Saw III (2006)

Zusammen mit Neil Marshalls „The Descent“ stellt James Wans „Saw“ für mich einen der besten Genrebeiträge der letzten Jahre dar. Der Mix aus klassischem Serienkillerfilm und modernem Horrorthriller hat mich damals voll und ganz überzeugt. Die Fortsetzung „Saw II“ ist – wie erwartet – bedeutend schwächer ausgefallen, konnte mich aber aufgrund ihres gelungenen Finales und der stringenten Kontinuität zum ersten Teil dennoch gut unterhalten. Nun kehrt Jigsaw in „Saw III“ erneut zurück, um seine Opfer auf seine ganz eigene kreative Art um die Ecke zu bringen. Spoiler sind zu erwarten, wenngleich es keine wirklichen Überraschungen zu verraten gibt.

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Wo fange ich nur an? In „Saw III“ bleibt nun beinahe nichts mehr davon übrig, was den ersten Teil in meinen Augen wirklich sehenswert gemacht hat. Keine ungewisse Ausgangssituation, keine Psychospielchen, keine überraschende Auflösung. Darren Lynn Bousmans Fortsetzung reduziert die Reihe – noch mehr als im zweiten Teil – auf die Darstellung kreativer Tötungsarten. Etwas, das im Original nur einen Bruchteil der Handlung ausgemacht hat. Wirklich schade. War aber zu erwarten.

In „Saw III“ geht es von Anfang an zur Sache: In den ersten 20 Minuten prasseln die blutigen Szenen nur so auf den Zuschauer ein. Ich habe nichts gegen Gewaltdarstellungen in Filmen. Sie sollten allerdings etwas zur Geschichte oder wenigstens zur Atmosphäre beitragen. Doch was in diesen ersten Minuten in „Saw III“ so ausführlich dargestellt wird, bringt die Geschichte um keinen Schritt weiter. Nichts. Nada. Es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Identifikationsfigur, keine Handlung, nur die blanke Gewalt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Film schon fast abgeschrieben.

Glücklicherweise folgen dennoch einige Handlungssequenzen, die dem bunten bzw. roten Treiben wenigstens etwas Sinn einhauchen. Jigsaw ist – wie bereits im letzten Teil – kurz davor das Zeitliche zu segnen und will noch ein letztes Spiel spielen. Dieses besteht erneut aus einer Aneinanderreihung von Fallen und kann emotional nicht wirklich mitreißen, da der Spieler viel zu unsympathisch dargestellt wird und er dieses Mal nicht um sein Leben kämpft, sondern um das von Menschen, die er sowieso lieber tot sehen würde. Klingt seltsam, ist aber so. Parallel entführt das mörderische Dreamteam Jigsaw/Amanda eine Ärztin, die sich um Jigsaws Hirntumor kümmern soll. In diesem Handlungsstrang folgt eine Szene, die Ridley Scotts Finale von „Hannibal“ zu übertreffen scheinen will. Gelingt ihr auch. So allein auf die Detailversessenheit der Darstellung reduziert. All das lässt mich als Zuschauer zwischen Ekel und Belanglosigkeit schwanken. Keine gute Mischung. Doch eingestreut werden immer wieder Rückblenden, die sich auf den ersten Teil der Horrorsaga beziehen. Man sieht Jigsaw bei den Vorbereitungen zu seinem großen Auftritt in Teil 1, man sieht ihn bei der Vorbereitung zu Amandas Falle und beim Basteln der Puppe. Diese Szenen bringen wirklich Atmosphäre und tragen zum Gesamtwerk „Saw“ bei. Leider machen solch gelungene Szenen nur einen Bruchteil des Films aus. Der Rest geht in Blut und Schweinehack unter.

Meiner Meinung nach hat sich die Horrortrilogie in die völlig falsche Richtung bewegt. Man hätte die gelungenen Szenen aus beiden Fortsetzungen nehmen und daraus einen würdigen zweiten Teil schaffen sollen. Das hätte etwas werden können. Leider will man auch im – oder gerade im – Horrorgenre nur immer höher, weiter und schneller hinaus. Dieser Umstand hat „Saw III“ für mich ziemlich belanglos gemacht. In Teilen zwar durchaus gelungen, insgesamt aber einfach nur enttäuschend. Ob ich dem kommenden vierten Teil noch eine Chance geben werde? Der dritte kommt für mich leider nicht über 4/10 Punkte hinaus.

Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen – OT: Wallace & Gromit in The Curse of the Were-Rabbit (2005)

Die Knetgummihelden von Aardman sind mir das erste Mal im Alter von 16 Jahren über den Weg gelaufen. Seitdem sind inzwischen über 10 Jahre vergangen. Bereits damals war ich begeistert von der Animationstechnik und der Liebe zum Detail. Einige Jahre später bin ich durch eine Sneak-Preview zufällig auf „Chicken Run“ gestoßen, der sich für mich zu einem persönlichen Überraschungshit entwickelt hat. Nach der – wie so oft – verpassten Kinosichtung, bin ich nun endlich dazu gekommen, mir das neueste Abenteur der Knetveteranen anzusehen: „Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“.

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Wie bereits vor 10 Jahren, besticht immer noch der unglaubliche Detailreichtum. Zudem wirkt der Film aufgrund der physikalisch präsenten Sets und Figuren einfach realer, als die meisten computergenerierten Filme. Aardman hat wirklich eine fantastische Arbeit geleistet. Ich mag gar nicht daran denken, wie unglaublich aufwendig die Stop Motion-Animation in den Actionsequenzen gewesen sein muss. Die Macher verdienen meinen vollen Respekt. Ich erinnere mich noch an meine erste Studienarbeit, in der ich mit der gleichen Technik gearbeitet habe. Obwohl letztendlich nur ein 90sekündiger Kurzfilm mit zwei supereinfachen Figuren herausgekommen ist, waren die Aufnahmen sehr nervenzerrend. Vielleicht zeige ich ihn hier gelegentlich einmal. Dann kann man auch sehen, wie verdammt gut Aardman ihr Handwerk verstehen.

Nun aber zum Film selbst: Die Geschichte ist an klassische Gruselfilme angelehnt und wird in einem aberwitzigen Tempo erzählt. Da gibt es keine einzige überflüssige Szene. Oft driftet der Film in die Parodie ab, was sehr gut zum überdrehten Stil der Erzählung passt. Der Schwerpunkt liegt – wie bereits bei den Kurzfilmen – immer auf den beiden Hauptfiguren und der Chemie zwischen ihnen. Der Verlauf der Geschichte ist generell ziemlich vorhersehbar, doch schadet das dem Film nicht unbedingt. Man merkt hier aber teils, wer die eigentliche Zielgruppe ist. Dennoch gibt es mehr als genügend versteckte Gags, die auch den erwachsenen Zuschauer ansprechen (z.B. der nackte Wallace versteckt seine Preziosen hinter einer Pappschachtel, auf der ‚May contain nuts‘ zu lesen ist).

Insgesamt ist auch das erste Kinoabenteuer von Wallace und Gromit ein riesengroßer Spaß. Dennoch kommt der Film meiner Meinung nach nicht ganz an den Ausbruch des Federviehs heran. Wenn man etwas für Animation übrig hat: Auf jeden Fall ansehen! 8/10 Punkte.

Confusing…

Gestern Abend war ich auswärts Essen. Als mich die Kellnerin fragte, ob ich denn noch etwas benötige, antwortete ich mit: „Ich bin gut, danke!“ Nachdem ich den nun folgenden irritierten Blick mit einem peinlich berührten Lächeln überspielt hatte, suchte ich nach dem Grund für meinen spontanen sprachlichen Aussetzer. Liegt es daran, dass ich die Nacht zuvor kaum geschlafen hatte und zudem nervös wegen des Essens war? Vermutlich sehe ich einfach zu viele englischsprachige Filme/Serien. In denen wäre ich mich „I’m good, thank you!“ bzw. „I’m fine, thank you!“ wohl deutlich besser weggekommen… 😉

Vier Hochzeiten und ein Todesfall – OT: Four Weddings and a Funeral (1994)

Mike Newells „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ habe ich zum ersten Mal mit 14 Jahren im Kino gesehen. Der Auslöser war die Rolle von Rowan „Mr. Bean“ Atkinson, den ich damals ganz toll fand. Nach dieser ersten Sichtung war ich einerseits enttäuscht, dass der Part des Komikers so klein ausgefallen ist, andererseits fand ich den restlichen Film überraschend gut gelungen. Zumindest für eine romantische Komödie, mit denen ich in diesem Alter noch recht wenig anzufangen wusste.

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In den folgenden Jahren habe ich „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ erstaunlich oft gesehen, wobei mir besonders die Figuren und die Atmosphäre des Films ans Herz gewachsen sind. Inzwischen sind seit der letzten Sichtung einige Jahre vergangen. Doch da ich die Nachfolger aus der Feder von Richard Curtis („Notting Hill“ und „Tatsächlich… Liebe“) recht gelungen fand, wurde es meiner Meinung nach einmal wieder Zeit für eine Auffrischung der Erinnerungen. Umso passender, dass es den Film zurzeit für gerade einmal 2,99 € bei Weltbild (auch in den Ladengeschäften) gibt.

Auch heute noch kann mich der Beziehungsreigen um die Gruppe von sympathischen Hochzeitsgängern begeistern. Der Aufbau ist geschickt: Aller Figuren werden über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten begleitet. Allerdings werden nur Hochzeiten (und eine Beerdingung) gezeigt. Die Charakterisierung bleibt deswegen gerade so oberflächlich, dass man der Handlung einige Logikfehler verzeihen kann, und geht doch so tief, dass einem die Figuren ans Herz wachsen. Meiner Meinung nach sehr schön gelöst.

Die Geschichte ist eigentlich ziemlich simpel und fast schon vernachlässigbar. Der Film lebt von den Figuren und der Atmosphäre auf den Feiern. Dort stolpern die Charaktere teils etwas unbeholfen herum, was Erinnerungen an eigene Erlebnisse mit großen Festen dieser Art aufkommen lässt. Allerdings sieht die Bilanz bei mir etwas anders aus: Ich war schon auf mehr Beerdigungen als Hochzeiten. Sollte mir das zu denken geben?

Zwar merkt man dem Film sein Alter von inzwischen 13 Jahren in manchen Szenen schon an, doch gefällt er mir heute immer noch sehr gut. Damals war Hugh Grants trottelig charmante Art eben noch eine echte Neuerung. Insofern kann man den Film durchaus als Klassiker unter den RomComs bezeichnen: 8/10 Punkte.

Innere Werte vs. Layout

Nachdem mein betreuender Professor im Moment mit Blockseminaren und Klausuren beschäftigt ist, habe ich die „freie“ Zeit genutzt, um mich wieder einmal mit der Theorie auseinanderzusetzen. Inzwischen bin ich auf Seite 60 angelangt und habe mir leichtsinnigerweise gedacht, dass dies ein guter Zeitpunkt wäre, sich mit dem Layout zu beschäftigen. War es auch. So irgendwie. Denn ich musste feststellen, dass meine bisherige – eher halbherzige – Formatierung doch nicht so das Wahre ist.

Vielleicht hätte ich auch nicht mit Word anfangen sollen. In den ersten Semestern hatte ich sogar ein Wahlfach zum Thema DocBook belegt, womit sich anscheinend wunderbar wissenschaftliche Arbeiten verfassen lassen. Doch ich erinnere mich noch mit Graus an das XML-Gestopsel von damals. Also Word. WYSIWYG. Außerdem will ich ja gar nicht so superwissenschaftlich schreiben. Gedacht, getan.

Gute 12 Stunden später bin ich einigermaßen zufrieden. Einigermaßen. Einige Feldfunktionen funktionieren noch nicht so, wie ich mir das erhofft hatte und ich hadere noch mit der Schriftart. Mit Serifen, ohne Serifen. Das ist hier die Frage. Im Moment schreibe ich mit Georgia. Sieht ganz nett aus, ist aber nicht sonderlich modern. Was also tun?

Lange Rede, kurzer Sinn. So sieht das bisherige Ergebnis meiner spontanen Layoutaktion aus (PDF, ca. 250 kb):

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Kommentare und Vorschläge sind wie immer willkommen!

Der unerschütterliche Glaube eines Kindes

Da ich gerade im theoretischen Teil meiner Diplomarbeit auf Seite 41 feststecke, ist dies ein guter Zeitpunkt sich wieder einmal einem Stöckchen zu widmen, das mir aus Löwenzahns Welt zugeflogen kommt. Dort möchte man wissen, woran ich als Kind glaubte. Nachdem ich in meinen Erinnerungen gekramt habe, sind mir doch noch ein paar Dinge eingefallen.

Als Kind glaubte ich, dass…

…ich mich eines Tages tatsächlich wie ein Erwachsener fühlen würde.

…ich als ein solcher Erwachsener keine Angst mehr vor Spritzen, Blutnehmen, Zahnarzt und anderen unschönen Dingen haben würde.

…ich mich wohl nie gut mit meiner Schwester verstehen würde.

…ich entweder Forscher oder Schauspieler werden würde.

…die Schulzeit anstrengend war.

…Schulferien sehr knapp bemessen waren.

…meine besten Freunde stets meine besten Freunde bleiben würden.

…es eine höhere Gerichtigkeit gibt.

…die Liebe genauso romantisch und einfach ist, wie in diversen Filmen dargestellt.

…die Guten immer gewinnen.

…“Die Bill Cosby Show“ die beste Sitcom ist.

…Deutsch die einzige verständliche Sprache ist.

…“Die unendliche Geschichte“ ein gruseliger Film ist.

…der Nintendo Game Boy das tollste Geschenk ist, das man bekommen kann.

…10 DM unglaublich viel Geld sind.

Ich glaube, hier mache ich mal Schluss und wende mich lieber wieder meiner Arbeit zu – und das obwohl mir hierzu garantiert mehr einfallen würde. Das Stöckchen werf ich einfach in die Weiten des WWW. Catch it, if you can! 😉

Die Reise der Pinguine – OT: La marche de l’empereur

Gestern Abend habe ich mir nach dringlicher Empfehlung meiner Schwester den Gewinner des Oscars für bester Dokumentarfilm 2005 angesehen: „Die Reise der Pinguine“. Ich muss vorrausschicken, dass ich erst kürzlich eine thematisch ähnliche Dokumentation im Fernsehen gesehen habe und mich der Film somit inhaltlich leider überhaupt nicht mehr überraschen konnte.

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Der Film hat eine – für einen Dokumentarfilm – beachtenswerte Erfolgsgeschichte hinter sich. Ein wahrer Kassenmagnet. Vermutlich durch die gewählte Thematik und die Art der Inszenierung auch verständlich. Die meisten Dokumentarfilme sind unbequem. „Die Reise der Pinguine“ unterhält ganz einfach. Wie ein guter Spielfilm. Unterstützt wird diese Wirkung durch die Narration. Erzählt wird der Film aus der Sicht dreier Personen, die jeweils für die männlichen und weiblichen Pinguine, sowie ihre Jungen stehen. Der Film erinnert dadurch an eine Erzählung und wirkt sehr lebendig. Leider gleiten die Beschreibungen teils ins fast schon poetisch kitschige ab, was auf negative Art und Weise von den Tieren ablenkt.

„Die Reise der Pinguine“ lebt von den Bildern. Fantastische Bilder. Grandiose Bilder. Bilder, die den Oscargewinner von unzähligen anderen Tierfilmen abheben. Es ist eben doch etwas anderes, ob auf Film- oder Videomaterial gedreht wird. Wirklich beeindruckend. Stimmig dazu wirkt die erzählte Geschichte, die von der Kraft der Natur zeugt. Doch die eigentlichen Stars sind die Hauptdarsteller selbst. Die Pinguine. Besonders als die Jungen geschlüpft sind, hat der Film schon allein aufgrund seines Niedlichkeitsfaktors gewonnen.

Insgesamt ist „Die Reise der Pinguine“ ein tolles Erlebnis. Für einen Dokumentarfilm eventuell inhaltlich etwas mau, doch das wird durch die Bilder mehr als ausgeglichen. Die Wirkung ist vermutlich noch stärker, wenn man den Lebenszyklus der Kaiserpinguine noch nicht kennt: 8/10 Punkte.

Kill Bill: Vol. 2 (2004)

Wie angekündigt, habe ich gestern endlich „Kill Bill: Vol 2“ gesehen. Die Erwartungen waren hoch. Sehr hoch. Leider schafft es Volume 2 nicht, diese einhundertprozentig zu erfüllen. Dennoch wirkt der Film mit seinen Brüchen zum ersten Teil im Schaffen Tarantinos nur konsequent. Zusammen ergeben beide Volumes dann tatsächlich das erhoffte Meisterwerk – zumindest für Zuschauer, die sich mit dieser Auffassung von Kino und Film identifizieren können.

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„Kill Bill: Vol. 2“ ist das genaue Gegenstück zu Volume 1. Hat der erste Teil von abgedrehten Actionsequenzen und einer überschschwänglichen Inszenierung gelebt, so findet man sich in Volume 2 eher in einem klassischen Tarantinofilm wieder. Lange Einstellungen. Langsame Kamerafahrten. Ausführliche Dialoge und ebensolche Monologe. War Volume 1 Martial Arts mit Italowesternanteilen, so ist Volume 2 Italowestern gespickt mit Martial Arts. Bereits die Eröffnungssequenz in der Kirche atmet die Opernhaftigkeit eines Sergio Leone Westerns. Unglaublich intensiv und wunderbar fotographiert. Diese Ruhe zieht sich durch den gesamten Film und wirkt – auch mit Volume 1 im Hinterkopf – nie fehlplatziert.

Neben der grandiosen Eröffnungssequenz haben es mir besonders die Szenen im Sarg, der Kampf im Trailer, sowie die Lehrstunden mit Meister Pei Mei angetan. Hier war ich fast noch überzeugt, der Film könnte Volume 1 noch übertreffen. Doch mit fortschreitender Laufzeit, gab es einige Szenen, die ich nicht mehr so hundertprozentig überzeugend fand. Allen voran der alternde Bordellbesitzer. Für sich genommen bestimmt nett und unterhaltsam, im Film aber eher störend und einfach unnötig für die Geschichte.

Dann endlich: Das Finale. Bill. Kill Bill. Das lange Vorspiel mit der Tochter und den Gesprächen fand ich zwar irgendwie sinnvoll, da hier das Dilemma (Töten des Vaters) kurz angeschnitten wurde und auch der Inhalt (Superman) durchaus ansprechend war. Doch letztendlich wurde ich emotional nicht so mitgerissen wie erhofft. Das gleiche gilt für den Schlusskampf. Sicher war es konsequent auch hier mit der Erwartungshaltung zu brechen und den lang erwarteten Kampf überraschend (und doch irgendwie erwartet) schnell enden zu lassen. Doch auch hier gilt: Irgendwie unbefriedigend und nicht so befreiend wie erhofft.

Insgesamt ist auch Volume 2 ein wirklich toller Film. Die Figuren bekommen endlich die nötige Tiefe und ihre Motivation wird klarer, wodurch sich die Braut auch endlich einen Namen verdient: Beatrix Kiddo. Auch ergeht es ihr nicht wie anderen Racheengeln, die sich nach getaner Arbeit leer und nutzlos fühlen (Budd und Elle Driver) – nein, sie ist jetzt Mutter und fällt dadurch nicht in das erwartete Loch. All dies ist schön konstruiert und teils gibt es wirklich fantastische Szenen, doch irgendwie wirkt der Film auf mich unrund und – wenn man das Ende betrachtet – emotional zu wenig mitreißend. Vielleicht würde eine Gesamtfassung „Kill Bill“ doch noch ein Stück nach vorne bringen. Mit vielleicht einer etwas anderen Chronologie der Szenen. Vielleicht. Ich kann es nicht sagen, würde mir aber auch diese Fassung auf jeden Fall ansehen.

Tarantino hat mit „Kill Bill“ ein höchstinteressantes und unterhaltsames Racheepos geschaffen. Tolle Bilder, tolle Figuren, grandiose Actionsequenzen. Müsste ich Volume 2 getrennt bewerten, würde ich nach der aktuellen Sichtung 8/10 Punkte vergeben. Das Gesamtwerk schafft es dagegen locker auf 9/10 Punkte – und das war schließlich erst der Anfang…

Kill Bill: Vol. 1 (2003)

Mit Quentin Tarantino verbinde ich einen großen Teil meiner Filmleidenschaft. Ich habe zwar schon immer gerne Filme gesehen, doch erst „Pulp Fiction“ hat meine Liebe zu den bewegten Bildern entfacht. Mit „Jackie Brown“ durfte ich erstmals einen Film des Meisters im Kino erleben. Danach wurde es für längere Zeit erneut still um den größen movie geek von uns allen. Umso mehr habe ich mich nach der Ankündigung auf „Kill Bill: Vol. 1“ gefreut. Eine Vorfreude, die sich letztendlich ausgezahlt hat.

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Wie auch bei den vorhergegangenen Tarantinofilmen, gab es im Vorfeld von „Kill Bill“ viel Gerede um Gewaltverherrlichung und verschiedene Schnittversionen. Der Unterschied zu den sonstigen Gerüchten: Dieses Mal ist etwas dran. „Kill Bill“ wurde zweigeteilt und zudem ist extra für den japanischen Markt eine härtere Fassung veröffentlicht worden. Seitdem warten Fans auf der ganzen Welt – oder zumindest die mit Internetanschluss – auf eine vollständige Schnittversion. Ich stehe dem etwas skeptisch gegenüber. Zumindest was die Zusammenführung beider Volumes betrifft, denn ich kann mir „Kill Bill“ – so gelungen er ist – nicht wirklich als vierstündiges Epos vorstellen.

Wenn ich schon einmal bei verschiedenen Fassungen des Films bin: Die zensurbedingte in schwarz/weiss gehaltene Kampfszene kann mich nicht einmal als Pseudostilmittel überzeugen. „Kill Bill“ lebt von seinen knalligen Farben, seiner comichaften Gewaltdarstellung und der entsprechenden Inszenierung. Leider geht all das mit der Entsättigung der Farben verloren. Uma Thurman steckt nicht umsonst in einem knallgelben Anzug. Wirklich schade. In der internationalen Fassung wirkt diese Sequenz für mich somit etwas fehlplatziert. Dennoch ist dieser Versuch der künstlerischen Selbstzensur wenigstens ein interessanter Ansatz.

Nachdem nun die Rahmenbedingungen abgeklärt sind, komme ich zum eigentlichen Film: Wow! Tarantino überrascht immer wieder aufs Neue. „Kill Bill“ ist der Spaghettiwestern unter den asiatischen Revengemovies. Grandios, wie Tarantino die Genres plündert und ihre Versatzstücke geschickt zu etwas kombiniert, das in dieser Form noch nicht da war. Die Geschichte ist simpel. Es geht um Rache. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei ist eher der Weg das Ziel. Der Weg und wie dieser inszeniert wurde. Poppig bunt mit ungewohnten Stilmitteln, äußerster Brutalität und stets einem augenzwinkernden Humor. Dieser bunter Cocktail ist dabei in sich erstaunlich konsistent. Macht Spaß und definitiv Lust auf mehr.

Uma Thurman ist die perfekte Darstellerin für die Rolle der Braut. Lucy Liu eine ebenso imposante Gegenspielerin. Die restlichen Figuren gehen etwas unter. Das ist auch etwas mein Problem mit dem Film. Außer der Braut gibt es keine Identifikationsfiguren und sie selbst ist nur von der Rache geleitet. Dies funktioniert zwar tadellos, doch die wortreichen Personenkonstellationen – die bisher in allen Tarantinfilmen vertreten waren – fehlen mir dann doch etwas. Aber vielleicht folgt das noch in Volume 2, den ich bisher leider noch nicht sehen konnte. Es sind leider oft die Filme, auf die man ewig wartet, für deren Kinosichtung sich partout keine Zeit finden lassen will.

„Kill Bill: Vol. 1“ hat mir dieses Mal fast noch besser gefallen, als damals im Kino. Es braucht aber bestimmt noch einige Sichtungen, damit der Film zu seinen Vorgängern aufschließen kann. Ich bin nun auf jeden Fall erst einmal sehr gespannt auf Volume 2: 9/10 Punkte.

The Return of Wintereinbruch 2007

Eigentlich mag ich Fortsetzungen. Wenn sie gut gemacht sind. Wenn sie nicht nur eine Kopie des Vorgängers sind. Wenn sie nicht nur höher, weiter und schneller sein wollen. Leider gehört „The Return of Wintereinbruch 2007“ anscheinend genau zu dieser Sorte von Fortsetzung: mehr Schnee, mehr kalt, mehr nass, mehr bäh – und das zu einem Zeitpunkt, wo kein kein Mensch mehr das weiße Zeug gebraucht hätte. Wo war es denn zur Weihnachtszeit?

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 Suchbild: Wo ist mein Auto?

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 Kippfenster im Winter…

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 …sind schon was tolles!

Nachdem ich heute bereits dreimal eine halbe Stunde Schneeschippen war und ebenso oft mein Auto freigelegt habe – mit dem ich eh nicht wegfahren kann, da ich sonst keinen Parkplatz mehr finde – weiß ich wieder, warum ich die weiße Pracht so liebe. Leider scheint sie dieses Mal hartnäckiger zu sein, als im Vorgänger. So ist das halt mit Fortsetzungen. Der Bösewicht ist bei seiner Rückkehr immer mächtiger. Ich hoffe der schneeschippende Held kann auch dieses Mal dagegen halten.

Fortsetzung folgt hoffentlich nicht… 😉