Co-Review: Der große Gatsby – OT: The Great Gatsby (2013)

Normalerweise schreibe ich meine Filmbesprechungen direkt nach der Sichtung. Bei Baz Luhrmanns Verfilmung von „Der große Gatsby“ hat es allerdings eine Woche gedauert, bis der Blogeintrag fertig war. Woran das liegt? Philipp von Das Cinemascope hatte mich zu einem Co-Review eingeladen, was ich natürlich gerne angenommen habe. Die folgende Besprechung zu „The Great Gatsby“ findet ihr auch auf Philipps Blog – schaut doch mal rein!

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Philipp: „The Great Gatsby“. Ein großer Name. Hier also eine Neuauflage des Klassikers aus dem Jahr 2013. Wie hat dir der Film denn so gefallen?

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Battleship (2012)

Kennt ihr das? Manchmal schwört man sich Filme nie zu sehen, nur um dann in einem schwachen Moment doch einzuknicken. Peter Bergs „Battleship“ ist da so ein Kandidat. Schon alleine dass es sich um eine Verfilmung des Brettspieles „Schiffe versenken“ handelt, lässt mich verzweifelt mit dem Kopf schütteln. Von den miserablen Kritiken einmal ganz zu schweigen. Warum nur konnte ich meine Finger dann doch nicht von dem Film lassen?

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Neulich hatte ich mir noch einmal den Trailer angesehen, weil ich wissen wollte wie Taylor Kitsch in dem Film wirkt, der mich in jeder Episode von „Friday Night Lights“ (FNL) aufs Neue begeistert. Plötzlich sehe ich da auch Jesse Plemons, der in der Football-Serie ebenfalls eine der Hauptrollen besetzt, mich zudem als fieser Todd in „Breaking Bad“ überzeugt hat und in „Star Wars VII“ die Hauptrolle spielen soll. Dann fällt mir noch auf, dass Regisseur Peter Berg ja ebenfalls bei FNL hinter der Kamera stand und als Produzent tätig war. Schon war meine Neugierde geweckt – und das obwohl der Trailer nur nach Krawall-Action aussah.

Die ersten paar Minuten fand ich wirklich herrlich: Taylor Kitsch als Verlierertyp mit langen Haaren könnte direkt FNL entsprungen sein. Tim Riggins wie er leibt und lebt. Leider nur ohne dessen Charme. Nach der Verwandlung zum 08/15-Actionhelden hatte ich auch schon beinahe wieder vergessen, was mich eigentlich an dem Film gereizt hatte. Schon unglaublich, wie viel ein gutes Drehbuch für einen Schauspieler ausmachen kann. Wirklich schade, dass Kitsch bisher nur Kinoflops hatte – obwohl ich ihn in „John Carter: Zwischen zwei Welten“ ja wirklich gut fand. Eigentlich kann er mehr, wie er in FNL beständig bewiesen hat.

Abseits von den Schauspielern bietet der Film einige Schauwerte, laute Actionszenen und doofen Humor. Ich hatte dabei meinen Spaß, wusste aber in jedem Moment, dass dieser nicht anhalten wird. Über kurz oder lang stellten sich erste Ermüdungserscheinungen ein und die unzähligen Explosionen haben angefangen mich zu langweilen. Wer nun am Ende welches Schiff zerstört, war im Prinip auch egal. Viel Bumm, wenig Hirn. Noch weniger Herz.

Letztendlich fand ich „Battleship“ auch nicht doofer als die anderen Krawall-Actioner da draußen, aber auch nicht gelungener. Das Design der Alien-Schiffe fand ich launig, das der Aliens selbst dagegen unglaublich mies. Über Jesse Plemons hatte ich ich mich in jeder Szene gefreut und am Ende war der Film dann eben irgendwann vorbei. Unterhaltsam, aber auch schon wieder vergessen. Eben am unteren Ende des Durchschnitts: 5/10 Punkte.

Silent Hill: Revelation (2012)

Vermutlich hätte es mir eine Warnung sein sollen, dass ich gut 10 Minuten kämpfen musste, bis die Blu-ray endlich vom Player gelesen wurde. Vielleicht eine Art der Qualitätssicherung, von der ich bisher noch nichts wusste. Doch da es letztendlich noch geklappt hat, wollte ich mir „Silent Hill: Revelation“ natürlich auch ansehen. Zur Einordnung meiner Besprechung: Ich kenne keines der Spiele, doch Christophe Ganses Verfilmung des ersten Teils mochte ich sehr. Spoiler sind zu erwarten.

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Zu Beginn des Films war ich stark verwirrst, bricht er doch komplett mit dem fantastischen Finale des Vorgängers. Warum ist die Tochter wieder zurück in der realen Welt? Ein paar Minuten später wurde dieser abstruse Reset völlig hanebüchen aufgeklärt. Ahja. Die erste Hälfte des Films fühlte sich ein wenig wie eine 80er Jahre Horror-Fortsetzung an. Ich musste öfter an die „A Nightmare on Elm Street“-Reihe denken, in der sich Realität und Albtraum auch stets vermischt haben. Die Entscheidung, ob dies im Jahre 2012 jedoch ein Qualitätsmerkmal ist, lasse ich an dieser Stelle bewusst offen.

Die Schockszenen des Films funktionieren größtenteils und ich saß oft doch recht angespannt auf der Sofakante. Allerdings bin ich auch sehr empfänglich für diese Art der Inszenierung – zumindest wenn es sich um irrationalen Horror handelt. Sobald die Handlung – wenn man sie so nennen mag – jedoch weiter vorangeschritten war, ist auch die Angst verflogen und hat einem beinahe schon hysterischen Lachen Platz gemacht. Genauso vorhersehbar wie die meisten Schockeffekte, ist auch die Geschichte. Jedes Mal wenn ich mir dachte ‚Die werden doch nicht…‘ kam es dann auch so. Angefangen beim Twist – wenn man ihn so nennen mag – um Vincent, bis hin zur Auflösung des gesamten Mumpitz. Untertroffen wurde das alles nur noch von den absolut haarsträubend geschriebenen Dialogen.

Es war ja zu erwarten, doch nach dem atmosphärisch wirklich tollen ersten Teil, hatte ich mir wenigstens nettes Sightseeing in Silent Hill erwartet. Doch selbst da versagt der Film. Was Sean Bean, Kit Harington, Malcolm McDowell und Carrie-Anne Moss in diesen Film getrieben hat? Wer die ersten beiden zusammen sehen will, der sollte sich lieber noch zum dutzendsten Mal die erste Staffel „Game of Thrones“ anschauen. Die folgenden Punkte gibt es nur, weil ich dem Film zugestehen muss, dass er mich doch ein paar Mal gepackt hat und er ein bis zwei nette Bilder liefern konnte. Muss man aber wirklich nicht sehen: 3/10 Punkte.

Pacific Rim (2013)

Momentan lese ich – zumindest sporadisch wenn es die Zeit erlaubt – das wunderbare „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ über Guillermo del Toros filmisches Schaffen. Mein Interesse für den Regisseur befindet sich zurzeit folglich auf dem Höhepunkt, was meine Vorfreude auf „Pacific Rim“ nur noch weiter anfeuerte. Heute war es dann endlich soweit. Ob mich der Film trotz der durchwachsenen Kritiken begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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„Pacific Rim“ ist wahrlich der bildgewordene Big-Budget-Traum eines jeden Jungen. Riesige Roboter kloppen sich mit fantastischen Monstern. Während des Prologs bekam ich den Mund vor Staunen gar nicht mehr zu. So viele Details, so viele Bilder, so viel zu entdecken. Selten hätte ich mir mehr gewünscht einen Film auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Es gelingt Guillermo del Toro unglaublich gut diese Welt lebendig und, bei aller Überzogenheit, glaubwürdig erscheinen zu lassen. Endlich einmal wieder eine originäre Mythologie – selbst wenn diese nur aus Versatzstücken bereits bekannter Werke besteht. Bravo!

Für kleine und große Jungs ist der Film folglich bereits aufgrund seiner Monster und Roboter eine Erfahrung. Wer als Kind auch gerne mal mit Actionfiguren gespielt hat und sonntagnachmittags den einen oder anderen „Godzilla“-Streifen im Privatfernsehen verfolgte, bei dem dürfte der Film ohnehin schon gewonnen haben. Leider können die Charaktere nicht mit der liebevoll austaffierten Welt mithalten, denn weder Konflikte, Entwicklungen oder Dialoge sind hier der Rede wert. Dies schadet dem Unterhaltungswert von „Pacific Rim“ zwar kaum, doch hätte mit ein wenig mehr Feinschliff am Drehbuch noch ein deutlich besserer Film entstehen können.

Unter den unzähligen überladenen Effektfilmen der vergangenen Jahre wüsste ich keinen, der unterhaltsamer und sympathischer wäre, als Guillermo del Toros Ausflug in die Spielzimmer unserer Kindheit. Ein Film, der Charlie Day („It’s Always Sunny in Philadelphia“) als verrückten Wissenschaftler besetzt, kann auch gar nicht so verkehrt sein. Keinesfalls perfekt und möglicherweise schon bald wieder vergessen, doch für zwei Stunden einfach nur wow! Davon dürfte gerne ein Sequel kommen: 8/10 Punkte.

Wall Street (1987)

Alle Welt redet über Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“, doch gab es nicht bereits zuvor einen Film, der sich mit dem Thema Börsenhandel Mitte der 80er Jahre auseinandersetzte? Der ideale Zeitpunkt sich einmal mit Oliver Stones „Wall Street“ zu beschäftigen, der bereits viel zu lange ungesehen im Regal stand.

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Wie auch Martin Scorseses Film erzählt „Wall Street“ die klassische Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Individuums innerhalb eines speziellen Settings. Egal ob Gangstermilieu oder Börse – das Prinzip ist immer gleich: Eine aufstrebende, meist männliche Hauptfigur feiert nach ein paar Niederlagen endlich Erfolge, die letztendlich seinen Charakter verderben und der am Ende zu spät Reue zeigt. Dazwischen gibt es falsche Freunde, Vertrauensbrüche, Geld, Sex und Drogen. Trotz dieses nur allzu bekannten Rahmens, fand ich Oliver Stones offensichtliche Kritik am amerikanischen Kapitalismus der 80er Jahre größtenteils wirklich packend.

Aufgrund seiner klassischen Erzählstruktur wirkt der Film heute noch modern, was man von seinem Look nicht behaupten kann: 80er Jahre wohin man nur sieht. Seien es die Frisuren, die Mode oder die schuhschachtelgroßen Mobiltelefone – wer mit den filmischen 80ern nicht klar kommt, dem wird „Wall Street“ keine Freude bereiten. Für mich unterstreichen der Look und die musikalische Untermalung jedoch das Thema des Films, was ihn insgesamt zu einem exzellent funktionierendem Zeitdokument macht.

Die Schauspielleistungen sind leider durchwachsen und reichen von großartig (Michael Douglas als Gordon Gekko), über bemüht (Charlie Sheen als Bud Fox) bis hin zu nervtötend (Daryl Hannah als Darien Taylor). Schön fand ich es Martin Sheen (Jed Bartlet, „The West Wing“) in der Rolle des Vaters zu sehen, was sich aufgrund der verwandtschaftlichen Verhältnisse natürlich angeboten hat. Auch John C. McGinley in einer Nebenrolle war einmal wieder eine Freude und hat Erinnerungen an Oliver Stones „Platoon“ geweckt, in dem er bereits im Jahr zuvor mit Charlie Sheen gespielt hat.

Letztendlich wirkt „Wall Street“ heute ein wenig angestaubt und die Botschaft mag nicht gerade sehr subtil verarbeitet worden sein. Dennoch ist das Thema aktueller denn je und wird hier auf unterhaltsame Weise präsentiert. Ein starker Film der mittleren 80er Jahre, der ein paar fantastische Monolog- und Dialogszenen beinhaltet und zurecht als Klassiker gilt: 8/10 Punkte.

Die Herrschaft des Feuers – OT: Reign of Fire (2002)

Es gibt Filme, die sowohl bei den Kritikern durchfallen, als auch beim Massenpublikum schlecht ankommen – und dennoch schaue ich sie mir immer wieder gerne an. Zu diesen Filmen gehört auch „Die Herrschaft des Feuers“, der mich nun schon seit ca. 10 Jahren stets wieder vor den Bildschirm lockt. Warum ist das so? Und konnte mich Rob Bowmans Genremix auch bei der inzwischen dritten oder vierten Sichtung überzeugen?

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Mich hatte damals die Idee des Films begeistert: Drachenkämpfe in der Moderne. Wahnsinn! Das Filmposter versprach auch viel Action, was wohl für die größten Enttäuschungen sorgte: Entgegen der Erwartungen zeigt „Reign of Fire“ nicht den Kampf der Menschheit gegen die Drachen, sondern die Zeit danach. Die Erde ist verwüstet und letzte Überlebende versuchen in einem Endzeit-Setting, das „Mad Max“ Konkurrenz machen könnte, zu überleben. Ab und zu schaut auch ein Drache vorbei, doch die erwartete Helikopter vs. Drachen-Action beschränkt sich auf ein paar wenige – und deshalb vermutlich umso effektivere – Szenen.

Wie bei den meisten Geschichten, die eine kleine Gruppe Überlebender ins Zentrum stellen, welche gegen eine Bedrohung von außen (seien es nun Zombies oder Drachen) kämpfen müssen, stehen die zwischenmenschlichen Konflikte im Mittelpunkt. Christian Bales Charakter Quinn muss sich schon bald mit dem cowboyhaften Drachentöter Denton Van Zan (großartig verkörpert von Matthew McConaughey) herumschlagen, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. All dies ist kein großes Drama, doch hat mir das Setting und die Dynamik zwischen den Figuren wirklich gut gefallen.

Was die Geschichte angeht, so wirkt sie teils nicht sonderlich durchdacht und oft ein wenig konstruiert. Sei es drum. Die Drachen sind absolut spektakulär und fantastisch in Szene gesetzt. Die Dialoge bewegen sich eher auf B-Movie-Niveau, doch gibt es immerhin ein paar schöne Oneliner. Außerdem kann wohl niemand einem Film böse sein, in dem Christian Bale und Gerard Butler in schlecht sitzenden Kostümen und mit Holzlichtschwertern einer Horde von Kindern „Star Wars“ vorspielen, da es in dieser Zukunft keinerlei Unterhaltungsmedien mehr gibt.

„Die Herrschaft des Feuers“ mag kein perfekter Film sein, doch kann ich die teils vernichtende Kritik absolut nicht nachvollziehen. Wer Drachen, Endzeit und „Star Wars“ mag, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Ein originelles Konzept, das leider nur bedingt aufgeht – und mir dennoch bei jeder Sichtung viel Freude bereitet: 7/10 Punkte.

Hit & Run (2012)

Welcher Filmfreund hat sich in seiner Jugend nicht einmal mit paar Freunden zusammengetan, um einen Film zu drehen? Sei es der Abi-Abschlussfilm, ein amateurhafter Horrorstreifen oder eine Projektarbeit während des Studiums. Wer wissen möchte, wie so etwas in Hollywood aussieht, der sollte sich einmal „Hit & Run“ anschauen: Dax Shepard hat ein paar Freunde zusammengetrommelt und eben genau diese Art von Film umgesetzt…

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„Hit & Run“ ist kein besonders guter Film, aber ein ziemlich symapthischer. Geschrieben von Dax Shepard, gedreht von Dax Shepard und mit Dax Shepard und seiner Frau Kristen Bell in den Hauptrollen. Wer sich nun fragt, wer die beiden sind, der braucht nun eigentlich nicht mehr weiterlesen – ihr seid aber natürlich gerne dazu eingeladen! Ich kenne Dax Shepard aus der TV-Serie „Parenthood“, in der ich ihn absolut großartig finde! Auch Kristen Bell ist mir als „Veronica Mars“ nicht nur in guter, sondern in bester Erinnerung. Für mich also Grund genug in diesen Film reinzuschauen, von dem man hierzulande weder etwas gelesen, noch gehört hatte.

Auch wenn „Hit & Run“ durchaus hochwertig produziert wirkt, so enthält er doch einige Elemente, die ihn ein wenig amateurhaft wirken lassen. Angefangen bei den teils auf Biegen und Brechen auf Tarantino getrimmten Dialogen und Charaktern, bis hin zum harmlosen Verlauf der Geschichte. Jedes Mal, wenn es eine wirklich schockierende Wendung hätte geben können, rudert Shepard zurück. Man merkt dass ihm jede Figur (zu) sehr ans Herz gewachsen ist – und er sie dann eben in letzter Sekunde doch nicht komplett gehen lassen kann. Einfach zu nett und zu harmlos, wie auch sein Charakter, dem man den Ex-Gangster auch nie wirklich abnimmt.

Neben Bell und Shepard gibt es mit Joy Bryant und Ryan Hansen noch Kollegen der beiden Schauspieler aus den oben genannten Serien zu sehen, was mir persönlich viel Freude bereitet hat. Größter Star dürfte wohl Bradley Cooper (u.a. „The Hangover“ und „Silver Linings Playbook“) sein, der einen durchgeknallten Bankräuber spielt – und der sich am Ende auch als ein wenig harmlos entpuppt. Weitere bekannte Gesichter umfassen Tom Arnold, Beau Bridges und Jason Bateman. Für solch einen kleinen Film wahrlich eine illustre Runde!

Auch wenn der Film Schwächen im Timing und der Dramaturgie hat, so ist die Chemie zwischen Shepard und Bell erwartungsgemäß großartig und es gibt ein paar wirklich nette Dialoge zwischen ihnen. Alle Beteiligten scheinen großen Spaß an dem Roadmovie gehabt zu haben, der leider nur bedingt auf uns Zuschauer überspringen will. Wer sich zu den Anhängern von Shepard und Bell zählt, der dürfte sich gut unterhalten fühlen – alle anderen schauen lieber noch einmal „True Romance“, der eindeutig zu den Vorbildern des Films zählt: 6/10 Punkte.

Django Unchained (2012)

Dieses Wochenende ist das Wochenende der verpassten Filme: gestern das letzte James Bond-Abenteuer nachgeholt, heute den jüngsten Tarantino. Vor ein paar – okay, zugegebenermaßen ein paar mehr – Jahren wäre es für mich undenkbar gewesen, einen neuen Tarantino-Film nicht im Kino zu sehen. Letztendlich musste „Django Unchained“ sogar unwürdig lange im Filmregal warten, doch knapp drei Stunden Zeit wollen erst einmal gefunden werden. Heute war es jedoch endlich soweit – und es hat sich gelohnt…

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Bereits die Eröffnungstitel fühlen sich so richtig nach Film an. Nach einem großen Film. Tarantino gelingt es abermals spielend gleichzeitig Hommage und stilbildendes Original zu inszenieren. Großartig! Der erste Auftritt von Christoph Waltz als Dr. King Schultz steht dem aus „Inglourious Basterds“ in nichts nach, auch wenn er eine ganz andere Grundstimmung besitzt und wohl nicht in die Filmgeschichte eingehen wird. Überhaupt ist mir sein Charakter schnell ans Herz gewachsen – und auch wenn es ein paar Parallelen zwischen Dr. King Schultz und Hans Landa gibt, so finde ich nicht, dass Tarantino und Waltz (wie man häufig liest) diesen Charakter nur recycelt haben.

Die Handlung wird für Taratino unüblich ziemlich geradlinig erzählt, doch schließlich handelt es sich hierbei um einen Western (bzw. Southern) – ein durch und durch geradliniges Genre. Die erste Hälfte ist beinahe schon ein ungewöhnlicher Buddy-Movie mit einigem Abenteuerflair. Übertriebene Schießereien, skurrile Momente und viel Humor prägen diesen Abschnitt des Westerns. Bei der Ku-Klux-Klan-Szene musste ich mehr lachen, als bei den meisten ausgewiesenen Komödien über ihre gesamte Laufzeit. Einfach nur herrlich! Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, würde die Atmosphäre nicht irgendwann komplett kippen.

Mit der Ankunft in Candyland, und dem damit verbundenen Auftritt von Leonardo DiCaprio (gebt dem Mann endlich einen Oscar!) als Calvin Candie, weicht die übertrieben und unterhaltsam inszenierte Gewalt von „Django Unchained“ plötzlich fiesem Realismus. An dieser Stelle beweist Tarantino erneut sein Können, indem er seinen Kritikern in klaren Bildern zeigt: all das kann Gewalt in Filmen sein – von spaßigen Blutfontänen in Großaufnahme, bis zum unangenehmen Einschlagen eines Schädels. Letzteres off-screen wohlgemerkt. Ein unverdauliches Fressen für seine üblichen Kritiker.

Trotz der immensen Laufzeit habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Ich mochte die fantastischen Dialoge, die extrem motivierten Schauspieler, die Zwischentöne, die plötzlichen Stilbrüche, die tollen Landschaftsaufnahmen und den abermals mehr als perfekt zusammengestellten Soundtrack. Für mich ein echter Gewinner. Vor 15 Jahren hätte ich den Film in den kommenden Wochen bestimmt noch ein paar Mal gesehen. Heute bleibt vorerst dieser erste Eindruck – und der ist verdammt gut: 9/10 Punkte.

James Bond 007: Skyfall (2012)

Aktualisierung: Ich habe „James Bond 007: Skyfall“ am 3. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem mir „Ein Quantum Trost“ ein wenig die Lust auf den britischen Geheimagenten genommen hatte, stand „James Bond 007: Skyfall“ für gut acht Monate unangetastet im Regal. In dieser Zeit hatte ich immer mal wieder über den Film gelesen und von ihm gehört, doch so richtig konnte ich mich nie zu einer Sichtung aufraffen. Heute jedoch war ich bereit – und gespannt, was Sam Mendes aus der klassischen Filmfigur herausholen würde…

James Bond 007: Skyfall (2012) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Skyfall (2012) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Von Beginn an fällt auf, dass man es nicht mehr mit dem durch und durch gebrochenen Bond des Vorgängers zu tun hat. Dieser James Bond lässt sogar ab und zu ein paar Oneliner fallen. Wer hätte das bei Daniel Craig für möglich gehalten? Überhaupt fühlt man sich sofort an die klassischen Bond-Filme erinnert: seien es die internationalen Schauplätze, die wilden Verfolgungsjagden oder der comichafte Bösewicht – James Bond scheint seine Wurzeln wiedergefunden zu haben. Sam Mendes sei Dank!

Doch ist dies nur die eine Seite der Geschichte: Neben den klassischen Action-Set-Pieces gibt es tiefergehende Handlungselemente. So überzeichnet und theatralisch Bösewicht Silva (grandios verkörpert von Javier Bardem) auch sein mag, so ist es nicht sein Ziel die Weltherrschaft an sich zu reißen – nein, er besitzt rein persönliche Motive. Auch die Spannungen zwischen M und Bond sind eher auf der Beziehungsebene, als im professionellen Rahmen verankert. Gegen Ende zaubert Mendes sogar noch so etwas wie eine Origin-Story für unseren 007 aus dem Hut. Ein Stilbruch, der im Rahmen des Films aber durchaus erfrischend wirkt.

Im Vergleich mit den bisherigen Daniel Craig-Bonds schlägt sich „Skyfall“ auf jeden Fall sehr gut – nach aktuellem Stand würde ich ihn sogar als neuen Favoriten, knapp vor „Casino Royale“ sehen:

  1. „James Bond 007: Skyfall“
  2. „James Bond 007: Casino Royale“
  3. „James Bond 007: Ein Quantum Trost“

Fazit

Auch wenn die Bond-Reihe wohl nie zu meinen Lieblingsfranchises zählen wird, so bin ich doch hoch erfreut in welche Richtung sie sich entwickelt. Nachdem Sam Mendes mit den schwermütigen – und damals zugegebenermaßen erfrischenden – Altlasten aufgeräumt hat, könnte der nächste Bond nach diesem Bindeglied tatsächlich die 70er/80er Jahre aufleben lassen. Schließlich ist Retro zurzeit ja angesagt. Ich würde mich freuen: 8/10 Punkte.

The Last Stand (2013)

Mein erster Film im Jahr 2014! Das wurde auch Zeit. Was bietet sich für mein Comeback als Filmblogger also besser an, als das Comeback der 80er Jahre Action-Ikone Arnold Schwarzenegger zu besprechen? Kim Jee-Woons „The Last Stand“ musste im vergangenen Jahr viel Schelte einstecken, was meine Erwartungen auf ein Minimum reduzierte, konnte ich doch schon mit der Sylvester Stallone-Variante „The Expendables“ eher wenig anfangen…

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Jee-Woon verbindet in seinem ersten amerikanischen Film modernes und klassisches Actionkino. Aufbau der Geschichte, das Setting und die Charaktere sind altbekannt. Ich hatte großen Spaß daran Arnie als alternden Sheriff im ruhigen Summerton Junction zu begleiten. Hier wird nicht, wie bei Stallone, versucht nahtlos an die vorangegangene Karriere anzuknüpfen – nein, es wird offensiv damit umgegangen, dass Sheriff Owens bereits seine besten Tage hinter sich hat. Fand ich sympathisch, wenngleich natürlich auch Arnie im Finale ungeahnte Kräfte entwickeln darf. Dennoch für mich die deutliche gelungenere Variante einen Mythos wiederzubeleben.

Modern ist dagegen eindeutig die Inszenierung: da gibt es wilde Kamerafahrten, schnelle (wenn auch nicht hektische) Schnitte und leider auch viel CGI. Insgesamt eine durchaus brauchbare Mischung, wenngleich ich mich wirklich fragen muss, wer denn die miese Ausleuchtung auf dem virtuellen Brückenset verbrochen hat. Hallo Greenscreen! Hätte man nicht irgendwo in der Wüste diese Brücke bauen können? Hat bei mir leider einen äußerst faden Beigeschmack hinterlassen – und das ausgerechnet im Finale!

Schauspielerische Höchstleistungen sind natürlich nicht zu erwarten. Ich fand es nett Zach Gilford zu sehen, der mich zurzeit in der Serie „Friday Night Lights“ begleitet, ebenso mag ich Peter Stormare in nahezu jeder Rolle und Forest Whitaker hat beinahe 1:1 seinen Charakter Jon Kavanaugh aus „The Shield“ aufleben lassen. Herrlich! Angenehm fand ich auch die durchaus vorhandene Härte, wenngleich man die NRA-freundliche Waffenshow natürlich eher kritisch betrachten sollte. Aber das war in den 80er Jahren schließlich auch schon so – und immerhin nimmt sich der Film oft nicht sonderlich ernst, was auch die Logiklöcher nicht ganz so klaffend wirken lässt.

„The Last Stand“ ist sicher nicht die große Offenbarung, doch wer Lust auf ein Arnie-Comeback hat, der verlebt mit dem geradlinigen Actioner auf jeden Fall 100 unterhaltsame Minuten. Ich hatte meinen Spaß und vergebe die folgende Wertung mit knapp einem Symapthiepunkt – der alten Zeiten willen: 7/10 Punkte.