Godzilla (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Godzilla“ am 24. April 2021 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der Mai ist noch nicht einmal vorbei – und schon habe ich es zum ersten Mal in diesem Jahr ins Kino geschafft. Unglaublich! Mit der Neuinterpretation von „Godzilla“ fiel die Wahl auf einen Film, für den sich Kino auch richtig lohnt. Mit Dolby Atmos und 3D wurde folglich auch genug Schnick-Schnack geboten, um den Preis von 12 Euro(!) zu, ähm, rechtfertigen. Die Kritiken, die ich im Vorfeld überfolgen hatten, ließen entweder den Film des Jahrhunderts oder die größte Gurke aller Zeite erwarten – die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen… Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn ich zu Godzilla als Filmmonster keine besonders tiefe Beziehung habe, so erinnere ich mich doch noch gut an regnerische Sonntagnachmittage, an denen ich mich von den japanischen Originalfilmen habe berieseln lassen. An die Handlung der Filme kann ich mich nicht mehr erinnern, doch hatte ich Spaß an den Monstern und Effekten – zumindest bis ich 1993 „Jurassic Park“ im Kino sah. Auch mit Godzilla sollte ich 5 Jahre später noch eine Begegnung auf der großen Leinwand haben: Nachdem mich Roland Emmerichs „Independence Day“ 1996 in einen Actionrausch versetzte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen 1998 auch seine stark amerikanisierte Interpretation von „Godzilla“ zu sehen. Auch wenn der Film viel Kritik einstecken musste, so hatte ich doch Spaß mit der großen, albernen Monsterhatz. Gut 16 Jahre später wählt Gareth Edwards einen gänzlich anderen Ansatz, der das Düsterkino moderner Blockbuster, wie z.B. „The Dark Knight“, mit dem Setting und den Themen der klassischen „Godzilla“-Filme kombiniert.

Man merkt dem Film an, dass Edwards seine Vorbilder genau studiert hat. Der eröffnende Helikopterflug erinnert unweigerlich an Steven Spielbergs „Jurassic Park“ und lässt in Gedanken John Williams eingängigen Score erklingen. Welch Freude! Auch die Ankuft der Wissenschaftler an der Ausgrabungsstätte weckt diese Assoziation – herrlich altmodisch erzählt und auf Ereignisse anspielend, die ihren Schatten vorauswerfen. Auch der familienlastige Teil der Geschichte weiß anfangs zu gefallen: Bryan Cranston (Walter White, „Breaking Bad“) als Nuklearwissenschaftler, der seine Frau bei einem Unfall verliert und daraufhin manisch nach den Gründen für das Unglück sucht. Da hätte man wirklich etwas draus machen können. Leider lässt man mit ihm einen der wenigen interessanten Charaktere des Films viel zu früh (und ohne Grund oder emotionale Wirkung) sterben und verlagert den Fokus vollkommen auf seinen Sohn; dargestellt von Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass, „Kick-Ass“), der mit leerem Blick unter seinen Muskelbergen leider immer ein wenig dümmlich wirkt. Da ich leider nur die synchronisierte Fassung gesehen habe, mag ich aber auch nicht zu harrsch mit der Schauspielleistung ins Gericht gehen. Toll war es jedoch nicht.

Nach dem schönen Prolog ist der restliche Handlungsaufbau leider ein wenig schleppend. Auch der zweite große Handlungsstrang, der die Wissenschaftler um Ken Watanabe (in seiner Rolle leider völlig verschenkt) verfolgt, bleibt seltsam ereignislos, erinnert dabei aber stark an die Originalfilme um die Riesenechse. Ich hätte gerne mehr abenteuerliche und unterhaltsame Set Pieces gesehen, die der Film durchaus zu bieten hat (z.B. die Szenen auf der Eisenbahnbrücke), welche jedoch hinter etlichen bemüht wirkenden Dialogszenen hintenanstehen. Und jetzt komm mir keiner mit „Der weiße Hai“, „Jurassic Park“ oder ähnlichen Vergleichen, denn Spielberg spielte damals in einer ganz anderen Liga. Wenn es allerdings zur Sache geht, dann zieht Edwards wirklich alle Register und schafft unglaublich atmosphärische Bilder, die großartig komponiert sind. Die Action bleibt stets überschaubar und die Monster sind beeindruckend in Szene gesetzt. Ein audiovisueller Hochgenuss.

Insgesamt ist die 2014er Neuauflage von „Godzilla“ somit ein inhaltlich relativ flacher Actionfilm, der gerne mehr sein würde als er eigentlich ist. Wenn man über das schwache Drehbuch hinwegsehen kann und auch nicht mehr Anspruch erwartet, als bei den alten „Godzilla“-Filmen, dann sollte man sich zurücklehnen und ein mit ca. 2 Stunden Laufzeit etwas zu lang geratenes Bombastkinoerlebnis genießen. Auch wenn mir Guillermo del Toros vergleichbarer Kaiju-Klopper „Pacific Rim“ noch einmal deutlich besser gefallen hat, so haben sich mir manche Bilder des gestrigen Kinobesuchs doch eingebrannt. Kein Überflieger, aber für Monsterfreunde wirklich gute Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Dexter – Season 7

Kaum gönnt man sich eine kleine Auszeit von einer Serie, so kann das die empfundene Qualität wieder enorm steigern. Bis zur Sichtung von „Dexter – Season 7“ sind über zwei Jahre ins Land gegangen und die Motivation weiterzuschauen war nach der doch ein wenig schwächelnden sechsten Staffel auch nicht allzu groß. Umso mehr freut es mich, dass es die Serie erneut geschafft hat mich zu packen… Spoiler sind zu erwarten.

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Nach dem teils sehr abstrusen Verlauf der sechsten Staffel, bot der Cliffhanger doch so einiges an Spannung in Bezug auf die weitere Entwicklung der Serie. Debra ist also hinter das Geheimnis ihres Bruders gekommen. Wie ihre Beziehung dadurch auf die Probe gestellt wird, ist auch eines der Hauptthemen dieser Staffel. Teils funktioniert dieser Handlungsstrang für mich sehr gut, teils dreht er sich auch ein wenig im Kreis. Dennoch fand ich es richtig, dass sich die Serie wieder mehr auf Dexter konzentriert hat. Aus der Gefahr des Erwischtwerdens nährt sich die Spannung einfach am besten – außerdem ist dies der einzig konsequente Weg, den die Serie in ihrem inzwischen siebten und vorletztem Jahr einschlagen kann.

Neben dem Haupthandlungsstrang gibt es einige Nebenschauplätze, die teils enorm klischeehaft geschrieben und mit zu vielen Zufällen angereichert sind, doch letztendlich viel Spaß machen. Der schwule Mafiaboss, der sich zudem noch als Dexters Bruder im Geiste entpuppt, war letztendlich ein wirklich nett geschriebener Charakter und die Mörderbraut Hannah McKay, gespielt von der hinreißenden Yvonne Strahovski (Sarah, „Chuck“), war eine passender Gegenpol zu Dexters Beziehung zu Debra. Auch wenn die Serie ihre besten Tage hinter sich hat, so hat mich doch ausnahmslos jede Episode erfreut und ich habe es genossen, mich wieder einmal in die dunklen Schatten des sonnendurchfluteten Miamis zu begeben.

Mit dem Finale gibt es erneut eine Wendung, welche die Weichen für das Finale neu stellt. Letztendlich bin ich froh die Serie nicht vorzeitig aufgegeben zu haben und freue mich auf den Abschluss, von dem ich bisher leider nur negative Meinungen (glücklicherweise ohne Spoiler) gelesen habe. Ich bin auf jeden Fall schon wirklich gespannt, was sich die Autoren haben einfallen lassen. Einfach dürfte es wohl nicht gewesen sein, diesen seltsam sympathischen Serienmörder aus dem Serienkosmos ausscheiden zu lassen, ohne gewisse Aspekte mit einem üblen Beigeschmack ausklingen zu lassen. Wenn das qualitative Niveau dieser siebten Staffel gehalten wird, bin ich aber mehr als zufrieden: 8/10 (8.2) Punkte.

Stichtag – OT: Due Date (2010)

Freitagabend, Zeit für einen Film. Dabei würde es unendlich viele andere Dinge zu erledigen geben. Hausplanungen vertiefen, Studienarbeiten bewerten. Solche Sachen eben. Aber da die letzte Filmsichtung schon wieder zwei Wochen zurückliegt, habe ich die Todd-Phillips-Komödie „Stichtag“ aus dem Regal gezogen. Übrigens verfasse ich mit dieser Besprechung erstmals einen Eintrag auf meinem neuen 23-Zoll-Monitor und alles sieht sehr anders aus, deshalb bitte nicht wundern, sollte die Kritik a) viel ausführlicher oder b) viel knapper ausfallen als sonst…

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Ich muss ja zugeben, dass ich Todd Phillips „Hangover“-Trilogie ziemlich gelungen finde (selbst dem dritten Teil konnte ich noch etwas abgewinnen). Auch Zach Galifianakis sehe ich ich spätestens seit der TV-Serie „Bored to Death“ sehr gerne und finde ihn, selbst in repetitiv angelegten Rollen, stets lustig. Da bin ich sehr einfach gestrickt. Insofern gute Voraussetzungen für „Stichtag“, in dem Galifianakis an der Seite von Robert Downey Jr. auf einen Roadtrip durch die USA geschickt wird. Eine simple Prämisse, unter 100 Minuten Laufzeit und starke Schauspieler. Was soll da bei einer Komödie noch schief gehen?

Die Kritiken zu „Stichtag“ waren nicht sonderlich positiv, weshalb meine Erwartungen nicht besonders hoch waren. Letztendlich hat dies auch ziemlich perfekt zum Film gepasst, der tatsächlich nicht überragend ist. Ich musste ein paar Mal laut lachen, habe die tollen Landschaftsbilder genossen und ansonsten eine mehr oder minder mittelmäßige Komödie gesehen. Ganz nett, aber eben auch nicht mehr. Downey Jr. und Galifianakis harmonieren recht gut, es gibt ein paar schöne Gastauftritte, doch letztendlich ist der Film kurz nach dessen Ende auch schon wieder vergessen. Zum einmal Schauen durchaus geeignet, doch beim nächsten Filmabend lieber noch einmal „Hangover“ einlegen: 6/10 Punkte.

Homeland – Season 2

Als ich die erste Staffel der Serie verschlungen habe, hätte ich nie gedacht, dass bis zur Sichtung von „Homeland – Season 2“ weit über zwei Jahre ins Land gehen. Ich war damals wirklich schwer begeistert und mir sicher eine neue Lieblingsserie entdeckt zu haben. Wie man das als Serienfreund so kennt, wurde ich in der Zwischenzeit allerdings gut abgelenkt. Nun war es jedoch soweit: Sollte ich mit der zweiten Staffel erneut ein Highlight der Serienunterhaltung erleben? Spoiler sind zu erwarten.

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Bot die erste Staffel Spannungskino und Charakterdrama auf höchstem Niveau, so nähert sich das zweite Jahr eher der inhaltlich vergleichbaren TV-Serie „24“ an. Die soll nun nicht abwertend klingen, habe ich mit Jack Bauer doch auch einige großartige Staffeln erlebt. Es fällt jedoch deutlich auf, dass der Fokus mehr auf Effekte und Twists gesetzt wird. Selbst bekannte Charaktere verlieren über den Verlauf der Staffel immer mehr an Glaubwürdigkeit. All das macht noch lange keine schlechte Serie, doch mit dem intensiven Erlebnis, das noch die erste Staffel bot, kann „Homeland“ im zweiten Jahr leider nicht mehr ganz mithalten.

Die erste Hälfte der Staffel hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen und ich dachte noch, dass man das hohe Niveau halten kann: Carrie wird einigermaßen glaubwürdig zurück ins Spiel gebracht und darf sich sogleich in einem Auslandseinsatz beweisen. Auch die erste Wendung rund um Brody hat mir ausgezeichnet gefallen, da ich es ohnehin unglaubwürdig fand, dass er nach dem umstrittenen Finale des Vorjahres genauso weitermacht wie zuvor. Insofern nur konsequent, dass er die Seiten wechselt. Leider wollte man seine Figur weiterhin möglichst ominös wirken lassen und als dann die Affäre mit Carrie wieder aus dem Hut gezaubert wurde, hatte die Staffel für mich ihren Tiefpunkt erreicht.

Gegen Ende wird wieder Fahrt aufgenommen und ein Verschwörungsplot ins Spiel gebracht. War irgendwie zu erwarten, hat mich aber dennoch ein wenig unbefriedigt zurückgelassen. Obwohl Schauspieler, Inszenierung, Look usw. der ersten Staffel in nichts nachstehen, so wirkt die Serie in ihrem zweiten Jahr über weite Strecken einfach nicht so ausgefeilt. Besonders was das Drehbuch angeht. Das Staffelfinale hat mich dagegen wirklich noch einmal überraschen können – und auch wenn ich nicht mit jeder Charakterentwicklung einverstanden bin, so hätte ich danach dennoch gerne weitergeschaut.

Letztendlich ist meine Kritik wirklich Jammern auf hohem Niveau, denn auch im zweiten Jahr ist „Homeland“ eine packende und hochwertig produzierte Serie. Nach der grandiosen ersten Staffel hatte ich mir aber einfach ein wenig mehr erwartet. Angefixt bin ich dennoch wieder und werde somit bestimmt auch irgendwann in die dritte Staffel reinschauen – nur ist das Bedürfnis nicht mehr ganz so groß wie damals:  8/10 (7.7) Punkte.

3rd Rock from the Sun – Season 1

Nach dem Ende von „That ’70s Show“ habe erneut zu einer Sitcom gegriffen, die ich teilweise bereits aus dem Fernsehen kannte. Damals habe ich „3rd Rock from the Sun – Season 1“ natürlich in der synchronisierten Version mit dem Titel „Hinterm Mond gleich links“ gesehen und hatte stets viel Spaß dabei. Ein wirklicher Klassiker war die Serie für mich jedoch nie, weshalb ich umso gespannter war, wie sie heute noch funktioniert…

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Auch wenn die Prämisse ein wenig gewöhnungsbedürftig ist (vier Aliens erforschen in Menschenkörpern unseren Planeten), so musste ich während der Sichtung immer wieder feststellen, wie unglaublich gut und pointiert „3rd Rock from the Sun“ geschrieben ist. Da können sich etliche heutige Sitcom-Autoren einige Scheiben abschneiden. Neben den spritzigen Drehbüchern gewinnt die Serie vor allem durch John Lithgow, der eine fantastische Vorstellung als High Commander abliefert. Kaum zu glauben, dass dies der gleiche Schauspieler ist, der etliche Jahre später in „Dexter“ einen der perfidesten Serienmörder der Film- bzw. Seriengeschichte spielen sollte. Eine wahre Freude!

„3rd Rock from the Sun“ funktioniert vermutlich deshalb so gut, weil man als Zuschauer durch die Protagonisten einen gänzlich neuen und unglaublich erfrischenden Blickwinkel auf die alltäglichsten Dinge bekommt. Dabei werden Themen, wie ethnische Zugehörigkeit oder die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, völlig überzogen und respektlos angegangen, was mit menschlichen Protagonisten schnell in rassistische oder sexistische Bereiche abrutschen könnte. Aufgrund der comichaften Charaktere schwankt der Humor stets zwischen messerscharfer Satire und albernstem Slapstick. Eine Mischung, die für mich wirklich perfekt funktioniert.

Wenn ich Sitcoms schaue, dann mag ich es normalerweise, wenn ich mich mit den Charakteren identifizieren und mit ihnen auf eine Reise gehen kann. Charakterentwicklung eben mit einer fortführenden Handlung und einem gewissen Soap-Opera-Sog, wie man es z.B. aus „Die wilden Siebziger!“, „Friends“ aber auch aus „How I Met Your Mother“ oder „The Big Bang Theory“ kennt. Dieser Effekt mag sich in „Hinterm Mond gleich links“ aufgrund der stark überzeichneten Charaktere nicht wirklich einstellen, was mir den Zugang ein wenig erschwert hat. Ebenso weiß ich die dramatischeren Handlungselemente in den letzten Episoden noch nicht wirklich einzuordnen. Aber ich bin guter Hoffnung, dass diese in den folgenden Staffeln auch mit viel Humor aufgelöst werden.

Auch wenn die Serie heute nicht mehr den frischesten Look hat, so ist der Humor doch zeitlos und ich musste schon lange nicht mehr so häufig laut lachen, wie während dieser Serie. Ich bin nun gespannt, wie es weitergeht. Nach einem etwas holprigen Einstieg hat mich die Serie gepackt und ich freue mich nun wirklich sehr auf die noch kommenden fünf Staffeln: 8/10 (8.4) Punkte.

Almost Famous – Extended Version (2000)

Es gibt als Filmfreund Zeiten, da schaut man Filme, die einen zwar gut unterhalten, die man nett findet, doch die einen nicht wirklich mitreißen. Manchmal geht das wochenlang so. Dann gibt es jedoch wieder diese Filme, die einem die Tränen in die Augen treiben. Einfach weil sie so schön sind. Zu diesen seltenen Werken gehört Cameron Crowes „Almost Famous“ – ein Film, der von unzähligen Kleinigkeiten lebt, der eine sehr persönliche Geschichte erzählt, und dabei dennoch epischer wirkt, als so mancher Historienstreifen. Ein Film, der mich daran erinnert, warum ich Filme liebe.

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Entdeckt habe ich „Almost Famous“ bereits vor etlichen Jahren. Zwar nicht mehr im Kino, aber die DVD ist öfter in den Player gewandert; bereits damals in der verlängerten Fassung, die auch als Untitled Version oder The Bootleg Cut bekannt ist. Ich kann mir auch gar keine andere Fassung mehr vorstellen und möchte keine der 161 Minuten missen. Man begibt sich mit William Miller (vom jungen Patrick Fugit großartig gespielt) auf eine Reise, die absolut bestimmend für sein Leben sein wird. So wie sie es auch für Cameron Crowe („Wir kaufen einen Zoo“) selbst war, der in dem Drehbuch seine eigenen Erfahrungen als junger Musikjournalist verarbeitet hat. Eine mehr als bedeutsame Reise, die jedoch so wunderbar leicht erzählt wird, dass es eine wahre Freude ist.

„Almost Famous“ ist ein waschechter Musikfilm. Sex, Drugs and Rock’n’Roll? Konzentrieren sich andere Filme dieses Genres häufig auf die beiden erstgenannten Aspekte, so wird hier eindeutig der Rock’n’Roll-Teil in den Mittelpunkt gestellt. Mit allem, was dazu gehört. Wir erleben diese verführerische Welt durch die Augen eines 15-jährigen Musikjournalisten/Fans, der das bunte Treiben so herrlich unverbraucht aufsaugt, dass man als Zuschauer nur staunen kann. Glücklicherweise wird sein Charater nicht naiv dargestellt; Crowes Alter Ego weiß was er will und meist auch wie er es erreichen kann. Er bleibt sich selbst treu und gewinnt dabei nicht nur die Herzen der schillernden Charaktere der fiktiven Band STILLWATER (u.a. Billy Crudup und Jason Lee).

Es gab mehrere Stellen im Film, in denen ich tatsächlich feuchte Augen hatte. Nicht weil er so traurig gewesen wäre, sondern weil manche Szenen (z.B. die TINY DANCER-Montage) so unglaublich mitreißend inszeniert oder manche Dialoge (nahezu alle Szenen zwischen Philip Seymor Hoffman und Patrick Fugit) so unglaublich auf den Punkt geschrieben sind. In „Almost Famous“ drückt uns Cameron Crowe auch keine schon unzählige Male gesehene Liebesgeschichte auf, sondern weckt durch Kate Hudsons Figur, die beinahe schon mystische Penny Lane, alle nur erdenklichen Bedürfnisse, was sie letztendlich tatsächlich zur wahren Muse macht – und jegliche körperliche Liebe der Liebe zur Musik unterordnet.

Auch wenn „Almost Famous“ in seiner erweiterten Schnittfassung eine recht stattliche Länge aufweist, so ist er zu keiner Sekunde langweilig. Neben den oben genannten Schauspielern erleben wir noch Frances McDormand und Zooey Deschanel („New Girl“) in bedeutenderen Rollen; ohnehin ist der Film unglaublich gut besetzt, was – trotz der teils märchenhaften Atmosphäre – zum Realismus der darsgestellten Welt beiträgt. Ich könnte nun noch ewig weiterschreiben, doch wenn ihr bis hier gelesen habt, auch nur ein wenig mit Gitarrenmusik anfangen könnt und Coming-of-Age nicht abgeneigt seid, dann schaut diesen Film: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Die Monster Uni – OT: Monsters University (2013)

Nach dem interessanten Kurzfilm „Der blaue Regenschirm“ stand nun endlich eine lang erwartete Fortsetzung auf dem Programm: Mit „Die Monster Uni“ hat Pixar mir den Wunsch erfüllt noch einmal in die Welt der Monster und Erschrecker zurückzukehren. Ich kann kaum glauben, dass seit meiner ersten Begegnung mit Mike und Sully inzwischen schon 13 Jahre vergangen sind. Dreizehn Jahre. Vielleicht wirkte es deshalb zu Beginn auch etwas befremdlich die Charaktere in jüngeren Jahren zu sehen – bei dieser Fortsetzung handelt es sich nämlich um ein waschechtes Prequel!

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Wie der Titel vermuten lässt, begleiten wir Mike und Sully während ihres turbulenten Studentenlebens. Der Film bietet alles, was man von einem amerikanischen College-Film erwarten würde – nur natürlich in einer kindgerechten Variante. Was an Sex und Anzüglichkeiten eingespart wird, machen Verbindungen, Außenseiter, Leistungsdruck und Zukunftsängste wett. Hinzu kommen etliche Archetypen, die einem bereits unzählige Male in diversen Filmen begegnet sind – nur eben mit dem Twist, dass es sich um Monster handelt. Dies alles ist quietschbunt und temporeich inszeniert, doch leider entwickelt sich der Plot auch genau so, wie man es in diesem Genre erwarten würde: Der Film lässt leider genau den Einfallsreichtum vermissen, der den Vorgänger „Die Monster AG“ ausgezeichnet und bis heute zu meinem Lieblingsfilm des Animationsstudios gemacht hat.

Technisch ist der Film äußerst beeindruckend und ich hatte den Eindruck, dass Pixar möglichst viele Lichtstimmungen perfekt in Szene setzen wollte. So erleben wir mehrfach die goldene Stunde, gleißende Sonnenstrahlen, diffuses Licht und schummrige Dämmerungen. All dies sieht so unglaublich gut aus, dass ein beinahe schon fotorealistischer Eindruck entsteht – wären da nicht die vielfältigen Monster. Inhaltlich kann „Die Monster Uni“ leider nicht ganz mithalten, tritt er doch zu häufig auf der Stelle und nutzt das Potential dieser einfallsreichen Welt leider nicht komplett aus. Dennoch macht er jederzeit Spaß, bietet liebenswürdige Charaktere und nette Anspielungen auf den chronologischen Nachfolger.

Insgesamt bin ich doch ein wenig enttäuscht, besonders wenn man bedenkt wie großartig z.B. die „Toy Story“-Fortsetzungen waren. Für mich tatsächlich einer der schwächsten Pixar-Filme, wenngleich dies natürlich Kritik auf äußerst hohem Niveau ist. Am Ende hatte ich tatsächlich Lust direkt im Anschluss noch einmal „Die Monster AG“ einzulegen, was ich letztendlich als doch sehr gutes Zeichen werte: 8/10 Punkte.

Der blaue Regenschirm – OT: The Blue Umbrella (2013)

Pixar-Filme zu besprechen ist schon immer anstrengend, muss man sich neben dem Hauptfilm – im aktuellen Fall „Die Monster Uni“ – auch noch einem Kurzfilm widmen. Wie immer war ich auf diesen auch sehr gespannt, besonders da ich im Vorfeld noch rein überhaupt nichts von „Der blaue Regenschirm“ gehört hatte.

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Die ersten Szenen konnte ich zunächst nicht zuordnen und fragte mich beinahe, ob Pixar sich erstmals an einem Realfilm bzw. einer Kombination aus Film und Animation versucht hatte. Extreme Detailaufnahmen, geringe Schärfentiefe und ein generell sehr filmischer Look könnten selbst geübte Augen trügen. Zumindest bis den Alltagsgegenständen, wie einem Postkasten oder einer Ampel, plötzlich Leben eingehaucht wird. Dabei greift Pixar das auch im Internet weit verbreitete Phänomen der Gesichter in Alltagsgegenständen auf, was zu einigen netten Effekten führt.

Die titelgebenden Regenschirme sind dagegen eher klassich animiert, was einen gewissen Charme besitzt. Die Geschichte ist ruhig und lebt vor allem durch die Inszenierung und die Kraft der Bilder. Nett, aber nicht überraschend. Schön, aber nicht herzergreifend. Am Ende wird vor allem die grandiose Optik in Erinnerung bleiben – und die Frage, ob man von Pixar demnächst einen Film in fotorealistischem Look zu sehen bekommen wird: 8/10 Punkte.

Game of Thrones – Season 3

Nachdem in den USA bereits die vierte Staffel gestartet ist und für Zündstoff sorgt, bin ich endlich dazu gekommen „Game of Thrones – Season 3“ nachzuholen. Auch diese hat unter den Fans für hitzige Diskussionen gesorgt, was mich aufgrund der Buchvorlage auch nicht verwundert. Insofern war ich mehr als gespannt, wie die Macher der Serie gewisse Ereignisse adaptiert haben… Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn ich erst im Januar die zweite Staffel nachgeholt habe, brauchte ich am Anfang wieder eine gewisse Anlaufzeit, um in Westeros anzukommen. Zudem war mir „A Storm of Swords“ noch sehr präsent, was automatisch zu einem beständigen Vergleich zwischen Buchvorlage und Serienadaption führte. Auch wenn sich HBO für die Verfilmung des dritten Bandes der „A Song of Ice and Fire“-Reihe deutlich mehr Zeit (nach aktuellem Stand wohl ca. eineinhalb Staffeln) genommen hat, so wirkte die Handlung auf mich doch ziemlich gehetzt. Nach ein paar Episoden hatte mich die Serie allerdings wieder komplett im Griff und ich kann nur kritisieren, dass nach 10 Folgen schon wieder alles vorbei war. Meiner Meinung nach hätten es für diese Staffel ruhig 12 bis 13 Episoden sein dürfen.

Erneut fand ich es ziemlich geschickt, wie die Autoren gewisse Handlungsstränge verknappt bzw. Charaktere umbesetzt haben: So wurde z.B. Jaimes Peiniger durch einen Bolton-Schergen ersetzt, was im Sinne der Geschichte perfekt funktioniert hat. Teils wurden auch Schwerpunkte gesetzt, die ich so nicht ewartet hätte (z.B. die ausführlichen Szenen mit Beric Dondarrion und der Brotherhood Without Banners). An anderen Stellen merkt man, dass das Medium Film bzw. Serie doch ganz anders funktioniert, als ein geschriebener Text: Die Wendungen um die Identitäten von Ser Barristan Selmy als neuer Verbündeter Daenerys Targaryens und Theon Greyjoy als Spielball Ramsey Boltons fehlten komplett. Dies ist einerseits schade, da die Wirkung im Buch teils enorm war, andererseits funktioniert die Geschichte auch ohne zusätzliche Twists perfekt.

Der grausame Höhepunkt der Staffel ist natürlich die Episode „The Rains of Castamere“, welche mich trotz Kenntnis der Vorlage ziemlich mitgenommen hat. Wahrlich beeindruckend grausam. Ich konnte die Spannung kaum ertragen – und als es soweit war, wollte ich es nicht wahrhaben. Auch wenn mich die Schilderung in der Vorlage noch mehr verstört hatte, so war die emotionale Wirkung in der Serie beinahe noch größer. Dies ist vor allem der ausführlicheren Darstellung der Beziehung zwischen Robb und seiner Frau Talisa zu verdanken, die im Buch komplett außen vor gelassen wurde. Zurecht eine Episode, die in die Seriengeschichte eingehen wird.

Innsgesamt war auch die dritte Staffel von „Game of Thrones“ einfach nur großartige, wenn auch – trotz knapp 10 Stunden Laufzeit – zu kurze Unterhaltung. Vielleicht vermisse ich auch einfach den zweiten Teil des Romans, der noch so einige fantastische Szenen für den Leser bzw. Zuschauer bereithält. Diese wurden allerdings in die vierte Staffel ausgelagert. So bleibt nur die Vorfreude – und die ist gewiss enorm: 10/10 (9.5) Punkte.

Bones – Season 8

Auch wenn ich nach der vorangegangenen Staffel eher ernüchtert war, hat mein Feierabendprogramm noch eine Serie benötigt, der man ohne Weiteres Episode für Episode folgen kann – selbst mit kurzen Schlafpausen. Da ich mich in dem Serienuniversum bereits auskenne, hat es sich angeboten „Bones – Season 8“ weiterzuverfolgen. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Noch weiter als bereits mit der siebten Staffel driftet „Bones“ im achten Jahr immer mehr in Richtung Soap Opera ab. Zudem scheinen die Figuren ihren Biss zu verlieren und es sich in ihren festgefahrenen Rollen nur allzu bequem zu machen. Um es einfach auszudrücken: Den Autoren gehen die Ideen aus. Zwar gibt es theoretisch interessante Ansätze, wie die Geistergeschichte „The Ghost in the Machine“, doch wird selbst solch eine Idee völlig unsinnigen Handlungselementen geopfert.

Recht spannend fand ich – zumindest zu Beginn – den durchgängigen Fall rund um Serienmörder Christopher Pelant sowie ein paar nette Einzelfälle. Insgesamt gesehen waren die 24 Episoden der Staffel jedoch zu den Vorjahren ziemlich redundant, was zur Folge hatte, dass ich tatsächlich öfter mal bei der Sichtung eingeschlafen bin. Aufgrund der prozeduralen Struktur, konnte ich allerdings ohne Probleme beim nächsten Fall wieder einsteigen. Ob das nun positiv zu bewerten ist?

Wie bereits bei der verwandten Serie „The Mentalist“ sehe ich wirklich nicht mehr die Notwendigkeit hier am Ball zu bleiben. Zwar sind mir die Charaktere irgendwie vertraut, doch kommen viele Fälle über Mittelmaß einfach nicht mehr hinaus. Für Fans – ich selbst wende mich nun lieber wieder anderen Serien zu, bei denen ich dann hoffentlich wach bleibe: 6/10 (6.4) Punkte.