht, ist seine atmosphärische Inszenierung. Nicht umsonst hat Guillermo Del Toro („Pans Labyrinth“) Regisseur Bayona bei der Entstehung des Films unterstützt, erinnert er atmosphärisch doch sehr an seine eigene Geistergeschichte „The Devil’s Backbone“, was in jeder Hinsicht als Kompliment zu verstehen ist.

Neben der ruhigen und sehr emotionalen Inszenierung hat der Film dennoch einige sehr effektive Schockszenen zu bieten. Diese entspringen glücklicherweise weniger der entsprechend gewählten musikalischen Untermalung, sondern einer äußerst beunruhigenden Atmosphäre. Auch das Ende des Films ist keinesfalls lockerleicht und am nächsten Tag bereits wieder vergessen. Es bleibt in Erinnerung. Nicht selbstverständlich für einen Genrefilm.

Juan Antonio Bayonas „Das Waisenhaus“ ist wunderbar stimmige Gruselunterhaltung. Zwar kommt er nicht ganz an die Spitze des Genres heran, ist Freunden atmosphärischer Horrorfilme jedoch auf jeden Fall ans Herz gelegt. Wunderbar gruselig. Selbst an lauschigen Frühlingsabenden: 8/10 Punkte.

Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 2

Nach 22 Episoden von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 2“ stand wieder einmal ein Staffelfinale an. Vielleicht sogar das Serienfinale. Noch ist nämlich nicht klar, ob die Show fortgesetzt wird. Die Zahlen sprechen eher dagegen. Ein Verlust für die Serienwelt?

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Bereits die aufgrund des Autorenstreiks stark verkürzte erste Staffel hatte mir ausgezeichnet gefallen. Eine äußerst unterhaltsame Adaption der epischen Filmreihe. Zwar stets als Serie erkennbar, doch eigenständig genug, um auch als solche zu funktionieren. Zudem gab es mit Summer Glau den besten Terminator seit Arnold Schwarzenegger. Ich hatte mich folglich entsprechend auf eine nun vollständige zweite Staffel gefreut.

Diese gewünschte Vollständigkeit – sprich die übliche Anzahl von 22 Episoden – wird der Serie leider zum Verhängnis. Ich hatte immer noch großen Spaß an dem Geschehen und die Figuren sind mir auch jetzt noch äußerst sympathisch, doch gab es mindestens 10 reine Füllepisoden. Diese waren zwar nicht wirklich schlecht, doch hat sich das retardierende Moment zu sehr in den Vordergrund gedrängt. Es war stets klar und deutlich zu sehen, dass manche Handlungsstränge eben nur der Hinauszögerung dienen. Wahrlich kein gutes Instrument zur Zuschauerbindung.

Die Hauptgeschichte um John Henry hat mir recht gut gefallen, wenngleich auch hier zu viel einfach nur willkürlich wirkte. Besonders im Zusammenhang mit dem Finale, welches für mich – besonders sollte es das Serienfinale sein – überhaupt nicht funktioniert. Diese letzte Episode ist letztendlich auch der Grund, warum die Bewertung strenger ausfällt, als ich die zweite Staffel eigentlich in ihrer Gesamtheit wahrgenommen habe.

Letztendlich ist auch die zweite Staffel von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ gute Unterhaltung. Leider jedoch hat man die erweiterte Episodenzahl nicht zur konsequenten Fortführung der Geschichte genutzt, was wirklich schade ist. Das Finale lässt selbst mich als geneigten Zuschauer etwas enttäuscht zurück, dennoch würde ich auch bei einer dritten Staffel wieder einschalten: 6/10 Punkte.

Monsters vs. Aliens 3D

Gestern war ich seit langer Zeit einmal wieder in einem Kinofilm, der mich nicht wirklich interessiert hat. DreamWorks Animations „Monsters vs. Aliens 3D“ sah zwar in den Trailern recht unterhaltsam aus, doch weit davon entfernt einen der seltenen Kinobesuche zu rechtfertigen. Doch der Film läuft schließlich in 3D und da ich bisher jeden der neueren 3D-Filme (z.B. „Die Legende von Beowulf“) verpasst  hatte, gab ich schließlich den Monstern eine Chance.

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Nach dem Kinobesuch kann ich sagen: Ja, netter Film. So ziemlich wie erwartet. Ein paar nette 50er Jahre Sci-Fi-Reminiszenzen (z.B. „Die Fliege“ und „Der Blob“) und viel Action. Leider jedoch hat man die recht erwachsenen Anspielungen (Musik aus „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“) den meist zu kindgerechten Gags untergeordnet. Wäre ansich nicht so schlimm, denn schließlich darf man die Zielgruppe nicht vergessen. Wirklich schade fand ich dagegen die recht lineare und vorhersehbare Geschichte und die einfach gezeichneten Charaktere. Eben nicht Pixar. Für Animationsfreunde dennoch durchaus sehenswert.

Nun noch ein paar Worte zur 3D-Technik: Man merkt hier tatsächlich eine gewisse Verfeinerung in der Wirkung, wenn man den Film mit älteren 3D-Filmen vergleicht. Zwar immer noch anstrengend für die Augen, doch man gewöhnt sich schneller daran. Die Tiefenwirkung erschien mir besser und das Erlebnis ist in vielen Einstellungen gigantisch. Jedoch denke ich, dass man 3D – sollte man hier von der nächsten großen technischen Innovation im Kino ausgehen – auch mehr in den bildgestalterischen Prozess einbeziehen sollte, sprich Aufnahmen dediziert für 3D komponieren. Damit meine ich nicht die recht billig wirkenden Popup-Effekte, sondern den Bildern Tiefe geben. Auf zu schnelle Schnitte verzichten. Eben angemessene Bildkompositionen. Schließlich werden Bilder für das Normalformat (1,37:1) und Cinemascope (2,35:1) auch anders gestaltet. Ich hoffe hier sehr auf die Verantwortung der führenden Filmemacher, die diese Technik einsetzen (u.a. James Cameron). Bei manchen Einstellungen bzw. Kamerafahrten fand ich den 3D-Effekt eher störend und die eigentliche Geschichte verdrängend, bei anderen (z.B. Pärchen im Auto) grandios. Da gibt es noch einiges zu tun.

Als Resümee kann ich sagen, dass „Monsters vs. Aliens 3D“ besonders für Genrefreunde durchaus sehenswert ist. Lacher sind garantiert! Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Zudem bietet der Film eine gute Gelegenheit sich das Phänomen des neuen 3D-Films einmal anzusehen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich das Kino dadurch verändern wird. Als reine Filmwertung vergebe ich 6/10 Punkte. Mag sich in der Originalversion (u.a. Seth Rogen, Hugh Laurie, Kiefer Sutherland, Rainn Wilson, Stephen Colbert und Paul Rudd) noch steigern.