
Knapp vier Monate habe ich für den zweiten Teil der „A Song of Ice and Fire“-Saga benötigt. Eine lange Zeit, doch wenn man bedenkt, dass ich nur am Abend und ab und zu am Wochenende zum Lesen komme, habe ich die knapp 1000 Seiten doch erstaunlich schnell verschlungen. Dies alles klingt nun nach viel Arbeit, doch das Eintauchen in die Welt von „A Clash of Kings“ ist größtenteils pures Vergnügen. Hat man sich erst einmal an die unglaubliche Figurenvielfalt gewöhnt und weiß einzelne Königsfamilien und Lordschaften einzuordnen, macht der komplexe Kampf um die Vorherrschaft in Westeros enorm viel Spaß.
Im Vergleich zum ersten Band „A Game of Thrones“ konnte ich mich nicht auf die Kenntis der TV-Serie stützen. Dennoch habe ich mich schnell in die Handlung eingefunden und war stets neugierig, wie die diversen Figuren mit dem Umbruch umgehen, in dem sich ihre Welt befindet. Erneut gibt es einige überraschende Wendungen und Todesfälle (oder auch nicht) zu bestaunen. Teils treibt Martin die Verwirrtaktik sogar so weit, dass man als Leser erst Kapitel später versteht, wovon die Figuren sprechen. Ich denke hier z.B. an die Jagd auf Bran und Rickon samt gezogener Konsequenzen. Eine ungewohnte Erzählweise und doch erstaunlich mitreißend. Nervenzerreißende Cliffhanger am Ende der Kapitel sind somit an der Tagesordnung.
Inhaltlich stehen vor allem die diversen Machtkämpfe und Intrigen der verschiedenen Häuser im Vordergrund, doch auch mit Schlachtszenen wird nicht gegeizt. Hinzu kommt die verstärkte Einbindung von Fantasyelementen, welche im ersten Band noch beinahe komplett außen vor gelassen wurden. Besonders bei diesen bin ich schon sehr gespannt auf die Umsetzung in der TV-Serie, welche aktuell ja kurz vor dem US-Start der zweiten Staffel steht.
Welche Handlungsstränge haben mir am besten gefallen? Wohl erneut die Abenteuer von Jon Snow, Tyrion und Arya – wobei Daenerys Handlungsstrang mich stellenweise auch zu begeistern wusste, da dieser die wohl stärksten Fantasyelemente enthält. Bei den restlichen Figuren wird der Fokus eher auf Intrigen und Schlachtszenen gelegt, was teils große Aufmerksamkeit erfordert, um zwischen all den Rittern, Lords und Königen noch den Überblick zu behalten.
Für mich war „A Clash of Kings“ eine fantastische Erfahrung, da ich nun endlich weiß wie die Geschichte weitergeht – und auch pünktlich zum Start der zweiten Staffel der TV-Verfilmung mit der Vorlage fertig wurde. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich mit einem anderen Buch eine Auszeit von Westeros nehmen soll oder im Anschluss sofort mit „A Storm of Swords“ weitermache, welches die 1200 Seiten sprengt. Im Moment fällt es mir noch schwer, mich von Martins Saga zu trennen. Großartige Unterhaltung: 10/10 Punkte.








