The Walking Dead – Season 2

Die Zombies sind zurück! Nachdem die Serie letztes Jahr einen richtigen Hype erlebte, wurde es – zumindest in gewissen Kreisen – recht schnell still, wenn es um „The Walking Dead – Season 2“ ging. Insofern war ich nach den recht durchwachsenen Kritiken doch außerordentlich positiv überrascht, wie sich die Serie entwickelt hat. Im Vergleich zur ersten Staffel wurde die Episodenzahl zudem verdoppelt, was der Geschichte und ihren Charakteren auf jeden Fall zugute gekommen ist. Doch der Reihe nach…

Nach dem Finale der letzten Staffel mussten sich die Überlebenden neu sammeln und sind zu neuen Ufern aufgebrochen. Nach nur einer Episode stagniert die Reise aufgrund unvorhergesehener Ereignisse jedoch bereits wieder und eine Farm soll zum vorübergehenden Lebensmittelpunkt unserer Gruppe werden. An dieser Stelle wird der gestörten Gruppendynamik Raum gegeben sich komplett zu entfalten. Handfeste Zombie-Action gibt es nur in sehr geringen Dosen zu sehen, die aber gerade deshalb umso verstörender wirkt. Ich mochte diese verstörend malerische und dennoch stets bedrohliche Atmosphäre auf der Farm sehr, sehr gerne und habe mich zu keiner Sekunde gelangweilt – und kann somit den größten Kritikpunkt an der zweiten Staffel nicht wirklich nachvollziehen.

Die Gruppendynamik ist stets spannend und entlädt sich immer wieder in äußerst brutalen und mitreißenden Gewaltspitzen. Der Höhepunkt zur Staffelmitte hat mich wirklich mitgenommen und obwohl er – nachträglich betrachtet – nur konsequent und logisch war, so wurde ich davon vollkommen überrumpelt. Auch die Ereignisse, die zum großen Finale führten, waren größtenteils harter Tobak und man sieht deutlich, dass die Serie nicht gerade zimperlich mit ihren Figuren umgeht. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie die Autoren die Serie in der kommenden Staffel fortführen werden – die sonnendurchfluteten Bilder der idyllischen Farm werde ich auf jeden Fall vermissen.

Inszenatorisch ist die Serie weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Sie wirkt roh, unvermittelt und authentisch – soweit man das bei einer Zombie-Serie sagen kann. Auch wenn die Zombies oft dem Rechner entspringen, so fällt das dem (un)geübten Auge kaum auf und man darf sich an teils wirklich gruseligen Untoten erfreuen. Überhaupt wird die Bedrohung durch die Zombies sehr glaubhaft dargestellt. So gibt es zwar keine neumodischen Sprint-Zombies zu sehen, doch durch ihre schiere Masse und Beharrlichkeit stellen die Zombie-Herden in „The Walking Dead“ stets eine echte Gefahr dar. Besonders das Staffelfinale überzeugt an dieser Stelle durch ein wirklich unangenehmes Gefühl der Ausweglosigkeit.

Zu kritisieren habe ich einzig und allein die teils redundanten und zudem recht sprunghaften Verhaltensmuster unserer Gruppenmitglieder, doch durch die emotionale Extremsituation erscheinen selbst solche Ausfälle und die daraus resultierenden Diskussionen recht glaubhaft. Für mich hat die Serie in ihrem zweiten Jahr noch einmal an Qualität gewonnen und auch wenn man jetzt schon vermuten kann, dass die folgende Staffel eher noch düsterer werden wird, so freue ich mich dennoch auf eine Rückkehr ins zombieverseuchte Amerika: 9/10 (8.7) Punkte.

12 Gedanken zu “The Walking Dead – Season 2

  1. Die ganze Staffel hätte man auch problemlos in 8 oder 9 Folgen erzählen können (und in dem Fall ist das auch immer besser imho). Vor allem der Rick-Shane-Konflikt avancierte ja schon zum dramatischen Running Gag, dito das Gezicke zwischen Andrea und Dale, gegen Ende auch das Hin und Her zwischen Maggie und Glenn. Einfach gähning, hinzu kommt, das Figuren wie Laurie ihr Fähnchen nach dem Wind ausrichten. Denke das hat viele, darunter mich, gestört.

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  2. Natürlich hätte man die Geschichte etwas kompakter erzählen können, aber das wäre dann vielleicht dem Gefühl der falschen Sicherheit abträglich gewesen, hinter dem sich nicht nur die Figuren, sondern auch wir Zuschauer verstecken konnten. Gerade das Finale inklusive Höhepukt des Rick/Shane-Konflikts wirkte dadurch umso bedrückender und auch davor gabe es immer wieder Stellen, die einen krassen Gegensatz zur heilen Farmwelt darstellten. Für mich hat das sehr gut funktioniert, dennoch kann ich die Kritiken an dieser Stelle zumindest nachvollziehen, da die Konflikte oft mit dem Holzhammer ausgetragen wurden.

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  3. Klingt ja schon mal sehr verlockend. Ich hatte auch sehr unterschiedliche Sachen über Staffel 2 gehört, aber jetzt bin ich etwas beruhigter, dass der Zombie-Apokalypse in Serien-Format doch noch nicht so schnell die Luft ausgeht.

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  4. Die Serie nutzt meiner Meinung nach eben perfekt ihr Medium und gibt den Charakteren entsprechend Raum. Wenn man in jeder Episode nur Zombie-Gemetzel sehen würde, wäre das doch auch nichts. Für mich zumindest die nahezu perfekte Mischung aus Endzeit-Drama und Zombie-Schocker.

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  5. Bin, was die zweite Season angeht, so zwiegespalten wie der Brunnen-Zombie in der einen Folge. Einerseits habe ich mich im ersten Drittel (nach sehr gutem Einstieg) doch ordentlich gelangweilt, weil mir die Charaktere einfach nicht nahe gingen. Andererseits war die Auflösung des Scheunendramas ganz großes Fernsehen und nach der monatelangen Pause gab es auch nichts mehr zu meckern bis hin zum (im Gegensatz zur vorigen Staffel) rundum gelungenen Abschluss. Mir wären Auseinandersetzungen mit Zombies oder anderen Überlebenden lieber als das interne Gruppengerangele – mal sehen, was die dritte Staffel da anzubieten hat.

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  6. Ich hatte ja bei der ersten Staffel teils noch Probleme mit den Charakteren und dem emotionalen Bezug zu ihnen. Auf der Farm sind sie mir jedoch ans Herz gewachsen und ich mochte auch die neuen Figuren sehr gerne. Durch den Wegfall des zentralen Konflikts zwischen Rick und Shane dürfte die neue Staffel zumindest einen anderen Schwerpunkt haben, zudem wir es ja auch mit einer neuen Fraktion zu tun bekommen (Kapuzentyp bei Andrea). Insofern bin ich schon wirklich gespannt und würde ich gerade nicht mitten in „A Song of Ice and Fire“ stecken, befände sich die Comic-Vorlage wohl schon auf dem Weg zu mir…

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  7. Ich fühle mich jetzt so leer am Montag ohne neue Folgen…
    Ich liebe die Serie auch nach Staffel 2, kann allerdings verstehen, dass sie manche etwas irritiert zurück gelassen hat. Tatsächlich hat mir hier und da auch etwas die Zombie-Action gefehlt, die Situation auf der Scheune war so ungewohnt „sicher“. Aber gerade mit den fulminaten Midseason-Showdown und dem gesamten Staffelfinale wieder mal wirklich ganz großes Fernsehen!

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  8. Sehe ich genauso und ich bin mir auch sicher, dass sowohl das Midseason-Finale, als auch das Staffelfinale nicht halb so intensiv gewirkt hätten, wenn man zuvor nicht gewisse Entwicklungen gesehen hätte. Ich denke hier nur an Daryl Dixons aufopferungsvolle Suche nach Sophie. Natürlich hat mich Loris sprunghaftes Verhalten auch genervt, aber so ist die Figur nun einmal angelegt – eben noch etwas mit dem Rick zu kämpfen hat… 😉

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  9. Staffel 1 war ziemlich lahm. Staffel 2 hingegen hat mich überzeugt. Mehr Folgen aber trotzdem viel packender als Staffel 1. Immer noch hier und da Soap-Charakter, aber insgesamt eine viel bessere Mischung.
    Werde wohl 8/10 geben, statt 6/10 für Staffel 1.

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  10. Der Soap-Charakter gehört ja auch irgendwie zur Serie und kaum ein Serial kommt ohne diesen aus. Bei „The Walking Dead“ bildet er zudem einen schönen Kontrast zu den wirklich harten und actionreichen Szenen. Auf jeden Fall war Staffel 2 noch einmal eine deutliche Steigerung, keine Frage!

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  11. Pingback: Review: The Walking Dead / 2. Staffel (Serie)

  12. Pingback: The Walking Dead – Season 3 | Tonight is gonna be a large one.

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