Bei einem spontanen DVD-Abend haben wir uns gestern Abend Frank Darabonts „Der Nebel“ angesehen. Leider stand ich mit meinem Vorschlag die Schwarzweiß-Fassung (also den Director’s Choice) anzusehen ziemlich alleine da. Doch auch in der farbigen Kinoversion sollte die Sichtung zu einem eindringlichen Erlebnis werden. Spoiler sind zu erwarten.

Bereits die ersten Einstellungen zeugen von einer dichten Atmosphäre. So dicht, wie der titelgebende Nebel. Dabei beginnt der Film recht unspektakulär mit einer Situation, die jeder von uns kennt: Einkaufen im Supermarkt. Die vermeintliche Normalität wird abrupt unterbrochen, als ein verletzter Mann in den Laden stolpert und von einer tödlichen Gefahr im heraufziehenden Nebel berichtet. Niemand glaubt dem scheinbar halluzinierenden Mann. Kurze Zeit später hat der dichte Nebel den Supermarkt verschlungen – und damit beginnt die Fassade der Normalität zu bröckeln.
Auch wenn in dieser Stephen King-Verfilmung tatsächliche Monster im Nebel lauern, so stehen doch die inneren Dämonen jederzeit im Vordergrund. Wie jede gute Horrorgeschichte handelt der Film weniger von dem offensichtlichen Grauen, sondern wie die betroffenen Charaktere damit umgehen. Gruppendynamik ist hier das Stichwort. Sicherlich wird dieser Aspekt der Geschichte nicht gerade subtil angegangen, doch selbst die plakative Darstellung des Konfliktpotentials lässt einem als Betrachter öfter einmal einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
Neben Darabonts ausführlicher Charakterzeichnung und intensiver Inszenierung, ist vor allem das drastische Ende herauszuheben. Nicht das, was man in einem Hollywoodfilm erwarten würde. Auch wenn ich es in letzter Konsequenz nicht hundertprozentig gelungen finde, so lässt es einen doch erst einmal sprachlos zurück. Absolut kein glückliches Ende. Was ich insgesamt besser gefunden hätte? Weniger Erklärung in Bezug auf die Ursache des Nebels. Das hat meiner Meinung nach viel von der Mysterie genommen.
Mich hat Darabonts Verfilmung von „Der Nebel“ absolut positiv überrascht. Nicht der übliche Horrorfilm. In der Schwarzweiß-Fassung zudem bestimmt noch einmal eine ganze Ecke intensiver und ich freue mich jetzt bereits auf die Wiederholungssichtung. Man sollte sich nicht von den unzähligen schlechten Kritiken abschrecken lassen: 8/10 Punkte.








