Run, Fatboy, Run (134)

Da habe ich schon einmal Urlaub, das Wetter ist famos und was mache ich? Natürlich nicht laufen gehen. Wäre ja auch zu einfach. Da warte ich lieber, bis ich mich nächste Woche wieder beschweren kann, dass ich zu spät aus der Arbeit komme und es schon wieder zu dunkel zum laufen ist. Doch heute habe ich mich tatsächlich noch aufgerafft.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:37:30
kCal: 486
min/km: 6:10

Die Zeit ist völlig okay. Trotz trügerischem Sonnenschein war es verdammt kalt und ich musste wirklich die Zähne zusammenbeißen, dass ich die mittlere Runde packe. Letztendlich bin ich nun zufrieden und kann heute Abend wohl besseren Gewissens beim leckeren Asia-Buffet zuschlagen. Mjam!

Episodes – Season 1

Eine Serie, auf die ich mich in der aktuellen TV-Saison sehr gefreut habe, ist „Episodes – Season 1“ mit Matt LeBlanc. Bereits nach der Pilotfolge hagelte es jedoch böse Kritiken, die ich bis heute nicht so recht nachvollziehen kann. Man muss die Serie eben als Satire auf das Seriengeschäft in Hollywood sehen und darf dabei kein zweites „Entourage“ erwarten. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß mit dem Culture Clash in Hollywood.

Da die gesamte Staffel nur aus 7 Episoden besteht, darf man sich als Zuschauer nicht allzu viel Zeit lassen, sich auf die Serie einzulassen. Ich für meinen Teil habe mich glücklicherweise relativ schnell in dieser überzeichneten Version der Traumfabrik heimisch gefühlt. Im Gegensatz zu thematisch ähnlich gelagerten Filmen, wird hier erstmals das Seriengeschäft unter die Lupe genommen. Genauer gesagt geht es um die Adaption einer britischen Serie für das amerikanische Publikum – inklusive aller klischeehafter Konsequenzen, die sich dadurch für den Stoff ergeben.

Neben rein beruflichen Problemen, hat unser britisches Autorenduo auch mit der kalifornischen Mentalität zu kämpfen. Hier wandelt die Serie zwar auf ausgetretenen Pfaden, doch weiß sie auch in solchen Momenten stets zu unterhalten. Dies liegt nicht zuletzt an den tollen Schauspielern. Matt LeBlanc spielt sich selbst und unterscheidet sich dabei gar nicht so sehr von seiner bekanntesten Serienfigur Joey Tribbiani („Friends“ und „Joey“), was die Serie um eine interessante Metaebene erweitert. Auch die restlichen Rollen sind allesamt gut besetzt und es gelingt den Schauspielern die Waage zwischen Satire, Drama und Komödie zu halten.

Auch wenn noch nicht alle Episoden vollends zu überzeugen wussten, so hatte ich doch stets Spaß mit der Serie. Besonders die letzte Episode war wirklich grandios und ich musste mehrmals laut auflachen. Wenn sich die Show in diese Richtung weiterentwickelt, dann kann sie noch ganz groß werden – gerne auch mit ein paar mehr Episoden pro Staffel. Sollte man sich als Serienfreund so oder so ansehen: 8/10 (7.7) Punkte.

Frühlingstiere

Für den heutigen Tiergartenbesuch hatte ich einen festen Plan gefasst: Endlich ein paar schöne Tierbilder mit meiner neuen Kamera schießen. Die letzte Fototour liegt schon wieder viel zu lange zurück und dank herrlichstem Frühlingswetter standen dem Plan nicht einmal äußere Umstände im Weg.

Wie man sieht, ist die Ausbeute recht spärlich. Man könnte meinen ich hätte es nicht einmal versucht. Habe ich aber und dennoch sind 90% der Bilder nahezu unbrauchbar bzw. zumindest so unstimmig, dass ich einfach nicht zufrieden sein kann.

Trotz künstlerischer Selbstzweifel hatten wir einen wunderschönen Tag und zumindest die privaten Bilder von unserem Zappelinchen sind allesamt perfekt (kann ich ja nun leicht behaupten). Manche Dinge sollte man eben nicht forcieren und so blicke ich getrost in die Zukunft und freue mich auf die nächste Fototour. Achja, eine neue Kategorie habe ich für solche Zwecke nun auch eingerichtet…

Michael Mittermeier – Achtung Baby! (2011)

1996 konnte man auf Deutschlands Pausenhöfen kaum ein Gespräch führen, in dem nicht aus Michael Mittermeiers „Zapped!“ zitiert wurde. Die dazugehörige CD dürfte wohl auch eine der meistkopierten des Jahres gewesen sein. Als Mittermeier 2000 mit „Back to Life“ auf die Bühne zurückkehrte, war das Interesse in meinem Freundeskreis bereits wieder weitgehend abgeebbt.

10 Jahre später: Ich suche verzweifelt ein Geschenk für meine schwangere Frau und als wäre es Schicksal, fällt mir das gerade veröffentlichte Buch „Achtung Baby!“ in die Hand. Als hätte es der Mittermeier Michel nur für uns geschrieben, begleiten uns Zitate daraus durch die nächsten 9 Monate. Es war tatsächlich einer dieser seltenen Geschenke-Volltreffer.

1 Jahr später: Das Zappelinchen ist auf der Welt, vergnügt sich (hoffentlich) gerade mit den Großeltern, während Mama und Papa sich zusammen mit Michael Mittermeier in seinem Live-Programm „Achtung Baby!“ an die Schwangerschaft sowie die aufregende erste  Zeit danach erinnern.

Da ich nur vorgelesene Bruchstücke aus dem Buch mitbekommen habe, war das Programm noch relativ neu für mich. Mittermeier ist es gelungen die vielen kleinen Absonderlichkeiten, die frischgebackenen Eltern selbst gar nicht so bewusst sind, in treffende Worte zu verpacken. Meist waren seine Ausführungen ziemlich unterhaltsam, wenngleich er leider so manch satirische Einsicht für plumpe Zoten opferte. Pointen um der Pointe willen.

Besonders gelungen fand ich aktuellere Bezüge, in denen Mittermeier auch ziemlich spontan mit dem Publikum in Dialog trat. So hat nicht nur Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg sein Fett abbekommen, es wurde auch der plumpe Opportunismus unserer geliebten Kanzlerin in Bezug auf die ausgesetzte Laufzeitverlängerung angeprangert. Hier kam eine Bissigkeit auf, die ich mir durchaus noch länger angesehen hätte. Vielleicht sollte der Michel doch einmal mehr in Richtung Kabarett gehen?

Insgesamt war der dreistündige Auftritt sehr unterhaltsam. Ohne unsere persönlichen Erfahrungen des letzten Jahres hätte das Bühnenprogramm in meinen Augen allerdings ziemlich gelitten. Insofern sollte man schon zur Zielgruppe gehören, um das alles wirklich lustig zu finden. Dann aber steht einem gelungenen Abend nichts im Wege.

Avatar: Aufbruch nach Pandora – Extended Collector’s Cut (2009) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Avatar: Aufbruch nach Pandora“ am 22. November 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Kaum zu glauben, dass seit der Kinosichtung schon weit über ein Jahr vergangen ist. Inzwischen weiß man, welchen Stellenwert „Avatar“ in der Filmgeschichte einnehmen wird. Zeit also, sich noch einmal ausführlich mit James Camerons Sci-Fi-Epos zu beschäftigen. Gesehen habe ich dieses Mal den sogenannten Extended Collector’s Cut, welcher den Film um eine alternative Anfangsszene sowie alle Szenen der Special Edition ergänzt.

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Als ich den Film damals in der ersten Aufführungswoche im Kino sah, war noch nicht abzusehen welchen durchschlagenden Erfolg James Cameron abermals an den Kinokassen dieser Welt haben würde. Ehrlich gesagt hätte ich auch nicht vermutet, dass die breite Masse so stark auf diese doch sehr sci-fi-lastige Geschichte anspringt. Für mich war jedoch bereits damals klar, dass es Cameron erneut geschafft hat unseren Wahrnehmungshorizont für visuelle Effekte zu erweitern. Hinzu kommt der erstmals vollkommen überzeugende Einsatz von 3D, welcher selbst mich als Skeptiker zu überzeugen wusste. So sehr sogar, dass ich die zusätzliche Ebene bei der gestrigen Sichtung beinahe etwas vermisst habe.

Natürlich hat der große Erfolg des Films auch unzählige Kritiker auf den Plan gerufen. Vermutlich muss man als ernstzunehmender Cineast immer etwas gegen den Strom schwimmen. Mir selbst ist auch durchaus bewusst, dass die Geschichte keinen Originalitätspreis gewinnt, doch mit wieviel Liebe zum Detail – auch inhaltlich – sie umgesetzt wurde, wird leider viel zu oft ignoriert. Die Grundthemen (Arroganz durch technischer Überlegenheit, Ignoranz gegenüber der Natur) wurden von Cameron ja bereits in den meisten seiner anderen Filme mal mehr („The Abyss“ und „Aliens“), mal weniger plakativ (u.a. „Terminator“ und „Titanic“) behandelt. Ob man den Film nun als Ethno- bzw. Ökokitsch wahrnimmt oder ihm auch eine inhaltliche Relevanz für unsere heutige Gesellschaft einräumt, hängt wohl mit dem Grad an Zynismus zusammen, mit dem man selbst seiner Umwelt begegnet.

Mir hat der Film bei der gestrigen Sichtung erneut sehr viel Freude bereitet. Die Geschichte ist mitreißend erzählt, die Figuren gut geschrieben und die audiovisuellen Aspekte über jeden Zweifel erhaben. Pandora atmet und lebt – und ich freue mich jetzt schon darauf, mich etwas mehr mit der Entstehungsgeschichte des Films zu befassen. Mal sehen, ob ich während meines Urlaubs ein paar Stündchen dafür herausschinden kann. Zum Thema Fassungen sei gesagt, dass der Extended Collector’s Cut ein paar nette, aber nicht zwingend nötige Erweiterungen enthält. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall gerne etwas länger auf Pandora verweilt.

Auch wenn „Avatar“ als erfolgreichster Film in die Geschichte des Kinos eingegangen ist, so sehe ich in ihm immer noch den indirekten Nachfolger von „The Abyss“ oder „Aliens“ – eben ein weiterer Film von unserem James Cameron (jetzt einmal als Genrefreund gesprochen). Auf die Fortsetzungen freue ich mich schon sehr, zumal ich bei Cameron alles erwarte, nur keinen Stillstand. Zu meinen Lieblingsfilmen möchte ich „Avatar“ zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zählen, doch viel fehlt nicht mehr: 10/10 Punkte.

Independence Day (1996)

Aktualisierung: Ich habe „Independence Day“ am 15. Februar 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht. Gestern Abend habe ich wieder einmal einen Film gesehen, bei dessen Sichtung ich feststellen musste, wie alt ich inzwischen bin. Kaum zu glauben, dass seit dem wunderbaren Kinoerlebnis „Independence Day“ bereits 15 Jahre vergangen sind. Mein halbes Leben. Gefühlt habe ich Roland Emmerichs Zerstörungsorgie allerdings erst vor ein paar Wochen gesehen, was auch daran liegen mag, dass dies einer der wenigen Filme ist, die ich damals als VHS-Kassette besaß.
Independence Day (1996) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Independence Day (1996) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Tatsächlich liegt meine letzte Sichtung von „Independence Day“ inzwischen bestimmt schon 10 Jahre zurück. Die meisten Szenen waren mir allerdings auch gestern noch lebhaft in Erinnerung. Insgesamt muss ich sagen, dass der Film erstaunlich gut gealtert ist. Sicher sind die Effekte nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und wohl kein heutiger Erstzuschauer wird mit der gleichen Faszination vor dem Bildschirm sitzen, mit der wir damals aus dem Kino kamen. Doch den meisten dürften die ikonografischen Bilder ohnehin bekannt sein, die nicht ohne Grund ihren Weg in die Popkultur gefunden haben. Lässt man die auch heute noch beeindruckenden Effekte außer acht, so bleibt nur ein laues Lüftchen von einer Geschichte übrig, die mit eindimensionalen Charakteren bevölkert ist. Früher hat mich das nicht sonderlich gestört und ich fand sowohl Will Smiths Captain Steven Hiller, als auch Bill Pullmans President Whitmore ziemlich lässig. Heute allerdings besitzt einzig Jeff Goldblums Figur noch ein wenig Unterhaltungswert. Leider typisch für Roland Emmerichs Filme, doch im Gegensatz zu „The Day After Tomorrow“ und „2012“ bietet „Independence Day“ wenigstens ein brauchbares Sci-Fi-Setting.

Fazit

Wie bei anderen Filmen aus meiner Jugend hat natürlich auch „Independence Day“ bei mir einen gewissen Nostalgie-Bonus. Dennoch sind die Schwächen in der Handlung und Charakterzeichnung einfach nicht zu ignorieren. Auch wenn ich den Film heute wohl nicht mehr so häufig sehen würde, so hat er mich bei der gestrigen Sichtung jedoch ziemlich gut unterhalten. Wahrlich kein Genre-Klassiker, doch für mich ein prägender Film aus einer Zeit, in der man noch leichter zu begeistern war: 7/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (133)

Nun beginnt wieder die Jahreszeit, in der man einfach nicht weiß, was man zum Laufen anziehen soll. Im ersten Drittel war der Wind so kalt, dass ich mir eine Mütze gewünscht hätte. Im letzten Drittel dagegen, wäre ich in meiner Thermojacke beinahe zerflossen. Aber ich will mich wirklich nicht beschweren, ganz im Gegenteil.

Länge: 6,70
Laufzeit: 00:42:45
kCal: 536
min/km: 6:22

Aufgrund des famosen Wetters bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr die lange Strecke angegangen, bei der weniger die Länge, als die Steigung gegen Ende problematisch ist. Danach war ich wirklich kaputt, aber glücklich. Kommende Woche kann ich mir – Urlaub sei Dank – sogar einen weiteren Nachmittagslauf gönnen. Yeah!

Run, Fatboy, Run (132)

Was für ein herrliches Wetter! Endlich kann man frühlingshaft sagen ohne sich selbst in die Tasche zu lügen. Dennoch hätte ich es diese Woche beinahe nicht geschafft eine Runde zu laufen. Arbeit halt. Aber was will man machen? Heute jedoch bin ich pünktlich nach Hause gekommen und konnte somit die letzten Sonnenstrahlen und die relativ milden Temperaturen genießen. Herrlich!

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:37:30
kCal: 486
min/km: 6:10

Mit der Zeit bin ich sehr zufrieden. Erneut bin ich die längere Strecke gelaufen und war sogar über eine Minute schneller, als beim letzten Mal. Nun kann ich nur hoffen, dass das Wetter noch ein wenig hält – zumal ich mich nächste Woche auf Urlaub freuen darf. Yeah!

Wildes Russland

In letzter Zeit habe ich mich einmal wieder einer Dokuserie gewidment. Die NDR-Produktion „Wildes Russland“ versprach Naturbilder auf höchstem Niveau und sollte somit den von mir geliebten BBC-Dokumentationen „Unser blauer Planet“ und „Planet Erde“ in nichts nachstehen. Dank Blu-ray konnte mich die Serie audiovisuell auch voll und ganz überzeugen, doch wie sieht es mit der inhaltlichen Seite aus?

Seltsamerweise hat Russland auf mich noch nie eine sonderlich große Faszination ausgeübt. Da ich jedoch äußerst gerne qualitativ hochwertige Tierdokumentationen sehe, habe ich mich davon nicht abhalten lassen. Belohnt hat mich „Wildes Russland“ mit fantastischen Bildern, welche besonders in HD voll zur Geltung kommen. Ein Augenschmaus. Auch die akustische Untermalung weiß zu gefallen und die Erzählstimme Christian Brückners (Synchronsprecher von Robert De Niro) geht angenehm ins Ohr.

Inhaltlich hat man sich auf die sechs bekanntesten Gebiete Russlands beschränkt, welche jeweils in einer Episode abgehandelt werden – viel Stoff für je 45 Minuten. Es macht wirklich Spaß den einheimischen Tieren bei ihren Streifzügen durch die russische Tundra oder Arktis zuzusehen, doch manchmal hatte ich das Gefühl nicht so viele Informationen zu bekommen, wie dies bei den britischen Pendants der Fall ist.

Für Freunde hochwertiger Tierdokumentationen bietet „Wildes Russland“ beste Unterhaltung. Auch wenn die Serie in meinen Augen nicht ganz an die BBC-Vorbilder herankommt, so erlaubt sie doch einen ziemlich detaillierten Einblick in die Flora und Fauna dieses riesigen Landes. Das Making of sollte man zudem unbedingt in die Sichtung mit aufnehmen, macht es uns Zuschauern doch erst bewusst, was für ein enormer Aufwand hier betrieben wurde – ein Aufwand, der sich auf jeden Fall gelohnt hat: 8/10 Punkte.

Moulin Rouge – OT: Moulin Rouge! (2001)

Noch heute kann ich mich genau an meine Kinosichtung von „Moulin Rouge“ vor ziemlich exakt 10 Jahren erinnern. Ich war hin und weg. Das hatte ich wahrlich nicht erwartet. Ein Film, wie ein Rausch. Ich weiß auch noch genau, dass wir es damals beinahe nicht ins Kino geschafft hätten, da wir Möbel für unsere neue Wohnung gesucht hatten. Erst heute kann ich abschätzen, welchen Stellenwert der Film in meiner persönlichen Filmgeschichte einnimmt.

Seit der damaligen Sichtung habe ich „Moulin Rouge“ vergleichsweise oft gesehen und ich kenne kaum einen Film, der bei mir jedes Mal aufs Neue einen solch imposanten audiovisuellen Eindruck hinterlässt. Baz Luhrmann („Australia“) hat hier wirklich alle Register gezogen und ein Meisterwerk geschaffen, an dem sich alle zukünftigen Musicalfilme messen lassen müssen. Normalerweise habe ich ein Problem mit Regisseuren, die sich einer zu artifiziellen Bildsprache bedienen, wie z.B. Jean-Pierre Jeunet oder Tim Burton, doch Luhrmann schafft es trotz der theaterhaften Kulissen und der äußerst lebendigen Montage echte Gefühle zu transportieren und eine mitreißende Geschichte zu erzählen. In meinen Augen eine unglaubliche filmische und künstlerische Leistung.

Natürlich leben Musicals auch immer von ihrer Musik und auch hier hat „Moulin Rouge“ Maßstäbe gesetzt. Der musikalische Streifzug durch die Popgeschichte ist absolut gelungen und kein Song wirkt aufgesetzt oder beliebig platziert. Besonders das ELEPHANT LOVE MEDLEY ist einfach nur grandios und gibt den Inhalt der Szene perfekt wieder, als wäre es nur für diesen Film geschrieben worden. Ich möchte nun gar keine weiteren Stücke hervorheben, denn alle sind absolut hörenswert. Einzig das extra für den Film komponierte COME WHAT MAY hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, wurde es doch von sehr begabten Freunden auf unserer Hochzeit vorgetragen.

Neben Inszenierung und Musik möchte ich noch die Schauspieler erwähnen, die ganz großartig in ihren Rollen aufgehen. Wer hätte Nicole Kidman und Ewan McGregor solch eine gesangliche Leistung zugetraut? Ich nicht, war aber umso positiver überrascht von ihnen. Für mich eine der gelungensten Darstellungen von wahrhafter, poetischer Liebe in einem Film. Auch die Nebendarsteller sind allesamt fantastisch. Von Kulissen, Kostümen usw. fange ich nun am besten gar nicht erst an.

Ihr merkt schon: „Moulin Rouge“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Kritikpunkte habe ich keine und ich bin mir sicher, dass ich den Film auch in 10 Jahren noch gerne schauen werde und er kein bißchen angestaubt wirken wird. Das ist Film, das ist Musik, das ist Kunst. Baz Luhrmann wusste sein Medium perfekt zu nutzen und das spürt man in jeder Einstellung – und sei sie noch so kurz: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm