Nachdem die Serie im Fortsetzung folgt-Podcast jede Folge gefühlte zwölfeinhalbmal lobend erwähnt wird, habe ich mir die ersten zwei Staffeln gegönnt und „The Mentalist – Season 1“ inzwischen auch komplett gesehen. Da es sich um ein Krimi-Procedural handelt, hat sich die Sichtung über etliche Wochen hingezogen, doch so ein- bis zweimal pro Woche war es durchaus ein Vergnügen mit Patrick Jane die Untiefen des menschlichen Verhaltens zu erforschen…

Im Prinzip ist „The Mentalist“ nur ein weiteres Crime Procedural wie dutzend andere, die unsere TV-Bildschirme bevölkern. Nicht mein bevorzugtes Genre, doch ab und zu ist es tatsächlich auch ganz angenehm eine Episode ohne großes Vorwissen sehen zu können – und sei es nur, damit man sich nicht ärgert nach einem wieder mal viel zu langen Tag bereits bei der Hälfte eingeschlafen zu sein. So haben sich über die letzten Jahre ein paar solcher Procedurals in mein Serienprogramm geschlichen, von denen „Castle“ wohl das Highlight darstellen dürfte. An dieses reicht auch „The Mentalist“ nicht heran, Spaß hatte ich dennoch damit.
Die Stärke der Serie ist wohl eindeutig die unkonventionelle Art und Weise der Ermittlung und die sympathische Darstellung des Hauptcharakters durch Schauspieler Simon Baker. Hier tritt – trotz tragischem Hintergrund der Figur – der humoristische Aspekt der Ermittlungsarbeit deutlich zutage, was dem Unterhaltungswert der doch recht konventionellen Fälle auf jeden Fall zugute kommt. Die anderen Mitglieder des CBI-Teams bleiben für meinen Geschmack jedoch noch etwas blass.
Inzenatorisch sieht „The Mentalist“ auch wirklich nach TV-Serie aus, d.h. relativ gleichmäßige Ausleuchtung, kaum dramatische Effekte und klassische Kameraführung ohne Spielereien. Dies alles lässt die Serie recht altmodisch erscheinen und kann keinesfalls mit der kinoreifen Inszenierung mithalten, die man heute von anderen Serien gewohnt ist. Technisch sauber, aber insgesamt eben zu glatt und langweilig.
Auch wenn ich kein Fan der Serie wurde, so hatte ich größtenteils doch wirklich Spaß mit Patrick Jane und Co. Da die zweite Staffel bereits bereit liegt, werde ich auch diese noch schauen, doch ob ich danach am Ball bleibe? Vielleicht wenn der Haupthandlungsstrang um Red John mehr ins Zentrum rückt und sich die Gruppendynamik im Team interessanter gestaltet. Bis dahin bleibt „The Mentalist“ nette Krimiunterhaltung ohne große Stärken und Schwächen: 7/10 (6.7) Punkte.








