Dead Silence

Auf James Wans und Leigh Whannels „Dead Silence“ hatte ich mich schon seit längerer Zeit gefreut. Ihr Genrebeitrag „Saw“ – ich rede hier wohlgemerkt nur vom ersten Teil – ist für mich nach wie vor herausragendes Spannungskino. Dementsprechend neugierig war ich, wie sie an klassischen Gruselstoff herangehen. Ein weiterer Genrehit? Spoiler sind zu erwarten.

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„Dead Silence“ hat viele Stärken, aber leider auch ebenso viele Schwächen. Ich mochte die theatralische und herrlich altmodische Gruselatmosphäre. Die übertriebenen Handlungsorte und die legendengetränkte Kleinstadtkulisse. Man wird als Zuschauer wirklich in eine andere Welt transportiert. Nebel, alte Herrenhäuser und knarzige Dielen. Gruselherz, was willst du mehr?

Die Geschichte besteht mehr oder minder aus Genreversatzstücken, was aber durchaus zu verschmerzen ist. Mörderische Bauchrednerpuppen sind eben eine Sache für sich, doch wer sich hier nicht lachend abwendet, kann durchaus Spaß mit dem Film haben. Für mich hat er über weite Strecken ausgezeichnet funktioniert, doch hätte man – wie so oft – wahrlich mehr Zeit für die Figurenzeichnung aufwenden müssen.

Schauspielerisch geht der Film in Ordnung. So gibt es in der Hauptrolle Ryan Kwanten (Jason Stackhouse, „True Blood“) zu sehen, der einmal mehr den etwas naiven Helden geben darf. Erstaunlich gut hat mir der ansonsten stets recht blasse Donnie Wahlberg als Comic Relief gefallen. Er sollte mehr in diese Richtung gehen.

Auch die Inszenierung würde eigentlich keinen Grund zur Klage geben, hätte man es hierbei nicht verpasst dem Zuschauer etwas Intelligenz zuzutrauen. Der an sich recht brauchbare Twist hat sich förmlich aufgedrängt. Warum nur so auffällig? Hallo! „The Sixth Sense“ liegt 10 Jahre zurück. Da darf man den Zuschauer nicht mehr für dumm verkaufen. Wirklich schade, denn da hätte etwas draus werden können.

Für Genrefreunde bietet „Dead Silence“ teils wunderbar altmodischen, teils aber auch ziemlich dämlichen Grusel. Es sind starke Ansätze vorhanden, welche aber leider nicht konsequent genutzt wurden. Ein netter Film für einen ungemütlichen Herbstabend. Man sollte nur nicht zu viel erwarten: 6/10 Punkte.

Der Mann, der niemals lebte – OT: Body of Lies

Nach einem anstrengenden Tag, habe ich ich mich heute mit der Blu-ray von Ridley Scotts „Der Mann, der niemals lebte“ belohnt. So zumindest der ursprünglich gefasste Plan. Letztendlich konnte mich der Film jedoch nicht ausreichend begeistern.

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Für mich zählt Ridley Scott zu den wirklich großen Regisseuren. Keine Frage. Ob „Alien“ oder „Blade Runner“, „Gladiator“ oder „Königreich der Himmel“. Große Filme eines Kinovisionärs. Bilder, die ich wohl nie vergessen werde. Ganz einfach großes Kino. Sein 2008er Actionthriller „Body of Lies“ hat mich im Kino dagegen völlig kalt gelassen. Kein Interesse für einen weiteren Post-9/11-Film. Doch dank des günstigen Preises, hat der Film nun doch seinen Weg ins heimische Heimkino gefunden. Wohl nicht das beste Argument für eine Sichtung.

Zum Film selbst: Er ist toll inszeniert, gut gespielt und stellenweise wirklich atmosphärisch. Leider jedoch gelingt es der Geschichte – außer in Einzelszenen – überhaupt nicht mitzureißen. Die Figuren bleiben viel zu blass und der Kern des Konflikts wird nur leicht angekratzt. Dafür wird von einer Ecke der Welt in die nächste gesprungen, ohne jedoch wirklich nachvollziehbare Gründe dafür zu liefern. Showeffekte einer sprunghaften Handlung. Nett anzusehen, aber ohne jede Nachhaltigkeit.

Hat mich der Film unterhalten? Gewiss. Wird er mir länger im Gedächtnis bleiben? Mit Sicherheit nicht. Ridley Scott hat mit „Body of Lies“ einen relativ seichten Actionthriller abgeliefert, der an seinem eigenen Anspruch scheitert. Dann lieber noch einmal Stephen Gaghans „Syriana“ anschauen und mehr als nur eine x-beliebige Spionagegeschichte sehen. Leider nicht viel besser als erwartet: 6/10 Punkte.

Resident Evil: Extinction (2007)

Nach ganzen zwei Wochen bin ich endlich dazu gekommen meinen neuen Blu-ray Player einzuweihen. Zu sehen gab es Russell Mulcahys „Resident Evil: Extinction“, dem die zusätzliche Schärfe zumindest einige optische Highlights verleihen konnte.

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Mit den „Resident Evil“-Filmen ist das so eine Sache. Eigentlich sind sie wirklich nicht sonderlich gut, doch dank Zombies und einer extra Portion Trash machen sie doch irgendwie ziemlich viel Spaß. Die Videospielvorlage ist mir zudem – bis auf „Resident Evil 4“ – gänzlich unbekannt, weshalb mir das Vergleiche ziehen schwer fällt. Doch auch ohne das Original zu kennen, waren mir die ersten beiden Teile zu sehr auf pseudohippen High-Tech getrimmt.

Paul W. S. Andersons („Event Horizon“) Erstling mochte ich dennoch ganz gerne. Der zweite Teil war mir zu hektisch, hat jedoch den Trashfaktor auf die Spitze getrieben. Teil drei ist wieder ruhiger und schafft eine ganz nette Endzeitatmosphäre, die – wie sollte es auch anders sein? – nicht nur Anleihen bei „The Road Warrior“ nimmt. Die Geschichte ist komplett Banane, die Charaktere sind farblos und langweilig. Doch die Zombieaction kann sich wahrlich sehen lassen. Hier macht der Film wirklich Spaß. Das Ende ist dann wieder Trash deluxe.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich das Endzeitsetting mochte und den Wüstenkampf verdammt unterhaltsam fand. Der Rest? Ja, den habe ich schon wieder so gut wie vergessen. Sei es drum. Für 90 Minuten Zombiespaß taugt das Vehikel allemal: 5/10 Punkte.

Hangover – OT: The Hangover

Nach einer 60 Stunden Arbeitswoche hatte ich gestern Abend Abwechslung dringend nötig. Der spontane Kinobesuch von „Hangover“ war letztendlich genau die richtige Entscheidung. Der perfekte Film, um dem grauen Alltag für gut 90 Minuten zu entfliehen.

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Aufgrund teils überschwänglicher Kritiken waren meine Erwartungen durchaus hoch, wenngleich ich vor der Sichtung auch nicht wirklich viel über den Film wusste. Insofern konnte ich relativ vorurteilsfrei nach Las Vegas starten und kann mit gutem Gewissen behaupten, dass es ein absolut lohnenswerter Trip war. So viel Spaß hatte ich schon lang nicht mehr im Kino. Endlich einmal wieder eine Komödie, bei der ich richtig lachen konnte.

Die Prämisse des Films ist zwar nicht sonderlich innovativ, man hat sie aber in diesem Genre noch nicht allzu oft gesehen. Der Gedächtnisverlust unserer Helden führt zu so mancher Überraschung, was oft zu genreüberschreitenden Verwicklungen führt. Hier gewinnt der Film stets an neuer Fahrt und lässt einen als Zuschauer wirklich mitfiebern. Auch nicht unbedingt Standard bei einer Komödie. Mich hat diese Erzählform etwas an die chronologisch oft verzwickten Geschichten aus der Sitcom „How I Met Your Mother“ erinnert.

Auch die wirklich perfekt besetzten Schauspieler tragen ihren großen Teil zum Erfolg des Films bei. Herausragend war besonders Zach Galifianakis. Selten habe ich eine so verpeilte Interpretation eines Charakters gesehen. Den Namen sollte man sich merken. Ansonsten war es mir eine Freude Bradley Cooper (Will Tippin, „ALIAS“) und Ed Helms (Andy Bernard, „The Office“) einmal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Ein Ensemble mit toller komödiantischer Energie.

Todd Phillips‘ Film ist perfekt um einmal einen Abend abzuschalten. Um einfach eine gute Zeit zu haben. Anspruchslos, manchmal fast etwas blöd, doch immer unglaublich witzig. Ein Film um einmal wieder laut im Kino zu lachen zu können. Allein das rechne ich „Hangover“ hoch an. Nicht ernst nehmen und Spaß dabei haben: 8/10 Punkte.

Brügge sehen… und sterben? – OT: In Bruges (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Brügge sehen… und sterben?“ am 27. August 2023 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ist es nicht ein tolles Gefühl, wenn einen Filme noch so richtig überraschen können? Martin McDonaghs „Brügge sehen… und sterben?“ gehört zu diesen seltenen Vertretern seiner Art. Zwar hatte ich schon viel Gutes über den Film gehört, doch wirklich Lust hatte ich nie auf ihn. Ein weiterer hipper Gangsterfilm. Wer braucht denn sowas?

Brügge sehen... und sterben? (2008) | © LEONINE

Brügge sehen… und sterben? (2008) | © LEONINE

Niemand. Ganz genau. Deshalb ist „In Bruges“, so der Originaltitel, auch alles andere als ein postmoderner Vertreter seines Genres. Zu sagen er wäre langsam erzählt, wäre wohl die Untertreibung des Jahrhunderts. Er ist gemütlich. Surreal. Äußerst brutal und emotional. Man lernt hier echte Charaktere kennen. Treibt mit ihnen durch die Nacht und erkundet mit ihnen einen magischen Ort namens Brügge, welcher in messerscharfen Dialogen genauestens seziert wird.

Die Geschichte um ein ungleiches Gangsterpärchen ist so dermaßen unspektakulär, dass man sich nur in den jeweiligen Moment fallen lassen kann. Dort warten komplexe Figuren mit echten Problemen, tiefschwarzer Humor und höchst absurde Situationen. Man kann wirklich nur schwer beschreiben, was die Faszination dieses Films ausmacht. Vermutlich die magische Atmosphäre Brügges. Wer einen auf cool getrimmten Gangsterfilm à la Guy Ritchie erwartet – als welchen uns das Marketing den Film verkaufen will – wird vermutlich maßlos enttäuscht sein. Alle anderen dürfen sich auf eine unkonventionelle Genreperle freuen.

Fazit

Getragen wird der Film von den hervorragenden schauspielerischen Leistungen Brendan Gleesons und Colin Farrels. Äußerst nuanciert und erstaunlich tiefgehend für solch einen kleinen… ja, was eigentlich? Gangsterfilm? Surreales Drama? Existentiellen Thriller? Schwarze Komödie? Wohl von allem ein wenig. Für mich wohl der Gangsterfilm der vergangenen fünf Jahre. Nicht nur für Genrefreunde empfehlenswert: 9/10 Punkte.

X-Men: Der letzte Widerstand – OT: X-Men: The Last Stand (2006)

Mit Brett Ratners „X-Men: Der letzte Widerstand“ habe ich gestern Abend zum ersten Mal dem Finale der erfolgreichen Superheldentrilogie beigewohnt. Die Erwartungen waren aufgrund mäßiger Kritiken eher gemischter Natur, wodurch ich letztendlich ein durchaus positives Filmerlebnis zu verzeichnen hatte.

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Die Prämisse des Films ist gut gewählt. Der heilende Mutant sowie Phoenix besitzen enormes Potential, um der Geschichte einen epischen Abschluss zu verleihen. Potentielle zwischenmenschliche bzw. -mutantische Konflikte sorgen zudem für den nötigen emotionalen Anker. Hinzu kommen dutzende von neuen Mutanten, die für optische Highlights sowie neue Bedrohungen bzw. Erlösungen sorgen. Folglich alles was ein fulminantes Finale benötigt.

Leider fehlt Brett Ratner das inszenatorische Feingefühl eines Bryan Singer. Lebten „X-Men“ und vor allem „X-Men 2“ hauptsächlich von den ausführlichen Charakterszenen, gehen diese dem bislang letzten Teil beinahe völlig ab. Hier folgt eine Actionszene auf die nächste. Neue Mutanten werden im Fließbandverfahren eingeführt ohne dass sich diese dem Zuschauer als Charaktere offenbaren. Hinzu kommt eine zu sprunghafte Handlung, was den Film leider sehr gehetzt erscheinen lässt.

Insgesamt ist „X-Men 3“ ein durchaus gelungener Abschluss der Reihe, wenngleich er auch nicht an die Qualität der Vorgänger anschließen kann. Schneller, weiter, höher ist im Kino eben nicht immer eine Erfolgsformel. Auch wenn ich mir sicher bin, dass Singer mehr aus der Geschichte hätte herausholen können, so wurde ich dennoch gut unterhalten. Wenn ich den reinen Unterhaltungswert entsprechend wichte, dann gibt es von mir knappe 7/10 Punkte.

Hellraiser: Das Tor zur Hölle – OT: Hellraiser (1987)

Als ich während meiner persönlichen Hochphase des Horrorfilms das erste Mal von Clive Barkers „Hellraiser: Das Tor zur Hölle“ hörte, war ich sofort fasziniert von der Geschichte. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis ich in den Genuss dieses ersten Teils der bekannten Filmreihe kam.

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Eine Kursfahrt nach London eröffnete mir damals – noch weit vor Zeiten von DVD oder eCommerce – den Zugriff auf mir bis dato unerreichbare Filmperlen. Neben „Braindead“ fand u.a. auch die „Hellraiser“-Trilogie ihren Weg ins ferne Deutschland. Somit eröffnete sich mir ein neues Kapitel meiner persönlichen Filmgeschichte. Auch heute noch muss ich zugeben, dass die ersten Teile der „Hellraiser“-Reihe zu den wenigen Genrefilmen gehören, die ein ungutes Gefühl bei mir hervorrufen. Zu meinen unsterblichen Favoriten haben sie jedoch – oder gerade deshalb – nie gehört.

Bei der heutigen Sichtung auf DVD gab es – neben der vielfach besseren Bild- und Tonqualität – nur wenig neue Erkenntnisse. Clive Barkers filmgewordener Albtraum erzählt immer noch eine Geschichte über menschliche Schwächen. Sexuelle Hörigkeit, Egoismus und unreflektiertes Verlangen sind nur einige der Themen, mit denen Barkers Antihelden umzugehen haben. Ein etwas grobschlächtiges und nur allzu menschliches Drama trifft auf dystopische Düsternis: Die Charaktere betreten die Unterwelt der Cenobiten.

Clive Barker („Abarat“) hält sich bei der Verfilmung seiner eigenen Vorlage nicht mit halben Sachen auf. Die grafische Gewalt ist stets präsent und weiß auch heute noch zu schockieren. Besonders da sie aus den menschlichen Schwächen entwächst. Teils mag der phantastische Ansatz nicht so ganz mit dem Familiendrama harmonieren, doch gerade das Zusammenkommen dieser an sich fremden Elemente macht einen Großteil der von dem Film ausgehenden Faszination aus.

Für Horrorfreunde ist „Hellraiser“ auch heute noch Pflichtprogramm. Ein wichtiges Werk, das Grenzen überschreitet, ohne jedoch – wie leider heute oft zu sehen – rein auf der Gewaltwelle zu reiten. Horror mit Köpfchen, der weit über das hinaus geht, was sich auf der Leinwand abspielt. Nicht mein liebster Genrefilm, aber ohne Zweifel einer der Wichtigsten: 8/10 Punkte.

X-Men 2 – OT: X2 (2003)

Als Auftakt zu meinem spontanen Kurzurlaub habe ich mir gestern Abend Bryan Singers Comicverfilmung „X-Men 2“ angesehen. Die letzte Sichtung hatte ich dabei noch sehr gut im Gedächtnis, was auch gut so war, denn mit meiner Konzentration war es gestern wirklich nicht mehr weit her.

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Bei der damaligen Sichtung war ich schwer begeistert von dem Sequel. Mehr Action, mehr Charakterszenen und eine mitreißende Geschichte. Auch gestern hatte ich viel Spaß mit dem Film, wenngleich der gefühlte Vorsprung zum Vorgänger doch deutlich geschrumpft ist. Famos fand ich erneut den Angriff auf den Präsidenten, den Kampf in Xaviars Schule für Hochbegabte sowie das Finale im unterirdischen Labor. Wirklich packend inszeniert.

Nicht so gut gefallen haben mir dieses Mal dagegen die übertriebenen Tornadoszenen im Jet sowie die Selbstaufopferung von Jean Grey, welche jedoch – wenn man den Endmonolog bedenkt – durchaus noch Sinn erlangen könnte. Wirkliche Schwachpunkte gab es allerdings nicht. Zudem hinterlassen die neu eingeführten Figuren – allen voran Nightcrawler – einen zu guten Eindruck, um sich von schwächeren Szenen in den Hintergrund drängen zu lassen.

Mit „X-Men 2“ schuf Bryan Singer ein dem Vorgänger absolut ebenbürtiges Sequel, das die Vorfreude auf den leider nicht mehr von ihm inszenierten dritten Teil schürt. Lauter und charakterstarker Comicspaß: 8/10 Punkte.

Das Relikt: Museum der Angst – OT: The Relic

Freitagabend. Filmzeit. Heute hatte ich mich für Peter Hyams „Das Relikt: Museum der Angst“ entschieden, einen meiner liebsten Monsterfilme. Über die Jahre bestimmt schon ein halbes dutzend Mal gesehen und immer noch unterhaltsam. So lobe ich mir das.

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Als Monsterfilm funktioniert „Das Relikt“ immer noch tadellos. Ein interessanter pseudowissenschaftlicher Hintergrund, sympathische Figuren und ein mitreißender Spannungsaufbau lassen das Herz jedes Genrefans höher schlagen. Wenn dann das Monster im letzten Filmdrittel endlich seinen großen Auftritt hat, wird zudem mit blutigen Effekten nicht gegeizt. So muss das sein.

Im Grunde könnte ich mit dem Gebotenen vollends zufrieden sein. Hätte ich nicht vor einigen Jahre die „Relic: Museum der Angst“ betitelte Vorlage von Douglas Preston und Lincoln Child gelesen. Mit der angepassten Filmhandlung könnte ich ja noch leben, doch dass man mit Special Agent Pendergast einfach eine der Hauptfiguren gestrichen hat, ist mir unbegreiflich. Zumal dieser in nahezu allen Romanen (u.a. „Formula“) der Autoren die Hauptrolle spielt und somit einen herrlichen Aufhänger für ein neues Film-Franchise abgegeben hätte. Wirklich unvorstellbar.

Letztendlich sind meine Gefühle den Film betreffend gemischter Natur. Einerseits bietet er fabelhafte Unterhaltung, mit der sich nur wenige Genrevettern messen können, andererseits sehe ich immer die ungenutzten Chancen vor mir. Da ich den Film jedoch bereits vor dem Buch schätzen gelernt habe, überwiegen eindeutig die positiven Aspekte: 7/10 Punkte.

X-Men (2000)

Für mich war es gestern wirklich höchste Zeit einmal wieder in die Welt des Films zu entfliehen. Eskapismus in Reinstform. Dazu habe ich mir Bryan Singers „X-Men“ ausgesucht. Diese inzwischen bereits dritte Sichtung der Comicverfilmung förderte wenig Neues zu Tage, brachte dadurch aber exakt das richtige Maß an vertrauter Unterhaltung.

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Mir hat schon immer die verhältnismäßig ruhige Inszenierung der Reihe – zumindest der mir bekannten ersten beiden Teile – gefallen. Trotz großen Action- und Effektszenen ist der Schnitt nicht übermäßig hektisch, es wird sich Zeit für die Charaktere genommen und die Handlung bleibt stets nachvollziehbar. Die Optik ist dabei hochwertig, überdeckt aber die Geschichte nicht, die sie treffend zu unterstützen weiß. Teils könnte man den Eindruck gewinnen, Bryan Singer hätte sich bewusst zurückgehalten.

Durch das bunt zusammengewürfelte Ensemble an Superhelden kommt so schnell keine Langweile auf. Die Fähigkeiten werden gezielt und nicht übertrieben oft eingesetzt, was die Spannung stets aufrecht erhält. Hinzu kommen hochklassige Schauspieler, welche ihren Figuren das nötige Leben einhauchen. Besonders die beiden Kontrapunkte Patrick Stewart (Captain Jean-Luc Picard, „Star Trek: The Next Generation“) und Ian McKellen (Gandalf, „Der Herr der Ringe“) wissen zu gefallen. Desweiteren besitzt Hugh Jackman (Drover, „Australia“) als Wolverine eine enorme Leinwandpräsenz und Anna Paquin (Sookie Stackhouse, „True Blood“) bildet den emotionalen Anker.

Mögliche Kritikpunkte sind für mich eine teils etwas holprige Dramaturgie und die etwas überhastete Einführung der titelgebenden X-Men. Allerdings ist dies mehr ein Gefühl und weniger etwas, das ich an bestimmten Szenen festmachen könnte. Auf jeden Fall hat Bryan Singer mit seinen beiden Beiträgen zur Filmreihe den nötigen Ton sehr gut getroffen, was man von seiner zweiten Comicadaption „Superman Returns“ leider nicht behaupten kann.

Für mich ist „X-Men“ ein äußerst gelungener Auftakt zu dieser erfolgreichen Comicreihe. Ich freue mich nun schon auf den zweiten Teil, den ich bei der letzten Sichtung sogar noch stärker fand als diesen ersten Besuch in der Welt der Mutanten. Eine der wirklich gelungenen Comicverfilmungen: 8/10 Punkte.