A Song of Ice and Fire, Book 2: A Clash of Kings (George R. R. Martin)

Knapp vier Monate habe ich für den zweiten Teil der „A Song of Ice and Fire“-Saga benötigt. Eine lange Zeit, doch wenn man bedenkt, dass ich nur am Abend und ab und zu am Wochenende zum Lesen komme, habe ich die knapp 1000 Seiten doch erstaunlich schnell verschlungen. Dies alles klingt nun nach viel Arbeit, doch das Eintauchen in die Welt von „A Clash of Kings“ ist größtenteils pures Vergnügen. Hat man sich erst einmal an die unglaubliche Figurenvielfalt gewöhnt und weiß einzelne Königsfamilien und Lordschaften einzuordnen, macht der komplexe Kampf um die Vorherrschaft in Westeros enorm viel Spaß.

Im Vergleich zum ersten Band „A Game of Thrones“ konnte ich mich nicht auf die Kenntis der TV-Serie stützen. Dennoch habe ich mich schnell in die Handlung eingefunden und war stets neugierig, wie die diversen Figuren mit dem Umbruch umgehen, in dem sich ihre Welt befindet. Erneut gibt es einige überraschende Wendungen und Todesfälle (oder auch nicht) zu bestaunen. Teils treibt Martin die Verwirrtaktik sogar so weit, dass man als Leser erst Kapitel später versteht, wovon die Figuren sprechen. Ich denke hier z.B. an die Jagd auf Bran und Rickon samt gezogener Konsequenzen. Eine ungewohnte Erzählweise und doch erstaunlich mitreißend. Nervenzerreißende Cliffhanger am Ende der Kapitel sind somit an der Tagesordnung.

Inhaltlich stehen vor allem die diversen Machtkämpfe und Intrigen der verschiedenen Häuser im Vordergrund, doch auch mit Schlachtszenen wird nicht gegeizt. Hinzu kommt die verstärkte Einbindung von Fantasyelementen, welche im ersten Band noch beinahe komplett außen vor gelassen wurden. Besonders bei diesen bin ich schon sehr gespannt auf die Umsetzung in der TV-Serie, welche aktuell ja kurz vor dem US-Start der zweiten Staffel steht.

Welche Handlungsstränge haben mir am besten gefallen? Wohl erneut die Abenteuer von Jon Snow, Tyrion und Arya – wobei Daenerys Handlungsstrang mich stellenweise auch zu begeistern wusste, da dieser die wohl stärksten Fantasyelemente enthält. Bei den restlichen Figuren wird der Fokus eher auf Intrigen und Schlachtszenen gelegt, was teils große Aufmerksamkeit erfordert, um zwischen all den Rittern, Lords und Königen noch den Überblick zu behalten.

Für mich war „A Clash of Kings“ eine fantastische Erfahrung, da ich nun endlich weiß wie die Geschichte weitergeht – und auch pünktlich zum Start der zweiten Staffel der TV-Verfilmung mit der Vorlage fertig wurde. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich mit einem anderen Buch eine Auszeit von Westeros nehmen soll oder im Anschluss sofort mit „A Storm of Swords“ weitermache, welches die 1200 Seiten sprengt. Im Moment fällt es mir noch schwer, mich von Martins Saga zu trennen. Großartige Unterhaltung: 10/10 Punkte.

29 Gedanken zu “A Song of Ice and Fire, Book 2: A Clash of Kings (George R. R. Martin)

  1. Absolut nichts hinzuzufügen. Toppt den Vorgänger, mehr Tempo, spannende Handlungsstränge, wohl mein Lieblingsband der Reihe – „A Storm of Swords“ ist im Grunde noch eine Ecke besser, aber da kommt GRRMs sadistische Freude, seine Leser und Hauptcharaktere zu quälen, erst richtig zum Tragen. So oder so, viel Spaß beim Weiterlesen! Ich bekomme gerade auch wieder richtig Lust …

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  2. Wenig überraschende Wertung, dürfte dieselbe sein, die auch unter dem 3. Roman landen wird 🙂 Du und Fantasy-Romane sind halt doch berechenbar 😀

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  3. @Dr. Borstel: Ich befürchte auch, dass ich mich noch nicht losreißen kann und gleich mit „A Storm of Swords“ weitermache. Stimmt es eigentlich, dass die Reihe ab Band 4 qualitativ einknickt? Das wäre nämlich wirklich schade…

    @therudi: Berechenbar? Dann hast du wohl meine Kritik zu „Schattenmond“ nicht gelesen. „A Song of Ice and Fire“ ist aber auch über Genregrenzen hinweg überragend.

    @mathias1302: Sieh es doch so, dass du dich noch auf etlich mitreißende Lese- bzw. in deinem Fall Hörminuten freuen kannst.

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  4. Wenn man erst einmal drin ist, dann kommt man glaube ich ebenso schnell durch, wie durch die deutschen Ausgaben. Ist wohl Gewöhnungssache. Allerdings sind die Bände ziemliche Wälzer, was schon viel Zeit frisst – nicht umsonst habe ich ein gutes viertel Jahr pro Band gebraucht… 😉

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  5. Wow, da bist du ja doch schon recht weit fortgeschritten. Kommst du noch durch, bevor du mit der Sichtung der zweiten Staffel beginnst? Ich habe nun tatsächlich schon die ersten Seiten von „A Storm of Swords“ gelesen…

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  6. Hach ja, vielleicht eine Woche noch und ich kann mich auch an den zweiten Band begeben; deine Wertung verspricht ja weiterhin beste Unterhaltung. Aber wie Maloney setz ich mich jetzt gleich erstmal vor den Fernseher und schau mir die erste Staffel weiter an.

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  7. Oh ja, in Buch 2 wirst du noch einige fantastische Gegebenheiten erleben. Auch „A Storm of Swords“ beginnt vielversprechend. Bin schon auf deine Kritik dazu gespannt. Die Serie werde ich demnächst wohl auch noch einmal schauen – so zumindest der Plan… 😉

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  8. Die Serie liegt ja Gott sei Dank größtenteils noch vor mir – begeistert mich aber wie zu erwarten restlos.

    Da du ja eine ähnliche Affinität zu „A Song of Ice and Fire“ / „Game of Thrones“ zu haben scheinst und zumindest wenn ich an „The Walking Dead“ denke, auch ab und an einer Graphic Novel nicht abgeneigt bist, kann ich dir noch die jüngst erschienene „A Game of Thrones: The Graphic Novel Vol. 1“ von Bantam Books ans Herz legen – die ist nicht nur extrem stimmig und großartig gezeichnet, sondern ist auch noch näher an der Buchvorlage als die Serie – und das hielt ich im Vorfeld für schlicht unmöglich!

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  9. Von der Graphic Novel habe ich auch schon Beispielzeichnungen gesehen und diese haben mir ehrlich gesagt nicht sonderlich gut gefallen. So werden z.B. the Others im Buch zwar recht ausführlich beschrieben, doch man muss sie sich eben vorstellen. Ebenso bleiben sie im Film angenehm wage, doch in den Zeichnungen sind sie viel zu präsent, was viel von der Mystik nimmt. Ich glaube in diesem Fall sind die Romane und die Serie vollkommen ausreichend, um mich in diese Welt eintauchen zu lassen.

    Danke dennoch für den Tipp!

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  10. Ich gehöre ja erst seit letzten Freitag zu den Martin-Lesern, aber ich muss sagen, ich mag seinen Stil. Auch das jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person geschrieben ist, finde ich ganz gut. Gibt immer unterschiedliche Perspektiven. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Bände (aber erst einmal ist Band 1 noch zu beenden 😉 )

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  11. Ja, die personale Erzählperpektive sehe ich auch als große Stärke Martins an. Hier kommen auch immer wieder neue Personen dazu, so dass der Autor teils schon im Vorwort seine Erzählstruktur erklären muss. Aber so ist das eben bei solch komplexen und ausufernden Werken. Viel Spaß noch weiterhin beim Lesen – in geschätzten 4-5 Monaten wird es an dieser Stelle dann den Eintrag zum dritten Buch geben… 😉

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  12. Der dritte Teil ist genauso gut wie der zweite Teil, daher kannst du dich darauf freuen. Ohne jetzt groß zu spoilern kann man aber sagen, dass der vierte und fünfte Teil nicht mehr diese Qualität erreichen. Der vierte und fünfte Teil laufen von ihrer Handlung ja nahezu parallel ab, aber die Charakter und Orte wurden getrennt. Das heißt also in Buch vier erfährt man nichts von Jon Snow und einigen anderen Hauptcharakteren. Die gibt es leider erst wieder im fünften Band. Dazu kommen immer mehr Figuren und Handlungen dazu. Martin verläuft sich etwas und baut ein immer größer Universum. Der vierte und fünfte Teil sind auch in Ordnung, weil man einfach die Figuren lieben gelernt hat. Wenn Martin es schafft im nächsten Buch wieder etwas dem Ziel näher zu kommen, anstatt dreißig neue Wege auf zu machen, dann haben die Bücher auch ihren Zweck erfüllt, quasi als Vorbereitung auf das große Finale.

    Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich die Bücher erst letztes Jahr entdeckt habe und sie quasi in einem Rutsch lesen konnte. Da ja nur die Hälfte der Charaktere im vierten Teil vor kamen, musste man also sage und schreibe elf Jahre warten bis man wusste, wie es mit einigen Charakteren aus dem dritten Teil weitergeht. Zum Glück wurde mir das erspart. Jetzt ist aber trotzdem warten angesagt und das kann lange dauern, bei dem Schreibtempo von Martin. Durch die Popularität der Serie und der Bücher hoffe ich mal, dass er sich weniger um andere Sachen kümmern braucht und es dieses mal etwas schneller mit dem neuen Band voran geht. Allerdings rechne auch so mit vor 2014 nicht damit. Er ist ja auch nicht mehr der jüngste und es wäre verdammt bitter, wenn diese Geschichte nicht von ihm komplett zu Ende erzählt werden würde.

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  13. Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Das deckt sich so ziemlich mit dem, was in den Rezensionen stand, die ich vorab kurz überflogen hatte. Für meinen Geschmack gibt es zum jetzigen Zeitpunkt bereits genügend Protagonisten, aber GRRM hat eben eine Vorliebe für eine unendliche Vielzahl an Charakteren und Namen. Ich werde also auch auf jeden Fall dranbleiben, zumal Buch 4 bereits bei mir im Regal steht. Für Leser, die bereits in den 90ern mit der Reihe angefangen haben, muss das wirklich hart gewesen sein und ich kann mich deinem Wunsch nur anschließen, dass es Martin gelingt die Saga komplett fertig zu erzählen.

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